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Ein Vorwort

Nein hier soll es nicht um den 2015 erschienen Film gehen, der sich mit einem Bergsteigerteam beschäftigt, die den höchsten Berg der Welt erklimmen will, sondern diesmal geht es um den Animationsfilm, der den deutschen Beititel „Ein Yeti will hoch hinaus“ trägt. Nachdem Disney sich derzeit wohl eher auf ihre „Realfilm“-Remakes konzentriert und im Animationsbereich auch mit Chaos im Netz und Frozen 2 eher auf Fortsetzungen setzt, nutzt Universal mit Dream Works die Lücke und bringt uns neues Material auf die Leinwand. Was der Film nun kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Ein Forschungsteam hat einen Yeti aus dem Himalaya entführt und in ein Labor gesperrt. Dieser kann jedoch flüchten und versteckt sich auf dem Dach eines Wohnhauses in Shanghai. In diesem Haus lebt Yi, die sich nach dem Tod ihres Vaters von ihrer Mutter und Großmutter entfernt hat. Als sie sich ebenfalls auf das Dach zurückzieht, wo sie sich ihr eigenes kleines Reich gebaut hat, trifft sie auf Everest. Nach anfänglichen Schwierigkeiten freunden sich beide schnell an und Yi beschließt Everest nach Hause zu bringen. Auf ihrem abenteuerlichen Weg in den Himalaya bekommt sie Unterstützung von den Brüdern Jin und Peng. Doch das Forscherteam ist ihnen dicht auf den Fersen.

Meine Meinung

In letzter Zeit waren Animationsfilme, die die ganze Familie ansprechen sollten und nicht nur die Kinder eher selten. Umso skeptischer bin ich an den Film herangegangen, da einzelne Szenen im Trailer auch wieder eindeutig einzig auf den Humor der Kinder angelegt war. Dennoch zeigt Everest sehr schnell, dass er beides kann. Er schafft es geschickt in einzelne Szenen gut durchdachte Dialoge zu verbauen, die die Erwachsenen zum Lachen bringt und gleichzeitig leichten Slapstick einzubauen, der die Kinder in Begeisterungsstürme versetzte.
Doch Everest ist nicht einfach nur ein lustiger Kinderfilm. Seine Handlung und seine Charaktere gehen weit über den normalen Abenteuerfilm hinaus. An erster Stelle stehen nämlich die Themen Familie, Freundschaft, aber auch Trauerverarbeitung. So lernen wir zunächst die Protagonistin Yi kennen, die in Shanghai lebt und gerade Ferien hat. Früher war sie eng mit  den Brüdern Jin und Peng befreundet. Doch Jin hat nur noch Augen für sein eigenes Erscheinungsbild, mit der er Mädchen aus der ganzen Stadt anzieht und Yi kaum noch eines Blickes würdigt. Peng ist ein paar Jahre jünger als Yi und Jin und träumt davon Basketballprofi zu werden. Früher spielten die anderen beide gerne mit ihm, aber inzwischen ist er oft allein, versucht aber immer wieder jemandem zum mitspielen anzuregen. Yi hingegen scheint auf dem ersten Blick ein normales Mädchen zu sein, dass durch eine Überzahl an Ferienjobs versucht Geld zu verdienen. Erst nach und nach erfährt man, dass ihr Vater gestorben ist und sie sich seitdem von allen zurückzieht und das Geld spart, um eine große Chinareise zu machen, so wie sie ihr Vater einmal für sie geplant hatte. In diese Konstellation dringt dann der Yeti ein, der sich in Yis Dachrückzugsort versteckt hat. Nach ersten Anfangsschwierigkeiten vertrauen sich die beiden und sind bereit für das Abenteuer, um Everest, wie der Yeti von Yi genannt wird, zum Everest zurückzubringen. Dabei stolpern Jin und Peng eher ungewollt mit hinein. Vor allem Jin tut sich sehr schwer auf seinem bisherigen Leben auszubrechen. Für ihn bedeutet der fehlende Handyempfang beinah das Ende der Welt. Peng hingegen freut sich eher, dass er endlich wieder etwas mit seinen Freunden unternehmen kann.
So müssen sich alle drei Freunde mit ihren eigenen Problemen auseinander setzen und erkennen, dass ihr Verhalten nicht immer richtig war. Das schöne an Everest ist, dass die Lebenslektionen zwar sehr präsent sind und immer wieder aufgegriffen werden, aber so gut in die Charakterbögen verwoben wurde, dass es keine Holzhammermethode ist. Stattdessen haben die Kinder sichtlich Spaß an der Abenteuergeschichte und lernen eben ganz nebenbei, was Freundschaft und Familie bedeutet. Und dafür sind auch keine hochdramatischen Szenen notwendig, auch wenn bei Everest kaum ein Auge trocken bleiben dürfte.
Was man ebenfalls sehr lobenswert erwähnen muss, ist, dass Everest sehr mit dem Begriff „Der Böse“ spielt. Denn die Linie, wer wirklich die treibende Kraft beim Fangen des Yetis ist, verwischt während des Films immer wieder und man selbst muss mit Vorurteilen aufräumen und sich selbst schalten, dass man sich vorschnell eine Meinung gebildet hat.
Die liebevollen Animationen unterstreichen noch einmal die vielen Details der Geschichte und zeigen China noch einmal von allen Seiten. Von der Großstadt Shanghai, über die vielen Naturwunder und kleinen Dörfer im Landesinneren.

Das Fazit

Everest – Ein Yeti will hoch hinaus ist liebevoll gestaltet, voller kleiner Geschichten für Groß und Klein, die beide Seiten zum Lachen und Weinen bringt und dabei die Schwerpunkt auf Freundschaft, Familie und Trauerbewältigung legt. Dabei wärmt einen der Film einfach nur das Herz. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Everest läuft seit dem 26.09.2019 in den deutschen Kinos.