Shang-Chi and the legend of the ten rings

Ein Vorwort

Ein neuer Marvel Film stand bevor. Diesmal wurde wieder ein ganz neuer Marvel-Held vorgestellt, der auch noch keinen Gastauftritt irgendwo hatte. Warum es sich gleichzeitig wie ein Marvel Film und wie keiner anfühlt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Für Shang-Chi and the legend of the ten rings muss man keinen bisherigen Marvel-Film gesehen haben, um ihn zu verstehen. Um ein paar Andeutungen zu verstehen, empfehle ich folgende Filme gesehen zu haben: Iron Man 3, Der unglaubliche Hulk, Doctor Strange, Captain Marvel.

Die Handlung

Shang-Chi (Simu Liu) lebt zusammen mit seiner besten Freundin Katy (Awkwafina) in den USA. Sie arbeiten zusammen für einen Parkservice. Doch Shang-Chi hat ein düsteres Familiengeheimnis, das ihn nun einholt. Denn sein Vater (Tony Leung) ist der Anführer der zehn Ringe.

Meine Meinung

Im Vorfeld zu Shang-Chi hatte ich so ziemlich keine Meinung zum Film. Es war keiner, auf den ich mich total gefreut habe, da er ein mir unbekannter Avenger war – der also auch noch in keinem von mir gelesenem Comic aufgetaucht ist. Andererseits sah er aber auch neu und erfrischend aus, da er verschiedene Stile kombiniert, die in den bisherigen Filmen des MCU (=Marvel Cinematic Universe) so nicht auftauchten.
Dies merkt man schon am Anfang, wenn die Legende der zehn Ringe von einer Off-Stimme erzählt wird. Kurz darauf wird man in die Gegenwart katapultiert und trifft auf Shang-Chi, der als Shaun sich mit seiner besten Freundin Katy durchs Leben boxt. Hier scheint es erst einmal wie eine typische Marvel Origin Story. Kurz darauf lernt Katy und damit der Zuschauer, dass Shaun ein anderes Leben vorher geführt hat, als er bei seinem Vater aufwuchs. Hier übernimmt der Film Merkmale der typischen Martial Arts Filme. Die Kampfszenen sind dabei sehr beeindruckend, die Busszene, die man auch schon aus dem Trailer kannte, war mir persönlich aber etwas zu lang. Im Folgenden tauchen wir gleich mehrfach in andere Welten ab. Beim zweiten Mal landen wir dabei gleich in einer völlig neuen Fantasy-Welt. So staunend hat man als Marvel-Fan wohl zuletzt Wakanda bestaunt.
So vereint Shang-Chi Fantasy mit Martial Art, einer anderen Kultur und kombiniert dies mit dem typischen Marvel-Humor, der diesmal vor allem durch Awkwafinas Rolle Katy eingebracht wird. Das unterscheidet ihn von den bisherigen Filmen und funktioniert im großen und ganzen auch. Letztlich war es mir aber zuviel. Ich kann es nicht genau begründen, da es in sich irgendwo stimmig war, aber ich war während der Endschlacht weniger beeindruckt, nach dem Motto „oh wow, was für tolle Fantasywesen“, sondern eher „ah, das auch noch“. Nichtsdestotrotz habe ich mich gut unterhalten gefühlt und es ist schön, dass Marvel auch nochmal eine neue völlig neue Richtung einschlagen kann.
Ich bin noch gespannt, wie Shang-Chi sich ins MCU einbringt. Ein Versuch dazu wurde mit der Midcredit-Scene bereits gewagt, wobei der wohl auch nur nochmal für einen Witz gut war.

Das Fazit

Shang-Chi and the legend of the ten rings kombiniert verschiedene Genre und versieht sie mit dem typischen MArvel-Humor. Funktioniert in seiner Gesamtheit ganz gut, haut einen aber auch nicht völlig vom Hocker. Dafür gibt es solide 07 von 10 möglichen Punkten.

Shang-Chi läuft seit dem 02.09.2021 in den deutschen Kinos

Herbstzeit = Crimezeit – Ausgabe 2021

Ähnlich wie für mich zum Sommer meine Sommerlektüren gehören, gehören für mich zum Herbst Crimeserien. Wie jedes Jahr stelle ich euch also hier meine Neuentdeckungen seit vergangenem Herbst vor.
Für mich macht eine gute Crimeserie aus, dass sie erinnerungswürdige Charaktere und  intelligente Fälle hat, sehr gerne nach dem „Mord der Woche“-Prinzip. Wenn ihr Empfehlungen für mich habt, sehr gerne her damit! Ich habe nämlich das Gefühl, dass das Genre langsam ausstirbt und nur noch die angefangenen Serien beendet werden, aber wenige neue erscheinen. 

Balthazar – Staffel 1*

Die Handlung: Raphael Balthazar (Tomer Sisley) ist Gerichtsmediziner. Er assistiert Captain Helene Bach (Helene de Fougerolles) und ihrem Team am Tatort und führt mit seinem Team dann die Obduktionen durch. Doch sein scharfer Verstand und seine stummen Dialoge mit den Opfern führen dazu, dass er auch bei den Ermittlungen mithilft und meist die zündende Idee hat.

Meine Meinung: Einen ausführlichen Beitrag habe ich euch bereits geschrieben, ihr findet ihn hier. Kurzzusammengefasst ist die Serie durch den französischen Charme sehr erfrischend, hat spannende Fälle und ein großes Geheimnis im Hintergrund. Schade, dass die Nebencharaktere sehr blass bleiben.

The Mentalist – Staffel 1-4

Die Handlung: Patrick Jane (Simon Baker) war jahrelang als Medium unterwegs und zockte ahnungslose Kunden ab. Als er sich bei einem Fernsehinterview mit dem Serienkiller „Red John“ anlegt, tötet dieser seine Frau und seine Tochter. Daraufhin hängt er den Mentalistenjob an den Nagel und arbeitet jetzt als Berater beim CBI. Dort stößt er mit seiner selbstherrlichen Art und bewusst anderen Art zu denken an, hat aber eine hohe Verbrechensaufklärungsrate.

Meine Meinung: Eine Crimeserie, die bisher komplett an mir vorbeiging, obwohl sie schon ein paar Jahre auf den Buckel hat und sich auch einiger Beliebtheit erfreute. Doch irgendwie fand ich keinen Zugang zur Serie, bis ich letztes Jahr dasaß und unbedingt meine Herbstcrimeserie brauchte. Also wagte ich doch mal einen Blick und wurde positiv überrascht. Wir haben hier das klassische Team mit Teresa Lisbon (Robin Tunney) als Leiterin der Einheit. Unterschied ist hier schon, dass die Ermittlungen nicht von einem direkten Polizeidepartement durchgeführt werden, sondern vom CBI, also einer übergeordneten Einheit für Kalifornien. An Janes Art muss man sich gewöhnen, für den Zuschauer ist sie wahrscheinlich wesenlich amüsanter als für seine Kolleg*innen. Die Fälle sind durchwachsen, manche spannender als andere, aber durch das Mörder of the Week Prinzip, ist für jeden etwas dabei.
Lediglich die übergeordnete Geschichte rund um Red John, auch wenn sie am Anfang noch spannend war, wird irgendwann nur noch nervig. Klar brauchte Jane mit seinem brillianten Verstand einen würdigen Gegner, aber nicht in jeder Staffel wieder. Ab Staffel 5 wurde es mir dann auch etwas zuviel, weswegen ich eine Pause von der Serie genommen habe, die noch andauert. Vielleicht sehe ich irgendwann mal weiter.

Miss Fishers neue mysteriöse Mordfälle – Staffel 1

Die Handlung: Peregrine Fisher bekommt überraschend das Erbe ihrer Tante Phryne, die sie nie kennengelernt hat. Dabei lernt sie die Damen aus dem Club der Abenteurerinnen kennen. Kurzentschlossen will sie in die Fußstapfen ihrer Tante treten und versucht sich als Privatdetektivin. Hilfe bekommt sie von Detective James Steed.

Meine Meinung: Spin-off der beinahe gleichnamigen Serie. Statt in den 1920er Jahren, befinden wir uns inzwischen in den bunten 1970er Jahren. Hier wird zugleich der Club der Abenteurerinnen vorgestellt, der in der Originalserie keine Erwähnung fand, aber anscheinend eine große Rolle in Phrynes Leben spielte. Daran und auch an die neue Protagonistin Peregrine musste ich mich eine Doppelfolge lang gewöhnen. Danach hatte mich die Serie für sich gewonnen. Mit 8 Episoden á 4 Doppelfolgen ist die Staffel modern kurz gehalten. An die Doppelfolgen musste ich mich zwar auch gewöhnen, da eine Folge so Spielfilmlänge hat, was sich natürlich auf die Dynamik auswirkt.
Ansonsten weichen die Fälle gerne mal ein bisschen von der Norm ab und natürlich ist es hier gerade das Zusammenspiel aus Peregrine, James Steed und den anderen Abenteurerinnen, die eine ganz besondere Mischung bilden und der Serie unglaublich viel Charakter verleihen. Das ganze eingebetet in das Australien der 1970er Jahre gefällt mir fast noch besser als die Oriignalserie.

True Detective – Staffel 3

Die Handlung: 1980 werden die Detectives Wayne Hays (Mahershala Ali) und Roland West (Stephen Dorff) zu einem Entführungsfall gerufen. Die Kinder von Tom Purcell (Scoot McNairy) sind abends nicht heimgekehrt. 10 Jahre später wird der Fall mit neuen Beweisen neu aufgerollt. Weitere 25 Jahre später befasst sich Wayne Hays durch ein Fernsehinterview erneut mit dem Fall.

Meine Meinung: Nach einer starken ersten Staffel, gab es die zweite, die vom Stil her sehr anders war und eher durch den namenhaften Cast überzeugen konnte. Lange Zeit habe ich die Serie ruhen lassen, doch jetzt wollte ich der dritten Staffel nochmal eine Chance geben. Da es sich um eine Anthologie handelt, haben wir hier einen neuen Fall, neue Charaktere und auch neue Darsteller. Besonders gefreut habe ich mich über Mahershala Ali, da ich ihn als Schauspieler sehr gerne sehe. Wie schon in der ersten Staffel wird die Serie über drei Zeitebenen erzählt. Hier wird mit Alterungstechniken gearbeitet, da die Darsteller*innen über die Zeitebenen nicht gewechselt werden. Im Gegensatz zu meinen sonstigen Crimeserien handelt es sich hierbei um einen Fall über die ganzen acht Folgen. Ich merke wieder, warum ich das Prinzip nicht mag. Zwar wird hier noch versucht zusätzliche Handlung und Spannung durch die verschiedenen Zeitebenen einzubringen, dennoch zieht sich die Serie. Das war in Staffel 1 irgendwie noch besser gelöst. Zeitgleich ist es fast auch gut, dass sich die Serie Zeit lässt, so können verschiedene Thematiken mit beleuchtet werden, wie Rassismus und Vorurteile.

Habt ihr eine Serie davon gesehen? Wie fandet ihr sie?

*Balthazar Staffel 1 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Das Meer der Legenden

Ein Vorwort

Ob es sinnvoll ist als Autor*in auf Twitch zu streamen und beispielsweise Co-Working anzubieten? Nun sagen wir es mal so, dies ist allein in diesem Jahr das vierte Buch einer Autor*in, die ich über Twitch kennengelernt habe und mindestens zwei liegen noch auf meinem SuB (=Stapel ungelesener Bücher), Tendenz steigend. Diesmal möchte ich auch das Debut von Babsi Schwarz vorstellen.

Die Handlung

Die Halbnixe Mavi landet durch Zufall auf dem Schiff des berüchtigen Piraten Tayon. Da sie auf der Flucht vor einem anderen Mann ist, der sich mehr um ihre anatomische Besonderheit kümmern will, schließt sie sich der Gruppe an und segelt Abenteuern entgegen.

Meine Meinung

Das Meer der Legenden ist das Debut von Babsi Schwarz und im Gedankenreich-Verlag erschienen. Vom Genre her ist es schwierig einzuordnen. Im Vordergrund steht die abenteuerliche Piratengeschichte, aber Babsi schafft es noch wesentlich mehr Themen einzubringen. Von der obligatorischen, aber sehr süßen und dezenten, Liebesgeschichte, über Freundschaft, Zusammenhalt, die Liebe zur See und auch unterschwellig Kritik an der Verschmutzung der Meere.
Mavi ist als Protagonistin hin- und hergerissen zwsichen ihrer Verbundenheit zu zwei Welten, der an Land und der an Wasser. Da sie eine Halbnixe ist, gehört sie in beide Welten nicht vollständig. Sie kann nicht ohne Wasser leben, aber auch nicht ohne das Land. Außgestoßen von den anderen Nixen, versucht sie an Land nicht entdeckt zu werden. Allein am Beispiel des Schiffarztes Wayland, der an ihr Experimente durchführen will, zeigen sich die Gefahren, die für Wesen, wie sie lauern. Es geht also ebenso um Akzeptanz und darum einen Platz auf der Welt zu finden. Dabei ist sie als Protagonistin sehr sympathisch und nahbar. Sie ist gleichzeitig stark und zäh, gesteht sich  aber auch ihre Schwächen ein.
Tayon ist ein guter Gegenpart. Oberflächlich ist er der harte Pirat und Kapitän, der seinem Ruf teilweise auch gerecht wird. Schiffe werden überfallen und geplündert. Dabei werden Gefangene gemacht, die hinterher zwar nicht als Sklaven, aber dennoch verkauft werden. Dennoch schafft Babsi es ihn in dieser Rolle glaubwürdig zu beschreiben und gleichzeitig auch andere Seiten zu beschreiben. Sein großes Herz und sein unermüdlicher Einsatz für die Crew lassen ihn einem schneller ans Herz wachsen als einem lieb ist.
Aber auch die restliche Crew ist einfach toll. Hier wünscht man sich glatt mit dabei sein zu können. Wobei die Gefahren, die so ein Leben mit sich bringt, hier auch nicht glorifiziert werden. Glücklicherweise hat am Ende auch mein Lieblingscharakter ganz knapp überlebt, ansonsten wäre das sehr betrüblich geworden.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, auch wenn man als erfahrene*r Leser*in ein paar Stolpersteine findet, wie die sehr ofte Wiederholung von Namen. Diese stören den Lesefluss jedoch nicht.
Ich habe keine Ahnung, ob Nixenwunsch der Auftaktband einer Reihe ist oder es als Einzelband angelegt wurde. Ich weiß nur, dass es in sich gut geschlossen ist, ich mich aber auf ein Wiedersehen mit der Piratenbande freuen würde (Wink mit dem Zaunpfahl, falls die Autorin das lesen sollte).

Das Fazit

Das Meer der Legenden ist eine gut durchdachte, spannende Piratenabenteuergeschichte mit allerlei Tiefgang, tollen Charakteren und viel Liebe zur See.

Promising Young Woman

Ein Vorwort

Er wird schon jetzt als der wichtigste Film des Jahres gehandelt. Locker und farbenfroh, doch mit einem sehr schwierigen Thema trat Promising Young Woman bei den diesjährigen Oscars an und kam mit einem Goldjungen nach fünf Nominierungen nach Hause. Wie er mit dem Thema umgeht und ob er aus gutem Grund als so wichtig angesehen wird, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Cassie Thomas (Carey Mulligan) hat ihr Medizinstudium nach dem Selbstmord ihrer besten Freundin abgebrochen. Jetzt arbeitet sie in einem Café und verbringt ihre Abende in Clubs, wo sie so tut, als wäre sie sturzbetrunken und dann mit Männern mitgeht, die sie als leichte Beute ansehen. Nach und nach sucht sie Leute aus der Vergangenheit auf, um die Geschehnisse auf unkonventionelle Art aufzuarbeiten.

Meine Meinung

Promising Young Woman nimmt sich einem Thema an, das aktueller denn je ist und doch bei vielen nur noch ein müdes Augenrollen hervorruft: Sexismus, Sexuelle Belästigung, bis hin zur Vergewaltigung. Dabei werden aber keine ausufernden Diskussionen genutzt, sondern die Thematik wird in Form eines Rache-Thrillers erzählt. Aber fangen wir am Anfang an.
Wir lernen Protagonistin Cassie an einem der Abende kennen, in denen sie sich im Club gespielt betrunken abschleppen lässt. Dabei schaut sie, wie weit die Herren gehen und ob sie ihren Zustand ausnutzen. Bevor diese zu übergriffig werden, zeigt sie ihren nüchternen Zustand. Die Reaktionen sind dabei ähnlich. Unverständnis, Rechtfertigungen, bis zu wüsten Anschuldigungen. Auch ohne moralischen Fingerzeig wird hier deutlich wie falsch eine solche Situation ist und wo in der Einstellung der Männer der Fehler liegt. Durch ein zufälliges Treffen mit einem ehemaligen Kommilitonen, kommen Erinnerungen zurück und sie beginnt mit ihren Rachefeldzug. Dabei wird deutlich, dass Ryan (Bo Burnham) als Gegenpart angelegt ist und rücksichtsvolles und verständnisvolles Verhalten bei ihm dominiert. So entspinnt sich neben dem Rachethriller auch eine Liebesgeschichte. Hier zeigt sich auch die subtile Stärke des Drehbuchs, da Cassie traumatisiert durch den Verlust ihrer besten Freundin Probleme hat zu vertrauen. So werden gleichzeitig die Auswirkungen für die Hinterbliebenden gezeigt, ohne ständig darauf hinzuweisen, ganz gemäß dem Leitsatz „Show, don’t tell“.
Die Racheabschnitte selbst werden auf verschiedenste Weise aufgezogen und sind durchweg bitterböse. Auch hier zeigt sich, wie die verschiedenen Gruppen auf die Anschuldigungen reagiert haben und wie sie Jahre später darüber denken. Und wie sie handeln, wenn sie erneut damit konfrontiert werden. Zwar ist Cassies Verhalten hier höchst fragwürdig, als filmisches Mittel zur Verdeutlichung passt es aber umso besser.
Schauspielerisch ist es vor allem Carey Mulligan als Cassie, die hier hervorsticht. Dieser Zwiespalt zwischen der offenen „Mir ist alles egal“-Haltung und dem darunter verborgenen Trauma, spielt sie gekonnt aus. Dabei sind es nicht die großen Gesten, sondern die kleinen Änderungen in der Mimik die den Unterschied machen.
Unterm Fazit werde ich noch ein paar weitere Worte über den Film verlieren. Da ich dafür aber hochgradig spoilern muss, setzte ich diese nach unten.

Das Fazit

Promising Young Woman nimmt sich einer schwierigen Thematik an und zeigt Missstände in der Gesellschaft auf ohne mit der Moralkeule zu kommen. Doch selbst der lockere Grundton kann über die Relevanz des Erzählten nicht hinwegtäuschen. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Promising Young Woman läuft seit dem 19.08.2021 in den deutschen Kinos

Meine Meinung – Fortsetzung – Achtung Spoiler!

Der größte Kritikpunkt für mich am Film ist die Wendung, die Ryan am Ende nimmt. Vom tollen Vorzeigemann, der sie unterstützt und ihr Halt im Leben gibt durch seine verständnisvolle Art zu eben jenem Schema, das sie bekämpft. Seine Involvierung in die Ereignisse von damals und sein Schweigen dazu, hat mich stark getroffen. Hier hätte ich mir wirklich gewünscht, dass er der Good Guy geblieben wäre. So bleibt die Botschaft, dass wirklich alle Männer schlecht sind und man niemandem vertrauen kann.
Hingegen umso gelungener finde ich das Ende. Denn durch ihren Tod bei der letzten Racheaktion wird noch einmal verdeutlicht, welch gefährliches Spiel sie spielte. Denn schon allein, dass sie in den Bars mit all den Männern mitging, hätte schlimm ausgehen können. Hier nur einmal an den Mann geraten, der sich auch an ihrer Nüchternheit nicht stört und sie dann eben mit Gewalt vergewaltigt. Dass es für sie dann kein Happy-end gibt, war für mich die logische Schlussfolgerung. Dennoch finde ich es auch gut, dass es nicht beim ursprünglich geplanten Ende der Regisseurin (ihr Tod) blieb, sondern noch eine letzte Szene (Hochzeit) beigefügt wurde, wodurch die Hoffnung, dass es wenigsten ein bisschen Gerichtigkeit gibt, aufrecht bleibt.

Eine Handvoll Serien – 05/21

Herzlich Willkommen zur fünften Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit dabei: ein peinlicher Vater, ein Höllenfürst, frittierte Leckereien, erste Highschoolerfahrungen und ein neu inszeniertes Musical.

Dad stop embarrassing me – Staffel 1

Die Handlung: Unternehmer Brian Dixon (Jamie Foxx) lebt zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester. Große Aufregung herrscht, als auch seine Tochter Sasha (Kyla-Drew) ebenfalls zu ihm zieht. Doch der Balanceakt zwischen cooler Dad und strenger Vater gelingen ihm nicht immer.

Meine Meinung: Dad stop embarassing me wollte vieles sein. Jung, hip, erfrischend, eben ein Gegenpol zu den gängigen Sitcoms. Leider ist sie vorangig eins: Nervig. Denn gerade Jamie Foxx in der Rolle des Brian Dixon ist eine schlechte Parodie auf so ziemlich alles. Das seine Firma bei seinen Führungsqualitäten überhaupt Erfolg hat, kauft man der Serie an keiner Stelle ab, seine sozialen Kompetenzen sind auch eher mangelhaft, was die Frage auffwirft, wieso überhaupt noch jemand mit ihm befreundet ist. Und das locker-strenge Vater-Tochter-Verhältnis ist auch eher ein sprunghafter Wechsel. Zumal die strenge Seite selten irgendwo begründet ist und wenn doch sehr schnell ins Lächerliche gezogen wird. Die Serie weist nicht einen guten Gag auf, die Charaktere bleiben bis zum Ende flach. Lediglich eine halbwegs gute Folge – ich sag nur Grillwettbewerb – macht die Serie erträglich. Das Prinzip ist ansonsten auch bei allen gleich: Brian hat irgendeine abstruse Idee, seine Tochter macht, was sie will, er schimpft, sie heult rum, was er für ein gemeiner Vater ist und letztlich macht sie doch wieder, was sie will. Letztlich dürfte es hier wohl keine zweite Staffel geben und selbst wenn, dann ohne mich.

Dad stop embarassing me ist auf Netflix verfügbar

Lucifer – Staffel 5

Die Handlung: Lucifer (Tom Ellis) ist wieder in der Hölle, um dort nach dem rechten zu sehen. Unterdess taucht sein Bruder Michael (Tom Ellis) auf und gibt sich als den Höllenfürsten aus. Doch Chloe (Lauren German) kommt dahinter. Fortan geht es um Geschwisterrivalität und ob Lucifer und Chloe endlich zueinander finden.

Meine Meinung: Nach der viel zu langatmigen dritten Staffel, wurde sich in der vierten – also nach der Rettung durch Netflix – auf eine kurze und knackige Handlung geeinigt, die man wieder gut sehen konnte. Nun brachte die fünfte wieder die am Anfang übliche Länge von 16 Folgen. Und das funktionierte leider gar nicht. Denn zwischendurch hat die Serie echt gute Einfälle und gerade die Folgen, in denen Gott auftaucht und aktiv an der Handlung teilnimmt, waren spaßig, spannend und hatten die guten alten Lucifer Vibes. Alles darüber hinaus leider gar nicht. Hier dreht sich die Handlung immer wieder im Kreis, die Charaktere machen die gleichen Fehler immer wieder und gerade die Beziehung zwischen Lucifer und Chloe war nicht die lang ersehnte, sondern eins der nervigsten hin und hers der Serienlandschaft. Bei jedem „aber diesmal wirklich“ hatte ich nur noch ein müdes Augenrollen übrig, denn es folgte das unvermeidbare „aber da ist noch dieses eine letzte Problem“. Auch die ganze Sache mit Michael und Tom Ellis nerviger Doppelrolle wird nach zwei Folgen einfach zu viel. Kurzum: Weniger Beziehungsdrama und vielleicht zwei Staffeln draus machen (einmal mit der Gott-Thematilk einmal mit der Michael-Thematik) und alles wäre wesentlich runder geworden.

Lucifer ist auf Prime Video im Abo enthalten

Fresh Fried & Crispy – Staffel 1

Die Handlung: Essenskritiker und Fast Food Fan Daym Drops reist durch die USA auf der Suche nach außergewöhnlichen Kreationen. Die einzige Voraussetzung: Die Essen müssen an irgendeiner Stelle frittiert sein. Je mehr desto besser.

Meine Meinung: Ganz wichtiger Tipp vorab: Schaut diese Serie nicht, wenn ihr hungrig seid und erst recht nicht, wenn ihr gerade abnehmen wollt. Denn die Massen an Essen und vor allem das viele Frittierfett setzt allein beim Zuschauen schon an den Hüften an. Pro Folge gibt es in einer Stadt durchschnittlich drei Restaurants, die besucht werden, wobei eins meist etwas größer aufgezogen wird. Wenn man Fan von frittiertem Essen ist, so findet man hier noch viele Ideen, da die Köstlichkeiten auch fernab des bekanntem sind und die volle Bandbreite des Möglichen abdecken. Zwischenzeitlich kann man über einige Kreationen zwar nur noch den Kopf schütteln, denn die Antwort auf die Frage, wie viel willst du frittieren, hier „ja“ zu lauten scheint. Oder frittierte Einzelbestandteile noch einmal als ganzes frittiert werden. Doch in den USA ist alles möglich. Mit Daym Drops hat man den idealen Moderator gefunden. Bekannt geworden ist er durch das Testen von Fast Food und ist hier ganz in seinem Element. Besonders sympathisch wurde er mir durch seine Abneigung gegen Tomaten, aber das ist dann wohl eine sehr subjektive Beurteilung. Grundsätzlich schafft er es, die Folgen spannend zu moderieren, auch wenn der Ablauf gleichbleibend ist. So und nun entschuldigt mich, ich muss mein Essen frittieren.

Fresh Fried and Crispy ist auf Netflix verfügbar

Noch nie in meinem Leben – Staffel 1

Die Handlung: Devi Vishwakumar (Maitreyi Ramakrishnan) hatte im letzten Schuljahr den Tod ihres Vaters und einer vorübergehende Lähmung zu verarbeiten. Nun will sie an der Highschool voll durchstarten und beliebter werden. Immer an ihrer Seite sind ihre besten Freundinnen Eleonor Wong (Ramona Young) und Fabiola Torres (Lee Rodriguez).

Meine Meinung: Die Beurteilung dieser Serie auf einer halbwegs objektiven Schiene, fällt mir bei dieser Serie besonders schwer. Denn viele Folgen haben mich durch die Themen Mobbing und Außenseiter stark getriggert – und ja, ich meine wirklich triggern im Sinne von psychischen und physischen Negativwirkungen. Dadurch brauchte ich beim Schauen einige Pausen und Ablenkung und habe immer wieder überlegt sie abzubrechen. Gleichzeitig hat sie mir durch ihre lockere Erzählweise und tollen Charaktere vor allem im Nebencharakterbereich gut gefallen, so dass ich doch der kompletten ersten Staffel eine Chance gegeben habe. Denn auch wenn es eigentlich normal sein sollte, so ist hier doch auffällig, wie wunderbar divers die Serie ist. Sie bietet Einblick in andere Kulturen, vor allem, da die Protagonistin indische Wurzeln hat, und inkludiert gleichzeitig noch LGBTQIAP+ Themen. Leider ist die Serie durch die Aufgewecktheit der Protagonistin für mich sehr anstrengend zu gucken. Dafür liebe ich den Großteil der Nebencharaktere. Ich bin also gleichzeitig begeistert von der Serie und konnte doch nicht richtig mit ihr warm werden. Ob ich die zweite Staffel sehen werde, weiß ich noch nicht.

Noch nie in meinem Leben ist auf Netflix verfügbar

High School Musical – das Musical – die Serie – Staffel 1

Die Handlung: Die neue Theaterlehrerin Miss Jenn (Kate Reinders) will den Film High School Musical neu inszenieren, da er an dieser Schule gedreht wurde. Doch schon beim Casting treten Probleme auf, da Nini (Olivia Rodrigo) als Gabriella gecastet wurde und ihr Ex-Freund Ricky (Joshua Bassett) als Troy. Dies stößt gerade ihrem neuen Freund EJ (Matt Cornett) bitter auf. Bei den Proben tauchen immer wieder neue Hindernisse auf, die es zu beheben gilt.

Meine Meinung: High School Musical gehört für mich einfach zu meiner Jugend dazu. Zu dem Zeitpunkt war ich im richtigen Teeniealter und in der Musical-AG meiner Schule, wo wir alle begeistert anfingen die Tänze zu lernen und die Lieder mitzusingen, wann immer sich die Gelegenheit bot. Für mich spielt also ein hoher Nostalgiefaktor mit rein. So hatte ich bereits vorab gehört, dass die neue Serie auf Disney+ nicht so richtig funktionieren soll, wollte ihr aber unbedingt eine Chance geben. Und ich bin sehr hin- und hergerissen. Denn zum einen mochte ich den sehr lockeren Erzählstil der Serie und auch hier gab es gerade bei den Nebencharakteren viele, die mir sofort sympathisch waren und mit denen ich mitgefiebert habe. Das Drama und die Hauptdarsteller*innen und auch das gesamte Drama um die Musicalproben, waren mir dagegen ziemlich egal. Da dies aber den Großteil der Serie einnahm, hatte ich zwischen den einzelnen Folgen teilweise große Pausen, da es mich nicht gerade in den Finger juckte, weiterzuschauen, was selten ein gutes Zeichen ist. Es war kein direktes Durchquälen, denn wenn ich eine Folge sah, gefiel es mir auch, aber es war auch kein Drama zwischendurch aufzuhören. Auch für die zweite Staffel bezweifel ich, dass das Prinzip noch einmal funktioniert. Dennoch könnte es sein, dass ich ihr irgendwann nochmal eine Chance gebe.

HSMDMDS ist auf Disney + verfügbar

Habt ihr eine davon gesehen? Wie hat sie euch gefallen?

The Father

Ein Vorwort

Die Tatsache, dass bei der diesjährigen Oscarverleihung die Reihenfolge der Kategorien geändert wurde und statt Bester Film diesmal Bester Hauptdarsteller als letztes vergeben wurde und Preisträger Anthony Hopkins dann nur per Bild eingeblendet werden konnte, sorgte für starke Kritik. Die Sinnhaftigkeit dessen sollte jedoch an anderer Stelle diskutiert werden. Ob der Gewinn Hopkins in der Kategorie gerechtfertigt war, das soll Thema des heutigen Beitrags sein.

Die Handlung

Anthony (Anthony Hopkins) ist 80 Jahre alt und dement. Dennoch will er seine Wohnung nicht verlassen und beteuert, dass er gut allein zurecht kommt. Seine Tochter Anne (Olivia Coleman) versucht so gut es geht für ihn da zu sein, doch stößt allmählich an ihre Grenzen.

Meine Meinung

Die Grundidee einen Film vollständig aus der Sicht eines Demenzkranken zu schreiben, ist schon ein schwieriges Unterfangen. Den schwierigsten Schritt dafür hatte Regisseur Florian Zeller schon hinter sich, denn der Film basiert auf seinem Theaterstück von 2012. Dies merkt man dem Kammerspielartigen Setting auch an. Nun musste es aber auch noch auf der Leinwand funktionieren.
Dafür setzt der Film auf kleine Details, die auf einer Bühne wohl schwierig umzusetzen gewesen wären. Die Feinheiten in der geänderten Einrichtung sind für die Zuschauer teilweise erst auf dem zweiten Blick ersichtlich, was aber den schleichenden Prozess der Verwirrung des Protagonisten unterstützt und auch den Zuschauer mehr  als einmal vor ein Rätsel stellt.
Die Handlung selbst bietet anfänglich, aber auch zwischenzeitlich immer wieder Stolpersteine, wo die Frage aufkommt, in welche Richtung der Film sich entwicklt. Die konkrete Auflösung erfolgt tatsächlich erst in den letzten Szenen, die die zuvor auftauchenden Rätsel lüftet. Das hängt damit zusammen, dass der Film aus dem hochgradig unzuverlässigen dementen Protagonisten erzählt wird. Der Film fängt gekonnt seinen Alltag ein, inklusive des Vergessens von Dingen. Aber auch zeitlich können einzelne Geschehnisse teils nicht richtig wiedergegeben werden. Dies erhöht die Spannung des Films, will man doch hinter des Rätselslösung kommen.
Getoppt wird die langsam erzählte, aber sehr feinfühlige Handlung und der dezente Kulissenwechsel, nur von den durch die Bank weg absolut grandiosen Darstellern. Während Rufus Sewell, Mark Gatiss oder auch Olivia Williams eher im Hintergrund bleiben, so sind es gerade Anthony Hopkins und Olivia Coleman, die ihren Ruf als ausgezeichnete Darsteller*innen wieder einmal gerecht werden. Denn der Film bedarf keiner großen Gesten oder der typischen „Oscarszene“, sondern es sind die kleinen Feinheiten. Der Stimmungswechsel, den man allein in den Augen der Darsteller*innen erkennt. Gerade Hopkins brilliert auf diesem Gebiet. Minutenlange Szenen mit einer Bandbreite von Emotionen und man sieht sie allein seinen Augen an. Für diese Leistungen kann man seinen Gewinn bei den diesjährigen Oscars nur als verdient ansehen. Coleman hingegen schafft es nicht gegen diese Leistung anzuspielen, sondern sie mit zu nutzen und zu eigen zu machen. Die innere Zerissenheit in jeder Szene nimmt man ihr ab und möchte sie mehr als einmal nur in den Arm nehmen.

Das Fazit

The Father ist ein ruhig erzählter und brilliant gespielter Film, dessen ganzes Spektrum erst am Ende deutlich wird und sich dadurch im Nachgang noch auf mehrfache Weise entfaltet. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

The Father läuft seit dem 26.08.2021 in den deutschen Kinos

Free Guy

Ein Vorwort

Wenn man einen Gamer nach einer gelungenen Videospielverfilmung fragt, gibt es selten eine Antwort ohne Augenrollen. Doch wie ergeht es eigentlich den Nicht spielbaren Nebencharakteren? Genau mit dieser Frage befasst sich Free Guy. Wie das in Filmform funktioniert und ob es endlich Hoffnung am Videospielverfilmungshimmel gibt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Guy (Ryan Reynolds) lebt in Free City. Was er nicht weiß ist, dass er ein Charakter in einem Videospiel ist. Als er auf Molotov Girl (Jodie Comer) trifft, fällt er aus seiner Endlosschleife heraus und versucht sie zu beeindrucken. Diese wiederum ist eine Spielerin, die einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels führt.

Meine Meinung

Free Guy funktionierte schon im Trailer gut und sah nach einem lustigen Zeitvertreib aus. Auch wenn man meint im Trailer schon viel gesehen zu haben: Der Film bietet noch mehr! Dabei sind es hier gerade auch die kleinen Anspielungen, die wahnsinnig gut funktionieren – außer, wenn Disney anfängt mit einem „Schaut mal, wofür wir alles die Rechte haben“, das war gerade am Ende ein bisschen viel.
Aber fangen wir vorne an. Free City ist von mehreren Videospielen inspiriert, unter anderem GTA. Das heißt Guy lebt in einer sehr brutalen Welt und ist als Bankangestellter daran gewöhnt mehrfach täglich überfallen zu werden. Die Tatsache und diese Selbstverständlichkeit wird so selbstironisch vermittelt, dass man schon hier aus dem Lachen kaum noch herauskommt. Da dies als vollständiger Film wohl kaum funktionieren würde, gibt es die zweite Ebene rund um Millie, die als Spielerin Molotov Girl einen versteckten Clip sucht, während sie im realen Leben einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels Antwan (Taika Waititi) führt, da er Code von ihr und ihrem ehemaligen Partner Keys geklaut hat. Leider muss sie es beweisen.
So hangelt man sich in beiden Erzählebenen an den einzelnen Stationen entlang, die zwischen Spaß, Spannung und Drama hin und herwechseln. So ist die Abwechslung garantiert. Mit Guy seine Welt noch einmal neu zu erkunden ist unglaublich aufregend. Gamer finden hier wahrscheinlich noch viel mehr versteckte Anspielungen.
Schauspielerisch funktioniert der Film ebenfalls wunderbar. Ryan Reynolds spielt zwar seine inzwischen perfektionierte Rolle, irgendwo zwischen Deadpool, The Voices und Meisterdetektiv Pikachu, aber hat spürbar viel Spaß Guy mit Leben zu füllen. Der restliche Cast ordnet sich genau da ein. Taika Waititis Overacting mögen manche als übertrieben ansehen, ich fand es On Point, um seinen Charakter so herrliche überdreht wirken zu lassen – okay am Ende war es auch mir zu viel, aber bis dahin hab ich die Rolle sehr gefeiert!
Mit einer Lauflänge von 115 Minuten schafft Free Guy es auf mehreren Ebenen zu erzählen, die Charaktere gut einzuführen und sich entwickeln zu lassen. Selbst beim meckern auf hohem Niveau lässt sich hier kaum etwas finden – außer die bereits angemerkten Kleinigkeiten. Der Film ist in sich rund und funktioniert bestimmt auch noch beim mehrmaligen Sehen.

Das Fazit

Free Guy spielt zwar in einem Videospiel bietet aber auch für Nicht-Gamer eine Menge Spaß und versprüht einfach nur gute Laune. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Free Guy läuft seit dem 12.08.2021 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den August 2021

Die Kinos sind weiterhin geöffnet – außer mein Stammkino, das hatte mit einer defekten Klimaanlage zu kämpfen. Dennoch habe ich keine Mühen und Kosten gescheut und bin für euch mehrfach in andere Städte gereist. Dann hatte ich Urlaub und konnte tatsächlich mal ein bisschen abschalten. Und (um mal etwas persönlicher zu werden): Ich habe von meinem langjährigen Partner einen Antrag bekommen. Ich bin jetzt also verlobt (und noch immer ein wenig hyped deswegen 😀 ). So nun aber ganz schnell zum medialen Rückblick auf den vergangenen Monat.

Neulich in der Sneak

Killer’s Bodyguard 2: Griechenland ist nach einer Ankündigung der EU im Ausnahmezustand. Dies nutzt Aristotle Papadopoulos aus, um Hackerangriffe an zentralen Knotenpunkten auszuführen. Der eigentlich in einer Auszeit befindliche Bodyguard Michael Bryce  wird von Sonia abgeholt, um ihren Mann Darius Kincaid zu befreien. Kurz darauf wird den dreien der Auftrag gegeben, Papadopoulos aufzuhalten. – Ein zweiter Teil, den niemand brauchte und der auf mehreren Ebenen problematisch ist.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Jungle Cruise: Die Forscherin Lily Houghton begibt sich 1916 in den Amazonas, um dort einen geheimnisvollen Baum zu finden, dessen Blüten angeblich alle Wunden heilen können. Zusammen mit ihrem etwas ängstlichen Bruder McGregor heuern sie Frank Wolff an. Doch sie sind nicht die einzigen, die den Baum suchen. – Nette Grundidee, mangelhafte Umsetzung.

In the Heights (OV): Usnavi ist Besitzer eines kleinen Ladens in Washington Heights einem Stadtteil von New York City. Dort trifft sich die Gemeinschaft, die alle unterschiedliche Sorgen haben. Als dann auch noch das Gerücht umgeht, dass jemand 96.000 Dollar im Lotto gewonnen hat, gibt es kein Halten mehr. – Ohrwurmgefahr bei diesem mitreißenden Musical.

Cash Truck: „H“ stößt neu zu einer Geldtransportfirma. Trotz seiner schweigsamen Art findet er sich gut ein. Als der Transporter überfallen wird, beweist er erstaunliches Geschick mit der Waffe. Doch er hat ein Geheimnis. Denn sein Sohn starb bei einem ähnlichen Überfall und er setzt alles daran die Mörder zu finden. – Guter Erzählstil, braucht am Anfang ein bisschen um den richtigen Ton zu finden.

Free Guy: Guy lebt in Free City. Was er nicht weiß ist, dass er ein Charakter in einem Videospiel ist. Als er auf Molotov Girl trifft, fällt er aus seiner Endlosschleife heraus und versucht sie zu beeindrucken. Diese wiederum ist eine Spielerin, die einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels führt. – Eine wunderbare Videospieladaptionparodie, die viel Spaß macht.

The Suicide Squad: Eine neu zusammengestellte Task Force X unter dem Kommando von Rick Flag wird auf die Insel Corto Maltese geschickt, die gerade einen Militärputsch hinter sich hat. Sie sollen den Thinker finden und in der Geheimbasis Jotunheim ein Projekt sicherstellen. Dabei geht, wie der Name verrät, einiges schief. – Nicht der erhoffte Neuanfang, aber auch kein kompletter Reinfall.

The Father: Anthony ist 80 Jahre alt und dement. Dennoch will er seine Wohnung nicht verlassen und beteuert, dass er gut allein zurecht kommt. Seine Tochter Anne versucht so gut es geht für ihn da zu sein, doch stößt allmählich an ihre Grenzen. – Brilliant gespielt, die Handlung ergibt sich erst gegen Ende vollständig. Überzeugt vor allem durch den unkonventionellen Erzählstil.

Promising Young Woman: Cassie Thomas hat ihr Medizinstudium nach dem Selbstmord ihrer besten Freundin abgebrochen. Jetzt arbeitet sie in einem Café und verbringt ihre Abende in Clubs, wo sie so tut, als wäre sie sturzbetrunken und dann mit Männern mitgeht, die sie als leichte Beute ansehen. Nach und nach sucht sie Leute aus der Vergangenheit auf, um die Geschehnisse auf unkonventionelle Art aufzuarbeiten. – Locker erzählt, dabei ein schwieriges, aber wichtiges Thema sehr gut aufgearbeitet.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Snake Eyes: G.I. Joe Origins: Film 1 fand ich relativ gut, Film 2 habe ich nie gesehen aber dieses Spin-off sieht ganz interessant aus.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Tom & Jerry, Reminiscence – Die Erinnerung stirbt nie

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Das wandelnde Schloss: Eine junge Hutmacherin wird von einer Hexe verflucht und wacht als alte Frau auf. Auf ihrer Suche nach Erlösung, trifft sie auf einen Zauberer in einem wandelnden Schloss. Sie heuert als seine Putzfrau an und merkt, dass auch er errettet werden muss. – Bisher eines meiner liebsten Studio Ghibli-Filme.

The guy who didn’t like musical: Paul mag keine Musicals. Doch nach einem Kometenabsturz fangen alle um ihn rum an zu singen und tanzen. Was hat es damit auf sich? – Leicht abgedrehte Musicalnummer, die total viel Spaß macht.

Twisted – the untold story of a Royal Visier: Was wäre, wenn nicht Aladdin der Held der Geschichte wäre, sondern Dschafar total missverstanden? – Ein Musical, eine Disney Parodie und dann auch noch tolle Charakterentwicklung.

Denn sie wissen nicht, was sie tun: Jim Stark kommt neu an die Schule und muss sich mit einer Gruppe Rowdys auseinander setzen. Bei einer Mutprobe stirbt der Anführer. Es folgt eine Nacht voller Erkenntnisse, Flucht, Jagd und vor allem Konflikte zwischen den Jugendlichen und den Erwachsenen. – Braucht ein wenig, um in Fahrt zu kommen, dann umso wichtiger.

Schindlers Liste: Oskar Schindler ein Mitglied der NSDAP will eine Emaillefabrik bei Krakau zu neume Leben erwecken und benötigt dafür Arbeiter. Aus Kostengründen entscheidet er sich für Juden aus dem neugeschaffenem Ghetto. Über die Jahre setzt er sich immer wieder für seine Arbeiter*innen ein und rettet damit ca. 1200 Juden*Jüdinnen das Leben. – 195 Minuten bedrückende Geschichte und jede Szene ist notwendig und wichtig.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

High School Musical – das Musical – die Serie – Staffel 1 (Nette Idee, funktioniert stellenweise auch ganz gut, aber tendenziell zu wenig oder zu einfallslose Lieder)

The Unicorn – Staffel 2 (Auch die zweite Staffel hat wieder großen Spaß gemacht und die Charaktere sind einfach nur zum liebhaben)

Cooking with Paris – Staffel 1 (Fragt mich nicht, warum ich die Serie geguckt habe, aber sie ist eher aufgesetzt als cringe, also durchaus mal einen Blick wert)

We bare bears – Staffel 1 (Charmante Animationsserie über drei Bären und ihre Suche nach Freunden)

Motel Makeover – Staffel 1 (Haltet den Rosé bereit, denn diese Serie schafft es Stil, Freundschaft und ein großes Renovierungsprojekt zu vereinen. Haltet mich aber bitte davon ab meine Wohnung jetzt auch apricot pink streichen zu wollen)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 2.529
Seiten pro Tag: 82 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 5
E-Book: 1

Malady Savage Love: Maladys Aufenthalt auf Madeira bei den Almeida Brüdern wird gefährlicher. Ein Anschlag auf Jupiter sorgt für strengere Sicherheitsbestimmungen, was Narciso ins Spiel bringt. Der Strudel aus Gewalt, Gefühl und Begehren wird stärker. – Solider zweiter Teil, bei dem man das bekommt, was man nach Band 1 erwarten kann.

Der Orden des geheimen Baumes 1 – Die Magierin: Ein gespaltener Kontinent. Während im Osten Drachen verehrt werden und die junge Anwärterin Tané darauf hofft eine Drachenreiterin zu werden, lebt der Westen in ständiger Angst, dass die großen Erhabenen wieder erwachen und die Welt in Dunkelheit stürzen. – Schwieriger Erzählstil, lange Aufwärmphase, aber letztlich tolle Geschichte.

Bluescreen: Lizzie Benett ist eine Auszubildende bei einem Regionalsender. Dort trifft sie auf den Moderator Will Darcy, da der Sender seine Sendung übernommen hat. Auf den ersten Blick sind beide wenig begeistert von einander. Können Sie ihren Stolz und ihre Vorurteile überwinden? – Tolle Jane Austen Adaption, hinten raus ein wenig langatmig.

Unter gläsernen Fassaden: Moritz ist eigentlich hochbegabt und verliert sich gerne in seiner Welt aus Zahlen. Nur, dass seine Eltern ihn gerne als Anwalt sehen würden. Während er bei seinem Vater und seiner Stiefmutter für Hausarbeiten ausgenutzt wird, reagiert seine Mutter regelmäßig ihre Wutanfälle an ihm an. Dann verliert er auch noch sein Notizbuch. Dies findet Josie, die ein Faible für Codes hat und daher versucht Moritz‘ zu knacken. – Schwieriges Thema, aber tolle Umsetzung und so voller Hoffnung geschrieben.

Das Lied der Nacht: Dunkle Schatten reisen durch das Land und schlachten alles ab, was auf ihrem Weg liegt. Nur der Wanderer Weys und die Bardin Caer finden einen Weg ihnen zu entkommen. Dabei lauert die Gefahr überall. – Poetischer Schreibstil und blutige Handlung vereinen sich zu einer tollen Geschichte.

Das Meer der Legenden: Die Halbnixe Mavi landet durch Zufall auf dem Schiff des berüchtigen Piraten Tairon wieder. Da sie auf der Flucht vor einem anderen Mann ist, schließt sie sich der Gruppe an und segelt Abenteuern entgegen. – Spannende Abenteuergeschichte mit tollen Charakteren.

Das Phantom der Oper: Die neuen Operndirektoren Moncharmin und Richard sind wenig begeistert über die Gerüchte eines Phantoms, das auch noch Geldforderungen stellt. Doch die kommenden Ereignisse rund um die Sängerin Christine Daaé sind kaum zu erklären. – Ein weiterer Klassiker von meiner Liste. Im Oktober folgt ein Projekt dazu 😉

Neulich in der Sneak: Killers Bodyguard 2

Ein Vorwort

Ja, ihr sehr richtig: Ich war mal wieder in einer Sneak. Während diese im Kino meines Vertrauens seit Corona die Überraschungsvorstellung nicht wieder eingeführt wurde, so doch bei meiner besten Freundin, die ich letzte Woche besucht habe. Statt eines guten Films lief Killers Bodyguard 2. Warum er mir nicht gefiel, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Michael Bryce war einst ein gut bezahlter und hoch geachteter Bodyguard. Doch nachdem er einen Auftrag in den Sand setzte, verlor er fast alles und gibt sich nun mit unterklassigen Jobs zufrieden. Bis er einen Anruf von seiner Ex-Freundin bekommt, die den Auftragskiller Kincaid dringend zum internationalen Gerichtshof in Den Haag bringen muss, doch befürchtet, dass es in ihrer Organisation einen Maulwurf gibt. Doch Bryce und Kincaid können sich eigentlich überhaupt nicht riechen, da Kincaid öfter Aufträge hatte Bryce Klienten zu töten. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd, da die Handlanger des Angeklagten Vladislav Dukhovich ihnen dicht auf den Fernsen sind.

Die Handlung

Griechenland ist nach einer Ankündigung der EU im Ausnahmezustand. Dies nutzt Aristotle Papadopoulos (Antonia Banderas) aus, um Hackerangriffe an zentralen Knotenpunkten auszuführen. Der eigentlich in einer Auszeit befindliche Bodyguard Michael Bryce (Ryan Reynolds) wird von Sonia (Salma Hayek) abgeholt, um ihren Mann Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) zu befreien. Kurz darauf wird den dreien der Auftrag gegeben, Papadopoulos aufzuhalten.

Meine Meinung

Ich musste tatsächlich nachgucken, wie ich den ersten Teil gefunden habe. Mit 08 von 10 möglichen Punkten scheint er mir ganz gut gefallen zu haben. Gerade das Duo aus Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson habe ich lobend hervorgehoben. Ich musste das nachgucken, nicht weil ich mich nicht mehr erinnern konnte, dass er mir gefallen hat. Sondern, weil ich sicher gehen musste, dass meine Erinnerung wirklich an den ersten Teil dieses Film war. Denn dieser war so schlimm, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Also beginnen wir doch am Anfang. Griechenland befindet sich in einer Krise, die EU schreitet ein und fällt ein Urteil zum Ungunsten von Griechenland, was Aufstände auslöst. Das Land befindet sich kurz darauf im Ausnahmezustand. Das kommt einen vielleicht teilweise bekannt vor, denn genau dieses Szenario gab es vor ein paar Jahren. Wie das hier fast ins Lächerliche gezogen wird, ist ein Magenschlag für alle Griechen. Dann treffen wir auf Michael Bryce, der sich eine Auszeit vom Bodyguarding nehmen soll. Das ist tatsächlich der Teil des Films, der am besten funktioniert, was wohl schon alles sagt. Dann taucht Sonia Kincaid auf. Hat die echt schräge Beziehung zwischen Sonia und Darius (Jackson) im ersten Teil noch für Erheiterung gesorgt, so schlägt es hier ins Extreme um. Hier war man wohl der Ansicht, dass mehr besser sei und haben aus den wenigen Szenen im ersten Teil – wodurch es wahrscheinlich funktioniert hat – einen ganzen Film gebaut. Das sorgt dafür, dass der ganze Film extrem anstregend ist, da gerade Sonia (Hayek) nur am Fluchen und Keifen ist.
Wer davon noch nicht genervt genug ist, zumal auch die Herren nur damit beschäftigt sind, sich gegenseitig Beleidugungen an den Kopf zu werfen, dem wird noch eine absolut sinnlose Handlung hingeworfen, die größtenteils vorhersehbar ist, Wendungen hat, die keiner braucht und grundsätzlich komplett austauschbar. Denn die zweite Konstante neben den nervigen Charakteren sind die Explosionen im Minutentakt. Ja es ist ein Actionfilm und bei Verfolgungsjagden fliegt auch gerne mal was in die Luft. Aber so inflationär, wie es hier benutzt wird, wirkt es nur noch ermüdend.
Nun fragt ihr euch zurecht, ob es denn noch schlimmer kommen kann. Sagt euch gesagt: Ja, es geht. Auftritt Frank Grillo. Wobei nicht der Schauspieler das Problem ist, sondern der Charakter Bobby O’Neill. Wie man in der heutigen Zeit noch einen Charakter, der rassistisch, sexistisch und auch ansonsten in allen Facetten ein Arschloch ist, bleibt wohl ein Rätsel, das nur die Drehbuchautoren aufklären können.
So ist der Film weder spannend, da die Handlung zu generisch, austauschbar ist und dazu noch vorhersehbar, kein bisschen witzig (okay ein zwei Szenen am Anfang vielleicht), weil die Charaktere einfach nur nerven und dann auch noch auf mehren Ebene problematisch (Rassismus, Sexismus, Menschen mit Traumata werden lächerlich gemacht). Mein Tipp: Schaut euch lieber noch einmal den ersten Teil an und spart euer Geld.

Das Fazit

Killers Bodyguard 2 macht nicht nur so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann, sondern ist dann auch noch auf mehreren Ebene problematisch. Warum man aus dem soliden ersten Teil einen so schlechten zweiten Teil machen musste, bleibt fraglich. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Killers Bodyguard 2 läuft seit dem 26.08.2021 in den deutschen Kinos

The Suicide Squad

Ein Vorwort

Das DCEU (DC Extended Universe) kränkelte eigentlich schon ab dem ersten Film eher rum. Dann 2016 schien die große Erlösung bevorzustehen – zumindest war der Trailer echt gut gemacht. Doch der Film war ein wirres Hin und Her und konnte nicht richtig überzeugen. Zumindest Harley Quinn hatte in Margot Robbie ihre Meisterin gefunden. Nun sollte alles besser werden. James Gunn hat sich nach seinem Abgang bei Disney und damit bei Marvel (auch wenn er inzwischen wiederkommen durfte) frei entfalten dürfen. Gute Aussichten gab es, da es sich um ein Reboot handeln sollte. Was der zweite Versuch eines Suicide Squad nun kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Eine neu zusammengestellte Task Force X unter dem Kommando von Rick Flag (Joel Kinnaman) wird auf die Insel Corto Maltese geschickt, die gerade einen Militärputsch hinter sich hat. Sie sollen den Thinker (Peter Capaldi) finden und in der Geheimbasis Jotunheim ein Projekt sicherstellen. Dabei geht, wie der Name verrät, einiges schief.

Meine Meinung

Es sollte ein Reboot sein, der die vorherigen Filme einfach ignoriert und alles besser macht. Allein an dieser Prämisse scheitert es schon insofern, dass am Anfang nichts mehr erklärt wird. Es wird davon ausgegangen, dass jeder weiß, was ein Suicide Squad ist, wer Rick Flag, Amanda Waller und Harley Quinn ist. Gleichzeitig macht Regisseur James Gunn innerhalb weniger Minuten deutlich, dass er einiges am Ton der Serie ändern will. Allein die Tatsache, dass man nicht allein an der Einführung sehen kann, welcher Charakter stirbt und welcher lebt, sagt einiges aus.
The Suicide Squad – und nicht etwa Suicide Squad 2 um das Reboot deutlicher zu machen oder um alle zu verwirren – hat im Vergleich zur 2016er Version die weniger erinnerungswürdigen Charaktere. Hier wurde für den DC Laien (also mich) ganz tief in die Comic-Kiste gegriffen, um die abgedrehtesten Bösewichte zu finden. Dennoch fehlt es den Charakteren wie schon im ersten Versuch an vor allem einen: Hintergrundgeschichte und Tiefgang. Nun bei einigen wäre das wohl verschwendete Liebesmüh und würde den Rahmen des Films wohl auch sprengen. Das war der Vorteil des kleineren Teams aus dem ersten Versuch – hier wurde das ganze einfach nur vergessen.
Darüber hinaus bietet der Film ein Wechselbad aus Spaß und Spannung. Gut gemachte Action – auch wenn man manchen Charakteren irgendwann nicht mehr glaubt, dass sie das noch überleben konnten – trägt den Film von Szene zu Szene. Zwischendurch wird der Spaß erzeugt, in dem die Charaktere einfach miteinander agieren, auch wenn der ein oder andere „Ich bin aber viel toller“ Moment zwischen Bloodsport und Peacemaker ziemlich überflüssig wirkt – gut meiner Meinung nach war der ganze Charakter Peacemaker überflüssig, aber das ist ein anderes Thema. Highlight des Films ist wieder einmal Margot Robbies Harley Quinn. Da ihre Szenen wohl dosiert sind und es keine reine Harley-Show wird, machen sie noch viel mehr Spaß. Hier wird das verrückte Wesen Harley genommen und in abstruse Szenen gesteckt, was aber diesmal absolut wunderbar harmoniert.
Kurzum The Suicide Squad macht vieles richtig und kann im Großen und Ganzen als guter Film bzezeichnet werden. Die Rettung des Franchises ist die Widerherstellung des Rufes der Antagonist*innengruppe ist er jedoch nicht. Denn das meiste, was passiert, vergisst man innerhalb kürzester Zeit. Charaktere wie Amanda Waller sind einfach viel zu überzeichnet, für Antagonist*innen haben sie eine viel zu große Moral und irgendwo fehlt der letzte Touch, der den Film zu etwas besonderem gemacht hätte.

Das Fazit

The Suicide Squad schwankt zwischen wirklich gut, ganz nett und nett gemeint hin und her. Er funktioniert beim Sehen gut, schafft es aber nicht längerfristig im Gedächtnis zu bleiben. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

The Suicide Squad läuft seit dem 05.08.2021 in den deutschen Kinos