Rückblick auf den September

0 Kinofilme im September. Das gab es wohl seit Lockdown und geschlossenen Kinos nicht mehr. Aber am Anfang gab es nicht einen Film, der mich wirklich interessierte, dann folgte mein Urlaub und anschließend hatte mich eine Erkältung fest im Griff. Was der Oktober so bringt, da lass ich mich mal überraschen. Zumindest das Sommerloch sollte doch langsam vorbei sein.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Wie bereits eingang erwähnt, habe ich keinen Film im Kino gesehen. Auf das es im Oktober besser wird!

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich Shrek 1 und 2 (noch immer gute kurzweilige Unterhaltung)

Dallas Buyers Club: Ron Woodroof erkrankt an HIV, was für den queerfeindlichen Lebemann schwer zu ertragen ist. Da er an ein neues Medikament in den USA schwer rankommt, reist er nach Mexiko und lernt dort eine Behandlung mit Körperstärkungsmitteln kennen. Damit auch andere Betroffene davon profitieren, er aber nicht wegen Medikamentenschmuggel angezeigt wird, gründet er den Dallas Buyers Club. – Am Anfang etwas problematisch, danach interessant, wenn er sich auch stellenweise zieht.

Prestige: Ende des 19. Jahrhunderts konkurrieren zwei Magier um Publikum und den besten Trick. Robert Angier und Alfred Borden kennen sich aus ihren Anfangszeiten, die jedoch durch den Tod von Angiers Freundin überschattet wird. – Spannende Handlung, auch wenn ich einige Zeit gebraucht habe, um in die Geschichte reinzukommen.

Pinocchio: Geppetto ist ein Handwerker und Uhrmacher in einem kleinen italienischen Städtchen. Eines Abends wünscht er sich etwas vom Abendstern. Daraufhin erscheint die blaue Fee und erweckt die frisch fertig gestellte Holzpuppe Pinocchio. Um ein richtiger Junge zu werden, muss er beweisen, dass er Recht von Unrecht unterscheiden kann. Dafür bekommt er die Grille Jiminy an die Seite gestellt. – Lieblose Realverfilmung, die wenig bis nichts Neues einbringt und an der Distantziertheit der Charaktere scheitert.

Hocus Pocus: 1693 werden drei Hexenschwestern hingerichtet, doch konnten sie vorher einen Fluch aussprechen. 1993 werden diese wieder erweckt. Überfordert mit der modernen Welt, müssen sie dennoch versuchen, einen Trank zu brauen, der sie über die Nacht hinaus am Leben erhält. Doch dafür brauchen sie die Energie eines Kindes. – Kultiger Halloweenfilm mit drei ganz eigenwilligen Hexen.

Ali Wong: Dong Wong: In ihrem dritten Netflix-Special nimmt Ali Wong wieder kein Blatt vor dem Mund. Sie spricht über Frauen in der Comedy, ihre Ehe und absolut schonungslos über ihre Bedürfnisse. – Man muss sich an ihre Art gewöhnen, doch sie hat durchaus ihre Momente, die mich sehr zum lachen gebracht haben.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Ticket ins Paradies: Julia Roberts und George Clooney sehen schon im Trailer als geschiedenes Paar gut zusammen aus. Auch wenn der Trailer wohl schon alle Wendungen verraten hat, bin ich dennoch gespannt.

Tausend Zeilen: Michael „Bully“ Herbig präsentiert nach Ballon ein weiteren Film mit eher ernsterem Thema. Wirklich viel hat der Trailer noch nicht gesagt, also bin ich noch gespannt.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: The Deer King, Freibad, Im Westen nichts neues

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich Spy x Family – Staffel 1 (so eine spannende und witzige Animeserie)

Aggretsuko – Staffel 4 (In der vierten Staffel verliert die Serie weiter an Schwung, hat aber wieder eine bessere Geschichte zu erzählen, als Staffel 3)

Attack on Titan – Staffel 4.1 – 4.2 (Spannend, actionreich, mitreißend, eine der besten Serien, die ich seit langem gesehen habe. Ich kann das große Finale nächstes Jahr nicht abwarten)

Annarasumanara   K-Drama (Für ein Musical gab es mitunter wenig Lieder, aber die Geschichte ist schöntraurig und geht tief unter die Haut. Am Ende bleiben leider zu viele Fragen offen)

Only murders in the building – Staffel 2 (Nach dem Cliffhanger in Staffel 1 lässt sich die Serie wieder sehr viel Zeit und verstrickt sich so sehr, dass es am Ende irgendwie jeder hätte sein können. Keine befriedigende Auflösung)

Instant Dream Home – Staffel 1 (Ich mag Umbauserien und diese habe ich in einem Stück weggebinged. Guter Aufbau, schöne Designkonzepte, spannender Aufbau)

Extraordinary Attorney Who – K-Drama (Etwas holpriger Einstieg, dann aber ein sehr liebevolles und schönes Drama)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 13
Seiten insgesamt: 3.687
Seiten pro Tag: 130 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 2
Taschenbuch: 5
Comic/Manga/Graphic Novel: 6

Legend Academy 1 – Fluchbrecher: Graylee kann durch die Berührung von Wänden sehen, wie Menschen in den Häusern gestorben sind. Durch diese Gabe kommt sie an die Swanlake Academy, wo sie von den Mythennachfahren erfährt. Doch kurz darauf verändern sich einzelne Nachfahren. Graylee ist fest entschlossen, den Grund zu finden. – Wie gewohnt witzige Fantasy von Nina McKay mit tollen Charakteren.

The gender of Mona Lisa 6: Hinase bekommt unvermittelt von außerhalb einen guten Ratschlag und bittet ihre beiden besten Freund*innen zu einem klärenden Gespräch. – Es geht spannend weiter, Hinase kommt einen großen Schritt weiter, ich freu mich auf die beiden abschließenden Bände.

Nebelschimmer: Calla und Jasper waren das absolute Traumpaar. Dennoch haben sie sich vor einem Jahr getrennt. Nun ist Calla wieder in Deutschland und trifft bei ihrem neuen Job ausgerechnet auf Jasper. Beide versuchen mit ihren alten Gefühlen zurecht zu kommen. – Nach dem ersten Band, der mich überhaupt nicht überzeugen konnte, hab ich der Reihe noch eine Chance gegeben und bin mit einer tollen Geschichte belohnt worden. Gefiel mir sehr gut.

One Piece 2: Ruffy und Zorro kämpfen gegen eine zirkusreife Gruppe Piraten und treffen dabei erneut auf Nami. – So richtig warm geworden bin ich mit One Piece noch nicht, aber ich gebe der Reihe mal noch eine Chance (es sind ja noch ein paar viele Bände…)

Die Tagebücher der Apothekerin 1-2: Maomao ist entführt worden und an den Kaiserhof verkauft worden. Dort leistet sie ihre „Schulden“ als einfache Dienerin ab. Doch als eine seltsame Krankheit am Hof ausbricht, entdeckt einer der Eunuchen ihr Talent als Apothekerin. Dadurch steigt sie auf und bekommt eine bessere Stellung. Doch Intrigen lauern überall. – Eigentlich zögerte ich vor diesem historischen Manga, aber der Humor und die Protagonistin haben genau meinen Geschmack getroffen. Ich freu mich auf weitere Bände.

Attack on Titan 2-3: Fünf Jahre nachdem die Menschheit ein Drittel ihres Territoriums verloren hat, taucht der kolossale Titan erneut auf und zerbricht erneut eine Mauer. Dadurch kommt es zu einer großen Schlacht um den Bezirk Trost. – Vieles schon durch den Anime bekannt, der sich sehr nah an die Vorlage hält, dennoch ist es eine schöne Rückerinnerung.

Emerald Witches 1: Kang Hana ist die Erbin des Smaragdzirkels, einer der sieben Hexenzirkel von Seoul. Beim Ahnenmond soll sie sich gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen, um den Vorsitz wieder vom Opalzirkel zu ihrem zu lenken. Doch die Opalhexen betrügen und kurz darauf muss sich Hana mit dem Dämon Bobby einlassen, um ihr Leben zu retten. – Wohl das Buch, das ich seit Ewigkeiten am meisten herbeigesehnt hatte. Und es hat mich nicht enttäuscht, im Gegenteil, ich bin in eine faszinierende Welt eingetaucht, mit tollen Charakteren, einer spannenden Handlung und eine Achterbahn der Gefühle. Und jetzt brauch ich dringend ein paar Taschentücher und Band 2.

Percy Jackson 4 – Die Schlacht um das Labyrinth: Durch Zufall entdeckt Percy den Eingang zu Dädalus berühmten Labyrinth. Zusammen mit Annabeth, Groover und seinem Halbbruder Tyson versucht er einen Weg zu finden, den Eingang zu verschließen, damit Luke und die anderen Anhänger Kronos‘ nicht dadurch ins Camp kommen. Dabei treffen sie auf allerlei Hindernisse. – Ein typischer Percy Jackson, der sich langsam auf die Endschlacht vorbereitet. Alles aber irgendwie etwas vorhersehbar und konnte kaum noch überraschen.

More than a star: Allison bekommen einen Job in Seoul. Trotz aller Unwahrscheinlichkeiten trifft sie dort auf ihr großes K-Pop Idol Wooyeong. Und obwohl sie nicht zusammen sein dürfen, weil es seine Karriere zerstören könnte, können sie nichts gegen ihre aufkommenden Gefühle unternehmen. – Eigentlich eine schöne kleine Geschichte, aber ich hab den Protagonist*innen ihre Anziehung nicht abgekauft. Dafür war die Handlung zu konstruiert und die Protagonistin zu nervig. Schade.

Bullet Train: Der als Marienkäfer bekannte Auftragskiller bekommt den Auftrag einen Koffer aus einem Shinkansen zu klauen. Doch er scheint vom Pech verfolgt und so landet er zusammen mit vier anderen Killern in dem Zug. – Nach dem Film eindeutig ruhiger erzählt. Dennoch hatte ich auch hier meinen Spaß und wurde noch immer überrascht, da der Film einiges abgeändert hatte. Leider ließ mich gerade das Ende sehr enttäuscht zurück, da hier wenig bis nichts aufgeklärt wurde.

Our souls in your dreams: Um ihre Schwester Maddie zu retten, muss sich Cat Ceshire mit dem Prinzen Gil und dem Mirriner Al zusammen tun und in ihren Traum eintauchen, um sie aufzuwecken. Doch vorher muss sie sich ihrem eigenen Traum stellen. Und dieser will sie nicht so einfach loslassen. – Spannender zweiter Band, der die eigentliche Geschichte zwar nicht vorantreibt, aber die Beziehung der Charaktere festigt.

Wie war euer September?

 

Spy x Family – Manga & Anime

Ein Vorwort

Während ich die Welt von Mangas und Animes relativ neu entdecke, ist mein Mann schon seit vielen Jahren in der Materie drin. So lag es nah, dass ich mit meiner neuentdeckten Neugier mich erst einmal an seinem Regal bediente, ehe ich Geld in die Hand nahm. So entdeckte ich Spy x Family, verschlang die bisher erschienen Bände und wurde kurz darauf noch dazu verdonnert auch die Serie dazu zu sehen. Warum mir beides sehr gut gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Twilight ist Spion aus Westalis und wird nach Ostania geschleust. In Berlint soll er sich unter der Tarnidentität Loid Forger Zugang zu einem der führenden Politiker verschaffen. Der einfachste Weg ist über die Eden-Akademie, eine der führenden Schulen. Dafür benötigt er jedoch ein Kind. In einem Waisenhaus adoptiert er die Telepathin Anya, ohne von ihren Fähigkeiten zu wissen. Doch leider akzeptiert die Eden nur vollständige Familien, weswegen Loid noch eine Frau braucht. Diese findet er in Yor, weiß jedoch nicht, dass sie eine berühmte Auftragskillerin namens Dornenprinzessin ist.

Der Manga: Bisher sind 8 Bände der Reihe im Deutschen erschienen. Dabei befassen sich die ersten Bände zunächst mit dem Aufbau der Familie und den Start an der Eden-Akademie. Danach wird es immer mehr ein Misch aus Haupthandlung und kleineren Nebenhandlungen, die einen die Familie immer näher bringen. Dabei ist es gerade der Wechsel aus Spannung, Witz und Drama, die den besonderen Reiz der Reihe ausmacht. Die Familie besteht aus so einzigartigen Charakteren, dass allein das Zusammenspiel schon eine Menge Handlung bietet. Durch den Einfluss von außen wird dies nur noch verstärkt. Die wichtigen Personen für die Handlung bleiben übersichtlich, so dass man sich die Namen gut merken kann. Das Setting in einem fiktiven Land, das sich jedoch stark an einem Deutschland zu Zeiten des kalten Kriegs orientiert, was bei den Namen Westalis, Ostania und Berlint jetzt keine Überraschung sein dürfte, bietet noch einmal einen zusätzlichen Reiz. Man fliegt nur so durch die Seiten. Einen Band nach dem anderen habe ich verschlungen und kann die nächsten gar nicht abwarten.

Der Anime: Bisher ist im deutschen eine Staffel erschienen, die ca. die ersten drei Bände umfasst. Der Anime setzt die Mangareihe fast 1:1 um, belebt sie aber trotzdem noch einmal. Während in anderen Reihen der Mehrwert fehlt, merkt man hier, dass gerade die actionreichen Szenen noch einmal wesentlich besser in Szene gesetzt werden können. Doch auch die Dialoge und inneren Monologe der Charaktere, wirken hier noch einmal munterer. Gerade die Synchronisation von Anya gibt ihrem Charakter zusätzliche Tiefe. So funktioniert der Anime sehr gut, auch wenn man die Geschichte durch den Manga bereits kennt. Besonders gelungen ist hier auch einfach das liebevoll Intro, das einfach sofort für gute Laune sorgt. Nun heißt es warten auf Staffel zwei. Da diese für Oktober 2022 erstmal im japanischen Fernsehen angekündigt wurde, kann dies aber noch ein wenig dauern. Zum Glück gibt es schon mehr Mangabände für die Überbrückung.

Das Fazit

Spy x Family funktioniert sowohl als Manga als auch als Anime wunderbar und begeistert durch die gekonnte Mischung aus Action, Drama und Witz. Die liebevollen Charaktere überzeugen und lassen einen sowohl beim Lesen als auch beim Ansehen mitfiebern. Wen die Handlung anspricht, sollte einen Blick ins bevorzugte Medium werfen.

Rückblick auf den August 2022

Schwül-warmes Wetter, weiterhin kein Urlaub in Sicht, absolute Kinoflaute, dafür war Gratis-Manga-Tag: Willkommen im August 2022. Beziehungsweise zum Ende des Monats. Daher hier nun ganz pünktlich mein medialer Rückblick.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Bullettrain: Ladybug bekommt den Auftrag in einem Shinkansen einen Aktenkoffer voll Geld zu stehlen. Doch in diesem Zug sind noch einige andere Personen aus verschiedenen Motiven, die alle unterschiedliche Ziele haben. Doch eins ist gewiss: Der weiße Tod wartet in Kyoto. – Rasante Action, tolle Dialoge, einfach völlig meinen Humor getroffen. Highlight.

Der Gesang der Flusskrebse: Kya Clark lebt allein in der Marsh, einer Sumpflandschaft in North Carolina. Von der Familie zurückgelassen, muss sie irgendwie überleben. Dabei findet sie in wenigen helfenden Hände Freundschaften und vielleicht auch Liebe. Doch Ende der 1960er Jahre wird sie eines Mordes beschuldigt. – Ruhig erzählt, schöne Landschaftsaufnamen, tolle Geschichte.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich Your Name (so ein schöner Anime!)

Paris kann warten: Anne Lockwood ist mit ihrem Mann in Cannes. Da sie wegen einer Ohrentzündung nicht fliegen kann, kann sie ihren Mann nicht zu einem Filmdreh nach Budapest begleiten. Jacques ein Geschäftspartner bietet an, sie mit dem Auto nach Paris zu fahren, wo sie sich wieder mit ihrem Mann treffen will. Dabei nimmt er jedoch einige Umwege. – Ruhig erzählt, weiß nicht so richtig, was er erzählen will und bleibt am Ende enttäuschend aussagelos.

Die Poesie des Unendlichen: Der Mathematiker S. Ramanujan lebt in Indien, kurz vor dem ersten Weltkrieg. Da er durch seinen Stand im von den Briten besetzten Indien keine Chance hat, voranzukommen, schreibt er einen Brief nach Cambridge und wird eingeladen, dort weiter zu forschen. Doch vor Ort quält ihn nicht nur Heimweh, sondern auch der Rassismus. – Ruhig erzähltes historisches Drama aber mit spannender Geschichte.

Sabrina: Sabrina ist die Tochter des Chauffeurs der Familie Larrabee. Während der ältere Sohn Linus Larrabee ganz in seiner Arbeit aufgeht, ist David ein Lebemann. Doch genau auf den  hat Sabrina ein Auge geworfen. Nach einer Zeit in Paris kehrt Sabrina als elegante Frau zurück und wird erstmals von den Brüdern bemerkt, sehr zum Missfallen ihres Vaters. – Audrey Hepburn Klassiker, konnte mich nicht abholen, da sehr unsympathische Protagonist*innen.

Was Katzen denken: Eine Dokumentation über unsere Hauskatzen. Dabei geht es vorrangig darum zu beweisen, dass Katzen denken und lernen können. Neuste Erkenntnisse aus der Katzen-Forschung mit einfachen Experimenten dargestellt. – Interessante und doch kurzweilige Dokumentation, vor allem für Katzenfans geeignet.

Mrs. Taylors Singing Club: Während die Soldat*innen im Auslandseinsatz sind, bleiben die Familien auf dem Stützpunkt zurück und versuchen sich bei verschiedenen Aktivitäten abzulenken. Kate Taylor hat sich als Offiziersgattin bisher rausgehalten, nach dem Tod ihres Sohnes versucht sie jedoch die Organisation an sich zu reißen. Sehr zum Leidwesen von Lisa, die bisher alles organisiert hat. – Sehr vorhersehbares Drama, funktioniert an vielen Stellen, hat aber auch zwischendurch deutliche Schwächen.

Muriels Hochzeit: Muriel Heslop ist mit ihrer schüchternen Art als die typische Verliererin abgestempelt. Doch mit einem Blankoscheck ihres Vaters bricht sie aus und trifft auf Rhonda, eine ehemalige Schulkameradin. Zusammen bauen sie sich ein neues Leben in Sydney auf, doch Muriel verfällt bald wieder in Tagträumereien, die dazu führen, dass sie die Realität immer mehr verklärt. – Wurde mir als Abba Fan empfohlen, konnte mich von der Geschichte nicht wirklich abholen, da für mich die Entwicklungen nicht nachvollziehbar waren.

Day Shift: Bud Jablonski nutzt seinen Job als Poolreiniger zur Tarnung für seinen eigentlichen Job: Vampirjäger. Da er für die Zähne auf dem Schwarzmarkt kaum noch Geld bekommt, das Schulgeld seiner Tochter jedoch fällig wird, schließt er sich wieder der Gewerkschaft an. Da er dort vorher aber rausgeflogen war, bekommt er Seth als Aufpasser. Doch nach seinem letzten Auftrag hat er sich mächtige Feinde gemacht. – Weiß nicht so recht, ob er sich ernst nehmen soll oder nicht und verharrt in der „kann man mal gesehen haben“ Schiene ohne Potential zu nutzen.

Die Känguru-Chroniken: Mark-Uwe Kling ist Kleinkünstler und lebt ein einfaches Leben, bis eines Tages ein Känguru vor seiner Tür steht, welches Kommunist ist. Kurz darauf ist es bei ihm eingezogen und stellt sein Leben ordentlich auf den Kopf. Als in der Nachbarschaft ein umstrittenes Bauprojekt des rechten Politiker Jörg Dwigs startet, versuchen die beiden mit Hilfe der Nachbarschaft Beweise dagegen zu beschaffen. – Als großer Fan von den Hörbüchern war ich hier sehr enttäuscht, da nur ein Witz wirklich gezündet hat, der Rest sehr lieblos zusammengeschrieben wurde.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Trotz nur zwei Kinobesuchen tatsächlich gar keinen. Mit der Känguru-Verschwörung hatte ich noch überlegt, nachdem ich Teil 1 gesehen hatte, dann aber doch abgewählt.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich The Big Bang Theory – Staffel 2. Gerade die ersten Staffeln lassen sich gut nebenbei wegbingen.

Das Buch von Boba Fett – Staffel 1 (Sehr langweilige Serie aus dem The Mandalorian Universum, mit zu vielen Folgen für zu wenig Handlung)

Traumhaus Makeover – Staffel 3 (So sympathische Protagonist*innen und tolle Design-konzepte. Einfach zum wegbingen)

Miss Marvel – Staffel 1 (Verheddert sich mehrfach im roten Faden und weiß nicht so richtig, was sie erzählen will. Gute Ansätze vorhanden, Umsetzung eher mau)

Spy x Family – Staffel 1 (Schöne Verfilmung der Mangareihe, sehr buchnah und doch spannend umgesetzt, so dass ein Mehrwert vorhanden ist)

Sandman – Staffel 1 (Mein Highlight des Monats, spannend, bildgewaltig, tolle Charaktere, Neil Gaiman weiß einfach, wie man Geschichten schreibt)

What we do in the shadows  – Staffel 1 (Serienvariante von 5 Zimmer, Küche, Sarg, funktioniert nur bedingt. Einzelne Folgen ganz witzig, im großen und ganzen zünden die Witze eher nicht.)

Ich bin Groot – Staffel 1 (5 Minifilme um den kleinen Groot, ganz süß gemacht, nichts außergewöhnliches)

Star Wars: Visionen – Staffel 1 (Anthologieserie mit Geschichten aus dem Star Wars Universum von verschiedenen Animestudios inzeniert. Sind spannende Ideen dabei, lohnt auf jeden Fall einen Blick.)

Hotel del Luna – K-Drama (Fantasy, Komödie, Thriller, Krimi, Horror, Romance, das K-Drama verbindet einfach alles und verzaubert in jeder Folge. Taschentücher sollte man ebenso bereit halten, wie etwas zum reinkrallen bei den gruseligen Szenen.)

Indian Matchmaking – Staffel 2 (Altbekannte Gesichter und neue geben sich hier die Ehre. Ich bin etwas schwieriger reingekommen als in Staffel 1, aber hinten raus doch wieder spannende Einblicke in die indische Heiratsvermittlung)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 11
Seiten insgesamt: 3.465
Seiten pro Tag: 112 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 5
Comic/Manga/Graphic Novel: 5

Spy x Family – Band 5-8: Familie Forger versucht weiterhin Mission Strix zum Erfolg zu bringen. Dafür muss Anja gute Noten in der Schule erbringen, was sich als schwierig herausstellt. Yor bekommt unerwartet Konkurrenz und die Familie geht getrennt voneinander auf Kreuzfahrt. – Es bleibt spannend, tolle einzelne Handlungsabschnitte, die sich sehr gut in die Rahmenhandlung einbinden.

Golden S(e)oul Days: Nach drei Jahren in Singapur reist Jade zurück nach Korea. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen trifft sie wieder auf Hyun-Joon und ihre Gefühle kehren heftiger zurück als zuvor. Doch nach seiner Zeit beim Militär hat er sich geändert. Gibt es für beide eine gemeinsame Zukunft? – Ganz anders als erwartet, aber dennoch ein sehr starker zweiter Teil und eine mitreißende Geschichte.

Chroniken von Alice 3 – Dunkelheit im Spiegelland: In vier Novellen wird die Geschichte um Alice und Hatcher weitergesponnen. Es gibt Einblicke in Hatchers früheres Leben und Alice kleinere Schwester erlebt ein Abenteuer. – Gleiches Niveau wie die ersten beiden Bände und tolle Ergänzungen.

Sepharial 2 – Zerfallen: Nach den Ereignissen in Band 1 ist Lathalia mit Nikion verheiratet. Doch dieser wird von Rebellen gefangen genommen. Um ihm zu helfen, sucht sie wieder die andere Welt auf und bittet Fanai um Hilfe. Doch dieser ist zum Erben des obersten Diebes erklärt worden und hat sein Herz hinter einer dicken Eisschicht verborgen. Haben ihre Welten und ihre Gefühle eine Zukunft? – Spannender und mitreißender zweiter Band in einer bildgewaltigen fantastischen Welt.

Bookboy: Fabius Flieder ist in der Stadt nur als der Bookboy bekannt. Mit dem Fahrrad liefert er Bücher aus der Buchhandlung seines Großvaters aus. In dieser Anthologie erlebt er in Kurzgeschichten die verschiedensten Abenteuer bei seinen Auslieferungen. – Konnte mich leider gar nicht überzeugen. Einzelne Geschichten vom Grundgedanken ganz gut, aber im großen nichts, was mich mitreißen konnte, da alle sehr ähnlich aufgebaut. Und der rote Faden hat sich immer wieder verloren.

Die Erbin des Windes: Likah lebt mit zwei Kindern auf der Straße des Kontinent Nakita. Als ein Diebstahl schief geht, findet sie sich vor Gericht wieder. Doch statt einer Verurteilung wird sie vom Herrn des Windes zu seiner Nachfolgerin ernannt. Doch während ihrer Ausbildung ruft eine fremde Stimme sie immer wieder zu ihr, die sie kurz darauf in Schwierigkeiten stürzt. – Starker Einzelband, tolle Geschichte, spannendes Magiesystem.

Ever: Abbi muss nach einem Autounfall wieder Laufen lernen. Doch nach einem traumatischem Erlebnis bei ihren ersten Operationen, hat sie panische Angst vor Schmerzen. David soll ihr durch seine geduldige Art helfen, doch hat er allen Grund Abbis Familie zu hassen. Dennoch kommen sich beide ungewollt näher. – Starke New Adult Geschichte mit tollen Protagonist*innen.

The gender of Mona Lisa 5: Hinase hat ein Date mit Ritsu auf dem Sommerfest. Doch sier bereut, dadurch Shiori vor den Kopf gestoßen zu haben. Von der Entscheidung überfordert, glaubt sier, dass sie sich nicht entscheiden kann, da sier noch kein Geschlecht hat. – Weiterhin stark erzählter Manga. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Bände!

Wie war euer August?

Das Buch von Boba Fett

Ein Vorwort

Nachdem Disney ihre eigene Plattform eröffnet hatten und die erste Fuhre Serien ankündigten, war die Begeisterung über The Mandalorian groß. Nach zwei Staffeln geht es nun serientechnisch weiter im Star Wars Universum. Warum Das Buch von Boba Fett nicht mit The Mandalorian mithalten kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Boba Fett (Temuera Morrison) etabliert sich als Verbrecherlord im ehemaligen Gebiet von Jabba dem Hutten. Zusammen mit seiner treuen Gefährtin Fennec Shand (Ming-Na Wen) versucht er sich gegen verfeindete Verbrechersyndikate durchzusetzen. Besonders das Pyke-Syndikat versucht sehr verbissen seine Herrschaft zu beenden. 

Meine Meinung

Nachdem die dritte Star Wars Trilogie die Fans wohl eher verärgert als erfreut hat, besann sich Disney auf die Ursprünge und brachte mit The Mandalorian wieder viel Handarbeit ein und erzählte eine schöne Geschichte, teilweise aus Einzelfolgen, teilweise Folgen, die auf das Finale hinarbeiteten. Die Mischung brachte ein gutes Gleichgewicht, dass in der zweiten Staffel fortgesetzt wurde. Dann wurde Boba Fett angekündigt und irgendwie hatte ich so überhaupt keine Lust auf die Serie. Ich kann nicht mal sagen, warum – zu dem Zeitpunkt waren die ganzen schlechten Kritiken noch nicht erschienen. Inzwischen ist bereits mit Obi Wan die dritte Serie raus und die Kritiken sind bisher eher unterirdisch. Trotzdem wurde es für mich langsam Zeit Boba mal eine Chance zu geben.
Leider hat sich mein schlechtes Baugefühl bestätigt. Denn das Buch von Boba Fett ist vor allem eins: total langweilig. Hatte die Figur in den ersten beiden Trilogien noch einen recht interessanten Hintergrund, aus deren Geschichte man vielleicht mehr hätte machen können (was ist zwischen Episode 2 und 5 geschehen, dass er zum Kopfgeldjäger wurde?), so war die Geschichte nach Episode 6 eigentlich schon fertig. Doch hier wurde eine neue Hintergrundgeschichte aus den Fingern gezogen, die lang und breit ausgebaut wurde – in einem Film wären das keine fünf Minuten Filmmontage gewesen – und zusammen mit der Syndikatgeschichte verwoben.
Sieben Folgen umfasst die erste Staffel und bietet kaum Stoff für einen 120 Minuten Film. So drehen sich die Charaktere immer wieder im Kreis, in zwei Folgen geht es fast ausschließlich um den Mandalorian – geschickter Schachzug, muss man so für Staffel 3 wohl auch Boba Fett gesehen haben – weil für Boba bereits der Stoff ausgegangen ist.
Optisch bietet der Film hier wie auch The Mandalorian wieder viele handgemachte Effekte, was positiv auffällt. Auch der Soundtrack und das Schauspiel kann wieder überzeugen. Leider ändert das nichts daran, dass aus einem potentiell spannenden 120 Minuten Film eine Serie mit 7 Folgen gestreckt wurde, die sich dadurch zieht, kaum Spannung bietet, weil die wenig spannenden Szenen sogleich wieder von welchen abgelöst werden, die bereits erlebtes wiederholen.
Es bleibt abzuwarten, ob Obi Wan hier noch einmal mehr bietet. Zumindest der interessantere Charakter dürfte er sein.

Das Fazit

Das Buch von Boba Fett kommt leider nicht an The Mandalorian heran, da es zu wenig Handlung für zu viel Laufzeit hat. So ist die Serie eher langatmig und schlichtweg langweilig, was auch eine ausgezeichnete Optik nicht wett machen kann.

Ms. Marvel

Ein Vorwort

Marvel produziert derzeit nicht nur Filme, sondern auch Serien am laufenden Band, so dass man kaum noch hinterherkommt. Neben Captain Marvel als Film rund um Carol Danvers, gibt es nun in Serienform auch Miss Marvel. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Kamala Khan (Iman Vellani) ist 16 und lebt in Jersey City. Ihre Familie stammt aus Pakistan und kann daher ihre Faszination für ihr großes Vorbild Captain Marvel nicht nachvollziehen. Als sie für eine Comic Convention ihr Cosplay etwas aufpeppen will und einen alten Armreif aus ihrer Familie umlegt, hat sie auf einmal Superkräfte. Doch diese wollen kontrolliert werden.

Meine Meinung

Direkt nach Veröffentlichung der ersten Episode kam der große Aufschrei. Eine Muslimin sollte eine Superheldin im MCU werden? Rassistische Propaganda rief dazu auf, die Serie schlecht zu bewerten. Dabei ist es doch genau diese Vielfalt, die das MCU so lebendig macht. Denn die Auseinandersetzung mit dem Thema der indisch-pakistanischen Teilung und wie Familien dadurch getrennt wurden, hatte ich so auch noch nicht und fand es gut eingearbeitet.
Das die Serie an ganz anderer Stelle krankt, ist hier erstmal zweitrangig. Denn die Aufarbeitung des Themas, dass Muslime angeblich keine Superheld*innen sein können, erfolgt bereits im Laufe der Serie und eine kleine Geschichtsstunde inklusive der noch immer spürbaren Folgen der Trennung werden gut eingearbeitet.
Mit Kamala Khan haben wir zwar eine sehr junge, aber dafür auch eine sehr nahbare und nachvollziehbare Protagonistin bekommen. Ihre Begeisterung zu Captain Marvel und die langsame Entwicklung mit dem Entdecken ihrer Kräfte ist gut umgesetzt und hat eigentlich Neugier auf mehr geweckt.
Leider funktioniert die Serie über die Dauer der sechs Episoden so gar nicht. Vielleicht wäre ein schöner Film draus geworden, aber hier merkt man, wie wieder alles und nichts in die Serie gequetscht wurde. Denn so wirklich einen roten Faden gibt es nicht. Funktionieren die ersten beiden Folgen erstaunlich gut, geht es danach immer weiter bergab. Antagonisten werden geheimnisvoll eingeführt, nur um sie zugleich als Überbedrohung zu zeigen. Dann gibt es ein schnelles Hin und Her, Verbündete kommen und gehen, ein schneller Abstecher nach Pakistan, wieder zurück in die USA, neuer Antagonist wird geschaffen, eben noch schnell eine völlig überflüssige Regierungsorganisation mit reingeschoben, die zwar für den Endkampf sorgt, deren Motive aber so banal und einfach nur dumm und unnachvollziehbar sind, dass man sich zwischenzeitlich nur an den Kopf greifen kann, was hier für ein Blödsinn verzapft wurde. Statt sich auf eine Sache zu konzentrieren und diese auszuerzählen (was wohl in einem Film passiert wäre, da dort für mehr kein Platz gewesen wäre), werden tausend Sachen angefasst, oberflächlich abgearbeitet und unbefriedigend weggeschoben.
Dadurch platzt die Serie vor Logiklöchern, die Charaktere bleiben platt und eindimensional. Es gibt nach dem Anfang keinerlei Entwicklung mehr, es scheint fast, als wollte Marvel einfach nur den Charakter eingeführt haben und  weil sie für Disney+ nur Serien produzieren, musste es partout eine Serie werden. Schade, bietet die Grundidee doch genug Anreiz, um die Thematik auszuspielen.
Bleibt nur zu hoffen, dass das MCU noch die Kurve kriegt, denn nach einem auf und ab im letzten Jahr, gab es bisher nur Enttäuschungen. Es bleibt abzuwarten, was die weiteren angekündigten Serien und Filme bringen, aber Phase 4 ist aktuell vollkommen überladen mit lustlos produzierten Filmen und Serien.

Das Fazit

Ms. Marvel kommt über eine gute Grundidee zur Inklusion nicht hinaus und scheitert an tausend losen Handlungsfäden, die nirgendwo hinführen. Trotz sympathischer Protagonistin ist die Serie wohl eher ein Reinfall.

Sandman

Ein Vorwort

Neil Gaiman ist in der Regel ein Garant für gute Stories, stammen doch Werke wie Good Omens, American Gods oder auch Coraline aus seiner Feder. Als Netflix dann die Verfilmung seiner DC Comics ankündigte, war ich mehr als gehyped. Und nun war es soweit und die erste Staffel wurde veröffentlicht und ich konnte es mir nicht nehmen sie innerhalb von zwei Tagen durchzubingen. Warum die Serie absolut grandios ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Dream (Tom Sturridge), einer der Ewigen und zuständig für die Traumlande, wird von einem Zauberer (Charles Dance) gefangen genommen. Hundert Jahre später kann er sich befreien und steht vor den Trümmern seines Reiches, dass er nun wieder aufbauen muss.

Meine Meinung

Es gibt wenige Serien, die mich von Minute eins an absolut fesseln können. Meistens braucht es doch zumindest eine Folge, damit ich in die Handlung reinkomme oder mich mit den Charakteren anfreunden kann. Nicht so bei Sandman. Allein die ersten Szenen sind optisch schon ein absoluter Traum (Wortspiel beabsichtigt), dass ich mich komplett verloren habe. Selbst wenn alles danach mich nicht überzeugt hätte, stand schon fest, dass Netflix hier zusammen mit Warner Brothers keine Mühen und Kosten gescheut hat und optisch einiges aufgetragen hat.
Glücklicherweise passte aber auch der Rest wunderbar gut zusammen. Mir fehlt der Vergleich, inwieweit die Handlung den einzelnen Bänden der Comic Vorlage entspricht, doch es wirkt wie zwei Bände in einer Staffel, haben die erste und die zweite Hälfte andere thematische Schwerpunkte in der Handlung. Dennoch geht es im Groben um Dreams Abwesenheit und wie er das Traumreich nach seiner Rückkehr wieder aufbaut. Unterwegs tauchen verschiedene Charaktere auf, die teilweise später noch einmal Relevanz haben, teilweise aber auch nicht, so dass es sich anfühlt wie ein großer Handlungsbogen und doch wirken die Einzelfolgen mehr oder weniger in sich geschlossen. So bleibt es durchgehend spannend ohne sich von einem Cliffhanger zum nächsten zu hangeln.
Die Grundstimmung ist vergleichsweise ruhig, aber nicht einschläfernd, was bei American Gods irgendwann zu einem Problem wurde. Szenen werden ausgespielt, dennoch gibt es genug Tempo, um das Spannungsniveau zu halten. Neben den sehr ernst aufgezogenen Themen gibt es aber auch immer wieder kleine Schmunzeleinheiten, wie der Rabe Matthew oder der Disput zwischen Kain und Abel.
Sandman vereinigt auf herrliche Weise ein neu gebautes Universum, aber auch bekannte Elemente aus Religion und Mythologie und bietet immer wieder Feinheiten zum Entdecken. Auch wenn viele Nebencharaktere vorhanden sind, werden diese so gut vorgestellt, dass man sich die wichtigsten gut merken kann (wenn auch nicht unbedingt alle Namen).
Auch schauspielerisch hat die Serie einiges zu bieten. Patton Oswalt, Charles Dance, Jenna Coleman, David Thewlis und viele mehr reihen sich hier aneinander. Während mir Hauptdarsteller Tom Sturridge bisher eher unbekannt war, liefert er hier eine sehr solide Leistung ab und passt einfach perfekt in die Rolle des Sandman, nur ausgestochen von Boyd Holbrook als der Korinther. Eher enttäuschend ist diesmal Gwendoline Christie, deren Luzifer absolut blass bleibt und sehr uninspiriert wirkt. Gerade von ihr hätte ich in der Rolle wesentlich mehr erwartet und so war auch die Folge mit ihr am enttäuschendsten, wenn auch noch immer auf einem sehr guten und hohen Niveau. Dies bleibt aber auch der einzige kleine Kritikpunkt, den ich an der ganzen Serie hatte.
Zum Schluss bleibt nur noch eine wichtige Frage: Wann kommt Staffel 2?

Das Fazit

Sandman dürfte das Serienhighlight des Jahres sein. Allein optisch schon ein absoluter Traum, Handlung und Charaktere können komplett überzeugen und es bietet einfach von allem etwas: Spannung, Humor, Fantasy, guter Weltenbau. Was soll ich sagen: Schaut euch diese Serie an.

Death Note – Anime

Ein Vorwort

Nachdem ich neulich (okay, ich hab nachgeschaut, es war schon im April) über die Mangas zu Death Note gesprochen habe, habe ich im Nachgang die Anime-Serie dazu gesehen. Ob die Adaption gelungen ist und wie mir die Serie gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Light Yagami findet das Death Note des Todesgott Ryuk. Dieser hat sich in der Welt der Todesgötter gelangweilt und sucht nun Zerstreuung. Light hingegen ist von den Möglichkeiten des Death Note fasziniert. So fängt er fortan an damit gezielt Morde an Verbrechern auszuüben. Das ruft die Polizei weltweit auf den Plan. Auch Lights Vater, der bei der japanischen Polizei arbeitet, wird auf den Fall angesetzt. Doch erst als der mysteriöse L auftaucht, scheint er Light auf die Spur zu kommen.

Meine Meinung

Da Death Note meine erste Managreihe war, die ich vollständig gelesen habe, ist auch die Serie die erste, die ich nachdem ich die Mangas gelesen habe, gesehen habe, aber nicht meine erste Anime-Serie allgemein. Nachdem ich zuvor Attack on Titan durchgesuchtet hatte, war Death Note deutlich ruhiger erzählt. Aber beginnen wir am Anfang.
Wie auch im Manga lernen wir zunächst Ryuk und die Welt der Totengötter kurz kennen. Dann treffen wir direkt auf Light, der das Death Note findet. Nach und nach erlernt er die Funktionsweise und macht einige Tests. Nach und nach baut sich die Serie auf und bleibt dabei sehr stark an der Mangavorlage. Ganz gemächlich wird alles aufgebaut und ausgespielt. Doch während das in der Vorlage noch gut funktionierte, da die meiste Handlung über Dialoge wiedergegeben wird, fehlt es dem Anime schnell an Spannung, bietet er durch die vielen Dialoge doch kaum Mehrwert. Während bei anderen Animes die Action, die in den Mangas nicht so rüberkommt – gerade Attack on Titan gewinnt dadurch einiges an Dynamik – besser in Szene gesetzt werden kann, gibt es hier kaum Unterschiede. Das bedeutet nicht, dass der Anime per se schlecht ist, eher, dass man nicht beides lesen/schauen muss.
Die Folgen sind auf zwei Boxen mit je drei Blurays aufgeteilt. Doch am Ende der ersten musste ich etwas stutzen, den die Handlung war noch nicht bei der Hälfte angekommen. Auch danach ließ sie sich weiter viel Zeit, wurde es doch immer enger noch alles unter zu kriegen. Das wird dem Finale dann auch zum Verhängnis, musste hier alles wesentlich schneller durchgespielt werden, um noch alle wichtigen Schritte unterzubekommen. Dadurch wirkt es eher gehetzt, wo es vorher vielleicht zu ruhig war. Klar sind viele mit dem Wendepunkt nach ca der Hälfte der Mangas nicht zufrieden, dies jedoch dann so schnell abzuarbeiten, fand ich schwierig.
Auch das Ende selbst wurde dann leicht abgewandelt, was irgendwie die finale Wendung ein bisschen abmildert, auch wenn es hinten ran nochmal umgesetzt wurde. Kann man runder finden, mir hat es ein bisschen die finale Spannung genommen.
Grundsätzlich der Animationsstil war aber gut umgesetzt, auch wenn ich Lights Charakter ein wenig zu stark in Szene gesetzt fand. Gar nicht  gefallen, haben mir die Intros, aber das ist wohl Geschmackssache.

Das Fazit

Death Note funktioniert als Anime nicht so gut wie als Manga, da die Geschichte stark dialoglastig ist und dies im Anime keinen Mehrwert bietet. Ansonsten ist es fast eine 1:1 Umsetzung, außer das die zweite Hälfte ein bisschen zu gehetzt erzählt wurde.

Rückblick auf den Juli 2022

Ein sehr warmer Monat ist vorbei. Ob die Hitzewelle wirklich überstanden ist, darüber will ich hier gar nicht spekulieren. Auf jeden Fall war es in den Kinos gut klimatisiert, allerdings merkt man hier das Sommerloch. Und irgendwie war der Juli ein seltsamer Monat. Meine Listen ruhten in den meisten Fällen sehr lange, obwohl ich nicht das Gefühl hatte, weniger zu konsumieren. Nun gut, schieben wir es einfach alles auf die Temperaturen. Auf jeden Fall folgt hier mein medialer Rückblick auf den Juli.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Cinemathek: Everything, everywhere, all at once: Evelyn Wang ist komplett überfordert. Eine Steuerprüfung steht an, ihr Vater ist vor kurzem aus China zu ihnen in die USA gezogen, ihr Mann Waymond will sich scheiden lassen und ihre Tochter versucht ihre Freundin der Familie vorzustellen. Doch bei der Steuerprüfung übernimmt plötzlich ein Waymond aus einer anderen Realität den Körper ihres Mannes und erzählt ihr, dass sie in einer anderen Realität eine Technologie entwickelt hat, um die Realitäten zu verknüpfen. Doch dabei hat sie etwas geschaffen, was sie jetzt aufhalten müssen: Jobu Tupaki. – Lange Zeit ein etwas anderer Film über Multiversen, dann zieht er sich leider und driftet zu sehr ab. Hinten raus eher enttäuschend.

Liebesdings: Marvin Bosch ist ein gefeierter Schauspieler. Doch nach einem desaströsen Interview findet er sich im kurz vor dem Bankrott stehenden Theater von Frieda und ihren Freund*innen wieder. Da er untertauchen muss und Frieda Geld braucht, schließen sie sich zusammen. – Wenig Liebe, wenig Komödie, schlecht für eine Liebeskomödie, aber grundsätzlich gute Themen angesprochen, nur zu viel und zu oberflächlich.

Thor 4 – Love & Thunder: Thor hat sich den Guardians of the Galaxy nach Endgame angeschlossen. Doch so richtig scheint es nicht seine Bestimmung zu sein. Er folgt einem Notruf von Lady Sif und erfährt, dass Gorr über das Nekro-Schwert verfügt und geschworen hat: Alle Götter müssen sterben. Als er versucht New Asgard zu retten, trifft er auf eine altet Bekannte. – Er hat seine (optischen) Momente, aber meist driftet er ins Oberflächliche ab. Thor hatte sich eigentlich wesentlich weiter entwickelt.

Elvis: Colonel Tom Parker ist eigentlich ein Rummelplatz-Manager, doch als er den jungen Elvis Presley entdeckt, beginnt eine ganz andere Karriere. Zusammen erobern sie die Musikcharts. Doch im Laufe der Zusammenarbeit tauchen immer mehr Differenzen auf.- Tolles Biopic, etwas wenig Musik, aber interessanter Erzählstil.

Anime Special: Sing a bit of harmony: Satomi lebt in einer Modellstadt, wo künstliche Intelligenz getestet wird. Roboter sind in ihrem Alltag fest integriert. Ihre Mutter steht kurz vor dem Abschluss eines wichtigen Projekts und hat daher wenig Zeit. Als mit Shion eine neue Mitschülerin auftaucht, die auf Satomis Glück aus ist, steht die Welt Kopf. Doch dann findet Satomi mit ihrem Freundeskreis heraus, dass Shion das neue Projekt der Mutter ist. – Thema künstliche Intelligenz mal ganz anders aufgezogen, sehr süßer und lebensfroher Film.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Motherless Brooklyn: In den 1950er Jahren arbeitet Lionel Essrog für das Detektiv-Büro von Frank Minna. Durch sein fotografisches Gedächtnis ist er ein unverzichtbares Teammitglied. Als Minna bei einem Auftrag getötet wird, nimmt sich Lionel dem Auftrag an, merkt aber schnell, dass da mehr dran ist, als auf dem ersten Blick schien. – Spannender Krimi trotz ruhiger Erzählweise.

Die Erfindung der Wahrheit: Elizabeth Sloane ist Lobbyistin und hat einige erfolgreiche Kampagnen für Cole Kravitz & Waterman geleitet. Doch beim Thema Waffenkäufe wechselt sie unerwartet das Lager und steigt bei einem kleinen Konkurrenten ein. Damit tritt sie einen Wettlauf los, bei dem einige schmutzige Mittel eingesetzt werden. – So ganz bin ich wohl nicht mit allen Wendungen hinterhergekommen, aber sehr spannender Politthriller.

Chip & Chap: Die Ritter des Rechts: Nach dem Ende ihrer Fernsehserie geht die Rettungstruppe getrennte Wege. Doch als Samson in Gefahr gerät, müssen sich Chip & Chap wieder zusammen tun, da die Polizei nur eingeschränkt ermittelt. – Ganz nett für zwischendurch, aber so wirklich kommen die Kindheitserinnerungen nicht durch.

Train to Busan: Seok-Woo ist Fondmanager und hat daher wenig Zeit für seine Tochter Su-An. Diese ist so traurig, dass sie mit dem Zug zurück zu ihrer Mutter nach Busan fahren will. Seok-Woo will sie nicht allein fahren lassen und steigt mit ein. Doch auf der Fahrt häufen sich die Meldungen, um merkwürdige Tumulte in ganz Korea. – Ich hasse Zombies. Ich hasse Horrorfilme. Aber dafür ist der Film echt gut.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Meine Stunden mit Leo: Emma Thompson als sexuell unbefriedigte Witwe, die sich einen jungen Mann gegen Bezahlung holt und dann ein philosophischer Film über das Leben. Das verspricht der Trailer und genau das reizt mich noch an dem Film.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Monsieur Claude und sein großes Fest, Men, DC League of Super-Pets

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Her private life – K-Drama (Super süßes Drama mit viel Witz und Charme. Hintenraus 1-2 Folgen zu lang)

How I met your father – Staffel 1 (Ganz nettes Reboot, kann aber nicht die alten Vibes hervorholen. Mal schauen, was folgende Staffeln bringen)

Hospital Playlist – Staffel 1 – K-Drama (Ein bisschen Krankenhaus, ein bisschen Drama, aber größtenteils einfach tolle Charaktere. Gut für zwischendurch, da wenig zusammenhängende Handlung)

How to build a s*x room – Staffel 1 (Als Fan von Einrichtungssendungen konnte ich bei diesem Konzept nicht widerstehen. Sehr sympathische Host)

Ducktales – Staffel 2 (Die Kindheitserinnerungen wurden herausgeholt und nicht enttäuscht. Noch immer mitreißende Folgen)

Lovestruck in the City – K-Drama (Die Geschichte war ein auf und ab, konnte mich aber im Gesamtkonzept nicht überzeugen, auch wenn sie hinten raus nochmal deutlich an Stärke zugelegt hat)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten insgesamt: 2.855
Seiten pro Tag: 92 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 3
E-Book: 1
Comic/Manga/Graphic Novel: 3

Nevernight 1 – die Prüfung: Mia hat Rache an den Mördern ihrer Familie geschworen. Dazu versucht sie dem geheimen Assassinenorden beizutreten. Doch die Aufnahmeprüfung verlangt ihr alles ab. – Etwas zäher Roman, auch wenn stellenweise ziemlich spannend. War grundsätzlich aber einfach nicht meine Geschichte.

Beastseller 1 – Monomythos: Marc wacht in einer Fantasywelt auf und hat nur noch eine Nummer in seinem Smartphone gespeichert. Ciri eine Fee in Handyform erklärt ihm, dass er eine Heldenreise durchleben muss, um wieder zurück zu kommen. – Roman in Chatform, der mit einigen Klischees aufräumt bzw. diese bewusst ausspielt. Sehr witzig und gut umgesetzt.

Vielleicht Irgendwann: Karla hat sich vorgenommen keine Beziehung einzugehen. Als sie auf Henning Kiefer, ihrem Idol aus der Formel 2, trifft, könnte sie jedoch schwach werden. Dann bekommt sie ein zweifelhaftes Angebot: Sie soll Hennings Freundin spielen. Da sie dringend Geld braucht, geht sie drauf ein, nichts ahnend, was seine Nähe in ihr auslöst. – Die Grundidee mochte ich, die Umsetzung hat mich überrascht, aber die Geschichte hab ich geliebt. Sehr schöner Abschluss der Reihe.

Spy x Family – Band 2-4: Anja hat die Aufnahme an die Eden-Akademie geschafft. Doch Schule und lernen liegt ihr so gar nicht. Yuri, Yors Schwester, kommt zu Besuch und ist gar nicht begeistert von Loid. Und Anja bekommt einen Hund, mit dem sie prompt ein Bombenattentat verhindern muss. – Spannend und witzig mit tollen Charakteren, eine tolle Manga-Reihe.

Und wir tanzen über den Flüssen: June kehrt nach London zurück und trifft prompt auf Kian, ihrem Ex. Schnell schleichen sie die alten Gefühle bei beiden wieder ein. Doch dann ist da noch Ash, Kians bester Freund, mit dem sie sich nur fetzt, auch wenn sie das prickeln in seiner Nähe nicht ignorieren kann. – Das Finale der Love is love Reihe befasst sich mit Polyamorie und das auf eine sehr herzliche Art. Es hat leider ein bisschen lange gebraucht, um sich aufzubauen, wodurch kleine Längen vorhanden waren, aber die tollen Charaktere und die starke Geschichte macht vieles wett.

Wood High Love: Lova ist nur genervt vom Frauenaufreißer Novid. Als dieser sich dann auch noch bei dem Campingausflug ihres Freundeskreises einschleicht, wär sie am liebsten an die Decke gegangen. Doch bei dem Camping passieren einige merkwürdige Dinge. Wer ist dieser O., der ihr ständig Nachrichten schreibt? – Leider wieder eines der schlechteren Werke von D. C. Odesza. Beide Protagonist*innen sind sehr nervig und ihr Gezicke wenig nachvollziehbar. Schade.

Eine Handvoll Filme/Serien/Bücher – Disability Pride Month

Juli ist der Disability Pride Month.
Nachdem im Juni die Sichtbarkeit der queeren Gemeinschaft gefeiert wurde, geht es im Juli darum auf Behinderungen aufmerksam zu machen, Menschen mit Behinderung sichtbar zu machen und Klischees und Vorurteile abzubauen.
Im Vorfeld hatte ich auf Twitter nach Filmempfehlungen gefragt, in denen Menschen mit Behinderungen gezeigt werden und die eben nicht die gängigen Klischees und Vorurteile widerspiegeln. Es mag auch an meiner geringen Reichweite liegen, oder es gibt einfach keine Empfehlungen, auf jeden Fall lief die Anfrage leider ins Leere.
Dennoch will ich versuchen euch heute eine kleine Auswahl zusammenzustellen. Da ich nicht auf eine Handvoll in einem Medium gekommen bin, habe ich diesmal alle zusammengefasst. Gerade bei den Büchern ist die Art der Disability teilweise ein Spoiler, also Spoilerwarnung!

Motherless Brooklyn

Die Handlung: In den 1950er Jahren arbeitet Lionel Essrog für das Detektiv-Büro von Frank Minna. Durch sein fotografisches Gedächtnis ist er ein unverzichtbares Teammitglied. Als Minna bei einem Auftrag getötet wird, nimmt sich Lionel dem Auftrag an, merkt aber schnell, dass da mehr dran ist, als auf dem ersten Blick schien.

Warum der Film so wichtig ist: Protagonist Lionel hat das Tourette-Syndrom. Dies äußert sich bei ihm u.a. , dass er Worte immer wieder verdreht, bestimmte Gestiken wiederholt und Dinge und Menschen mehrfach berührt. Auch wenn ihn das zum Außenseiter macht, hat er doch seinen Freundeskreis, der ihn so nimmt, wie er ist. Gerade sein Mentor Frank Minna unterstützt  ihn. Auch trifft er im späteren Verlauf immer wieder auf Charaktere, die sich daran wenig stören und ihn ermutigen seinen Weg weiter zu gehen. Grundsätzlich gibt es keinen Charakter, der ihn direkt diskriminiert, eher welche, die sich mehr an seinem Tourette stören. Verpackt in das Setting der 1950er Jahre erzeugt der Film eine gute Stimmung und erzählt eine spannende Kriminalgeschichte. Natürlich ist die Disability allgegenwärtig und wird auch nicht klein geredet, sie wird aber als gegeben akzeptiert und zeigt, dass Protagonisten auch so gezeichnet sein dürfen, ohne schwach zu wirken, auch wenn die Gesellschaft sie gerne schwach machen möchte.

The Peanut Butter Falcon

Die Handlung: Zak hat Down-Syndrom und wurde von seiner Familie verstoßen, weswegen er in einem Altenheim untergebracht wurde. Die Pflegerin Eleanor versucht ihm das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Zak hat jedoch nur einen Traum. Er will in die Wrestlingschule in Ayden von „Salt Water Redneck“, deren Werbung er auf einer alten Videokassette immer und immer wieder angesehen hat. Als ihm eines Nachts die Flucht gelingt, trifft er auf Tyler. Der ehemalige Krabbenfischer und inzwischen Kleinkriminelle ist auf der Flucht vor den Konsequenzen seines Handelns und irgendwo auch vor der Vergangenheit. Zunächst ist er wenig begeistert, als Zak sich an seine Fersen heftet, doch schon bald entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft.

Warum der Film so wichtig ist: Dieser Film behandelt nicht nur das Down-Syndrom, sondern hat in der Hauptrolle auch Zack Gottsagen, der eben dieses hat. So beginnt der Film mit dem klassischen Drama, dass Zak trotz seiner 22 Jahre bereits in ein Altenheim von seinen Eltern abgeschoben wurde. Doch ihm gelingt die Flucht und mit dem Zusammentreffen auf Tyler entsteht ein absolut warmherziger Film, der Zak nimmt, wie er ist, und sich eher auf den Roadtrip bzw. um Tylers schwierige Vergangenheit konzentriert. Es gibt hier keine übertriebenen Kitschszenen, in denen Zak „über sich und seine Behinderung hinauswächst“, sondern tolle Naturszenen und das Leben mal aus einem ganz anderen Blickwinkel. Besonders schön ist aber, dass es sich um eine Tragikkomödie handelt, der Film also durchaus witzige Szenen hat, Zak aber nicht als die Witzfigur dastehen lässt, sondern den Humor aus der Situation als solches zieht.

Superstore – Staffel 1-7

Die Handlung: Cloud 9 ist ein sogenannter Superstore. Gefühlt so groß wie eine Kleinstadt gibt es hier absolut alles zu kaufen. Dabei haben die Mitarbeiter*innen alle Hände voll zu tun, um das Chaos einzudämmen. Dabei ist jedoch stets Zeit für allerlei Drama. 

Warum die Serie so wichtig ist: Das Cloud 9 Team ist grundsätzlich schon sehr divers und hat die verschiedensten Charaktere. Mit dabei ist auch Garrett McNeill, der im Rollstuhl sitzt. Das schöne hierbei ist, dass es kaum zum Hauptthema gemacht wird. Er sorgt im Team ebenfalls wie die anderen für die Situationskomik, aber nicht weil er der Rollstuhlfahrer ist, sondern wegen seines trockenen Humors. Dennoch schafft die Serie es immer wieder Thematiken wie nebenbei einzuschieben, z. B. wenn Garrett eben an etwas nicht dran kommt, weil er nicht einfach aufstehen kann. Dann ist auch eine Folge dabei, die mit den typischen Klischee des „Wieso sitzt er im Rollstuhl“ aufräumt, in dem die Aussage der Folge ist, dass es egal ist, warum er darin sitzt und ob es seine Schuld ist oder nicht, er muss damit leben und will, dass die anderen ihn auch ganz „normal“ behandeln und nicht mit Samthandschuhen anfassen.

Deeply – Ava Reed

Die Handlung: Zoey zieht nach Seattle in die WG ihres großen Bruders Cooper, bereit sich nicht mehr von einem Erlebnis ihrer Vergangenheit vom Leben abhalten zu lassen. Dort trifft sie auf ihren neuen Mitbewohner Dylan. Zwischen beiden besteht sofort eine Anziehung, doch Zoey ist zögerlich und auch Dylan hat ein Geheimnis.

Warum das Buch so wichtig ist: Wie Eingangs bereits erwähnt, kann ich über dieses Buch im Zuge des Disability Pride Month nicht reden, ohne einen großen Spoiler. Denn tatsächlich ist Dylans Geheimnis seine Behinderung. Er hat nach einem Unfall ein Teil seines Beines verloren und trägt daher eine Protese. Da er selbst keinen Wind um das Thema machen wollte, hat er seinen WG-Freunden dies beim Einzug nicht erzählt und dann irgendwie den Zeitpunkt verpasst. Hierbei schafft Ava Reed es nicht nur erneut eine unfassbar schöne Liebesgeschichte zu erzählen, sondern auch auf Zoey und ihre Vergangenheit einzugehen, dabei aber  Dylan nicht außer Acht zu lassen. So geht es um seine Art des Umgangs mit seiner Behinderung, man lernt aber auch viel über Protesen, wie sie einen einschränken oder eben dies nicht tun.

Maybe Someday – Colleen Hoover

Die Handlung: Nach der Trennung von ihrem Freund steht Sydney wortwörtlich im Regen. Ridge nimmt sie auf. Der Ridge, dem sie immer beim Gitarre spielen zugesehen hat, den sie von Anfang an faszinierend fand. Doch sie will sich nicht erneut verlieben und er ist in einer glücklichen Beziehung.

Warum das Buch so wichtig ist: Auch hier hat mich die Art der Behinderung sehr überrascht, bin ich doch über meine eigenen Vorurteile gestolpert. Denn wir lernen Ridge als den Gitarrenspieler vom Balkon gegenüber kennen. Erst als Sydney das erste Mal bei ihm ist, stellen wir fest, dass er gehörlos ist. Da Sydney keine Gebärden kann, wird hier viel über Chats kommuniziert. Dabei geht es um die Liebe zur Musik und die Liebesgeschichte, die sich langsam aufbaut. Das ganze mit für Colleen Hoover typische liebevolle Charaktere, Witz und auch einiges an Herzschmerz, wird Ridge doch nicht durch seine Behinderung definiert, sondern die Handlung wird mit ihr aufgezogen. Barrieren werden abgebaut und auch einige Vorurteile.

Welche Bücher/Serien/Filme fallen euch zum Thema Disability Pride ein? Gerne her mit euren Empfehlungen!

 

Moonknight

Ein Vorwort

Nicht nur filmisch, auch serientechnisch legt das MCU weiterhin ein Tempo vor, bei dem man kaum hinterher kommt. Nachdem bisher eher bekannte Geschichten weitergesponnen wurden, darf mit Moonknight ein neuer Held das Licht erblicken. Warum das nur bedingt funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Für Moonknight wird kein Vorwissen aus dem MCU benötigt.

Die Handlung

Steven Grant (Oscar Isaac) leidet an Schlafstörungen und hat immer wieder Träume oder Visionen, die aus einem anderen Leben zu scheinen stammen. Dabei wacht er immer wieder an Orten auf und weiß nicht, wie er dort hin gekommen ist. Während seiner Schicht im Museum erkennt er, dass der ägyptische Mondgott Konshu ihn auserwählt hat. Und eine große Mission steht bevor, denn Arthur Harrow (Ethan Hawke) will niemand geringeren als die Göttin Ammit wiederbeleben.

Meine Meinung

Moonknight hatte eigentlich alles, was ich mir von einer neuen Serie gewünscht habe. Oscar Isaacs, der gänzlich in seinem Element ist, Ethan Hawke als Bösewicht und eine Marvelgeschichte mit Einflüssen aus der ägyptischen Mythologie. Was konnte da schon schiefgehen?
Ihr merkt wahrscheinlich anhand der Fragestellung, dass einiges schief gelaufen ist. Beginnen wir am Anfang. Zunächst bekommen wir einen Protagonisten vorgesetzt, von dem wir im weiteren Verlauf erfahren, dass er eine dissoziative Identitätsstörung hat. Das Problem ist, dass dies erst relativ spät klar wird und vorher vieles darauf hindeutet, dass genau diese Krankheit hier mit Füßen getreten wird. Denn eigentlich macht Steve mehrere Folgen nichts anderes als wirr durch die Gegend zu laufen, pausenlos verwirrt zu sein und zwischendurch erstaunliche Kampffähigkeiten an den Tag zu legen. Das Problem hieran ist nicht nur, dass auch die Zuschauenden eine komplett wirre Handlung vorgesetzt bekommen, sondern eben auch, dass dieser Zustand laut Handlung schon seit Jahren andauert, Steve sich aber benimmt, als wäre das alles neu für ihn. Abgesehen davon, dass hinterher noch ein paar Logiklöcher dazukommen, ist der Einstieg damit schon einmal sichtlich misslungen.
Nach und nach kristallisiert sich dann auch genauer heraus, worauf die Handlung zu läuft. Dabei zeigt sich aber auch, dass die ägyptische Mythologie sehr oberflächlich recherchiert wurde bzw. sehr stark gedehnt wurde, um in die Handlung zu passen. Sehr schade, denn darauf hatte ich mich doch gefreut.
Das Hauptproblem dürfte hier einfach sein, dass die Handlung partout eine ganze Staffel ausfüllen musste. In einem Film hätte Moonknight vielleicht sogar gut werden können, aber so ziehen sich die Folgen, die Handlung kommt doch nicht voran und der große Plottwist gegen Ende, dürfte dann auch niemanden mehr überrascht haben.
Oscar Isaacs ist wohl der große Gewinn der Serie, denn er spielt die verschiedenen Persönlichkeiten durchaus souverän und schafft es teilweise durch Nuancen deutlich zu machen, welche Identität gerade am Steuer ist. Und auch wenn er schauspielerisch alles gibt, schafft er es doch nicht über die langatmige, teilweise unlogische und gerade am Anfang halt auch schwierige Handlung hinwegzutrösten.
Letztlich kann ich mir den Antihelden Moonknight, so wie er am Ende aufgebaut ist, durchaus in einem Crossover innerhalb des MCU durchaus vorstellen, der Weg dahin war jedoch einfach nur schwierig.  Eine zweite Staffel brauche ich jedenfalls nicht.

Das Fazit

Moonknight ist mit seiner langatmigen und zu Anfang schwierigen Handlung wohl eine der schwächsten Serien des MCU. Auch ein großartiger Oscar Isaac kann hier nur bedingt drüber hinwegtrösten. Die ägyptische Mythologie wird hier leider ungenügend eingesetzt.

Moonknight ist als Original bei Disney+ im Abo enthalten