Ein Vorwort
In meinem Jahresranking 2023 hat es sich schon deutlich gezeigt, dass Tokioregen für mich das Jahreshighlight war. Dabei fiel mir auf, dass ich aber trotzdem noch keinen Beitrag dazu gemacht habe. Das möchte ich heute dringend nachholen, denn meine Begeisterung für das Buch kennt keine Grenzen. Doch lest selbst:

Die Handlung
Malu reist für ein Auslandsjahr nach Tokio. Ihre Gastschwester stellt ihr Kentaro vor, der ihr eine ganz besondere Seite der ganz besonderen Stadt zeigt. Doch die Geister der Vergangenheit scheinen sie nicht loszulassen.
Meine Meinung
Hallo Jahreshighlight! Okay, das ist die Kurzzusammenfassung, aber ich will versuchen meine Begeisterung doch noch in ein paar mehr Worte zu fassen. Was zunächst wie das typische vor den Problemen wegrennen wirkt, geht hier schon nach den ersten Seiten in eine so herzliche Geschichte auf, dass jegliche Vorurteile wie weggeblasen wirken. Stattdessen betreten wir mit Malu ein Land und insbesondere eine Stadt, die vor allem den Japanbegeisterten und den Manga/Anime Fans so vertraut scheint und doch immer wieder so abstrakt wirkt. Doch Yasmin Shakarami schafft es innerhalb kürzester Zeit uns nach Tokio zu entführen und es wirken zu lassen, als ob wir nochmal eine völlig neue Stadt erkunden. So hat man das quirlige Leben noch nie erlebt. Und wer es hier geschafft hat aus dem Staunen und der Liebe für die Stadt wieder rauszukommen, der bekommt mit den verschiedensten Charakteren eine neue Sinflut an Eindrücken aufgebrummt, die jedoch durch den locker leichten, flüssigen und doch zeitgleich faszinierenden Schreibstil leicht zu verdauen sind. Dabei haben die Charaktere alle ihre Ecken und Kanten und wirken so real, als ob man sie sehr wohl in Japan besuchen könnte. Und dann lernen wir Kentaro kennen und wow, Bookboyfriend erster Klasse. Auch, wenn er seine Dämonen hat, schafft er es einen noch mehr in den Bann zu ziehen als das Buch sowieso schon tat. Wir sind übrigens immer noch auf den ersten Seiten des Buches und haben schon so viele Eindrücke zu verarbeiten.
Doch Shakarami fängt hier gerade erst an aufzudrehen. Denn so faszinierend bis hierhin auch alles war, so bleiben wir nicht in unserer Blase. Denn die japanische Kultur wird mit ihren Vorteilen, aber auch mit ihren (aus unserer Sicht) Schattenseiten gezeigt. Die Dinge, über die nie gesprochen wird. Und wir werden mit Kentaro noch tiefer in ein anderes Tokio gezogen und was waren das bitte für einmalige Szenen? Und damit sind wir noch lange nicht am Ende des Buches. Während der Klappentext des Buches das noch folgende bereits vorweg nimmt, habe ich mich bei meiner Handlungszusammenfassung bewusst dagegen entschieden. Daher werde ich hier auch nicht direkter drauf eingehen. Aber auch die noch folgenden Ereignisse stürzen uns in ein Wirrwarr der Gefühle, wir sind gefangen zwischen hoffen, bangen, Daumen drücken und die Entwicklung der Charaktere, die hier nochmal deutlich voran getrieben wird, zu bewundern. Hier holt die Autorin noch einmal alles aus der Geschichte raus und fast wirkt alles viel zu viel für die doch überschauliche Dicke des Buches und doch hat alles seinen Platz, nichts wirkt gehetzt oder überstürzt, die Charaktere haben ihre Zeit sich zu entwickeln und gleichzeitig wird auch nichts künstlich gestreckt.
Ich habe im letzten Jahr eine Handvoll Bücher gelesen, die mich wirklich nachhaltig geprägt, fasziniert und begeistert haben. Doch Tokioregen, was eigentlich ein Glücksgriff durch das schöne Cover und den ansprechenden Titel war, hat alles getoppt und sich sofort einen nachhaltigen Platz in meinem Herzen erobert. Ich freue mich bereits jetzt auf ein Re-Read (was bei mir sehr selten vorkommt), um die Geschichte noch ein weiteres Mal erleben zu dürfen. Und ich möchte es ganz nebenbei einfach jedem in die Hand drücken.
Dass meine Begeisterung kein Ende kennt, zeigt wohl auch dieser Beitrag, denn eigentlich sollte es eine Kurzkritik mit ca. 150 Wörtern im Rahmen meiner Handvoll Bücher werden und dann ist die Begeisterung einfach aus mir raus eskaliert und hier sind wir nun. Es wird wohl eine Weile dauern, eh ich wieder so ein Werk in die Finger kriege.
Das Fazit
Tokioregen führt einen in ein ganz besonderes Tokio, mit tollen Charakteren, einer faszinierenden und so vielschichtigen Geschichte, dass sie einen immer wieder begeistern und überraschen kann. Es ist ein ganz besonderes Herzensbuch für mich und nennt sich nicht umsonst Jahreshighlight.