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Ein Vorwort

Sitcoms sind aus der Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken. In den letzten Monaten habe ich aus einer Laune heraus mit zwei Sitcoms aus den 1990er Jahren begonnen und musste feststellen, dass sie auch heute noch sehr gut funktionieren – auch wenn es manchmal schon sehr witzig war, wenn die Handys frisch erfunden waren und neu eingeführt wurden. Hier nun meine abschließende Meinung zum jungen Will Smith, der von Philadelphia nach Bel Air zieht und einer Freundesclique in New York.

Friends

Die Handlung

Monica lebt in New York. Zu ihren engsten Freunden gehört die exzentrische Phoebe und ihre Nachbarn Chandler und Joey. Ebenfalls zur Clique gehört ihr Bruder Ross. Sie treffen sich regelmäßig im Café Central Perk. Dort findet sie eines Tages auch Rachel, mit der Monica in der Highschool gut befreundet war, deren Wege sich danach aber trennten. Rachel ist in guten Verhältnissen aufgewachsen und wollte soeben einen Zahnarzt heiraten, als sie kalte Füße bekam. Sie beschließt bei Monica einzuziehen und entwickelt sich schnell zu einem festen Mitglied der Gruppe.

Meine Meinung

Ich bin lange Zeit nicht an die Serie rangekommen. Ich habe die Pilotfolge bestimmt dreimal gesehen, ehe ich mich nun doch einmal an die zweite Folge gewagt habe. Und ja, die Serie braucht ein wenig um ihren Rhythmus zu finden. Aber schon nach kürzester Zeit konnte ich es mir gar nicht mehr ohne die Serie vorstellen. Umso trauriger war es nach zehn Staffeln dann auch wieder Abschied nehmen zu müssen.
Die Serie lebt zweifellos vom Zusammenspiel der Charaktere. Da haben wir zu einem Monica, Köchin und Überordentlich. Alles in ihrer Wohnung, die auch der Hauptschauplatz der Serie ist, muss immer am gleichen Platz stehen. Alle Freunde haben Schlüssel zur Wohnung und kommen und gehen auch, wann sie wollen. Rachel stößt neu zur Clique. Sie kommt aus gutem Haus und hat bisher lieber Daddys Geld ausgegeben und sich einen ebenfalls gut verdienenden Mann gesucht, als sich um eine Ausbildung zu kümmern. Mit Hilfe der Freunde löst sie sich aus der Spirale und fängt an im Stammcafé zu jobben. Sie macht im Laufe der Serie wohl die größte Entwicklung durch, vom verwöhnten Naivchen zu einer starken unabhängigen Frau. Phoebe ist die dritte Frau im Bunde. Sie lebt einen ausgeprägten Hippiestil, arbeitet als Masseurin und hat ihre Jugend auf der Straße verbracht. Durch ihre quirlige Art bringt sie stets frischen Schwung in die Runde. Chandler ist derjenige mit dem langweiligen Bürojob und den unangebrachten Witzen. Doch gerade dieser Humor kontrastiert sehr gut zu dem der anderen und lässt einen ziemlich oft schmunzeln. Joey ist Schauspieler, leider aber eher erfolgslos. Seine wechselnden Jobs sorgen oft für einen Lacher. Und – um es liebevoll auszudrücken – er ist nicht unbedingt die hellste Kerze auf dem Kuchen. Zu guter Letzt haben wir noch Ross, Monicas Bruder. Er ist Paläontologe und wird damit gerne als der Nerd der Gruppe bezeichnet.
Die Themen wechseln mit den Staffeln. Während es am Anfang noch vermehrt um das Leben in New York geht und sich mit beruflichen Entscheidungen befasst wurde, geht es in den letzten Staffeln beinahe ausschließlich um die Beziehungen, die zuvor zwar auch immer eine große Rolle spielten, aber sich mit anderen Themen die Waage hielten. Dennoch haben sie es geschafft zum richtigen Zeitpunkt die Bremse zu ziehen und konnten so nach 10 Staffeln in Würde enden.
Friends verfolgt den typischen Aufbau einer Sitcom, schafft es aber trotzdem seinen ganz eigenen Charme einfließen zu lassen. Nicht umsonst ist es auch heute noch eine der beliebtesten. Umso gespannter können die Fans sein, wenn es nach Corona doch noch zur lang ersehnten Reunion kommt.

Fresh Prince of Bel Air

Die Handlung

Will Smith lebt mit seiner Mutter in Philadelphia. Nach einer Schlägerei beim Basketballspiel auf der Straße, schickt ihn seine Mutter besorgt zu ihrer Schwester Vivian. Diese lebt mit ihrem Mann Phil, einem erfolgreichen Anwalt, in Bel Air. Durch das bessere Umfeld soll Will behüteter aufwachsen. Doch der Kulturschock ist nicht zu verachten.

Meine Meinung

Fresh Prince of Bel Air ist eine Serie, mit der ich lange Zeit gar nichts anfangen konnte, so ignorierte ich sie einfach. Während mir viele auch nach Jahren noch das Rapintro vorsingen konnten, zuckte ich nur die Schulter. Doch Netflix ließ nicht locker. Immer aggressiver wurde mir die Serie vorgeschlagen, weil sie angeblich perfekt zu meinem Sehverhalten passe. Schließlich gab ich nach – immerhin hatte mir Netflix auch schon so manche Perle vorgeschlagen. Und nach einem ziemlich holprigen Start, begleitete ich die Serie dann auch bis zum Ende.
Denn gerade am Anfang wird der Witz allein durch das Zusammentreffen zwischen Will und der Familie Banks, die unterschiedlicher nicht sein konnten, herausgearbeitet. Nach einigen Folgen sind dann aber die Charaktere herausgearbeitet, so dass die Serie gesetzter und weniger gezwungen wirkt. Ab dann funktioniert das Konzept auch deutlich besser.
Denn zum einen haben wir hier einen jungen Will Smith, der auch in der Serie Will Smith heißt, da sie wohl lose auf seinen eigenen Erfahrungen basiert, der in Philadelphia und da in ärmlicheren Verhältnissen aufwuchs, also auch ein sehr lockeres Leben führt. Dazu wird der Kontrast der gut situierten Familie Banks in Bel Air gebildet. Aber auch die einzelnen Figuren der Familie bilden noch einmal große Unterschiede, wodurch auch die Witze in den weiteren Staffeln gut funktionieren. Da gibt es zum einen Onkel Phil, das Oberhaupt der Familie. Er ist erfolgreicher Anwalt, verdient dadurch gut und versucht seiner Familie alles zu bieten, was er niemals hatte. Seine Frau, Tante Vivian, ist die gute Seele im Haus, die ihre Kinder, aber auch ihren Mann, gerne wieder auf den Boden der Tatsache holt. Oft vermittelt sie zwischen Will und anderen Familienmitgliedern. Hilary, die älteste Tochter, ist die typisch verwöhnte Frau aus reichem Haus. Nicht mit sonderlich viel Intelligenz gesegnet, liebt sie es zu shoppen und Daddys Geld auszugeben. Carlton, das mittlere Kind, ist in Wills Alter und repräsentiert in jeglicher Hinsicht das komplette Gegenteil Wills. Er ist snobistisch, sehr ehrgeizig und will unbedingt in die Fußstapfen seines Vaters treten. Ashley ist das jüngste Kind und nimmt Will am Anfang am ehesten auf. Im Laufe der Serie kommt sie in die Pubertät. Ihr erwachsen werden inklusive einer Rebellenphase wird immer wieder aufgegriffen. Ab der vierten Staffel kommt noch Baby Nick dazu. Auch wurde mit der vierten Staffel die Schauspielerin der Mutter ausgetauscht, was leider auch mit einem ziemlichen Charakterwechsel daher kommt. War Vivian vorher die gute Seele, wird sie nun zum vernachlässigbarem Nebencharakter.
Ebenfalls in jeder Folge dabei ist der Buttler Geoffrey. Er hat das Jammern über sein Leben perfektioniert, ist aber auch nie um einen spitzen Kommentar verlegen. Auch das Auftauchen von Wills Freund Jazz wird zu einem running gag, da Onkel Phil ihn nicht im Haus haben mag, da er einen schlechten Einfluss hätte und ihn daher desöfteren wortwörtlich aus dem Haus wirft.
Die Serie hat den grundsätzlichen fröhlich-heiteren Ton einer Sitcom drauf, schafft es aber auch an den richtigen Stellen ernst zu werden. Rassismus, Armut und Vaterlosigkeit sind Themen, die regelmäßig aufgegriffen werden. Auch Coming-of-Age wird viel thematisiert.

Das Fazit

Sowohl Friends als auch Fresh Prince of Bel Air sind Sitcoms, die in der heutigen Zeit noch genauso gut funktionieren, wie früher. Auch wenn viele technische Entwicklungen fehlen, funktionieren die Witze immer noch und das ist doch ein gutes Zeichen. Und jetzt alle: So, this is the story, all about how, my life…