Yesterday

Ein Vorwort

Yesterday… Es reicht ein Wort und ich habe die Melodie im Kopf. Die Beatles und ihre Lieder sind so unsterblich wie wohl kaum eine Band – abgesehen vielleicht von ABBA. Noch immer begeistern sie Generationen, dabei haben sie sich bereits 1970 getrennt. Doch ihre Musik bleibt zeitlos. Regisseur Danny Boyle (Slumdog Millionär) beschäftigt sich nun mit der Frage, was wäre, wenn sich fast die gesamte Welt eines Tages nicht mehr an die Beatles erinnern würde? Was daraus geworden ist, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Jack Malik (Himesh Patel) ist ein eher erfolgloser Singer-Songwriter. Seine beste Freundin Ellie (Lily James) fungiert gleichzeitig als Managerin und Fahrerin. Eines Abends, nachdem Jack seine Karriere eigentlich an den Nagel hängen will, fällt auf der gesamten Welt gleichzeitig der Strom aus. Jack wird dadurch von einem Bus angefahren. Nachdem der Strom wieder funktioniert, scheint zunächst alles normal, doch muss Jack bald erkennen, dass abgesehen von ihm wohl alle die Beatles vergessen haben. Er wittert seine Chance und singt die Songs selbst neu ein und bekommt auch prompt einen Plattenvertrag angeboten. Wird seine Lüge auffliegen?

Meine Meinung

Bevor ich in den Film ging, fragte mich mein bester Freund noch vorsichtig, was ich mir denn von dem Film erwarte. Eher eine große Kritik an der Musikbranche oder, ob ich auch mit einer kleinen Liebesgeschichte zufrieden wäre. Ich sagte, dass ich keine tiefere Metaebene und hochtrabende Kritik bräuchte, sondern mich über einen kleinen sympathischen Film mit Witz und Charme und Beatles-Liedern freuen würde. Mir wurde daraufhin grünes Licht gegeben. Leider war meine Erwartung an den Film dann wohl doch noch ein wenig zu hoch.
Also im Großen und Ganzen habe ich grob die Geschichte bekommen, die ich erwartet habe. Zumindest für die erste Stunde. Die unterschwellige Liebesgeschichte, die immer mehr in den Vordergrund trat, hat mich auch wenig gestört, was vor allem an Lily James sympathischer Art liegt. Das Problem ist, dass die Geschichte nach knapp einer Stunde mehr oder weniger auserzählt ist. Danach kommt nur noch der verzweifelte Versuch die Liebesgeschichte zu retten, wobei man auch weiß, was nur noch passieren kann und haargenau so kommt es dann auch.
Aber noch einmal von vorne. Wir haben eine schöne Grundidee, eines etwas merkwürdigen, aber doch sympathischen Protagonisten. Wir haben eine gewohnt sympathisch spielende Lily James. Hinzu kommt der lustige Sidekick, der den ein oder anderen running gag raushaut. Grundszenario also top. Ein wenig braucht der Film um ins Rollen zu kommen, hat dann aber einige gute Einfälle. Vor allem die Szene, in der Jack seinen Eltern Let it be vorzuspielen versucht, ist mir positiv in Erinnerung geblieben. Wir haben einen Ed Sheeran – gut Schauspielkünste mal dahingestellt, aber für die fortschreitende Handlung eine gute Variante. Wir haben eine Kate McKinnon, die den absurden Reichtum in der Musikbranche auf coole Art rüberbringt. Und natürlich haben wir die Beatles-Songs, die Patel auch in wunderbarer Neuinterpretation mit dem gebührenden Respekt performt. Es hätte also durchaus der kleine Nischenfilm werden können, mit ein wenig komödiantischem Einschlag, für den er ausgelegt war. Aber leider wurde der wirklich gute Film in knapp eine Stunde gepresst, damit dann nochmal fast eine weitere Stunde lang sich an Klischees entlanggehagelt wird, in der es sich nur noch um die Liebesgeschichte dreht und kaum noch um den Beatles-Gedächtnisverlust. Kurzum es wurde sehr viel Potential verschenkt.

Das Fazit

Für eine Stunde ist der Film ein super sympathischer „Was wäre wenn“ Film mit tollen Einfällen und einigen Beatlessongs. Leider kippt die Qualität nach knapp der Hälfte völlig und wird danach zu einer einfallslosen Liebesgeschichte. Schade! Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Yesterday läuft seit dem 11.07.2019 in den deutschen Kinos.

Ein Gedanke zu „Yesterday

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