Rückblick auf den November 2022

Und schon sind wir wieder mittendrin in der Weihnachtszeit. Im finalen Endspurt habe ich meine 22 für 2022 Listen abgearbeitet, den alljährlichen Serien-Adventskalender gestartet und sehe den Jahresrückblicken und einem Weihnachts-Trashfilm-Marathon entgegen.Doch jetzt wollen wir noch ein letzten Mal auf meinen medialen November zurückblicken.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Wakanda Forever: Der König ist tot und Wakanda ist so verwundbar wie noch nie, da es keinen neuen Black Panther geben kann. Königin Ramonda (Angela Bassett) und Prinzessin Shuri (Letitia Wright) versuchen nicht nur das Land zusammenzuhalten, sie kämpfen auch mit ihrer Trauer. Die Welt giert nach ihren Vibranium-Vorräten. Da taucht ein neuer Mitspieler aus dem Meer auf. Doch ist er Freund oder Feind? – Funktioniert in den ruhigen Momenten besser als in den Actionszenen, reicht nicht an den ersten heran, hebt sich aber positiv von anderen Filmen der vierten Phase ab.

Einfach mal was Schönes: Carla ist Ende 30, Single, aber mit Kinderwunsch. Da ihre biologische Uhr tickt und sie keine Lust mehr auf Männer hat, die sie jahrelang hingehalten haben, beschließt sie, allein ein Kind zu bekommen. Dies stößt in ihrem Familien- und Freundeskreis eher auf gemischte Gefühle. Und dann ist da noch Ole, der deutlich jünger ist, aber ihr von Anfang an sympathisch. – Süßer Liebesfilm, der sich leider am großen Thema etwas verhebt, und den Fokus verliert.

Lyle, mein Freund, das Krokodil: Familie Pimm zieht neu nach New York, da Mr. Pimm dort eine Stelle als Lehrer angeboten bekommen hat. In der ersten Nacht macht Sohn Josh auf dem Dachboden eine Entdeckung: Ein singendes Krokodil. Lyle wurde von seinem Vorbesitzer dem erfolglosen Magier Hector zurückgelassen. Durch Lampenfieber hat er den Mut verloren vor anderen zu singen. So freundet sich Josh mit ihm an. Doch ein Krokodil in der Großstadt ist gar nicht so einfach zu halten. – Süßer Kindermusicalfilm mit sympathischem singendem Tier, tolle Geschichte zum Thema Familie und Freundschaft.

Mrs. Harris und ein Kleid von Dior: Mrs. Harris arbeitet im London der 1950er Jahren hart als Reinigungskraft. Dabei ist sie stets freundlich und hilfsbereit. Als sie bei einer Kundin ein 500 Pfund Kleid von Dior entdeckt, erwacht in ihr der Traum genau so ein Kleid zu kaufen. Doch dafür sind ein paar Glücksfälle nötig, um die Reise nach Paris zu ermöglichen. Und damit enden die Stolpersteine noch lange nicht. – Sehr schöner Film, etwas märchenhaft abgehoben, aber wenn man damit leben kann, versinkt man in einer tollen Geschichte.

The Menu: Das Restaurant Hawthorne von Julian Slowik ist absolut exklusiv, liegt auf einer Insel und ist berühmt berüchtigt. Eine Gruppe reicher Menschen bekommt die Chance dort zu dinieren. Doch das Programm ist ganz anders als erwartet. Und der Abend wird blutig. – Psychothriller für Einsteiger mit einer gesunden Portion Humor und vor allem sehr stilsicher. Empfehlung!

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Im Westen nichts Neues: Paul Bäumer meldet sich 1917 freiwillig für den Kriegsdienst und lügt dabei bei seinem Alter. Zusammen mit seinen Freunden und unterstützt durch patriotische Reden seines Lehrers ziehen sie voller Stolz los. Doch an der Westfront angekommen, werden sie sofort mit der harten Realität des Stellungskrieges konfrontiert. – Sehr unnahbarer Kriegsfilm, was wohl gewollt war, für mich aber nicht so ganz funktioniert hat.

Der Soldat James Ryan: Nach der Invasion der USA am D-Day wird Captain Miller mit einem Sonderauftrag ausgestattet. Der Brüder von Private James Ryan sind bereits alle gefallen. Damit die Mutter nicht noch mehr Verluste erleiden muss, soll Ryan zurückgeschickt werden. Leider wird er nach einem Fallschirmsprung vermisst. – Gut inszenierter, wenn auch hinten raus zu lang und zu heroischer Kriegsfilm.

Shutter Island: US-Marshall Edward Daniels wird 1954 auf die Insel Shutter Island gerufen, die eine psychologische Anstalt beherbergt. Eine Insassin ist geflohen und er soll zusammen mit seinem Partner Chuck ermitteln. Doch ein aufziehender Hurrikan erschwert die Ermittlungen. Außerdem wird Daniels den Verdacht nicht los, dass irgendetwas nicht stimmt. – Spannender Thriller mit einem etwas zu überengagierten Leonardo diCaprio.

Widows: Nach einem schiefgegangenen Überfall finden sich Veronica, Linda und Alice als Witwen wieder. Nur leider haben ihre toten Männer Schulden hinterlassen, die eingetrieben werden wollen. Obwohl  grundverschieden, schließen sich die drei Frauen zusammen und versuchen ebenfalls einen Überfall durchzuziehen. – Funktioniert weder als Drama noch als Heist Movie, weil er zu gewollt versucht beides zu verbinden.

Willkommen im Wunderpark: June liebt es zusammen mit ihrer Mutter einen Modellpark zu bauen, der in ihrer Fantasie absolut lebendig ist. Doch als ihre Mutter erkrankt und für eine Behandlung fort muss, verliert June das Interesse. Auf dem Weg ins Mathecamp landet sie jedoch im verfallenen Park und muss diesen retten. – Grundsätzlich süße Idee, aber er bedient zu sehr die typischen Klischees und verteilt so keine Nähe und Wärme.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Amsterdam: Allein die Besetzungliste liest sich wunderbar und macht Lust auf diesen historischen Kriminalfilm mit Sozialsatire.

Ganz knapp nicht auf die Kinoliste geschafft, weil der Streamingstart kurz bevor steht (und sie auch nicht in einem der umliegenden Kinos laufen): Pinocchio und Glass Onion

Ebenfalls ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: The Magic Flute, Emily

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Drink Masters – Staffel 1 (Wettbewerb um den besten Cocktail. Ich habe richtig mitgefiebert und war fasziniert von den ganzen Zubereitungsarten)

Komi can’t communicate – Staffel 1 (Süßer Anime über ein Mädchen mit sozialen Ängsten, der wirklich gut mit dem Thema umgeht und die typischen Klischees weglässt)

Vampire in the Garden – Miniserie (Vampiranime, konnte mich leider von den Charakteren und der Geschichte nicht überzeugen, obwohl die Ausgangssituation interessant klang)

Streetfood Asien – Staffel 1 (Sehr nüchterne Dokuserie über Streetfood in Asien. Konnte mich nicht packen, obwohl das Essen interessant aussah)

Tommorrow – K-Drama (Schwieriges Thema, gut aufgearbeitet, sympathische Charaktere)

Detective Grace – Staffel 1* (Sehr unnahbarer Protagonist, relativ interessante Fälle, konnte mich nicht ganz abholen)

Cinderella and the four knights – K-Drama (Zunächst sehr cringe,  danach immer besser und am Ende einfach nur noch eine süße Geschichte)

Umbrella Academy – Staffel 3 (Baut leider in der dritten Staffel immer weiter ab, auch wenn gute neue Ansätze vorhanden waren. War mit 10 Folgen einfach zu lang)

Blockbuster – Staffel 1 (Lustige kurzweilige Sitcom, die Lust auf mehr macht)

The Crown  – Staffel 5 (Auch in der fünften Staffel noch sehr stark inszeniert, auch wenn der Fokus ein wenig zu sehr auf Charles und Diana lag)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 13
Seiten insgesamt: 4.158*
Seiten pro Tag: 139 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 2
Comic/Manga/Graphic Novel: 5
Hörbuch: 3
E-Book: 2

*bei den Hörbüchern habe ich mit der Seitenzahl der Printausgaben gerechnet

Erneut gehört habe ich: Weltgeschichte to go (Minigeschichtsüberblick zum schmunzeln)

Sie erschuf ein Monster: Die Entstehungsgeschichte von Frankenstein als süßes Kinderbilderbuch verpackt. – Schöne Illustrationen, die Geschichte süß aufbereitet.

One Piece 5: Ruffy, Zorro und Nami sind noch im Kampf gegen Beauregard. Danach ziehen sie weiter und begegnen einem schwimmenden Restaurant, in dem sie für einiges an Chaos sorgen. – Die eher nervige Episode geht zu Ende und macht Platz für eine neue, die scheint interessant zu werden.

Achtsam morden: Björn Diemel ist ein stets gestresster Anwalt, der vor allem mit einem Klienten viel Ärger hat. Da dadurch auch seine Ehe kriselt, schickt ihn seine Frau zu einem Achtsamkeitsseminar. Kurz darauf nimmt er die Lektionen jedoch etwas zu wörtlich und tötet seinen Problemklienten. – Spannender Krimi mit einer humorvollen Herangehensweise.

Übertrieben tot – Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln: Frl. Krise und Frau Freitag sind mit ihren Schüler*innen auf Klassenfahrt. Dabei kämpfen sie jedoch mit den Alleingängen zweier Schüler, für die sich jedoch eine nicht ganz legale Lösung findet. Leider taucht dann auch noch eine Leiche im See auf und schon sind die beiden Lehrerinnen wieder mitten drin und landen ungewollt in den Ermittlungen. – Der zweite Fall ist leider ziemlich langatmig und wird erst gegen Ende spannend. Schade.

Lonely heart: Rosie Hart ist überglücklich, dass ihre absolute Lieblingsband Scarlet Luck in ihre Indie-Musikshow kommt. Doch dann geht alles schief und ein Shitstorm geht über sie los. Doch die Band steht hinter ihr. Dabei kommt sie dem Schlagzeuger Adam „Beast“ Sinclair näher. Dem Mann, der seit Jahren keine Berührungen und Nähe mehr zulässt. – Herzensbuch. Es hatte mich bei Rockstar und Autorin Mona Kasten. Super geschrieben, geht tief unter die Haut, kann die Fortsetzung gar nicht erwarten.

Stray love hearts 1-3: Hiyoki kommt neu an ein Internat. Kurz zuvor wurde ihr im Traum das Herz gestohlen und sie lebt nun mit einer Protese. Durch ihre Fähigkeit in die Träume ihrer Zimmernachbarn einzudringen, versucht sie den Dieb ausfindig zu machen. – Sehr cringe Geschichte, ein Kerl hübscher als der nächste und mittendrin die  Protagonistin. Nicht mein Fall, aber gleichzeitig will ich endlich wissen, wer nun das Herz geklaut hat.

Shining Snow Night/Silent Snow Night: Desideria ist entsetzt als sie ihren Freund in flagranti erwischt. Doch kurz darauf hat sie ein weitaus größeres Problem. Ihr Onkel, vor dem sie sich jahrelang verstecken konnte, hat sie ausfindig gemacht. Sie flieht in eine abgelegene Hütte. Mit dabei der gutaussehende Arzt Milton, mit dem sie eine schwierige Vergangenheit verbindet. Schon bald sind sie eingeschneit. – Schwächere Reihe von D. C. Odesza, es fehlte das bekannte Prickeln, auch das Finale war etwas zu schnell abgearbeitet.

Blue: Jane ist enttäuscht von ihrem Bruder und wohnt daher heimlich in Chase`s Dinner. Dabei kommt sie Mr. Poloshirt Alex näher, obwohl das das Letzte ist, was sie will. Denn er ist eingebildet, sarkastisch und einfach nicht ihr Typ. Doch nach und nach kommt sie hinter sein Geheimnis. Und er hinter ihrs. – Toller zweiter Band mit wieder schwerem Thema, aber liebevoll aufgearbeitet.

Der Talisman: Der 12-jährige Jack Sawyer bemerkt, dass er die Fähigkeit hat in eine Parallelwelt zu flippen. Er bricht zu einer abenteuerlichen Reise auf, um den geheimnisumwobenen Talisman zu finden, der seine totkranke Mutter heilen soll. Doch dabei muss er allerlei Abenteuer überstehen. – Schwächeres Stephen King Buch, hat sich sehr stark gezogen, auch wenn einzelne Passagen sehr spannend waren, so hat es sich immer wieder selbst verloren.

Wie war euer November? 

Mein Serien-Adventskalender 2022: 24x Weihnachten in Serie(n) – 1. Türchen

Marvelous Mrs. Maisel – Patriotische Pflichten – Staffel 3 Folge 1

Darum geht’s – in der Serie

Miriam „Midge“ Maisel lebt in den 1950er Jahren in New York City. Sie ist Jüdin, Hausfrau und Mutter. Ihr Mann Joel strebt eine Karriere als Comedian an. Leider ist er nicht besonders gut. Nach einer Affäre verlässt er Midge, die daraufhin betrunken das erste Mal selbst auftritt. Da die Menge begeistert ist, versucht sie es von nun an trotz aller Steine im Weg selbst auf der Karriereleiter.

Darum geht’s – in der Folge

Bevor es auf Tournee geht, bekommt Midge Maisel die Einladung bei der Weihnachtsfeier der US-Truppen aufzutreten. Dabei tritt das ein oder andere Problem auf. Aber das ist nichts, das Midge und ihre Managerin Susi nicht lösen können.

Der Weihnachtszauber

Es gibt die Weihnachtsfeier bei den US-Truppen, ansonsten eher gering. Midge als Protagonistin ist auch Jüdin, daher ist bei ihr Weihnachten gar nicht so präsent. Allgemein aber ein guter Staffelauftakt, was hier allerdings nicht gesucht war.

Weihnachtsfaktor: 2** – Früher war mehr Lametta

Lyle, mein Freund, das Krokodil

Ein Vorwort

Mit Musicals kriegt man mich bekanntlich meistens. Und Krokodile finde ich auch zutiefst faszinierend. Ein Kindermusical mit singendem Krokodil? Ich war dabei und konnte mir den Film nicht nehmen lassen. Wie das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Familie Pimm zieht neu nach New York, da Mr. Pimm dort eine Stelle als Lehrer angeboten bekommen hat. In der ersten Nacht macht Sohn Josh auf dem Dachboden eine Entdeckung: Ein singendes Krokodil. Lyle wurde von seinem Vorbesitzer dem erfolglosen Magier Hector zurückgelassen. Durch Lampenfieber hat er den Mut verloren vor anderen zu singen. So freundet sich Josh mit ihm an. Doch ein Krokodil in der Großstadt ist gar nicht so einfach zu halten.

Meine Meinung

Kinderfilme mit sprechenden Tieren sind keine Seltenheit. Ein Krokodil bzw. auch nur ein Tier ohne flauschiges Fell, suchte man meines Wissens nach bisher vergebens. Mit Lyle bekomme ich nun nicht nur endlich ein Krokodil, das nicht als blutrünstig ist, sondern auch zeitgleich noch ein Musical.
Das funktioniert in der Kombi ganz wunderbar, denn Lyle singt sich von Anfang an in die Herzen der Zuschauenden. Vom kleinen Baby wächst er in der Eröffnungssequenz sehr schnell und bleibt doch super putzig. Nach seinem durch Lampenfieber verhinderten Debüt, gibt es einen Zeitsprung und schon lernen wir Familie Pimm kennen. Sie haben alle so ihre Probleme, halten aber als Familie zusammen. Mr. Pimm ist in seinem Job als Lehrer unglücklich, weil er sich in der Klasse nicht durchsetzen kann. Mrs. Pimm hat nach einem erfolgreich veröffentlichten Kochbuch zwar viele Kochideen, aber steckt in einer Sinnkrise. Josh findet an der neuen Schule keinen Anschluss und kann sich allgemein mit der neuen Umgebung wenig anfreunden. Lyle kämpft mit dem Verlust von Hector und der Einsamkeit. Irgendwie haben sie sich alle gefunden. Ihre Lebensrealitäten sind so alltäglich und doch so liebevoll aufbereitet, dass man sich wunderbar in ihnen wiederfindet.
Daneben gibt es als deutlichen Antagonisten den etwas schrulligen und ordnungsliebenden Nachbarn, der ebenfalls völlig aus dem Leben gegriffen scheint. Und Javier Bardem gibt uns dann noch einen erfolglosen Magier, der wankelmütig wohl die größte Entwicklung durchmacht.
So sing sich Lyle in unser Herz und kommt mit einer süßen kleinen Geschichte über Freundschaft und Familie daher, bei dem einen das Herz aufgeht. Natürlich gibt es auch hier die Tragikmomente, doch die werden gut aufgearbeitet und alles in allem ist es eher ein Feel Good Film.
Dabei wird das ganze mit eingänglichen Melodien untermalt, die für einen Kinderfilm typisch ins Deutsche übersetzt wurden. Dadurch bekommt man zwar keinen Shawn Mendes, aber auch im Deutschen klingen die Lieder wunderbar – abgesehen von dem ein oder anderen Holperer, der durch die Übersetzung wohl nicht zu vermeiden war.

Das Fazit

Lyle, mein Freund, das Krokodil ist ein schöner kleiner Familienfilm, der Freundschaft und Familie als Hauptthema hat und das mit einem singenden Krokodil sehr süß aufbereitet. Das funktioniert in seiner Gesamtheit gut, so dass auch kleine Schwächen mit gutem Auslassen mancher Klischees ausradiert werden. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Lyle, mein Freund, das Krokodil läuft seit dem 13.10.2022 in den deutschen Kinos

Einfach mal was Schönes

Ein Vorwort

Mit SMS für dich eroberte Karoline Herfurth als Regisseurin mein Herz. Ihren Sweethearts habe ich zwar ausgelassen, wurde dann aber mit Wunderschön wieder sehr begeistert. Nun stand ihr vierter Film vor der Tür und auch diesmal nahm sie sich wieder ein schwieriges Thema zur Brust. Wie das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Carla (Karoline Herfurth) ist Ende 30, Single, aber mit Kinderwunsch. Da ihre biologische Uhr tickt und sie keine Lust mehr auf Männer hat, die sie jahrelang hingehalten haben, beschließt sie, allein ein Kind zu bekommen. Dies stößt in ihrem Familien- und Freundeskreis eher auf gemischte Gefühle. Und dann ist da noch Ole, der deutlich jünger ist, aber ihr von Anfang an sympathisch.

Meine Meinung

Nach Trauerbewältigung in SMS für dich und dem Thema Körperbild der Frauen in verschiedenen Lebenslagen (um es mal sehr wissenschaftlich auszudrücken) in Wunderschön, geht es diesmal um das Thema Kinder. Möchte man welche, wenn ja wann, mit wem, unter welchem Umständen.
Dabei haben wir als zentrales Motiv Clara, gespielt von Karoline Herfurth. Sie hat eine Trennung hinter sich, nachdem sie schwanger wurde und ihr Partner nicht bereit war. Nach einer kurzen Sequenz einer Abtreibung, kommt der Zeitsprung in die aktuelle Zeit. Clara bereut ihre damalige Entscheidung, denn so langsam wird es knapp mit dem Kinderkriegen. Und der passende Partner ist einfach nicht in Sicht. Die verschiedenen Stadien ihrer Entscheidung werden gut abgearbeitet. Als Gegenstück haben wir ihre ältere Schwester mit drei Kindern und scheinbar glücklicher Ehe. Das hier der Schein trügt, erleben wir im Laufe des Films. Dann gibt es noch die jüngere Schwester, die die perfekte kinderlose Fassade aufrecht zu halten versucht. Als wäre das alles nicht schon genug für einen Film, haben wir noch die Eltern mit einer hässlichen Scheidung, weil der Vater eine jüngere neue Frau hat (also ein Motiv, was ich auch schon einmal zu oft gesehen habe). Und natürlich darf die Liebesgeschichte nicht fehlen. Hier kommt Ole noch ins Spiel. Eigentlich scheint er perfekt zu Clara zu passen. Doch da er zehn Jahre jünger ist, fühlt er sich noch nicht bereit für Kinder. Also eine Situation, die Clara schon zu oft hatte.
Und auch, wenn der Film jetzt sehr überladen wirkt, ist er es im Grundsatz nicht. Herfurth beweist wieder einmal ein Talent das Grundthema von verschiedenen Blickwinkel zu beleuchten, verschiedene Meinungen einzubringen, die auf unterschiedliche Erfahrungen bauen. Und hätte sie sich auf das Hauptthema konzentriert, wäre der Film wohl auch wunderbar rund geworden. Doch diesmal wollte sie zu viel. Das merkt man schon an der Eingangssequenz, die wohl ihre Erfahrung zum Thema Männer und Kinder verdeutlichen soll, mit der Abtreibung aber im Nebensatz ein so umstrittenes Thema aufmacht, das es allein schon einen Film füllen könnte. Dies unkommentiert stehen zu lassen, ist schwierig. Dann aber ebenfalls quasi im Nebensatz noch das Thema Fehlgeburt mit reinzuquetschen, zeigt, wie sehr Herfurth alle Themen zum Schwangerwerdenprozess mit aufgreifen wollte. Dabei hätte es diese überhaupt nicht benötigt, um ihren Standort klar zu machen.
Was sie aber wieder beweist, ist ihr Feingefühl für die süßen kleinen Liebesgeschichten, die SMS für dich schon zu einem meiner Lieblingsfilme gemacht hat. Die ganzen Nuancen in der Geschichte, heben den Film unweigerlich nach oben und bieten einen guten Gegenpol zum ganzen Drama. Auch schafft sie es beinahe spielerisch wieder eine gute Portion Humor reinzubringen und diese durch ihre authentischen Charaktere gekonnt zu vermitteln.
Mein größer Kritikpunkt ist dann aber leider das Ende. Da dies nicht spoilerfrei erklärt werden kann, findet ihr unter dem Fazit eine Fortsetzung, wo ich darauf eingehe.

Das Fazit

Einfach mal was Schönes hängt hinter den anderen Herfurth Filmen hinterher und übernimmt sich mit den ganzen zusätzlichen Themen. Das Ende nimmt dann noch die ganze Botschaft heraus und lässt einen ratlos zurück. Dennoch durch die typische Handschrift der Regisseurin ein größtenteils schöner Film. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Einfach mal was Schönes läuft seit dem 17.11.2022 in den deutschen Kinos

Ein paar Wort zum Ende – Achtung Spoiler!

Nachdem sich Clara am Ende aus familiären Gründen gegen die künstliche Befruchtung entschieden hat, arbeitet sie diese auf, so dass jetzt eigentlich wieder der Weg frei wäre für ihren Kinderwunsch. Doch statt damit zu enden und dem Film eine eindeutige Botschaft zu geben, schließt der Film mit der Auflösung der Liebesgeschichte. Das Happy-end für Clara und Ole wird geliefert, was ungemein schön ist. Doch dann Abspann. Keine Auflösung, ob sie doch auf ihn wartet, ab sie später zusammen adoptieren oder eine andere Möglichkeit finden. Also wird die Gesamtargumentation des Films ad absurdum geführt und es läuft auf eine typische Liebesgeschichte heraus. Süß und herzlich, aber eben doch gewöhnlich. Hier hat sich Herfurth wohl nicht getraut, nach der differenzierten Argumentation ein abschließendes Urteil zu dem Thema zu treffen. Schade, denn so ist es einfach nur ein sehr vollgepackter Liebesfilm, statt eines gut ausdiskutierten Dramas mit kleiner Liebesgeschichte.

Wakanda Forever

Ein Vorwort

Nach dem Erfolg des ersten Teils, der sogar in einer Oscarnominierung gipfelte, war die Fortsetzung relativ schnell angekündigt. Dann kam der schwere Schicksalsschlag: Hauptdarsteller Chadwick Boseman starb. Nun war guter Rat teuer. Sollte man den Black Panther einfach neu besetzen oder konnte die Reihe auch ohne den Protagonisten funktionieren? Wie der Film ohne Boseman funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Captain America 3 – Civil War, Black Panther
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: The Avengers – Infinity War, The Avengers – Endgame – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern bereits vorhanden, für die Links einfach die Titel anklicken).

Nach einem fehlgeschlagenen Auftrag wird der Schrei nach Regeln und Grenzen für die Avengers immer lauter. Während Tony Stark und ein paar andere das ganze sofort für eine gute Idee halten, bleiben Captain America und ein paar weitere unschlüssig und wollen den Vertrag nicht unterzeichnen. In Wien kommt es bei einer Tagung zu einem Anschlag auf die vereinten Nationen kurz vor der Unterzeichnung des Vertrages, bei dem König T’Chaka, der König von Wakanda, stirbt. Alle Zeichen deuten auf einen Anschlag vom Winter Soldier – Bucky Barnes – hin. Captain America spürt diesen schließlich in Bukarest auf und verhilft ihm zur Flucht, versucht aber gleichzeitig zu ihm durchzudringen und auf ihre Freundschaft zu pochen. Mit Hilfe von Prinz T’Challa, der sich als Black Panther herausstellt, schafft es die CIA um Everett Ross sowohl Bucky als auch Steve Rogers zu fassen. Bei der Vernehmung taucht jedoch nicht der eigentliche Psychologe auf, sondern Baron Zemo, der auch hinter dem Anschlag steckte. Der Spalt zwischen Iron Man und Captain America wird immer größer. Bucky weiß schließlich, dass Baron Zemo hinter den weiteren Winter Soldier her ist und beschließt mit Cap und Falcon ihn aufzuhalten. Dabei kommen ihnen Hawkeye, Scarlet Witch und Ant-Man zur Hilfe. Doch um Iron Man hat sich mit Black Panther, Black Widow, Iron Patriot, Vision und Spider-Man ebenfalls ein Team gebildet, die alles daran setzen den Winter Soldier zu fangen. Nach großem Kampf ist Iron Patriot schwer verletzt, Rogers und Bucky können fliehen und das restliche Team wird gefangen genommen. Iron Man erkennt jedoch bald, dass er einen Fehler gemacht hat als er entdeckt, dass Baron Zemo hinter dem Attentat steckte. Er überedet Falcon ihm das Ziel von Rogers und Bucky zu verraten, um ihnen zur Hilfe zu kommen, während Black Panther ihm unauffällig folgt. Doch Baron Zemo hat nicht wie befürchtet die anderen Winter Soldier aufgeweckt, sondern hat sie alle ermordet. Allerdings offenbart er Iron Man, dass Bucky seine Eltern ermordet hat, jedoch unter Einfluss der Gehirnwäsche. Stark will das jedoch nicht wahrhaben und sinnt nun auf Rache. Rogers versucht Bucky zu retten. Es kommt zum letzten finalen Kampf, in dem Stark und Rogers endgültig getrennte Wege gehen. Black Panther sucht zeitgleich Baron Zemo auf, um sich seine Beweggründe anzuhören. Am Ende versucht Stark Iron Patriot zu helfen, während Cap erst die Gefangenen Teammitglieder befreit und dann Bucky nach Wakanda bringt.
Nach dem Tod von König T’Chaka in Civil War, muss sein Sohn T’Challa nun sein Erbe antreten. Im Königreich Wakanda muss er sich einer Prüfung unterziehen, damit er auch der neue König wird und damit auch der Black Panther, der Beschützer von Wakanda. Als erste Amthandlung reist er nach Südkorea, zusammen mit Nakia und Okoye, um Ulysses Klaue zu stellen, der Vibranium aus Wakanda gestohlen hat und dabei W’Kabis – einem der fünf Stammesanführer – Eltern ermordet hat. T’Challa verspricht W’Kabi Klaue nach Wakanda zu holen, damit er hier Rache üben kann. In Südkora treffen die Wakandaner dann auf Everett Ross, der ebenfalls hinter Klaue her ist. Klaue kann zunächst gefangen werden, wird jedoch mit Hilfe von Killmonger befreit. Dabei wird Ross schwer verletzt, als er sich vor Nakia warf. Nur in Wakanda bekommt er die medizinische Hilfe, um vollständig zu genesen. Also wird Ross zu Shuri gebracht, die ihn heimlich heilt. Währendessen hat Killmonger Klaue umgebracht, da er für ihn nur Mittel zum Zweck war und ist ebenfalls nach Wakanda gereist. An der Grenze trifft er auf W’Kabi und überreicht ihm Klaues Leichnahm. Mit W’Kabis Unterstützung wird Killmonger zum Königsrat vorgelassen und stellt sich dort als T’Challas Cousin heraus, dessen Vater von König T’Chaka vor vielen Jahren umgebracht wurde. Es kommt zu einem neuen rituellen Kampf, bei dem Killmonger T’Challa eine Klippe herunterschmeißt und damit neuer König und Black Panther wird. Nakia, Shuri und Ross fliehen daraufhin zu den Jabari, wo sie M’Baku das Kraut für einen Black Panther anbieten wollen, damit er Killmonger stürzt. M’Baku hat jedoch inzwischen T’Challa geborgen, der noch am Leben ist. Er bekommt stattdessen das Black Panther Kraut und zieht in die finale Schlacht gegen Killmonger, der wakandianische Waffen an Rebellen überall auf der Welt senden will, damit diese Revolutionen anfangen können. T’Challa will das verhindern und muss schließlich Killmonger schwer verwunden. Er bietet ihm an, ihn zu retten und dann ins Gefängnis zu stecken, doch Killmonger stirbt lieber, als sein Leben hinter Gittern zu verbringen. T’Challa ist nach den Ereignissen überzeugt, dass sich Wakanda nicht länger vor der Welt verstecken darf und das sie ihre Ressourcen der Welt anbieten sollten.

Die Handlung

Der König ist tot und Wakanda ist so verwundbar wie noch nie, da es keinen neuen Black Panther geben kann. Königin Ramonda (Angela Bassett) und Prinzessin Shuri (Letitia Wright) versuchen nicht nur das Land zusammenzuhalten, sie kämpfen auch mit ihrer Trauer. Die Welt giert nach ihren Vibranium-Vorräten. Da taucht ein neuer Mitspieler aus dem Meer auf. Doch ist er Freund oder Feind?

Meine Meinung

2019 ging mit Endgame (ja eigentlich mit Far from home) Phase drei und damit auch eine Ära zu Ende. Der Start von Phase 4 war eher holprig. Zwischen vielen neuen Gesichtern, deren Filme eher schlecht als recht liefen, tauchten immer mal wieder bekannte Gesichter auf, deren Filme deutlich besser funktionierten, aber nicht an die Qualität früherer Phasen heranreichen konnte. Gleichzeitig gab es eine regelrechte Serienflut auf Disney+, die auf einmal auch alle Bedeutung hatten. Es war schlichtweg zu viel. Nun stand der ursprünglich lang ersehnte zweite Teil des Black Panthers an. Doch wie sollte dieser ohne den Protagonisten funktionieren, zumal Chadwick Boseman den Film stark getragen hat.
Und hier geht Marvel den einzig logischen Schritt: Die Rückbesinnung auf bereits eingeführte Charaktere. Der Verlust Chadwick Bosemans wird von Anfang an in den Film eingearbeitet. Wakanda steht auf einmal ohne König und ohne Beschützer da. Gleichzeitig stellt er sich die Frage nach der Konsequenz, dass sich Wakanda im ersten Teil für die Welt öffnete. So haben wir einen starken Auftakt, mit vielen ruhigen Momenten, die die Stärken der Charaktere herausarbeiten. Es wird Trauerverarbeitung thematisiert und die Grundfesten Wakandas gestärkt.
Beim ersten Auftauchen Namors funktioniert der Konflikt auch noch gut. Wakanda wird gezwungen aktiv zu handeln, statt nur passiv zu reagieren. Doch dann nehmen die üblichen Missverständnisse Überhand und die Reaktion darauf ist leider wenig ausgereift. Es musste halt ein Konflikt und Action her und die war ziemlich erzwungen. So funktioniert Wakanda Forever gerade in den ruhigen und charakterstarken Momenten wesentlich besser als in den actionlastigen. Das für einen Superheld*innen-Actionfilm ist nicht unbedingt problematisch, dürfte aber der Zielgruppe eher missfallen.
Darüber hinweg täuschen dann aber die gewohnt fantastischen Bilder. Hier gibt es auch noch mehr Einblicke in Wakanda abseits des Königspalast, wodurch wir nochmal näher an den Menschen sind. Schauspielerisch zeigt hier gerade Angela Bassett, was in ihr steckt – zumindest sobald sie das anfängliche overacting abgelegt hat. Letitia Wright kommt da nicht ganz mit, spielt ihre Shuri aber sehr souverän und transportiert die notwendigen Emotionen.
So kommt Wakanda Forever zwar bei weitem nicht an das Niveau das ersten Teils heran, schafft es aber dennoch das MCU aus dem zuletzt eher enttäuschenden Sumpf zu ziehen.

Das Fazit

Wakanda Forever ehrt Chadwick Bosemans Vermächtnis und schafft einen Film, der gerade an den ruhigen Stellen ziemlich gut funktioniert. Einige Handlungsabschnitte sind dann voller Logiklöcher, da hier zu sehr auf erzwungene Action gesetzt wurde. So ist der Film deutlich besser als die letzten MCU Vertreter, kommt aber nicht an den ersten Teil heran. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Ein Nachwort

Wakanda Forever bildet das Ende von Phase 4. Zwar wurde die Thematik des Multiversums immer mal wieder aufgemacht, so richtig umgesetzt wurde sie jedoch nicht. Es war eher ein Verabschieden von einigen Charakteren und das Begrüßen von Neuen. Es bleibt abzuwarten, was Phase 5 bringt. Zumindest ist hier ein Thanos-Nachfolger angedeutet worden. Wir werden sehen, was das MCU uns noch bringt.

Wakanda  Forever läuft seit dem 10.11.2022 in den deutschen Kinos

Im Westen nichts Neues

Ein Vorwort

Nach einigen Kriegsfilmen, aus Britischer oder Amerikanischer Sicht, zuletzt z. B. 1917, bringt uns Netflix nicht nur eine sehr nüchterne deutsche Darstellung des ersten Weltkriegs, sondern zeitgleich auch den deutschen Oscarkandidaten fürs nächste Jahr. Wie der Film, der gleichzeitig für Kino und Stream konzipiert wurde, funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Paul Bäumer (Felix Kammerer) meldet sich 1917 freiwillig für den Kriegsdienst und lügt dabei bei seinem Alter. Zusammen mit seinen Freunden und unterstützt durch patriotische Reden seines Lehrers ziehen sie voller Stolz los. Doch an der Westfront angekommen, werden sie sofort mit der harten Realität des Stellungskrieges konfrontiert.

Meine Meinung

Bereits 1929 schrieb Erich Maria Remarque seinen Roman Im Westen nichts Neues. Dabei verarbeitet er nur wenige eigene Erlebnisse, da er nur kurze Zeit an der Front war. Allerdings sammelte er Erfahrungsberichte und ließ diese einfließen. Schon damals hatte er eine sehr kritische Position zum Krieg, die in den darauffolgenden Jahren von den Nazis sehr  unterdrückt wurde. So viel die Hintergrundrecherche zur Neuverfilmung, da ich die Buchvorlage nicht gelesen habe. Doch soll der Film an vielen Stellen davon abweichen, was eher negativ gesehen wird. Hier mag ich mir kein Urteil erlauben und bewerte den Film daher unabhängig, ob dieser für sich funktioniert hat.
Und das ist tatsächlich gar nicht so einfach, ist er doch so vielschichtig und an einigen Stellen herausragend, an anderen hapert es. Doch fangen wir von vorne an. Die Einleitung bietet gleich einen Überblick auf die Kriegsgeschehen und startet einen Kreislauf, der sich durch den gesamten Film zieht. Kurz darauf treffen wir auf Paul und seine Freunde, die uns nicht wirklich näher beschrieben werden, sondern wie Platzhalter wirken, was aber der Film durchaus auch aussagen will. So zeigt sich hier schon die nüchterne Erzählweise, da der Film nur eine Emotion kennt: Den Schrecken des Krieges.
Dadurch ist der Film sehr unpatreotisch, was eine schöne Abwechslung zu vergleichbaren Filmen ist. Hier wird nichts beschönigt, auch die Freundschaften helfen nur bedingt über die Schrecken hinweg. Zeitgleich trumpft Im Westen nichts Neues mit wunderbar echten und gestochen scharfen Bildern auf. Das Szenenbild und die Kameraarbeit leisten hier einiges und zeigen, was möglich ist.
Mit 148 Minuten ist der Film vergleichsweise lang, was man ihm leider anmerkt. Überwältige der Anfang einen noch durch viele neue Eindrücke, verfliegt dies mit der Zeit und auch, wenn er eine Grundspannung halten kann und immer wieder gerade durch die Gefechte das Adrenalin steigen lässt, sind es gerade die Szenen dazwischen, die sich mitunter ziehen. Gerade weil die Nähe zu den Charakteren fehlt, ist es in diesen einem auch egal, was zwischen ihnen geschieht.
Und auch, wenn das Geschehen in den Gräben deutlich und sehr realistisch dargestellt wird, fehlt einem irgendwo der Gesamtüberblick über den Krieg. Erst am Ende gibt es ein paar Texteinblendungen, der Film, Geschichte und vor allem den Titel des Films in Zusammenhang stellen. Wem das geschichtliche Grundwissen fehlt, der ist hier schnell aufgeschmissen.
So vereinen sich Stärken und Schwächen zu einem Film, der durchaus sehenswert ist, aber es mit der Nüchternheit übertreibt und für seine Geschichte einfach zu lang ist.

Das Fazit

Im Westen nichts Neues besticht und enttäuscht gleichzeitig durch die sehr nüchterne und unnahbare Erzählung des Krieges. Grundsätzlich zu lang, dafür aber bildgewaltig und gerade in den Kampfszenen sehr mitreißend inszeniert.

Im Westen nichts Neues läuft seit dem 29.09.2022 in den deutschen Kinos und seit dem 28.10.2022 auf Netflix verfügbar

Netflix Original: The Bubble

Ein Vorwort

Nach den letzten Reinfällen mit Netflix Original Filmen, sollte man meinen, dass ich dazugelernt hätte. Doch eins haben die meisten dieser Filme gemein: Eine Grundidee, die mich interessiert. Warum ich von The Bubble wirklich die Finger hätte lassen sollen, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Mitten in der Pandemie begibt sich eine Filmcrew in eine sogenannte Bubble. Zwei Wochen Isolation, um dann zusammen trotz Covid-19 drehen zu können. Doch die Abgeschiedenheit, die regelmäßigen Tests und die angespannte Stimmung droht jederzeit zu eskalieren.

Meine Meinung

Ein Thema, dass absolut omnipräsent in unserer Wahrnehmung ist und daher in den meisten Filmen, Serien und Büchern totgeschwiegen wird, ist wohl die aktuelle Pandemie. Das Wort Corona sollte möglichst in keinem Unterhaltungsmedium genannt werden, belastet es einen doch im Alltag noch immer genug. Dennoch tauchen so langsam die ersten Vorreiter auf, die entweder auf ein Szenario nach Ende der Pandemie hinweisen und mit Witzen á la „Weißt du noch, während des ersten Lockdowns?“ zu punkten versuchen, oder eben genau die Thematik aufgreifen. Zu Letzterem gehört The Bubble. Statt das Thema totzuschweigen, wird es bewusst als Aufhänger genutzt, um zu zeigen, wie sehr die Filmcrews darunter gelitten haben.
Bevor ich aufzähle, warum der Film absolut nicht funktioniert, versuchen wir mal noch was Positives zu finden. Machen wir uns nichts vor, der Film ist eine trashige Komödie der unlustigen Art. Aber ab und an und wenn auch nur kurz erwähnt, trifft er den Nagel auf den Kopf. Wenn es darum geht, dass niemand Mitleid mit Schauspieler*innen hatte, die in ihren großen Villen in Hollywood jammerten, während viele andere ihre Jobs verloren, nicht wussten wo ihnen mit Homeoffice und Homeschooling der Kopf stand, etc, dann spricht der Film einen interessanten Aspekt an. Allerdings geht er dann auch nicht näher drauf ein und lässt eine Diskussion darüber nicht zu. Leider war das auch schon der einzig positive Punkt an der Sache.
Denn der Cast ist zwar teilweise mit guten Namen bestückt, die bewiesen haben, auch ganz anders spielen zu können, wie beispielsweise eine Karen Gillan oder Leslie Mann, doch wird hier jegliches Talent verpulvert. Die Charaktere sind schon so angelegt, dass einer nerviger als der nächste ist. Absolut oberflächlich gezeichnet, alle sind gefühlt nur für wenige Stichworte da, um die Handlung irgendwie rüberbringen zu können. Anstatt sich langsam zu steigern, eskaliert der Film bereits am Anfang und versucht dann noch sich zu steigern. So ist das maximal tolerierbare Bullshit Level schon im ersten Viertel erreicht und danach versucht man nur noch sich irgendwie bis zum Ende durchzuquälen. Oder man bricht den Film einfach ab, wirklich Leute, es wird nicht besser. Ich habe während des ganzen Films vielleicht zweimal kurz aufgelacht, aber für eine Komödie ist das einfach nur schlecht. Stattdessen war sehr schnell der Punkt erreicht, wo ich mich nicht einmal mehr über den Film lustig machen konnte, sondern nur noch genervt mit den Augen gerollt habe. Für einen Trashfilm – der er wohl nicht mal sein wollte – ebenfalls kein gutes Merkmal.
So verschwendete ich 126 Minuten meines Lebens und wünschte mir andere schlechte Netflix Produktionen wie Day Shift oder sogar einen echt miesen Senior Year zurück.

Das Fazit

The Bubble ist wohl einer der schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe, selbst wenn man mit der Prämisse einer trashigen Komödie dran geht. Hier hat Netflix wieder einmal viel Geld in Bullshit verpulvert. Spart euch einfach die Lebenszeit.

Rückblick auf den Oktober 2022

Der Oktober und damit auch die Frankfurter Buchmesse sind vorbei. Es war eine aufregende Zeit mit vielen tollen Menschen und jeder Menge Flausch. Außerdem war ich im Oktober endlich in der deutschen Version von „Hamilton“! Traditionell endete der Oktober mit meiner Kürbissuppe und einer Mini-Halloween-„Party“. Nun steht der November aufgrund privater neuer Schritte leider nicht im Zeichen des NaNoWriMo, aber dennoch blicke ich nach vorne. Beziehungsweise jetzt noch einmal zurück im monatlichen medialen Rückblick.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Tausend Zeilen: Lars Bogenius ist ein aufstrebener Journalist bei Die Chronik und bekannt für seine mitreißenden Reportagen, für die er bereits mehrere Preise gewonnen hat. Doch als er bei einer Reportage über die Flüchtlinge Mexikos in die USA zusammen mit seinem Kollegen Juan Romero schreiben soll, fallen diesem Unstimmigkeiten auf. Die Chefetage möchte davon jedoch nichts hören, weswegen sich Romero allein auf Nachforschungen begibt. – Spannende Geschichte, die leider sehr oberflächlich und unnahbar abgehandelt wird.

The Woman King: 1823 verteidigt sich das Königreich Dahomey gegen das Oyo-Imperium und sieht sich gleichzeitig mit dem Sklavenhandel konfrontiert. Angeführt von der Generalin Nanisca haben es die Agojie, eine Gruppe speziell ausgebildeter Kriegerinnen, bisher geschafft ihre Unterzahl auszugleichen. Nawi wird von ihrem Vater verstoßen und durchläuft daher die Ausbildung zur Agojie. Doch die ist alles andere als einfach. – Spannendes Historiendrama mit starken Charakteren.

Der Nachname: Die Geschwister Elisabeth und Thomas  werden von ihrer Mutter und ihrem Adoptivbruder Rene, der inzwischen mit der Mutter liiert ist, auf das Familienanwesen in Lanzarote eingeladen. Mit dabei sind ihre jeweiligen Parter*innen Stephan und Anna. Vor Ort erwartet sie eine überraschende Nachricht und jede Menge Drama. – Belangloses Sequel, dass durch einige Witze dennoch solide funktioniert.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

The Bubble: Mitten in der Pandemie begibt sich eine Filmcrew in eine sogenannte Bubble. Zwei Wochen Isolation, um dann zusammen trotz Covid-19 drehen zu können. Doch die Abgeschiedenheit, die regelmäßigen Tests und die angespannte Stimmung droht jederzeit zu eskalieren. – Absoluter Reinfall. Anstatt sich langsam zu steigern, gleich die vollkommene Eskalation, flache Witze, nervige Charaktere, ein weiterer Netflix Film, der trotz namenhaftem Cast nicht funktioniert.

Das Bildnis des Dorian Gray (1945): Lord Henry Wotton besucht den Künstler Basil Hallward, der ein neues Porträt fertig gestellt hat, was Lord Henry sehr gelungen findet. Es zeigt den jungen Dorian Gray. Obwohl sich Basil zunächst weigert, stellt er die beiden Herren doch einander vor. Lord Henry überzeugt Gray immer mehr von seiner Weltansicht. Nach einer Weile stellt Dorian Gray fest, dass die Veränderungen, wie Altern, aber auch die Veränderungen seines Charakters auf dem Porträt sichtbar sind, anstatt an ihm. – Langatmig erzählte Buchverfilmung, die die Schwächen des Buches nicht auszugleichen weich.

Das Bildnis des Dorian Gray (2009): Inhalt entspricht der Version von 1945 – Optisch schöne und einem Schauerfilm angemessene Umsetzung. Handlung hat wenig Tiefe, aber die Grundaussage des Buches bleibt.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Wirklich verpasst habe ich keinen Film. Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Black Adam und Lyle – Mein Freund, das Krokodil

Serien – ein etwas ausführlicher Überblick

Fairygone – Staffel 1 (Gute Grundidee, Umsetzung etwas langatmig und wirr.)

She-Hulk – Staffel 1 (Auch hier gute Grundidee, aber die Umsetzung funktioniert nicht durch die Charaktere und vor allem das schlechte CGI)

First Kill – Staffel 1 (Es war wohl der Monat der guten Grundideen. Funktioniert aber nicht über die Dauer der Staffel, starker Anfang, schwaches Ende)

Easy Bake Battle – Staffel 1 (Wenig Zeit, möglichst einfache Rezepte, leckere Kreationen. Ließ sich wunderbar wegbingen)

Uncoupled – Staffel 1 (Modern Family trifft auf Sex and the City, dennoch will die Geschichte nicht richtig funktionieren.)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 9
Seiten insgesamt: 3.120
Seiten pro Tag: 101 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 3
Taschenbuch: 3
Comic/Manga/Graphic Novel: 3

My genderless boyfriend 4: Das musikalische Debüt der Genderless Boys steht bevor und Wako ist schon völlig aus dem Häuschen. Zumal ihr Mangaka ebenfalls Fan ist und sich von Meguru zu seinem neuen Manga hat inspirieren lassen. – Erzählt die Geschichte liebevoll weiter.

Im Zweifel für das Monster*: Daniel Becker ist ein frisch geschiedener Anwalt, der in seiner Kanzlei sehr erfolgreich ist und darauf hin arbeitet Partner zu werden. Doch eines Nachts besucht ihn das Monster aus seiner Kindheit. Ihm wird ein Mord vorgeworfen. Bei einem übernatürlichen Gericht schafft es Daniel die Unschuld des Monsters zu beweisen. Leider bekommt er daraufhin immer mehr Anfragen von anderen Monstern und wird auch noch mit der Aufgabe betraut, den wahren Mörder zu finden. – Spannender neuer Krimiansatz, witzige Umsetzung.

Einsame Nacht*: Kate Linvilles zweiter Fall als festes Teammitglieder der North Yorkshire Police bringt sie zu einem Mordfall auf einsamer Straße. Eine Frau wurde mit mehreren Messerstichen in ihrem Auto ermordet. Die einzige Zeugin schweigt. Fingerabdrücke führen die Polizei zu einem Verbrechen von vor neun Jahren. Einem Cold Case, an dem Kates früherer Vorgesetzter Caleb Hale gescheitert ist. Schafft Linville es die Hinweise neu zu deuten? – Erneut spannender und mitreißender Kriminalfall aus der Feder von Charlotte Link.

One Piece 3-4: Die Piratenbande rund um Ruffy stellt fest, dass sie vergessen haben Proviant einzupacken. Also halten sie bei der nächsten Landsichtung und treffen auf das bezaubernde Fräulein Kara, dessen Butler Beauregard ein gefährliches Geheimnis hat. – Eine ziemlich nervige Episode, mal schauen, ob es noch spannender wird.

Die Clans von Tokito: Sechs Clans gehören zu Tokito, wer zu keinem gehört, ist Freiwild. Erin hat ihren Job und damit ihren Clan verloren. In der Gewalt von Organhändlern lässt sie sich auf einen Deal mit einem Dämon ein. Doch die Macht, die sie dadurch erlangt, hat einen Preis. – Spannende Fantasygeschichte mit einer guten Portion Witz und doch voller Tod und Verderben.

Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall: Colin soll den Sommer bei seiner Mutter verbringen, die die Familie verlassen hat, als er noch ein Kind war. Dort lernt er den verschlossenen Theodore kennen. Kurze Zeit später stirbt Colin unerwartet und findet sich in einer Geisterwelt wieder. Ihm bleiben drei Tage, um das verborgene Zimmer von Thornhill Hall zu finden, um ins Leben zurückzufinden. – Herzerwärmend, spannend, einfach eine tolle Geschichte.

Hinter den Spiegeln so kalt: Finja trauert um ihre Tochter, die plötzlich verschwand. Zurück blieben nur Eiskristalle am Spiegel. Finja macht sich auf die Suche und muss dabei erkennen, dass ihre Angst vor Spiegeln eine reale Ursache hat. – Liza Grimms Neuinterpretation der Eiskönigin kommt mit einem denkbar schweren Thema daher, doch kann durch ihre leichte Schreibweise gut durch das Buch tragen.

Das Herz des Todes: Durch ein Missverständnis ist der Tod bei Arus Geburt anwesend und segnet sie. Doch alle in Jui fürchten den Tod und meiden dadurch Aru, die auf seltsame Weise mit dem Tod verbunden ist. Doch nach und nach kommt sie hinter seine Geheimnisse und ist gewillt sie gegen ihn einzusetzen. – Etwas untypische Fantasygeschichte, aber dafür sehr spannend und sehr erfrischend.

Wie war euer Oktober?

*Werbung, Rezensionsexemplare von Blanvalet

Dreierlei Grusel zu Halloween – #2022 – Special

Herzlich Willkommen zum diesjährigen Halloween-Special. Wie bereits im letzten Jahr möchte ich euch auch diesmal wieder dreierlei „Grusel“ aus Film, Serie und Buch bieten. Also rührt noch einmal in eurem Hexenkessel, spitzt eure Pflöcke und sprecht ein freundliches Wort zum Monster unter eurem Bett. Und los geht’s!

Grusel im Film: Hocus Pocus

Die Handlung: 1693 werden drei Hexenschwestern hingerichtet, doch konnten sie vorher einen Fluch aussprechen. 1993 werden diese wieder erweckt. Überfordert mit der modernen Welt, müssen sie dennoch versuchen, einen Trank zu brauen, der sie über die Nacht hinaus am Leben erhält. Doch dafür brauchen sie die Energie eines Kindes.

Meine Meinung: Nachdem Disney+ einen zweiten Teil zu Hocus Pocus ankündigte, stand für mich fest, dass ich den ersten wohl zur diesjährigen Halloweenzeit sehen wollte. Hinzu kam, dass meine beste Freundin den Film sehr liebt und mich beinahe fassungslos ansah, als sie erfuhr, dass ich ihn noch nicht gesehen hatte. Man sieht ihm zwar die Jahre, die er auf dem Buckel hat durchaus an, gerade was die Effekte angeht, aber eine gute Geschichte hat er an sich. Denn gerade die drei Hexenschwestern funktionieren zusammen sehr gut. Zumal sie hier das Klischee der bösen Hexe einfach mal voll ausspielen, anstatt immer wieder die ganzen Grauzonen zu erwähnen. Die Hexen brauchen Kinder für ihren Zauber. Einfache Prämisse. Einfaches Schwarz-Weiß Denken. Die Protagonist*innen sind automatisch die Guten, weil sie gegen die Hexen sind. Auch wenn ich normalerweise eher Fan vom Aufbrechen der Klischees bin und diese schwierige Hintergründe haben, so war es hier einfach mal schön sich nur berieseln zu lassen. So ganz überzeugen konnte mich die Handlung dann zwar nicht, wurde es mir doch irgendwann zu viel und auch mit dem Protagonisten bin ich nicht richtig warm geworden. Aber in der Gesamtheit ein durchaus noch immer gut zu sehender einfacher Halloweenfilm.

Gruselfaktor 2/5 Kürbissen
Atmosphäre 4/5 Kürbissen
Handlung 3/5 Kürbissen

Grusel in Serie: First Kill

Die Handlung: Calliope Burns ist neu an der Schule und Juliette Fairmont hat einen Crush auf sie. Doch da gibt es ein großes Problem. Juliette ist eine Legacy Vampirin, weswegen ihr Sonne nichts ausmacht, doch sie steht kurz vor dem Zeitpunkt, wo sie ihre erste Tötung vollziehen muss, um überleben zu können. Und Calliope und ihre Familie sind ausgebildete Vampirjäger*innen. Und auch Calliope wartet auf die Chance ihrer ersten Tötung.

Meine Meinung: Vampire sind zurück. Sei es in Büchern, Filmen oder eben Serien. Dass sie nach dem Twilight Hype durchaus mal ein wenig ruhten, war wohl eine gute Idee, denn so konnten sie jetzt wieder mit frischen Ideen auf den Markt zurückgeschwemmt werden. Auf die Serie bin ich aufmerksam geworden, da es auf einer Kurzgeschichte von V. E. Schwab basiert, von der ich zwar noch nichts gelesen hatte, von deren Werken mir aber immer wieder vorgeschwärmt wurde. Leider liegt hier wohl auch das Problem der Serie. Basierend auf einer Kurzgeschichte kommt die Serie mit einer guten Grundidee daher, zerrt die Handlung aber immer weiter und anstatt sie als Miniserie enden zu lassen, gibt es den Cliffhanger und ein Ausblick auf eine zweite Staffel. Das ist schade, denn gerade am Anfang funktioniert die Geschichte ziemlich gut. Der Grundgedanke die Romeo und Julia Geschichte in Vampir und Vampirjägerin zu ändern, gefiel mir sehr gut. Die Konflikte und die aufkommende Liebe wurden gut erzählt, ich hing an der Serie. Und dann musste noch ein Konflikt her. Und noch einer. Und noch einer. Bis die Geschichte absolut überlastet war, sich immer wieder im Kreis drehen musste, nicht mehr nachvollziehbare Zeitsprünge vorkamen und auf jedes Drama ein noch größeres folgen musste. Zunächst stark geschriebene Charaktere verkommen zu immer die gleichen Phrasen wiedergebenden, die Spannung und der Reiz wird komplett genommen. Das ist schade, weil als Miniserie mit vielleicht 5 statt 8 Folgen wäre die Serie ein Must See gewesen. So bin ich mir sehr sicher, die mögliche zweite Staffel nicht mehr sehen zu wollen. 

Gruselfaktor 3/5 Kürbissen
Atmosphäre 2/5 Kürbissen
Handlung 3/5 Kürbissen

Grusel im Buch: Im Zweifel für das Monster*

Die Handlung: Daniel Becker ist ein frisch geschiedener Anwalt, der in seiner Kanzlei sehr erfolgreich ist und darauf hin arbeitet Partner zu werden. Doch eines Nachts besucht ihn das Monster aus seiner Kindheit. Ihm wird ein Mord vorgeworfen. Bei einem übernatürlichen Gericht schafft es Daniel die Unschuld des Monsters zu beweisen. Leider bekommt er daraufhin immer mehr Anfragen von anderen Monstern und wird auch noch mit der Aufgabe betraut, den wahren Mörder zu finden.

Meine Meinung: Da es sich bei diesem Werk um ein Rezensionsexemplar handelt, habe ich es bereits ausführlich auf diesem Blog besprochen. Doch es passte thematisch sehr gut in diesen Beitrag und ich hatte einfach keine Zeit noch ein neues zum Thema zu lesen. Daher hier aber nochmal mein Fazit: Im Zweifel für das Monster vereint Krimi mit übernatürlichem Aspekt und schafft damit eine spannende und runde Geschichte, die sich perfekt für die bevorstehenden dunklen Monate eignet. Wer also Krimis mag, aber genug von der klassischen Ermittlerhandlung hat, ist hier bestens aufgehoben.

Gruselfaktor 2/5 Kürbissen
Atmosphäre 3/5 Kürbissen
Handlung 5/5 Kürbissen

*Im Zweifel für das Monster wurde mir von Blanvalet als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

 

Der Nachname

Ein Vorwort

Wenn ein Film erfolgreich ist, bekommt er einen zweiten Teil. So will es anscheinend irgendein blödes ungeschriebenes Gesetz, das dazu führt, dass immer mehr gute alleinstehende Filme noch einen zweiten (oder mehr) Teil(e) bekommen müssen. So nun auch Der Vorname, aus dem kurzerhand Der Nachname wurde. Warum das sogar noch halbwegs gut funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Geschwister Elisabeth (Caroline Peters) und Thomas (Florian David Fitz) werden von ihrer Mutter (Iris Berben) und ihrem Adoptivbruder Rene (Justus von Dohnanyi), der inzwischen mit der Mutter liiert ist, auf das Familienanwesen in Lanzarote eingeladen. Mit dabei sind ihre jeweiligen Parter*innen Stephan (Christoph Maria Herbst) und Anna (Janina Uhse). Vor Ort erwartet sie eine überraschende Nachricht und jede Menge Drama.

Meine Meinung

Trailer sollen ja eigentlich Lust auf den Film machen. Nach dem Trailer zu Der Nachname war ich doch eher abgeschreckt, sah er doch nach einem großen Haufen künstlichen Dramas aus, der so gar nicht an die Prämisse des ersten Teils anknüpfen wollte. Doch eine Sache zog mich doch in den Film. Ich wollte wissen, was nun in diesem geheimen Zimmer ist, um das schon im Trailer viele Andeutungen gemacht wurden. Also Auftrag doch irgendwie erfüllt. Dennoch waren meine Befürchtungen hoch, basierte Der Vorname doch noch auf einem Theaterstück und war in sich abgeschlossen. Nun einen zweiten Teil ohne wirkliche Grundlage zu basteln, konnte eigentlich nur schief gehen.
Doch dafür liefert Der Nachname ziemlich solide ab. Das liegt an erster Stelle daran, dass zwar die Ausgangsprämisse – der geänderte Nachname – ziemlich banal ist und auch schnell abgehakt wurde, das restliche Drehbuch aber durchaus rund gestaltet ist. Zwar läuft es auf ein großes Familiendrama hinaus, wo jeder Geheimnisse vor dem anderen hat, und der große Knall am Ende kommt auch, dennoch ist es nur selten vollkommen übertriebenes und abgehobenes Drama, sondern erstaunlich realitätsnah. Die Paarkonstellationen waren unverändert, hatten sich aber seit dem Vornamen etwas weiter entwickelt, so dass hier kaum Zeit auf Vorstellungen, sondern gleich auf Weichenstellung, verschwendet wurde.
Durch die bekannten Charaktere, die irgendwo ihren Rollen treu bleiben, war der Witz auch gleich von Anfang an da und pendelte sich zunächst auf einem guten Niveau ein. Abgesehen von dem ein oder anderen Ausrutscher, blieb es auch auf einem relativ guten Niveau, so dass ich das Kino durchaus unterhalten verlassen habe. Wirklich im Gedächtnis wird er mir allerdings nicht bleiben, zu belanglos war die Handlung und die Lacher waren doch sehr auf gewisse Impulse ausgelegt und wenig zitierfähig. So ist Der Nachname nicht die Vollkatastrophe, die ich erwartete, hat durchaus auch seine Momente und ist alles in allem einfach ein solider Film, der aus einer wackligen Prämisse doch einen rund erzählten Film macht. Dennoch war er als Fortsetzung zu Der Vorname absolut unnötig.

Das Fazit

Der Nachname punktet durch ein rundes Drehbuch und einige gut pointierte Witze. In seiner Gesamtheit kommt er aber nicht über ein einfaches Familiendrama hinaus und kann mit dem ersten Teil nicht mithalten. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Der Nachname läuft seit dem 20.10.2022 in den deutschen Kinos