Die 93. Academ Awards – die Nominierten

In den April verschoben, Bedingungen angepasst und doch ist es bald wieder soweit: Die Academy Awards werden verliehen. Wie üblich werden die Filme nominiert, die im letzten Jahr (zumindest in den amerikanischen) Kinos liefen. Durch Corona ist alles ein bisschen schwieriger und zumindest ein Trend hat sich, in den letzten Jahren zwar schon angekündigt, aber durch Corona definitiv beschleunigt: Die Streaminganbieter sind ganz vorne mit dabei. Hier gibt es nun wie üblich die Übersicht über die Hauptnominierten (mind. 3 Nominierungen), wenn ich bereits eine Kritik dazu verfasst habe, verlinke ich euch den Beitrag, wenn ich noch keinen geschrieben habe, gibt es hier die Kurzkritik dazu.

Mank

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Nebendarstellerin, Beste Kamera, Beste Filmmusik, Bester Ton, Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up & Frisuren, Bestes Szenenbild

Die Handlung: 1940 soll Herman J „Mank“ Mankiewicz das Drehbuch zu Citizen Kane schreiben. Damit er sich nach einem Beinbruch gleichzeitig auskurieren und schreiben kann, wird er in eine abgelegte Ranch einquartiert. In Rückblenden werden Stationen seines Lebens gezeicht, viele verarbeitet er im Drehbuch.

Meine Meinung: Meine vollständige Kritik findet ihr

Das Fazit: Mank ist ein spannend geschriebener Film, der sich wunderbar auf die alten Zeiten besinnt und eines der bedeutendsten Filme aller Zeiten neu beleuchtet. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

The Father

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild

Die Handlung: Anne wohnt bei ihrem 80-jährigen Vater, der an Demenz leidet. Er glaubt, dass sie sich seine Wohnung unter den Nagel reißen will und glaubt, dass sie ständig etwas ändert.

The Father hat aufgrund der geschlossenen Kinos noch keinen Starttermin bzw. ist der geplante Termin aktuell der 22.04.2021. Daher gibt es leider keine Bewertung meinerseits.

Judas and the Black Messiah

Nominiert für: Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Nebendarsteller (2x), Beste Kamera, Bester Filmsong

Die Handlung: William O’Neal wird vom FBI angeworben, um an den Vorsitzenden der Black Panther Bewegung Fred Hampton ranzukommen.

Judas and the Black Messiah hat aufgrund der geschlossenen Kinos noch keinen Starttermin. Daher gibt es leider keine Bewertung meinerseits.

Minari – Wo wir Wurzeln schlagen

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Beste Nebendarstellerin, Beste Filmmusik

Die Handlung: In den 1980er Jahren zieht Familie Yi nach Arkansas, um dort eine Farm für koreanisches Gemüse aufzubauen. Doch das funktioniert nicht so richtig, was immer wieder zu Streitereien zwischen den Eltern führt. Der Sohn versucht unterdessen eine Beziehung zur Großmutter aufzubauen.

Minari hat aufgrund der geschlossenen Kinos noch keinen Starttermin bzw. ist der geplante Termin aktuell der 08.07.2021. Daher gibt es leider keine Bewertung meinerseits.

Nomadland

Nominiert für: Bester Film, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Beste Kamera, Bester Schnitt

Die Handlung: Fern reist als modernde Nomadin durch die USA, nachdem ihre Heimatstadt einen wirtschaftlichen Zusammenbruch erlebt hat. Dabei trifft sie auf allerhand Menschen und besteht in den verschiedensten Jobs.

Nomadland hat aufgrund der geschlossenen Kinos noch keinen Starttermin bzw. ist der Start für Disney+ geplant, dort gibt es aber auch noch keinen Starttermin in Deutschland. Daher gibt es leider keine Bewertung meinerseits.

Sound of Metal

Nominiert für: Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bester Ton, Bester Schnitt

Die Handlung: Ruben Stone ist Schlagzeuger eines Duos und reist mit seiner Freundin Lou von einem Gig zum nächsten. Bei einem Soundcheck hat Ruben auf einmal Probleme mit dem Hören. Ein Arztbesuch später weiß er, dass er nur noch 25% Hörleistung auf beiden Ohren hat. Lou bricht die Tour ab, damit Ruben sich einer gehörlosen Wohngemeinschaft anschließen kann, die ihn weitgehend von der Außenwelt isoliert.

Meine Meinung: Sound of Metal mag viele erst einmal abschrecken, die mit Metal nichts anfangen können. Ich als Metalhead hingegen habe immer wieder die Aussage bekommen, dass das ja total mein Film sei. Man sollte sich allerdings bewusst machen, dass es hier sehr wenig um Metal und die Konzerte geht, sondern vielmehr um Ruben und seinen Weg mit dem plötzlichen Gehörverlust umzugehen. Gut finde ich, dass im Dialog mit dem behandelnden Arzt keine Wertung vorkam, nach dem Motto: Selbstschuld, wenn sie immer so laut Schlagzeug spielen, sondern dass der Grund (zumindest im Film) nicht vollständig diagnostiziert wurde. Rubens Eingliederung in die Wohngemeinschaft verläuft nicht konfliktfrei, was auch nicht zum sehr eigensinnigen Charakter gepasst hätte. Stattdessen eckt Ruben mit seiner Art immer wieder an. Er ist genervt von der Situation und lässt dies gerne an seinen Mitmenschen aus. Eine Reaktion, die aber absolut ehrlich und ungeschönt ist. Und genau darauf versteht sich der Film: Die ungeschönte Wahrheit über die Situation, mögliche Auswege und mögliche Akzeptanzwege. Kein Allheilmittel, sondern Möglichkeiten. Die besten Gewinnchancen dürfte der Film wohl in der Kategorie Bester Ton haben. Der Wechsel zwischen dem, was jemand mit intakter Hörleistung hören kann und dem, was Ruben hört, ist brilliant abgepasst und unterstreicht den Unterschied und die Probleme mit denen betroffene zu kämpfen haben.

Das Fazit: Sound of Metal versteht mit dem gewählten Thema unkonventionell, aber sehr respektvoll umzugehen.  Dennoch ist die Erzählstruktur sehr gewöhnungsbedürftig. Dafür gibt es 06 von 10 Punkten.

The Trial of the Chicago 7

Nominiert für: Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Nebendarsteller, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Filmsong

Die Handlung: 1968 kommt es beim Parteitag der Demokratischen Partei zu geplanten friedlichen Protesten verschiedener Bewegungen. Durch eine Ausgangssperre eskaliert das ganze. Wenig später müssen sich acht Männer vor Gericht verantworten.

Meine Meinung: Die erste Frage ist natürlich, wenn es acht Angeklagte sind, warum ist es dann the Trial of the Chicago 7? Das wird allerdings nach der Hälfte des Films geklärt und daher möchte ich die Antwort nicht vorwegnehmen. Bei so vielen Angeklagten, dann kommen noch Richter und Anwälte dazu und natürlich die verschiedenen Bewegungen, ist es schwierig den Überblick zu behalten. Gerade am Anfang werden sie alle einmal kurz vorgestellt und ihre Beweggründe erklärt, hier sich alle Namen zu merken, ist kaum möglich. Doch der Film funktioniert im darauffolgenden Justizdrama auch ohne, da durch die klare Aufteilung im Gerichtssaal die Seiten geklärt sind. Was dann folgt ist inszenatorisch wirklich gut, vom Inhalt her, aber sehr krass. Ich musste mehrfach schlucken und das gesehene hat mich auch danach noch eine ganze Weile beschäftigt. Erzählerisch wechselt der Film zwischen Szenen im Gerichtssaal und Rückblenden, meisten erzählerisch aufbereitet von Abbie Hoffmann (Cohen) als Teil seines Comedy Stand-ups. Dadurch wirkt der Film lockerer, als er durch das erzählte ist, was ihn aber grundsätzlich sehr angenehm zum schauen macht. Schauspielerisch ist der Film gut besetzt, mit Namen, wie Cohen, Redmayne, Strong, Lynch, Rylance oder auch Gordon-Levitt. Leider bleibt die Seite der Staatsanwaltschaft etwas blass, da sich sehr auf den Richter – wobei auch hier die Frage ist, ob hier nicht etwas überdramatisiert wurde, oder ob sich der Richter wirklich so verhielt – und die Verteidgung konzentriert wurde.

Das Fazit: The Trial of the Chicago 7 ist stark gespielt, stark inszeniert, für ein Gerichtsdrama auch spannend erzählt, aber auch thematisch schwer zu verdauen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Ma Rainey’s Black Bottom

Nominiert für: Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bestes Make-up & Frisuren

Die Handlung: 1927 in Chicago soll „Ma“ Rainey eine Platte aufnehmen. Die „Königin des Blues“ macht es den Plattenmanagern Sturdyvant und Irvin dabei nicht einfach. Gleichzeitig kommt es zu mehreren Gesprächen der Bandmusiker im Proberaum.

Meine Meinung: Ma Raineys Black Bottom ist als Kammerspiel inszeniert, was durch die Theatervorlage sich anbietet. Sie spielt fast ausschließlich im Aufnahmestudio bzw. im dazugehörigen Proberaum. Wie bei Theaterstücken üblich, liegt der Fokus auf den Dialogen, die die Darsteller aber sehr lebhaft rüberbringen. Hier sind Chadwick Boseman und Viola Davis für ihre Performance nominiert und die sind auch definitiv gerechtfertigt, aber grundsätzlich könnte man hier den ganzen Cast nominieren, denn gerade das Zusammenspiel führt zu dem Schwung, der im ganzen Film nicht nur im Soundtrack zu spüren ist. Zudem schaffen sie es den Wechsel zwischen Beschwingtheit und dramatischen Dialogen in sekundenschnelle zu spielen. Wesentlich herausragender ist hier jedoch der Soundtrack, weswegen es umso schader ist, dass dieser bei den Academy Awards gar nicht berücksichtigt wurde. Wirklich gestört hat mich lediglich das Ende, das irgendwie nicht so richtig zur restlichen Stimmung passen will. Man könnte sie mit einer vollständigen Eskalation des Charakters begründen, aber es war so ein unnötiges Ende.

Das Fazit: Ma Raineys Black Bottom ist ein stark gespieltes Kammerspiel, mit Schwerpunkt auf den Dialogen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Promising Young Woman

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Bester Schnitt

Die Handlung: Nach dem Selbstmord ihrer besten Freundin bricht Cassie ihr Medizinstudium ab. Stattdessen arbeitet sie in einem Café. Doch abends geht sie in Bars, tut so, als wäre sie betrunken und wenn Männer ihre Situation dann ausnutzen wollten, erteilt sie ihnen eine Lektion. Bis sie einen früheren Kommilitonen trifft und sie sich wieder mit dem Suizid ihrer Freundin auseinander setzen muss.

Promising Young Woman hat aufgrund der geschlossenen Kinos noch keinen Starttermin bzw. ist der geplante Termin aktuell der 29.04.2021. Daher gibt es leider keine Bewertung meinerseits.

Neues aus der Welt

Nominiert für: Beste Kamera, Beste Filmmusik, Bester Ton, Bestes Szenenbild

Die Handlung: Jefferson Kyle Kidd zieht durch Texas, um in den Orten die Nachrichten zu lesen. Auf seinem Weg trifft er auf Johanna, die nach der Ermordung ihrer deutschen Eltern von Indigenen aufgezogen wurden. Nun soll sie zu ihrer Tante und ihrem Onkel gebracht werden. Da der zuständige Beamte aber erst in drei Monaten zurückkehrt, nimmt er sich kurzerhand selbst der Aufgabe an. Doch der Weg ist voller Gefahren.

Meine Meinung: Meine vollständige Kritik findet ihr hier.

Das Fazit: Neues aus der Welt ist ein gut gespielter, ruhig erzählter und vor allem realitätsnaher Western, der auf große Schießereien und allerlei Klischees verzichtet. Stattdessen sind wir hier ganz nah an den Charakteren erzählt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

One Night in Miami

Nominiert für: Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Filmsong

Die Handlung: 1964 wird Cassius Clay Champion im Boxen. An diesem Abend trifft er sich mit Malcolm X, Sam Cooke und Jim Brown. Es folgt eine Nacht voller Gespräche über ihre Situation, ihre Pläne und ihre Zukunft.

Meine Meinung: Ein weiterer Film, der auf einem Theaterstück basiert und daher größtenteils als Kammerspiel inszeniert wurde. Doch im Vergleich zu Ma Raineys Black Bottom, ist in One Night to Miami wesentlich mehr Bewegung. Auch wenn sich der Film am Anfang Mühe gibt, die vier Herren vorzustellen, sollte man dennoch zumindest rudimentäres Hintergrundwissen haben, um die folgenden Dialoge besser zu verstehen. Und gerade die haben es in sich. Intelligent geschrieben und unglaublich tiefgründig, kommt jeder von den vieren zu Wort und darf seine Sicht auf die Welt schildern. Hier geht es vordergründig um den Protest gegen die Unterdrückung und welche Wege dafür eingeschlagen werden, doch auch wenn die Ideen für die Zeit sprechen, in der der Film spielt, haben sie noch immer eine brandaktuelle Bewandnis. Regina King gibt mit One Night in Miami ihr Regiedebüt und eins weiß ich: Ich möchte gerne mehr Filme von ihr sehen. Darstellerisch war der gesamte Cast gut gewählt. Leslie Odom Jr. steht mit seiner Nominierung wohl stellvertretend für das Ensemble. 

Das Fazit: One Night in Miami ist ein brilliant geschriebener Film, der es weiß auf die feinen Details der Sprache einzugehen und alle Meinungen gleichberechtigt darzustellen. Dafür gibt es 08 von 10 Punkten.

Soul

Nominiert für: Bester Animationsfilm, Beste Filmmusik, Bester Ton

Die Handlung: Joe Gardner ist eigentlich leidenschaftlicher Jazzpianist, versauert aber in einem Lehrerjob. Bis er eine einmalige Chance bekommt – und kurz darauf einen schweren Unfall hat. Seine Seele ist bereits auf dem Weg ins Jenseits, doch Joe will das nicht akzeptieren und landet im Davorseins. Hier sammeln sich alle Seelen zur Vorbereitung auf die Erde. Joe sieht seine Chance in seinen Körper zurückzukommen und landet im Mentorenprogramm für neue Seelen. Doch Seele 22 hat keine Ambition auf die Erde zu kommen. 

Meine Meinung: Meine vollständige Kritik findet ihr hier.

Das Fazit: Soul ist ein Film, der mit seiner Idee und vielen Teilen seiner Umsetzung vieles richtig macht. Lediglich einige Witze kommen zu kurz, der Film hat gerade am Anfang ein paar Längen und leider holt mich der Film nicht final ab. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

 

Die 92. Academy Awards – Die Nominierten

Erstaunlich früh diesmal, aber dennoch ist es bereits wieder soweit. Die Oscarverleihung steht bevor. Im 92 Jahr der Verleihung werden wieder Filme aus dem Jahr 2019 ausgezeichnet. Hier soll es nun eine Übersicht über die Hauptnominierten geben. Wenn ich bereits eine Kritik verfasst habe, verlinke ich sie hier. Über alle Filme, die ich in der letzten Woche noch schnell nachgeholt habe, findet ihr hier eine Kurzkritik.

Joker

Nominiert für: Bester Film, beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt, Bester Ton, Beste Filmmusik, Bestes Make-up und Frisuren, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) lebt zusammen mit seiner Mutter in einer schmutzigen kleinen Wohnung und versucht mit Clown-Jobs über die Runden zu kommen. Zu kämpfen hat er mit einem schmalen Selbstbewusstsein und einer psychologischen Erkrankung, die ihn in den unpassendsten Momenten laut auflachen lässt. Sein Leben besteht immer wieder aus Rückschlägen und Erniedrigungen, bis er eine zweite Identität in der Rolle eines gefährlichen Clowns entdeckt. Der Wandel zum Joker steht bevor.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Joker überzeugt in Inszenierung und mit seinem grandiosen Hauptdarsteller. Dennoch bietet er Diskussionsmaterial in positiver und negativer Weise.

1917

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bester Tonschnitt, Bester Ton, Bestes Szenenbild, Beste Filmmusik, Bestes Make-up und Frisuren, Beste visuellen Effekte

Die Handlung: Lance Corporal Tom Blake (Dean-Charles Chapman) und Lance Corporal William Schofield (George McKay) werden zum General (Colin Firth) beordert. Dieser hat den wichtigen Auftrag die beiden zu Colonel Mackenzie zu schicken, um den bevorstehenden Angriff abzublasen, da es sich um einen Hinterhalt der Deutschen handelt. Dafür müssen sie durch Niemandsland. Da Blakes Bruder in der Einheit Mackkenzies ist, ist er sehr motiviert den Auftrag auzuführen.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: 1917 ist ein von der Grundidee her sehr undramatischer und realistisch gehaltener Kriegsfilm, der aber gerade durch den Realismus bestürzt und dadurch lange im Gedächtnis bleibt.

The Irishman

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller (2x), Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Beste visuellen Effekte

Die Handlung: Der Ire Frank Sheeran (Robert de Niro) gelangt in den 1950er Jahren auf den Radar der Bufalino-Familie, einer Mafia Familie in Pennsylvania. Dort lernt er den Oberhaupt Russell (Joe Pesci) kennen. Über ihn wird er zum Leibwächter des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Al Pacino).

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: The Irishman ist mit 209 Minuten sehr lang. Dennoch besticht er über die gesamte Länge mit spannenden Elementen, guten Darstellern und einer einmaligen Optik. Für das optimale Sehvergnügen sollte man jedoch ein Liebhaber von Mafiageschichten sein. Denn wer vorher damit nichts anfangen konnte, kann es auch nach The Irishman nicht.

Once upon a time in Hollywood

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Kamera, Bester Tonschnitt, Bester Ton, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: 1969. Rick Dalton (Leonardo diCaprio) war in den 1950er Jahren mit der Westernserie Bounty Law sehr erfolgreich, bekommt aber kaum noch vernünftige Rollenangebote und fürchtet daher um seine Karriere. Sein Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) ist als bester Freund stets an seiner Seite und verrichtet für ihn auch außerhalb des Sets viele Arbeiten. Zeitgleich ziehen gegenüber von Dalton Roman Polanski und Sharon Tate (Margot Robbie) ein. Während Dalton einen Tag am Set verbringt und Tate sich ihren eigenen Film im Kino ansieht, begegnet Booth der Manson-Familie.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Once upon a time in Hollywood ist eine gelungene Momentaufnahme des Lebens in Hollywood, mit wenig Handlung und wenig Bezug zu den Manson-Morden. Wer sich damit anfreunden kann, bekommt einen gewohnt hochwertigen Tarantinofilm, der einmal mehr beweist, dass Tarantino sein Handwerk versteht.

Jojo Rabbit

Nominiert für: Bester Film, Beste Nebendarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Johannes „Jojo“ Betzler (Roman Griffin Davis) ist ein Hitlerjunge während des zweiten Weltkriegs. Sein imaginärer bester Freund ist niemand geringeres als Adolf Hitler (Taika Waititi). Doch eines Tages muss er entdecken, dass seine Mutter ein jüdisches Mädchen versteckt.

Meine Meinung: Jojo Rabbit ist ein Film, bei dem ich die ersten 10-20 Minuten überlegen musste, ob ich wirklich darüber lachen möchte. Doch der Film schafft es ziemlich schnell klar zu machen, dass in jedem Witz auch ein Stück Kritik steckt, so dass eigentlich niemand den Film in seiner Aussage missverstehen kann. Und so schaut man amüsiert dem fröhlichen Treiben in der Hitlerjugend zu. Schnell bekommt man auch ein Gefühl, wieso damals so viele begeistert in solchen Camps dabei waren. So schafft es Taika Waititi neben der Kritik am damaligem System und Glauben und vorallem am Holocaust, eine lustige, aber auch dramatische Geschichte zu erzählen. Vor allem die Gespräche zwischen Jojo und Elsa, wo also Hitlerjunge auf Jüdin trifft, zeigen, wie Vorurteile auf Realität treffen und wie man diese überwinden kann. Während die erste Hälfte noch überwiegend durch witzige Einspieler geprägt ist, vor allem Sam Rockwell und Alfie Allen sorgen für einigen Witz, ist die zweite Hälfte durchaus dramatischer und sorgt für so mache Träne. Es ist aber vor allem Scarlett Johannson, die hier auftrumpft. Die innere Zerissenheit zwischen Mutterliebe und Nächstenliebe macht sich in vielen kleinen Gesten bemerkbar.

Das Fazit: Jojo Rabbit ist einer dieser Filme, die die Nazizeit und den zweiten Weltkrieg mit einer guten Portion Humor nehmen, aber dennoch in jeder einzelnen Szenen die Kritik an der damaligen Zeit und vor allem der damaligen Ideologie spüren lässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Little Woman

Nominiert für: Bester Film, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Beste Filmmusik, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Jo March (Saoirse Ronan) wächst mit ihren drei Schwestern in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh ist es ihr größter Wunsch Schriftstellerin zu werden. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts ist es für Frauen schwierig Geld zu verdienen. Dennoch versucht Jo gegen die strengen Konventionen zu rebellieren.

Meine Meinung: Es gibt Filme, die erzählen eine tiefgründige Geschichte, benötigen viel Action, um durchgehend Spannung zu erzeugen oder hochdramatische Szenen. Und es gibt Filme, die sind in ihrer Schlichtheit einfach nur schön. Genau so einer ist Little Woman. Eine kurze und knackige Handlung aber getragen von vier absolut faszinierenden Schwestern und deren freundlicher Mutter. Irgendwo versteckt eine gute Portion Feminismus, aber doch eine Hommage an die Liebe und das auf so vielen Arten. Es ist die Art Film, die man eigentlich mit einem permanenten Lächeln schauen möchte. Und trotz seiner Schlichtheit ist er durchaus durchgehend spannend. Greta Gerwig mit ihrem zweiten Regiewerk zeigt einmal mehr, wie viele Feinheiten sie in einfachste Szenen stecken kann. Betragen wird der Film, wie bereits Lady Bird, durch eine grandiose Saoirse Ronan. An ihrer Seite ein unterschütterlicher Timothée Chalamet. Auch der übrige Cast rund im Laura Dern und Florence Pugh spielt gut, nur Emma Watson schwächelt in einzelnen Szenen und verbirgt sich hinter einem zu gewollten Spiel. Auch die genutzten Zeitsprünge sind – bis auf eine Ausnahme gegen Ende – gut gesetzt und auch verständlich gezeigt.

Das Fazit: Little Woman ist trotz reduzierter Inszenierung ein Film, der tief ins Herz geht. Durch liebevolle Charaktere und ein Schwesterband, das unerschütterlich scheint, braucht es kaum Drama, um einen einfach nur schönen Film zu inszenieren. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.

Marriage Story

Nominiert für: Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Beste Filmmusik

Die Handlung: Charlie (Adam Driver) und Nicole (Scarlett Johannson) wollen sich scheiden lassen. Was zunächst nach einer einvernehmlichen Sache aussieht, eskaliert relativ schnell, sobald sich die Anwälte einmischen.

Meine Meinung: Marriage Story ist ein ruhig inszenierter Film, der in vielen Szenen einfach nur von der Aussagekraft seiner beiden Protagonisten lebt. Denn oftmals bleibt die Kamera einfach an deren Gesichter kleben und lässt sie ihre gesamte Gefühlswelt heraustragen. Dabei ist die Geschichte so aus dem alltäglichen Leben gegriffen, dass es fast schon erschreckend scheint. Denn während sich Charlie und Nicole irgendwo noch lieben, können sie doch ihre Lebensziele nicht mehr in Einklang bringen. Die Scheidung wird jedoch durch das Einmischen der Anwälte schnell kompliziert. Nicoles Anwältin sagt ihr immer wieder, dass sie um eher nebensächliche Sachen kämpfen, damit sie wieder andere Sachen herausschlagen können, wenn sie nachgeben. Jedoch ist vor allem das Sorgerecht um den gemeinsamen Sohn das Thema, das beiden Elternteilen alles abgewinnt. Hier werden die schlechten Seiten des Scheidungsrechts gezeigt. Und obwohl es ein Film um eine schlimme Scheidung ist, ist es doch ein Film, der die Liebe bejubelt. Mit 137 Minuten ist Marriage Story leider zu lang für das zu erzählende Thema und verrennt sich zwischenzeitlich in zu vielen kleinen Szenen. Mit ein paar Kürzungen wäre der Film durchaus knackiger und würde so die Längen aussparen. Letztlich ist bei mir leider trotz eines guten Drehbuchs mit starken Dialogen und guten Darstellern der letzte Funke nicht übergesprungen. Ich kann nicht wirklich benennen, was mir nicht so gut gefiel, nur das mir noch irgendetwas gefehlt hat.

Das Fazit: Marriage Story ist ein aus dem Leben gegriffener Film, was ihn nur noch erschreckender macht. In vielen ruhigen Szenen schaffen es vor allem die Hauptdarsteller die Liebe hochzuhalten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Parasite

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bester internationaler Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild

Die Handlung: Familie Kim lebt in ärmlichen Verhältnissen. Als ein guter Freund des Sohnes Ki-woo (Choi Woo-shik) ihm seine Stelle als Nachhilfelehrer bei einer reichen Familie anbietet, stimmt er zu. Nach und nach hilft er auch seiner restlichen Familie zu Jobs bei Familie Park.

Meine Meinung: Wirklich viele koreanische Filme habe ich noch nicht gesehen, aber es scheint ein beliebtes Mittel zu sein möglichst viele Genres zu mischen. So auch bei Parasite, der in der ersten Hälfte geprägt ist von der Milieustudie und dem Unterschied zwischen Arm und Reich. Doch nach und nach kommen Drama, Thriller und teilweise auch Horrorelemente dazu. Tatsächlich lebt der Film aber davon, dass man über die zweite Hälfte möglichst wenig weiß und die Veränderungen sind auch am Verhalten des Publikums zu spüren. Letztlich muss man sich einfach auf den Film einlassen, denn er weiß durchaus zu überraschen, sich in seiner Gesellschaftskritik aber treu zu bleiben. Von allen Darstellern stark gespielt, dreht er sich aber irgendwann so ins Extreme, dass ich nicht mehr weiß, was ich letztlich von dem Film halte. Hervorzuheben ist jedoch, dass er inszenatorisch sehr viel richtig macht. Sei es durch die Filmmusik, die an keiner Stelle das kommende hervorhebt, als auch der Kontrast durch das Setdesign, der die Arm und Reich Komponente noch einmal unterstützt.

Das Fazit: Parasite ist ein Film, der verschiedene Genres vermischt und doch eine deutliche Systemkritik spüren lässt. Stellenweise sehr extrem inszeniert, kommt er mit einer starken ersten Hälfte und einer überraschenden zweiten Hälfte daher. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Le Mans 66

Nominiert für: Bester Film, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt, Bester Ton

Die Handlung: Der ehemalige Rennfahrer Carroll Shelby (Matt Damon) wird von Ford beauftragt ein Auto zu bauen, das Ferrari beim Le Mans Rennen schlagen kann. Während Shelby dafür seinen Freund Ken Miles (Christian Bale) als Fahrer hinzuholt, hat Fords Marketingteam andere Fahrer im Sinn.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Le Mans 66 schafft es selbst den größten Autorennenmuffel abzuholen und mitzureißen. Durch die Verteilung der Handlung auf mehrere Gruppen, wird der Zuschauer stark miteingebunden. Bis auf zwei kleine Kritikpunkte kann der Film einfach nur begeistern.

Bombshell – das Ende des Schweigens

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Bestes Make-up und Frisuren

Die Handlung: Die Nachrichtenbranche ist hart umkämpft. Doch als Gretchen Carlson (Nicole Kidman) gegen den Chef von Fox News Roger Ailes (John Lithgow) vorgeht, bleibt die Frage, wer ihr zur Seite steht. Ein Kampf gegen die verdorbene Männerkultur beginnt.

Meine Meinung: kann ich euch leider nicht präsentieren, da der deutsche Filmstart am 13.02.2020 ist und damit nach der Verleihung.

Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers

Nominiert für: Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik, Bester Ton

Die Handlung: Kylo Ren (Adam Driver) führt inzwischen die Erste Ordnung an. Auf seiner Suche durch die Galaxis findet er den totgeglaubten Imperator Palpatine. Dieser hat Schiffe und eine Armee bereit, um den Widerstand endgültig zu brechen und die gesamte Galaxie zu unterwerfen. Rey (Daisy Ridley) übt unterdessen an ihren Jedi-Fähigkeiten.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Star Wars – Episode 9 – Der Aufstieg Skywalkers ist die logische Konsequenz aus den vorangegangenen Teilen. Die Schwächen resultieren aus den Schwächen der Vorgänger. Letztendlich schafft er aber die Balance zwischen Erwartetem und Überraschendem und bringt die komplette Saga zu einem runden und logischen Ende.

Die zwei Päpste

Nominiert für: Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch

Die Handlung: Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce) hat sein Rücktrittsscheiben bei Papst Benedict XIV. (Anthony Hopkins) eingereicht, da er mit einigen Entscheidungen nicht einverstanden ist und lieber als regulärer Gemeindepriester arbeiten möchte. Doch anstatt zu antworten, lädt der Papst ihn zu einem vertraulichen Gespräch ein. Darin geht es um Rücktritt, den Glauben an Gott und was einen Papst ausmacht.

Meine Meinung: Die zwei Päpste basiert auf einer wahren Begebenheit und zeigt zunächst die deutlichen Unterschiede in der Ansicht von Benedict XIV. und dem aktuellen Papst Franziskus, der zu dem Zeitpunkt noch Kardinal Bergoglio war. Auch als nicht-gläubiger Mensch und als Ablehner des Papsttums, hat man seine Freunden an diesem Film, da er mit zwei unglaublich guten Schauspielern bestückt in seiner Schlichtheit glänzt. Denn der Film trägt sich über 126 Minuten hauptsächlich durch Dialoge zweier Männer, die sich augenscheinlich erst einmal nichts zu sagen haben. Dabei sind die Dialoge so auf den Punkt gebracht und gleichzeitig so tiefgründig, dass man den Film auch als Podcast hätte inszenieren können und es wäre immer noch spannend gewesen. Doch stattdessen finden sich die Protagonisten an den schillernsten und auch an den schlichtesten Orten des Vatikans wieder. Spannend ist vor allem die gegensätzlichen und doch irgendwo gleichen Meinungen des konservativen Benedicts und des reformhungrigen Franziskus zu sehen. Dabei sind vor allem die Feinheiten in den Unterschieden so unscheinbar und doch so unübersehbar herausgearbeitet, dass es ein Spaß ist genau diese zu entdecken. Auch wenn einige Aspekte nur angeschnitten werden und nicht zu Ende erzählt werden – zum Beispiel das Thema Missbrauch in der Kirche – bekommt man doch einen guten Einblick in die Rücktrittsgründe Benedicts.

Das Fazit: Die zwei Päpste lebt von einem starken Drehbuch und den lebendig rübergebrachten Dialogen zwischen Jonathan Pryce und Anthony Hopkins, die sich im Spiel beide nichts nehmen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Die 91. Academy Awards – Die Nominierten

Wie jedes Jahr steht die Verleihung der Academy Awards bevor. Demnach ist die Oscarvorbereitung bei mir wieder im vollen Gang. Damit auch ihr einen Überblick über die aktuellen Nominierten habt, folgt hier die Übersicht meiner gesehenen Filme zur Vorbereitung.

Black Panther

Nominiert für: Bester Film, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik, Besten Song, Besten Tonschnitt, Besten Ton
Die Handlung: Nach den Geschehnissen aus Civil War kehrt T’Challa (Chadwick Boseman) in sein Heimatland Wakanda zurück. Technisch und wissenschaftlich weit fortgeschritten, versteckt sich Wakanda vor der restlichen Welt, um ihre Vibranium-Vorräte zu schützen. Durch den Tod von T’Chaka muss sich T’Challa einer Herausforderung stellen, um als neuer König und damit als Black Panther anerkannt zu werden. Doch der Waffenhändler Ulysses Klaue (Andy Serkis) hat es erneut auf das Vibranium abgesehen. Unterstützt wird er vom unbekannten Killmonger (Michael B. Jordan), der jedoch eigene Pläne verfolgt. Während einer Mission gegen Klaue, taucht auch noch CIA-Agent Ross (Martin Freeman) auf.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Black Panther verkörpert alles, was wir an einer gelungenen Superheldenverfilmung so lieben. Eindrucksvolle Bilder, durchdachte Handlung, Hintergrundgeschichten, Bösewichte mit Charakter und natürlich die entsprechende Portion des typischen Marvel-Humors. Nach den eher enttäuschenden Spider-Man und Thor – Ragnarök ist Marvel wieder da und kann erneut das Publikum begeistern. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Blakkklansman

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller, Beste Filmmusik, Bester Schnitt
Die Handlung: Der Afroamerikaner Ron Stallworth (John David Washington) bekommt als einer der ersten einen Job bei der Colorado Springs Polizei. Sein erstes Aufgabengebiet als Ermittler ist es, die Black Power-Bewegung zu unterwandern. Gleichzeitig versucht er aber auch den Ku-Klux-Klan zu unterwandern. Während er mit dessen Anführern regelmäßig telefoniert und sich als Weißer ausgibt, muss ihn sein Kollege Flip Zimmermann (Adam Driver) bei den Treffen vertreten.
Meine Meinung: BlackKklansman beruht auf der Autobiographie von Ron Stallworth und somit auf wahren Begebenheiten. Der Film zeigt, wie schwierig es zu der Zeit war, als Schwarzer Fuß zu fassen. Stallworth darf zwar der Polizei beitreten, wird aber zunächst nur für das Archiv benutzt, wo ihn so manch ein Kollege versucht sklavenmäßig herumzukommandieren. Diese bringt Regisseur Spike Lee immer wieder als Thema mit auf, konzentriert sich letztendlich aber größtenteils auf die Unterwanderung der Black Power Bewegung und des Ku-Klux-Klans konzentriert. Lee setzt dabei größtenteils auf einen lockeren Tonfall, gerade auf der Polizeiwache wird im kleinen Team viel gelacht. Dennoch werden zwei Extreme gezeigt, die beide der Ansicht sind nur mit Gewalt vorwärts zu kommen. Als Identifikationsfiguren fungieren Stallworth und Zimmermann, die neutral in der Mitte der Bewegungen stehen.
BlackKklansman wird gerade wegen seiner Aktualität gelobt. Thematisch hat der Film (leider) nichts von seiner Brisanz verloren. Sehr positiv zu erwähnen ist hier, dass der Film keine direkte Meinung vertritt. Stallworth und Zimmermann sind die Figuren mit denen man am meisten mitfiebert, dennoch wird keine direkte Meinung aufgedrängt, sondern alle einmal angehört. Schauspielerisch ist der Film auf einem guten Niveau, wobei jedoch kein Darsteller genauer heraussticht.
Das Fazit: BlackKklansman ist ein Film, der hochaktuell ist und keine Meinung aufdringt, was sehr positiv ist. Trotz eines größtenteils lockeren Tons bleiben Längen leider nicht aus. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Bohemian Rhapsody

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt, Bester Ton
Die Handlung: 1985. Bob Geldof organisiert seine legendären Live-aid Konzerte. Queen ist einer der Gäste. Doch der Weg dorthin war lang, steinig und gerade Liedsänger Freddy Mercury (Rami Malek) hat ein Leben voller Höhen und Tiefen hinter sich. Dies ist die Geschichte der Band.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Bohemian Rhapsody wirbt mit den bekannten Liedern Queens, überzeugt jedoch mit einem exzellenten Cast und einem guten Riecher für eine gute Dosis Drama und Humor. Dafür gibt es 08 von 10 Punkten.

The Favourite

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin (2x), Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign
Die Handlung: Queen Anne (Olivia Coleman) ist weder gesundheitlich, noch vom Gemütszustand in der Lage ihr Land zu regieren. Stattdessen übernimmt die Rolle ihre Vertraute Sarah Churchill (Rachel Weisz). Eines Tages kommt Abigail Masham (Emma Stone), Sarahs Cousine, an den Hof. Ihre Familie ist in Ungnade gefallen. Und während Sarah immer mehr mit dem Erbfolgekrieg gegen Frankreich zu tun hat, gewinnt Abigail immer mehr die Gunst der Königin.
Meine Meinung: The Favourite wird von Regisseur Giorgos Lanthimos kammerspielartig inszeniert und geht mit 10 Nominierungen als einer der beiden großen Favoriten bei der Oscarverleihung ins Rennen. Dabei ist gerade die Nominierung für Olivia Coleman als Queen Anne mehr als Nachvollziehbar, da sie eine absolut grandiose Leistung abliefert. Sie kann alle Launen der Königin einfangen und diese völlig schamfrei umsetzen. Dadurch etwas in den Schatten gestellt, aber nicht weniger gut gespielt ist Emma Stone. Lediglich Rachel Weisz schafft es nicht ganz die Emotionen richtig rüberzubringen und wirkt daher neben Coleman sehr blass. Rein optisch ist The Favourite ein Schmaus fürs Auge. Die Kleider sind sehr gut umgesetzt, auch wenn ein Nicholas Hoult mit Perücke und Schminke sehr gewöhnungsbedürftig aussieht. Dennoch sind Kulissen und Kleider mit einer Liebe zum Detail gestaltet.
Etwas schwächer wird es bei der Handlung an sich. Denn auch wenn der Beititel „Intrigen und Irrsinn“ die Handlung sehr gut beschreibt, reicht sie doch nicht für die Lauflänge von 120 Minuten aus. Hier hätten es ein paar Szenen weniger auch gut getan. Darüber hinaus muss man hier wirklich ein Fan von historischen Filmen sein, denn es werden einige politische Intrigen gesponnen, die immer wieder von Szenen über die Launen der Königin unterbrochen werden. Wer sich hierfür nur mäßig interessiert und gedanklich abschweift, kann dann schnell nicht mehr folgen.
Am experimentellsten ist jedoch die musikalische Untermalung. Hier wird gerne auf sehr laute Orgelmusik gesetzt, die zwar durchaus funktioniert und in den Szenen auch richtig eingesetzt ist, aber dennoch sehr gewöhnungsbedürftig ist.
Das Fazit: The Favourite ist bestimmt nicht jedermanns Favorit. Regisseur Lanthimos geht hier bewusst über Grenzen hinaus. Getragen wird der Film von drei sehr starken Schauspielerinnen, wobei Olivia Coleman jedoch mit einer absolut oscarwürdigen Leistung heraussticht. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Green Book

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bestes Originaldrehbuch, Besten Schnitt
Die Handlung: Der talentierte Klavierspieler Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) plant mit seiner Band eine Tour durch die Südstaaten der USA. Das Problem daran ist, dass dies in den 1960er Jahren passierte und Dr. Shirley schwarz ist. Zu seiner Sicherheit engagiert er den Italoamerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen) als Chauffeur. Zwischen beiden entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft.
Meine Meinung: Green Book ist einer dieser Filme, bei denen man befürchtet, dass die Rassendiskriminierung ein dominierendes Thema sein könnte. Doch Regisseur Peter Farrelly inszeniert den Film sehr viel subtiler. An erster Stelle steht der Roadtrip der beiden Protagonisten – wieso genau ist Mahershala Ali eigentlich „nur“ für den besten Nebendarsteller nominiert? – die zunächst unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Entwicklung der Differenzen zu einer ganz besonderen Freundschaft wird von allen Seiten und sehr liebevoll beleuchtet. Gerade hier zahlt es sich aus zwei sehr gute Schauspieler engagiert zu haben, die ihre Rollen perfekt verkörpern. Die Rassenthematik gerät jedoch an keiner Stelle in den Hintergrund. Sie ist stets präsent, wird aber immer wieder subtil eingeblendet. So entsteht hier kein Film, der mit dem Vorschlaghammer auf den Zuschauer einschlägt, um zu sagen, wie schlimm die damaligen Verhältnisse waren, sondern einer, der die kleinen Feinheiten herausarbeitet. So gibt es beispielswiese eine Szene, in der Dr. Shirley in einer Spielpause die Toilette aufsuchen will und vom Gastgeber energisch daraufhin gewiesen wird, dass er doch bitte das Plumsklo benutzen solle. Hier spiegelt sich das Paradoxe der damaligen Zeit noch einmal genauer heraus. Er durfte zwar für die reichen Weißen spielen, aber auf keinen Fall das gleiche Klo benutzen.
Das Fazit: Green Book ist ein kleinerer, aber sehr feiner Film, der seine Geschichte rund erzählt und den Fokus auf den Roadtrip und die Freundschaft der beiden Protagonisten legt. Die Rassenthematik ist zwar allgegenwärtig, wird aber gekonnt subtil eingespielt. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Roma

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Bester fremdsprachiger Film
Die Handlung: Cleo (Yalitza Aparicio) ist Hausmädchen bei einer Mittelklassefamilie in Roma, einem Stadtteil von Mexiko-Stadt. Darüber hinaus ist sie aber auch Bezugsperson der vier Kinder. Nach einer kurzen Liebelei ist sie jedoch schwanger und muss nun zunächst um ihren Job bangen, bzw. wendet sich der Vater von ihr ab.
Meine Meinung: Roma ist so ein Film, über den man eigentlich keine treffende Inhaltsangabe schreiben kann. Kurz zusammengefasst geht es um Cleo. Ihr Leben wird von allen möglichen Seiten durchleuchtet. Zunächst wird ihre Arbeit ausführlich dargestellt, dann geht es um ihr Verhältnis zur Familie und ihre Freizeitaktivitäten. Schließlich lernt man Fermin kennen, ihren Liebhaber. Dies endet jedoch abrupt als Cleo ihm von ihrer Schwangerschaft erzählt. Danach geht es darum, wie Cleo mit der Schwangerschaft umgeht. Erst im letzten Drittel erfährt man, dass es hintergründlich um das Fronleichnam-Massaker in Mexiko geht. Der Haken an der Geschichte, die im letzten Drittel noch einmal richtig stark, emotional und spannend wird, ist, dass die ersten beiden Drittel darauf aus sind Cleo und ihren Alltag zu durchleuchten. Dies ist aber sehr langsam und langatmig erzählt. Erst, wenn man sich dadurch „gekämpft“ hat, wird man mit einem starken Ende belohnt. Dennoch ist das Tempo kein schlechter Schachzug von Regisseur Alfonso Cuaron. Denn so wird die Kultur Mexikos der 1970er Jahre dem Zuschauer so lange näher gebracht, dass man über das Fronleichnam-Massaker wirklich wieder bestürzt ist. Denn zunächst hat man von Mexiko ja doch gerne mal das Bild vor Augen, was ansonsten häufig in Filmen gezeigt wird: Drogenkämpfe an der Grenze der USA, wie beispielsweise in Sicario. Die Schwarz-Weiß Optik des Films, wirkt zusammen mit dem langsamen Tempo, ebenfalls beruhigend.
Das Fazit: Roma ist ein Film, der schwer zu erfassen ist. Vordergründig ist er zu langsam erzählt und wirkt streckenweise sehr ermüdend. Dennoch hat er viele verborgene Stellen und gerade das letzte Drittel, das spannend, emotional und mitreißend ist. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

A Star is born

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Song, Bester Ton
Die Handlung: Jackson Maine (Bradley Cooper) war ein erfolgreicher Country-Musiker. Inzwischen lässt jedoch Gehör und Gesang nach und er ist auf dem absteigenden Zweig. Seinen Kummer ertränkt er in immer mehr Alkohol. Eines Abends trifft er auf Ally (Lady Gaga), die ihn mit ihrer Stimme gleich überzeugen kann. Nach einem spontanen ersten Date, bittet er sie ihn auf seiner Tour zu begleiten. Ally lässt sich schließlich überzeugen und wird von ihm spontan zu einem Duett auf die Bühne gezogen. Dadurch wird sie von einem Musikproduzenten entdeckt und steigt selbst langsam auf.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: A Star is born ist mehr als eine Liebesgeschichte und mehr als ein Musikfilm. Er kombiniert so viele Themen und erzählt eine Geschichte mit allen Facetten, mit allen Höhen und Tiefen. Dabei beleben die beiden Hauptdarsteller Cooper und Gaga den Film unbedingt. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Vice

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes Originaldrehbuch, Bestes Make-up & Frisuren, Bester Schnitt
Die Handlung: Dick Cheney (Christian Bale) arbeitet sich nach einem verlorenen Yale-Stipendium immer weiter hoch und arbeitet in verschiedenen Positionen unter verschiedenen Präsidenten. George W. Bush (Sam Rockwell) ernennt ihn schließlich zum Vize-Präsidenten. Dort war er maßgeblich am Irak-Krieg beteiligt.
Meine Meinung: Adam McKay, der sich in The Big Short noch mit dem Finanzsektor auseinander setzte und dafür bereits oscarnominiert war, setzt nun mit Vice nach und nimmt sich das Leben und Wirken von Dick Cheney vor. Dabei beginnt der Film in den 1960er Jahren als Cheney noch Student in Yale war und dort wegen seiner Saufeskapaden sein Stipendium verlor. Dann erzählt der Film chronologisch den Aufstieg Cheneys. Dabei wirkt ein junger Familienvater und Militärdienstleistender als Erzähler. Komplexere politische Dialoge werden, wie bereits in The Big Short gezeigt, aufgeschlüsselt und erklärt, so dass auch ein Laie die Vorgänge verstehen kann.
Schauspielerisch setzt McKay hier wieder auf sein Zugpferd Christian Bale, der hier wieder eine komplette Wendung seiner bisherigen Rollen schafft und durch eine ordentliche Maske dem realen Cheney auch nahe kommt. Ebenfalls wieder mit von der Partie ist Steve Carell, der hier jedoch schwächer als noch in The Big Short spielt. Neu mit dabei sind Amy Adams als Lynne Cheney, Sam Rockwell als George W. Bush und Jesse Plemons als Erzähler.
Die größten Haken am Film befinden sich jedoch direkt am Anfang und am Ende. Der Film beginnt mit dem Satz (sinngemäß) „Cheney war immer sehr verschlossen und es konnten nicht alle Fakten zu 100% herausgearbeitet werden, es wurde sich aber sehr große Mühe gegeben). Es spricht schon einiges dafür, dass die Filmmacher eingestanden haben, dass sie nicht alles überprüfen konnten. Dafür ist der Film dann aber ziemlich reißerisch gehalten, was genau diese Schwäche wohl überspielen sollte. Wäre alles weniger schlimm, wenn nicht gerade die letzte Szene dem ganzen einen bitteren Nachgeschmack verpassen würde. Hier sind eine Gruppe Menschen zu sehen, die wohl über den Film diskutieren. Ein Mann sagt, dass er das alles nicht so recht glaubt und woher wollen die Filmmacher das alles so genau wissen? Daraufhin meint ein zweiter Mann, dass die wohl schon alles von einem Anwalt haben prüfen lassen. Der erste Mann entpuppt sich jedoch als dummer Trump-Wähler, der den zweiten Mann daraufhin kurzerhand angreift und auf ihn einschlägt. Aussage des Ganzen: wenn du dem Film nicht glaubst und ihn hinterfragst, bist du ein gewaltbereiter, dummer Trumpwähler? Passt leider nicht so ganz zur vorangestellten Prämisse, dass vieles nicht richtig nachweisbar ist.
Das Fazit: Vice ist ein stark erzählter Film mit gutem Cast. Ein bisschen weniger reißerisch hätte er dennoch sein können, so kommt er nicht an seinen Vorgänger (The Big Short) heran. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Can you ever forgive me

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch
Die Handlung: 1991 wird Lee Israel (Melissa McCarthy) arbeitslos. Ihre Verlegerin ruft sie nicht mal mehr zurück. Als sie durch Zufall zwei Briefe von der Varieté-Künstlerin Fanny Bryce findet und verkauft, findet sie heraus, dass es für solche Briefe eine große Sammlerszene gibt. Daraufhin fängt sie an immer mehr solcher Briefe zu fälschen, um damit Miete und Medikamente für ihre kranke Katze bezahlen zu können.
Meine Meinung: Der erste Schock nach der Ankündigung von den Nominierungen von Can you ever forgive me dürfte wohl Melissa McCarthy als beste Hauptdarstellerin sein, fiel sie in letzter Zeit durch immer schlechter werdende Komödien negativ auf. Doch schon in kleineren Rollen, wie bspw. in St. Vincent bewies sie, dass sie sich auch abseits der Komödienschiene zu Hause fühlt. Doch mit Can you ever forgive me beweist sie nun, dass sie auch anspruchsvolles Spiel gut meistern kann. Gerade die deine Note zwischen Gewissensbissen und Überlebensinstinkt gepickt mit einer gewissen Bissigkeit spielt sie gekonnt. Der Film schafft es gleich am Anfang die Sympathien für Lee Israel groß zu halten, so dass man eher mit ihr mitleidet, auch wenn einige Probleme hausgemacht zu sein scheinen und sie unwiderlegbar Straftaten begeht. Mit Richard E. Grant bekommt McCarthy einen wunderbaren „supporting Actor“ (Nebendarsteller) an die Seite.
Die Handlung ist chronologisch aufgebaut und schafft einen akzeptablen Spannungsaufbau, auch wenn die Geschichte selbst sehr ruhig und unaufgeregt erzählt wird.
Das Fazit: Can you ever forgive me ist eine sehr ruhige Filmperle, die bei den meisten wohl untergehen wird. Ruhig erzählt und stark gespielt, springt der Film zwischen Charakterisierung und erzählter Geschichte. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

If Beale Street could talk

Nominiert für: Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Nebendarstellerin, Beste Filmmusik
Die Handlung: In den 1970ern in Harlem. Der 22-jährige Bildhauer Alonzo Hunt, genannt Fonny, und die 19-jährige Verkäuferin Tish sind ein Liebespaar. Als Fonny fälschlicherweise beschuldigt wird, eine Puertoricanerin vergewaltigt zu haben, obwohl er ein Alibi hat und er sich demnach gar nicht in der Nähe des Tatortes befunden haben kann, muss er ins Gefängnis. Dort besucht ihn Tish und erzählt ihm, dass sie schwanger ist. (Quelle: Wikipedia)
Meine Meinung: Durch den Filmstart am 07.03.2019 kann ich diesen Film leider nicht mehr vor der Verleihung sehen.
Das Fazit: Ausstehend

Aufbruch zum Mond

Nominiert für: Beste visuellen Effekte, Bester Ton, bester Tonschnitt, Bestes Szenenbild
Die Handlung: 1961 ist Neil Armstrong (Ryan Gosling) noch Testpilot. Nach einem Schicksalsschlag in der Familie zieht er mit seiner Familie nach Florida, um dort am Gemini Projekt teilzunehmen. Damit ist er sehr früh und bei allen Vorphasen zur Apollomission dabei. Dabei verlangt ihm der Job viel ab, so dass er selten genug Zeit für seine Frau (Claire Foy) und seine Söhne hat.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Aufbruch zum Mond ist in seinen Grundzügen ein gut erzählter Film mit kleineren Schwachstellen und leider einer stärkeren Schauspielerin als Nebencharakter (Foy) als der Schauspieler des Protagonisten (Gosling). Ebenfalls gibt es einen persönlichen Minuspunkt, weil mir von der Kameraführung schlecht geworden ist. Daher gibt es 07-01 von 10 Punkten.

Mary Poppins Rückkehr

Nominiert für: Bestes Szenenbild, bestes Kostümdesign, beste Filmmusik, Bester Filmsong
Die Handlung: Michael Banks (Ben Wishaw) ist inzwischen erwachsen und alleinerziehender Vater dreier Kinder. Da ihn finanzielle Sorgen plagen, soll er ein Wertpapier der Bank finden, um sein Haus behalten zu können. Seine Schwester Jane (Emily Mortimer) steht ihm dabei zur Seite. In dieser schweren Zeit kehrt Mary Poppins (Emily Blunt) zurück und sorgt für die Kinder. Immer mit dabei ist Straßenlampenanzünder Jack (Lin-Manuel Miranda).
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Mary Poppins‘ Rückkehr ist leider eine der Sequels, die nicht notwendig gewesen wären. Obwohl einige Stellen großen Spaß machen, bleibt der Gesamtfilm uninspiriert in Handlung und Liedern. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Maria Stuart – Königin von Schottland

Nominiert für: Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up & Frisuren
Die Handlung: 1561 kehrt Maria Stuart (Saoirse Ronan) in ihre Heimat Schottland zurück, um dort zu regieren. Dies ist jedoch ein Dorn im Auge der britischen Königin Elisabeth (Margot Robbie) und Marias Bruder James (James McArdle), sowie der evangelischen Kirche (David Tennant), die keine katholische Königin dulden.
Meine Meinung: Maria Stuart – Königin von Schottland punktet von Anfang an mit zwei sehr starken Schauspielerinnen (Ronan und Robbie), wobei Ronan deutlich mehr Screentime hat. Hinzu kommt ein außergewöhnliches Setting (Großbritannien hat eben viele unbeschreiblich schöne Landstriche) und auch im Kostümdesign und beim Make-up kann der Film völlig überzeugen. Leider jedoch weniger bei der Handlung. Das im Trailer groß angekündigte Treffen beider Königinnen wird erst ganz am Ende erzählt. Davor werden die ganzen Intrigen in aller Ausführlichkeit erzählt. Leider geschieht dies nicht wirklich spannend und dem ungeübten Historiker fehlt manchmal auch der ein oder andere Zusammenhang.
Am lachhaftesten ist jedoch die einzige größere Schlachtszene, die sehr minimal gezeigt wird. Hier ist man inzwischen selbst von Fernsehserien weitaus größeres gewohnt, so dass es für einen Kinofilm noch peinlicher wirkt.
Das Fazit: Maria Stuart baut ein gutes Setting auf und setzt auf einen starken Cast. Leider kann der Film nicht durch seine Handlung überzeugen, die zu lang und zu langatmig erzählt ist. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

The Ballad of Buster Scruggs

Nominiert für: Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign, Bester Filmsong
Die Handlung: Episodenartige Geschichten aus dem Wilden Westen, unter anderem von dem Barden Buster Scruggs, der sehr schnell mit dem Schießeisen war und dazu gerne noch das ein oder andere Lied trällerte.
Meine Meinung: Eine wirkliche Zusammenfassung des Films kann man nicht geben. Jede Episode ist einzeln zu betrachten, da sie sich in Aufmachung, Darstellern und Handlung unterscheidet. Die einzige Gemeinsamkeit ist das Setting: der Wilde Westen. Während Episoden, wie die Ballade des Buster Scruggs, sehr lustig gestaltet sind, gibt es auch andere, die dramatischer oder emotionaler sind. Dabei schaffen es die Coen Brüder in 135(?) Minuten sechs vollständige Geschichten zu erzählen. Dabei schaffen sie es die Charaktere mehr zu charakterisieren, als andere es in einem gesamten Film nicht schaffen. Das interessanteste an den verschiedenen Episoden ist jedoch, dass sie den Wilden Westen alle auf eine andere Art darstellen. Ob satirisch, ob ernst, ob dramatisch, es ist alles mit dabei.
Das Fazit: Kurzweiliger Episodenfilm, der zwischen Unterhaltung und Drama hin und her springt und daher für jeden Geschmack etwas bietet. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.