Der Spion von Nebenan

Ein Vorwort

Der offizielle Kinostart dieses Films war zwar bereits im März, aber durch Corona ist halt alles ein bisschen anders. Und da der Spion von Nebenan Mitte März zwar noch anlief, aber schon bald von den Kinoschließungen betroffen war, läuft er jetzt halt immer noch. Ob sich der Gang ins Kino zu Dave Bautista als CIA-Agent der Nachbarschaft lohnt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

JJ (Dave Bautista) wurde nach seiner Zeit bei den Special Forces von der CIA rekrutiert. Doch sein erster Undercover-Einsatz geht schief und ein Plutonium-Kern gerät in die falschen Hände. Nun wird er nach Chicago strafversetzt, wo er Schwägerin und Nichte des Kriminellen beobachten soll. Als Partnerin bekommt er die ambitionierte Bobbi (Kristen Schaal) als Hackerin zugeteilt. Doch die Nichte Sophie (Chloe Coleman) findet schnell die Überwachungskameras und nutzt ihr Wissen als Druckmittel, um JJ dazu zu bringen, mit ihr mehr Zeit zu verbringen, da sie seit dem Umzug nach Chicago keine Freunde hat und ihre Mutter viel arbeiten muss. Dieser ist zunächst wenig begeistert, ist jedoch auch froh für ein bisschen Abwechslung.

Meine Meinung

Der Spion von Nebenan verfolgt das Schema einer typischen Actionkomödie. Mission am Anfang, die schiefläuft, schnelles Briefing, damit der Zuschauer grob weiß, wer der böse Junge ist, dann werden die Zelte beim Beobachtungssubjekt aufgeschlagen, dort wird Freundschaft geschlossen, es folgen ein paar witzige Szenen mit den unterschiedlichen Protagonisten, noch schnell eine Liebesgeschichte mit reingeschrieben und schon geht es ans große Finale. Dort trifft man dann auch fast das erste Mal auf den bösen Jungen, Showdown und Ende. Ach ich vergaß, zwischendurch muss unser Held natürlich noch Probleme mit seinem Boss bekommen.
Dieser Film weicht von dieser bekannten Formel kein Stück ab, schafft es aber sie liebevoll umzusetzen. Das liegt vor allem an einem guten Mutter-Tochter-Gespann in Form von Sophie (Chloe Coleman) und Kate (Parisa Fitz-Henley). Beide verkörpern nicht die Frau in Nöten, die vom großen starken Mann beschützt werden müssen, sondern beweisen, dass sie es beide faustdick hinter den Ohren haben. Dennoch darf unser Held Held bleiben, schließlich wissen die Damen ja nicht, dass sie in Gefahr sind. Hinzu kommen passende Nebencharaktere, wie die Partnerin Bobbi, die zu JJs Stimme der Vernunft mutiert und das schwule Nachbarpärchen – und ja sie dürfen durchaus mehr sein als nur das schwule Nachbarpärchen.
Schwieriger ist es tatsächlich beim Bösewicht und beim Helden. Denn Dave Bautista mag in den Guardians of the Galaxy als Drax durchaus funktioniert haben, wurde ihm da auch nicht gerade eine große Schauspielleistung abverlangt. Auch hier reicht es an vielen Stellen den harten Kerl zu spielen, aber in einzelnen Szenen hätte man doch gerne ein bisschen Mimik gehabt, um die Veränderungen im Charakter auch irgendwo nachvollziehen zu können. Auch unser Bösewicht Victor Marquez (Greg Bryk) bleibt sehr platt. Das liegt aber vor allem daran, dass das Drehbuch ihm nur ganz wenige Szenen gibt und der Großteil im Finale ist. Da gab es schauspielerisch überhaupt keine Möglichkeit seinen Charakter irgendwie auszubauen.
Was den Actionanteil angeht, bleibt Der Spion von Nebenan hinter seinen Möglichkeiten zurück. Dies wird jedoch durch den Komödienanteil wett gemacht. Denn hier beweist der Film, dass er es durch gut ausbalancierte Witze, popkulturelle Andeutungen und Situationskomik durchaus versteht eine größtenteils intelligente Komödie zu bauen.
Letztlich haben wir einen sehenswerten Film mit kleineren Logiklöchern, der sich zwar nichts wirklich traut, sondern lieber im immergleichen Schema bleibt, aber dies wurde wenigstens gut umgesetzt, so dass der Film durchgehend unterhalten kann. Ein bisschen neuer Input wäre trotzdem schön gewesen.

Das Fazit

Der Spion von Nebenan hält sich schematisch strikt an sein Genre und wagt leider nichts neues. Dies macht er aber mit viel Charme, tollen Charakteren und viel Witz durchaus wett. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Der Spion von Nebenan läuft seit dem 12.03.20 in den deutschen Kinos

2 Gedanken zu „Der Spion von Nebenan

  1. Pingback: Der Pokal ruft! Cinematic Death Cup – Apokalypse Film

  2. Das war mein letzter Kinofilm vor Corona… da könnte ich fast schon sentimental werden 😃 aber ich stimme dir zu. Es ist ne nette Komödie, die vor allem durch die Chemie der beiden Hauptdarsteller lebt.

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