Rückblick auf den Juli 2026

I’m back! Etwas überstürzt und ohne große Ankündigung bin ich in eine Auszeit gegangen, da ich umgezogen bin und alles etwas sehr stressig wurde. Daher kommt auch der Monatsrückblick verspätet, aber besser spät als nie, oder? Und auch, wenn durch den Umzugsstress viel liegen geblieben ist, und mir gerade die großen Kinostarts des vergangenen Monats noch fehlen, konnte ich doch viele Hörbücher verschlingen, weswegen zumindest der Lesemonat sehr ansehlich ist. Und damit blicken wir mal auf meinen medialen Monat zurück.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Chéri, ich komme – die Erfindung der Lust: Fanny und Thomas sind seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Nur, dass Fanny noch nie einen Orgasmus hatte und das Thomas all die Jahre verschwiegen hat. Unter Anleitung einer Sexualtherapeutin beichtet sie dies, was Thomas zunächst in eine Krise stürzt. Doch er ist auch Erfinder und Ingenieur und verspricht ihr ein Gerät zu entwickeln, mit dem sie mühelos kommen kann. Eine chaotische Reise beginnt. – Wer auch immer diesen peinlichen Titel im deutschen sich ausgedacht hat, schürt leider absoluten cringe Charakter, was der Film jedoch nicht ist. Sondern ein liebevolles Drama, an der ein oder anderen Stelle etwas zu drüber, aber es geht klar um die weibliche Lust, aber eben auch um eine Liebe, die alles überwindet. Erstaunlich gut.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Claw: Julia und ihr bester Freund Kyle sind auf einem Roadtrip nach LA, wo Julia einen Stand-up Auftritt hat. Doch ein Platten lässt sie in einer Geisterstadt stranden. Der einzige Bewohner Ray ist ihnen nicht geheuer und sie befürchten mitten in einem Horrorfilm gelandet zu sein. Was auch stimmt, allerdings, weil auf der Nachbarfarm ein Velociraptor ausbricht und dringend etwas zu essen braucht. – Hatte seine Momente, die Freundschaft der beiden Protas war ganz nett, aber darüber hinaus bietet er leider nicht so viel. Und das Ende war dann irgendwie nur noch verwirrend.

Methgator: Dante ist zurück in seiner Heimatstadt, nachdem sein Vater, der Sheriff, ihn um Hilfe gebeten hat. Denn bei einer Razzia wurde ein Meth-Labor hochgenommen. Allerdings hat ein Alligator eine Ladung gefressen und ist nun süchtig. Und es steht ein großes Fest an. – Instant Liebe an diesen Film. Er war mit dem Alligator so gut gemacht, dass er einen festen Platz auf meiner Favoritenliste bekommen hat.

Jurassic Expedition: Eine Raumschiffcrew wird auf einen neuen Planeten geschickt, um diesen zu erkunden. Dabei stoßen sie auf einheimische Wesen, die bedrohlich aussehen und deswegen von einigen zum Spaß geärgert werden. Bis sie sich rächen. – Absolute Rotze. Also, ich schau ja gerne Trashhorrorfilme, aber hier ist einfach alles schlecht. Habe wirklich nur mitgefiebert, ob auch wirklich alle Arschlöcher (aka alle Charaktere) sterben.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Die Odysee: An einen Christopher Nolan Film komm ich irgendwie nicht vorbei, zumal er die Filme auch immer stark fürs Kino inszeniert (und es hier vielleicht mit dem IMAX Format etwas übertrieben hat)

Spider-man 4 – Brand new day: Das MCU geht nach einer Erfrischungsphase weiter und die ersten positiven Stimmen lassen mich wieder hoffen.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Miracolous – Die Geschichten von Ladybug und Cat Noir – Staffel 1-2 (Nach unzählichen Empfehlungen der Serie aus dem Freundeskreis habe ich doch mal nachgegeben und mir gefällt die Charaktergestaltung schon sehr, auch wenn die Folgen an sich sehr repititiv sind)

True Detective – Staffel 4 (Nach einer langen Pause ist die Krimiserie unter neuer Regie zurück und kann mit dem female Lead absolut überzeugen. Auch das Setting im Norden Alaskas rund um Weihnachten brachte so viel Atmosphäre, das ich einfach nur wieder begeistert war)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 21
Seiten insgesamt: 6.387
Seiten pro Tag: 206 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 2
Comic/Manga/Graphic Novel: 9
Hörbuch: 9

Rollmopskommando: Längere Zeit war es ruhig in Fredenbüll. Doch dann wird die Bank überfallen und am Ende gibt es eine Tote. Doch scheinen sich die Aussagen zu widersprechen und Polizeiobermeister Thies Detlefsen steht vor einem großen Rätsel. Zum Glück bekommt er wieder Unterstützung von der Kieler Kollegin Nicole Stappenbek. – Durch den Sprecherwechsel beim Hörbuch hat der Band leider viel Charme eingebüßt. Auch die Geschichte konnte leider wenig überzeugen. Mal schauen, ob ich die Reihe weiter verfolge.

The Darlington 3 – Logan & Rose: Der Prozess rund um die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Richard Darlington geht in die finale Phase. Und weil es immer mehr nach einer Niederlage aussieht, mischt sich nun auch Logan ein. Der mittlere Sohn hat eigentlich vor vielen Jahren mit seiner Familie gebrochen, will aber nun eine Zeugin finden und für die Recherchen heuert er im Familienhotel als Küchenchef an. Dabei trifft er auf Rose, mit der er vor vielen Jahren einen One-Night-Stand hatte, den beide nicht vergessen können. Doch Rose hat Gründe, warum sie sich auf keinen Darlington einlassen will. Nur dass es ihr bei Logan immer schwerer fällt. – Auch der Abschlussband ist wieder stark geschrieben und bietet einen runden Abschluss der Reihe.

More than a doll 14-15: Marin und Gojo gestehen sich endlich ihre Gefühle. Doch auch danach wird es nicht einfacher, müssen sie doch erstmal austesten, wie sich ihre Beziehung anfühlt. Und dann müssen noch ihre Zukunftspläne zusammen passen. – Ein schöner Abschluss der Reihe, auch wenn mir das Ende etwas zu schnell ging. Da wären ein paar Seiten mehr schön gewesen.

Two can play: Viola bekommt die Chance ihre liebste Buchreihe in ein Videospiel zu wandeln. Doch dafür muss ihr Studio mit dem größten Konkurrenten zusammenarbeiten. Und dem gehört ausgerechnet Jesse an. Seit einem misslungenem Vorstellungsgespräch ist sich Viola sicher, dass Jesse sie hasst. Nur leider findet sie ihn sehr anziehend. Eine Teambuilding-Maßnahme auf einer Ski-Hütte soll für beide alles verändern. – Typischer solider Ali Hazelwood, der durch die Kürze sich aufs einfachste beschränkt und doch von den kleinen Details lebt.

FeuerFeder – Briefe an den König: Randalin findet sich von König Laurent ungerecht behandelt und erklärt ihm das in einem Brief. Der fühlt sich dadurch jedoch in seiner Macht angegriffen, was letztlich dazu führt, dass er Randalin zu seinem Berater machen will. Nur gibt es da ein Problem. Wegen der Kleidung hält der König Randalin für einen Mann. – Mein Monatshighlight. Das Spin-off zu Spielmannsbraut konnte mich absolut begeistern. Ich habe mit den Charakteren mitgefiebert, mochte ihre verschiedenen Ansichten und wie mit ihren Dickschädeln aneinander geraten sind, um dann wieder alles auszudiskutieren.

Süße Bisse 1-2: Hina ist keine klassische Vampirin, außerdem steht sie total auf Anime. Also zieht sie kurzentschlossen nach Japan und ihr Nachbar sieht auch noch genauso aus wie ihr Lieblingscharakter. Doch der hat ganz andere Probleme, ist doch ein Vampir bei ihm eingezogen und hat ihn unterworfen. Aber da kann Hina vielleicht helfen. – Die Grundprämisse klang gut, bei der Umsetzung war ich zunächst etwas skeptisch, aber die Geschichte konnte mich doch schnell überzeugen.

July found by Chance 2: Dan-o hat herausgefunden, dass sie nur eine Nebenfigur in einem Manhwa ist und den Launen des Autors folgen muss. Doch nach einem Unfall versucht sie herauszufinden, wem der rettende Rücken gehört. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn sie immer wieder Ortswechseln und Zeitsprüngen unterlegen ist. – Der Manhwa zu meinem liebsten (und ersten) K-Drama funktioniert leider nur bedingt in dem Format, aber die Geschichte ist weiterhin schön.

Fangirl 4: Cather und Levi sind endlich ein Paar. Doch dann wird Cathers Zwillingsschwester Wren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert und die Schwester nehmen sich im Haus ihres Vaters eine Auszeit. Und Cather hadert noch immer mit ihrem Studium und zeitgleich mit der Deadline für ihre Fanfiction. Schafft sie es sich ihren eigenen Dämonen zu stellen? – Eine sehr gehypte Reihe von mir kommt zum Ende und kann das Niveau der Vorbände leider nur bedingt halten. Habe viel übersprungen, aber die wesentlichen Punkte sind zum Ende gebracht worden.

Colliding Hopes – Driven Dreams 2: Prinzessin Aurora von Morena will nichts mehr mit der Formel 1 zu tun haben, seit ihr bester Freund bei einem Unfall verstarb. Doch Adrian Brunetti, der die gleiche Trauer teilt, zieht sie immer wieder an. Bis sie sich in einer schicksalshaften Nacht betrunken das Ja-Wort geben. Natürlich werden sie direkt die Scheidung einreichen. Oder doch nicht? – Leider eher enttäuschend, zumindest im Vergleich zu anderen Werken der Autorin, die ich eigentlich sehr schätze. Nehme dem Pärchen die Gefühle einfach nicht ab und so stark der Formel 1 Anteil auch ausgearbeitet ist, so konstruiert wirkt der Rest. Schade.

Mate: Serena ist der erste Mensch-Werwolf-Hybride und bei allen Spezies heiß begehrt. Daher nimmt Alpha Koen sie unter seine Fittiche, doch es gibt eine klare Regel: Er darf keine Beziehung und keine körperliche Nähe zu ihr haben. Doch das ist gar nicht so leicht. – Hatte mich Bride noch positiv überrascht, dreht sich Mate auf knapp 600 Seiten immer wieder im Kreis. Die beiden sind rollig aufeinander, aber das geht ja nicht, jammer jammer, kurzer Einschub irgendwas plottrelevantes und dann fangen wir wieder von vorne an.

Voll kein Typ 4-5: Die Sommerferien stehen bevor und damit auch das Sommerfest. Hagi nimmt all seinen Mut zusammen und fragt Kohaku um ein Date, was ihn jedoch nur noch mehr verwirrt. Suo schafft es noch immer nicht mit ihren Andeutungen Tokiwa auf die richtige Fährte zu bekommen. Währenddessen verbringen Asagi und Fuji immer mehr Zeit zusammen. – Einfach eine sehr süße Reihe und ich fühle jedes Pärchen sehr und will einfach nur wissen, wie es mit ihnen weitergeht.

Das Dschungelbuch: Das Gesetz des Dschungels steht seit jeher fest. Daran muss sich auch Tiger Shir Khan halten, auch wenn er die Wölfe bittet, ihm das Menschenjunge Mowgli auszuhändigen. Doch dies ist nur der Beginn von verschiedenen Abenteuern. – Ein Klassiker, der durchaus seine Stärken hat. Die nehmen aber stark ab, wenn es nicht mehr um Mowgli geht.

Mein Buchcafé in einer anderen Welt 4: Der neue Erlöser Yota ist am Boden zerstört. Er ist einfach nicht mächtig genug, um die Einwohner zu beeindrucken. Und dann ist da noch Tsukina, die seinen Avancen ausweicht. Nicht ahnen, dass Tsukina eine Erlöserin im Verborgenen und mit dem Hauptmann der königlichen Garde verlobt ist, nimmt er das dubiose Angebot nach mehr Macht an, das jedoch allen zum Verhängnis werden kann. – Ein weiterer cosy Fantasy Manga, den ich sehr gern mag. Bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Der Sternenstaubdieb: Loulie al-Nazari ist gemeinhin als Mitternachtshändlerin bekannt, hat sie sich doch auf Dschinnfundstücke aus der Wüste spezialisiert. Doch genau das wird ihr zum Verhängnis, als der Sultan sie verhaften lässt. Er hat es auf die berüchtigte Lampe mit einem gefangenen Dschinn abgesehen und schickt Loulie zusammen mit seinem Sohn auf eine Reise, die sie vielleicht nicht überleben werden. – Ein sehr starker Auftakt, der mich immer wieder kalt erwischt hat. Liebe die Welt, die auf den Mythen und Sagen aus 1001 Nacht basiert und die Wüste damit absolut lebendig macht.

Novel Haven 3 – Sound of Dreams: Aria ist zuständig für das Sounddesign bei Novel Haven und soll mit dem Synchronsprecher Felix zusammenarbeiten. Nur, dass der davon gar nicht begeistert ist und sie nicht versteht, was sie ihm getan hat. Zeitgleich hadert sie auch mit ihren Musiksstreams auf Twitch. Felix hingegen hat eigentlich gar nichts gegen Aria, hat aber Angst, dass sie von seinem Geheimnis erfährt und versucht ihr deswegen aus dem Weg zu gehen. Doch die beiden kommen sich immer wieder ungewollt näher und können die Anziehung irgendwann nicht mehr leugnen. – Der schwächste Band der Reihe. War leider stellenweise zu konstruiert und auch unlogisch, auch wenn ich die Themen mitunter mochte. Schade.

Spellbound 4: Eigentlich wollte Emma Hard nur eine Klientin beim Stadtrat verteidigen, trifft diesen jedoch verzaubert an. Alle verhalten sich wie kleine Kinder und das wird mit Zauberstäben schnell gefährlich für alle beteiligten. Also muss Emma nicht nur babysitten, sondern auch aufklären, wer dafür verantwortlich ist. Zeitgleich erfährt sie auch mehr über ihre eigene Herkunft. – Eine weitere süße Geschichte aus der Stadt Spellbound. So langsam ist Protagonistin Emma auch angekommen, was sie auch besser agieren lässt.

Miss Merkel 1 – Mord in der Uckermark: Ex-Kanzlerin Angela Merkel will eigentlich nur ihren Ruhestand in dem beschaulichen Ort Kleinfreudenstadt genießen. Bei einer privaten Besichtigung des Schlosses trifft sie den Schlossherrn jedoch in äußerst totem Zustand an. Und weil die örtliche Polizei nichts von ihrer Theorie des Mordes wissen möchte, fängt sie kurzerhand an, selbst zu ermitteln. – Ganz witzige Idee, deren Umsetzung ein wenig zu langatmig ist. Aber ich werd die Reihe vermutlich weiterverfolgen.

Die kleine Bäckerei in Brooklyn: Sophie hat gerade erfahren, dass ihr Freund, der immer so perfekt schien, bereits verheiratet ist und Kinder hat. Kurzerhand nimmt sie das Angebot ihrer Chefin an als Food-Bloggerin nach New York City zu ziehen. Dort bekommt sie eine Wohnung über einer süßen kleinen Bäckerei, deren Besitzerin Bella sie sofort ins Herz schließt. Dabei trifft sie auch auf deren Cousin und ihren neuen Kollegen Todd. Schnell unterliegt Sophie seinem Charme, nur leider hat Todd jeden Tag ein neues Date und Bella warnt sie direkt vor seiner Bindungsangst. – Funktioniert leider an ganz vielen Stellen nicht und romantisiert ein wenig problematisches Verhalten. Aber keine Angst, die Prota kann ihn bestimmt ändern (Ironie).

Was waren eure Highlights im Juli?

Solo Mio

Ein Vorwort

Kevin James ist in seiner Karriere bisher eher für seine komödiantischen Rollen bekannt. Vor allem die vielen Filme mit Adam Sandler haben gezeigt, dass mein Verständnis von Humor und seine Werke nicht wirklich kompatibel sind. Umso abgeneigter war ich von ihm in der Hauptrolle dieser Rom-Com. Aber das Setting in Rom hat mich überzeugt und ich muss sagen, zum Glück, denn so schlecht war der Film dann doch nicht. Mehr dazu in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels auf einer Filmklappe

Die Handlung

Matt Taylor erfüllt sich einen großen Traum und plant seine Hochzeit in Rom. Nur, dass seine Braut kalte Füße bekommt und ihn am Altar stehen lässt. Da er sein Flitterwochenpaket nicht mehr stornieren kann, nimmt er an den Paaraktivitäten als Single teil. Nebenbei lernt er in einem Café Gia kennen, die ebenfalls eine schwierige Trennung hinter sich hat. Die beiden kommen sich näher, doch Matt hat Angst ihr zu sagen, dass er vor ein paar Tagen noch heiraten wollte.

Meine Meinung

Wenn ich an außergewöhnliche Hochzeitslocations denke, ist Rom nicht unbedingt die erste Idee, die mir kommt. Aber die Stadt ist ein Setting, das irgendwie aus der Mode gekommen ist, und ein bisschen italienisches Lebensgefühl schadet ja auch nicht. So zog mich das ganze Drumherum viel mehr an, als der Trailer an sich. Und zunächst scheint es auch einfach der typische „am Altar verlassen“ Plot zu werden, aber irgendwie hatte der Film auch direkt einen gewissen Charme.
Aber beginnen wir am Anfang. Wir lernen Matt Taylor und seine Verlobte nur kurz kennen. Eine schöne Szene der beiden Lehrenden bei seinem Antrag umringt von ihren Schüler*innen. Schon sind wir in Rom und die Hochzeit soll in wenigen Minuten starten. Nur, dass die Braut verschwunden ist. Die verzweifelte Suche, das Finden des Briefs, der Versuch sie zurückzuholen. All das ist nicht neu, bildete aber auch nur die Grundlage. Denn der eigentliche Film beginnt erst, wenn Matt erfährt, dass er sein Flitterwochenpaket nicht stornieren kann.
Ab hier treffen wir auf zwei weitere Paare, die das gleiche Paket gebucht haben und jede auf ihre Art völlig überzeichnet und teilweise toxisch ist. Aber das ist hier tatsächlich verzeihbar, denn der Punkt ist klar: Matt war mit seiner Verlobten vermeintlich viel glücklicher, aber die anderen haben die Hochzeit zusammen durchgezogen. Die Frage des Warums steht hier immer wieder im Raum, aber machen wir uns nichts vor: Tiefgründige Antworten finden wir hier nicht.
Doch durch das Auftauchen von Gia bekommt der Film eine neue Richtung. Wir bekommen Hoffnung und vorallem trotz eigener Probleme ein gewisses Gefühl für die Leichtigkeit in der Mentalität der Italiener*innen. Vielleicht geht es mit den beiden ein bisschen schnell. Plötzlich befinden wir uns im Anwesen von Gias Familie, Andrea Boticelli taucht auf und neben Fanboy Momenten Matts und seiner Freunde, gibt es auch mal ein Liedchen. Was sich deplatziert anhört, harmoniert erstaunlich gut mit der Geschichte und so fühlt es sich trotz allem irgendwie rund an.
Auch der Humor ist entgegen meiner Befürchtungen größtenteils gut gewählt und ergibt sich eher aus den Situationen, als dass plumpe Oneliner fließen. So haben wir zwar ausgewählte Klischees, aber auch irgendwie erfrischende Charaktere, die so sehr nicht passen, das sie schon wieder wunderbar in diesen Film gehören. Es werden genügend Emotionen erzeugt, dass ich mit Matt mitgefühlt und Gia und seine neuen Bekanntschaften schnell ins Herz geschlossen habe. Denn Solo Mio will eben nicht viel. Keine große Geschichte, keine großen Gesten, keine großen Gefühle. Nur eine warmherzige süße kleine Geschichte, die in Italien wunderbar ansässig ist und irgendwie ein gutes Gefühl hinterlässt. Ein Film, der aber auch weiß, dass er nicht mehr ist und auch gar nichts größeres anstrebt. Und damit ist er einer der besten Rom-Coms, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Das Fazit

Solo Mio ist eine süße Rom-Com, die Fernweh nach Italien auslöst, die Geschichte rund, wenn auch mit einigen Ecken und Kanten erzählt und dabei lediglich gut unterhalten will, statt große Thematiken aufzuwühlen. Und das macht er auf gute Weise, wird jedoch nicht lange im Gedächtnis bleiben. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Solo Mio läuft seit dem 28.05.2026 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Juni 2026

Auf einen Monat voller Kinobesuche folgte direkt die große Flaute. Vereinzelte interessante Filme gerade zum Monatsende passten einfach nicht in den Zeitplan und werden daher geschoben. Privat standen auch viele Termine an, die einfach Zeit gefressen haben und dennoch konnten einige Bücher verschlungen werden. Mehr dazu in meinem heutigen medialen Rückblick:

Der Schriftzug "Mein Monatsrückblick" vor blauem Himmel mit Seifenblasen

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Nur einen Wiederholungstäter: Zum Jubiläum lief eine Wiederaufführung von Dirty Dancing, die ich mir angesehen habe.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Paddington in Peru: Paddington hat frisch seine britische Staatsbürgerschaft und damit seinen Reisepass erhalten, da erreicht ihn ein Brief, dass seine Tante vermisst wird. Dafür reist er mit der Familie Brown nach Peru, nicht ahnen, dass sie alle ein großes Abenteuer erwartet. – Nochmal deutlich überzeichneter als der grandiose zweite, aber immer noch auf einem Level, wo die Herzlichkeit der Geschichte überwiegt. Schöner dritter Teil.

Woodwalkers: Carag ist ein Gestaltenwandler und verlässt in seiner Kindheit seine Pumafamilie um fortan unter den Menschen zu leben. Dort kommt er aber nie richtig an und fühlt sich immer wie ein Außenseiter. Bis er das Angebot bekommt auf die Clearwater High zu gehen. Von außen ein normales Internat, aber dahinter verbirgt sich eine Schule für Gestaltwandler aller Art. Hier findet er endlich Anschluss und kann sich mit seiner animalischen Seite auseinander setzen. – Für einen deutschen Fantasyfilm vergleichsweise gut, hat aber an vielen Stellen – und vor allem schauspielerisch – große Schwächen.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Disclosure Day: Viel zeigt der Trailer nicht, aber Steven Spielberg als Regisseur reicht für mich schon, um einen Blick zu wagen.

Power Ballad: Eine neue Komödie mit Paul Rudd? Das kann funktionieren und der Trailer sah interessant genug aus, um es zu wagen.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Beastars – Staffel 1 (Interessanter Anime über das Zusammenleben von Fleisch- und Pflanzenfresser, der mich stellenweise mehr und mal weniger abholen konnte)

Jujutsu Kaisen – Staffel 3 (Die Meuchel-Spiele haben begonnen und nach einem kleinen Vorlauf, war ich wieder in der Geschichte drin und kann nun die Fortsetzung kaum erwarten. Weil wir irgendwie noch mittendrin waren zum Staffelende)

Criminal Minds – Staffel 15 (Die finale Staffel der Grundserie hatte noch ein paar gute Fälle, schafft es aber am Ende nicht 15 Jahre Seriengeschichte gut einzufangen und sich von allen Charakteren würdig zu verabschieden. Das ist sehr schade. Aber ich bin auch gespannt, was Evolutions nun kann)

Jurassic World – Camp Kreidezeit – Staffel 3 (Spinnt die Geschichte gut fort, auch wenn einige Charaktere durch ihr repititves Verhalten immer nerviger werden. Geht am Ende ein bisschen zu weit, um unbedingt an den zweiten Jurassic World Film anzuschließen)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 14
Seiten insgesamt: 4.726
Seiten pro Tag: 157 im Durchschnitt
Taschenbuch: 3
Comic/Manga/Graphic Novel: 5
Hörbuch: 6

Alles an dir: Pauline bekommt von ihrem Agenten gesagt, dass ihre Bücher keinen Verlag finden, weil sie nicht genug Leidenschaft haben. Kurz darauf trifft sie auf den Politiker Benedikt, der in ihr Gefühle auslöst, die ihr helfen, sie in den Büchern zu verarbeiten. Doch er sagt ihr von Anfang an, das seine Karriere Vorrang hat und er nichts ernstes sucht. Und Pauline ist nicht bereit für einen One-Night-Stand. – Absoluter Reinfall. Die Geschichte ist nicht durchdacht, die Charaktere agieren allesamt unlogisch und teilweise hochgradig toxisch.

Haikyu! 10: Hinata und Kageyama sind nach dem ersten Teil des Trainingscamps zerstritten und müssen für sich einen Weg finden, wie sie ihre Fähigkeiten und ihren gemeinsamen Angriff verbessern können. Gleichzeitig ringt Tsukishima mit sich, ob es sich überhaupt lohnt, so sehr an seinen Volleyballfähigkeiten zu arbeiten. – Die Geschichte wird tiefgründiger, da hier eine Menge Charakterbildung auf dem Plan stand.

Novel Haven 2 – Match of Fate: Natalys erster Twitch-Stream zu Novel Haven geht gehörig schief und sie legt sich ausgerechnet mit dem erfolgreichen E-Sportler Dylan an, was beide öffentlich in Bedrängnis bringt. Also beschließen sie eine Fake-Beziehung einzugehen, um ihre Fans zu beruhigen. Zeitgleich scheint jemand Dylans Karriere zerstören zu wollen. Können die beiden dies verhindern? Und wie gehen sie mit den aufkommenden Gefühlen zueinander um? – Guter zweiter Teil, der nicht ganz an den ersten Band herankommt, aber genug für die kommende Reihe über die Panthers anteasert, um mich neugierig zu machen.

More than a doll 13: Die Winter Comiket steht bevor – eine der größten Cosplay-Events im Winter. Gerade rechtzeitig hat Gojo noch das Cosplay zu „Gottes Auftrag“ fertig gestellt, nicht ahnend, dass Marin darin die gesamte Messe einnimmt und noch darüber hinaus auf sich aufmerksam macht. – Auch, wenn wir uns hier fast ausschließlich auf der Comiket befinden, wird die Entwicklung der Charaktere und die Gefühlswelt unglaublich voran getrieben und steuert langsam aufs Finale zu.

Das Kaufhaus der Träume: Penny besteht das schwierige Vorstellungsgespräch für Dallerguts Traum-Kaufhaus, wo auf den verschiedenen Etagen Träume aller Art angeboten werden. In neun Kurzgeschichten erfährt sie alles über die Traumarten und wieso die Wichtigkeit dieser nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. – Ein Buch zum träumen. Die kurzen Geschichten lassen es gut nebenbei lesen, doch die Tiefe der einzelnen Kapitel lässt einen auch viel Grübeln. Geheimtipp.

Lara – Der Anfang: Lara erbt überraschend das Haus ihres Großvaters, den sie seit einem Vorfall in ihrer Kindheit nicht mehr gesehen hat. Zusammen mit ihrer Freundin Bobby freut sie sich auf ein paar ruhige Wintertage am See. Doch ein Schneesturm überrascht sie und dann tauchen auch noch Fußspuren im Schnee auf, die nicht von ihnen sind. Wer treibt hier Spielchen mit ihnen? – Eigentlich ein starker Thriller, der mit dem typischen Eingeschneit-Szenrio spielt. Verliert sich leider am Ende zu oft in überraschenden Wiederbelebungen von Charakteren, wodurch es mich verloren hat.

Dawn of the Dragon 3: Taehyuk verspricht Hyo-un, dass er nicht mehr weggeht. Doch der Zustand des Drachen verschlechtert sich immer weiter und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es an seiner Anwesenheit liegt. Doch der Versuch möglichst viel Land zwischen sie zu bringen, scheitert und bringt nicht nur sie beide in Gefahr. – Wirkt die erste Hälfte noch sehr repititiv, ist es gerade die Vorgeschichte in der zweiten Hälfte, die diesen Band nochmal interessanter macht.

Prinzessin der 1000 Diebe 2 – Chosen: Korea steht kurz davor vollständig zerstört zu werden. Da findet Jia in den Archiven des Hong-Clans einen Hinweis, dass die Monster der Zeichnung eines Künstlers aus der Joseon-Zeit entsprungen sind. Sie beschließt in die Vergangenheit zu reisen und das Bild, sowie den Künstler, zu töten. Doch dort trifft sie auf unvorhergesehene Hindernisse und dann ist der Künstler auch noch äußerst charmant. – Während mir der erste Band nicht gefallen hatte, war der zweite erstaunlich gut und konnte mich vollständig in den Bann ziehen. Die Geschichte ist wesentlich logischer und das Setting in der Joseon-Zeit gut umgesetzt.

Wo die Sterne uns sehen: Ihr Job als Sozialarbeiterin bedeutet Willa alles, finanziert sie sich doch auch dadurch ihr Studium der Sozialen Arbeit. Dort trifft sie auf Elias, der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt, und ein Projekt für Angehörige von Verunglückten ins Leben rufen will, wofür er Willas Hilfe braucht. Doch diese hat ihr Herz nach einem Trauma verschlossen. Hat ihre Liebe eine Chance? – Das Buch macht viele schwierige, aber auch unglaublich wichtige, Themen auf und verpackt es in eine gute Geschichte. Zwischendurch war es mir etwas zu wirr erzählt und die beiden hatten zu viele zufällige Begegnungen.

Mrs. Potts Mordclub und der Tote in der Themse: Mrs. Potts trifft an der Grenze ihres Grundstücks eine völlig aufgelöste Ehefrau, die ihren Mann vermisst. Kurz darauf wird dieser tot aus der Themse gefischt. Zuletzt gesehen wurde er auf einer geschlossenen Veranstaltung, auf einem Boot. Was ist passiert und wie konnte niemandem auffallen, dass er fehlt? – Wieder ein guter Kriminalfall, der bis zum Ende spannend war. Nur die Auflösung nach der Auflösung am Ende war mir etwas zu viel.

Wild Wild Ghost: Robyn steht kurz vor ihrer Abschlussprüfung als Ghost-Agent. Dafür will sie ins Jahr 1899 reisen, um den Geist von John Cartwright zu erlösen. Dabei ist ihr geheimer Wunsch dem Verschwinden ihres Vaters auf den Grund zu gehen, was eigentlich zum Ausschluss von der Prüfung führt. Doch sie schafft es ihren Partner abzuhängen und zusammen mit dem Kopfgeldjäger Anthony Walker loszuziehen. Doch der Wilde Westen birgt so einige Gefahren. – Ich liebe dieses Buch! Aber es hat mich auch gebrochen und doch kann ich der Autorin keinen Vorwurf machen, weil es dadurch bis zum Ende absolut logisch, empowernd und eben nicht gezwungen ist. Gerne mehr davon.

Fangs 3: Gerade sind sich Ichii und En näher gekommen, als ein alter Feind Ichiis auftaucht und En entführt. Dabei erfährt er die unrühmliche Vergangenheit seines Partners, was sie nur näher zusammenschweißt. – Hier werden einige Themen aufgemacht, die die Handlung zwar nicht richtig voranbringen, aber den Charakteren mehr Tiefe gibt, was der Geschichte gut getan hat.

The Hitmans Fave 1: Owaru Endou ist als Profikiller für seine Präzision bekannt und heiß begehrt. Doch seine heimliche Leidenschaft gehört dem Idol Kaorin von Rosaceae für die er alles tun würde. Als sie entführt wird, lässt er nichts unversucht, um sie zu befreien und hängt schließlich seinen Job an den Nagel. Doch was macht ein ehemaliger Profikiller und nun Vollzeit-Fan? – Interessanter Ansatz, der bisher auch gut funktionierte. Die Frage ist, wie lange es aufrecht gehalten werden kann, bevor es repititiv wird.

The Darlington 2 – Ethan & Grace: Nach dem Unfalltod ihrer Zwillingsschwester trauert Grace noch immer und vergräbt sich in ihrer Arbeit als Zimmermädchen im Luxushotel The Darlington. Dort ist es ausgerechnet Partyboy und zweiter Sohn der Gründerfamilie Ethan Darlington, der ihr beisteht. Und beide müssen feststellen, dass sie auf der gleichen Seite stehen und das Knistern zwischen ihnen nicht mehr ignorieren können. – Ich hätte nicht gedacht, dass die Geschichte mit Ethan funktioniert, aber New Adult Meisterin Laura Kneidl konnte mich wieder einmal eines Besseren belehren. Gute Weiterentwicklung der Thematik und ich bin jetzt sehr auf den Abschluss gespannt.

Was waren eure Highlights im Juni?

Der Teufel trägt Prada 2

Ein Vorwort

Zwanzig Jahre nach dem erfolgreichen ersten Film, der bis heute ikonische Szenen beinhaltet, kam nun doch eine Fortsetzung in die Kinos. Bereits 2013 wurde ein zweiter Band der Buchvorlage veröffentlicht, doch Meryl Streep lehnte stets ab wieder in ihre Rolle der Miranda Priestly zu schlüpfen. Bis jetzt. Warum die Hoffnungen auf eine wirkliche Weiterentwicklung der Geschichte jedoch vergebens sind, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Titels mit Kinoticket auf einer Filmklappe.

Die Handlung

Vor 20 Jahren ist Andy Sachs aus der Redaktion der Modezeitschrift Runway ausgeschieden. Nun kehrt sie auf Bestreben des Eigentümers zurück, um einen Skandal zu reduzieren, und legt sich erneut mit Miranda Priestly an, die über diese Einmischung keineswegs begeistert ist.

Meine Meinung

Ich bin ganz ehrlich: Ich konnte den Hype um Der Teufel trägt Prada nie nachvollziehen. Ich fand ihn nicht witzig, ich fand das Verhalten von Miranda Priestly nie in Ordnung und Andy Sachs war auch nie sympathisch, wie sie mit ihren Freundschaften umging. Also habe ich bei der Ankündigung auf einen zweiten Teil nur müde mit der Schulter gezuckt. Aber nach einigem hin und her habe ich ihm doch eine Chance gegeben, weil ich einfach neugierig war, ob sie sich in zwanzig Jahren irgendwie weiterentwickelt haben.
Und zunächst sah es auch danach aus. Andy Sachs ist eine preisgekrönte Journalistin und kämpft mit dem weiteren Abbau von Stellen, da sich Printmedien einfach nicht mehr verkaufen. Aber dann wird ihr ein Job bei Runway angeboten und sie freut sich, wieder unter ihrer früheren Chefin zu arbeiten. Miranda Priestly kämpft nämlich gerade mit einem Skandal, den Andy durch gute Artikel gerade biegen soll. Natürlich will Miranda nichts davon wissen und behandelt Andy wieder herablassend und abwertend. So weit so bekannt und vorhersehbar. Aber hier versucht der Film wenigstens noch den Wandel im Journalismus zu zeigen und Miranda wird mehrfach durch ihre Äußerungen und Taten kritisiert. Die ikonische Mantelszene aus dem ersten Teil wird bewusst als nicht mehr zeigbar benannt, und der Wandel zu Onlineseite und Social Media wird behandelt.
Allerdings nur für ein paar wenige Minuten. Danach wird praktisch der gleiche Film nochmal gezeigt. Andy rennt verzweifelt hinter Miranda her und gibt ihr ganzes Leben auf, um von ihr angelächelt zu werden. Miranda darf immer noch sagen, was sie will, es wird aber halt mit einem „oh, das sagen wir nicht mehr“ ihrer Assistent kommentiert, woraufhin Miranda mit den Augen rollt und fortfährt. Keine Reflexion, keine Auseinandersetzung, nur ein stupides „Das dürfen wir sie unkommentiert nicht mehr sagen lassen“. Dann darf auch noch Emily Blunt wieder auftauchen und obwohl sie sich eine einzigartige Position erarbeitet hat, muss sie auch noch immer Miranda übertreffen und zeigen, dass sie ihr überlegen ist. Es ermüdet einfach nur.
Und das obwohl alle drei Schauspielerinnen Meryl Streep, Emily Blunt und Anne Hathaway in ihrer Karriere gezeigt haben, was in ihnen steckt. Aber hier geben sie das absolute Minimum, auch wenn Sonnenschein Meryl Streep hier noch am ehesten zeigt, was Schauspiel ist. Schade, dass sie hierfür doch nachgegeben hat und nicht standhaft bei ihrer Absage zu einem Sequel blieb.

Das Fazit

Der Teufel trägt Prada 2 erzählt praktisch die gleiche Geschichte nochmal und lässt alle halbwegs guten Ansätze in den ersten Minuten schon hinter sich. Eine ermüdende Geschichte über Charaktere, die in zwanzig Jahren nicht dazu gelernt haben. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Der Teufel trägt Prada 2 läuft seit dem 30.04.2026 in den deutschen Kinos

Nürnberg

Ein Vorwort

Bereits Ende 1945 fand der erste der insgesamte zwölf Nürnberger Prozesse statt, in denen die Kriegsverbrechen des Naziregimes vor Gericht gestellt wurden. Ein Meilenstein in der Gerichtsgeschichte, aber bis heute auch umstritten. Dennoch war ich an der Verfilmung des Hauptprozesses durchaus interessiert. Warum der Film in seiner Gesamtheit echt gut ist, aber auch seine Schwierigkeiten hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels auf einer Filmklappe arrangiert

Die Handlung

Der zweite Weltkrieg ist zu Ende und Herrmann Göhring wird festgenommen. In Nürnberg sollen er und weitere Führungsoffiziere angeklagt werden. Doch nicht nur die Rechtsprechung ist auf diesen Fall nicht vorbereitet, auch gilt es die Gefangenen bis zum Prozessende vom Suizid abzuhalten. Dafür wird Psychater Douglas Kelley engagiert, der sich fortan vornimmt gerade Göhring zu knacken.

Meine Meinung

In einer Welt, in der der Rechtsruck immer stärker wird, sind Filme über die Folgen eben dieses gar nicht genug zu betonen. Und das die Akteure des Nationalsozialismuses eben auch Menschen waren, die den Bau der Konzentrationslager angeordnet haben, nur weil sie sich über andere Menschen erhaben fühlten.
Genau damit befasst sich Nürnberg. Beziehungsweise mit den titelgebenden Prozessen. Dabei wird eine interessante Perspektive gewählt, denn der Hauptteil des Films zeigt uns Rami Malek als Psychater Douglas Kelley, der versucht hinter die Fassade von Herrmann Göhring zu blicken. Dabei setzt er bewusst die Sprachbarriere ein oder geht über Göhrings Frau und versucht eine Bindung aufzubauen. Dabei zeig sich vor allem eins: Göhring bereut nichts, sondern versucht sich als den Unwissenden darzustellen. Das ist zwar durchaus spannend anzusehen und verrät sehr viel über das Gedankengut der Täter, aber dadurch geraten die Prozesse an sich ziemlich in den Hintergrund.
Denn hierfür müssen erst einmal rechtliche Hürden überwunden werden, was ich persönlich durchaus spannender fand. Denn der Gedanke der Prozesse war eben die Täter nicht einfach hinzurichten, sondern ihnen einen fairen Prozess zu garantieren. Eben das, was sie unter ihrer Herrschaft nicht zugelassen haben. Um keine Märtyrer zuzulassen, sondern juristisch belegt, die Gräueltaten aufzuzeigen. So kommt es aber, dass der gerade einmal der erste Prozess überhaupt angesprochen wird, und auch hier, nur minimale Ausschnitte gezeigt werden.
Mit einer Lauflänge von 148 Minuten ist der Film nicht gerade kurz und dennoch kratzt er gerade einmal an der Oberfläche der Thematik. Ich glaube kaum, dass ich das schreibe, aber vielleicht wäre hier eine Serie das bessere Format gewesen. Tschernobyl hat gezeigt, wie das dramaturgisch funktionieren kann und dann hätten alle Elemente ihre benötigte Zeit bekommen.
Dennoch ist Nürnberg durchaus ein starker Film und das will ich ihm gar nicht absprechen. Er legt, gerade auch in einer der letzten Szenen, den Finger auf ein brankaktuelles Problem und zeigt, wie es in der Geschichte bereits einmal für unzählige Morde gesorgt hat. Und ich verstehe auch den Fokus den er hat, aber ich hätte mir dennoch eine leichte Verschiebung gewünscht. Auch schauspielerisch hat der Film einiges auf dem Kasten. Russel Crowe als Herrmann Göhring funktioniert, solange er kein überzeugendes Deutsch sprechen muss, sehr gut, er schafft es den Narzisten überzeugen zu verkörpern. Auch Rami Malek und Michael Shannon spielen ihre Rollen überzeugend, sowie der Nebencast rund um Richard E. Grant.
Zu guter Letzt noch eine kleine Content Note: In Nürnberg werden Originalaufnahmen aus Konzentrationslagern, auch Endlagern, gezeigt. Dabei wird sowohl der Zustand der Überlebenden, als auch die Berge an Leichen und die Tötungseinrichtungen gezeigt. Bitte entscheidet selbst, ob ihr euch in der Verfassung dazu fühlt.

Das Fazit

Nürnberg legt den Finger auf ein brandaktuelles Thema und erzählt dabei rein historische Ereignisse. Der Schwerpunkt auf Göhring Psychiater zu legen, funktioniert grundsätzlich, dadurch kommen die namensgebenden Prozesse jedoch relativ kurz. Dennoch eine interessante Aufarbeitung in beklemmender Atmosphäre. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Nürnberg läuft seit dem 07.05.2026 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll Bücher – 2/26 – Pride Month Special

Es ist Juni und damit Pride Month.

Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQIAP+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so auf ihren Kampf für Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen werden. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt und entfernen uns Tag für Tag mehr davon. Der Rechtsruck lässt Schutzräume kleiner werden und stärkt den Hass.
In diesem Beitrag soll es um ein paar Lesetipps gehen, die sich mit LGBTQIAP+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mir eure liebsten Bücher zu diesem Thema nennen.

Die mit * gekennzeichneten Büchern sind Rezensionsexemplare, die mir unabhängig von diesem Beitrag von den Autor*innen bereit gestellt wurden. Ich bedanke mich noch einmal dafür und kennzeichne diesen Beitrag daher als Werbung.

Die im Beitrag genannten Bücher nebeneinander aufgereiht mit Cover nach vorne, vor einem Bücherregal. Darunter ist ein Herz in den Pridefarben.

Wo wir bleiben

Die Handlung: Ash bekommt eine tödliche Diagnose und glaubt nur noch ein halbes Jahr leben zu können. Doch dann stellt sich heraus, dass die Diagnosen vertauscht wurden. Nur hat Ash bereits ihren Freund verlassen, ihre Wohnung gekündigt und ein Ticket nach Portugal gebucht. Und wozu Pläne ändern? Vor Ort trifft sie auf die Surflehrerin Martha und die verunfallte Tony. Zu beiden fühlt sie sich hingezogen, doch zunächst sind da innere Wunden, die heilen müssen.

Warum das Buch so wichtig ist: Während im Pride Month oft die immer gleichen Bücher vorgestellt werden und es gerade dieses Jahr (zurecht) vermehrt angeprangert wird, sind es gerade diese kleinen Bücher, die sich auch an andere Aspekte der Repräsentation wagen. So haben wir hier ein Buch über Polyamorie, das eine Beziehung zeigt, wo nicht alle drei involvierten Frauen in einer Beziehung sind, sondern Ash sich ihren Gefühlen für sowohl Martha als auch Tony stellen muss. Das unterscheidet es noch einmal von den wenigen Büchern, die ich bisher mit dieser Repräsentation gelesen habe, die ohnehin rar gesäht sind.

Wie Farben im Regen

Die Handlung: Caro und Sam sind das Traumpaar schlechthin am Internat Schloss Mare. Doch Sam scheint sich immer mehr von Caro abzukapseln. Bis er schließlich ein Coming Out vor ihr hat. Sam ist ein trans Mann und möchte mit der Transition beginnen. Die lesbische Caro möchte ihre große Liebe natürlich bei allem unterstützen, aber fragt sich auch, was das für sie als Paar bedeutet.

Warum das Buch so wichtig ist: Sich selbst als Trans zu identifizieren und die Transition durchzuziehen ist ein unfassbar wichtiges Thema und leider noch immer unterrepräsentiert. Aber hier wurde sich bewusst noch einmal für eine andere Perspektive entschieden. Wir haben nicht die Transperson im Fokus oder die Eltern, sondern die Partnerin. Und zwar die lesbische Partnerin, die sich ihrer Sexualität absolut sicher ist und auf einmal mit einem Mann zusammen ist. Der struggle in diesem own voice Roman ist so nachvollziehbar, denn natürlich will man für die Partnerperson da sein und weiß, wie schwer das Coming Out und die Transition ist, aber irgendwo sind da auch die eigenen Probleme und Gedankenstrudel, die auch Aufmerksamkeit brauchen.

Magie & Milchschaum

Die Handlung: Die tapfere Ork-Kriegerin Viv hat nach vielen erfolgreichen Schlachten eine neue Leidenschaft: Kaffee. Daher setzt sie sich zur Ruhe und eröffnet ihr eigenen Café. Doch dabei muss sie zunächst noch einige Hindernisse überwinden.

Warum das Buch so wichtig ist: Wir haben hier ein süßes kleines cosy Fantasy Buch mit High Fantasy Elementen. Was wir in der Regel in diesem Genre nicht haben, ist queere Repräsentation. Aber hier haben wir die Ork-Kriegerin Viv, die ganz nebenbei die Sukkubus Tandri kennenlernt, die ihr mit ihrem Kaffeehaus hilft und ganz nebenbei kommen sich die beiden eben näher. Hier ist der Fokus definitiv nicht auf der Liebesgeschichte, sondern die kleinen und größeren Probleme des Kaffeehauses, aber umso schöner ist es, dass dann eben nicht Standardmäßig auf das Heteronormativ zurückgegriffen wurde, sondern einfach ganz selbstverständlich queere Repräsentation enthalten ist.

Doppeltreffer*

Die Handlung: Kate kann nach vielen Hürden endlich an der Uni Erfurt dem Florettfechten nachgehen. Schade nur, dass ihr großes Idol Amelie den Sport inzwischen aufgegeben hat. Bis sie bei einem Freundschaftsturnier aufeinander treffen. Doch dies verläuft nicht wie geplant und beide bekommen die jeweils andere nicht mehr aus dem Kopf.

Warum das Buch so wichtig ist: Sportromance, but make it queer. Und im Gegensatz zu den ganzen „Trendsportarten“ wie Eishockey, haben wir hier halt Fechten. Und das von einer Autor*in, die nicht einfach irgendeine Sportart nutzen wollte, sondern ihre große Leidenschaft. Aber bevor ich mich zu sehr auslassen, wie cool das ist, kommen wir wieder zum eigentlichen Thema. Denn wir haben hier eine woman loves woman Story, mit Fangirlvibes und hier steht gar nicht so sehr das große Coming Out im Fokus, sondern die ganze einfache Frage: Was passiert, wenn ich mich in mein großes Vorbild verliebe und sie mich auf einmal auch liebt? Und wie viel komplizierter die Frage wird, wenn man auf das gleiche Geschlecht steht.

Prinzessin der 1000 Diebe

Die Handlung: Hana will nichts mit ihrer Familie zu tun haben, wurden sie und ihre Mutter doch aus der Gilde ausgeschlossen. Doch die Nachfolge steht an und ihr Vater hegt auf einmal Familiengefühle und will sie statt ihrer Stiefschwester als Clanführerin sehen. Doch da steht noch eine Prüfung auf Leben und Tod dazwischen. Zum Glück kann sie sich mit einem machtlosen Gott zusammentun, der ebenfalls noch eine Rechnung mit der Familie offen hat.

Warum das Buch so wichtig ist: Hier habe ich mich wieder einmal für ein Buch entschieden, dass auf dem ersten Blick gar nicht queer wirkt, denn unser love-interest – Mr. Tigergott – ist männlich und unsere Prota weiblich. Also eindeutig hetero. Aber eben nicht. Denn Mr. Tigergott hatte in der Vergangenheit auch eine Beziehung zu einem Mann. zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich nicht mehr genau weiß, wie er gelabelt wurde (bi, pan, ungelabelt), aber es wird deutlich, dass ein Teil des Pärchens nicht hetero ist. Und dass Beziehungen auch dann queer sind, wenn ein Teil nicht dem heteronormativ entspricht und gleichgeschlechtliche Beziehungen einen nicht weniger queer machen. Und zum Glück wird die frühere Beziehung hier auch nicht nur in einem Nebensatz erwähnt, sondern spielt eine größere Rolle, aber mehr möchte ich aus spoilergründen nicht verraten.

Edens Secret*

Die Handlung: Haru ist aus dem Hiatus zurück, doch noch immer kann er nicht über den Grund seiner Abwesenheit reden. Denn seit dem Liebesgeständnis seines Bandkollegen Honey, hinterfragt er seine Sexualität. Honey ahnt jedoch nicht, dass er im Halbschlaf seine wahren Gefühle ausgeplaudert hat und versteht nicht, wieso Haru ihn immer weiter von sich stößt. Bis eine Dancekompetition ansteht und Haru mit seiner früheren Partnerin und seinem größten Feind zusammenarbeiten muss. Können sie die Vorurteile einer gleich-geschlechtlichen Beziehung in Korea überwinden und zusammenfinden?

Warum das Buch so wichtig ist: Das Buch habe ich euch erst im letzten Monat vorgestellt und mein Plädoyer darüber abgelegt, weswegen es so wichtig ist solche Geschichten, die im immer noch sehr konservativ geprägtem Korea spielen, zu schreiben. Während im K-Pop nicht über Beziehungen gesprochen wird – weder queer, noch straight – dichten Fans gern ihre eigenen Geschichten zusammen und shippen verschiedene Member von Gruppen. Doch was, wenn es diese Gefühle wirklich gibt? Wie schafft man es nicht unter dem Druck unterzugehen? Vor allem, wenn man negative Erfahrungen gemacht hat oder sich noch gar nicht über seine eigene Sexualität im Klaren ist. Ein tolles Buch, das alle Themen dazu beleuchtet.

Was sind eure Empfehlungen zum Pride Month?

Michael

Ein Vorwort

Nachdem die Musikerbiopics nach ihrer Hochphase zum Glück ein wenig nachgelassen haben, wurde es dennoch Zeit sich mit einem Namen zu befassen, der bisher fehlte. Michael Jackson. Ein Künstler, der neue Maßstäbe setzte, eine ganze Generation prägte und am Ende nur noch für seine negativen Schlagzeilen bekannt war. Wie sollte so ein Film funktionieren? Nun, genauso, wie dieser. Mehr dazu in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels auf einer Filmklappe arrangiert mit Kinoticket und einem Mikrofon

Die Handlung

Mit gerade einmal acht Jahren steht der junge Michael Jackson zusammen mit seinen Brüdern als Jackson 5 auf der großen Bühne. Getrieben von seinem gewalttätigen und manipulierenden Vater muss er schon früh funktionieren und darf kein eigenes Leben, geschweige denn Freundschaften haben. Der Erfolg kommt und schnürt ihn immer weiter ein, doch er versucht sich zu lösen und seinen eigenen weg zu finden.

Meine Meinung

Ob man nun mit der Musik von Michael Jackson etwas anfangen kann oder nicht, Fakt ist, dass viele seiner Hits weltbekannt sind und einen so eigenen Stil aufweisen, dass sie direkt erkennbar sind. Doch mir war zum Beispiel nicht bekannt, welche bedeutenden Schritte hinter diesen Hits standen für einen BPoC Künstler. So war ich gespannt auf den Film, hatte aber auch meine Zweifel. Wie würde mit den noch immer im Raum stehenden Vorwürfen umgegangen werden, die nie bewiesen, aber auch nie widerlegt werden konnten, was bei der Thematik aber auch generell schwierig ist.
Nun, so weit geht der Film aber gar nicht, sondern behandelt die Jahre 1966 bis 1988, also die Zeit, wo die Jackson 5 das erste Mal auftreten bis Michael final ankündigt, keine Konzerte mehr mit seinen Brüdern zu geben. Dies war allerdings nicht die Anfangsversion, jedoch hatte der Film bereits im Vorfeld mit einigen Klagen zu kämpfen. So wurden alle Szenen rund um Diana Ross gestrichen und erste Darstellungen rund um die Missbrauchsvorwürfe. Gleichzeitig sollen sich andere Mitstreiter reingeklagt haben und generell hatte die Familie Jackson wohl einen großen Einfluss auf das Drehbuch.
Herausgekommen ist ein Film, der die schwierigsten Themen umschifft, und sich allein um die Geschichte der toxischen Familienverhältnisse durch den gewalttätigen Vater, der die Kinder isolierte und zu Höchstleistungen zwang, um die erfolgreiche Gruppe der Jackson 5 herauszubringen, über Michaels eigene Solokarriere und die finale Entsagung von seinem Vater und dessen erneuten Tourplänen. Dadurch ist es immer noch kein Feel Good Film, sondern ein knallhartes Drama, und es kann zu Recht Kritik an einigen Darstellungen geben. An sich ergibt sich aber eine runde Geschichte, die wichtige Aspekte aus der Karriere in den genanntene Jahren aufgreift und viele Charakterzüge einbaut.
Gleich am Anfang wurde es für mich jedoch schon schwierig, denn es gibt für Filme einfach keine Triggerwarnungen, und genau die hätte ich gebraucht, da hier detailliert gezeigt wird, wie Josef Jackson seine Söhne nicht nur psychisch unter Druck setzt und regelrecht drangsaliert in seinen Bestrebungen sie erfolgreich zu machen, um seinem eigenen Leben in ärmlichen Verhältnissen zu entkommen, sondern eben auch physisch misshandelt – sprich ihn verprügelt. Auch im weiteren Verlauf wird es nur bedingt besser, also wenn ein toxisches/gewalttätiges Elternhaus für euch Trigger enthalten kann, dann ist dieser Film für euch mit Vorsicht zu genießen. Passt auf euch auf!
Es wird glaubhaft dargestellt, wie Michael aufwuchs und immer erfolgreicher wurde, später auch als Solokünstler und wie eingeschränkt er doch in seinen Möglichkeiten war. Wie sehr er darauf bedacht war, sich und seinen Stil zu zeigen und doch gleichzeitig absolut unsicher wegen sich und seiner Erscheinung. Dies mag für Fans alles sehr oberflächlich wirken, da sie noch viel mehr dazu wissen, aber für mich als durchschnittliche Kinobesucherin, waren es genug Infos, um die Person Michael Jackson besser zu verstehen. Auch wichtige Ereignisse, wie der gesamte Pepsivorfall, waren Geschehnisse, die an mir komplett vorüber gingen. Diese aufgearbeitet eingearbeitet zu sehen, hat mir nochmal einiges vermittelt, was mir zuvor einfach nicht bewusst war.
Hervorzuheben sind hier auch die schauspielerischen Leistungen, vor allem von Jaafar Jackson, der seinem Onkel wie aus dem Gesicht geschnitten ist, und seine ikonischen Tanzbewegungen wunderbar erneut zum Leben erwecken konnte.
So blieb bei mir kein Auge trocken während des Films. Ich litt mit dem kleinen Jungen und dem heranwachsendem Mann, lernte und verstand mehr. Und gönnte ihm seinen Triumpf in der letzten Szene, in der er sich von seinem Vater lossagte.
Nur, um die Einblendung „Seine Geschichte geht weiter“ zu lesen, die möglicherweise auf einen zweiten Teil hindeuten könnte. Und ich kann nur sagen: Bitte nicht. Es war ein runder Film, ein runder Abschluss der Thematik. Alles weitere kann nur schief gehen und die bisherige Produktionsgeschichte zeigt bereits, dass hier viel mit Klagen zu rechnen ist und so viele Vorwürfe sind bis heute unaufgearbeitet, dass sich nicht gerade Hollywood daran setzen sollte. Schon gar nicht, wenn nur die Familie einer Seite der Klagen an der Produktion beteiligt ist.

Das Fazit

Michael schafft es den beschriebenen Zeitraum aus meiner Laiensicht filmisch gut rüberzubringen und schafft dabei große Emotionen, mitreissende Momente und zeigt den Charakter hinter der Legende. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Michael läuft seit dem 23.04.2026 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Mai 2026

Der Mai hatte sich wohl vorgenommen, der neue April zu sein und schwankte zwischen eisigen Temperaturen zu den Eisheiligen und heißem Sommerfeeling zum Ende. Und so ganz nebenbei habe ich es tatsächlich mal wieder öfter ins Kino geschafft als in all den Monaten zuvor. Und auch der SuB konnte zumindest ein bisschen wieder abgearbeitet werden, nachdem sich dort doch wieder einiges angesammelt hatte. Daher starten wir nun direkt in meinen medialen Rückblick:

Der Schriftzug "Mein Monatsrückblick" vor blauem Himmel umspielt von Seifenblasen

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Der Teufel trägt Prada 2: Vor 20 Jahren ist Andy Sachs aus der Redaktion der Modezeitschrift Runway ausgeschieden. Nun kehrt sie auf Bestreben des Eigentümers zurück, um einen Skandal zu reduzieren, und legt sich erneut mit Miranda Priestly an, die über diese Einmischung keineswegs begeistert ist. – Während man am Anfang noch hoffen konnte, dass die lange Zeit die Charaktere weiterentwickel hat, wird praktisch die gleiche Geschichte nochmal erzählt. Für Fans daher durchaus sehenswert.

Glennkill: Ein Schafskrimi: George Hardy ist Schäfer und lebt sehr zurückgezogen mit seiner Schafsherde, der er jeden Abend aus einem Krimi vorliest. Bis er eines Nachts ermordet wird. Zumindest ist das seiner Herde, allen voran Schäfin Lily, direkt klar, während der ortsansässige Polizist überfordert ist und daher Herzinfarkt eintragen lässt. Doch Lily, zusammen mit dem Widder Moppel und dem Einzelgänger Sebastian, versucht Hinweise zu finden und dem Polizisten zuzuspielen, so dass dieser doch mit den Ermittlungen beginnt. – Ein absolut liebevoller Krimi, der sich viel mit den Schafen und was sie bewirken können auseinander setzt und dabei nie den Krimifokus verliert.

Michael: Mit gerade einmal acht Jahren steht der junge Michael Jackson zusammen mit seinen Brüdern als Jackson 5 auf der großen Bühne. Getrieben von seinem gewalttätigen und manipulierenden Vater muss er schon früh funktionieren und darf kein eigenes Leben, geschweige denn Freundschaften haben. Der Erfolg kommt und schnürt ihn immer weiter ein, doch er versucht sich zu lösen und seinen eigenen Weg zu finden. – Leidenschaftliches Werk, der sich nicht wie ein reiner Wikipediaartikel anfühlt, dennoch teilweise oberflächlich bleibt und zwischen den Zeilen erzählt.

Nürnberg: Der zweite Weltkrieg ist zu Ende und Herrmann Göhring wird festgenommen. In Nürnberg sollen er und weitere Führungsoffiziere angeklagt werden. Doch nicht nur die Rechtsprechung ist auf diesen Fall nicht vorbereitet, auch gilt es die Gefangenen bis zum Prozessende vom Suizid abzuhalten. Dafür wird Psychater Douglas Kelley engagiert, der sich fortan vornimmt gerade Göhring zu knacken. – Ein interessanter Fokus auf ein wegweisendes Kapitel der Rechtsprechung, der in seiner Gesamtheit gut funktioniert, die namensgebenden Prozesse aber etwas vernachlässigt.

Solo Mio: Matt Taylor erfüllt sich einen großen Traum und plant seine Hochzeit in Rom. Nur, dass seine Braut kalte Füße bekommt und ihn am Altar stehen lässt. Da er sein Flitterwochenpaket nicht mehr stornieren kann, nimmt er an den Paaraktivitäten als Single teil. Nebenbei lernt er in einem Café Gia kennen, die ebenfalls eine schwierige Trennung hinter sich hat. Die beiden kommen sich näher, doch Matt hat Angst ihr zu sagen, dass er vor ein paar Tagen noch heiraten wollte. – Eine überraschend stimmige Rom-Com mit viel Herzblut, die mehr auf die Romantik und weniger auf die Comedy setzt und gerade damit punkten kann.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Wake up dead man: Pater Jud Duplenticy wird in eine kleine Gemeinde versetzt, die von dem toxischen Monsignor Jefferson Wicks geführt wird. Dabei entdeckt er Strukturen, gegen die er anzukämpfen versucht. Bis Wicks während einer Messe ermordet wird. Dies ruft Detektiv Benoit Blanc auf den Plan, der herauszufinden versucht, ob Duplenticy wirklich der Mörder ist, wie alle behaupten. – Der dritte Knives Out kann erneut mit einem völlig neuem Setting punkten, war an ein paar Stellen vielleicht ein bisschen zu viel des Guten und für mich erstaunlich unlustig, kann daher nicht mit dem ersten mithalten, aber ist wieder um Welten besser, als noch der Zweite.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Keine. Alle geplanten Filme konnte ich sehen.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Professor T – Staffel 4 (Die vierte Staffel kann mit abgewandeltem Cast weiterhin überzeugen, verliert aber etwas von ihrem Schwung)

MaiThinkX – Staffel 10 (Erneut eine interessante Themenauswahl, die gut aufgearbeitet und mit viel Witz verständlich erklärt wurden)

Pro Bono – K-Drama (Angefangen für den Hauptdarsteller Jung Kyung-ho, geblieben für die vielen tollen Charaktere und spannenden Fälle bis hin zu einem absolut pointierten Justizdrama. Große Empfehlung)

Dune: Prophecy – Staffel 1 (Netter Versuch spannende Elemente aus den Dune-Büchern zu vertiefen. Hat gut Kulissen und Darstellende, verliert sich aber in einer langweiligen Geschichte, die nicht so richtig auf den Punkt kommen will. Schade.)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 13
Seiten insgesamt: 4.522
Seiten pro Tag: 145 im Durchschnitt
Taschenbuch: 3
Comic/Manga/Graphic Novel: 4
Hörbuch: 5
E-Book: 1

Inferno für Anfänger: Die Freundinnen Mia und Cay haben sich ausversehen in die Luft gesprengt. Nun stehen sie am Scheideweg, ob Himmel oder Hölle für sie angemessen sind. Doch mit der Verteilung stimmt etwas nicht. So landet Cay direkt in den Armen des CEO der Hölle, der sie direkt zu seiner Stellvertreterin ernennt und dann verschwindet. Zusammen mit Mia versuchen sie das Verteilungssystem wieder zum laufen zu bringen, sich gegen ein Putschversuch zu stemmen und nebenbei den CEO wieder zu finden. Gar keine so leichte Aufgabe, wenn man keine Ahnung von der Bürokratie in der Hölle hat. – Ich hab die Demon Diaries der Autorin sehr genossen und war gespannt im ersten Roman mehr über Mia und Cay zu erfahren. Zwar waren viele Elemente sehr lustig, aber irgendwie hat die Geschichte über die Länge des Buches nicht so richtig funktioniert. Schade.

Meisterdetektiv Ron Kamonohashi 17: Alice Moriarty hat die letzten Vorbereitungen für ihren großen Schachzug gegen die World Detective Union getroffen. Da beruft diese trotz Proteste der Mitglieder Ron in die Leitung, der es nicht lassen kann, noch eine Zusatzwette mit Alice einzugehen. Das Spiel beginnt. – Der Showdown für ein weiteres großes Finale steht an, hier noch etwas uninteressanter, weil zunächst alle Weichen gestellt wurden. Aber ich kann den nächsten Band kaum erwarten.

Dawn of the Dragon 2: Taehyuk kommt dem Drachen Hyo-un immer näher und muss feststellen, dass er Gefühle entwickelt hat, weswegen er ihm nicht mehr vorschwindeln kann, dass er sein wiedergeborener Gefährte sei. Doch jede Trennung der beiden führt dazu, dass Hyo-uns Krankheitssymptome schlimmer werden. – Verliert ein bisschen den Fokus der Geschichte für den BL-Anteil, eröffnet der Geschichte aber neue Möglichkeiten. Ich bleibe gespannt, wie es weitergeht.

Edens Secret: Haru ist aus dem Hiatus zurück, doch noch immer kann er nicht über den Grund seiner Abwesenheit reden. Denn seit dem Liebesgeständnis seines Bandkollegen Honey, hinterfragt er seine Sexualität. Honey ahnt jedoch nicht, dass er im Halbschlaf seine wahren Gefühle ausgeplaudert hat und versteht nicht, wieso Haru ihn immer weiter von sich stößt. Bis eine Dancekompetition ansteht und Haru mit seiner früheren Partnerin und seinem größten Feind zusammenarbeiten muss. Können sie die Vorurteile einer gleich-geschlechtlichen Beziehung in Korea überwinden und zusammenfinden? – Auch im dritten Teil steckt so viel Liebe, aber auch berechtigte Kritik, an die K-Pop Szene in jeder Seite. Und gerade der queere Anteil macht es noch einmal wichtiger. – Werbung, Rezensionsexemplar

The Iced Caramel Coffee Agreement: Eleanore hat in Lower Wilby den Ruf absolut hilfsbereit zu sein und nie aus der Reihe zu tanzen. Doch insgeheim wünscht sie sich so ein bisschen mehr die Version ihrerselbst aus ihren Träumen zu sein. Als Dex Cartwright – gescheiterter Musiker und Bruder vom ortansässigen Barista – die Kleinstadt aufwirbelt, kann sie sich seiner Anziehung kaum erwehren. Und doch, weiß sie, dass er ihr nur das Herz brechen wird. – Nachdem der erste Band der Reihe für mich schwächer war als Kyra Grohs vorherige Bücher, bin ich hier wieder absolut schockverliebt! Die Geschichte ging mir unfassbar tief unter die Haut und ich habe jede Zeile geliebt und das Buch absolut verschlungen.

Feiern mit den Peanuts: Die Peanuts feiern 75-jähriges Bestehen und dieser Sammelband zeigt die wegweisensten Strips von den 1950er bis 1990er Jahren. Mit dabei natürlich Charlie Brown, sein treuer Hund Snoopy, und alle anderen bekannten Charaktere. – Eine schöne Repräsentation aus den Jahren mit den ikonischen Figuren und vielen tollen Ideen.

Spellbound 3 – Der Zwerg im Glassarg: Emmas Hexenfreundin Sophie wird verdächtig Schuld an dem Schlaf des Zwerges im Glassarg, der im Wald von Spellbound gefunden wurde, zu sein. Das kann die Anwältin so nicht stehen lassen und beginnt sich ins Datingleben zu stürzen, um die Wahrheit herauszufinden und Sophie zu entlasten. – Wieder ein toller Cosy Crime in der übernatürlichen Stadt Spellbound. War hier bereits deutlich mehr drin als in den vorherigen Bänden und habe mich mit den bekannten Charakteren sehr wohl gefühlt.

Novel Haven 1 – Levels of Love: Lara ist überglücklich. Ihr Spiel Novel Havel wurde für einen wichtigen Preis nominiert, der den Fortbestand der Entwicklung sichert. Dabei trifft sie auf Luca, der ausgerechnet ein direkter Konkurrent ist. Doch beide können die Anziehung zueinander nicht abschütteln. – Der beste Roman von Anabelle Stehl, den ich bisher gelesen habe. Das Setting war zwar für mich sehr ungewohnt, aber große Liebe an die Charaktere und Thematiken. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss leider in Novel Haven reinspielen.

Fahr nicht fort, stirb am Ort: Herrmann Thaddäus König ist Bestatter, doch das Geschäft läuft schlecht. Als er seinen guten Freund Manfred am Sterbebett erlöst, punktet er direkt bei seiner großen Liebe Emma, der Tochter von Manfred. Doch das Ereignis tritt eine Lawine los und plötzlich hat Herrmann allerhand zu tun. Nur, dass die meisten Leichen ungewollterweise auf sein eigenes Konto gehen. – Was zunächst ganz witzig klang, war leider weniger Satire, als ein reines Uppsi mit viel Alkohol. Konnte mich überhaupt nicht überzeugen, geschweige denn allein zum schmunzeln bringen. Leider ein Fehlkauf.

Spy x Family 15: In Berlint steht das Stadtfest an und nicht nur Familie Forger tummelt sich dort. Es kommt zum direkt Kampf der guten Freunde Pläne und Loid bekommt die Chance mit einigen einflussreichen Leuten zu sprechen. – Nachdem der letzte Band etwas langatmig war, begann dieser leider genauso. Aber nach dem ersten Drittel wurde es dann wieder deutlich spannender.

A Monsoon Rising: Talasyn und Alaric haben geheiratet. Nun müssen sie sich jeweils in den verfeindeten Imperien beweisen, Attentaten aus dem Weg gehen und weiter ihre vereinte Magie untersuchen. Doch was, wenn sie in ihrer arrangierten Ehe auf einmal Gefühle entwickeln? – Ein typischer zweiter Band, der aber die Charaktere und ihre Beziehung zueinander gut weiterentwickelt. Bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Blutgabe 1 – Ungezähmt: Die Welt gehört den Vampiren. Menschen gibt es fast nur noch in großen Zuchtfarmen. Von eben dieser flieht Red September und landet bei einer Gruppe extremistischer Vampire, die ihn trainieren, damit er Bluter, also Vampire ohne „wahres Blut“ tötet. Dort lernt er auch Kris kennen, der eigene Ziele zu verfolgen scheint. Zeitgleich steht Dr. Edwards in der Forschungsstation White Chapel vor einer bahnbrechenden Erkenntnis, die alles ändern könnte. – Was für ein Buch! Keine einfache Geschichte für zwischendurch, sondern ein langsamer Aufbau einer komplexen Welt mit vielen wissenschaftlich spannenden Aspekten und Überlegungen. Einfach Wow!

Pharaonenauge: Penelope hat überlebt und in ihr ist der Sonnengott Ra erwacht. Doch sie kann nicht auf ihre Kräfte zurückgreifen, wie andere. Zeitgleich schlummert in ihr der Kampf Ramses nicht mehr als Feind, sondern als ihren Lebensretter anzusehen, auch wenn er weiterhin mit dem Syndikat zusammenarbeitet. Doch mit der Weltenschlange Apophis droht ein ganz anderes Problem zu erwachen. – Auch hier ein zweiter Band einer Trilogie, der die Charaktere gut weiterentwickelt und damit die Startschwierigkeiten des ersten Bandes ausradiert. Ich bin sehr bereit für Band Drei.

Was waren eure Highlights im Mai?

Glennkill: Ein Schaftskrimi

Ein Vorwort

2005 kletterte der Debütroman der deutschen Autorin Leonie Swann in Windeseile auf die Spiegel Bestseller Liste und löste einen großen Hype aus. Ein Krimi aus der Sicht von Schafen klang so neuartig, dass ich das Buch ewig in den Buchhandlungen gesehen, aber nie zugegriffen habe. Zwar habe ich damals schon viel gelesen, aber Krimis waren zu der Zeit nicht mein Genre. Und jetzt 21 Jahre später, wäre so ein cosy Crime genau meins gewesen. Und da kam Working Title Film – eine britische Produktionsfirma – mit der Realverfilmung um die Ecke. Warum ich den Film sehr weiterempfehlen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels mit Kinoticket auf einer Filmklappe. Darüber steht ein Schafkuscheltier und schaut in die Kamera

Die Handlung

George Hardy ist Schäfer und lebt sehr zurückgezogen mit seiner Schafsherde, der er jeden Abend aus einem Krimi vorliest. Bis er eines Nachts ermordet wird. Zumindest ist das seiner Herde, allen voran Schäfin Lily, direkt klar, während der ortsansässige Polizist überfordert ist und daher Herzinfarkt eintragen lässt. Doch Lily, zusammen mit dem Widder Moppel und dem Einzelgänger Sebastian, versucht Hinweise zu finden und dem Polizisten zuzuspielen, so dass dieser doch mit den Ermittlungen beginnt.

Meine Meinung

Schafe als Protagonisten? Da war ich auf jeden Fall dabei. Doch als Ermittler in einem Kriminalfall? Wie sollte das funktionieren? Doch der Trailer sprach mich direkt an und ich erinnerte mich grob, dass Buch vor vielen Jahren schon mehrfach in Buchhandlungen gesehen zu haben. Schön ist zunächst, dass die Schafe untereinander für uns zu verstehen sind, aber die Menschen im Film nicht mit ihnen reden können. Dadurch ist keine direkte Fantasyebene drin und sorgt für eine Menge Missverständnisse, die zur guten Stimmung beitragen.
Aber fangen wir am Anfang an. Zunächst lernen wir George und seine Schafe kennen, ihre wichtigsten Eigenschaften, die so liebevoll erzählt werden, dass sie auch in Erinnerungen bleiben, da sie später noch wichtig werden. Dann schwenken wir ins Dorf und lernen dort die wichtigsten Bewohnenden kennen. Dabei sind einfach alle absolut überzeichnet, aber dabei zeitgleich so liebevoll charakterisiert, dass es direkt wieder funktioniert. Nehmen wir allein den Polizisten Tim Derry, der in seiner Karriere noch nie mit einem Mordfall zu tun hatte. Er ist völlig überfordert und hat überhaupt keine Routine, wie er vorgehen muss. Daher lässt er sich von den Leuten in seiner Umgebung leiten und beeinflussen, bis die Schafe ihm einen Krimi zukommen lassen, der ihm das wichtigste Grundwissen vermittelt. An diesem hangelt er sich dann auch lang und schafft es eigene Impulse zu setzen und über sich hinauszuwachsen.
Dennoch ist er immer wieder darauf angewiesen, dass die Schafe ihn in die richtige Richtung stupsen, auch wenn diese ab einem gewissen Punkt auch überfragt sind. Darüber hinaus lernen die schafe aber auch einiges über die Welt außerhalb ihrer Wiese, müssen über ihre Grenzen hinaus gehen und über sich selbst hinauswachsen.
Das Ganze wird mit so viel Liebe dargestellt, voller Witz, kleiner Details und trotz teilweise schwierigerer Themen, bleibt es cosy und ist einfach ein Feel-Good-Film. Die überzeichneten Charaktere werden mit der Zeit vielschichtiger und mehr als sie zunächst zu sein schienen. Da bekomme ich fast Lust, auf mehr Geschichten aus Denbrook.
Im Endeffekt ist es ein whodunnit für Einsteiger. Viele Hinweise tauchen zwischendrin bereits auf, dennoch konnte ich nicht sagen, wer es war, bis zur Auflösung. Einige Sachen wurden wohl auch für den Plot ein wenig verdreht, damit es zur Auflösung und zur Botschaft des Films passt, wie mir meine Landwirtschaftsinteressierte und Pflanzenexpertin – aka meine Kinobegleitung – nicht müde wurde, zu erzählen. Aber das konnte dem Film irgendwo verziehen werden, weil es hier gar nicht so sehr um die Logik hinter des Wies ging, sondern vielmehr um die Auflösung und die Hilfe der Schafe.
Und Lily und Moppel von Anke Engelke und Bastian Pastewka synchronisieren zu lassen, spricht übrigens auch sehr dafür ihn in deutscher Synchro zu schauen, die geben dem Ganzen noch einmal eine schöne Dynamik. Auch darüber hinaus wurde auf Darstellenden- und Synchronsprechendenseite keine Mühen und Kosten gescheut und ein tolles Ensemble zusammengestellt, die den Film gut zu tragen wissen.

Das Fazit

Glennkill: Ein Schafskrimi schafft es Klischees so aufzuarbeiten, das sie überwunden werden können, spielt mit den klassischen Whodunnit Elementen und überzeugt durch die liebevollen Charaktere und eben durch die Schafe. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Glennkill läuft seit dem 14.05.2026 in den deutschen Kinos

Edens Secret

Ein Vorwort

Anfang Dezember habe ich euch die ersten Bände aus der EdenS6 Reihe vorgestellt. Eine Reihe rund um eine fiktive K-Pop Band, die ich seit dem ersten Band absolut stanne und mich immer wieder auf die neuen Bände freue. Diesmal durften gleich zwei Mitglieder die Protagonisten werden, denn Autorin Ari N. Kang wagt sich an eine queere Story und das, wo Korea (leider) noch sehr hinterherhängt, was die Akzeptanz dieser angeht. Ich war also gerne wieder Leserin der ersten Stunde und freue mich euch den dritten Band der Reihe vorstellen zu dürfen.
Das E-Book wurde mir von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich dafür und kennzeichne diesen Beitrag als Werbung.

Das Cover auf einem E-Reader geklebt, der auf den vorherigen Bänden steht. Umrahmt von den Fotokarten der Member des Bandes, an der Seite ein Lightstick und vorne ein Bienenplüshie

Die Handlung

Haru ist aus dem Hiatus zurück, doch noch immer kann er nicht über den Grund seiner Abwesenheit reden. Denn seit dem Liebesgeständnis seines Bandkollegen Honey, hinterfragt er seine Sexualität. Honey ahnt jedoch nicht, dass er im Halbschlaf seine wahren Gefühle ausgeplaudert hat und versteht nicht, wieso Haru ihn immer weiter von sich stößt. Bis eine Dancekompetition ansteht und Haru mit seiner früheren Partnerin und seinem größten Feind zusammenarbeiten muss. Können sie die Vorurteile einer gleich-geschlechtlichen Beziehung in Korea überwinden und zusammenfinden?

Meine Meinung

Kurz vorm Pride Month wird das Thema queere Geschichten im K-Pop leider wieder brandaktuell. Denn Korea selbst ist, was die Akzeptanz angeht, leider auch noch ziemlich rückständig. Besorgniserregend und traurig wird es aber leider, da frisch die Nachricht aus Russland kam, dass eine junge Frau ins Gefängnis muss. Ihr Verbrechen: Sie hat auf einer Fanfictionseite eine Geschichte über zwei Stray Kids Member geschrieben und damit eine schwule Liebesgeschichte.
Mit der Frage, wie schwer es für Idols grundsätzlich mit dem Dating ist, hat Autorin Ari N. Kang bereits in zwei Bänden der EdenS Reihe behandelt. Doch diesmal ist sie noch einen Schritt weitergegangen und hat sich damit befasst, was wäre, wenn zwei Member der gleichen Gruppe sich ineinander verlieben. Oder sich nur einer von beiden verliebt und dies in einem unbedachten Moment unbewusst preisgibt.
So ist die Ausgangsituation in EdenS Secret. Haru wusste sich nicht zu helfen und ist mit dieser Information erst einmal in Hiatus (eine Auszeit von allen Aktivitäten im K-Pop). Doch Honey und sein Geständnis geht ihm nicht aus dem Kopf. Es folgt eine Reise, in der er sich mit seiner Sexualität auseinander setzen muss. Auf der anderen Seite haben wir Honey, der nicht weiß, was er da preisgegeben hat und der in der Vergangenheit bei einem unfreiwilligem Outing auch bereits sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Für ihn ist vom einen auf den anderen Tag ein guter Freund einfach verschwunden, der ihn fortan meidet. Er kämpft mit sich und seinen Gefühlen und will doch nur wieder den Ausgangspunkt zurück.
Denn das Idol-Dasein hat so schon genügend Stolpersteine, die hier mit dem Auftauchen von neuen Charakteren aus anderen Gruppen gezeigt werden. Denn mit Bone taucht Harus größter Konkurrent und erklärter Erzfeind auf. Mit seiner unfreundlichen Art bringt er den sonst eher ruhigen Member ziemlich auf die Palme. Doch dahinter steckt ein ziemliches Problem mit geplatzten Träumen, strengem Management und wenn das Konzept einer Band nicht aufgeht. Ich möchte hier nicht zu viel vorweg nehmen, aber die Autorin macht hier einige Ebenen auf, die sie aber auch gut umsetzt, ohne, dass das Hauptthema zu kurz kommt – und vielleicht wurden weitere Geschichten angeteasert, vielleicht interpretiere ich auch nur zu viel hinein. Ich werde auf jeden Fall berichten, sobald ein neues Abenteuer der Band EdenS6 in meinen Händen landet.

Das Fazit

Edens Secret nimmt sich einer gleichgeschlechtlichen Liebe an und kann die Thematik respektvoll und doch nah genug an einer möglichen Wirklichkeit im K-Pop behandeln. Mit vielen Insides aus dem Business schafft Autorin Ari N. Kang erneut eine mitreißende Geschichte rund um ihre Band EdenS6.