Dune – das Buch

Ein Vorwort

Die neue Dune-Verfilmung von Denis Villeneuve steht bevor – bzw. wenn dieser Beitrag erscheint, ist er bereits angelaufen. Für mich war es damit an der Zeit endlich einmal ein Blick in das Buch zu wagen. Das hatte ich mir fest vorgenommen und dann zusammen mit der ständigen Filmverschiebung auch nach hinten geschoben. Bis ich feststellte, dass der Film bereits dieses Jahr im September anlaufen sollte und nicht wie angenommen im Dezember – hatte das wohl mit dem ursprünglichen Starttermin verwechselt. Nun war das Buch nicht gerade dünn und die Zeit knapp. Wie es mir gefallen hat, möchte ich euch heute berichten.

Die Handlung

Herzog Leto Atreides bekommt vom Imperator den Auftrag den Wüstenplaneten Arrakis von Baron Harkonnen zu übernehmen. Arrakis ist ein Planet, der nur spärlich besiedelt ist, da ein Überleben auf ihm sehr schwer ist, vor allem durch die ständig präsente Wasserknappheit. Doch er besitzt etwas, was das ganze Universum will: Das Gewürz. Mit dabei ist auch sein Sohn Paul, der sich einer ganz besonderen Ausbildung ausgesetzt sah und noch eine große Rolle im Kampf um das Schicksal des Planeten spielen soll.

Meine Meinung

Dune hat knapp 800 Seiten Länge, wobei die letzten 50 rein Anhänge und Erklärungen sind. Die eigentliche Geschichte beläuft sich auf knapp 750 Seiten und ist in drei große Abschnitte unterteilt. Kapitelnummern gibt es nicht, dafür wird jedes neue Kapitel mit einem Auszug aus weiteren fiktiven Büchern aus dem Universum begonnen. Da die Auszüge allesamt von einem Charakter geschrieben wurden, der erst gegen Ende relevant wird, und wahrscheinlich in den Folgeteilen, nimmt es nicht so viel vorweg, auch wenn manche Andeutungen einen schon in eine gewisse Vorahnung versetzen.
Das Buch beginnt irgendwo am Anfang der Geschichte und doch mittendrin. Die Lesenden werden in eine Situation reingeworfen und müssen sich anhand der Dialoge eine Menge zusammenreimen. Im Folgenden wird dies besser, auch wenn der Erzählstil gewöhnungsbedürftig bleibt. Das liegt vor allem daran, dass wenig aktive Handlung beschrieben wird, sondern viel durch Dialoge und innere Monologe beschrieben wird. Das ist nichts grundsätzlich schlechtes, vor allem, weil Frank Herbert sein Handwerk versteht und die Geschichte auch so spannend erzählt. Es ist halt nur ungewöhnlich und ich habe so ziemlich den ganzen ersten Teil gebraucht, um mich daran zu gewöhnen.
Die Geschichte selbst hat Höhen und Tiefen. Gerade die ersten Kapitel sind sehr langsam aufgebaut, doch sobald die Charaktere es nach Arrakis geschafft haben, geht es ziemlich schnell und auch einige Vorgänge, mit denen ich nicht einverstanden war. Danach kommt die Handlung wieder zur Ruhe und nimmt sich Zeit, auch wenn es einem nicht so vorkommt. Gerade im letzten Teil nimmt die Handlung nochmal ordentlich schwung auf. Auch wenn sie es wieder schafft in dem Momenten, wo es am spannendsten ist … einfach weiterzuspringen. Das hat mich schon ein bisschen gestört, aber letztlich hätte es nicht zum Rest des Buches gepasst.
Dune schafft es eine völlig neue Welt zu erschaffen und der Weltenbau dabei ist einfach faszinierend. Einige Sachen sind mir auch im Nachhinein noch nicht klar, was es genau damit auf sich hat, aber die muss man wohl einfach akzeptieren.
Das Ende ist ein wenig enttäuschend, da es gefühlt mitten im Satz endet. Ein etwas runderes Ende wäre wünschenswert gewesen. Nun gut, muss man wohl die Folgebände auch lesen. Dennoch hat der erste Band einen halbwegs runden Abschluss. Man könnte es so mit dem offenen Ende lassen oder eben weiterlesen, wenn man Gewissheit haben möchte, was danach passiert. Ob das zeitnah bei mir geschieht, weiß ich noch nicht.

Das Fazit

Dune überzeugt vor allem durch den faszinierenden Weltenbau. Die Geschichte wirkt gestreckt, funktioniert dennoch erstaunlich gut beim lesen, auch wenn der Erzählstil gewöhnungsbedürftig ist.

Das Meer der Legenden

Ein Vorwort

Ob es sinnvoll ist als Autor*in auf Twitch zu streamen und beispielsweise Co-Working anzubieten? Nun sagen wir es mal so, dies ist allein in diesem Jahr das vierte Buch einer Autor*in, die ich über Twitch kennengelernt habe und mindestens zwei liegen noch auf meinem SuB (=Stapel ungelesener Bücher), Tendenz steigend. Diesmal möchte ich auch das Debut von Babsi Schwarz vorstellen.

Die Handlung

Die Halbnixe Mavi landet durch Zufall auf dem Schiff des berüchtigen Piraten Tayon. Da sie auf der Flucht vor einem anderen Mann ist, der sich mehr um ihre anatomische Besonderheit kümmern will, schließt sie sich der Gruppe an und segelt Abenteuern entgegen.

Meine Meinung

Das Meer der Legenden ist das Debut von Babsi Schwarz und im Gedankenreich-Verlag erschienen. Vom Genre her ist es schwierig einzuordnen. Im Vordergrund steht die abenteuerliche Piratengeschichte, aber Babsi schafft es noch wesentlich mehr Themen einzubringen. Von der obligatorischen, aber sehr süßen und dezenten, Liebesgeschichte, über Freundschaft, Zusammenhalt, die Liebe zur See und auch unterschwellig Kritik an der Verschmutzung der Meere.
Mavi ist als Protagonistin hin- und hergerissen zwsichen ihrer Verbundenheit zu zwei Welten, der an Land und der an Wasser. Da sie eine Halbnixe ist, gehört sie in beide Welten nicht vollständig. Sie kann nicht ohne Wasser leben, aber auch nicht ohne das Land. Außgestoßen von den anderen Nixen, versucht sie an Land nicht entdeckt zu werden. Allein am Beispiel des Schiffarztes Wayland, der an ihr Experimente durchführen will, zeigen sich die Gefahren, die für Wesen, wie sie lauern. Es geht also ebenso um Akzeptanz und darum einen Platz auf der Welt zu finden. Dabei ist sie als Protagonistin sehr sympathisch und nahbar. Sie ist gleichzeitig stark und zäh, gesteht sich  aber auch ihre Schwächen ein.
Tayon ist ein guter Gegenpart. Oberflächlich ist er der harte Pirat und Kapitän, der seinem Ruf teilweise auch gerecht wird. Schiffe werden überfallen und geplündert. Dabei werden Gefangene gemacht, die hinterher zwar nicht als Sklaven, aber dennoch verkauft werden. Dennoch schafft Babsi es ihn in dieser Rolle glaubwürdig zu beschreiben und gleichzeitig auch andere Seiten zu beschreiben. Sein großes Herz und sein unermüdlicher Einsatz für die Crew lassen ihn einem schneller ans Herz wachsen als einem lieb ist.
Aber auch die restliche Crew ist einfach toll. Hier wünscht man sich glatt mit dabei sein zu können. Wobei die Gefahren, die so ein Leben mit sich bringt, hier auch nicht glorifiziert werden. Glücklicherweise hat am Ende auch mein Lieblingscharakter ganz knapp überlebt, ansonsten wäre das sehr betrüblich geworden.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, auch wenn man als erfahrene*r Leser*in ein paar Stolpersteine findet, wie die sehr ofte Wiederholung von Namen. Diese stören den Lesefluss jedoch nicht.
Ich habe keine Ahnung, ob Nixenwunsch der Auftaktband einer Reihe ist oder es als Einzelband angelegt wurde. Ich weiß nur, dass es in sich gut geschlossen ist, ich mich aber auf ein Wiedersehen mit der Piratenbande freuen würde (Wink mit dem Zaunpfahl, falls die Autorin das lesen sollte).

Das Fazit

Das Meer der Legenden ist eine gut durchdachte, spannende Piratenabenteuergeschichte mit allerlei Tiefgang, tollen Charakteren und viel Liebe zur See.

Rückblick auf den August 2021

Die Kinos sind weiterhin geöffnet – außer mein Stammkino, das hatte mit einer defekten Klimaanlage zu kämpfen. Dennoch habe ich keine Mühen und Kosten gescheut und bin für euch mehrfach in andere Städte gereist. Dann hatte ich Urlaub und konnte tatsächlich mal ein bisschen abschalten. Und (um mal etwas persönlicher zu werden): Ich habe von meinem langjährigen Partner einen Antrag bekommen. Ich bin jetzt also verlobt (und noch immer ein wenig hyped deswegen 😀 ). So nun aber ganz schnell zum medialen Rückblick auf den vergangenen Monat.

Neulich in der Sneak

Killer’s Bodyguard 2: Griechenland ist nach einer Ankündigung der EU im Ausnahmezustand. Dies nutzt Aristotle Papadopoulos aus, um Hackerangriffe an zentralen Knotenpunkten auszuführen. Der eigentlich in einer Auszeit befindliche Bodyguard Michael Bryce  wird von Sonia abgeholt, um ihren Mann Darius Kincaid zu befreien. Kurz darauf wird den dreien der Auftrag gegeben, Papadopoulos aufzuhalten. – Ein zweiter Teil, den niemand brauchte und der auf mehreren Ebenen problematisch ist.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Jungle Cruise: Die Forscherin Lily Houghton begibt sich 1916 in den Amazonas, um dort einen geheimnisvollen Baum zu finden, dessen Blüten angeblich alle Wunden heilen können. Zusammen mit ihrem etwas ängstlichen Bruder McGregor heuern sie Frank Wolff an. Doch sie sind nicht die einzigen, die den Baum suchen. – Nette Grundidee, mangelhafte Umsetzung.

In the Heights (OV): Usnavi ist Besitzer eines kleinen Ladens in Washington Heights einem Stadtteil von New York City. Dort trifft sich die Gemeinschaft, die alle unterschiedliche Sorgen haben. Als dann auch noch das Gerücht umgeht, dass jemand 96.000 Dollar im Lotto gewonnen hat, gibt es kein Halten mehr. – Ohrwurmgefahr bei diesem mitreißenden Musical.

Cash Truck: „H“ stößt neu zu einer Geldtransportfirma. Trotz seiner schweigsamen Art findet er sich gut ein. Als der Transporter überfallen wird, beweist er erstaunliches Geschick mit der Waffe. Doch er hat ein Geheimnis. Denn sein Sohn starb bei einem ähnlichen Überfall und er setzt alles daran die Mörder zu finden. – Guter Erzählstil, braucht am Anfang ein bisschen um den richtigen Ton zu finden.

Free Guy: Guy lebt in Free City. Was er nicht weiß ist, dass er ein Charakter in einem Videospiel ist. Als er auf Molotov Girl trifft, fällt er aus seiner Endlosschleife heraus und versucht sie zu beeindrucken. Diese wiederum ist eine Spielerin, die einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels führt. – Eine wunderbare Videospieladaptionparodie, die viel Spaß macht.

The Suicide Squad: Eine neu zusammengestellte Task Force X unter dem Kommando von Rick Flag wird auf die Insel Corto Maltese geschickt, die gerade einen Militärputsch hinter sich hat. Sie sollen den Thinker finden und in der Geheimbasis Jotunheim ein Projekt sicherstellen. Dabei geht, wie der Name verrät, einiges schief. – Nicht der erhoffte Neuanfang, aber auch kein kompletter Reinfall.

The Father: Anthony ist 80 Jahre alt und dement. Dennoch will er seine Wohnung nicht verlassen und beteuert, dass er gut allein zurecht kommt. Seine Tochter Anne versucht so gut es geht für ihn da zu sein, doch stößt allmählich an ihre Grenzen. – Brilliant gespielt, die Handlung ergibt sich erst gegen Ende vollständig. Überzeugt vor allem durch den unkonventionellen Erzählstil.

Promising Young Woman: Cassie Thomas hat ihr Medizinstudium nach dem Selbstmord ihrer besten Freundin abgebrochen. Jetzt arbeitet sie in einem Café und verbringt ihre Abende in Clubs, wo sie so tut, als wäre sie sturzbetrunken und dann mit Männern mitgeht, die sie als leichte Beute ansehen. Nach und nach sucht sie Leute aus der Vergangenheit auf, um die Geschehnisse auf unkonventionelle Art aufzuarbeiten. – Locker erzählt, dabei ein schwieriges, aber wichtiges Thema sehr gut aufgearbeitet.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Snake Eyes: G.I. Joe Origins: Film 1 fand ich relativ gut, Film 2 habe ich nie gesehen aber dieses Spin-off sieht ganz interessant aus.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Tom & Jerry, Reminiscence – Die Erinnerung stirbt nie

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Das wandelnde Schloss: Eine junge Hutmacherin wird von einer Hexe verflucht und wacht als alte Frau auf. Auf ihrer Suche nach Erlösung, trifft sie auf einen Zauberer in einem wandelnden Schloss. Sie heuert als seine Putzfrau an und merkt, dass auch er errettet werden muss. – Bisher eines meiner liebsten Studio Ghibli-Filme.

The guy who didn’t like musical: Paul mag keine Musicals. Doch nach einem Kometenabsturz fangen alle um ihn rum an zu singen und tanzen. Was hat es damit auf sich? – Leicht abgedrehte Musicalnummer, die total viel Spaß macht.

Twisted – the untold story of a Royal Visier: Was wäre, wenn nicht Aladdin der Held der Geschichte wäre, sondern Dschafar total missverstanden? – Ein Musical, eine Disney Parodie und dann auch noch tolle Charakterentwicklung.

Denn sie wissen nicht, was sie tun: Jim Stark kommt neu an die Schule und muss sich mit einer Gruppe Rowdys auseinander setzen. Bei einer Mutprobe stirbt der Anführer. Es folgt eine Nacht voller Erkenntnisse, Flucht, Jagd und vor allem Konflikte zwischen den Jugendlichen und den Erwachsenen. – Braucht ein wenig, um in Fahrt zu kommen, dann umso wichtiger.

Schindlers Liste: Oskar Schindler ein Mitglied der NSDAP will eine Emaillefabrik bei Krakau zu neume Leben erwecken und benötigt dafür Arbeiter. Aus Kostengründen entscheidet er sich für Juden aus dem neugeschaffenem Ghetto. Über die Jahre setzt er sich immer wieder für seine Arbeiter*innen ein und rettet damit ca. 1200 Juden*Jüdinnen das Leben. – 195 Minuten bedrückende Geschichte und jede Szene ist notwendig und wichtig.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

High School Musical – das Musical – die Serie – Staffel 1 (Nette Idee, funktioniert stellenweise auch ganz gut, aber tendenziell zu wenig oder zu einfallslose Lieder)

The Unicorn – Staffel 2 (Auch die zweite Staffel hat wieder großen Spaß gemacht und die Charaktere sind einfach nur zum liebhaben)

Cooking with Paris – Staffel 1 (Fragt mich nicht, warum ich die Serie geguckt habe, aber sie ist eher aufgesetzt als cringe, also durchaus mal einen Blick wert)

We bare bears – Staffel 1 (Charmante Animationsserie über drei Bären und ihre Suche nach Freunden)

Motel Makeover – Staffel 1 (Haltet den Rosé bereit, denn diese Serie schafft es Stil, Freundschaft und ein großes Renovierungsprojekt zu vereinen. Haltet mich aber bitte davon ab meine Wohnung jetzt auch apricot pink streichen zu wollen)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 2.529
Seiten pro Tag: 82 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 5
E-Book: 1

Malady Savage Love: Maladys Aufenthalt auf Madeira bei den Almeida Brüdern wird gefährlicher. Ein Anschlag auf Jupiter sorgt für strengere Sicherheitsbestimmungen, was Narciso ins Spiel bringt. Der Strudel aus Gewalt, Gefühl und Begehren wird stärker. – Solider zweiter Teil, bei dem man das bekommt, was man nach Band 1 erwarten kann.

Der Orden des geheimen Baumes 1 – Die Magierin: Ein gespaltener Kontinent. Während im Osten Drachen verehrt werden und die junge Anwärterin Tané darauf hofft eine Drachenreiterin zu werden, lebt der Westen in ständiger Angst, dass die großen Erhabenen wieder erwachen und die Welt in Dunkelheit stürzen. – Schwieriger Erzählstil, lange Aufwärmphase, aber letztlich tolle Geschichte.

Bluescreen: Lizzie Benett ist eine Auszubildende bei einem Regionalsender. Dort trifft sie auf den Moderator Will Darcy, da der Sender seine Sendung übernommen hat. Auf den ersten Blick sind beide wenig begeistert von einander. Können Sie ihren Stolz und ihre Vorurteile überwinden? – Tolle Jane Austen Adaption, hinten raus ein wenig langatmig.

Unter gläsernen Fassaden: Moritz ist eigentlich hochbegabt und verliert sich gerne in seiner Welt aus Zahlen. Nur, dass seine Eltern ihn gerne als Anwalt sehen würden. Während er bei seinem Vater und seiner Stiefmutter für Hausarbeiten ausgenutzt wird, reagiert seine Mutter regelmäßig ihre Wutanfälle an ihm an. Dann verliert er auch noch sein Notizbuch. Dies findet Josie, die ein Faible für Codes hat und daher versucht Moritz‘ zu knacken. – Schwieriges Thema, aber tolle Umsetzung und so voller Hoffnung geschrieben.

Das Lied der Nacht: Dunkle Schatten reisen durch das Land und schlachten alles ab, was auf ihrem Weg liegt. Nur der Wanderer Weys und die Bardin Caer finden einen Weg ihnen zu entkommen. Dabei lauert die Gefahr überall. – Poetischer Schreibstil und blutige Handlung vereinen sich zu einer tollen Geschichte.

Das Meer der Legenden: Die Halbnixe Mavi landet durch Zufall auf dem Schiff des berüchtigen Piraten Tairon wieder. Da sie auf der Flucht vor einem anderen Mann ist, schließt sie sich der Gruppe an und segelt Abenteuern entgegen. – Spannende Abenteuergeschichte mit tollen Charakteren.

Das Phantom der Oper: Die neuen Operndirektoren Moncharmin und Richard sind wenig begeistert über die Gerüchte eines Phantoms, das auch noch Geldforderungen stellt. Doch die kommenden Ereignisse rund um die Sängerin Christine Daaé sind kaum zu erklären. – Ein weiterer Klassiker von meiner Liste. Im Oktober folgt ein Projekt dazu 😉

Unter gläsernen Fassaden

Ein Vorwort

Sabrina Schuh und ihre Coworking Streams auf Twitch verfolge ich schon länger. Bisher hatte ich es aber noch nicht geschafft auch eins ihrer Bücher zu lesen. Zu ihrem Geburtstag gab es dann eine große Aktion in meiner Discordbubble, da bei Sabrina im Druck von Unter gläsernen Fassaden etwas schief lief und sie auf einmal viele Mängelexemplare hatte. Wir schlugen zu und nahmen ihr einige ab. Drei davon zogen bei mir ein – gesponsert durch eine Freundin aus der Discordbubble. Eins habe ich gelesen und möchte euch berichten. Zwei werden auf meinem Instagramkanal verlost. Bleibt also dran!

Die Handlung

Achtung! Unter gläsernen Fassaden enthält Themen, die triggern können. Sie sind aber auch so präsent im Buch, dass ich sie nicht aus der Inhaltsangabe heraushalten kann. Es handelt sich hier konkret um körperliche Kindesmisshandlung.
Moritz ist eigentlich hochbegabt und verliert sich gerne in seiner Welt aus Zahlen. Nur, dass seine Eltern ihn gerne als Anwalt sehen würden. Während er bei seinem Vater und seiner Stiefmutter für Hausarbeiten ausgenutzt wird, reagiert seine Mutter regelmäßig ihre Wutanfälle an ihm an. Dann verliert er auch noch sein Notizbuch. Dies findet Josie, die ein Faible für Codes hat und daher versucht Moritz‘ zu knacken.

Meine Meinung

Ein Blick auf den Klappentext und man versteht, dass es in diesem Buch keinesfalls zimperlich zugeht. Denn der Alltag aus Gewalt, Misshandlung und psychischem Terror ist bei Moritz allgegenwärtig. Man sollte das Buch also keinesfall leichtfertig lesen, sondern sich bewusst machen, mit welchen Themen man konfrontiert wird. Nun könnte die Frage aufkommen, warum man es dann überhaupt lesen sollte. Ich nehme das mal vorweg.
Grundsätzlich ist es wichtig, dass auch über solche Themen geschrieben wird, dass sie nicht tot geschwiegen werden. Denn oft sind es die immer gleichen Mechanismen, die angewandt werden, um Kindesmisshandlung zu verstecken.
Aber das für dieses Buch wichtigere Argument: Weil Sabrina Schuh es versteht die Themen mit gleich zweierlei Märchenadaptionen zu verbinden und daraus eine dramatische, traurig, aber auch hoffnungsvolle Geschichte zu spinnen. Wir haben da zum einen die Adaption des grimmschen Aschenputtel. Hier gibt es zwar keinen Prinzen und keinen Ball, aber die wesentliche Grundstruktur wurde gut übernommen und eingewebt. Zum anderen die Adaption der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Auch wenn es sich hierbei um eine Erzählung und kein klassisches Märchen handelt, sind gewisse Strukturen doch ähnlich, weswegen es sich gut verbinden lässt. Hier hätte ich mir vielleicht ein paar mehr Informationen zu gewünscht, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Das Buch ist aus mehreren Sichten erzählt, natürlich aus der, der beiden Protagonist*innen und aus einer, die ich nicht vorweg nehmen will. Dadurch erfährt man die Handlung aus mehreren Blickwinkel und kann sie sowohl aus der Betroffnenenperspektive als auch mit einer gewissen Distanz betrachten. Das hilft der Verarbeitung der Handlung ungemein, da dem Leser so Atempausen eingeräumt werden. Nebenbei werden auch noch andere Themen behandelt, diese aber weniger intensiv.
Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet und voller kleinen Feinheiten, die man erst nach und nach beim Lesen entdeckt. Die Druckfehler beschränken sich auf wenige Seiten und wurden mit Einlegeseiten gut überspielt, so dass auch gegen das Mängelexemplar nichts spricht.

Das Fazit

Unter gläsernen Fassaden mag sich mit einem schwierigen Thema befassen, löst es aber durch die Verwebung mit den Adaptionen wunderbar und schafft es trotz allem die Geschichte hoffnungsvoll zu gestalten. Sollte man sich dem Thema stellen wollen, auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Neugierig geworden? Dann schaut doch mal auf meiner Instagramseite vorbei. Dort verlose ich zwei Exemplare von Unter gläsernen Fassaden. instagram.com/shalima_dreams_on

Eine Handvoll Bücher – 5/21

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit:Dämonenjägerinnen im Zarenreich, einer Flusskreuzfahrt, einem Nationalpark in Kanada, einer schwarzen Königin und Jane Austen in der Medienwelt.

Palast aus Gold und Tränen – Christian Handel

Die Handlung: Die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose reisen unter ihren Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ins Zarenreich auf der Suche nach der Baba Yaga, die ihnen bei der Jagd nach der Hexe aus Band eins und dem Fluch, der auf Muireann lastet, helfen soll. Doch ihre Liebe könnte ihnen im Zarenreich den Kopf kosten.

Meine Meinung: Das Abenteuer rund um die Dämonenjägerinnen geht weiter. War Band 1 noch eher eine Novelle und hat sich innerhalb weniger Tage an einem Ort abgespielt, wird die Welt nun deutlich erweitert. Nicht nur um das Zuhause der beiden, sondern auch um das Zarenreich. Hier gibt es allerhand zu entdecken, nicht nur landschaftlich, sondern auch von den verschiedenen Charakteren. Neben der Baba Yaga sind viele weitere Märchenanspielungen enthalten, ich bezweifle alle gefunden zu haben, aber über jede, die ich entdeckte, musste ich schmunzeln. Die Handlung ist dabei auch nochmal deutlich spannender, auch wenn man stellenweise merkt, dass hier eher das Finale vorbereitet wird. Dennoch bietet der zweite Band genug eigene Handlung, um nicht als reines Zwischenspiel betrachtet zu werden. Ich war auf jeden Fall weiterhin froh, dass es aus Sicht von Muireann geschrieben wurde, da sie mir weiterhin deutlich sympathischer war als Rose. Die hätte ich zwischendurch gerne mal durchgeschüttelt, damit sie wieder runterkommt. Auf jeden Fall bin ich nach dem Ende umso gespannter auf den dritten Teil und was dort noch alles auf uns zukommt.

Land in Sicht – Ilona Hartmann

Die Handlung: Jana hat ihren Vater nie kennengelernt und auch nie das Gefühl gehabt, etwas zu vermissen. Als sie ihn jedoch als Kapitän eines Flusskreuzfahrtschiffes ausmacht, bucht sie kurzerhand eine Passage.

Meine Meinung: Mit knapp 160 Seiten, großer Schrift und breitem Rand, erscheint das Büchlein erst einmal sehr unscheinbar. Bei Flusskreuzfahrt auf der Donau war ich dann aber doch angefixt, habe ich das Abenteuer auch schon hinter mir und war von der Reiseart sehr begeistert – Umweltaspekte mal außen vor gelassen. Dann noch eine Vatersuche auf dem Schiff? Konnte ja nur mein Buch werden. Gerade der Anfang konnte mich auch überzeugen. Es gibt die verschiedensten Begegnungen an Bord. Protagonistin Jana ist vielleicht nicht die Symapthie in Person, aber trotzdem kommt man ganz gut klar mit ihr. Nach ca. der Hälfte scheint der Autorin aber die Puste auszugehen. Die Beschreibungen werden immer kürzer, von der Flusskreuzfahrt bekommt man nichts mehr mit und das Vaterthema wird zwar omnipräsent, aber irgendwie auch nicht richtig gelöst. So liest man das Büchlein zu Ende und weiß nicht mehr, was man von der so vielversprechend begonnenen Geschichte halten soll.

Wild like a river – Kira Mohn

Die Handlung: Jackson ist mit einem Freund im Jasper Nationalpark unterwegs. Als dieser sich verletzt lernt er Haven kennen, die mit ihrem Vater, einem Ranger, im Park lebt. Beide kommen sich näher. Wenn Jackson zurück zum Studium reist, folgt Haven ihm. Jetzt muss sie versuchen in der Stadt zurecht zu kommen. 

Meine Meinung: Wild like a river erzählt eine etwas zweigeteilte Geschichte. Der erste Teil spielt in der traumhaften Umgebung des Jasper Nationalparks. Auch wenn das Zusammentreffen und das Bleiben von Jackson nach der Abreise seines Freundes ziemlich konstruiert wirkt, ist es doch eine süße sich anbahnende Geschichte. Dann folgt der Wechsel in die Stadt, wo Haven zum einen Jackson hinfolgt, zum anderen aber auch so ziemlich das erste Mal aus der geschützten Umgebung des Nationalparks ausbricht. Ab hier wird das Buch zum einen spannend, zum anderen will man beide Protagonisten nur noch schütteln. Zum einen gibt sich Haven naiver als sie müsste. Selbst wenn sie ihre Kindheit und Jugend fernab von Menschen verbracht hat, müsste ihr klar sein, dass sie in der Stadt mit der zweckmäßigen Kleidung komisch angeguckt wird. Dieses überraschte „Was stimmt denn nicht mit meiner Kleidung“ kaufe ich ihr nicht ab – zumindest nicht so, wie es aufgebaut wurde. Und Jacksons übermäßiger Beschützerinstinkt macht es nicht besser. Gleichzeitig wird aber auch der Freundeskreis von Jackson als sehr toxisch dargestellt, weswegen es für Haven noch einmal zusätzlich schwer ist, sich anzupassen. Gegen Ende bekommt das Buch aber noch einmal die richtige Drehung und so kann ich sagen, dass es mir als Gesamtwerk durchaus gefallen hat.

Die Chroniken von Alice 2 – Die schwarze Königin

Die Handlung: Alice und Hatcher sind den Fängen der alten Stadt entkommen. Doch statt in Freiheit finden sie sich in einer verbrannten Ebene wieder. Auf der Suche nach Hatchers Tochter Jenny müssen sie neue Abenteuer bestreiten. 

Meine Meinung: Ich habe nie Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln gelesen, kann also nicht sagen, wie viel davon in dieser düsteren Horroradaption des Stoffes von Lewis Caroll übernommen wurde. Denn aus dem ersten Band sind bereits die bekanntesten Gestalten in Finsternis im Wunderland eingebaut – außer eben die Herzkönigin. So fiel es mir hier auch etwas schwerer in die Fortsetzung einzutauchen. Erschwerend kam hinzu, dass das Buch kapitellos aufgebaut ist. Dennoch bietet Christina Henry genau das, was man erwartet. Horror im Wunderland. Kein weichgespültes vielleicht gibt es doch irgendwo ein Happy-end, sondern ein knallharter Überlebenskampf, wo man wirklich um die Protagonisten bangt. Doch auch wenn eigentlich immer irgendetwas passiert und die Charaktere in ständiger Gefahr schweben, zieht es sich stellenweise ein wenig. Das ändert sich gegen Ende wieder, wenn man verzweifelt überlegt, wie die Autorin das noch auflösen will. So bin ich dennoch angefixt auf die nächste Adaption – ich habe da was von Peter Pan gehört!

Bluescreen – Julia K Hilgenberg

Die Handlung: Lizzie Benett ist eine Auszubildende bei einem Regionalsender. Dort trifft sie auf den Moderator Will Darcy, da der Sender seine Sendung übernommen hat. Auf den ersten Blick sind beide wenig begeistert von einander. Können Sie ihren Stolz und ihre Vorurteile überwinden?

Meine Meinung: Der erste Teil der Schlips und Vorurteil Reihe spielt mit dem Gedankenspiel, was wäre, wenn Jane Austens bekanntes Pärchen in der modernen Welt bei einem regionalen Fernsehsender arbeiten würde. Was für Vorurteile würde es geben? Wie doll würde der Stolz ihnen im Weg stehen? Dabei ist es total spannend zu sehen, wie Autorin Julia K Hilgenberg es schafft die Bekannten Charaktere unterzubringen, so dass sie in das neue Setting passen. Dabei ist auch die Grundstruktur an die Vorlage Austens angepasst, dennoch kommen genug eigene Ideen zustande und gerade die Dialoge sind herrlich. So ist man gerade am Anfang gut in der Handlung drin und freut sich über die ganzen neuen Entdeckungen. Leider gibt es in der Mitte dann die ersten Längen, die sich bis zum Ende durchziehen. Da meint man, dass man in der Handlung schon deutlich weiter sein müsste und wird dann wieder und wieder hingehalten. Hier muss der zweite Band sich nochmal ranhalten. Dennoch bin ich gespannt.

Habt ihr eins oder mehrere der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?

Ein Herz voll Leben

Ein Vorwort

Meine Sommerlektüren habe ich euch ganz frisch vorgestellt, als eine Anfrage bei mir eintrudelte. Dadurch, dass ich bei Ann-Kathrin Karschnick im Bloggerteam bin, durfte ich ihr neustes Werk unter dem Pseudonym Violet Thomas vorab für euch testen und kann euch jetzt einen Einblick ins Buch geben.

Die Handlung

Isabella Kramer ist stolz auf ihren Cupcake-Laden an der Ostsee, den sie von ihrer Großmutter übernommen hat. Bis ihre beste Freundin stirbt und sie auf einmal das Sorgerecht für die kleine Leni bekommt. Sie versucht ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und braucht jemanden, der ihr im Laden hilft. Da kommt Max wie gerufen. Doch seine Beweggründe sind nicht die, die Isabella erwartet.

Meine Meinung

Cupcake-Laden an der Ostsee? Ich war sofort beim Buch! Gleichzeitig wurde mir noch eine Liebesgeschichte versprochen, was will man mehr. Dann kam die Info, dass es auch um Trauerverarbeitung geht. Da wurde ich vorsichtig, ist es doch ein heikles Thema.
Aber mein Zögern war absolut ungebgründet. Autorin Violet Thomas schafft es das Thema mit nötigem Respekt anzureißen und die Verarbeitung auf eine herzenswarme Art zu meistern, so dass es trotz des schweren Themas eher ein Wohlfühlbuch geworden ist. Dabei geht sie das Thema überweiegend aus Isabellas Sicht an, die neben ihrer Selbstständigkeit und der Überforderung durch das Sorgenrecht auch noch mit dem Verlust der besten Freundin klar kommen muss. Nebenbei wird auch gezeigt, wie Leni versucht klar zu kommen, auch wenn es sich hier eher um einzelne Szenen handelt.
Das klappt sehr gut, weil Isabella jemand ist, den ich schnell ins Herz schließen konnte und deren Geschichte mir wichtig geworden ist. Zudem sind ihre Schwankungen auch nachvollziehbar. Sie trauert auf ihre eigene Weise und dabei möchte man sie stützen.
Die Kapitel werden abwechselnd aus ihrer und Max‘ Sicht erzählt. Dadurch hat man die Möglichkeit auch seine Beweggründe nachzuvollziehen – was einem nicht daran hindert, ihn ab und an mal durchschütteln zu wollen. Seine Geschichte braucht ein wenig länger, um einen abzuholen, auch danach ist der Charakter für mich weniger greifbar als Isabella. Nichtsdestotrotz bekommt er seinen Charakterbogen, wenn auch sehr spät.
Dass am Ende einges zusammenbricht, ist zwar absehbar, aber dennoch auf eine tolle Art gelöst. Kurzzeitig hätte ich nicht gedacht, dass die Autorin sich aus der Ecke wieder herausmanövrieren könnte, dabei schafft sie es fast spielerisch. Das Buch endet an einem guten Punkt, auch wenn man gerne noch ein bisschen Ostseeluft geschnuppert hätte.
Wenn ich noch einen Kritikpunkt äußern müsste, dann war es mir für das Setting ein bisschen wenig Ostseefeeling. Aber da der Fokus des Buches deutlich anders lag, gilt der Punkt eigentlich nicht.

Das Fazit

Ein Herz voll Leben versteht sich darauf eine locker leichte Geschichte zu erzählen, obwohl ein großes Thema die Trauerverarbeitung ist. Mit einer starken Protagonistin und einem tollen Schreibstil verzaubert Violet Thomas ihre Leserschaft.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Autorin, dass ich Teil des Bloggerteam sein darf und beim Verlag für das Vorabexemplar. Ich kennzeichne diesen Beitrag daher als Werbung.

 

Rückblick auf den Juli 2021

War das ein durchwachsender Monat. Mal warm, mal kalt, mal drückend heiß, mal komplett verregnet. Aber viel wichtiger: Die Kinos sind wieder geöffnet! Hoffen wir mal, dass es noch eine Weile so bleibt, aber die Chance habe ich mir nicht entgehen lassen!
Was ansonsten so los war im Juli erfahrt ihr jetzt in meinem medialen Rückblick.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

A Quiet Place II: Nach den Ereignissen in Teil 2 gibt Familie Abbott die Farm auf und sucht abseits der bekannten Pfade nach Hilfe. In einem alten Stahlwerk treffen sie auf Emmett, der ihnen hilft, aber als gebrochener Mann sie am liebsten sofort wieder loswerden will. Regan Abbott empfängt schließlich ein Signal und glaubt, dass es einen sicheren Hafen gibt. – Gelungene und spannende Fortsetzung des stillen Horros.

Cruella: Estella landet nach dem Tod ihrer Mutter in London, wo sie auf die beiden Gauner Jasper und Horace trifft. Nach vielen Jahren des lockeren Lebens findet sie eine Anstellung in einem Warenhaus und schafft es durch ihre Designkünste bei der Baroness Von Hellman angestellt zu werden. Doch dort erfährt sie Sachen über ihre Vergangenheit, den ihre dunkle Seite Cruella heraufbeschwört. – Stilsicher und doch einfach nur cool. Cruella haut einem als Gesamtkunstwerk einfach vom Hocker.

Black Widow: Natasha Romanoff alias Black Widow ist nach den Geschehnissen in Civil War auf der Flucht. In einer sicheren Unterkunft bringt ein Freund ihr ihre Post aus einem Haus in Budapest. Dort ist auch ein Koffer, den ihre Schwester Yelena geschickt hat. Als sie von einem maskierten Kämpfer angegriffen wird, schafft sie es nach Budapest zu fliehen, wo sie auf Yelena trifft. Diese ist frisch auf der Flucht vorm roten Raum – dem Programm, das beide in der Kindheit zu Profikillerinnen ausgebildet hat. Um diesen endgültig zu besiegen, müssen sie sich mit alten Bekannten zusammentun. – Gelungener Auftakt von Phase 4 und würdevoller Abschied der schwarzen Witwe.

Godzilla vs. Kong: Nachdem Godzilla in Florida eine Stadt angegreift, wird er nicht mehr von allen Seiten als Beschützer der Erde gesehen. Gleichzeitig wird der Forscher Dr. Nathan Lind  vom Milliardär Walter Simmons angeworben, um die Hohlerden-Theorie zu untersuchen. Dafür benötigen sie Kong, der inzwischen in einem künstlich geschaffenen Habitat lebt. – Viel Wumms, wenig Handlung, dafür viele Logiklöcher. Optisch auf jeden Fall sehenswert.

Nomadland: Die Nomadin Fern reist durch die USA, nachdem in ihrer Heimat kein Job mehr zu finden war. Dabei nimmt sie überall Gelegenheitsjobs an und wohnt in ihrem Van. Dabei lernt sie allerhand Leute kennen. – Beinahe mediativer Film über eine Frau, die alles verloren hat und sich nun irgendwie durchschlägt.

Der Rausch: Vier Lehrer fühlen sich ein wenig ausgebrannt und gefangen. An einem Geburtstag diskutieren sie die Theorie von Finn Skaderud, dass der Mensch 5 Promille zu wenig Alkohol im Blut hat. Sie beschließen ein Experiment zu starten. – Interessantes Experiment, eine Ode ans Leben.

Nobody: Hutch Mansell ist ein Vorstadtvater, der kein Problem damit hat, gedemütigt zu werrden. Doch nach einem Einbruch in sein Haus kommt seine dunkle Seite zum Vorschein und er startet einen brutalen Rachefeldzug. – Durchchoreographiert wie ein John Wick, aber streckenweise sehr platt, da nur die bekannten Klischees abgearbeitet werden. Stellenweise aber auch sehr unterhaltsam.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Der Spion: Mitten im kalten Krieg wird ein Geschäftsmann aus Großbritannien nach Russland geschickt, da er wenig Aufmerksamkeit auf sich zieht und so den Kontaktmann im Auge behalten kann. – Interessanter Cast und für eine gut erzählte Geschichtsstunde bin ich auch zu haben.

Minari – Wo wir Wurzeln schlagen: Jacob und seine Familie ziehen nach Arkansas, um dort eine kleine Farm aufzubauen. Dabei geht einiges schief. Dann reist die Großmutter aus Korea nach und Sohn David muss mit ihrer Art umgehen lernen. – Diesjähriger Oscarkandidat und es verspricht eine schöne Familiengeschichte zu werden.

In the Heights: In den Washington Heights treffen wir auf eine Gemeinschaft voller Träume rund um den Bodega-Besitzer Usnavi. – Ein Film über ein Musical von Lin-Manuel Miranda. Ja, derjenige, der Hamilton geschrieben hat. Muss ich mehr sagen?

Cash Truck: H nimmt einen Job bei einer Geldtransporter-Firma an, die kurz darauf überfallen wird. Dabei setzt er die Gangster außer Gefecht. Woher kommt seine Treffsicherheit und was sind seine Motive? – Actionfilm mit Jason Statham, wobei die Action gut dosiert aussieht.

Jungle Cruise: Lily Houghton sucht nach einem Baum mit Heilkräften. Dafür braucht sie die Hilfe von Bootsbesitzer Frank, der sie über den Amazonas bringen soll. Eine halsbrecherische Reise steht bevor. – Dem nächsten Film über eine Disneylandattraktion, der erstmal nach viel CGI aussieht.

Filme – auf großem Ferseher gesehen

The Tommorow War: 2022 bekommt die Menschheit Besuch aus der Zukunft. Denn 2051 steckt die Menschheit im Krieg mit Aliens und es sieht schlecht aus. Deswegen werde. Soldaten aus der Vergangenheit benötigt um für 7 Tage in der Zukunft zu kämpfen. Einer davon ist Dan Forester. – Nicht wirklich logisch, nicht wirklich gut, aber ein bisschen Action für Zwischendurch.

Die Vögel: Mitch Brenner spielt Melanie Daniels einen Streich. Sie will sich rächen und fährt dafür zu seinem Haus in Bodega Bay. Dort bleibt sie unerwartet länger und kommt Mitch näher. Doch die Vögel in Bodega Bay fangen an sich sehr merkwürdig zu verhalten. – Klassiker von Hitchcock mit sehr unbefriedigendem Ende.

Kill your friends: In den 1990er Jahren versucht der Musikproduzen Stelfox als A&R-Manager den Durchbruch zu schaffen. Doch die Musikszene ist ein Haifischbecken. Es wird blutig. – Irgendwie nicht spannend, eindimensionale Charaktere und alles viel zu übertrieben.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Dad stop embarassing me – Staffel 1 (Nicht witzig, platte Charaktere, konnte mich nicht überzeugen)

Lucifer – Staffel 5 (Zwischendurch gab es wirklich gute Folgen, aber im großen und ganzen nur noch Beziehungsdrama. Die Luft ist leider seit längerem raus)

Loki – Staffel 1 (Diese Mischung aus Bürokratie, Loki und Zeitreise macht einfach nur Spaß. Spannend, tolle Charaktere und erwähnte ich diese Bürokratie?)

Fresh Fried & Crispy – Staffel 1 (Daym Drops präsentiert allerlei Leckereien aus den USA. Manchmal vielleicht ein wenig zu fettig, aber oftmals Leckereien dabei)

Never have I ever – Staffel 1 (Stellenweise gute Einfälle, im großen und ganzen eher typische Teenagerprobleme, dafür aber ein toller Erzählstil)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8+3 (=nicht in der Wortwertung)
Seiten gesamt: 2.615
Seiten pro Tag:  84 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 4
E-Book: 2
Manga: 1
Hörspiel: 3

Palast aus Gold und Tränen: Die Dämonenjägerinnen Schneeweißchen und Rosenrot sind auf der Spur der Hexe aus Band 1. Dafür müssen sie ins Zarenreich und damit ins Reich der Baba Yaga. Doch ihre Liebe könnte ihnen dort den Kopf kosten. – Spannende und märchenhaftige Fortsetzung. Jetzt heißt es Warten auf Band 3.

Wild like a river: Jackson ist mit einem Freund im Jasper Nationalpark unterwegs. Als dieser sich verletzt lernt er Haven kennen, die mit ihrem Vater, einem Ranger, im Park lebt. Beide kommen sich näher. Wenn Jackson zurück zum Studium reist, folgt Haven ihm. Jetzt muss sie versuchen in der Stadt zurecht zu kommen. – Typische New Adult Geschichte, aber mit der Natur Kanadas. Habe den Charakteren die Liebesgeschichte nicht ganz abgenommen, aber die Coming-of-age Geschichte war toll.

Die Chroniken von Alice 2 – Die schwarze Königin: Alice und Hatcher sind den Fängen der alten Stadt entkommen. Doch statt in Freiheit finden sie sich in einer verbrannten Ebene wieder. Auf der Suche nach Hatchers Tochter Jenny müssen sie neue Abenteuer bestreiten. – Am Anfang brauchte ich ein bisschen um reinzukommen, aber ab einem gewissen Punkt, ist der Sog des Buches unaufhaltbar.

Fight for forever: Im dritten Band der Reihe muss Gabriel Legend sich seiner Vergangenheit stellen, um sich und alle, die er liebt zu schützen. Er muss wortwörtlich für sein Happy-end kämpfen. – Nach dem Cliffhanger am Ende von Band 2 waren meine Erwartungen hoch, doch das Buch zieht sich wieder, um die Auflösung ans Ende innerhalb weniger Seiten zu quetschen.

Eisige Wellen: Alina und Mal sind dem Dunklen entkommen, doch ihr Glück wärt nicht lange. Auf der Flucht landen sie ausgerechnet dort, wo sie nie wieder hin wollten. Jetzt muss Alina zeigen, was sie kann. Dabei trifft sie auf neue Verbündete und muss um alte Freunde kämpfen. – Zweiter Teil, der die Figuren für Band drei vorbereitet, aber dennoch einiges zu erzählen hat. Es wird nicht langweilig! PS: Ich wäre dann jetzt bereit für Staffel 2 von Shadow & Bone.

My roomate is a cat 4: Subaru hat sich seiner Angst gestellt und eine Signierstunde für seine Bücher abgehalten. Außerdem kommt Leben in seine Wohnung. Haku ist derweil damit beschäftigt, mit den Veränderungen ebenfalls zurechtzukommen. – Auch der vierte Band ist einfach wieder zuckersüß. Vor allem die Veränderungen bei Subaru sind toll zu sehen.

Ein Herz voll Leben: Isabella Kramer ist stolz auf ihren Cupcake-Laden an der Ostsee. Bis ihre beste Freundin stirbt und sie auf einmal das Sorgerecht für die kleine Leni bekommt. Sie versucht ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und braucht jemanden, der ihr im Laden hilft. Da kommt Max wie gerufen. Doch seine Beweggründe sind nicht die, die Isabella erwartet. – Herzzerreißend und voller Mitgefühl. Zwischenzeitlich will man einzelne Charaktere einfach nur schütteln, aber letztlich siegt die Wohlfühlseite.

Malady Wayward: Malady reist aus Nashville nach Madeira, um einen Au-Pair Job anzunehmen. Doch das Anwesen ist wesentlich heruntergekommen als auf den Fotos und über den beiden dort lebenden Brüdern hängt ein Schatten. Was ist passiert? Schneller als ihr lieb ist wird Malady in einen Strudel aus Gewalt, Dominanz und Geheimnissen. – D. C. Odesza steht für Erotik mit Thrillelementen und vor allem Darkanteil. Man sollte hier nicht alles hinterfragen, kann die Geschichte aber so durchaus genießen.

Rufus T. Feuerflieg – Folge 6-8: Anwalt Rufus T. Feuerflieg hat auch in den nächsten Folgen allerhand zu tun. Zeitreisen, ein Poltergeist und eine etwas andere Dungeons and Dragons Version wartet auf seinen brillianten Verstand. – Tommy Krappweis versteht es wieder einmal in kurzen Episoden das größtmögliche Lachpotential zu entfalten. Einfach nur empfehlenswert. 

Fall of Legend

Ein Vorwort

Zur Zeit bin ich ganz gut dadrin Reihen abzuschließen, weswegen es hier relativ viele Reihenvorstellungen gibt. So nun auch die Legend-Reihe von Meghan March. Nachdem mich 2019 ihre Sinful-Reihen begeistern konnten und prompt Jahreshighlight wurden, habe ich mir bewusst Zeit gelassen mit der nächsten Reihe. Warum mich die Legend-Reihe nicht ganz überzeugen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die übergreifende Handlung

Scarlett Priest ist It-Girl, kommt aus gutem Haus und hat ihren Traum mit ihrem eigenen Store wahr gemacht. Damit hat sie alles, was sich Gabriel Legend nur wünschen kann. Nach etlichen illegalen Boxkämpfen hatte er genug Geld zusammen, um einen legalen Club zu eröffnen. Doch am Eröffnungswochenende kommt es zu einer Schießerei, die seinen Ruf zerstört. Können sie trotz der unterschiedlichen Welten, aus denen sie kommen, zusammenfinden?

Fall of Legend

Die Handlung: Scarlett Priest erwacht in einem Teppich. Sie wurde entführt und findet sich kurz darauf Gabriel Legend gegenüber. Das es sich bei der Entführung um ein Missverständnis handelt, ist für Legend zweitrangig, kann sie ihn doch aus seiner Notlage helfen. Durch ihre Bekanntheit als It-Girl kann sie allein durch ihre Anwesenheit seinen Club vielleicht retten. So schließen sie einen Deal, der jedoch durch ihre aufkommenden Gefühle bedroht wird.

Meine Meinung: Fall of Legend beginnt zunächst spannend und stellt wie Protagonisten kurz vor. Man könnte dann also so richtig in die Handlung starten, nur passiert erst einmal eine ganze Weile gar nichts. Scarlett trifft sich mit ihren Freundinnen, Legend versucht sie auf Abstand zu halten und sorgt sich um seinen Club. Scarlett taucht im Club auf und feiert mit ihren Freundinnen. Legend wird von seinem besten Freund ermahnt vorsichtig zu sein. Und so weiter. Das ganze Buch lang. Dank eines sehr flüssigen Schreibstils habe ich das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen, weil ich verzweifelt darauf hoffte, dass irgendwann noch etwas passieren würde. Die erste richtige Annäherung gibt es kurz vor Ende und dann ist das Buch auch schon wieder vorbei. Die knisternden Szenen, die man von der Autorin gewohnt ist, fehlen beinahe vollständig, was die mangelnde Handlung ja noch irgendwie entschuldigt hätte. So weiß man am Ende eine Menge über die Protagonisten, aber hat keine Ahnung, in welche Richtung die Reihe gehen soll.

House of Scarlett

Die Handlung: Scarlett und Legend gehen getrennte Wege, weil Legend Angst hat, sie zu sehr an sich heranzulassen. Beide vermissen einander, schaffen es aber nicht über ihren Schatten zu springen. Erst als Scarlett ins Krankenhaus muss, nähern sie sich wieder an.

Meine Meinung: Zweite Bände haben meist das Problem, das sie reine Füllerbände sind, um das große Finale vorzubereiten. Das beste Beispiel dafür ist House of Scarlett. Im Prinzip ist der Band nur dafür da, um die beiden Protagonisten dazu zu bringen, wieder miteinander zu reden, sich ein bisschen näher zu kommen und die wichtigsten Nebencharaktere für Band 3 zu etablieren. So wirklich Handlung sucht man auch hier vergebens. Dabei sind es gerade die Charaktere, die man liebgewinnt und von denen man mehr erfahren will. Doch dann dreht sich die Handlung wieder und wieder im Kreis und kommt nicht vorwärts. Letztlich ist hier die Frage, ob es besser geworden wäre, wenn man alles kompakter und nicht auf Zwang auf eine Trilogie gestreckt hätte. Wenn man sich auf die Kernhandlung konzentriert hätte, anstatt überall nochmal ausschweifende Nebenhandlungen zu haben, die nichts voran bringen. Genug tolle Nebencharaktere, um die es in Folgebänden hätte gehen können, gibt es auf jeden Fall. Und dann kommt das Ende, mit einem riesigen Cliffhanger, so dass man doch wieder zum dritten Band greift.

Fight for forever

Die Handlung: Gabriel Legends größte Angst ist wahr geworden. Seine Vergangenheit hat ihn eingeholt und bedroht nun Scarlett und seine Liebsten. Nur ein Boxkampf kann sie nun retten. Doch schafft er es innerhalb von einem Monat in Form zu kommen?

Meine Meinung: Nach dem Cliffhanger am Ende von Band 2 erwartet man, dass es in Band 3 nun endlich spannend wird und endlich mal etwas passiert. Doch nach ein paar Seiten, die man atemlos verschlungen hat, wird man erstmal wieder vertröstet. Es gibt wieder genügend nebensächtliche Dinge, die ausschweifend erzählt werden müssen. Das Buch nähert sich irgendwann bereits dem Ende und man wartet immer noch auf den Boxkampf. Dieser ist dann irgendwann da, nur um dann alle noch offenen Probleme – und davon gibt es einige – innerhalb von ein paar kurzen spannenden Szenen abgearbeitet zu haben. Schwupps hier ist die Lösung, auf die der Leser drei Bände hingearbeitet hat. Ein bisschen verarscht fühlt man sich dann doch. Für alles war Zeit, außer für die Aufklärungen und Problemlösungen. Warum ich die Reihe trotz all meines Gemeckers nicht als wirklich schlechte Reihe ansehe, liegt vor allem an den tollen Charakteren und dem wunderbar flüssigen Schreibstil der Autorin. Ein bisschen enttäuscht über den Erotikanteil war ich dann doch, weil ich von der Autorin einfach anderes gewohnt bin.

Das Fazit

Die Fall of Legend Reihe von Meghan March ist wie üblich gut geschrieben und hat tolle Charaktere. Leider ist die Handlung für eine Trilogie viel zu dünn, so dass sich jeder Band überflüssig gestreckt anfühlt und einfach nicht in Fahrt kommt. Hier wäre beinahe ein Band ausreichend und man hätte genauso viel erzählen können.

Ophelia Scale

Ein Vorwort

Manchmal kommen Jahreshighlights einfach zu einem. Das erste Ophelia Scale Buch habe ich mir eigentlich eher zufällig zugelegt, weil ich noch eins für meine 21 für 2021 Reihe gebraucht habe. Dann lag es ein halbes Jahr auf meinem SuB und ich hatte nicht so recht die Motivation es zu lesen. Eher durch Zufall habe ich es schließlich im Rahmen eines Buddyreads angefangen und konnte es ab da nicht mehr aus der Hand legen. Alle drei Bände habe ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Was die Reihe so besonders macht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die übergreifende Handlung

Ophelia Scale lebt in der Zukunft. Doch ein paar Jahre zuvor hat König Leopold de Marais von Europa die Abkehr ausgerufen. Das bedeutet der Verzicht auf Technik. Für Ophelia ist dies gleichbedeutend mit einer verbauten Zukunft. Sie schließt sich der Rebellengruppe ReVerse an, die ein Attentat auf den König planen.

Band 1: Die Welt wird brennen

Die Handlung: König Leopold de Marais sucht neue Anwärter*innen für seine Leibgarde. Dies ist die Chance für die Rebellengruppe ReVerse Leute einzuschleusen. Darunter auch Ophelia Scale, die die Vorauswahl übersteht und in die Hauptstadt Maraisville zieht. Dort trifft sie auf Lucien, den sie sofort sympathisch findet. Doch es gibt ein Problem: Lucien ist der jüngere Bruder des Königs.

Meine Meinung: Das Buch hatte mich ab Seite 1. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und der Erzählstil wunderbar spannend und doch mit einem leicht ironischen Unterton. Man wird sofort in eine spannende Szene geworfen und entdeckt die Welt nach und nach. Dabei werden immer nur die notwendigen Informationen rausgegeben, um die Szene nachvollziehen zu können, ohne einen Welterklärungsvortrag zu halten. Von Anfang an wird man in Atem gehalten, dennoch gibt es die ruhigeren Momente, in denen man durchatmen kann. Hinzu kommt, dass die Charaktere einfach nur liebenswert sind. Seien es die beiden Protagonist*innen Ophelia und Lucien, aber mir haben es auch gerade die Nebencharktere angetan, wie Caspar Dufort oder auch Leopold de Marais. Gegen Ende gab es dann ein paar Entwicklungen, die mich sehr mitgenommen haben und der Cliffhanger am Ende – ich hatte Band 2 natürlich noch nicht griffbereit – hätte mich fast in den Wahnsinn getrieben. Also seid schlauer als ich und kauft die Trilogie zusammen!

Band 2: Der Himmel wird beben

Die Handlung: Nach dem gescheiterten Attentat bekommt Ophelia ein Angebot, das ihr eine mildere Strafe zusichert. Dafür wird sie als Spionin bei ReVerse eingeschleust. Dort trifft sie auf alte Bekannte. Doch die Widerstandsgruppe ist nicht mehr die, die sie kannte. – Gekürzt um Spoiler zu den Vorbänden zu vermeiden

Meine Meinung: Kennt ihr diese Fantasy-Trilogien, bei der der zweite Band nur so ein Füller ist, der irgendwie Band 1 und 3 verbindet oder ein paar Weichen stellt, um die große Endschlacht vorzubereiten? Nun dies ist in Der Himmel wird beben nicht der Fall. Der zweite Band knüpft direkt an die Geschehnisse und vor allem an den großen Cliffhanger aus dem ersten Band an, schafft es diese in eine neue Richtung zu kanalisieren und daraus eine ebenso spannende Geschichte zu spinnen. Mitunter dachte man, dass sich die Autorin in eine Ecke verrannt hat, aus der sie nicht mehr rauskommt. Doch das schafft sie immer und auf so nachvollziehbare Art, das man es einfach nicht kommen sieht. So überrascht sie einen mehrfach und dadurch bleibt die Handlung weiterhin spannend. Dennoch bleibt genügend Stoff für Band 3. Auch hier gibt es am Ende wieder einen ziemlichen Cliffhanger, weswegen man auch den finalen Band direkt griffbereit haben sollte.

Band 3: Die Sterne werden fallen

Die Handlung: Ophelia Scale und Lucien de Marais stehen vor neuen Herausforderungen. Sie müssen Verluste verarbeiten und sich gleichzeitig für den letzten großen Kampf rüsten. – Gekürzt um Spoiler zu den Vorbänden zu vermeiden

Meine Meinung: Nachdem ich am Ende von Band 2 sehr verschnupft und in tiefer Trauer war, brauchte ich am Anfang von Band 3 ein wenig um wieder in die Handlung zu kommen. Das lag zum einen daran, dass sich die Handlung mit den neuen Begebenheiten selbst wieder finden musste, aber vor allem weil ich Angst hatte. Angst vor dem Ende des Buches. Angst, dass die Geschichte bald zu Ende gehen könnte und ich mich von all den Charakteren verabschieden müsste. Angst, weil ich die Reihe nie wieder so unvoreingenommen lesen könnte. Denn das erstaunlichste an der Reihe ist, wie sehr sie mich mitgenommen hat. Wenn etwas passierte, was mir nicht passte, hatte ich beinahe körperliche Schmerzen, wenn ich um einen Charakter gebangt habe, hat die Welt um mich herum aufgehört zu existieren. Ich habe selten eine so gut durchdachte Fantasy-Reihe gelesen! Bis zum Ende sind alle Wendungen durchdacht. Ich hätte mir das Ende vielleicht etwas ausführlicher gewünscht, aber grundsätzlich war es rund und die Geschichte ist in sich abgeschlossen – und das ist auch so ziemlich mein einziger Kritikpunkt an der gesamten Reihe.

Das Fazit

Ophelia Scale ist eine dieser Reihen, die spielerisch eine Welt kreieren, sie im genau richtigen Ausmaß beschreibt, tolle Charaktere hat, eine spannende Handlung und einen einfach von vorne bis hinten in Atem hält. Aus jeder potentiellen Ecke windet sich die Autorin spielerisch wieder raus und schafft so eine Reihe, die einfach von vorne bis hinten rund und logisch ist. Großen Respekt und große Leseempfehlung!

Sommerlektüren – Ausgabe 2021

Es ist Sommer! Damit wurde es für mich wieder Zeit für Sommerlektüren. Diesmal habe ich mir drei ausgesucht – bin also weniger eskaliert als letztes Jahr – die ich euch heute vorstellen möchte – natürlich mit Sommerlektürenfaktor!

Heute Abend in der Eisdiele am Meer – Holly Hepburn*

Die Handlung: Gina lebt in London als Projektmanagerin. Doch als sich ihr Großvater den Fuß bricht, lässt sie alles stehen und liegen und reist nach Cornwall in den verschlafenen Ort Polwhipple, um in der Eisdiele ihrer Großeltern mitzuhelfen. Als sie den heruntergekommenen Zustand des örtlichen Kinos sieht, kann sie gar nicht anders, als es als Projekt anzugehen. Hilfe bekommt sie von ihrem Jugendfreund Ben, sehr zum Missfallen ihres Freundes Max, der in London geblieben ist.

Meine Meinung: Da es sich bei diesem Buch um ein Rezensionsexemplar handelt, habe ich es auch schon in einem separaten Beitrag vorgestellt. Die kleine Eisdiele am Meer ist eine wunderbare Sommerlektüre und verbindet Lust auf Eis und Meer mit Fernweh. Lediglich kleinere Schönheitsfehler sind vorhanden, die den Lesefluss jedoch nicht stören. Wer sich also an die Küste Cornwalls träumen will, sollte in dieses Buch mal reinschauen.

*[Werbung|Rezensionsexemplar]

Sommerlektürenfaktor: ****

Bernsteinsommer – Anne Barns

Die Handlung: Christina hat sich ihren Traum vom eigenen Café erfüllt. Bis ein Wasserrohrbruch ihre Pläne über den Haufen wirft. Da ihr Vater mit Alzheimer in einem Pflegeheim ist, findet sie in seinen Sachen eine Reihe von Gemälden. Die Spurensuche führt sie nach Rügen und Hiddensee. 

Meine Meinung: Mit Anne Barns bin ich die letzten beiden Jahre im Sommer stets zufrieden gewesen. Daher musste sie auch dieses Jahr wieder in meine Sommerlektürenliste auftauchen. Meine Erwartungen waren wie bisher, dass die Protagonisten irgendwann an der deutschen Küste landen und dort ein paar schöne Tage verbringen, gerne mit einem Familiengeheimnis. Diesmal jedoch braucht die Handlung eine ganze Weile um so weit in Schwung zu kommen, dass wir es bis nach Rügen geschafft haben. Dabei ist diese umfassende Handlung nicht uninteressant, aber eben nicht die, die ich von einer Sommerlektüre erwarte. Der Abschnitt auf Rügen und Hiddensee hingegen war genau das, was ich erwartet habe. Hier kommt Urlaubsehnsucht auf und man träumt sich zum Meeresrauschen an die Küste. Christina ist auch wieder eine sehr sympathische Protagnistin, die diverse Rückschläge zu bewältigen hat. So ist es ein rundes Buch, nur eben schade, dass der Küstenanteil diesmal so gering ist.

Sommerlektürenfaktor: ****

Sehnsucht in Aquamarin – Miriam Covi

Die Handlung: Polly und Jette wurden als Kinder von ihrer Mutter verlassen. Während Jette seitdem ruhelos um die ganze Welt jettet, zieht sich Polly in ihre Dachgeschosswohnung in Stuttgart zurück. Bis Jette ihre Mutter findet. In Maine. Die Schwestern reisen nach Bar Harbor, treffen dort aber auf mehr als nur ihre Mutter. 

Meine Meinung: Nach Cornwall und Rügen hielt ich es nicht für verkehrt auch der USA eine Chance zu geben. Und die Küste Maines klang da nicht verkehrt. Bekommen habe ich eine Familien- und Liebesgeschichte mit Outdoorfeeling. Nicht so ganz, was ich mir erhofft hatte, aber grundsätzlich doch eine spannende Geschichte. Wir haben die beiden sehr unterschiedlichen Schwestern, die beide irgendwo auf ihre Art sympathisch sind – auch wenn man Jette gerne ab und an schütteln würde. Dann haben wir den Sommer in Maine und den Acadia National Park, der das Outdoorherz höher schlagen lässt. Soweit wäre es passend zur Sommerlektüre. Nur leider liegt der Fokus nur ab und an auf den örtlichen Begebenheiten und wesentlich mehr auf das familiäre Drama, das sich auf den 496 Seiten zwischenzeitlich ganz schön zieht. Leider dreht sich die Handlung dann auch mehrmals im Kreis, was dem Buch im Großen und Ganzen nicht wehtut, aber man hätte die Geschichte auch kürzer erzählen können.

Sommerlektürenfaktor: ***