Marie Curie

Ein Vorwort

Marie Curie ist eine der wenigen Frauen, die trotz der gemeinsamen Forschung mit ihrem Mann Pierre, später berühmter wurde. Und dabei gibt es nicht nur einen Grund der Arbeit Curies zu gedenken. Daher bietet sich eine Biographie förmlich an. Da ich immer noch längere Anreisen zu geöffneten Kinos in Kauf nehmen muss, war ich von eher negativen Kritiken zweier geschätzter Kollegen erst abgeschreckt. Warum ich die Fahrt bis in die Hauptstadt für den Film dennoch nicht bereut habe, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Maria Sklodowska (Rosamund Pike), geboren in Polen, studiert in Paris und gerät dort immer wieder mit dem Dekan aneinander, weil ihr und ihren Studien zu wenig Raum gegeben wird. Durch Zufall lernt sie Pierre Curie (Sam Riley) kennen, dem sie zunächst gestattet sie zu unterstützen. Die beiden werden zunächst ein Forscherpaar und schließlich heiraten sie auch. Das Ehepaar Curie entdeckt schließlich die beiden Elemente Pulonium und Radon und die Radioaktivität, aber ohne die verheerenden Folgen.

Meine Meinung

Marie Curie ist eine Filmographie, die sich an keiner Stelle die Frage stellt, welchen Aspekt des Lebens von Marie Curie erzählt werden soll, sondern einfach alles mit rein nimmt. Damit wird sie dem deutschen Titel „Marie Curie – Elemente des Lebens“ absolut gerecht, irregeleitet wird man eher vom Originaltitel „Radioactive“, der unterstellt, dass der Titel sich mehr auf die Entdeckung der Elemente bezieht. Doch auch wenn sich der Film hier viel vornimmt und neben der Forschungsgeschichte, auch noch die Nobelpreise, Maries Vergangenheit, ihre Liebesgeschichte, ihren Einsatz im ersten Weltkrieg und die Auswirkungen ihrer Forschung mit einbezieht, hätte der Film schnell überladen wirken können. Aber Regisseurin Marjane Satrapi weiß, wann Andeutungen genügten und wann ein tieferer Blick lohnt. So sind die 110 Minuten zwar völlig gefüllt, aber alles findet seinen Platz.
Das liegt vor allem daran, dass Zeitsprünge und einzelne Episode in teilweise künstlerischen Montagen gezeigt werden oder im Zusammenschnitt einzelner Szenen, so dass beispielsweise die Forschung, die zur Entdeckung der Radioaktivität führt, seine Zeit bekommt, aber eben auch nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Auch das Zeigen späterer Vor- und Nachteile wird passend zwischendurch eingeschoben und verdeutlicht so die Thematik, ohne die eigentliche Handlung großartig zu unterbrechen, auch wenn dies durch Geschehnisse wie Hiroshima (1945) und Tschernobyl (1986) schnell hätte geschehen können.
Das der Film die Thematiken so gut verbinden kann, liegt vor allem auch an dem guten Cast, der bis in die letzte Nebenrolle gut besetzt wurde. Dennoch spielt Rosamund Pike als Marie Curie alle an die Wand. Egal, in welchem Stadium sich der Charakter befindet, sie schafft es durch gezielt gesetzte Mimik und kleine Gestik eine große Wirkung zu erzielen, so dass man ab einem gewissen Punkt auch ihre innere Zerrissenheit spürt und nachvollziehen kann. So bringt sie uns eine Frau näher, die immer für ihre Anerkennung kämpfen musste und sich daher schwierig in gesellschaftliche Konventionen zwängen lässt. Das lässt Curie zwar an einigen Stellen unnahbar und teilweise sogar unsympathisch wirken, doch schafft es Pike immer wieder den Schwung zurückzuschaffen.

Das Fazit

Marie Curie ist eine brilliant gespielte Fiomographie, die sich mich allen Aspekten des Lebens Curies befasst, dennoch nicht überfüllt wirkt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Marie Curie läuft seit dem 16.07.2020 in den deutschen Kinos

2 Gedanken zu „Marie Curie

    • Ja, ich hatte mich dann doch dafür entschieden, weil ich sowieso noch nen zweiten Film (Suicide Tourist) sehen wollte und sich die Anfahrt bei zwei Filmen gleich mehr lohnt. Und dann hat mir Marie Curie tatsächlich noch eher zugesagt, als euch beiden 🙃

      Gefällt 1 Person

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