My little Pony

Am 05.10.2017 erschien der erste Kinofilm zu erfolgreichen Kinderserie My little Pony in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Hasbro hat das Prinzip verstanden. Aus den Spielfiguren der Firma wurde schon mit den „Transformers“ eine erfolgreiche Kinoserie gestartet. Während die Ponys in meiner Kindheit noch total hässlich waren, wurden sie vor einigen Jahren noch einmal überarbeitet und mit neuem Look wissen sie seit nunmehr sieben Staffeln die Kinder mit ihrer Serie zu überzeugen. Dabei steht das Einhorn Twilight Sparkle im Mittelpunkt, das nach Ponyville geschickt wurde, um dort alles über die Magie der Freundschaft zu lernen – worauf sich der Untertitel der Serie „Freundschaft ist Magie“ bezieht. Ihr immer zur Seite steht ihr Hausdrache Spike und ihre neu gewonnen Freunde Pinkie Pie, Rarity, Applejack, Fluttershy und Rainbow Dash. In jeder Folge wird den Kindern wieder eine neue  wichtige Lektion mitgeteilt, sei es zum Thema Fremdenfeindlichkeit, Eifersucht, Hochmut, Arroganz oder ähnlichen Themen. Die Serie wird dabei immer in fröhlichen bunten Farben gehalten und jede Folge wird von mindestens einem Lied begleitet. Zwar gab es immer mal wieder „Bösewichte“, aber diese wurden dann bekehrt oder auf anständige Weise bestraft. Nun sollte das Erfolgskonzept der Serie in einem Kinofilm fortgesetzt werden.

Die Handlung

Das Königreich Equestria bereitet sich auf eine große Feier vor. Doch mitten während der Feierlichkeiten stürmt der böse Sturmkönig das Königreich und unterjocht alle Ponys. Einzig Twilight Sparkle und ihre Freunde konnten fliehen. Auf der ständigen Flucht, versuchen sie Verbündete zu finden, die ihnen im finalen Kampf gegen den Sturmkönig und seiner Handlangerin Tempest unterstützen können. Doch die Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Meine Meinung

Farbenfroh, fröhlich und lustig sind die Worte, mit denen sich die Serie am besten beschreiben lässt. Farbenfroh ist das einzige Wort, was sich davon auch auf den Film anwenden lässt – und selbst das wird teilweise durch einen dichten Nebel getrübt. Gleich zu Beginn fällt dem treuen Seriengucker bereits auf, dass wohl ein anderes Animationsstudio mit dem Film betraut wurde, denn die Ponys wurden teilweise anders dargestellt. Gerade die Augen wurden größer und mit Manga-ähnlicher Wasserperle bestückt gezeichnet, was schon den ersten typischen Charme wegnahm. Hinzu kommt der schnelle Stimmungsumschwung am Anfang. Beginnt der Film noch mit einem typischen beschwingten Lied, schlägt die Stimmung mit der Ankunft des Sturmkönigs in Bedrückend um. Brutal überrennt dieser das Königreich und geht dabei für die Serie sehr ungewöhnlich gewaltsam vor. Vorbei ist es mit der Fröhlichkeit. Man sieht nur noch traurige und niedergeschlagene Ponys, die versklavt und gefangen genommen werden. Hier mussten sogar die erwachsenen Zuschauer schlucken, bei eine FSK Freigabe ab 0 Jahren waren die Bilder doch sehr hart für die Kinder. Weiter geht es mit der Verfolgungsjagd, bei der mehr Wert auf immer neue Charaktereinführungen gelegt wurde, als auf wirklich Charaktervorstellungen. Die sechs Freunde hüpfen von einem Feind/Verbündeten zum nächsten. Wenn sich Zeit gelassen wurde, gab es noch ein kurzes Liedchen, aber das war dann auch schon das höchste der Gefühle. Einen wirklichen Handlungsbogen lässt sich dadurch auch nur mit Mühe erkennen, weil es mehr wie viele kleine Handlungen wirkt, einzig verbunden durch die ständige Gefahr der Verfolgung. Der Witz der Serie kommt hier an keiner Stelle durch, die übliche Moral wird nur angedeutet, die Wandlungen am Ende kommen sehr plötzlich, obwohl sie bereits von Anfang an vorherzusehen waren.

Mit dem Sturmkönig wurde ein sehr lächerlicher „Bösewicht“ geschaffen. Er wird permanent als sehr dumm dargestellt, obwohl er es doch schafft ganze Königreiche zu versklaven. Über seine Beweggründe wird nicht genauer gesprochen, sondern er wird einfach als das pure Böse dargestellt. Lediglich seine rechte Hand Tempest bekommt im Film Platz für Vorstellung und Hintergrund. Sie dürfte auch der einzige neue Charakter werden, der in der Serie einen Platz finden könnte.

Die Macher des Films dürften kaum eine der Folgen der Serie gesehen haben, denn sie treffen weder den passenden Ton im Film, noch schafft es der Film mit Humor zu punkten. Der größte Negativpunkt dürfte aber doch sein, dass nicht einmal die Hauptponys mit ihren Charaktereigenschaften richtig getroffen wurden. Jedes Pony hat seine eigene Besonderheit oder Schwäche, die in der Serie immer auf einem guten Punkt gebracht wurde. Im Film jedoch werden die Charaktere so stark überzeichnet, dass sie sehr unsympathisch erscheinen. Keine gute Voraussetzung. Gleichzeitig wurde auch gerade einmal der Hälfte wirklich Text zugeschrieben. Die restlichen Drei glänzen durch Schweigsamkeit, die so aber nicht zu ihren Charakteren passt. All dies sorgt dafür, dass My little Pony – der Film keinen richtigen Spaß macht zu sehen. Selbst der Soundtrack schwächelt – bis auf ein wirklich gutes Lied von Tempest. Wäre es für die Macher so schwierig gewesen vorab einfach mal nur eine Staffel der Serie zu sehen? Oder hätte man nicht einfach auf den Kinofilm verzichten können?

Das Fazit

My little Pony – der Film ist undurchdacht, ungewöhnlich brutal und eine Beleidigung für die Serie. Liebe Eltern, wenn sie mit ihrem Kind ins Kino gehen wollen, dann bitte nicht in diesen Film. Er könnte ihr Kind verstören. Schauen sie sich zu Hause die Serie an. Da lernt ihr Kind fürs Leben. Für den Film gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

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