Ghosts

Ein Vorwort

Und wie ich so scrollte durch das undurchdringbare Dickicht an Serienangeboten der Streaminganbieter, wurde mir doch immer wieder derselbe Vorschlag gemacht. Und da ich zu dem Zeitpunkt auch auf der Suche nach einer Serie mit kurzen Folgen und einer guten Portion Humor war, die aber nicht zu sehr in den Sitcombereich fällt (sprich keine künstlichen Lacher einspielt), gab ich Ghosts eine Chance. Und ich war schockverliebt und inhalierte nur so die vier erschienenen Staffeln. Warum das so ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Titels auf einer Fernbedienung vor einer Vase in Geisterform

Die Handlung

Sam und Jay erben ein riesiges Landgut, dass sie zu einem Bed & Breakfast umbauen wollen. Dies passt den ansässigen Geistern jedoch gar nicht. Dabei kommt es zu einem Unfall, in dessen Folge Sam ein Nahtoderlebnis hat und fortan die Geister sehen kann. Schnell entwickeln sie sich zu einer Familie und unterstützen nun die Pläne. Nur Jay, der die Geister weiterhin nicht sehen kann, ist nicht immer begeistert von der Gabe seiner Frau.

Meine Meinung

Als ich diesen Beitrag plante, hatte ich noch nicht gesehen, dass jetzt frisch die fünfte Staffel in Deutschland erschienen ist. Aber welch besseren Zeitpunkt könnte es geben, um euch auf diese kleine Perle im Seriensumpf aufmerksam zu machen? Denn auch im Komödienbereich gibt es so viele Möglichkeiten und doch habe ich mich erwischt, dass ich doch immer wieder zu den altbewährten gegriffen habe, weil ich mich für keine Neuen entscheiden konnte. Aber Ghosts hatte es mir innerhalb weniger Folgen so angetan, dass ich kaum abschalten konnte.
Doch beginnen wir am Anfang. Wir lernen zunächst Sam und Jay kennen, die das Landgut einer kürzlich verstorbenen Verwandten geerbt haben. Während Sam direkt begeistert ist und sich voll und ganz in einem Traum eines eigenen B&B stürzt, will Jay eigentlich gar nicht aus der Großstadt weg und sieht nur die finanziellen Probleme, die auf sie zukommen. Zumal er als Koch sich auch nicht gerade beruflich auf dem Land sieht. Und es gibt noch andere, die von der Idee überhaupt nicht begeistert sind. Denn das Haus ist voll mit Geistern aus den verschiedenen Epochen, die in dem Haus oder dem dazugehörigen Land verstorben sind und nicht in Himmel oder Hölle auf- bzw. hinabgestiegen sind, oder wie es in der Serie so treffend beschrieben wird: die „keinen hoch bekommen haben“. Und so kommt es, wie es kommen muss: Die Geister versuchen einen Plan zu schmieden, wie sie das Paar wieder loswerden, während sich dieses streitet. So hat Sam einen Unfall, bei dem sie sich ordentlich den Kopf stößt. Und kann daraufhin die Geister sehen. Natürlich will sie sich das nicht eingestehen, doch ihr liebender Mann hat aus schlechtem Gewissen heraus kurzerhand bereits das gesparte Geld verplant und mit den Umbauarbeiten für ein B&B begonnen. Und nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sind beide Parteien begeistert von der neuen Situation und profitieren davon. Die Geister entwickeln schon nach kurzer Zeit ein starkes Interesse am Fernsehprogramm, welches Sam regelmäßig einstellen muss.
Und so entwickeln sich die nächsten Folgen ganz von selbst. Ob sie nun mit dem Snob Paar von gegenüber im Clinch liegen, ihre eigene Vergangenheit aufarbeiten müssen oder sich um die wenigen Gäste kümmern. Chaos ist stets vorprogrammiert, aber ebenso bietet die Serie eine Menge Komik und das allein durch die Figurenkonstellation, ohne es direkt darauf anlegen zu müssen. Wenn dann noch die Grubengeister mitmischen, geht der Spaß erst richtig los. Jeder Geist ist so gut gezeichnet und bleibt stets in seiner Rolle, darf aber doch über sich hinauswachsen und zeigt, dass auch ein zurückgelassener Wikinger nach über 1000 Jahren als Geist noch an sich arbeiten kann.
Natürlich spielt auch die Liebe eine Rolle, aber es gibt keinen ständigen Wechsel zwischen den Geistern, sondern eher lang gehegte Gefühle oder neu entdeckte Möglichkeiten. Und Sam und Jay sind einfach eine supersüße Konstante, die zeigen, wie langjährige Beziehungen funktionieren können, ohne die eigenen Träume aufzugeben, aber mit einer Menge Liebe und eben auch Kompromissen.
So kommen die verschiedenen Aspekte zusammen und bilden eine gute Harmonie. Es gibt running gags, gerade die Halloweenfolge jede Staffel ist heiß ersehnt, und doch bringt jede Folge auch etwas neues ein. Handlungen, die nur für eine Folge ausgelegt sind oder eben solche, die sich über mehrere ziehen. Zwischendurch gibt es auch immer Wiedersehen mit Charakteren, die nur ab und an auftauchen, aber doch immer wieder Spaß machen.

Das Fazit

Ghosts überzeugt durch die Vielzahl an verschiedenen Charakteren, die miteinander harmonieren oder eben gerade nicht, was zu vielen witzigen Situationen führt, die aber nicht künstlich geschaffen werden für den nächsten großen Gag. Viel Liebe, viele kreative Einfälle und ein gutes Händchen für Geschichten kommen hier zusammen und bieten eine Menge Spaß in jeder Folge.

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