The King’s Man

Ein Vorwort

Als 2015 der erste Kingsman erschien war ich einfach nur geflasht. Die Eleganz eines James Bonds wurde gepaart mit einem Coolness-Faktor jenseits des messbaren Bereichs. Leider war klar, dass es nicht nur bei einem starken Film bleiben sollte. Der zweite Teil hat sich dann von Großbritannien bereits in die USA zu den Statesman verlagert. Doch trotz des guten Ansatzes, war die Fortsetzung eher enttäuschend. Nun war es folgerichtig, keine zweite Fortsetzung zu drehen. Doch was macht Hollywood, wenn es kein zweites Sequel mehr drehen kann? Genau ein Rebo… äh ich meine Prequel! Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Der Duke of Oxford (Ralph Fiennes) beobachtet die Geschehnisse im ersten Weltkrieg, beschließt aber nicht einzugreifen und auch seinen Sohn (Harris Dickinson) nicht mitkämpfen zu lassen, da er selbst Pazifist ist und es seiner verstorbenen Frau versprochen hat. Doch im Hintergrund erstellt er ein Netz aus Dienstbot*innen und anderen unsichtbaren Mitarbeitenden, um so eingreifen zu können.

Meine Meinung

Dass der dritte Teil als Prequel funktionieren kann nach einem starken ersten und weniger starken zweiten Teil, hat (meiner Meinung) nach die Underworld-Reihe bewiesen (wir reden nicht über alles nach Teil 3). So war ich trotz mäßigem Trailers und allerlei negativen Kritiken trotzdem noch gespannt, ob mich The King’s Man nicht doch noch überzeugen könnte.
Doch bereits in der ersten Szene wird klar, dass hier wohl mit vielen Klischees gearbeitet wird. Mit einer viel zu langen Sterbeszene wird eine tragische Hintergrundgeschichte geschaffen, die jeder Disneyfilm in der Hälfte der Zeit um ein vielfaches tragischer hätte darstellen können. Sollte so Verständnis und Sympathie geweckt werden, rief es bei mir nur ein Augenrollen hervor. Weiter geht’s mit allerlei belanglosen Szenen, ehe wir Tom Hollander in einer grauenhaften Dreifachrolle kennenlernen, die die Wirren des ersten Weltkriegs auf das simpelste herunterbricht und diese klischeehaft widergibt. Der große Bösewicht, der natürlich im Hintergrund alle politischen Wirrungen auslöst wegen einer Mühle in Schottland – wird sehr früh erwähnt, ist also kein Spoiler – wirkt dann auch sehr übertrieben und gleichzeitig wie eine Witzfigur.
Ebenso unstrukturiert ist auch der Rest des Films. Das Problem ist, dass er irgendwo versteckt immer wieder gute Szenen hat, die auch an die Kreativität des ersten erinnern, doch diese hinter allerlei belanglosen oder leider auch einfach nur widerwärtigen Szenen verpackt. Die ganze im Trailer bereits angedeutete Szene rund um Rasputin ist voller Witze unter der Gürtellinie, inklusive Kotzszene und einer so lächerlichen Kampfszene, dass ich kurz davor war das Kino zu verlassen und erst nach der Szene wieder reinzugehen. Auf so eine Phase folgt dann ein Blick an die Front. Auf einmal ist der Film ein bitterernster Kriegsfilm, der das Leben an der Front ungeschönt widergibt. Gute Umsetzung, aber wie passte das zum restlichen Film?
So hangelt sich The King’s Man von Klischees, platten Figuren, platten Witzen, völlig unterforderten Schauspieler*innen zum bitterernsten Kriegsfilm, zur absoluten Peinlichkeit und zwischendurch eben auch zu ech guten Actionszenen. So richtig weiß man nicht, was man allein in der nächsten Szene zu erwarten hat. Was übrigens völlig untergeht ist die Erstehung der Kingsman. Hier wird irgendwann mitten im Film einfach an einer Buchstütze gedreht und schwupps: Ach übrigens wir existieren und sind bereits sehr gut vernetzt. Wartet, wollte ihr nicht die Vorgeschichte erzählen?
So enttäuscht The King’s Man an jeder Front, auch wenn zwischenzeitlich die guten Intentionen immer wieder hervorscheinen. Spannung kommt auch nur selten auf, weil einem der Ausgang jederzeit bewusst ist, sofern man im Geschichtsunterricht auch nur halbwegs aufgepasst hat. Schade, wie viele gute Schauspieler*innen hier absolut nichts zu tun bekommen oder zwischendurch auch einfach mal vergessen werden.

Das Fazit

The King’s Man variiert pausenlos im Genre und der Tonalität und trifft dabei selten das Passende. Spannung kommt gar nicht auf, da sie zu sehr in Klischees und Abstrusitäten verrant wird, die Charaktere sind unnahbar, Schauspieler*innen werden verbraten. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

The King’s Man läuft seit dem 06.01.2022 in den deutschen Kinos

Rückblick auf das 4. Quartal 2021

Ja, ich weiß, ich hab beim Monatsrückblick gesagt, dass es wirklich der letzte für 2021 sei, aber ich hatte den Quartalsrückblick zu dem Zeitpunkt einfach vergessen… Auf jeden Fall möchte ich euch heute meine jeweiligen Top 5 aus Kino, Film, Serie und Buch aus der Zeit Oktober-Dezember 2021 vorstellen.

Meine fünf Kino Highlights

James Bond – No time to die: Fünf Jahre nach Spectre wird die Biowaffe „Herakles“ aus einem Labor in London gestohlen. Da der MI6 und M ihre Finger mit im Spiel haben, wird eine Agentin auf den flüchtigen Forscher Obruchev angesetzt. Gleichzeitig bittet Felix Leiter von der CIA James Bond ebenfalls um Hilfe bezüglich Herakles. Obwohl eigentlich im Ruhestand, muss Bond von Kuba zurück nach London und sich einigen Personen aus der Vergangenheit stellen. – Würdiger Abschluss der Craig-Ära.

Contra: Richard Pohl ist Dozent an einer Uni. Doch nach einigen grenzwertigen Äußerungen steht er vor einer Disziplinarsanhörung. Die Lösung: Er soll der Studentin Naima Hamid helfen, im Rhetorikwettbewerb weiter zu kommen. – Gut gespieltes Drama, dass das Thema Migration gut aufgreift und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Encanto: Familie Madrigal hat nachdem Abuela viele Verluste hinnehmen musste, ein Encanto (Wunder) bekommen. Dadurch leben sie in einem geschützten Dorf und bekommen alle zu einer gewissen Zeit magische Kräfte. Nur Mirabel ist ohne geblieben. Das macht ihr zu schaffen. Als die Magie schwindet, setzt sie daher alles daran sich zu beweisen, und das Wunder zu retten. – Herzerwärmende Geschichte, rührend, typische Disneyfilmhandschrift.

Last Night in Soho: Eloise zieht von Cornwall, wo sie bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist und deren Liebe zu den 60ern aufgenommen hat, nach London. Sie wurde dort an einer Design Uni angenommen. Nachts träumt sie von einer jungen Sängerin namens Sandy, die es in den 60ern versucht zu etwas zu bringen. Schnell wird Sandy ihr Idol. Doch die Träume ändern sich zunehmends und bald wird Eloise auch im wachen Zustand verfolgt. – Starker Horror-Thriller, der nichts für schwache Nerven ist.

Spider-Man 3 – No way home: Nachdem J. Jonah Jameson der Welt enthüllte, dass Peter Parker Spider-Man ist, bittet dieser Dr. Strange um Hilfe. Der Zauber geht jedoch schief und so gelangen Bösewichte aus alternativen Realitäten nach New York. Peter und seine Freunde haben nun alle Hände voll zu tun, diese einzusammeln. – Wohl der stärkste Spider-Man, auch wenn einige Handlungsstränge nur mit einigem Zurechtruckeln funktionieren.

Meine fünf filmischen Highlights

Gravity: Die Biomedizinerin Dr. Ryan Stone und der erfahrene Astronaut Matt Kowalski arbeiten in einem Außeneinsatz am Hubble-Teleskop. Dabei bekommen sie die Warnung, dass Trümmerteile im Orbit treiben. Kurz darauf werden sie getroffen, ihr Space Shuttle zerstört. Sie müssen nun versuchen zur nächstgelegenen Raumstation zu kommen. – Minimalistische Weltraumsurvival mit starker Besetzung.

Appollo 13: Die Astronauten James Lovell, Fred Haise und Thomas Mattingly werden für die Mission Apollo 13 ausgewählt, die zum Mond fliegen soll. Ein paar Tage vorher wird jedoch Mattingly gegen den zur Reserve-Crew gehörenden John Swigert ausgetauscht, da ein Gesundheitsrisiko besteht. Kurz nach dem Start kommt es schon zum ersten technischen Problem, was aber nicht weiter schlimm ist. Doch bei einem Manöver kommt es zu einer Explosion. Nun muss Houston und das Team der Apollo 13 alles geben, damit sie sicher wieder landen können. – Spannend, mitreißend, wow.

Jingle Jangle Journey: Der legendäre Spielzeugerfinder Jeronicus Jangle wird von seinem Gesellen Gustafson betrogen und verliert daraufhin alles. Jahre später ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Bis seine Enkelin Journey ihn besucht und ihm bei seiner letzten großen Erfindung hilft. – Tolles Weihnachtsmusical mit eindrucksvollen Bildern und mitreißenden Liedern.

the holiday calendar: Abby ist Fotografin. Doch von ihrem Traum eines eigenen Studios ist sie weit entfernt. Dann bekommt sie von ihrem Großvater einen antiken Adventskalender geschenkt. Zunächst misst sie den kleinen Figuren keine größere Bedeutung bei, doch dann häufen sich die Zufälle, so als ob der Kalender ihr die Zukunft voraussagt. – Süßer Weihnachtsfilm mit kleiner aber feiner Handlung.

Palm Springs: Auf einer Hochzeit lernt Sarah Nyles kennen. Beide verziehen sich in die Wüste, doch als Nyles von einem Pfeil getroffen wird, folgt sie ihm in eine Höhle. Kurz darauf muss sie feststellen, dass beide den gleichen Tag nun immer und immer wieder erleben. Das sorgt vor allem bei Sarah für Panikattacken. – Solider Täglich grüßt das Murmeltier Film, für einen verregneten Sonntagnachmittag.

Meine fünf serienlastigen Highlights

Modern Family – Staffel 11: Die moderne Familie ist Jay Pritchett mit seiner neuen – und deutlich jüngeren – Frau Gloria und deren Sohn Manny, sowie Jays erwachsene Kinder Claire und Mitchell. Claire ist verheiratet mit Phil und sie haben drei Kinder Hailey, Alex und Luke. Mitchell lebt in einer Partnerschaft mit Cameron, die in Asien ihre Tochter Lily adoptiert haben. – Die finale elfte Staffel hat alles, was die Serie ausmacht, schafft es einen schönen Abschluss zu schaffen und unterhält wie in Staffel 1. Einfach nur eine tolle Serie.

Pretty Smart – Staffel 1: Chelsea wollte eigentlich nur einen kurzen Abstecher bei ihrer Schwester Claire machen. Doch als ihr Freund Schluss macht, strandet sie in der WG. Nun versucht sie die Scherben ihres Lebens aufzubauen und gleichzeitig mit den Eigenarten ihrer neuen Mitbewohner*innen zurecht zu kommen. – Eigentlich basiert die Geschichte auf einer vorurteilsbehafteten Idee, aber sie hat mich durch ihre Herzlichkeit und ihre Witze in Beschlag genommen. Ich mag sie einfach

His Dark Materials – Staffel 1: Die Serienverfilmung zu Der goldene Kompass. Lyra Belaqua wächst zusammen mit ihrem Dæmon Pan im Jordan College in Oxford auf. Durch ihren Onkel Lord Asrael erfährt sie von Staub und seinen Forschungen dazu. Da er sie jedoch nicht mitnehmen will, nimmt sie kurzentschlossen das Angebot von Mrs. Coulter an, dieser zu assistieren. Dabei erfährt sie jedoch, dass diese für das Magisterium arbeitet und Kinder entführt werden. Zusammen mit einem mystischen Gegenstand entflieht sie und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise. – Bildgewaltig, eines der schönsten Serienintros aller Zeiten und unfassbar spannend. Auch die Protagonistin ist nicht so nervig wie befürchtet.

Zoeys Extraordinary Playlist – Staffel 2: Nach dem Tod ihres Vaters ist Zoe völlig aus der Bahn geworfen. Mit der Unterstützung von Simon und Max kämpft sie sich ins Leben und in ihren Alltag zurück. Dort stehen neben beruflichen Herausforderungen auch noch eine Herzensentscheidung aus. Und ganz nebenbei versucht sie immer noch durch die Herzenslieder aller um sie herum zu helfen. – Auch wenn es in Liebesdingen vielleicht etwas zu sehr hin und her ging ist die zweite Staffel wieder voller Herzlichkeit und nimmt sich auch dem schwierigen Thema der Trauer an und wie sehr man dadurch aus der Bahn geworfen wird.

Hawkeye – Staffel 1: Kate Bishop ist seit den Ereignissen in New York 2012  großer Fan von ihrem persönlichen Helden Hawkeye alias Clint Barton. Als bei einer Schwarzmarkt-Auktion auf einer Charity-Veranstaltung der Firma ihrer Mutter das Kostüm des Ronin versteigert wird, landet dies nach einem Anschlag in ihrem Besitz. Damit macht sie zwei Parteien auf sich aufmerksam. Zum einen Hawkeye, der eigentlich wegen eines Musicalbesuchs mit seinen Kindern in der Stadt war, und der Jogging-Anzug Gang, deren Anzahl der Ronin einst stark verkleinerte. – Mein Lieblingsavenger hat endlich seine eigene Serie und sie ist sehr stark, witzig, spannend, geerdet und mit vielen tollen neuen Charakteren.

Meine fünf buchigen Highlights

Talus 2 – Die Magie des Würfels: Talus, der geheime Würfel der magischen Welt, der den Herzenswunsch, aber auch die größte Angst erfüllt, wurde gewürfelt. Die ersten Folgen sind zu merken. Erin und Kaito sitzen im magischen Gefängnis, bis ihr Mitwirken geklärt ist. Noah versucht das Verschwinden seines Vaters zu klären. Und dann ist da noch Jessica, eine Runenhexe, die mit dem Tod eines geliebten Menschen nicht zurecht kommt. Können sie die Pläne der gefährlichen Caradain aufhalten? – Spannende und magische Fortsetzung, die mir mehr als einmal das Herz gebrochen hat.

Knights 1: Charlotte will seit einem Vorfall in ihrer Kindheit nichts mehr mit der Geheimgesellschaft der Erben der Tafelrunde, kurz KORT, zu tun haben. Doch als eine abtrünnige Gruppe sie aufsucht, rennt sie in eine Gruppe KORTs und muss bei ihnen Unterschlupf suchen. Dabei erfahren diese von ihren sehr seltenen Fähigkeiten. Nun muss sie ihr Erbe begreifen und zusammen mitder Gruppe gegen eine uralte böse Macht antreten. Gleichzeitig muss sie mit ihren Gefühlen für den Lancelot-Erben Noel zurecht kommen. – Ich liebe die Bücher von Lena Kiefer und hier hat sie wieder den Auftakt zu etwas ganz besonderem geschaffen.

Mona – Und täglich grüßt der Erzdämon*: Mona Nosferatuh ist eine Junghexe Stufe 9, hat aber Probleme ihre Kräfte unter Kontrolle zu halten. Sie tritt ihren neuen Job im Museum an und trifft dort auf den Vampir Boris, den Werwolf Ben und die Skelettin Bärbel. Bei einem Einbruch ins Museum beschwört sie einen Dämon herauf. Doch Balthazar ist fortan an sie gebunden und muss immer erscheinen, wenn sie Hilfe benötigt. Beide versuchen sich mit dem Bund anzufreunden und dann kommen noch Gefühle dazu. – Werbung, da Rezensionsexemplar

Vielleicht Nie: Joana lebt ein sehr geordnetes Leben und verbirgt ihr innerstes vor der Welt. Doch ausgerechnet Killian, der Bruder ihrer besten Freundin Karla, schafft es hinter ihre Fassade zu gucken. Doch er ist wild und rastlos, was Jo gar nicht passt. Kann er sich dennoch in ihr Herz stehlen? – Der zweite Band einer tollen Reihe wieder mit tollen Charakteren und erwähnte ich schon, dass ich es toll fand?

Spiritus Daemonis: Teresa arbeitet in der Online-Beratung eines kleinen Esoterikladens. Dort versucht sich Vincent über einen Fake-Exorzismus zu informieren. Doch Teresa ahnt schlimmes und bleibt mit ihm in Kontakt. Denn der Fake-Exorzismus entpuppt sich als echter. – Spannendes Buch im Chat-Stil. Vorallem durch die versteckten Dinge, die man über die zugehörige App abspielen kann, fühlt man sie sich wie mitten drin.

Was waren eure Highlights?

*Mona – und täglich grüßt der Erzdämon habe ich als Rezensionsexemplar erhalten. Daher kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung

 

Only Murders in the buiding

Ein Vorwort

True Crime Podcasts erfreuen sich großer Beliebtheit. Da war es nur noch eine Frage der Zeit, bis es zu dem Thema einen Film oder eine Serie gibt. Disney dachte sich dies wohl auch und hat ein Disney+ Original in Serienform konzipiert. Wie das funktioniert erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Schauspieler Charles-Haden Savage (Steve Martin), Theaterregisseur Oliver Putnam (Martin Short) und Mabel Mora (Selena Gomez) leben alle im Arconia Appartement Gebäude in New York. Während sie zuvor keine Berührungspunkte hatten, finden sie durch Zufall heraus, dass sie alle den gleichen Lieblings-True-Crime Podcast haben. Dann gibt es während eines Feueralarms eine Leiche. Während die Polizei Suizid vermutet, sind sich die drei einig: Es war Mord. 

Meine Meinung

Während ich mich mit dem Prinzip Podcast durchaus anfreunden kann und da auch so meine Favoriten habe, die ich regelmäßig höre, halte ich mich von True Crime Podcasts tendenziell fern. Allerdings zog mich die Serie Only murders in the building durchaus an. Ich hatte mich damit allerdings auch vorab nicht wirklich befasst und hielt es eher für eine Adaption von Cluedo oder ähnlichem „Wer ist der Mörder im großen Haus“. Enttäuscht wurde ich nicht, jedoch steht das Podcast Thema ebenfalls im Vordergrund.
Aber nochmal ganz von vorne. Am Anfang lernen wir die drei Charaktere Charles-Haden Savage, Oliver und Mabel kennen, wobei wir von letzterer noch am wenigsten erfahren. Das Arconia und ein grober Überblick über die Bewohnenden folgt.  Dann folgt der Feueralarm und die drei Charaktere treffen aufeinander und finden heraus, dass sie den gleichen Lieblings-True-Crime-Podcast haben. Als dann die Leiche von Tim Kono gefunden wird, machen sich die drei an die ersten Ermittlungen. Dies schweißt sie zusammen. Da Oliver chronisch Pleite ist, beschließt er durch einen eigenen Podcast wieder ein bisschen Geld zu machen, ein Sponsor ist auch relativ schnell gefunden.
Dies ist die Ausgangsbasis, auf der die weiteren Folgen aufbauen. Dabei ist es interessant, wie die Serie es schafft jede Folge aus der Perspektive bzw. den Schwerpunkt auf einen anderen Charakter zu setzen. So kommt es, dass eine Folge fast ohne Dialoge auskommt, da es aus der Sicht eines Gehörlosen erzählt wird.
Das Grundproblem der Serie ist jedoch, dass sie für das erzählte zu lang ist. 10 Folgen mit einer Länge von ca. 30 Minuten ergibt eben doch 5 Stunden Spieldauer. Dadurch wird die Geschichte oft sehr gestreckt, oder von den Charakteren zu viel unnötiges erzählt, um mehr Folgen zu generieren. Dadurch hat man jedoch das Gefühl, dass in den jeweiligen Folgen nichts passiert. Das Spannungslevel ist sehr niedrig und nach jeder Folge gab es diesen kurzen Moment, in der ich mich fragte, ob ich die Serie weiterschauen möchte. Dennoch bleibt es bis zum Ende spannend, wer jetzt schließlich der*die Mörder*in ist und da ich das unbedingt wissen wollte, bin ich eben doch dran geblieben.
Nach der anfänglichen sehr langen Findungsphase wird es auch ein bisschen besser mit den gestreckten Folgen, aber die Geschichte wäre auch in sechs Folgen erzählt gewesen und das merkt man leider auch. Schauspielerisch war die Serie okay, auch wenn Selena Gomez in vielen Szenen nicht zu wissen scheint, was sie genau machen soll. Das war ein wenig anstrengend zu sehen.

Das Fazit

Only murders in the building hat einen coolen Handlungsansatz und macht die Suche nach dem*der Mörder*in echt schwer. Leider ist die Handlung zu wenig für die Länge der Serie, weswegen viel gestreckt wird, was sich auf das Spannungsniveau negativ auswirkt. Dennoch lohnt sich ein Blick hier.

GrishaVerse

Ein Vorwort

Nachdem so viele immer und immer wieder über das Grishaverse geschwärmt haben, wollte ich auch mal einen Blick wagen. Dann bekam ich den Tipp mit der Grisha-Reihe anzufangen, ehe ich mich den Krähen widme, um die Welt besser zu verstehen. Den ersten Band hatte ich dann auch noch pünktlich vorm Start von Shadow & Bone gelesen. Nun habe ich auch die beiden Folgebände noch verschlungen und möchte euch die heute präsentieren. Wie mir die Reihe gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Band 1 – Goldene Flammen

Die Handlung: Alina ist eine Kartografin in der ersten Armee des Zaren von Ravka. Bei der Durchquerung der Ödsee, kommt es zu einem Angriff. Als Alina ihren besten Freund beschützt, setzt sie ungeahnte Kräfte frei und findet sich kurz darauf in der Ausbildung zur Grisha wieder.

Meine Meinung: Das GrishaVerse wird gerne immer mal wieder mit Harry Potter verglichen. Das stimmt aber wirklich nur im allerentferntesten Sinne. Ravka ist eine Welt, die sich eigentlich dauerhaft im Krieg befindet. Nur wenige sind keiner der beiden Armeen zugeordnet. Die Grisha haben Fähigkeiten, die man als magisch beschreiben könnte, wo wohl auch der Vergleich zu Harry Potter herkommt, und mit dem Dunklen könnte man auch einen Vergleich zum dunklen Lord herstellen – auch wenn hier der Charakter des Dunklen wesentlich vielschichtiger ist. Wir lernen zunächst Alina und ihren besten Freund Mal kennen. Innerhalb weniger Seiten schafft die Autorin es einen guten Überblick über die Welt zu geben, die geprägt ist durch die Ödsee, die das Land durchzieht. Richtig in Fahrt kommt die Geschichte, sobald Alina zu den Grisha kommt. Hier kommen einige Charaktere dazu, doch im Großen und Ganzen behält man den Überblick. Gegen Ende gab es ein paar Entwicklungen, die mir nicht gefallen haben. Sie waren logisch und gut ausgearbeitet, aber ich hätte sie mir anders gewünscht.

Band 2 – Eisige Wellen

Die Handlung: Alina und Mal sind dem Dunklen entkommen, doch ihr Glück wärt nicht lange. Auf der Flucht landen sie ausgerechnet dort, wo sie nie wieder hin wollten. Jetzt muss Alina zeigen, was sie kann. Dabei trifft sie auf neue Verbündete und muss um alte Freunde kämpfen.

Meine Meinung: Der zweite Band schließt nahtlos an den ersten an. Der versuchte Neustart von Alina und Mal geht relativ schnell. Die namensgebende Schlange wird erstaunlich schnell gefunden, bedenkt man die Hürden im ersten Band, was mich überrascht hat. So liegt der Fokus diesmal an einer anderen Stelle. Mit einem tollen neuen Charakter bekommt der Band deutlich mehr Witz, dennoch leidet die Spannung nicht, auch wenn gerade im Mittelteil sich ein paar Längen bemerkbar machen. Dennoch merkt man auch hier wieder den tollen Weltenbau. Auch wenn es nicht viele Handlungsorte gibt, ist es dennoch immer wieder interessant etwas neues über die Welt und ihre Bewohnenden zu erfahren. Das Finale ist hier größer angelegt und bietet fast das aufregendste der ganzen Reihe. Eisige Wellen schafft es die typischen Hürden eines Mittelbandes zu umgehen und eine eigenständige Handlung zu schaffen. Dennoch ist es die Vorbereitung auf das große Finale.

Band 3 – Loderne Schwingen

Die Handlung: Der finale Teil der Grisha-Reihe. Alina und ihre Verbündeten mussten unter die Erde fliehen. Dort sammeln sie ihre Kräfte, um zum letzten Feldzug gegen den Dunklen anzutreten.

Meine Meinung: Das große Finale braucht am Anfang eine ganze Weile, um überhaupt in Schwung zu kommen. Die Charaktere sind in einer scheinbar ausweglosen Situation und vegetieren einige Seiten vor sich hin, ehe es wieder vorwärts geht. Auch dann lässt er sich noch einige Zeit, um die Handlung weiter aufzubauen. Dafür, dass es der Abschlussband ist, fast ein wenig zu viel Zeit. Dennoch bekommt man das große Finale, was man erwartet, auch wenn die Auflösung so ganz anders ist, als erwartet. Zwischendurch habe ich überlegt, ob ich die Auflösung enttäuschend fand, aber letztlich mochte ich Unvorhersehbarkeit und die Message, die damit vermittelt wurde.  Die Charaktere bekamen noch einmal die Chance sich zu entwickeln und haben genau das auch getan. Dennoch war der Abschluss der schwächste Band der Reihe, auch wenn es immer noch ein gutes Buch war. Umso gespannter bin ich als nächsten auf die Krähen-Reihe, die nochmal besser sein soll.

Habt ihr die Reihe gelesen? Wie fandet ihr sie?

22 für 2022 – die Filme – die Erwartungen

Im vergangenen Jahr das erste Mal auch in einer Filmedition ausprobiert und auch, wenn es zum Ende hin knapp wurde, habe ich alle mir vorgenommenen Filme gesehen. Nun habe ich fleißig eine neue Liste erstellt – und eventuell den ein oder anderen mit der Idee angesteckt.
Heute soll es um die Liste und meine Erwartungen zu den Filmen gehen, ehe ich fleißig anfange sie zu schauen – also voraussichtlich fleißig…

  1. The Disaster Artist – Verpasst, aber nicht vergessen
    Eigentlich wollte ich keine Filme mit James Franco mehr gucken, aber dieser sieht doch niveauvoll aus und mich interessiert die Geschichte dahinter
  2. Willkommen im Wunderpark – Verpasst, aber nicht vergessen
    Sah vom Trailer schon nach einem supersüßen Animationsfilm aus, ich hatte ihn aber im Kino verpasst, jetzt durfte er auf die Liste wandern
  3. Widows – Verpasst, aber nicht vergessen
    Ich bin immer auf der Suche nach guten Filmen mit viel Frauenpower. Ob ich hier fündig werde, wird sich zeigen
  4. S.U.M. 1 – Verpasst, aber nicht vergessen
    Ich sehe Iwan Rheon sehr gerne, hier nochmal in einer völlig anderen Rolle. Ob er mich überzeugen kann, wird sich zeigen
  5. Paris kann warten – Verpasst, aber nicht vergessen
    Zur Abwechslung auch noch ein kleiner französischer Film, den ich leider im Kino verpasst habe
  6. Die Poesie des Unendlichen – Verpasst, aber nicht vergessen
    Hatte ich auch noch auf der Liste der Filme, die ich verpasst habe und habe spontan entschieden, dass er zu den ausgewählen gehört, die dieses Jahr runter von der Liste dürfen
  7. Dallas Buyers Club – Verpasst, aber nicht vergessen
    Einer der Filme, die in meinem ersten Blogjahr auf der Liste gelandet sind. Es wurde also wirklich mal Zeit
  8. Mrs. Taylor Singing Club – Verpasst, aber nicht vergessen
    Der Trailer konnte mich komplett mitreißen, so dass er trotz schlechter Kritiken auf meine Liste durfte
  9. Motherless Brooklyn – Verpasst, aber nicht vergessen
    Auch hier sah der Trailer sehr spannend aus und ich will ihn schon eine ganze Weile dringend nachholen
  10. Mia und der weiße Löwe – Verpasst, aber nicht vergessen
    Ein paar schöne Tier- und Landschaftsaufnahmen durften auch nicht fehlen, weswegen dieser Film auf der Liste landete
  11. Birnenkuchen und Lavendel – Verpasst, aber nicht vergessen
    Hatte ich irgendwie immer mal als kleiner fast untergegangener Film im Kopf, aber hab es noch nicht geschafft ihn zu sehen. Das soll sich ändern
  12. Stand by me – Klassiker/Liste der Schande
    Wurde mir von meinem besten Freund in die Hand gedrückt, nachdem ich die Buchvorlage von Stephen King gelesen habe, da er ihn vielleicht irgendwann wiederhaben möchte, sollte ich ihn wohl mal ansehen
  13. Kikis kleiner Lieferservice – Studio Ghibli Sammlung
    Bei einer Preisaktion hatte ich ein paar Studio Ghibli Filme erworben, um mich in dem Bereich weiterzubilden. Dieser ist noch ungesehen
  14. Das Schloss im Himmel – Studio Ghibli Sammlung
    Nummer 2 der ungesehenen Studio Ghibli Filme, die ich mal erworben hatte
  15. Shutter Island – SuF-Leiche
    Ich weiß gar nicht mehr, unter welchen Umständen dieser Film in meinem Regal landete, aber er war da und er war ungesehen. Da musste er einfach auf diese Liste
  16. Die Erfinung der Wahrheit – SuF-Leiche
    Hatte ich auch bei einer Preisaktion erworben, aber noch nicht geschafft zu sehen. Wird sich dieses Jahr ändern
  17. Charade – Klassiker/Liste der Schande
    In einem anregenden Gespräch über Bücher musste ich mit Entsetzen feststellen, dass ich nur wenige Filme mit Audrey Hepburn gesehen habe. Das wollte ich ändern und gleichzeitig noch ein paar Klassiker von meiner Liste der Schande abbauen
  18. Vertigo – Klassiker/Liste der Schande
    Nachdem im letzten Jahr Die Vögel dabei war, wurde es diesmal Vertigo, um doch mal ein paar Alfred Hitchcock Filme gesehen zu haben
  19. Sabrina – Klassiker/Liste der Schande
    Nummer zwei von der Audrey Hepburn Liste, die frisch bei mir einziehen durften und es gleich auf die Liste geschafft haben
  20. Der Soldat James Ryan – Erweiterung Tom Hanks Sammlung
    Natürlich durfte auch ein weiterer Film mit Tom Hanks nicht fehlen, da ich hier stetig noch meine Liste erweitere
  21. Muriels Hochzeit – Filme, die musst du gesehen haben
    Bei Filmdiskussionen mit meinem besten Freund empfahl er mir immer wieder diesen Film. Jetzt hat es ihm gereicht und er hat mir kurzerhand die DVD in die Hand gedrückt. Mal gucken, ob er mir wirklich so gut gefällt
  22. Prestige – Neuentdeckung
    Und natürlich hat es auch wieder ein Film in die Liste geschafft, den ich allein wegen des Casts gekauft habe. Ob es dieses Jahr besser läuft?

Was sagt ihr zu meiner Liste? Habt ihr schon welche gesehen?

Hawkeye

Ein Vorwort

Marvels fünfte Serie auf Disney+ handelte nun endlich von einem Superhelden, der bisher immer irgendwie mit dabei war, aber nie im Fokus lag. Zeitgleich handelt sie von meinem absoluten Lieblingsavenger – und ja, ich habe eine Schwäche für Bogenschützen. Die Rede ist von Hawkeye. Nachdem sich bisher die stärkeren und schwächen Serien abgewechselt haben, standen die Zeichen wieder gut für Hawkeye. Warum es sich dabei zeitgleich um die stärkste Serie handelt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Avengers – Age of Ultron, Avengers – Endgame  – diese stelle ich hier kurz vor.
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: The Avengers, Captain America 3 – Civil War, Black Widow, Daredevil (die Netflix Serie) – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern bereits vorhanden, für die Links einfach die Titel anklicken).

In Avengers – Age of Ultron hat sich das Team wieder versammelt, diesmal um gegen von Strucker vorzugehen, der Lokis Zepter stehlen konnte. Dabei treffen sie zum ersten Mal auf die Zwillinge Pierdro und Wanda Maximoff. Strucker kann besiegt werden und die Avengers nehmen das Zepter mit nach Hause. Dort kommt Iron Man auf die Idee die Intelligenz aus dem Zepter zu holen und in sein Dronenprojekt Ultron zu integrieren. Doch die Intelligenz macht sich selbstständig und besiegt JARVIS, der KI, die Stark als Butler nutzt. Ultron greift die Avengers an. Die Drohe kann zerstört werden, doch Ultron flieht übers Internet. In einer verlassenen Fabrik nimmt er wieder Besitz von einem Maschinenkörper und wird dort von den Maximoffs gefunden, die ebenfalls eine Rechnung mit Stark offen haben. Ultron baut eine ganze Armee von Drohnen mit seiner Intelligenz. Für seinen Plan braucht er das sehr seltene Element Vibranium, die er vom Schmuggler und Waffenhändler Ulysses Klaue bekommen will. Die Avengers bekommen Wind von diesem Plan und spüren Klaue ebenfalls auf. Dabei treffen sie auf Wanda, die als Scarlet Witch manchen der Avengers ihre schlimmsten Ängste zeigt. Dadurch dreht Banner durch und verwandelt sich unkontrolliert in den Hulk. Stark muss in seinem neuen Iron Man Anzug „Hulkbuster“ einstreiten, beiden richten jedoch im Kampf eine Menge Zerstörung an. Um Abstand von allem zu bekommen, ziehen sich die Held*innen in ein Safehouse zurück. Dabei stellen sie fest, dass hier Hawkeyes Familie lebt. Seine Frau, mit dem dritten Kind schwanger, sorgt für die Avengers, die neuen Mut schöpfen.
Ultron entführt als nächstes die Wissenschaftlerin Helen Cho, die ihm einen richtigen künstlichen Körper erschaffen soll. Die Avengers können jedoch die Übertragung von Ultron in den Körper verhindern, Stark setzt aber hinterher den wiedererweckten JARVIS in den Körper ein. Inzwischen haben auch die Maximoffs Ultrons wahre Pläne, die Vernichtung der Menschheit, durchschaut und stellen sich im letzten Kampf auf die Seite der Avengers. Ultron hat eine Maschine entwickelt mit der er die Stadt Sokovia in die Luft steigen kann. Diese will er dann ab einem gewissen Punkt wieder fallen lassen, um damit einen Meteoriteneinschlag zu simulieren, mit dessen Wucht die gesamte Menschheit ausgelöscht werden kann. Beim Kampf tötet Ultron Piedro Maximoff, die Avengers können aber das schlimmste verhindern.
In Avengers – Endgame muss Clint Barton den Verlust seiner Familie durch Thanos Schnippsen mitansehen. Dies prägt ihn so sehr, dass er zu dem Untergrund-Rächer Ronan wird. Erst Black Widow kann ihn von seinem Pfad abbringen und holt ihn zurück zu den Avengers, die mit Hilfe von Scott Lang und Iron Man an einer Zeitmaschine arbeiten. Sie wollen die Infinity-Steine zusammentragen und so alle ausgelöschten Leben zurückholen. Hawkeye wird mit Black Widow als Team eingeteilt. Sie reisen nach Vormir, um den Seelenstein zu besorgen. Dabei wissen sie nicht, dass eine geliebte Person geopfert werden muss. Beide beschließen das Opfer zu sein und leisten sich einen erbitterten Kampf. Black Widow „gewinnt“ schließlich und Hawkeye ist nun zwar im Besitz des Seelensteins, hat aber seine beste Freundin verloren. Die Avengers können den Handschuh mit allen Infinity Steinen wieder zusammensetzen und so die Auslöschung der halben Bevölkerung rückgängig machen. Als Hawkeye einen Anruf seiner bis dahin toten Frau erhält, wissen sie, dass es funktioniert hat. Allerdings hat Thanos Wind von ihrem Plan bekommen und greift an. In einer letzten finalen Schlacht können sie vereint Thanos besiegen. Dabei verliert auch Iron Man sein Leben. Bei der Beerdigung ist Hawkeye wieder mit seiner Familie vereint.

Die Handlung

Kate Bishop (Hailee Steinfeld) ist seit den Ereignissen in New York 2012 (siehe The Avengers) großer Fan von ihrem persönlichen Helden Hawkeye alias Clint Barton (Jeremy Renner). Als bei einer Schwarzmarkt-Auktion auf einer Charity-Veranstaltung der Firma ihrer Mutter das Kostüm des Ronin versteigert wird, landet dies nach einem Anschlag in ihrem Besitz. Damit macht sie zwei Parteien auf sich aufmerksam. Zum einen Hawkeye, der eigentlich wegen eines Musicalbesuchs mit seinen Kindern in der Stadt war, und der Jogging-Anzug Gang, deren Anzahl der Ronin einst stark verkleinerte.

Meine Meinung

Mein inneres Fangirl war seit der Ankündigung der Serie total aus dem Häusschen. Endlich würde mein Lieblingsavenger die Screentime bekommen, die er verdient. Zeitgleich hatte ich Angst, dass es sich vielleicht um einen Abschied handeln könnte. Die Altherrenriege, die Platz macht für frische junge Powerfrauen. Bekommen habe ich ein wahnsinnig gutes Duo.
Aber fangen wir am Anfang an. Die Geschichte wird aus der Sicht von Kate Bishop erzählt. Wie ich, ist sie ein großer Hawkeye-Fan. Allerdings liegt es bei ihr daran, dass er ihr als Kind das Leben gerettet hat, da sie beim Alienangriff 2012 in New York war. Seitdem hat sie hart an ihrer Bogenschützenkarriere gearbeitet. Als sie dann tatsächlich auf Clint Barton trifft, scheinen all ihre Träume sich zu erfüllen. Dieser will aber lieber nach Hause und mit seiner Familie Weihnachten feiern. So spiegeln sich Euphorie und Abweisung in ihren Dialogen wieder. Doch nach und nach wachsen sie als Team zusammen. Durch den Altersunterschied und die familiäre Hintergrundgeschichte Hawkeyes haben wir hier auch keine sich aufbauende Liebesgeschichte, was sehr erfrischend ist.
Dieses Erfrischende ist auch genau das, was die Serie ausmacht. Wir haben hier keinen Thanos, keine weltweit politischen Beziehungen und auch ansonsten keine Übermacht, mit der zu kämpfen ist. Sondern eher kleinere Konflikte – auch wenn gerade gegen Ende noch einmal größere dazu kommen – die dennoch Raum für eine ganze Staffel schaffen. Denn hier kommt an keiner Stelle Langeweile auf. Vor allem durch die flotten Dialoge zwischen Barton und Bishop, aber auch zwischen den beiden und der Jogginganzug-Gang. Dabei bleibt die Serie stets auf dem Boden der Tatsache. Gerade Hawkeye ist ein sehr geerdeter Avenger, der gerade durch seine Familie einfach sehr menschlich geblieben ist. Der trotz seines Ruhms nahbar ist.
So geben sich Spannung, Witz und einmalige Dialoge die Klinke in die Hand und bilden eine Handlung, die zwar im Vergleich zu den großen Filmen des Universums mickrig wirkt, aber genau diese Rückbesinnung auf die „einfachen Probleme“ tut dem ganzen Universum gut. Über das Setting zu Weihnachten lässt sich zwar streiten, aber selbst mich als Grinch hat es jetzt nicht gestört.
Zum Schluss habe ich nur noch einen Wunsch: Ich hätte gerne das komplette „Rogers – the Musical“ gesehen. Lieber Herr Feige, falls Sie das lesen: Bitte, bitte machen Sie aus der Idee ein ganzes Musical!
PS: Ich lass euch das Gif mal hier. Ich kriege davon immer einen Lachflash und lachen ist gesund 😉

Das Fazit

Hawkeye besinnt sich zurück auf ruhigere Zeiten und präsentiert einen auf den Boden gebliebenen Superhelden und seine Fan-Nachfolgerin. Durch einmalige dialoge, viel Witz und gleichzeitig viel Spannung ist die Serie die bisher beste der Reihe.

Hawkeye ist als Original bei Disney+ im Abo enthalten

Matrix 4: Ressurection

Ein Vorwort

Als die ursprüngliche Trilogie in die Kinos kam, war ich zum einen zu jung, zum anderen habe ich mich so gar nicht für das Genre interessiert. Dies kam erst später, aber dennoch haben die Filme von Anfang an einen starken Sog auf mich ausgewirkt. Auch wenn der erste Teil natürlich unübertroffen ist, konnte ich auch den Fortsetzungen etwas abgewinnen und mochte auch diese. Im Gegensatz zu vielen, mochte ich auch den Trailer zum vierten Teil und war total angefixt. Ob sich meine Erwartung trotz der vielen negativen Kritiken erfüllen, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Bugs (Jessica Henwick) findet ein altes Modul, in dem sie Hinweise auf den Verbleib von Neo (Keanu Reeves) und Trinity (Carrie-Anne Moss) vermutet. Gleichzeitig ist Thomas Anderson (Keanu Reeves) in Therapie, um seine Realitätsentfernungen in Griff zu bekommen. Als gefeierter Game-Designer soll er nun eine Fortsetzung zu seiner erfolgreichen Spielreihe „Matrix“ gestalten.

Meine Meinung

Beim Schauen von Matrix 4 geisterten mir zwei Gedanken immer wieder durch den Kopf. Es hätte diesen Film nicht gebraucht, aber wenn ich mich damit abfinde, dass er existiert ist er die logische Konsequenz. Sprich, er bringt keinerlei neue Aspekte hervor oder war auch nur ansatzweise notwendig, weil er die Handlung nicht bereichert. Aber wenn ich darüber nachdenke, dass Lana Wachowski da saß und einen neuen Film schreiben musste, dann hätte ich mir keinen besseren Ansatz vorstellen können.
Aber fangen wir am Anfang an. Die ersten Szenen sind sehr stark an den Auftakt des ersten Films orientiert. Doch das Nostalgiegefühl, wie beispielsweise bei einem Star Wars mit Episode 7, blieb aus. Nach dieser kurzen Einführungsszene treffen wir Thomas Anderson das erste Mal wieder, der sich ein Leben als erfolgreicher Game-Designer aufgebaut hat. Hier stellt sich die Frage, was ist passiert seit dem Finale der Trilogie? Von hier an hangelt sich die Handlung chronologisch weiter. Sobald diese Frage geklärt ist, dreht sich der Fokus immer weiter Richtung der Liebesbeziehung, aber auch nach der Frage der Weiterentwicklung der Welt und der Matrix.
Das funktioniert an sich rund und die Handlung geht logisch ineinander auf, zumal immer wieder auf bekannte Prinzipien aus den früheren Filmen zurückgegriffen wird. Dies wird unterstrichen mit einer Portion Fanservice, wenn bekannte Figuren auf neue oder alte Weise wieder mit auftauchen. Natürlich könnte man dem Film ankreiden, dass er sich an einigen Stellen ein bisschen zu sehr auf die Vergangenheit besinnt, gerade die Trainingsszene mit Morpheus wirkt etwas zu lang für den reinen Fanservice. Letztlich funktioniert der Film aber trotzdem.
Schauspielerisch sind neben den bekannten Darsteller*innen Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss einige Talente dazu gekommen. Vor allem die Dynamik eines Neil Patrick Harris und eines Jonathan Groff fügt sich herrlich in den Film ein und bereichert ihn regelrecht.
An sich ist das größte Problem des Films sein Erbe. Denn in jeder Einstellung wird man gerade an den herausragenden ersten Teil erinnert und vergleich das mindfuck Gefühl von damals mit dem neuen Film. Und daran scheitert er, weil er eben nur ein Ableger ist. Alles überraschende, die Bullettime Einstellungen – auch wenn diese teilweise bewusst aufs Korn genommen werden – und auch die Auflösung dahinter, kennen wir schon. Der Film kann nicht schocken, einem bleibt beim Sehen nicht der Mund offen stehen, die ganzen Emotionen der bisherigen Filme fehlen. Dadurch ist der Film nicht schlecht und wäre er ein Film für sich, würde er auf einem ganz anderen Level funktionieren. Aber so blieb die Erwartungshaltung zu groß, dagegen kommt er nicht an.

Das Fazit

Matrix 4: Ressurection ist bildgewaltig, außergewöhnlich gut besetzt, und die logische Konsequenz, wenn es für die Matrix-Reihe unbedingt eine Fortsetzung geben musste. Gleichzeitig scheitert er an seinem Erbe und der daraus resultierenden Erwartungshaltung. Es war einfach kein weiterer Teil notwendig. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Matrix: Ressurection läuft seit dem 23.12.2021 in den deutschen Kinos

22 für 2022 – die Bücher – die Erwartungen

Auch in diesem Jahr habe ich mir wieder eine Liste von Büchern gemacht, die ich dieses Jahr unbedingt von ihrem Dasein auf meinem SuB (=Stapel ungelesener Bücher) befreien möchte. Dabei habe ich wieder versucht mehrere Genres aufzunehmen, auch wenn es wieder viele Fantasybücher getroffen hat. Außerdem ist durch die Buch Berlin der Gedankenreich-Verlag öfter vertreten.  Hier teile ich wieder mich euch meine Erwartungen bzw. Hoffnungen an die Bücher.

  1. Wie Sterne so golden – Luna-Chroniken Band 3 – Marissa Meyer
    (Die ersten beiden Bände haben mir ganz gut gefallen, auch wenn ich mich vor jedem Band neu aufraffen musste sie zu lesen. Aber sobald ich angefangen habe, fand ich sie gut)
  2. Nevernight – Das Spiel – Jay Kristoff
    (Die ersten beiden Bände habe ich vor einer ganzen Weile über Arvelle günstig erworben, weil ich viel Gutes gehört habe. Seitdem schreckt mich die Dicke ab. Aber zumindest Band 1 will ich dieses Jahr lesen)
  3. Stolen – Verwoben in Liebe – Emily Bold
    („Ich habe ein Buch, das könnte dich interessieren“ und Schwupss hatte mein bester Freund eins weniger und ich eins mehr. Und ja eigentlich ist es auch mein Genre, also mal schauen)
  4. Fire & Frost – Vom Eis berührt – Elly Blake
    (Die Reihe wurde mir ebenfalls empfohlen und dann war der erste Band bei Thalia stark reduziert, weswegen ich zugeschlagen habe)
  5. Vergiss mein Nicht – Kerstin Gier 
    (Bisher habe ich von Gier nur die Silber Reihe gelesen und fand sie okay. Dennoch wurde viel über ihr neustes Buch geschwärmt, weswegen es auch bei mir einziehen durfte)
  6. Pfoten vom Tisch – Hape Kerkeling
    (Ein Weihnachtsgeschenk, da ich selbst Katzen habe. Hier gehe ich ohne große Erwartungen ran)
  7. Die Chroniken von Alice 3 – Dunkelheit im Spiegelland – Christina Henry
    (Der erste Band war richtig gut, der zweite war okay, im dritten folgen vier „Kurz“geschichten. Ich bin gespannt
  8. Die Erbin des Windes – Lucinda Flynn
    (Wurde mir auch mehrfach empfohlen und es klang auch noch richtig spannend.)
  9. Die Götter müssen sterben – Nora Bendzko
    (Du MUSST das lesen. Ja, mach ich irgendwann. Hier, ich hab es dir zu Weihnachten gekauft und signieren lassen und jetzt. lies. es. endlich! Wie kann man da widerstehen es zugleich mit auf die Leseliste zu setzen?)
  10. Und du fliegst durch die Nächte – Love is love 2 – Sophie Bichon
    (Monatelang auf die Reihe hingefiebert, Band 1 verschlungen und geliebt, dann für Band 2 aber einfach keine Zeit gefunden. Muss sich dieses Jahr noch ändern)
  11. Between your words – Emma Scott
    (Drei Bücher habe ich von der Autorin bisher verschlungen und alle geliebt. Freue mich daher auf einen neuen Band)
  12. Free like the wind – Kira Mohn
    (Zusammen mit Band 1 signiert bestellt, aber keine Zeit gefunden es zu lesen. Das will ich dieses Jahr ändern)
  13. Ever – Nikola Hotel
    (Auch hier habe ich bei der Signieraktion zu Band 2 zugeschlagen und auch den ersten mit erworben, der jetzt natürlich vorher dran ist)
  14. Cyberempathy – E. F. von Hainwald
    (Auf der Buch Berlin stand ich am Stand vom Autor und hatte eine Stimme im Ohr, die mir sehr nachdrücklich zuraunte, dass das Buch verdammt gut sei und ich es kaufen solle. Also wortwörtlich.)
  15. Sepharial 2 – Zerfallen – Jana Tomy
    (Nachdem ich im November Band 1 beendet habe und kurz darauf die Autorin endlich auf der Buch Berlin traf, musste Band 2 einziehen und natürlich will ich jetzt wissen, wie es weiter geht. Auch wenn ich Angst habe, dass mein Herz dabei zerbricht)
  16. Die Friedensformel – Anabelle Laprelle
    (Gehört, Klappentext gelesen, gekauft. Finde die Idee dahinter wahnsinnig spannend und bin auf die Umsetzung und Auflösung gespannt)
  17. Your soul in wonderland – Follow me to Wonderland 1 – Kristin Ullmann
    (Ich liebe Alice im Wunderland und bin immer auf der Suche nach guten Adaptionen. Diesmal aus der Sicht der Grinsekatze. Na da bin ich doch dabei)
  18. Bookboy – 24 Stunden im Leben eines Buchlieferanten – Hrsg. Ann-Kathrin Karschnick
    (Als das Buch erschien war der Gedanke, dass eine Buchhandlung per Fahrradkurier ausliefert, wohl noch abstrus. Inzwischen war es Wirklichkeit. Ich bin gespannt auf die Kurzgeschichtensammlung.)
  19. Strip this heart – Justine Pust
    (Dieses Buch hat (leider) auch schon ein wenig Staub auf dem SuB angesetzt, aber das will ich zeitnah ändern.)
  20. Der Talisman – Stephen King
    (Das Buch habe ich bereits letztes Jahr zum Geburtstag bekommen. Jetzt habe ich bald wieder Geburtstag… upps?)
  21. Little Woman – Louisa May Alcott
    (Zu guter Letzt noch zwei Klassiker von meiner Liste der Schande, die endlich befreit werden wollen. Diese wunderschöne Ausgabe besitze ich zumindest erst seit August)
  22. Oliver Twist – Charles Dickens
    (Im Gegensatz zu meiner offiziell ältesten SuB-Leiche. Ich habe das Buch nämlich schon in meiner Kindheit geschenkt bekommen, aber nie zu Ende gelesen. Vielleicht war ich damals einfach zu jung für Dickensen. Aber nun will ich es endlich befreien!)

Habt ihr auch eine Leseliste? Vielleicht sogar eine 22 für 2022 Liste?

Cinemathek: Der Rosengarten von Madame Vernet

Ein Vorwort

Nach langer Coronapause bietet mein Stammkino wieder ihr Format „Cinemathek“ an, also Filme, die bereits liefen, sie aber nicht gezeigt haben und nun nachholen. Zwischen den Filmen, die mich nicht interessiert haben und die ich bereits in anderen Kinos gesehen habe, war tatsächlich auch einer dabei, den ich sehen wollte und noch nicht kannte. So ging ich mit relativ wenig Erwartungen an den Film. Was mich dabei erwartete, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Der einst prestigeträchtige Rosengarten von Eva Vernet (Catherine Frot) steht vor dem Bankrott. Ihre fleißige Assistentin Vera (Olivia Côte) stellt drei Neue ein, die vom Sozialamt geschickt wurden. Diese haben zwar keine Ahnung von Rosen und vom Gärtnern, sind dafür aber sehr bemüht.

Meine Meinung

Französische Filme sind ja immer so eine Sache. Mal funktionieren sie erstaunlich gut, mal so überhaupt gar nicht. Da bei Der Rosengarten von Madame Vernet schon die Grundhandlung laut Trailer sehr stark vermuten ließ, in welche Richtung er sich entwickelt, war es nur noch eine Frage der Umsetzung. Denn es könnte komplett voller Klischees sein oder sich doch anders entwickeln.
Letztlich ist der Film so, wie ich ihn erwartet habe. Ich wusste, was passieren wird, und auch die Charakterentwicklungen haben mich nicht überrascht. Gleichzeitig wurden sehr viele Klischees verbaut, doch dann so gedreht, dass sie doch neu oder zumindest neu interpretiert wirken. Und auch, wenn die Rolle der Madame Vernet extrem unsympathisch aufgezogen wurde, schafft er es dennoch die Handlung sympathisch rüberzubringen.
So schwankt der Film hin und her zwischen wenig spektakulär, da man sich das meiste einfach denken kann, und doch spannend, da gerade die Beziehungen der Figuren zueinander interessant ist. Herausgekommen ist einer dieser kleinen Filme, die wenig aufregend sind, aber doch irgendwie einfach schön beim anschauen. Die wenig Neues bieten und doch entdeckt man beim Schauen immer wieder Kleinigkeiten. Deren Ende man vorhersehen kann und doch hofft und bangt, dass es nicht doch anders kommt. Dabei ist es die Liebe zur Rose, die hier im Vordergrund steht. Nebenbei lernt man noch ein wenig über die Rosenzucht, auch wenn sich die Erklärbärszenen im Rahmen halten.
Schauspielerisch ist es wie beim restlichen Film. Alle spielen ihre Rollen, ohne dabei besonders aufzufallen oder über das Mindestmaß hinaus und doch funktioniert es für den Film. So ist ein finales Urteil irgendwie schwierig, denn der Film ist nicht schlecht, er hat mir durchaus gefallen. Aber er schafft es halt nicht über das Mittelmaß irgendwo hinaus.

Das Fazit

Der Rosengarten von Madame Vernet funktioniert trotz der vorhersehbaren Handlung, der eingebauten Klischees und der unsympathischen Protagonistin erstaunlich gut, auch wenn er sich in allen Bereichen nicht über das Mittelmaß hinaustraut. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Spider-Man 3 – No way home

Ein Vorwort

Kinostart kurz vor Weihnachten ist eigentlich ein Garant für gute Zuschauerzahlen. Doch durch die weitverbreitete 2G-Regelung machen die ersten Filme schon wieder Rückzieher. Dabei hat Spider-Man mit dem besten Einspielergebnis seit der Pandemie erst wieder bewiesen, dass mit dem richtigen Film auch die Zahlen stimmen. Ob der Film mit der Schlagzeile mithalten kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Spider-Man Homecoming & Far from home – diese stelle ich hier kurz vor.
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Avengers – Endgame, Doctor Strange, WandaVision, What if… – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (für die Links einfach die Titel anklicken). Ebenfalls ist es empfehlenswert die bisherigen Spider-Man Filme mit Tobey McGuire und Andrew Garfield zu sehen. Da ich sie selbst nicht gesehen habe, kann ich hier nicht sagen, welche wichtiger und welche unwichtiger sind.

Nach seinem Auftritt in Civil War will Peter Parker unbedingt ein Avenger werden. Doch Tony Stark möchte ihn komplett aus der Schusslinie nehmen. Bei einem Banküberfall merkt Peter das erste Mal, dass sein Handeln auch Konsequenzen haben kann, als beinahe ein Freund von ihm verletzt wird. Bei dem Überfall wurde eine Waffe verwendet, die mit Alientechnik verbessert wurde. Spider-Man versucht den Mann hinter den Waffengeschäften zu finden und trifft auf Adrian Toomes alias The Vulture. Bei der ersten Konfrontation muss Iron Man einschreiten und rügt Spider-Man danach. Dieser lässt sich jedoch nicht aufhalten und stellt mit seinem besten Freund Ned Leeds fest, dass sein Anzug noch mehrere versteckte Funktionen hat, die Ned freischalten kann. Kurz darauf begegnet er wieder the Vulture und seinen Handlangern. Diesmal wird dabei die Staten Island Ferry beschädigt und droht mitsamt aller Zivilisten unterzugehen. Spider-Man bemüht sich alle zu retten, doch wieder muss Iron Man eingreifen. Als Strafe nimmt er Spider-Man seinen Anzug weg. Reumütig versucht sich Peter wieder auf die Schule zu konzentrieren. Als der Homecoming-Ball ansteht, traut sich Peter Liz zu fragen, ob sie ihn begleiten möchte. Doch als er Liz abholt, erkennt er sofort ihren Vater: The Vulture. Er heftet sich an dessen Fersen. Dabei wird er jedoch zunächst überwältigt und hinterfragt seine Spider-Man Identität. Schließlich kann er sich befreien und versucht the Vulture aufzuhalten, der vom Umzug Iron Mans profitieren will und einen Jet in der Luft ausrauben will. Spider-Man schafft es den Jet zum abstürzen zu bringen, ihn aber von New York weg und an den Strand zu bringen, so dass niemand verletzt wird. Ebenfalls rettet er the Vulture, dessen Fluganzug zu explodieren drohte. Tony Stark will ihn daraufhin als neuen Avenger vorstellen, Peter lehnt jedoch ab, da er lieber die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft bleiben will.
In Far from home fährt Peter mit seinen Klassenkamerad*innen auf Klassenfahrt. Durch die Geschehnisse in Endgame ist die Klasse neu zusammengesetzt. Ebenfalls versucht Peter den Tod seines Mentors Iron Man zu verarbeiten. In Venedig taucht ein Wassermonster auf. Bei dem Kampf wird Peter unerwartet von Mysterio unterstützt, dessen Familie durch diese Monster ausgelöscht wurden. Da Peter lieber weiter auf der Klassenfahrt bleibt, leitet Nick Fury diese kurzerhand nach Prag um, wo das nächste Monster vermutet wird. Dort gesteht er seinem Schwarm MJ, dass er Spider-Man ist, was diese jedoch schon wusste. Er findet dabei eine Drohne, die er dem zuvor stattgefundenen Kampf von Mysterio und einem Feuerwesen zuordnet. Dadurch findet er heraus, dass Mysterio ihn angelogen hat und die Kämpfe nur simuliert hat. Zuvor hat er diesem jedoch die Kontrolle über Technologie von Iron Man übertragen. In Berlin versucht er Mytserio zu stellen, muss jedoch feststellen, dass er in einer Simulation gelandet ist. Da nun auch Ned und MJ in Gefahr sind, reist er ihnen nach. In London kommt es zum finalen Kampf, bei dem Mysterio besiegt wird. In der Mid-Credit-Scene beschuldigt J. Jonah Jameson öffentlich Peter als Mörder Mysterios und entlarvt ihn gleichzeitig als Spider-Man.

Die Handlung

Nach Jamesons Enthüllungen steht Peter Parker (Tom Holland) in der Kritik der Öffentlichkeit. Da auch seine Freund*innen da mit reingezogen werden, sucht er Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) auf und bittet ihn um Hilfe. Doch der Zauber geht schief und die Grenzen zum Multiversum verwischen. Kurz darauf tauchen Bösewichte auf, die allesamt Peter zu kennen scheinen.

Meine Meinung

Spider-Man war noch nie mein bevorzugter Superheld. Die früheren Filme habe ich daher nie gesehen. Erst als er zum MCU stieß und man die Filme irgendwie sehen musste, da alle Marvel Filme irgendwo aufeinander aufbauen, habe ich mich mit ihm näher auseinander gesetzt. Während Homecoming für mich noch eine Überraschung war, konnte ich Far from home wenig abgewinnen. Nur kurz zuvor war es Endgame, der irgendwo eine ganze Ära beendete und auf einmal sollte der zweite Spidey Phase 3 beenden? Dementsprechend frustriert ging ich nun in No way home. Immerhin der zweite Trailer ließ mich ein wenig Hoffnung schöpfen, dass es vielleicht doch halbwegs amüsant wird.
Letztlich war No way home eine Achterbahn der Gefühle. Zwischen Euphorie, Spaß aber auch Enttäuschung. Denn die Geschichte an sich konnte mich wesentlich mehr mitreißen und begeistern als zuvor gedacht. Die Idee das Multiversum nach What if… zunächst auf ein paar Bösewichte aus den früheren Spider-Man Filmen zu begrenzen, funktioniert erstaunlich gut und bringt die Handlung gut voran. Zeitgleich verbirgt sich dahinter auch eine Menge Potential für Späße, wovon einiges ausgereizt wird. Selbst wenn man sich im Spider-Man Universum nicht so gut auskennt und die früheren Filme nie gesehen hat, funktionieren viele Anspielungen, auch wenn man wahrscheinlich gar nicht alle mitbekommt, und man kann der Handlung folgen.
Allerdings ist es gerade die sich zunehmends verschiebende Dynamik zwischen Peter und Doctor Strange, die immer mehr ins merkwürdige rutscht. Hier merkt man Benedict Cumberbatch an, dass er wohl von so einigen Dialogzeilen etwas genervt war, da er das nur dezent überspielen konnte. Während Peter durch die Verantwortung und Erwartungshaltung von Strange und seiner Tante May zunehmend überfordert ist, werden auch die Zuschauenden zunehmend verwirrt. Freund und Feind verschwimmt innerhalb von wenigen Minuten, um sich kurz darauf mit dem größtmöglichen Drama neu zu festigen. Ob dies nun wirklich nötig war, bleibt fraglich, denn teilweise scheint es so, als ob dieser nur aus Prinzip und nicht weil er wirklich gepasst hat, eingebaut wurde.
Dafür wird man jedoch am Ende beim großen Finale für alles entschädigt. Das Zusammenspiel aus alten und neuen Charakteren funktioniert hier absolut hervorragend. Es macht Spaß, ist spannend, birgt mehrere Handlungsstränge und bringt das Franchise zu einem würdigen Ende! (PS: Ich habe keine Ahnung, ob weitere Spideys geplant sind, aber es fühlt sich nach einem guten und würdevollen Abschluss an. Das hält in Hollywood zwar niemanden mehr auf, aber vielleicht haben wir ja wieder ein paar Jahre Ruhe)
Das Multiversum wird uns wohl noch die gesamte Phase 4 über begleiten. Vor dem Multiverse of Madness (Doctor Strange 2) fühlte sich dieser sanftere Einstieg unfassbar gut an. Es ist wohl der stärkste Spider-Man Film aus dem MCU (darüber hinaus kann ich nicht beurteilen), auch wenn er eben deutlich spürbare Schwächen hat. Aber mit diesen muss man leben, wenn man die Stärken des Films erkunden will. Das Ende lässt einen dann zwar wieder zwiegespalten zurück, aber auch darin liegt Ende und Anfang zugleich.

Das Fazit

Spider-Man 3 – No way home lässt sich nicht so einfach bewerten. Zeitgleich der stärkste Film der Reihe, hat er doch an einigen Stellen deutliche Schwächen, gerade in bestimmten Handlungsabschnitten, die ein grandioses Finale jedoch größtenteils ausbügeln kann. Die Einführung ins Multiversum funktioniert besser als gedacht und zeigt, was möglich ist. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Spider-Man: No way home läuft seit dem 16.12.2021 in den deutschen Kinos