Eine Handvoll Bücher – 2/26 – Pride Month Special

Es ist Juni und damit Pride Month.

Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQIAP+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so auf ihren Kampf für Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen werden. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt und entfernen uns Tag für Tag mehr davon. Der Rechtsruck lässt Schutzräume kleiner werden und stärkt den Hass.
In diesem Beitrag soll es um ein paar Lesetipps gehen, die sich mit LGBTQIAP+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mir eure liebsten Bücher zu diesem Thema nennen.

Die mit * gekennzeichneten Büchern sind Rezensionsexemplare, die mir unabhängig von diesem Beitrag von den Autor*innen bereit gestellt wurden. Ich bedanke mich noch einmal dafür und kennzeichne diesen Beitrag daher als Werbung.

Die im Beitrag genannten Bücher nebeneinander aufgereiht mit Cover nach vorne, vor einem Bücherregal. Darunter ist ein Herz in den Pridefarben.

Wo wir bleiben

Die Handlung: Ash bekommt eine tödliche Diagnose und glaubt nur noch ein halbes Jahr leben zu können. Doch dann stellt sich heraus, dass die Diagnosen vertauscht wurden. Nur hat Ash bereits ihren Freund verlassen, ihre Wohnung gekündigt und ein Ticket nach Portugal gebucht. Und wozu Pläne ändern? Vor Ort trifft sie auf die Surflehrerin Martha und die verunfallte Tony. Zu beiden fühlt sie sich hingezogen, doch zunächst sind da innere Wunden, die heilen müssen.

Warum das Buch so wichtig ist: Während im Pride Month oft die immer gleichen Bücher vorgestellt werden und es gerade dieses Jahr (zurecht) vermehrt angeprangert wird, sind es gerade diese kleinen Bücher, die sich auch an andere Aspekte der Repräsentation wagen. So haben wir hier ein Buch über Polyamorie, das eine Beziehung zeigt, wo nicht alle drei involvierten Frauen in einer Beziehung sind, sondern Ash sich ihren Gefühlen für sowohl Martha als auch Tony stellen muss. Das unterscheidet es noch einmal von den wenigen Büchern, die ich bisher mit dieser Repräsentation gelesen habe, die ohnehin rar gesäht sind.

Wie Farben im Regen

Die Handlung: Caro und Sam sind das Traumpaar schlechthin am Internat Schloss Mare. Doch Sam scheint sich immer mehr von Caro abzukapseln. Bis er schließlich ein Coming Out vor ihr hat. Sam ist ein trans Mann und möchte mit der Transition beginnen. Die lesbische Caro möchte ihre große Liebe natürlich bei allem unterstützen, aber fragt sich auch, was das für sie als Paar bedeutet.

Warum das Buch so wichtig ist: Sich selbst als Trans zu identifizieren und die Transition durchzuziehen ist ein unfassbar wichtiges Thema und leider noch immer unterrepräsentiert. Aber hier wurde sich bewusst noch einmal für eine andere Perspektive entschieden. Wir haben nicht die Transperson im Fokus oder die Eltern, sondern die Partnerin. Und zwar die lesbische Partnerin, die sich ihrer Sexualität absolut sicher ist und auf einmal mit einem Mann zusammen ist. Der struggle in diesem own voice Roman ist so nachvollziehbar, denn natürlich will man für die Partnerperson da sein und weiß, wie schwer das Coming Out und die Transition ist, aber irgendwo sind da auch die eigenen Probleme und Gedankenstrudel, die auch Aufmerksamkeit brauchen.

Magie & Milchschaum

Die Handlung: Die tapfere Ork-Kriegerin Viv hat nach vielen erfolgreichen Schlachten eine neue Leidenschaft: Kaffee. Daher setzt sie sich zur Ruhe und eröffnet ihr eigenen Café. Doch dabei muss sie zunächst noch einige Hindernisse überwinden.

Warum das Buch so wichtig ist: Wir haben hier ein süßes kleines cosy Fantasy Buch mit High Fantasy Elementen. Was wir in der Regel in diesem Genre nicht haben, ist queere Repräsentation. Aber hier haben wir die Ork-Kriegerin Viv, die ganz nebenbei die Sukkubus Tandri kennenlernt, die ihr mit ihrem Kaffeehaus hilft und ganz nebenbei kommen sich die beiden eben näher. Hier ist der Fokus definitiv nicht auf der Liebesgeschichte, sondern die kleinen und größeren Probleme des Kaffeehauses, aber umso schöner ist es, dass dann eben nicht Standardmäßig auf das Heteronormativ zurückgegriffen wurde, sondern einfach ganz selbstverständlich queere Repräsentation enthalten ist.

Doppeltreffer*

Die Handlung: Kate kann nach vielen Hürden endlich an der Uni Erfurt dem Florettfechten nachgehen. Schade nur, dass ihr großes Idol Amelie den Sport inzwischen aufgegeben hat. Bis sie bei einem Freundschaftsturnier aufeinander treffen. Doch dies verläuft nicht wie geplant und beide bekommen die jeweils andere nicht mehr aus dem Kopf.

Warum das Buch so wichtig ist: Sportromance, but make it queer. Und im Gegensatz zu den ganzen „Trendsportarten“ wie Eishockey, haben wir hier halt Fechten. Und das von einer Autor*in, die nicht einfach irgendeine Sportart nutzen wollte, sondern ihre große Leidenschaft. Aber bevor ich mich zu sehr auslassen, wie cool das ist, kommen wir wieder zum eigentlichen Thema. Denn wir haben hier eine woman loves woman Story, mit Fangirlvibes und hier steht gar nicht so sehr das große Coming Out im Fokus, sondern die ganze einfache Frage: Was passiert, wenn ich mich in mein großes Vorbild verliebe und sie mich auf einmal auch liebt? Und wie viel komplizierter die Frage wird, wenn man auf das gleiche Geschlecht steht.

Prinzessin der 1000 Diebe

Die Handlung: Hana will nichts mit ihrer Familie zu tun haben, wurden sie und ihre Mutter doch aus der Gilde ausgeschlossen. Doch die Nachfolge steht an und ihr Vater hegt auf einmal Familiengefühle und will sie statt ihrer Stiefschwester als Clanführerin sehen. Doch da steht noch eine Prüfung auf Leben und Tod dazwischen. Zum Glück kann sie sich mit einem machtlosen Gott zusammentun, der ebenfalls noch eine Rechnung mit der Familie offen hat.

Warum das Buch so wichtig ist: Hier habe ich mich wieder einmal für ein Buch entschieden, dass auf dem ersten Blick gar nicht queer wirkt, denn unser love-interest – Mr. Tigergott – ist männlich und unsere Prota weiblich. Also eindeutig hetero. Aber eben nicht. Denn Mr. Tigergott hatte in der Vergangenheit auch eine Beziehung zu einem Mann. zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich nicht mehr genau weiß, wie er gelabelt wurde (bi, pan, ungelabelt), aber es wird deutlich, dass ein Teil des Pärchens nicht hetero ist. Und dass Beziehungen auch dann queer sind, wenn ein Teil nicht dem heteronormativ entspricht und gleichgeschlechtliche Beziehungen einen nicht weniger queer machen. Und zum Glück wird die frühere Beziehung hier auch nicht nur in einem Nebensatz erwähnt, sondern spielt eine größere Rolle, aber mehr möchte ich aus spoilergründen nicht verraten.

Edens Secret*

Die Handlung: Haru ist aus dem Hiatus zurück, doch noch immer kann er nicht über den Grund seiner Abwesenheit reden. Denn seit dem Liebesgeständnis seines Bandkollegen Honey, hinterfragt er seine Sexualität. Honey ahnt jedoch nicht, dass er im Halbschlaf seine wahren Gefühle ausgeplaudert hat und versteht nicht, wieso Haru ihn immer weiter von sich stößt. Bis eine Dancekompetition ansteht und Haru mit seiner früheren Partnerin und seinem größten Feind zusammenarbeiten muss. Können sie die Vorurteile einer gleich-geschlechtlichen Beziehung in Korea überwinden und zusammenfinden?

Warum das Buch so wichtig ist: Das Buch habe ich euch erst im letzten Monat vorgestellt und mein Plädoyer darüber abgelegt, weswegen es so wichtig ist solche Geschichten, die im immer noch sehr konservativ geprägtem Korea spielen, zu schreiben. Während im K-Pop nicht über Beziehungen gesprochen wird – weder queer, noch straight – dichten Fans gern ihre eigenen Geschichten zusammen und shippen verschiedene Member von Gruppen. Doch was, wenn es diese Gefühle wirklich gibt? Wie schafft man es nicht unter dem Druck unterzugehen? Vor allem, wenn man negative Erfahrungen gemacht hat oder sich noch gar nicht über seine eigene Sexualität im Klaren ist. Ein tolles Buch, das alle Themen dazu beleuchtet.

Was sind eure Empfehlungen zum Pride Month?

Michael

Ein Vorwort

Nachdem die Musikerbiopics nach ihrer Hochphase zum Glück ein wenig nachgelassen haben, wurde es dennoch Zeit sich mit einem Namen zu befassen, der bisher fehlte. Michael Jackson. Ein Künstler, der neue Maßstäbe setzte, eine ganze Generation prägte und am Ende nur noch für seine negativen Schlagzeilen bekannt war. Wie sollte so ein Film funktionieren? Nun, genauso, wie dieser. Mehr dazu in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels auf einer Filmklappe arrangiert mit Kinoticket und einem Mikrofon

Die Handlung

Mit gerade einmal acht Jahren steht der junge Michael Jackson zusammen mit seinen Brüdern als Jackson 5 auf der großen Bühne. Getrieben von seinem gewalttätigen und manipulierenden Vater muss er schon früh funktionieren und darf kein eigenes Leben, geschweige denn Freundschaften haben. Der Erfolg kommt und schnürt ihn immer weiter ein, doch er versucht sich zu lösen und seinen eigenen weg zu finden.

Meine Meinung

Ob man nun mit der Musik von Michael Jackson etwas anfangen kann oder nicht, Fakt ist, dass viele seiner Hits weltbekannt sind und einen so eigenen Stil aufweisen, dass sie direkt erkennbar sind. Doch mir war zum Beispiel nicht bekannt, welche bedeutenden Schritte hinter diesen Hits standen für einen BPoC Künstler. So war ich gespannt auf den Film, hatte aber auch meine Zweifel. Wie würde mit den noch immer im Raum stehenden Vorwürfen umgegangen werden, die nie bewiesen, aber auch nie widerlegt werden konnten, was bei der Thematik aber auch generell schwierig ist.
Nun, so weit geht der Film aber gar nicht, sondern behandelt die Jahre 1966 bis 1988, also die Zeit, wo die Jackson 5 das erste Mal auftreten bis Michael final ankündigt, keine Konzerte mehr mit seinen Brüdern zu geben. Dies war allerdings nicht die Anfangsversion, jedoch hatte der Film bereits im Vorfeld mit einigen Klagen zu kämpfen. So wurden alle Szenen rund um Diana Ross gestrichen und erste Darstellungen rund um die Missbrauchsvorwürfe. Gleichzeitig sollen sich andere Mitstreiter reingeklagt haben und generell hatte die Familie Jackson wohl einen großen Einfluss auf das Drehbuch.
Herausgekommen ist ein Film, der die schwierigsten Themen umschifft, und sich allein um die Geschichte der toxischen Familienverhältnisse durch den gewalttätigen Vater, der die Kinder isolierte und zu Höchstleistungen zwang, um die erfolgreiche Gruppe der Jackson 5 herauszubringen, über Michaels eigene Solokarriere und die finale Entsagung von seinem Vater und dessen erneuten Tourplänen. Dadurch ist es immer noch kein Feel Good Film, sondern ein knallhartes Drama, und es kann zu Recht Kritik an einigen Darstellungen geben. An sich ergibt sich aber eine runde Geschichte, die wichtige Aspekte aus der Karriere in den genanntene Jahren aufgreift und viele Charakterzüge einbaut.
Gleich am Anfang wurde es für mich jedoch schon schwierig, denn es gibt für Filme einfach keine Triggerwarnungen, und genau die hätte ich gebraucht, da hier detailliert gezeigt wird, wie Josef Jackson seine Söhne nicht nur psychisch unter Druck setzt und regelrecht drangsaliert in seinen Bestrebungen sie erfolgreich zu machen, um seinem eigenen Leben in ärmlichen Verhältnissen zu entkommen, sondern eben auch physisch misshandelt – sprich ihn verprügelt. Auch im weiteren Verlauf wird es nur bedingt besser, also wenn ein toxisches/gewalttätiges Elternhaus für euch Trigger enthalten kann, dann ist dieser Film für euch mit Vorsicht zu genießen. Passt auf euch auf!
Es wird glaubhaft dargestellt, wie Michael aufwuchs und immer erfolgreicher wurde, später auch als Solokünstler und wie eingeschränkt er doch in seinen Möglichkeiten war. Wie sehr er darauf bedacht war, sich und seinen Stil zu zeigen und doch gleichzeitig absolut unsicher wegen sich und seiner Erscheinung. Dies mag für Fans alles sehr oberflächlich wirken, da sie noch viel mehr dazu wissen, aber für mich als durchschnittliche Kinobesucherin, waren es genug Infos, um die Person Michael Jackson besser zu verstehen. Auch wichtige Ereignisse, wie der gesamte Pepsivorfall, waren Geschehnisse, die an mir komplett vorüber gingen. Diese aufgearbeitet eingearbeitet zu sehen, hat mir nochmal einiges vermittelt, was mir zuvor einfach nicht bewusst war.
Hervorzuheben sind hier auch die schauspielerischen Leistungen, vor allem von Jaafar Jackson, der seinem Onkel wie aus dem Gesicht geschnitten ist, und seine ikonischen Tanzbewegungen wunderbar erneut zum Leben erwecken konnte.
So blieb bei mir kein Auge trocken während des Films. Ich litt mit dem kleinen Jungen und dem heranwachsendem Mann, lernte und verstand mehr. Und gönnte ihm seinen Triumpf in der letzten Szene, in der er sich von seinem Vater lossagte.
Nur, um die Einblendung „Seine Geschichte geht weiter“ zu lesen, die möglicherweise auf einen zweiten Teil hindeuten könnte. Und ich kann nur sagen: Bitte nicht. Es war ein runder Film, ein runder Abschluss der Thematik. Alles weitere kann nur schief gehen und die bisherige Produktionsgeschichte zeigt bereits, dass hier viel mit Klagen zu rechnen ist und so viele Vorwürfe sind bis heute unaufgearbeitet, dass sich nicht gerade Hollywood daran setzen sollte. Schon gar nicht, wenn nur die Familie einer Seite der Klagen an der Produktion beteiligt ist.

Das Fazit

Michael schafft es den beschriebenen Zeitraum aus meiner Laiensicht filmisch gut rüberzubringen und schafft dabei große Emotionen, mitreissende Momente und zeigt den Charakter hinter der Legende. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Michael läuft seit dem 23.04.2026 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Mai 2026

Der Mai hatte sich wohl vorgenommen, der neue April zu sein und schwankte zwischen eisigen Temperaturen zu den Eisheiligen und heißem Sommerfeeling zum Ende. Und so ganz nebenbei habe ich es tatsächlich mal wieder öfter ins Kino geschafft als in all den Monaten zuvor. Und auch der SuB konnte zumindest ein bisschen wieder abgearbeitet werden, nachdem sich dort doch wieder einiges angesammelt hatte. Daher starten wir nun direkt in meinen medialen Rückblick:

Der Schriftzug "Mein Monatsrückblick" vor blauem Himmel umspielt von Seifenblasen

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Der Teufel trägt Prada 2: Vor 20 Jahren ist Andy Sachs aus der Redaktion der Modezeitschrift Runway ausgeschieden. Nun kehrt sie auf Bestreben des Eigentümers zurück, um einen Skandal zu reduzieren, und legt sich erneut mit Miranda Priestly an, die über diese Einmischung keineswegs begeistert ist. – Während man am Anfang noch hoffen konnte, dass die lange Zeit die Charaktere weiterentwickel hat, wird praktisch die gleiche Geschichte nochmal erzählt. Für Fans daher durchaus sehenswert.

Glennkill: Ein Schafskrimi: George Hardy ist Schäfer und lebt sehr zurückgezogen mit seiner Schafsherde, der er jeden Abend aus einem Krimi vorliest. Bis er eines Nachts ermordet wird. Zumindest ist das seiner Herde, allen voran Schäfin Lily, direkt klar, während der ortsansässige Polizist überfordert ist und daher Herzinfarkt eintragen lässt. Doch Lily, zusammen mit dem Widder Moppel und dem Einzelgänger Sebastian, versucht Hinweise zu finden und dem Polizisten zuzuspielen, so dass dieser doch mit den Ermittlungen beginnt. – Ein absolut liebevoller Krimi, der sich viel mit den Schafen und was sie bewirken können auseinander setzt und dabei nie den Krimifokus verliert.

Michael: Mit gerade einmal acht Jahren steht der junge Michael Jackson zusammen mit seinen Brüdern als Jackson 5 auf der großen Bühne. Getrieben von seinem gewalttätigen und manipulierenden Vater muss er schon früh funktionieren und darf kein eigenes Leben, geschweige denn Freundschaften haben. Der Erfolg kommt und schnürt ihn immer weiter ein, doch er versucht sich zu lösen und seinen eigenen Weg zu finden. – Leidenschaftliches Werk, der sich nicht wie ein reiner Wikipediaartikel anfühlt, dennoch teilweise oberflächlich bleibt und zwischen den Zeilen erzählt.

Nürnberg: Der zweite Weltkrieg ist zu Ende und Herrmann Göhring wird festgenommen. In Nürnberg sollen er und weitere Führungsoffiziere angeklagt werden. Doch nicht nur die Rechtsprechung ist auf diesen Fall nicht vorbereitet, auch gilt es die Gefangenen bis zum Prozessende vom Suizid abzuhalten. Dafür wird Psychater Douglas Kelley engagiert, der sich fortan vornimmt gerade Göhring zu knacken. – Ein interessanter Fokus auf ein wegweisendes Kapitel der Rechtsprechung, der in seiner Gesamtheit gut funktioniert, die namensgebenden Prozesse aber etwas vernachlässigt.

Solo Mio: Matt Taylor erfüllt sich einen großen Traum und plant seine Hochzeit in Rom. Nur, dass seine Braut kalte Füße bekommt und ihn am Altar stehen lässt. Da er sein Flitterwochenpaket nicht mehr stornieren kann, nimmt er an den Paaraktivitäten als Single teil. Nebenbei lernt er in einem Café Gia kennen, die ebenfalls eine schwierige Trennung hinter sich hat. Die beiden kommen sich näher, doch Matt hat Angst ihr zu sagen, dass er vor ein paar Tagen noch heiraten wollte. – Eine überraschend stimmige Rom-Com mit viel Herzblut, die mehr auf die Romantik und weniger auf die Comedy setzt und gerade damit punkten kann.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Wake up dead man: Pater Jud Duplenticy wird in eine kleine Gemeinde versetzt, die von dem toxischen Monsignor Jefferson Wicks geführt wird. Dabei entdeckt er Strukturen, gegen die er anzukämpfen versucht. Bis Wicks während einer Messe ermordet wird. Dies ruft Detektiv Benoit Blanc auf den Plan, der herauszufinden versucht, ob Duplenticy wirklich der Mörder ist, wie alle behaupten. – Der dritte Knives Out kann erneut mit einem völlig neuem Setting punkten, war an ein paar Stellen vielleicht ein bisschen zu viel des Guten und für mich erstaunlich unlustig, kann daher nicht mit dem ersten mithalten, aber ist wieder um Welten besser, als noch der Zweite.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Keine. Alle geplanten Filme konnte ich sehen.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Professor T – Staffel 4 (Die vierte Staffel kann mit abgewandeltem Cast weiterhin überzeugen, verliert aber etwas von ihrem Schwung)

MaiThinkX – Staffel 10 (Erneut eine interessante Themenauswahl, die gut aufgearbeitet und mit viel Witz verständlich erklärt wurden)

Pro Bono – K-Drama (Angefangen für den Hauptdarsteller Jung Kyung-ho, geblieben für die vielen tollen Charaktere und spannenden Fälle bis hin zu einem absolut pointierten Justizdrama. Große Empfehlung)

Dune: Prophecy – Staffel 1 (Netter Versuch spannende Elemente aus den Dune-Büchern zu vertiefen. Hat gut Kulissen und Darstellende, verliert sich aber in einer langweiligen Geschichte, die nicht so richtig auf den Punkt kommen will. Schade.)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 13
Seiten insgesamt: 4.522
Seiten pro Tag: 145 im Durchschnitt
Taschenbuch: 3
Comic/Manga/Graphic Novel: 4
Hörbuch: 5
E-Book: 1

Inferno für Anfänger: Die Freundinnen Mia und Cay haben sich ausversehen in die Luft gesprengt. Nun stehen sie am Scheideweg, ob Himmel oder Hölle für sie angemessen sind. Doch mit der Verteilung stimmt etwas nicht. So landet Cay direkt in den Armen des CEO der Hölle, der sie direkt zu seiner Stellvertreterin ernennt und dann verschwindet. Zusammen mit Mia versuchen sie das Verteilungssystem wieder zum laufen zu bringen, sich gegen ein Putschversuch zu stemmen und nebenbei den CEO wieder zu finden. Gar keine so leichte Aufgabe, wenn man keine Ahnung von der Bürokratie in der Hölle hat. – Ich hab die Demon Diaries der Autorin sehr genossen und war gespannt im ersten Roman mehr über Mia und Cay zu erfahren. Zwar waren viele Elemente sehr lustig, aber irgendwie hat die Geschichte über die Länge des Buches nicht so richtig funktioniert. Schade.

Meisterdetektiv Ron Kamonohashi 17: Alice Moriarty hat die letzten Vorbereitungen für ihren großen Schachzug gegen die World Detective Union getroffen. Da beruft diese trotz Proteste der Mitglieder Ron in die Leitung, der es nicht lassen kann, noch eine Zusatzwette mit Alice einzugehen. Das Spiel beginnt. – Der Showdown für ein weiteres großes Finale steht an, hier noch etwas uninteressanter, weil zunächst alle Weichen gestellt wurden. Aber ich kann den nächsten Band kaum erwarten.

Dawn of the Dragon 2: Taehyuk kommt dem Drachen Hyo-un immer näher und muss feststellen, dass er Gefühle entwickelt hat, weswegen er ihm nicht mehr vorschwindeln kann, dass er sein wiedergeborener Gefährte sei. Doch jede Trennung der beiden führt dazu, dass Hyo-uns Krankheitssymptome schlimmer werden. – Verliert ein bisschen den Fokus der Geschichte für den BL-Anteil, eröffnet der Geschichte aber neue Möglichkeiten. Ich bleibe gespannt, wie es weitergeht.

Edens Secret: Haru ist aus dem Hiatus zurück, doch noch immer kann er nicht über den Grund seiner Abwesenheit reden. Denn seit dem Liebesgeständnis seines Bandkollegen Honey, hinterfragt er seine Sexualität. Honey ahnt jedoch nicht, dass er im Halbschlaf seine wahren Gefühle ausgeplaudert hat und versteht nicht, wieso Haru ihn immer weiter von sich stößt. Bis eine Dancekompetition ansteht und Haru mit seiner früheren Partnerin und seinem größten Feind zusammenarbeiten muss. Können sie die Vorurteile einer gleich-geschlechtlichen Beziehung in Korea überwinden und zusammenfinden? – Auch im dritten Teil steckt so viel Liebe, aber auch berechtigte Kritik, an die K-Pop Szene in jeder Seite. Und gerade der queere Anteil macht es noch einmal wichtiger. – Werbung, Rezensionsexemplar

The Iced Caramel Coffee Agreement: Eleanore hat in Lower Wilby den Ruf absolut hilfsbereit zu sein und nie aus der Reihe zu tanzen. Doch insgeheim wünscht sie sich so ein bisschen mehr die Version ihrerselbst aus ihren Träumen zu sein. Als Dex Cartwright – gescheiterter Musiker und Bruder vom ortansässigen Barista – die Kleinstadt aufwirbelt, kann sie sich seiner Anziehung kaum erwehren. Und doch, weiß sie, dass er ihr nur das Herz brechen wird. – Nachdem der erste Band der Reihe für mich schwächer war als Kyra Grohs vorherige Bücher, bin ich hier wieder absolut schockverliebt! Die Geschichte ging mir unfassbar tief unter die Haut und ich habe jede Zeile geliebt und das Buch absolut verschlungen.

Feiern mit den Peanuts: Die Peanuts feiern 75-jähriges Bestehen und dieser Sammelband zeigt die wegweisensten Strips von den 1950er bis 1990er Jahren. Mit dabei natürlich Charlie Brown, sein treuer Hund Snoopy, und alle anderen bekannten Charaktere. – Eine schöne Repräsentation aus den Jahren mit den ikonischen Figuren und vielen tollen Ideen.

Spellbound 3 – Der Zwerg im Glassarg: Emmas Hexenfreundin Sophie wird verdächtig Schuld an dem Schlaf des Zwerges im Glassarg, der im Wald von Spellbound gefunden wurde, zu sein. Das kann die Anwältin so nicht stehen lassen und beginnt sich ins Datingleben zu stürzen, um die Wahrheit herauszufinden und Sophie zu entlasten. – Wieder ein toller Cosy Crime in der übernatürlichen Stadt Spellbound. War hier bereits deutlich mehr drin als in den vorherigen Bänden und habe mich mit den bekannten Charakteren sehr wohl gefühlt.

Novel Haven 1 – Levels of Love: Lara ist überglücklich. Ihr Spiel Novel Havel wurde für einen wichtigen Preis nominiert, der den Fortbestand der Entwicklung sichert. Dabei trifft sie auf Luca, der ausgerechnet ein direkter Konkurrent ist. Doch beide können die Anziehung zueinander nicht abschütteln. – Der beste Roman von Anabelle Stehl, den ich bisher gelesen habe. Das Setting war zwar für mich sehr ungewohnt, aber große Liebe an die Charaktere und Thematiken. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss leider in Novel Haven reinspielen.

Fahr nicht fort, stirb am Ort: Herrmann Thaddäus König ist Bestatter, doch das Geschäft läuft schlecht. Als er seinen guten Freund Manfred am Sterbebett erlöst, punktet er direkt bei seiner großen Liebe Emma, der Tochter von Manfred. Doch das Ereignis tritt eine Lawine los und plötzlich hat Herrmann allerhand zu tun. Nur, dass die meisten Leichen ungewollterweise auf sein eigenes Konto gehen. – Was zunächst ganz witzig klang, war leider weniger Satire, als ein reines Uppsi mit viel Alkohol. Konnte mich überhaupt nicht überzeugen, geschweige denn allein zum schmunzeln bringen. Leider ein Fehlkauf.

Spy x Family 15: In Berlint steht das Stadtfest an und nicht nur Familie Forger tummelt sich dort. Es kommt zum direkt Kampf der guten Freunde Pläne und Loid bekommt die Chance mit einigen einflussreichen Leuten zu sprechen. – Nachdem der letzte Band etwas langatmig war, begann dieser leider genauso. Aber nach dem ersten Drittel wurde es dann wieder deutlich spannender.

A Monsoon Rising: Talasyn und Alaric haben geheiratet. Nun müssen sie sich jeweils in den verfeindeten Imperien beweisen, Attentaten aus dem Weg gehen und weiter ihre vereinte Magie untersuchen. Doch was, wenn sie in ihrer arrangierten Ehe auf einmal Gefühle entwickeln? – Ein typischer zweiter Band, der aber die Charaktere und ihre Beziehung zueinander gut weiterentwickelt. Bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Blutgabe 1 – Ungezähmt: Die Welt gehört den Vampiren. Menschen gibt es fast nur noch in großen Zuchtfarmen. Von eben dieser flieht Red September und landet bei einer Gruppe extremistischer Vampire, die ihn trainieren, damit er Bluter, also Vampire ohne „wahres Blut“ tötet. Dort lernt er auch Kris kennen, der eigene Ziele zu verfolgen scheint. Zeitgleich steht Dr. Edwards in der Forschungsstation White Chapel vor einer bahnbrechenden Erkenntnis, die alles ändern könnte. – Was für ein Buch! Keine einfache Geschichte für zwischendurch, sondern ein langsamer Aufbau einer komplexen Welt mit vielen wissenschaftlich spannenden Aspekten und Überlegungen. Einfach Wow!

Pharaonenauge: Penelope hat überlebt und in ihr ist der Sonnengott Ra erwacht. Doch sie kann nicht auf ihre Kräfte zurückgreifen, wie andere. Zeitgleich schlummert in ihr der Kampf Ramses nicht mehr als Feind, sondern als ihren Lebensretter anzusehen, auch wenn er weiterhin mit dem Syndikat zusammenarbeitet. Doch mit der Weltenschlange Apophis droht ein ganz anderes Problem zu erwachen. – Auch hier ein zweiter Band einer Trilogie, der die Charaktere gut weiterentwickelt und damit die Startschwierigkeiten des ersten Bandes ausradiert. Ich bin sehr bereit für Band Drei.

Was waren eure Highlights im Mai?

Glennkill: Ein Schaftskrimi

Ein Vorwort

2005 kletterte der Debütroman der deutschen Autorin Leonie Swann in Windeseile auf die Spiegel Bestseller Liste und löste einen großen Hype aus. Ein Krimi aus der Sicht von Schafen klang so neuartig, dass ich das Buch ewig in den Buchhandlungen gesehen, aber nie zugegriffen habe. Zwar habe ich damals schon viel gelesen, aber Krimis waren zu der Zeit nicht mein Genre. Und jetzt 21 Jahre später, wäre so ein cosy Crime genau meins gewesen. Und da kam Working Title Film – eine britische Produktionsfirma – mit der Realverfilmung um die Ecke. Warum ich den Film sehr weiterempfehlen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels mit Kinoticket auf einer Filmklappe. Darüber steht ein Schafkuscheltier und schaut in die Kamera

Die Handlung

George Hardy ist Schäfer und lebt sehr zurückgezogen mit seiner Schafsherde, der er jeden Abend aus einem Krimi vorliest. Bis er eines Nachts ermordet wird. Zumindest ist das seiner Herde, allen voran Schäfin Lily, direkt klar, während der ortsansässige Polizist überfordert ist und daher Herzinfarkt eintragen lässt. Doch Lily, zusammen mit dem Widder Moppel und dem Einzelgänger Sebastian, versucht Hinweise zu finden und dem Polizisten zuzuspielen, so dass dieser doch mit den Ermittlungen beginnt.

Meine Meinung

Schafe als Protagonisten? Da war ich auf jeden Fall dabei. Doch als Ermittler in einem Kriminalfall? Wie sollte das funktionieren? Doch der Trailer sprach mich direkt an und ich erinnerte mich grob, dass Buch vor vielen Jahren schon mehrfach in Buchhandlungen gesehen zu haben. Schön ist zunächst, dass die Schafe untereinander für uns zu verstehen sind, aber die Menschen im Film nicht mit ihnen reden können. Dadurch ist keine direkte Fantasyebene drin und sorgt für eine Menge Missverständnisse, die zur guten Stimmung beitragen.
Aber fangen wir am Anfang an. Zunächst lernen wir George und seine Schafe kennen, ihre wichtigsten Eigenschaften, die so liebevoll erzählt werden, dass sie auch in Erinnerungen bleiben, da sie später noch wichtig werden. Dann schwenken wir ins Dorf und lernen dort die wichtigsten Bewohnenden kennen. Dabei sind einfach alle absolut überzeichnet, aber dabei zeitgleich so liebevoll charakterisiert, dass es direkt wieder funktioniert. Nehmen wir allein den Polizisten Tim Derry, der in seiner Karriere noch nie mit einem Mordfall zu tun hatte. Er ist völlig überfordert und hat überhaupt keine Routine, wie er vorgehen muss. Daher lässt er sich von den Leuten in seiner Umgebung leiten und beeinflussen, bis die Schafe ihm einen Krimi zukommen lassen, der ihm das wichtigste Grundwissen vermittelt. An diesem hangelt er sich dann auch lang und schafft es eigene Impulse zu setzen und über sich hinauszuwachsen.
Dennoch ist er immer wieder darauf angewiesen, dass die Schafe ihn in die richtige Richtung stupsen, auch wenn diese ab einem gewissen Punkt auch überfragt sind. Darüber hinaus lernen die schafe aber auch einiges über die Welt außerhalb ihrer Wiese, müssen über ihre Grenzen hinaus gehen und über sich selbst hinauswachsen.
Das Ganze wird mit so viel Liebe dargestellt, voller Witz, kleiner Details und trotz teilweise schwierigerer Themen, bleibt es cosy und ist einfach ein Feel-Good-Film. Die überzeichneten Charaktere werden mit der Zeit vielschichtiger und mehr als sie zunächst zu sein schienen. Da bekomme ich fast Lust, auf mehr Geschichten aus Denbrook.
Im Endeffekt ist es ein whodunnit für Einsteiger. Viele Hinweise tauchen zwischendrin bereits auf, dennoch konnte ich nicht sagen, wer es war, bis zur Auflösung. Einige Sachen wurden wohl auch für den Plot ein wenig verdreht, damit es zur Auflösung und zur Botschaft des Films passt, wie mir meine Landwirtschaftsinteressierte und Pflanzenexpertin – aka meine Kinobegleitung – nicht müde wurde, zu erzählen. Aber das konnte dem Film irgendwo verziehen werden, weil es hier gar nicht so sehr um die Logik hinter des Wies ging, sondern vielmehr um die Auflösung und die Hilfe der Schafe.
Und Lily und Moppel von Anke Engelke und Bastian Pastewka synchronisieren zu lassen, spricht übrigens auch sehr dafür ihn in deutscher Synchro zu schauen, die geben dem Ganzen noch einmal eine schöne Dynamik. Auch darüber hinaus wurde auf Darstellenden- und Synchronsprechendenseite keine Mühen und Kosten gescheut und ein tolles Ensemble zusammengestellt, die den Film gut zu tragen wissen.

Das Fazit

Glennkill: Ein Schafskrimi schafft es Klischees so aufzuarbeiten, das sie überwunden werden können, spielt mit den klassischen Whodunnit Elementen und überzeugt durch die liebevollen Charaktere und eben durch die Schafe. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Glennkill läuft seit dem 14.05.2026 in den deutschen Kinos

Edens Secret

Ein Vorwort

Anfang Dezember habe ich euch die ersten Bände aus der EdenS6 Reihe vorgestellt. Eine Reihe rund um eine fiktive K-Pop Band, die ich seit dem ersten Band absolut stanne und mich immer wieder auf die neuen Bände freue. Diesmal durften gleich zwei Mitglieder die Protagonisten werden, denn Autorin Ari N. Kang wagt sich an eine queere Story und das, wo Korea (leider) noch sehr hinterherhängt, was die Akzeptanz dieser angeht. Ich war also gerne wieder Leserin der ersten Stunde und freue mich euch den dritten Band der Reihe vorstellen zu dürfen.
Das E-Book wurde mir von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich dafür und kennzeichne diesen Beitrag als Werbung.

Das Cover auf einem E-Reader geklebt, der auf den vorherigen Bänden steht. Umrahmt von den Fotokarten der Member des Bandes, an der Seite ein Lightstick und vorne ein Bienenplüshie

Die Handlung

Haru ist aus dem Hiatus zurück, doch noch immer kann er nicht über den Grund seiner Abwesenheit reden. Denn seit dem Liebesgeständnis seines Bandkollegen Honey, hinterfragt er seine Sexualität. Honey ahnt jedoch nicht, dass er im Halbschlaf seine wahren Gefühle ausgeplaudert hat und versteht nicht, wieso Haru ihn immer weiter von sich stößt. Bis eine Dancekompetition ansteht und Haru mit seiner früheren Partnerin und seinem größten Feind zusammenarbeiten muss. Können sie die Vorurteile einer gleich-geschlechtlichen Beziehung in Korea überwinden und zusammenfinden?

Meine Meinung

Kurz vorm Pride Month wird das Thema queere Geschichten im K-Pop leider wieder brandaktuell. Denn Korea selbst ist, was die Akzeptanz angeht, leider auch noch ziemlich rückständig. Besorgniserregend und traurig wird es aber leider, da frisch die Nachricht aus Russland kam, dass eine junge Frau ins Gefängnis muss. Ihr Verbrechen: Sie hat auf einer Fanfictionseite eine Geschichte über zwei Stray Kids Member geschrieben und damit eine schwule Liebesgeschichte.
Mit der Frage, wie schwer es für Idols grundsätzlich mit dem Dating ist, hat Autorin Ari N. Kang bereits in zwei Bänden der EdenS Reihe behandelt. Doch diesmal ist sie noch einen Schritt weitergegangen und hat sich damit befasst, was wäre, wenn zwei Member der gleichen Gruppe sich ineinander verlieben. Oder sich nur einer von beiden verliebt und dies in einem unbedachten Moment unbewusst preisgibt.
So ist die Ausgangsituation in EdenS Secret. Haru wusste sich nicht zu helfen und ist mit dieser Information erst einmal in Hiatus (eine Auszeit von allen Aktivitäten im K-Pop). Doch Honey und sein Geständnis geht ihm nicht aus dem Kopf. Es folgt eine Reise, in der er sich mit seiner Sexualität auseinander setzen muss. Auf der anderen Seite haben wir Honey, der nicht weiß, was er da preisgegeben hat und der in der Vergangenheit bei einem unfreiwilligem Outing auch bereits sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Für ihn ist vom einen auf den anderen Tag ein guter Freund einfach verschwunden, der ihn fortan meidet. Er kämpft mit sich und seinen Gefühlen und will doch nur wieder den Ausgangspunkt zurück.
Denn das Idol-Dasein hat so schon genügend Stolpersteine, die hier mit dem Auftauchen von neuen Charakteren aus anderen Gruppen gezeigt werden. Denn mit Bone taucht Harus größter Konkurrent und erklärter Erzfeind auf. Mit seiner unfreundlichen Art bringt er den sonst eher ruhigen Member ziemlich auf die Palme. Doch dahinter steckt ein ziemliches Problem mit geplatzten Träumen, strengem Management und wenn das Konzept einer Band nicht aufgeht. Ich möchte hier nicht zu viel vorweg nehmen, aber die Autorin macht hier einige Ebenen auf, die sie aber auch gut umsetzt, ohne, dass das Hauptthema zu kurz kommt – und vielleicht wurden weitere Geschichten angeteasert, vielleicht interpretiere ich auch nur zu viel hinein. Ich werde auf jeden Fall berichten, sobald ein neues Abenteuer der Band EdenS6 in meinen Händen landet.

Das Fazit

Edens Secret nimmt sich einer gleichgeschlechtlichen Liebe an und kann die Thematik respektvoll und doch nah genug an einer möglichen Wirklichkeit im K-Pop behandeln. Mit vielen Insides aus dem Business schafft Autorin Ari N. Kang erneut eine mitreißende Geschichte rund um ihre Band EdenS6.

The Whitestone Hospital

Ein Vorwort

Ava Reed gehört auch zu den Autorinnen, die ich inzwischen blind kaufe. Obwohl mich der Vergleich ihrer Reihe mit Greys Anatomie eher abgeschreckt hat, da ich der Serie wenig abgewinnen kann, so haben mich ihre Posts zu ihrer Recherchearbeit und der bewusst realistischen Darstellung des Krankenhaus-Alltags doch komplett überzeugt, die Serie definitiv zu lesen. Warum das eine sehr gute Entscheidung war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die fünf Bücher nebeneinander aufgereiht mit Cover zur Kamera.

High Hopes

Alle Bände übereinander gestapelt, nur Band 1 steht aufrecht oben drauf

Die Handlung: Laura ergattert ihren Traumjob. Eine Assistenzärztinstelle in Phoenix. Dort findet sie sich nicht nur schnell ins Team ein, sondern ist auch angetan von Nash Brooks. Leider ist dieser ihr direkter Vorgesetzter und hat strenge Prinzipien, was Beziehungen angeht. Zwischen Visiten, Rettungseinsätzen und Operationen, knistert es dennoch.

Meine Meinung: Willkommen im Whitestone Hospital. Mit Laura und Nash haben wir die erste Geschichte der Reihe und lernen auch erst einmal das Team kennen. Dabei merkt man schnell, dass Autorin Ava Reed sehr ausführlich recherchiert hat und sich immer wieder bei medizinischem Fachpersonal rückversichert hat, um ihr Krankenhaus möglichst authentisch darzustellen. Laura eignet sich für den Auftakt auch perfekt als Protagonistin, da wir ihre Probleme gut mitverfolgen können, ohne hierdrin schon das größte Drama zu haben – was keineswegs heißt, dass die anderen Protagonist*innen nicht gute Geschichten bieten, aber so kommen wir gut in die Geschichte rein und erfahren eben auch schon mehr über die anderen Charaktere. Auch mit Nash haben wir einen guten ersten Love interest. Hier haben wir verbotene Liebe durch das Machtgefälle, womit aber umsichtig umgegangen wird und an keiner Stelle wird Laura irgendwie kleingeredet oder nicht ernst genommen. Feingefühl bei der Themenwahl beweist die Autorin auch hier, wenn es darum geht Einzelfälle zu beschreiben. Sei es in der Notaufnahme oder bei Einsätzen außerhalb. Einziges Manko ist der wirklich fiese Cliffhanger am Ende des Buches, denn ich musste für die Auflösung tatsächlich auf Band 2 warten.

Drowning Souls

Alle Bände übereinander gestapelt, nur Band 2 steht aufrecht oben drauf

Die Handlung: Sierra ist nach dem Unglück im Krankenhaus mit die erste am Unfallort. Dabei muss sie auch Mitch bergen, der voller Brandwunden ist. Zusammen versuchen sie die Geschehnisse zu verarbeiten und kommen sich dabei immer näher. Dabei versucht gerade Sierra ihr Privatleben zu verbergen. 

Meine Meinung: Rückblende Cliffhanger Band Eins. Jeder, der den ersten Band gelesen hat und danach ewig gefiebert hat, wie es wohl ausgehen wird, konnte es nun endlich lesen. Und es war heftig. Aber damit gab es zumindest keine lange Einleitung oder einen langsamen Auftakt. Wir waren sofort wieder mittendrin im Geschehen und auch wieder mittendrin bei den Charakteren. Hier hatte ich am Anfang zwar ein paar Probleme mit dem Wechsel zu neuen Protagonist*innen, gerade bei Sierra war ich oft in Gedanken noch bei Laura, aber das war vermutlich nur mein Problem, denn charakterlich und gedanklich sind die beiden Protagonistinnen schon sehr unterschiedlich. Denn Sierra ist vom Charakter her nicht ganz einfach, was durchaus seine Gründe hat und wir im Laufe des Buches auch erkunden, aber im ersten Band hätte sie nicht funktioniert. Dafür ist ihre Geschichte mit Mitch bereits gut angeteasert worden und doch blieb es durchaus spannend, wie es mit den beiden weitergehen wird. Und kaum ist man wieder vollends in der Geschichte versunken, kommt das nächste Unglück. Im Buch in Form eines Sandsturm. Im realen Leben durch einen weiteren äußerst fiesen Cliffhanger – wobei ich diesen tatsächlich besser verdaut habe als den ersten.

Tough Choices

Alle Bände übereinander gestapelt, nur Band 3 steht aufrecht oben drauf

Die Handlung: Nach dem Sandsturm ist allerlei los im Whitestone Hospital. Der Pfleger Grant ist einfach nur froh, dass es der Assistenzärztin Masie vergleichsweise gut geht. Als sich die beiden näher kommen, steht jedoch nicht nur Masies Unsicherheit im Raum. Auch Grant hat ein Geheimnis, das er zeitnah lüften sollte, wenn er sie nicht verlieren will. 

Meine Meinung: Willkommen zurück zur dritten Runde im Whitestone Hospital. Und ich sage es gleich vorweg: Es ist mein Lieblingsband. Das war aber auch gar nicht schwer, denn ich mochte Maisie schon vorher unheimlich gern und habe nur auf ihre Geschichte gewartet. Und Grant ist einfach einer meiner liebsten book boyfriends. Ihre Geschichte ist so wholesome und cozy, wie eine Krankenhausgeschichte nur sein kann. Die beiden sind unfassbar süß und gerade dieses entschleunigte passte so gut zu allem. Damit haben wir trotz der gleichen Reihe und bekannter Figuren noch einmal eine ziemliche Wendung in der Erzählweise und gleichzeitig fügt sie sich nahtlos in die Reihe ein. Natürlich haben wir auch hier einen spannenden Auftakt, immerhin wurde der nächste Cliffhanger gelöst. Aber danach entschleunigt das Buch regelrecht und holt einem aus einem stressigen Alltag ab und lässt einen durchatmen. Es zählt nicht nur in der Reihe, sondern auch allgemein zu meinen liebsten Büchern. Das einzige Manko – ihr werdet es bereits erahnen – ist der nächste gemeine Cliffhanger am Ende des Buches. Vielleicht hätte ich draus lernen sollen und das letzte Kapitel einfach nicht lesen sollen. Aber nun heißt es wieder warten auf Band 4.

Saved Dreams

Alle Bände übereinander gestapelt, nur Band 4 steht aufrecht oben drauf

Die Handlung: Auch wenn Assistenzärztin Jane alles versucht hat, sie kommt um die Gynäkologie nicht herum. Und auch, wenn Oberärztin Abby ihr Herz zum schnellerschlagen bringt, so muss sie sich doch einem Trauma stellen, das sie trotz Therapie nie überwunden hat.

Meine Meinung: Wir sind zurück am Whitestone Hospital. Und nachdem in Band 3 schon sehr deutlich wurde, dass es diesmal um Jane gehen wird, die zuvor schon immer versucht hat, nicht in die Gynäkologie zu müssen, haben wir nun auch ihre Geschichte. Am Anfang wird wieder der Cliffhanger aus dem vorherigen Band aufgelöst und damit sind wir dann auch schon direkt bei Jane und Abby. Und damit haben wir auch ein queeres Pärchen im Vordergrund! Und das Setting in der Gynäkologie wird auch gleich genutzt, um einige Themen anzusprechen, die für Frauen* noch immer ein Tabuthema sind bzw. einfach viel zu wenig drüber gesprochen wird. Das Setting im Krankenhaus bringt auch weiterhin Schicksale zum Vorschein. Vordergründig geht es aber um Jane, die in der Vergangenheit etwas erlebt hat, was sie bis heute bricht. Ihr Weg, um damit umzugehen, und die gleichzeitige Annäherung zu Abby, ist zeitgleich sehr süß und auch sehr tragisch. Hier beweist Autorin Ava Reed wieder ihr einzigartiges Fingerspitzengefühl, um beide Themen gekonnt zu verbinden. Und so ist die Geschichte von Jane und Abby für mich der zweitbeste Roman der Reihe – an Masie und Grant sind sie einfach nicht rangekommen.

Colliding Hearts

Alle Bände übereinander gestapelt, nur Band 5 steht aufrecht oben drauf

Die Handlung: Ian gilt als der ewige Junggeselle am Whitestone Hospital. Doch Jess hat ihn soweit, dass er sich auf etwas Festes einlassen würde. Doch dafür muss sie ihm noch eine Chance geben, denn die Erste hat er verkackt. Neben dem Stalkerproblem ihrer Schwester und einer heftigen Diagnose, kommen sich beide näher, doch reicht es für ein für immer?

Meine Meinung: Seit Band 1 liebe ich Ian. Ich gehörte zu den Menschen, die die Autorin immer wieder gefragt haben, ob es nicht noch einen Band mit ihm geben würde. Und schließlich kam die Erlösung. Die Autorin hatte die Freigabe vom Verlag noch einen ungeplanten fünften Band zu schreiben und Ian wurde der Love Interest. Seine Geschichte mit Jess hatte sich in den vorherigen Bänden immer wieder angedeutet, weswegen das Paaring auch keine Überraschung war. Und dann verschob sich der Termin immer wieder – aus absolut nachvollziehbaren Gründen der Autorin, was ich ihr auf keinen Fall zum Vorwurf machen werde! Aber dadurch wurde die Vorfreude immer größer und als ich das Buch schließlich in den Händen hielt, konnte es mich eigentlich nur noch enttäuschen. Deswegen habe ich bewusst etwas Zeit verstreichen lassen, ehe ich mich der Geschichte widmete. Und am Anfang war ich voll drin. Wir bekommen die Geschichte der Zwei, die aber einfach vorher schon viel Zeit hatte, weswegen wir sie an einem Punkt treffen, wo die Beziehung absehbar wurde. Und versteht mich nicht falsch, das ist alles wirklich toll und ich habe es sehr geliebt, die Geschichte endlich zu lesen. Aber es hat sich auch irgendwie angefühlt, als würde ich im letzten Drittel der Geschichte ansetzen, anstatt von vorne. Und so ist das Buch nach dem ersten Drittel auch irgendwie erzählt. Selbst die Geschichte rund um das Stalkerthema wird irgendwie sehr undramatisch abgehakt und dann bekommen wir noch ein sehr großes Thema, was aber allein Jess betrifft und kaum die Beziehung der beiden betrifft. Auch hier, ich finde die Thematik wahnsinnig wichtig und Ava Reed setzt sie auch sehr empathisch um. Aber es fühlte sich mehr wie ein spin-off an als wirklich ein Teil der Reihe. Als ob wir doch alles mit Band Vier beendet haben und das hier unser Bonus ist. Und ich sag es wie es ist: Ich liebe es, dass wir diesen Bonus bekommen habe. Aber bin halt doch enttäuscht, dass der Bonus mit meinem Lieblingscharakter ist und er dadurch vergleichweise wenig „Screentime“ bzw. Entwicklungszeit hat.

Das Fazit

Die Whitestone Hospital Reihe ist einfach pure Liebe. Zwar war es gerade mit den Cliffhangern immer wieder ein Auf und Ab der Gefühle, aber die starke Recherche und die oftmals auch sehr schwierigen Themen harmonieren wunderbar mit der gesamten Clique, die wir hier über fünf Bände ins Herz schließen konnten. Ich freue mich schon auf Ava Reeds nächste Reihe.

Habt ihr die Reihe gelesen? Was war euer Lieblingsband?

Rückblick auf den April 2026

Miss me?
Im letzten Rückblick habe ich es ja bereits angekündigt, ich habe mich bewusst etwas zurückgenommen, um meine Akkus – physischer und kreativerweise – wieder aufzuladen. Und ich bin immer noch im Prozess, weswegen dies erst einmal nur ein kurzes Wiedersehen ist. Den Mai werde ich mir noch größtenteils frei nehmen, außer ich habe Lust auf einen Beitrag. Aber hier jetzt erstmal der Rückblick auf meinen medialen Konsum im April.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Leider keinen. Ich hatte nicht die Kraft das Haus für einen Kinobesuch zu verlassen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich Barbie & Bohemian Rhapsody

Käpt’n Blaubär: Während die drei Enkel von Käpt’n Blaubär noch dachten, dass seine Geschichten rund um seinen Erzfeind Prof. Dr. Feinfinger komplett überzogen seien, werden sie schon von eben diesem entführt. Ihr Opa und Hein Blöd müssen zur Rettung eilen. – Ganz netter Animationsfilm, kommt aber nicht an die kurzen Abenteuer-Sequenzen ran.

Raus aus dem Teich: Die Enten-Familie Mallarch lebt glücklich in einem kleinen Teich im Nord-Osten der USA. Doch nach der Begegnung mit einer Zugentenfamilie, beschließt der Großteil der Familie, dass sie auch mal etwas Neues sehen wollen. Vater Mack ist überhaupt nicht begeistert, hat er doch Angst vor allem außerhalb des Teiches, will aber auch seine Familie nicht verlieren. So beginnen sie ein Abenteuer. – Liebevoller Animationsfilm mit tollen Ideen, wird am Ende etwas zu repititiv.

Eternity: Nach ihrem Tod landet Anna in der Zwischenwelt-Auffang-Station, wo sie sich für ihre Ewigkeit entscheiden muss. Das Problem ist nur, dass sowohl ihr aktueller Ehemann Larry, mit dem sie 65 Jahre verheiratet war und kurz vor ihr starb, dort ist und sie drängt, mit ihm zu kommen, als auch ihr früh verstorbener erster Ehemann John, der sich keine Ewigkeit ohne sie vorstellen konnte. Eine unmögliche Entscheidung warten auf sie. – Sehr starker Anfang, tolle Geschichte, super gespielt, verliert am Ende ein wenig die Aussage.

Bruce Springsteen – Deliver me from Nowhere: Nach einer erfolgreichen Tour zieht sich Bruce Springsteen zurück, um an neuer Musik zu arbeiten. Doch seine Depression und Angstzustände bringen ihn immer wieder an den Rand seiner Möglichkeiten. Zum Glück ist sein Manager immer an seiner Seite und unterstützt ihn in seinen ungewöhnlichen Bedingungen. – Mal ein anderes Musikerbiopic, das sich mit der Entstehung eines Albums und nicht der ganzen Geschichte befasst. Zwischendurch ein bisschen zu ruhig.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Super Mario Galaxy: Der erste Film konnte mich völlig überzeugen und ich bin gespannt, ob die Fortsetzung, da mithalten kann.

Knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Michael, Das Drama, Ready or Not 2

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Spy x Family – Staffel 3 (Gewohnte starke Verfilmung der Mangavorlage. Wechselt gut zwischen Witz und Action)

Professor T – Staffel 1-3 (Spannende britische Krimiserie, die vergleichsweise ruhig erzählt wird und dennoch immer wieder gute Wendungen bietet. Nimmt leider in der dritten Staffel ab und verrennt sich etwas in Neubesetzungen, aber hat dennoch eine unfassbare Sogwirkung)

Jurassic World – Camp Kreidezeit – Staffel 1-2 (Beginnt etwas schwach mit vielen Steoreotypen, entwickelt sich aber schnell zu einer spannenden Katastrophenserie mit guten Charakterentwicklungen)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 12
Seiten insgesamt: 2.850
Seiten pro Tag: 95 im Durchschnitt
Hardcover: 1
Taschenbuch: 3
Comic/Manga/Graphic Novel: 6
Hörbuch: 2

Spellbound 2 – Höllenritt auf dem Besen: Emma hat sich noch nicht ganz in ihrem Leben als Anwältin und Hexe zurecht gefunden und soll jetzt auch noch lernen auf einem Besen zu fliegen. Blöd nur, dass sie unter Höhenangst leidet. Dann wird auch noch eine junge Werwölfin tot aufgefunden und der Engel Daniel gilt als Hauptverdächtiger. Emma setzt alles daran, um seine Unschuld zu beweisen, auch wenn sie sich dafür mit den Gepflogenheiten des Rudels auseinander setzen muss. – Der Krimianteil ist vergleichweise gering, aber die Gesamtgeschichte rund um Emmas Leben in Spellbound ist gut ausgebaut und witzig erzählt.

Max und Moritz: Die beiden Lausbuben treiben die Nachbarn an die Grenze des Wahnsinns. Ob die Hühner der Witwe Bolte, die Brücke von Schneider Böck oder die Pfeife des Lehrers Lämpel, niemand bleibt verschont. Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe. – Einfach ein Klassiker des moralischen Zeigefingers.

Ich liebe eine Tigerente: Der Frosch liebt die Tigerente, die aber dem Tiger gehört. Kurzerhand klaut er sie und zeigt ihr fortan, was für ein gutes Leben sie mit ihm haben kann. – Auch Janosch gilt als Klassiker, aber irgendwie hat die Geschichte inzwischen einen Beigeschmack, der nicht ganz zum lockeren Ton passt.

Momo – the blood taker 6: Obwohl Momo ihre Kräfte fast vollständig auf Keigo übertragen hat, kommt er ihrem Schutz nicht nach, weswegen sie entführt wird. Nun setzt er alles daran, sie zurückzuholen und muss sich mit früheren Gegnern verbünden. – Nach einer größeren Pause bei der Reihe, brauchte ich etwas, um wieder reinzukommen, aber dann ist sie gewohnt spannend und bildgewaltig.

Whitestone Hospital 5 – Colliding Hopes: Ian gilt als der ewige Junggeselle am Whitestone Hospital. Doch Jess hat ihn soweit, dass er sich auf etwas Festes einlassen würde. Doch dafür muss sie ihm noch eine Chance geben, denn die Erste hat er verkackt. Neben dem Stalkerproblem ihrer Schwester und einer heftigen Diagnose, kommen sich beide näher, doch reicht es für ein für immer? – Was habe ich auf diesen Band mit meinem Lieblingscharakter hingefiebert. Fühlt sich leider eher wie ein Spin-Off als das Ende der Reihe an. Widmet sich wieder starken Themen, die zu oft totgeschwiegen werden, verliert aber dadurch den Romancefokus. Letzlich aber auch nur Jammern auf hohem Niveau, denn Ava Reed weiß einfach auf jeder Seite zu überzeugen.

A Man and his cat 6: Kandas Freundeskreis hat sich zusehens erweitert. Und so kann er nicht wegsehen, wenn Herr Morimiya von seinen Bandkollegen verlassen allein auf der Bühne steht. Doch damit tritt er eine Kette von Ereignissen los. – Verliert etwas den Katzenfokus, aber auch so funktioniert die Geschichte rund um Kandas Entwicklung sehr gut. Habe den Band praktisch inhaliert.

Snoopy für alle Lebenslagen: In fünf Unterthemen sind die Kurzcomics rund um den Beagle Snoopy und seinen Besitzer Charlie Brown gesammelt. Ob als Anwalt, Schriftsteller oder Flieger-Ass, Snoopy brilliert einfach in allen Lebenslagen. – Sehr süße Sammlung der Comics, die mich auf so ziemlich jeder Seite zum lachen gebracht haben.

Piper House 2 – Chasing Harmony: Die erfolgreiche Sängerin Willow Rose flieht vor ihrem toxischen Manager und nimmt das Angebot ihrer neuen Freundin Beth an, um sich in Piper House auf der Insel Nantucket zurückzuziehen. Allerdings kommt auch Beth Schwager auf die Idee. Nate steht schon eine ganze Weile unter dem Druck seines Vaters, weil er als Musiker noch immer nicht erfolgreich ist. – Nochmal stärker als der erste Band mit einer tollen Geschichte, starker Themen und einem tollen Paar. Nur die Auflösung am Ende ging mir ein bisschen zu schnell. Da hätte es ein paar mehr Seiten sein dürfen.

Phantom Tales of the Night 5: Tokihito findet sich bei einem Schulausflug im Wald wieder, der mehr Geheimnisse birgt, als zunächst angenommen. Und sein knöcherner Körper zieht diese besonders an. – Ich liebe diese Reihe und warte auf jeden neuen Band sehnsüchtig. Und auch hier waren wieder so viele Wendungen drin, das es bis zum Ende spannend blieb.

Ein Mord wird angekündigt: Die Kleinstadt Chipping Cleghorn ist verwirrt, nachdem in der örtlichen Zeitung ein Mord angekündigt wird. Einige Schaulustige finden sich zu dem vermeintlichen Spiel ein, doch am Ende ist der potentielle Mörder selbst tot. Die Polizei tritt auf der Stelle, bis sich Miss Marple einschaltet. – Immer, wenn ich denke, dass ich Agatha Christie endlich durchschaut habe, kommt sie wieder mit einer neuen Wendung, die ich nicht habe kommen sehen.

Kikis kleiner Lieferservice 4: Kiki hat sich auf den Sommer gefreut, wollte sie ihn doch mit ihrem Schwarm Tombo verbringen, der jedoch kurzfristig ankündigt, seine Ferien allein auf einem Berg zu verbringen. Die verstimmte Hexe hat fortan Probleme sich auf ihren Job zu konzentrieren. – Wieder eine süße Geschichte rund um die kleine Hexe, die auf dem Höhepunkt der Pubertät ist.

Mrs. Potts Mordclub und der tote Bürgermeister: Susie, ein Teil des Ermittlungstrios rund um Judith Potts, wird Zeugin, wie der Bürgermeister bei einer Ausschusssitzung vergiftet wird. Zusammen mit Judith und Becks ermitteln sie und stehen vor immer mehr Rätseln. Denn so ziemlich jeder hat ein Motiv, aber keine die Möglichkeit. Doch wie kam das Gift in die Teetasse? – Wie ich einfach bis zum Ende überhaupt keine Ahnung hatte, wer es gewesen sein könnte. Wieder ein sehr spannender Band mit dem witzigen Trio.

Was waren eure Highlights im April?

Rückblick auf den März 2026

Der März und damit auch schon wieder das erste Quartal des Jahres sind vorbei und ich sag wie es ist: Meine Energie ist bei Null. Krankheitstechnisch gab es einen ziemlichen Rückschlag und ich kämpfe mich gerade schrittweise wieder hoch. Nach Leipziger Buchmesse und diversen kurzfristigen Anfragen und Deadlines, sind jetzt auch die Reserven runter, weswegen ich mich erst einmal wieder in eine Pause verabschieden werde. Aber zuvor wollen wir noch auf meinen medialen Konsum im März zurücblicken.

Der Schriftzug Mein Monatsrückblick vor blauem Himmel mit Seifenblasen im Hintergrund

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Hoppers: Mabel Tanaka hat in der Natur ihren Ausgleich zu den Ungerechtigkeiten, die Menschen Natur und Tiere antun, gefunden. Doch ihr Safe Space soll nun einer Autobahn weichen, da laut Bürgermeister dort keine Tiere mehr wohnen. Durch Zufall findet Mabel heraus, dass ihre Professorin an der Uni ein Verfahren entwickelt hat, mit dem sie sich in den nachgebildeten Körper eines Biebers transferieren kann. Sie flieht in diesem, um herauszufinden, wohin die Tiere verschwunden sind. – Enttäuschender Animationsfilm, der lieber einen platten Gag den nächsten jagen lässt, als sich mit dem Thema wirklich auseinander zu setzen.

The Bride!: Nach Jahren des Umherwanderns sucht Frank aka Frankensteins Monster Dr. Euphronious auf, deren Buch über Wiedergeburt ihm Hoffnung auf eine Gefährtin machten. Die passende Leiche ist in Form der jungen Frau Ida, die kürzlich einem Mafiaboss zum Opfer fiel und von der Autorin Mary Shelley besessen ist, schnell gefunden. Da diese durch die Wiederbelebung das Gedächtnis verlor, ist es für Frank einfach, ihr eine Verlobung vorzutäuschen. Doch die beiden machen schnell die Polizei auf sich aufmerksam, die sie fortan durch das ganze Land verfolgt. – Maggie Gyllenhaal bringt die Kunst zurück ins Kino, verzettelt sich dabei aber zu sehr bei bestimmten Punkten, das er nicht in seiner Gesamtheit wirken kann.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

September 5: 1972 bricht die Terrororganisation Schwarzer September in die Unterkünfte der Athleten aus Israel ein, die sich auf die Tag bei den olympischen Sommerspielen vorbereiteten. Durch Zufall ist das Team des amerikanischen Senders noch vor Ort und kann so Live berichten. Die Sportjournalisten haben aber keine Erfahrung mit der brisans der gezeigten Bilder und stehen immer wieder vor ethischen Grundsatzfragen. – Ruhiges Kammerspiel, das sich auf das Fernsehteam fokussiert und dabei wichtige Fragen stellt.

Wyvern: Die beschauliche Kleinstadt Beavern Mills sieht sich einem Schrecken ausgesetzt, denn durch die Erderwärmung wurde ein Drache aus dem ewigen Eis befreit und es ist sehr hungrig. Während die ersten Sichtungen noch als Fehlalarm abgetan werden, muss sich eine Gruppe Überlebender schon bald der Tatsache stellen. – Für einen Trashfilm sehr hochwertig produziert, birgt viel Lachpotential und übertriebene Heldenmomente.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Keiner. Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: The Astronaut & Reminders of him

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Bridgerton – Staffel 4 (Wieder eine sehr starke Staffel, die es weiß Themen in einfache Unterhaltung einzubinden)

Miss Kobayashis Dragon Maid – Staffel 2 (Etwas schwächer als die erste Staffel. Die Charaktere entwickeln sich zwar gut weiter, aber es ist nicht mehr der Überraschungseffekt der vorherigen Staffel dabei)

Sakamoto Days – Staffel 1 (Starker Start mit interessanten Charakteren. Leider verrennt sich die Geschichte immer mehr und auch der Animationsstil lässt qualitativ zu wünschen übrig)

MaiThinkX – Staffel 9 (Auch nach neun Staffeln findet Mai-Thi immer noch spannende Themen und schafft sie spannend und mit einem gewissen Augenzwinkern zu inszenieren und sich doch dabei penibel an die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu halten)

How I attended an all guys mixer – Staffel 1 (Sehr gelungene Verfilmung des Mangas, die den Charakteren nochmal zusätzlich Leben einhaucht und einfach rundum gelunden ist)

Death in Paradise – Staffel 14 (Neue Staffel und nach langer Zeit auch wieder ein neuer Inspektor, mit dem ich bis zum Ende nicht so richtig warm geworden bin. Mal schauen, wie es mit ihm weitergeht)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 13
Seiten insgesamt: 3.419
Seiten pro Tag: 110 im Durchschnitt
Hardcover: 3
Taschenbuch: 2
Comic/Manga/Graphic Novel: 6
Hörbuch: 2

Skyfire Academy 1 – Der Herzschlag eines Dämons: Hanae lebt in einem Tokyo, das von Dämonen heimgesucht wird. Mit ihrem mechanischen Herzen hat sie einen Vorsprung im Überlebenskampf und hat es an die Skyfire Academy geschafft, die Kämpfer und Mediziner ausbildet. Doch eines Nachts findet sie ein Portal in eine Welt, die von Dämonen und Menschen gleichberechtigt bewohnt wird. Dabei trifft sie auf den Fürsten der Dämonen, der sie direkt anzieht, da sie gleiche Ziele zu haben scheinen. Doch kann sie einem Dämon trauen? – Am Anfang hab ich etwas gehadert, wirkte es doch, wie eine Geschichte, die ich schon zu oft gelesen habe, aber ab dem Teil mit dem Portal hatte es mich und ich wollte unbedingt mehr wissen.

Shinigami x Doctor 3: Die Gokurakuen ist verloren. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, um alle Besatzungsmitglieder zu retten, ehe die Shinigami komplett um sich greift. Und doch bleibt die Frage, wer wirklich hinter diesem Anschlag steckt und wer der Maulwurf im Team war? – Runder Abschluss einer insgesamt leider eher schwächeren Reihe. Auch hier viel Verwirrung und wenig nachvollziehbare Geschichte. Schade.

The worst kind of perfect: Gabriella und Lio sind das perfekte Paar. Sie ist als Curvy-Model selbstständig und arbeitet an einer eigenen Dessous-Linie, während er sie vollauf unterstützt. Doch sein großer Lebenstraum ist das Freerunning. Und als er die Chance bekommt, einem Team beizutretren, greift er zu. Doch dafür müssen sie immer wieder Zeit getrennt voneinander verbringen, was ihre Ehe durch eune ungeahnte Prüfung schickt. – Ich sehe, was die Autorin erzählen wollte und finde vieles daran gut, aber die Umsetzung ist leider nicht gelungen. Viel Drama, selbst wo es nicht zu den Charakteren passt. Ich kaufe ihnen einfach diese große Liebe nicht ab. Daher eine Enttäuschung.

Feenfluch: Sieben Jahre sind vergangen, seit Kaelith als Einzige den Feenfluch überstand, der den gesamten Königshof in einen tiefen Schlaf sinken ließ. Doch jetzt scheint es einen Hoffnungsschimmer zu geben, diesen Fluch zu brechen. Dafür braucht sie die Hilfe des Magiers Thorn, der sie tief in den Feenwald begleiten muss, um die Herrin der Rosen und Dornen herauszufordern. – Lieblingsautor trifft Lieblingsmärchen und am Anfang war ich mir nicht sicher, ob das funktionieren würde, doch diese Beschreibungen, die mich in ein absolutes Kopfkino ziehen und dieses Verständnis von Märchen war wieder rundum gelungen.

Marriage Toxin 3: Auftragskiller und Meister der Gifte Gero ist immer noch auf der Suche nach einer Braut. Doch zunächst muss er die Hochzeit eines seiner engsten Freunde über stehen. Doch diese ist in Gefahr, weil sich ein alter Feind des Bräutigams angekündigt hat. Gero gibt alles, damit es zu keiner Katastrophe kommt. – So langsam werd ich mit dem Manga warm und werde ihn weiterverfolgen.

Kiki und die andere Hexe: Kiki ist inzwischen 16 und in ihrem vierten Jahr als Hexe in Koriko. Doch da kommt die zwölfjährige Keke in ihr Leben gehüpft und behauptet ebenfalls eine Hexe zu sein und verlangt die gleiche Behandlung, wie Kiki sie einst erfahren hat. Das schmeckt der Junghexe gar nicht und sie zieht sich immer mehr zurück. – Zwischendurch etwas anstrengend mit Keke, aber wieder eine tolle Geschichte mit vielen fantastischen Ideen.

Mein Gemahl, sein Geisterschloss und ich 1: Mira wurde zum Tode verurteilt, doch statt zu sterben, landet sie im Anwesen von Lord Richard Rostbrunn, den sie heiraten soll. Der letzte Überlebende der Familie, die die Geister bewacht, braucht dringend einen Nachkommen. Doch zunächst muss sich Mira an ihr neues Leben gewöhnen. – Sehr schneller Einstieg, aber dann nimmt es sich die Zeit und wir lernen viele Geister kennen und erkunden das Anwesen.

Dawn of the Dragon 1: Die Yooshin-Corporation hat ihren Erfolg dem Einfluss eines uralten Drachen zu verdanken. Doch dieser fordert eine neue Gefährtin. Um seine Schwester davor zu bewahren, bietet sich Taehyuk an. Doch der Drache ist anders als angenommen und verhält sich widersprüchlich. Kann Taehyuk so die Gunst des Drachen für die Familie bewahren? – Interessantes Grundsetting, mit eienm noch zu lösendem Mysterium. Bin auf die nächsten Bände gespannt.

Die Känguru-Rebellion: Wichtige Frage vorab: Wir rebellieren, rebellierst du auch? Das Känguru ist zurück und zusammen mit Kleinstkünstler Marc-Uwe fangen sie an zu rebellieren. Natürlich gegen die Zustände. Dabei erleben sie wieder allerlei Geschichten, die erneut den Finger auf den Zahn der Zeit legen. – Der fünfte Band und brandaktuell wie eh und je. Gelungene übergreifende Geschichte und witzige Einzelepisoden, einfach ein fulminantes Comeback.

Appletree Murders: Fudge-Königin Granny Smith wurde ermordet und findet sich selbst kurz daraus als Geist neben ihrer Leiche. Zum Glück glaubt zumindest die junge Journalistin Jona nicht an einen Unfall und fängt an zu ermitteln, denn die Polizei hat das sehr schnell abgehakt. Und zum Glück kann sie noch mit ihrem Kater komunizieren, der Jonas Hund auf die richtigen fährten stoßen kann. – Ein etwas anderes Konzept des whodunnit, der durchaus spaßige Komponenten hatte, aber nicht wirklich rund war. Dennoch mutiger Vorstoß aus dem altbekannten auszubrechen, weswegen ich das Buch durchaus interessant finde.

Der Sommer, in dem Hikaru starb 5: Yoshiki hat endlich verstanden, dass es so mit dem Wesen, das Hikaru besetzt hat, nicht weitergehen kann. Zusammen graben sie sich tiefer in die Geschichte des Dorfes und des Schreins und landen dabei bei Hikarus Vorfahren. – Der ruhige Tonfall bleibt, und doch ist die Zuspitzung im Unterton zu spüren.

Menners: Meik Gudermann lädt ein zum Gespräch mit deinem schwulen besten Freund. Getreu nach seinem Onlineauftritt fasst er das toxische Verhalten von Menners zusammen und erzählt, wie problematisch das sein kann. Erfahrungsberichte aus seinem Unfeld runden die Geschichten ab. – Wie gewohnt trifft er genau die richtigen Stellen und ich musste mich teilweise zusammen reißen, nicht in der Öffentlichkeit zu antworten.

More than a doll 12: Weihnachten steht vor der Tür und Marin hat sich getraut Gojo zu fragen, ob sie den Tag zusammen verbringen wollen. Der ist jedoch ganz gefangen von ihrem nächsten Cosplay und der Suche nach dem perfekten Stoff. Getrieben von seinem eigenen Perfektionismus kommt er an seine Grenzen. – Nicht den Band, den ich erwartet hatte, aber definitiv rund und zu den Charakteren passend.

Was waren eure Highlights aus dem März?

The Bride!

Ein Vorwort

1818 erschien Mary Shelleys berühmtester Roman, der aus gutem Grund als Klassiker der Schauerliteratur zählt und unzählige Male adaptiert wurde. Nur vier Jahre nach der wohl bekanntesten Verfilmung gab Universal in seiner Monster Reihe dem nach seinem Schöpfer benannten Monster eine Braut. Nun wagte sich Maggie Gyllenhaal mit ihrer zweiten Regiearbeit erneut an diesen Stoff. Warum es eine Ausgeburt der Kunstkritisierenden ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels auf einer Filmklappe. Dahinter liegt eine Ausgabe von Frankenstein

Die Handlung

Nach Jahren des Umherwanderns sucht Frank aka Frankensteins Monster Dr. Euphronious auf, deren Buch über Wiedergeburt ihm Hoffnung auf eine Gefährtin machten. Die passende Leiche ist in Form der jungen Frau Ida, die kürzlich einem Mafiaboss zum Opfer fiel und von der Autorin Mary Shelley besessen ist, schnell gefunden. Da diese durch die Wiederbelebung das Gedächtnis verlor, ist es für Frank einfach, ihr eine Verlobung vorzutäuschen. Doch die beiden machen schnell die Polizei auf sich aufmerksam, die sie fortan durch das ganze Land verfolgt.

Meine Meinung

In den letzten Jahren schrieb ich immer wieder über die Innovationsfaulheit in Hollywood. Die immer gleichen Franchisen dominierten die Landschaft, unterbrochen von Sequels, Prequels und Remakes. Da waren Literaturverfilmungen wie Dune oder Wicked eben aus gutem Grund sehr beliebt, auch wenn es sich streng genommen bei beiden auch um Remakes handelt, bzw. Wicked das Bühnenmusical adaptierte. Nun dachte sich Maggie Gyllenhaal wohl, dass sie mit einer Neuinterpretation von Frankensteins Braut vielleicht genug in die Kerbe schlug, um die Aufmerksamkeit des Durchschnitsspublikums schlug, aber zeitgleich eine so hochgradig künstlerisch angehauchte Variante produzieren wollte, dass es dem Wunsch nach mehr Innovation und Ideenreichtum ebenso entsprach. Herauskam … nun, hier scheiden sich vermutlich die Geister.
Nehmen wir dafür direkt den Anfang. Wir bekommen direkt eine zweite erzählerische Ebene, denn Mary Shelley höchst selbst spricht aus dem Jenseits zu uns und siniert in einem dem Wahnsinn verfallenen Monolog über ihr Leben und ihre berühmte Figur Victor Frankenstein. Über den Kampf im ewigen Eis, der auf das Ende des Buches hinweist und letztlich, dass es doch auch eine weibliche Stimme bräuchte, sie nur die Chance dazu nicht hatte. Aber Vorhang auf für die Braut. Jesse Buckley, die auch die Rolle der Mary Shelley übernahm, spielt sich bereits in ihrer ersten Szene die Seele aus dem Leib und erzeugt dabei eine Exposition der Männerwelt, die leider so grotesk verkommt, dass sie eher unangenehm wirkt als wirklich eine Aussage zu haben. Dies ist dann auch zielgebend für den restlichen Film, der lieber in ausufernden Szenen den Wahnsinn der Geschichte zeigt, als wirklich etwas auszusagen. Und das, obwohl wir hier eine Mafiakomponente drin haben, Korruption bei der Polizei und immer wieder versucht wurde eine weibliche Stimme zu finden.
Sei es Penelope Cruz, die als Polizistin versucht in einer Männerdomäne ernst genommen zu werden, obwohl sie sehr offensichtlich die bessere Ermittlerin ist. Aber natürlich wird auch das nicht auserzählt, sondern wir bekommen am Ende nur die Geschichte und Motive ihres Kollegen, der in eine reumütigen Schuldszene versucht Vergebung zu erlangen. Oder nehmen wir Frank, wie hier das Monster genannt wurde, der so dringend nicht mehr einsam sein will, dass er sich eine Frau erschaffen lässt. Das diese dann mit Gedächtnisverlust kämpft und er sie komplett Gaslighted, dass sie verlobt seien und die große Liebe vorspielt. Die aber auch an keiner Stelle spürbar ist, sehen wir mal von den bewundernden Blicken Franks ab.
Den Film rettet eigentlich nur, dass alle Darstellenden absolut großartig in ihren Rollen sind. Denn jede noch so groteske Szene, jede noch so übertriebene Darstellung, alles hätte noch so viel schlimmer sein können, wenn wir nicht neben den bereits genannten noch einen Christian Bale, einen Jake Gyllenhaal oder eine Annette Benning gehabt hätten.
Wir haben auch durchaus gute Motive drin. Die Voreingenommenheit gegenüber Franks Aussehen, seine Besessenheit von der schillernden Welt des Kinos, seine greifbare Einsamkeit, die gerade spürbare Verzweiflung, wenn es nicht so läuft, wie er es sich ausgemalt hatte. Auch die Inszenierung von seiner Wunschwelt im Kino, die als regelmäßiges Motiv eingebaut wurde, ist genau das, was ich so lange auf der großen Leinwand vermisst habe. Aber diese für sich stehenden guten Szenen werden ständig von einer Überinszenierung und dem ausufernden Wahnsinn der Charaktere überschattet und driftet damit zu sehr in eine Kunstfraktion ab, die in jeder Einstellung und Mimik absolutes Interpretationsmaterial sieht. Aber dafür weicht jeglicher Unterhaltungswert.

Das Fazit

The Bride! ist so künstlerisch überinszeniert, dass die eigentlichen Themen gar nicht durchkommen, sondern wir immer nur wieder und wieder eingetrichtert bekommen, dass alle Männer schlecht sind. Durchaus guter Versuch aus dem Alltagssumpf Hollywoods herauszukommen, aber in der Umsetzung doch zu überambitioniert. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

The Bride läuft seit dem 05.03.2026 in den deutschen Kinos

Hoppers

Ein Vorwort

Während Pixar Anfang der 2000er durchaus ein Konkurrent für Disney war, wurde der Konzern kurzerhand aufgekauft und bietet seitdem eher die Filme, die weniger Erfolgsaussichten haben als die des Mutterkonzerns. So sammeln sich zwischen einzelnen echt guten Filmen leider eher die Enttäuschungen. Nun kam mit Hoppers ein Film ins Kino, der sich wieder an einem etwas anderen Thema versuchte und damit durchaus Erfolg hätte haben können. Warum das leider nicht der Fall ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels mit Kinokarte auf einer Filmklappe

Die Handlung

Mabel Tanaka hat in der Natur ihren Ausgleich zu den Ungerechtigkeiten, die Menschen Natur und Tiere antun, gefunden. Doch ihr Safe Space soll nun einer Autobahn weichen, da laut Bürgermeister dort keine Tiere mehr wohnen. Durch Zufall findet Mabel heraus, dass ihre Professorin an der Uni ein Verfahren entwickelt hat, mit dem sie sich in den nachgebildeten Körper eines Biebers transferieren kann. Sie flieht in diesem, um herauszufinden, wohin die Tiere verschwunden sind.

Meine Meinung

Auch, wenn ich in letzter Zeit immer wieder von Pixarfilmen enttäuscht wurde, so machte mich der Trailer zu Hoppers neugierig genug, um ihm doch noch eine Chance zu geben. Sprechende Tiere und die Gesetze der Natur aus einer anderen Perspektive? Da war ich dabei. Und er hatte auch gerade am Anfang gute Tendenzen, die sich leider schnell aufgelöst haben. Aber fangen wir am Anfang an.
Zunächst lernen wir Mabel in jungen Jahren kennen, die mit der schlechten Behandlung von Tieren in den Schulen Probleme hat, aber hier die falschen Methoden wählt. Die überforderte Mutter schiebt sie kurzerhand zur Oma ab, die ihr den Ruheort im Wald zeigt. Die Jahre ziehen ins Land und Mabel ist noch immer eine Ökoaktivistin, die sich gern mit dem Bürgermeister anlegt. Während dieser zunächst wie der typische Politiker daherkommt, könnte man aufgrund der nächsten Situationen meinen, dass er genau dies nicht ist. Und diesen Ansatz fand ich erfrischend und neu, aber wir merken schnell: Doch, er erfüllt alle Klischees. Aber nun, wir brauchen halt ein Feindbild und können das Thema nicht mit Argumenten füllen, schon gar nicht in einem Kinderfilm. Bei der Recherche zu den Umständen nervt Mabel immer wieder ihre Professorin, die hier ein wenig den Mutterersatz wohl mimt, denn egal, wie wenig sich die Student an Regeln hält oder diese bewusst bricht, es wird immer noch teilweise mit Verständnis reagiert, von Konsequenzen keine Spur. So kommen wir auch in das geheime Labor eben jener Professorin.
Während wir hier mit ihrer Kollegin wenigstens eine erwachsene Person haben, die mal nicht mit Verständnis, sondern mit der angemessenen Verärgerung reagiert, kann Mabel natürlich sofort ihren Willen durchsetzen und transferiert sich in einen Bieber, mit dem sie andere in ihre Ruheoase locken will, damit der Autobahnbau gestoppt werden kann. Ab hier könnte der Film also endlich spannend werden, denn wir haben es endlich in den Bieberkörper geschafft und sind damit unter den Tieren, die wir damit auch verstehen können.
Aber so witzig, wie im Trailer angedeutet, ist der Teil leider nicht. Die witzigste Szene, die mich im Trailer jedes Mal abholen konnte, wirkt hier überhaupt nicht genutzt, und das zieht sich leider immer weiter durch. Denn statt sich wirklich mit dem Thema Naturschutz und was die Lebensräume der Tiere angeht bzw. den Vorteil der Tiere für die Menschen, zu beschäftigen, wird lieber auf den nächsten platten Gag gesetzt, der überhaupt nicht zündet. Denn war der Bieberanführer mit Hang zu Zumba noch eine gute Idee, so sind die Obersten der Reptilien, Vögel, Fische und Insekten nur noch eine Karikatur ihrer Spezies und repräsentieren machtgeile, aber handlungsscheue Politiker*innen. Hier fehlt jegliche Aussage oder Zusammenhang zur eigentlichen Thematik des Films.
Spätestens ab dem Punkt, wo die „bösen“ Nicht-Säugetiere das Labor überfallen und den Insektenkönig in eine Variante des Bürgermeisters stecken, hat der Film jegliches Niveau und Anspruch verloren. Kinder, die den Film sehen, lernen nur, dass Taten keine Konsequenzen haben, weil egal, wie viel schlimmer du alles für die Umwelt machst, wenn du bereust, ist doch am Ende alles okay. Und du kannst deine Freund*innen stark verletzen, sie werden trotzdem zu dir halten. Warum auch immer.
Ich wollte Hoppers wirklich mögen, aber leider zeigt sich hier wieder einmal, dass die Drehbuchschreibenden in Hollywood ihre Ideen nicht mehr durchdenken, sondern lieber irgendetwas produzieren, als drauf zu achten, dass irgendwie Ideenvielfalt und Lebensweisheit aufeinander trifft. Eben jenen Teil, den wir in einem Alles steht Kopf noch zu feiern wussten, und selbst ein Findet Nemo schon besser machen konnte.

Das Fazit

Hoppers mag irgendwo eine gute Grundprämisse haben, setzt aber lieber auf platte und unlustige Action, statt die wenigen guten Ansätze zum Thema konsequent zu nutzen und reiht sich daher in die Pixarenttäuschungen der letzten Jahre ein. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Hoppers läuft seit dem 05.03.2026 in den deutschen Kinos