Die 91. Academy Awards – Die Nominierten

Wie jedes Jahr steht die Verleihung der Academy Awards bevor. Demnach ist die Oscarvorbereitung bei mir wieder im vollen Gang. Damit auch ihr einen Überblick über die aktuellen Nominierten habt, folgt hier die Übersicht meiner gesehenen Filme zur Vorbereitung.

Black Panther

Nominiert für: Bester Film, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik, Besten Song, Besten Tonschnitt, Besten Ton
Die Handlung: Nach den Geschehnissen aus Civil War kehrt T’Challa (Chadwick Boseman) in sein Heimatland Wakanda zurück. Technisch und wissenschaftlich weit fortgeschritten, versteckt sich Wakanda vor der restlichen Welt, um ihre Vibranium-Vorräte zu schützen. Durch den Tod von T’Chaka muss sich T’Challa einer Herausforderung stellen, um als neuer König und damit als Black Panther anerkannt zu werden. Doch der Waffenhändler Ulysses Klaue (Andy Serkis) hat es erneut auf das Vibranium abgesehen. Unterstützt wird er vom unbekannten Killmonger (Michael B. Jordan), der jedoch eigene Pläne verfolgt. Während einer Mission gegen Klaue, taucht auch noch CIA-Agent Ross (Martin Freeman) auf.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Black Panther verkörpert alles, was wir an einer gelungenen Superheldenverfilmung so lieben. Eindrucksvolle Bilder, durchdachte Handlung, Hintergrundgeschichten, Bösewichte mit Charakter und natürlich die entsprechende Portion des typischen Marvel-Humors. Nach den eher enttäuschenden Spider-Man und Thor – Ragnarök ist Marvel wieder da und kann erneut das Publikum begeistern. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Blakkklansman

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller, Beste Filmmusik, Bester Schnitt
Die Handlung: Der Afroamerikaner Ron Stallworth (John David Washington) bekommt als einer der ersten einen Job bei der Colorado Springs Polizei. Sein erstes Aufgabengebiet als Ermittler ist es, die Black Power-Bewegung zu unterwandern. Gleichzeitig versucht er aber auch den Ku-Klux-Klan zu unterwandern. Während er mit dessen Anführern regelmäßig telefoniert und sich als Weißer ausgibt, muss ihn sein Kollege Flip Zimmermann (Adam Driver) bei den Treffen vertreten.
Meine Meinung: BlackKklansman beruht auf der Autobiographie von Ron Stallworth und somit auf wahren Begebenheiten. Der Film zeigt, wie schwierig es zu der Zeit war, als Schwarzer Fuß zu fassen. Stallworth darf zwar der Polizei beitreten, wird aber zunächst nur für das Archiv benutzt, wo ihn so manch ein Kollege versucht sklavenmäßig herumzukommandieren. Diese bringt Regisseur Spike Lee immer wieder als Thema mit auf, konzentriert sich letztendlich aber größtenteils auf die Unterwanderung der Black Power Bewegung und des Ku-Klux-Klans konzentriert. Lee setzt dabei größtenteils auf einen lockeren Tonfall, gerade auf der Polizeiwache wird im kleinen Team viel gelacht. Dennoch werden zwei Extreme gezeigt, die beide der Ansicht sind nur mit Gewalt vorwärts zu kommen. Als Identifikationsfiguren fungieren Stallworth und Zimmermann, die neutral in der Mitte der Bewegungen stehen.
BlackKklansman wird gerade wegen seiner Aktualität gelobt. Thematisch hat der Film (leider) nichts von seiner Brisanz verloren. Sehr positiv zu erwähnen ist hier, dass der Film keine direkte Meinung vertritt. Stallworth und Zimmermann sind die Figuren mit denen man am meisten mitfiebert, dennoch wird keine direkte Meinung aufgedrängt, sondern alle einmal angehört. Schauspielerisch ist der Film auf einem guten Niveau, wobei jedoch kein Darsteller genauer heraussticht.
Das Fazit: BlackKklansman ist ein Film, der hochaktuell ist und keine Meinung aufdringt, was sehr positiv ist. Trotz eines größtenteils lockeren Tons bleiben Längen leider nicht aus. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Bohemian Rhapsody

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt, Bester Ton
Die Handlung: 1985. Bob Geldof organisiert seine legendären Live-aid Konzerte. Queen ist einer der Gäste. Doch der Weg dorthin war lang, steinig und gerade Liedsänger Freddy Mercury (Rami Malek) hat ein Leben voller Höhen und Tiefen hinter sich. Dies ist die Geschichte der Band.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Bohemian Rhapsody wirbt mit den bekannten Liedern Queens, überzeugt jedoch mit einem exzellenten Cast und einem guten Riecher für eine gute Dosis Drama und Humor. Dafür gibt es 08 von 10 Punkten.

The Favourite

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin (2x), Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign
Die Handlung: Queen Anne (Olivia Coleman) ist weder gesundheitlich, noch vom Gemütszustand in der Lage ihr Land zu regieren. Stattdessen übernimmt die Rolle ihre Vertraute Sarah Churchill (Rachel Weisz). Eines Tages kommt Abigail Masham (Emma Stone), Sarahs Cousine, an den Hof. Ihre Familie ist in Ungnade gefallen. Und während Sarah immer mehr mit dem Erbfolgekrieg gegen Frankreich zu tun hat, gewinnt Abigail immer mehr die Gunst der Königin.
Meine Meinung: The Favourite wird von Regisseur Giorgos Lanthimos kammerspielartig inszeniert und geht mit 10 Nominierungen als einer der beiden großen Favoriten bei der Oscarverleihung ins Rennen. Dabei ist gerade die Nominierung für Olivia Coleman als Queen Anne mehr als Nachvollziehbar, da sie eine absolut grandiose Leistung abliefert. Sie kann alle Launen der Königin einfangen und diese völlig schamfrei umsetzen. Dadurch etwas in den Schatten gestellt, aber nicht weniger gut gespielt ist Emma Stone. Lediglich Rachel Weisz schafft es nicht ganz die Emotionen richtig rüberzubringen und wirkt daher neben Coleman sehr blass. Rein optisch ist The Favourite ein Schmaus fürs Auge. Die Kleider sind sehr gut umgesetzt, auch wenn ein Nicholas Hoult mit Perücke und Schminke sehr gewöhnungsbedürftig aussieht. Dennoch sind Kulissen und Kleider mit einer Liebe zum Detail gestaltet.
Etwas schwächer wird es bei der Handlung an sich. Denn auch wenn der Beititel „Intrigen und Irrsinn“ die Handlung sehr gut beschreibt, reicht sie doch nicht für die Lauflänge von 120 Minuten aus. Hier hätten es ein paar Szenen weniger auch gut getan. Darüber hinaus muss man hier wirklich ein Fan von historischen Filmen sein, denn es werden einige politische Intrigen gesponnen, die immer wieder von Szenen über die Launen der Königin unterbrochen werden. Wer sich hierfür nur mäßig interessiert und gedanklich abschweift, kann dann schnell nicht mehr folgen.
Am experimentellsten ist jedoch die musikalische Untermalung. Hier wird gerne auf sehr laute Orgelmusik gesetzt, die zwar durchaus funktioniert und in den Szenen auch richtig eingesetzt ist, aber dennoch sehr gewöhnungsbedürftig ist.
Das Fazit: The Favourite ist bestimmt nicht jedermanns Favorit. Regisseur Lanthimos geht hier bewusst über Grenzen hinaus. Getragen wird der Film von drei sehr starken Schauspielerinnen, wobei Olivia Coleman jedoch mit einer absolut oscarwürdigen Leistung heraussticht. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Green Book

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bestes Originaldrehbuch, Besten Schnitt
Die Handlung: Der talentierte Klavierspieler Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) plant mit seiner Band eine Tour durch die Südstaaten der USA. Das Problem daran ist, dass dies in den 1960er Jahren passierte und Dr. Shirley schwarz ist. Zu seiner Sicherheit engagiert er den Italoamerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen) als Chauffeur. Zwischen beiden entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft.
Meine Meinung: Green Book ist einer dieser Filme, bei denen man befürchtet, dass die Rassendiskriminierung ein dominierendes Thema sein könnte. Doch Regisseur Peter Farrelly inszeniert den Film sehr viel subtiler. An erster Stelle steht der Roadtrip der beiden Protagonisten – wieso genau ist Mahershala Ali eigentlich „nur“ für den besten Nebendarsteller nominiert? – die zunächst unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Entwicklung der Differenzen zu einer ganz besonderen Freundschaft wird von allen Seiten und sehr liebevoll beleuchtet. Gerade hier zahlt es sich aus zwei sehr gute Schauspieler engagiert zu haben, die ihre Rollen perfekt verkörpern. Die Rassenthematik gerät jedoch an keiner Stelle in den Hintergrund. Sie ist stets präsent, wird aber immer wieder subtil eingeblendet. So entsteht hier kein Film, der mit dem Vorschlaghammer auf den Zuschauer einschlägt, um zu sagen, wie schlimm die damaligen Verhältnisse waren, sondern einer, der die kleinen Feinheiten herausarbeitet. So gibt es beispielswiese eine Szene, in der Dr. Shirley in einer Spielpause die Toilette aufsuchen will und vom Gastgeber energisch daraufhin gewiesen wird, dass er doch bitte das Plumsklo benutzen solle. Hier spiegelt sich das Paradoxe der damaligen Zeit noch einmal genauer heraus. Er durfte zwar für die reichen Weißen spielen, aber auf keinen Fall das gleiche Klo benutzen.
Das Fazit: Green Book ist ein kleinerer, aber sehr feiner Film, der seine Geschichte rund erzählt und den Fokus auf den Roadtrip und die Freundschaft der beiden Protagonisten legt. Die Rassenthematik ist zwar allgegenwärtig, wird aber gekonnt subtil eingespielt. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Roma

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Bester fremdsprachiger Film
Die Handlung: Cleo (Yalitza Aparicio) ist Hausmädchen bei einer Mittelklassefamilie in Roma, einem Stadtteil von Mexiko-Stadt. Darüber hinaus ist sie aber auch Bezugsperson der vier Kinder. Nach einer kurzen Liebelei ist sie jedoch schwanger und muss nun zunächst um ihren Job bangen, bzw. wendet sich der Vater von ihr ab.
Meine Meinung: Roma ist so ein Film, über den man eigentlich keine treffende Inhaltsangabe schreiben kann. Kurz zusammengefasst geht es um Cleo. Ihr Leben wird von allen möglichen Seiten durchleuchtet. Zunächst wird ihre Arbeit ausführlich dargestellt, dann geht es um ihr Verhältnis zur Familie und ihre Freizeitaktivitäten. Schließlich lernt man Fermin kennen, ihren Liebhaber. Dies endet jedoch abrupt als Cleo ihm von ihrer Schwangerschaft erzählt. Danach geht es darum, wie Cleo mit der Schwangerschaft umgeht. Erst im letzten Drittel erfährt man, dass es hintergründlich um das Fronleichnam-Massaker in Mexiko geht. Der Haken an der Geschichte, die im letzten Drittel noch einmal richtig stark, emotional und spannend wird, ist, dass die ersten beiden Drittel darauf aus sind Cleo und ihren Alltag zu durchleuchten. Dies ist aber sehr langsam und langatmig erzählt. Erst, wenn man sich dadurch „gekämpft“ hat, wird man mit einem starken Ende belohnt. Dennoch ist das Tempo kein schlechter Schachzug von Regisseur Alfonso Cuaron. Denn so wird die Kultur Mexikos der 1970er Jahre dem Zuschauer so lange näher gebracht, dass man über das Fronleichnam-Massaker wirklich wieder bestürzt ist. Denn zunächst hat man von Mexiko ja doch gerne mal das Bild vor Augen, was ansonsten häufig in Filmen gezeigt wird: Drogenkämpfe an der Grenze der USA, wie beispielsweise in Sicario. Die Schwarz-Weiß Optik des Films, wirkt zusammen mit dem langsamen Tempo, ebenfalls beruhigend.
Das Fazit: Roma ist ein Film, der schwer zu erfassen ist. Vordergründig ist er zu langsam erzählt und wirkt streckenweise sehr ermüdend. Dennoch hat er viele verborgene Stellen und gerade das letzte Drittel, das spannend, emotional und mitreißend ist. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

A Star is born

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Song, Bester Ton
Die Handlung: Jackson Maine (Bradley Cooper) war ein erfolgreicher Country-Musiker. Inzwischen lässt jedoch Gehör und Gesang nach und er ist auf dem absteigenden Zweig. Seinen Kummer ertränkt er in immer mehr Alkohol. Eines Abends trifft er auf Ally (Lady Gaga), die ihn mit ihrer Stimme gleich überzeugen kann. Nach einem spontanen ersten Date, bittet er sie ihn auf seiner Tour zu begleiten. Ally lässt sich schließlich überzeugen und wird von ihm spontan zu einem Duett auf die Bühne gezogen. Dadurch wird sie von einem Musikproduzenten entdeckt und steigt selbst langsam auf.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: A Star is born ist mehr als eine Liebesgeschichte und mehr als ein Musikfilm. Er kombiniert so viele Themen und erzählt eine Geschichte mit allen Facetten, mit allen Höhen und Tiefen. Dabei beleben die beiden Hauptdarsteller Cooper und Gaga den Film unbedingt. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Vice

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes Originaldrehbuch, Bestes Make-up & Frisuren, Bester Schnitt
Die Handlung: Dick Cheney (Christian Bale) arbeitet sich nach einem verlorenen Yale-Stipendium immer weiter hoch und arbeitet in verschiedenen Positionen unter verschiedenen Präsidenten. George W. Bush (Sam Rockwell) ernennt ihn schließlich zum Vize-Präsidenten. Dort war er maßgeblich am Irak-Krieg beteiligt.
Meine Meinung: Adam McKay, der sich in The Big Short noch mit dem Finanzsektor auseinander setzte und dafür bereits oscarnominiert war, setzt nun mit Vice nach und nimmt sich das Leben und Wirken von Dick Cheney vor. Dabei beginnt der Film in den 1960er Jahren als Cheney noch Student in Yale war und dort wegen seiner Saufeskapaden sein Stipendium verlor. Dann erzählt der Film chronologisch den Aufstieg Cheneys. Dabei wirkt ein junger Familienvater und Militärdienstleistender als Erzähler. Komplexere politische Dialoge werden, wie bereits in The Big Short gezeigt, aufgeschlüsselt und erklärt, so dass auch ein Laie die Vorgänge verstehen kann.
Schauspielerisch setzt McKay hier wieder auf sein Zugpferd Christian Bale, der hier wieder eine komplette Wendung seiner bisherigen Rollen schafft und durch eine ordentliche Maske dem realen Cheney auch nahe kommt. Ebenfalls wieder mit von der Partie ist Steve Carell, der hier jedoch schwächer als noch in The Big Short spielt. Neu mit dabei sind Amy Adams als Lynne Cheney, Sam Rockwell als George W. Bush und Jesse Plemons als Erzähler.
Die größten Haken am Film befinden sich jedoch direkt am Anfang und am Ende. Der Film beginnt mit dem Satz (sinngemäß) „Cheney war immer sehr verschlossen und es konnten nicht alle Fakten zu 100% herausgearbeitet werden, es wurde sich aber sehr große Mühe gegeben). Es spricht schon einiges dafür, dass die Filmmacher eingestanden haben, dass sie nicht alles überprüfen konnten. Dafür ist der Film dann aber ziemlich reißerisch gehalten, was genau diese Schwäche wohl überspielen sollte. Wäre alles weniger schlimm, wenn nicht gerade die letzte Szene dem ganzen einen bitteren Nachgeschmack verpassen würde. Hier sind eine Gruppe Menschen zu sehen, die wohl über den Film diskutieren. Ein Mann sagt, dass er das alles nicht so recht glaubt und woher wollen die Filmmacher das alles so genau wissen? Daraufhin meint ein zweiter Mann, dass die wohl schon alles von einem Anwalt haben prüfen lassen. Der erste Mann entpuppt sich jedoch als dummer Trump-Wähler, der den zweiten Mann daraufhin kurzerhand angreift und auf ihn einschlägt. Aussage des Ganzen: wenn du dem Film nicht glaubst und ihn hinterfragst, bist du ein gewaltbereiter, dummer Trumpwähler? Passt leider nicht so ganz zur vorangestellten Prämisse, dass vieles nicht richtig nachweisbar ist.
Das Fazit: Vice ist ein stark erzählter Film mit gutem Cast. Ein bisschen weniger reißerisch hätte er dennoch sein können, so kommt er nicht an seinen Vorgänger (The Big Short) heran. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Can you ever forgive me

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch
Die Handlung: 1991 wird Lee Israel (Melissa McCarthy) arbeitslos. Ihre Verlegerin ruft sie nicht mal mehr zurück. Als sie durch Zufall zwei Briefe von der Varieté-Künstlerin Fanny Bryce findet und verkauft, findet sie heraus, dass es für solche Briefe eine große Sammlerszene gibt. Daraufhin fängt sie an immer mehr solcher Briefe zu fälschen, um damit Miete und Medikamente für ihre kranke Katze bezahlen zu können.
Meine Meinung: Der erste Schock nach der Ankündigung von den Nominierungen von Can you ever forgive me dürfte wohl Melissa McCarthy als beste Hauptdarstellerin sein, fiel sie in letzter Zeit durch immer schlechter werdende Komödien negativ auf. Doch schon in kleineren Rollen, wie bspw. in St. Vincent bewies sie, dass sie sich auch abseits der Komödienschiene zu Hause fühlt. Doch mit Can you ever forgive me beweist sie nun, dass sie auch anspruchsvolles Spiel gut meistern kann. Gerade die deine Note zwischen Gewissensbissen und Überlebensinstinkt gepickt mit einer gewissen Bissigkeit spielt sie gekonnt. Der Film schafft es gleich am Anfang die Sympathien für Lee Israel groß zu halten, so dass man eher mit ihr mitleidet, auch wenn einige Probleme hausgemacht zu sein scheinen und sie unwiderlegbar Straftaten begeht. Mit Richard E. Grant bekommt McCarthy einen wunderbaren „supporting Actor“ (Nebendarsteller) an die Seite.
Die Handlung ist chronologisch aufgebaut und schafft einen akzeptablen Spannungsaufbau, auch wenn die Geschichte selbst sehr ruhig und unaufgeregt erzählt wird.
Das Fazit: Can you ever forgive me ist eine sehr ruhige Filmperle, die bei den meisten wohl untergehen wird. Ruhig erzählt und stark gespielt, springt der Film zwischen Charakterisierung und erzählter Geschichte. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

If Beale Street could talk

Nominiert für: Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Nebendarstellerin, Beste Filmmusik
Die Handlung: In den 1970ern in Harlem. Der 22-jährige Bildhauer Alonzo Hunt, genannt Fonny, und die 19-jährige Verkäuferin Tish sind ein Liebespaar. Als Fonny fälschlicherweise beschuldigt wird, eine Puertoricanerin vergewaltigt zu haben, obwohl er ein Alibi hat und er sich demnach gar nicht in der Nähe des Tatortes befunden haben kann, muss er ins Gefängnis. Dort besucht ihn Tish und erzählt ihm, dass sie schwanger ist. (Quelle: Wikipedia)
Meine Meinung: Durch den Filmstart am 07.03.2019 kann ich diesen Film leider nicht mehr vor der Verleihung sehen.
Das Fazit: Ausstehend

Aufbruch zum Mond

Nominiert für: Beste visuellen Effekte, Bester Ton, bester Tonschnitt, Bestes Szenenbild
Die Handlung: 1961 ist Neil Armstrong (Ryan Gosling) noch Testpilot. Nach einem Schicksalsschlag in der Familie zieht er mit seiner Familie nach Florida, um dort am Gemini Projekt teilzunehmen. Damit ist er sehr früh und bei allen Vorphasen zur Apollomission dabei. Dabei verlangt ihm der Job viel ab, so dass er selten genug Zeit für seine Frau (Claire Foy) und seine Söhne hat.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Aufbruch zum Mond ist in seinen Grundzügen ein gut erzählter Film mit kleineren Schwachstellen und leider einer stärkeren Schauspielerin als Nebencharakter (Foy) als der Schauspieler des Protagonisten (Gosling). Ebenfalls gibt es einen persönlichen Minuspunkt, weil mir von der Kameraführung schlecht geworden ist. Daher gibt es 07-01 von 10 Punkten.

Mary Poppins Rückkehr

Nominiert für: Bestes Szenenbild, bestes Kostümdesign, beste Filmmusik, Bester Filmsong
Die Handlung: Michael Banks (Ben Wishaw) ist inzwischen erwachsen und alleinerziehender Vater dreier Kinder. Da ihn finanzielle Sorgen plagen, soll er ein Wertpapier der Bank finden, um sein Haus behalten zu können. Seine Schwester Jane (Emily Mortimer) steht ihm dabei zur Seite. In dieser schweren Zeit kehrt Mary Poppins (Emily Blunt) zurück und sorgt für die Kinder. Immer mit dabei ist Straßenlampenanzünder Jack (Lin-Manuel Miranda).
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Mary Poppins‘ Rückkehr ist leider eine der Sequels, die nicht notwendig gewesen wären. Obwohl einige Stellen großen Spaß machen, bleibt der Gesamtfilm uninspiriert in Handlung und Liedern. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Maria Stuart – Königin von Schottland

Nominiert für: Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up & Frisuren
Die Handlung: 1561 kehrt Maria Stuart (Saoirse Ronan) in ihre Heimat Schottland zurück, um dort zu regieren. Dies ist jedoch ein Dorn im Auge der britischen Königin Elisabeth (Margot Robbie) und Marias Bruder James (James McArdle), sowie der evangelischen Kirche (David Tennant), die keine katholische Königin dulden.
Meine Meinung: Maria Stuart – Königin von Schottland punktet von Anfang an mit zwei sehr starken Schauspielerinnen (Ronan und Robbie), wobei Ronan deutlich mehr Screentime hat. Hinzu kommt ein außergewöhnliches Setting (Großbritannien hat eben viele unbeschreiblich schöne Landstriche) und auch im Kostümdesign und beim Make-up kann der Film völlig überzeugen. Leider jedoch weniger bei der Handlung. Das im Trailer groß angekündigte Treffen beider Königinnen wird erst ganz am Ende erzählt. Davor werden die ganzen Intrigen in aller Ausführlichkeit erzählt. Leider geschieht dies nicht wirklich spannend und dem ungeübten Historiker fehlt manchmal auch der ein oder andere Zusammenhang.
Am lachhaftesten ist jedoch die einzige größere Schlachtszene, die sehr minimal gezeigt wird. Hier ist man inzwischen selbst von Fernsehserien weitaus größeres gewohnt, so dass es für einen Kinofilm noch peinlicher wirkt.
Das Fazit: Maria Stuart baut ein gutes Setting auf und setzt auf einen starken Cast. Leider kann der Film nicht durch seine Handlung überzeugen, die zu lang und zu langatmig erzählt ist. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

The Ballad of Buster Scruggs

Nominiert für: Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign, Bester Filmsong
Die Handlung: Episodenartige Geschichten aus dem Wilden Westen, unter anderem von dem Barden Buster Scruggs, der sehr schnell mit dem Schießeisen war und dazu gerne noch das ein oder andere Lied trällerte.
Meine Meinung: Eine wirkliche Zusammenfassung des Films kann man nicht geben. Jede Episode ist einzeln zu betrachten, da sie sich in Aufmachung, Darstellern und Handlung unterscheidet. Die einzige Gemeinsamkeit ist das Setting: der Wilde Westen. Während Episoden, wie die Ballade des Buster Scruggs, sehr lustig gestaltet sind, gibt es auch andere, die dramatischer oder emotionaler sind. Dabei schaffen es die Coen Brüder in 135(?) Minuten sechs vollständige Geschichten zu erzählen. Dabei schaffen sie es die Charaktere mehr zu charakterisieren, als andere es in einem gesamten Film nicht schaffen. Das interessanteste an den verschiedenen Episoden ist jedoch, dass sie den Wilden Westen alle auf eine andere Art darstellen. Ob satirisch, ob ernst, ob dramatisch, es ist alles mit dabei.
Das Fazit: Kurzweiliger Episodenfilm, der zwischen Unterhaltung und Drama hin und her springt und daher für jeden Geschmack etwas bietet. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Ein Gedanke zu „Die 91. Academy Awards – Die Nominierten

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