Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Rockstar trifft Popstar, Mord im Zug, koreanischen Mythen, der Weihnachtsmann wird verklagt und Hexen in Irland.

Bewitching Rosie
Die Handlung: Ihr Auslandssemester in Irland hat sich Rosie ganz anders vorgestellt. Eigentlich wollte sie mit ihrem Freund dorthin, der sie jedoch kurz vorher sitzen lässt. Zum Glück hat sie die besten Freundinnen überhaupt, die sie vorher für sechs Wochen begleiten. Doch zu ihrem 21. Geburtstag erwachen Hexenkräfte in Rosie, die sie zum lokalen Zirkel führen. Doch die sind nicht begeistert von der Amerikanerin.
Meine Meinung: Die Idee klang gut und aus irgendeinem Grund hatte mich die Leseprobe auch nicht abgeschreckt und so durfte dieses Buch auf der Buch Berlin mit. Im Nachhinein habe ich die Leseprobe wohl nicht intensiv genug gelesen, denn sie ist eigentlich ein ziemlich gutes Frühwarnsystem für die Geschichte, die leider so gar nicht funktioniert hat. Abgesehen davon, dass hier nicht einmal eine Klimatabelle oder auch nur eine Karte von Florida aufgemacht wurde, denn sonst wären nicht so viele Fehler dazu passiert, auch Irland wird allein durch Klischees aufgebaut. Worüber man zunächst vielleicht noch hinwegsehen kann, wird es doch stetig schlimmer. Natürlich besteht ein Hexenzirkel aus Irland aus Nachfahren der Salem-Hexen, weil wieso hier mit dem Klischee aufhören, Hinzu kommen absolute Logiklöcher, die Charaktere verhalten sich immer so, wie es gerade zur Handlung passen muss und nicht so, wie es logisch wäre. Der gutaussehende Love Interest darf sie übrigens komplett verarschen, aber keine Angst seine rasiermesserscharfen Wangenknochen (ja, wurde wirklich so beschrieben) retten alles. Das einzig positive war hier das Seelentier, ein sarkastisches Schaf, was zwar wieder mit einem Klischee spielt, aber immerhin einmal auf den ganzen Seiten mich unterhalten konnte. Die Erklärungen am Anfang sind nett gestaltet und machten eigentlich Hoffnung auf mehr und auch das Trans-Thema hätte gut umgesetzt werden können, war hier aber auch nur Mittel zum Zweck. Schade.
Fake Wifey
Die Handlung: Amerie ist Anwältin, die in einem kleinen Büro versauert, aber immerhin scheint ein Werbespot eine neue Klientin angezogen zu haben. Maddy ist zwar noch in der Grundschule, aber braucht dringend eine Anwältin, um den Weihnachtsmann zu verklagen. Denn sie hat sich gewünscht, dass ihr Daddy endlich eine neue Frau findet und jetzt ist er immer noch Single. Besagter Daddy ist ein ehemaliger Eishockey-Spieler und bittet Amerie kurzerhand seine Fake-Freundin zu spielen. Doch weiß sie wirklich worauf sie sich da einlässt?
Meine Meinung: Meine Reise mit Anya Omah ist ein auf und ab. Mal will ich nie wieder etwas von ihr lesen, dann verliebe ich mich in ihre Bücher und diesmal war es leider wieder ein Reinfall. Denn mochte ich ihr Fake Roomie echt gern, weil die Chemie zwischen den Charakteren unglaublich gut funktioniert hat, so enttäuscht war ich jetzt von der Fake Wifey. Dabei klang die Geschichte wirklich zuckersüß und hatte unglaublich viel Potential. Und zunächst scheint auch genau das einzutreten, was ich mir nach dem Klappentext erhofft hatte. Das Aufeinandertreffen mit Maddy, die den Weihnachtsmann verklagen will, und damit das zusammentreffen mit dem Eishockey-Spieler, der sie bittet seine Fake-Freundin zu spielen. So weit, so süß und charmant. Leider verkommt die Geschichte daraufhin zu einem Reingepresse in eine Handlung, die einfach nicht natürlich funktioniert, sondern nur funktioniert, weil die Autorin will, dass sie so funktioniert. Alles an Entwicklung ist so gezwungen und gepresst, dass es nur noch nervig ist. Als Eishockey-Spieler ist der Love Interest natürlich auch noch ein super Geschäftsmann, der ihr beruflich aus der Patsche hilft. Vom Grundsatz konnte dies noch halbwegs logisch eingeflochten werden, aber in der Umsetzung stimmt gar nicht mehr. Ich war am Ende nur genervt vom Buch und muss leider wieder sagen, dass ich von der Autorin erstmal wieder eine Pause brauche.
Nächster Halt Mord
Die Handlung: Millies Schwester Rachel soll als Journalistin die Jungfernfahrt eines Luxuszugs begleiten, der an dem berühmten Orient-Express angelehnt wurde. Da ist Millie direkt dabei und freundet sich mit dem Stewart James an.
Meine Meinung: Ich liebe die cosy Crimes von Alexandra Fischer-Hunold. Hier konnte mich bisher jedes Buch abholen und als dann noch die Ankündigung kam, dass es eine Hommage an Mord im Orient-Express werden soll, konnte ich es kaum erwarten, bis das Buch endlich bei mir einziehen durfte. Und gerade das Setting, das Ambiente und die Reise an sich, schafft die Autorin wieder wunderbar zu erzählen, so dass auch alles logisch wirkt. Was leider nicht logisch wirkt, ist der Mordfall und die Auflösung dieses. Bzw. ist das falsch formuliert. Der Tathergang und die Auflösung weisen keine Logiklöcher an sich auf. Aber es wurden zu gewollt falsche Fährten gelegt, die Charaktere haben zu sehr so agiert, wie sie mussten, damit die Lösung am Ende aufging und es gab noch zu viele Nebenbeiverwicklungen, die im Gegensatz zum Vorbild am Ende eben nichts mit dem eigentlichen Mord zu tun hatten. Damit ist es dennoch ein besseres Buch als viele andere des Genres, doch im Vergleich zu den anderen Werken der Autorin eben doch mit Abstand das Schwächste.
Prinzessin der tausend Diebe
Die Handlung: Hana will nichts mit ihrer Familie zu tun haben, wurden sie und ihre Mutter doch aus der Gilde ausgeschlossen. Doch die Nachfolge steht an und ihr Vater hegt auf einmal Familiengefühle und will sie statt ihrer Stiefschwester als Clanführerin sehen. Doch da steht noch eine Prüfung auf Leben und Tod dazwischen. Zum Glück kann sie sich mit einem machtlosen Gott zusammentun, der ebenfalls noch eine Rechnung mit der Familie offen hat.
Meine Meinung: Thea Hong konnte mich im letzten Jahr mit ihrem Seoulicious absolut abholen. Aber wie ihr vielleicht schon im Laufe dieses Beitrags gemerkt habt, kamen hier eher die Enttäuschungen zusammen. Und leider reiht sich die Prinzessin der tausend Diebe bei den Totalreinfällen mit ein. Dabei klang es vom Ansatz her recht spannend, gerade weil auch viele koreanische Legenden mit einfließen sollten. In ihrem Debüt hatte sie sich viel mit der Frage der eigenen Identität zwischen Korea und Deutschland befasst, was unglaublich tiefgründig war und regelrecht über mich weggerollt ist. Hier hatten wir jetzt zunächst den Genrewechsel ins Fantastische, was mich aber auch sehr ansprach. Leider treffen hier viele Klischees aufeinander und die gesamte Clanstruktur ist schon merkwürdig, aber gut, habe ich noch akzeptiert. Als dann jedoch ein gewisser Tiger-Gott auftauchte und seine einzige Eigenschaft wieder sein gutes Aussehen ist, wollte ich schon aufgeben. Aber mit dem Buchclub im Rücken, habe ich bis zum Ende durchgehalten. Die Prüfungen sind stark von den koreanischen Mythen, Legenden, aber auch der Geschichte geprägt, was ich gern gut gefunden hätte, aber sie kommen viel zu kurz. Für die Länge des Buches sind es einfach zu viele Prüfungen, es wird gehetzt, gekürzt, teilweise ist mir der Ausgang auch einfach nicht logisch. Zwischensequenzen sind nur dazu da, um wieder Luft zu holen, bieten aber keinen Mehrwert, die ganze Auflösung ist absolut abstrus. Mir fehlten die Emotionen, die Tiefe, einfach alles. Ich wollte das Buch mögen, aber ich kann es einfach nicht.
Gentle Heart
Die Handlung: Popstar Ashley Cruz will nie wieder eine Beziehung. Denn ihr Ex-Freund, der Rapper Menace, nutzt noch immer jede Chance, ihr das Leben schwer zu machen. Als sie auf den Gitarristen Logan Buckley von Scarlet Luck trifft, verbindet sie sofort eine unglaubliche Anziehung. Aber mehr als Freundschaft+ kann Ashley nicht bieten. Doch reicht es für sie?
Meine Meinung: Zum Abschluss habe ich aber noch einmal ein richtiges Highlight für euch. Nachdem ich bisher eher enttäuscht war, bin ich an dieses Buch sehr vorsichtig rangegangen, weil ich die Ursprungsdilogie sehr geliebt habe. Es war Rockstar-Romance vom Feinsten und doch irgendwie mit einem neuen Einschlag. Da war die Befürchtung groß, dass auch eine Mona Kasten diese Magie nicht noch einmal wirken kann. Und wie sie kann! War ich mit der Protagonistin ebenfalls skeptisch, hat sie mich hier absolut umgehauen. Und Logan ist einfach eine wandelnde Green Flag! Dabei müssen beide mehr über sich lernen und miteinander wachsen, Vertrauen lernen und gleichzeitig noch irgendwie das Prominentenleben meistern. Hier wurden wieder eine Menge Aspekte sehr sorgfältig aufgearbeitet und es gibt auch ein Wiedersehen mit Charakteren aus ihrer Again-Reihe. Und ich sag euch, die Tension in diesem Buch ist der absolute Hammer. Es war Liebe von der ersten bis zur letzten Seite und seit langer Zeit kann ich mal wieder voller Überzeugung sagen: Fünf von Fünf Sternen sind hier absolut angebracht. Anwärter auf Jahreshighlight.
Habt ihr eins der Bücher gelesen? Verratet mir gern eure Meinung!









