Shades of Grey

Am 12.02.2015 erschien die Verfilmung des internationalen Bestsellers von E.L. James in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Studentin Ana Steele lernt bei einem Interview für die Studentenzeitung den Milliardär Christian Grey kennen. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, doch Christian warnt Ana, dass er nicht gut für sie sei. Trotzdem treffen sich die beiden immer wieder und langsam lernt Ana Christian Welt näher kennen, und weiß nicht, ob sie weglaufen soll oder ob es ihr gefällt.

Ich glaube seit Twilight hat kein Film die Gemüter so entzweit. Die einen schwärmen, die anderen ziehen drüber her.
Fangen wir mit den positiven Seiten des Films an. Zum einen trägt die Musik auf jeden Fall den ganzen Film. Also hier Kompliment an Danny Elfman. Auch die „Sexszenen“ wurden sehr ästhetisch gefilmt.

Das ist dann allerdings auch das einzig positive, was zum Film zu sagen ist. Fairer Weise muss man dazu sagen, dass die plumpe und vorhersehbare Handlung, sowie die unkreativen und plumpen Dialoge nur aus dem Buch übernommen wurden. Auch werde ich hier nicht den Inhalt und das frauenfeindliche Bild des Filmes kritisieren. Dies gehört eher in eine Buchkritik.

Andererseits lässt der Filmauch ansonsten zu Wünschen übrig. Die Kameraführung lebt von 08/15 over the shoulder-Einstellungen ohne jedes bisschen Kreativität, hier wurde sich anscheinend doch nur bei den „Sexszenen“ Mühe gegeben. Selbst die Fans des Buches kritisieren den Film, da er die eigentliche Thematik nicht richtig ‚rüberbrächte, sondern sich an unwichtigen Szenen aufhielte.

Was am meisten jedoch stört sind die beiden Hauptcharaktere. Während man Dakota Johnson zumindest noch zu gute halten kann, dass sie sich Mühe gegeben hat der Charakterisierung des Buchcharakters gerecht zu werden, scheint Jamie Dornan absolut keine Lust auf den Film zu haben. Ob er den im Buch beschrieben Schönheitsideal entspricht, darüber lässt sich streiten. Aber wenn ein angeblich BDSM besessener (wobei sich die gesamte BDSM Szene von dem Film distanziert hat) nicht einmal zu wissen scheint, wo bei der Peitsche oben und unten ist und wo er denn anfassen sollte, dann schreit das nach inkompetenz. Denn dann gab es defintiv keine Rollenvorbereitung.

Alles in allem lebt der Film nur durch seinen Soundtrack, bietet ansonsten aber nur ein schlechtes Drehbuch, eine größtenteils uninspirierte Kameraführung, plumpe Dialoge, eine vorhersehbare Handlung und schlechte Schauspielleistungen. Dafür gibt es von mir nur 02 von 10 möglichen Punkten.

An dieser Stelle möchte ich mich entschuldigen, wenn meine Gedanken zu dem Film etwas wirr und unübersichtlich sind. Mir fällt es schwer meine ganzen negativen Gedanken möglichst objektiv zu schildern.

7 Gedanken zu „Shades of Grey

  1. Dann lass es doch einfach mit der Objektivität sein 😉
    Ich lese auch gerne einen subjektiven Verriss 😀
    Ich denke du hast deine Gedanken trotzdem sehr klar und verständlich rüber gebracht. Hattest du das Buch vorher gelesen? Und fandest du das auch so mies? Du meintest ja der Film übernehme das freuenfindliche Bild und die plumpen Dialoge.

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    • Na wenn ich die Objektivität ‚raus lasse, wird es glaub ich etwas beleidigend für die Fans und das hat nichts auf nem Filmblog zu suchen.

      Na da bin ich beruhigt, dass man mich verstehen konnte. Mein Kopf hat wirr verschiedenste Gedanken gebrüllt und dann hab ich versucht sie aufzuschreiben. Manchmal nicht so einfach.

      Es gibt auf Youtube einen Fan (okay bestimmt auch mehrere, aber ich hab nur den einen gefunden), der das Buch komplett vorgelesen hat. Ich hab mir das mal aus Interesse beim Wohnungsputz vorlesen lassen. Also der Dialog ist teilweise wörtlich übernommen.

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    • Also dann hier inoffiziell und extra für dich 😉 :
      Ich finde Shades of Grey als Bestseller einfach nur lächerlich. Schon im Buch wird in keiner Zeile irgendeine Gehirnzelle des Lesers beansprucht. Die Geschichte ist in der simpelsten Sprache geschrieben und wiederholt sich nach jedem dritten Satz („Ich biss mir vor Nervosität auf die Lippe“ „sein Aussehen nahm mir den Atem“). Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, drängt es sich aber permanent in den Vordergrund: „Ich bin anders! Ich erfülle dir deine versteckten Sexträume! Ich nehme kein Blatt vor den Mund!“ Dabei spiegelt es nur das Frauenbild des finstersten Mittelalters wieder. Die Frau muss sich unterwerfen, weil sie ansonsten nicht den „Mann ihrer Träume“ abbekommt. Doch anstatt wie bei „normalem“ BDSM, wo beide Partner einwilligen, weil es beiden sexuelles Vergnügen verschafft und beide Partner gleichberechtigt sind, unterdrückt Mr. Grey Anas Gefühle und Wünsche komplett und geilt sich an ihrer Unbeholfenheit und ihrer Naivität auf. Ich dachte eigentlich aus dem Zeitalter sind wir ‚raus.
      Die ganze Story ist zudem von vorne bis hinten gezwungen. Sie, das graue Mäuschen, dass mit 21 Jahren noch Jungfrau ist, trifft ihren Traumtyp (der natürlich Milliardär ist) und der anstatt alle anderen Frauen auf dem Planeten natürlich sofort nur sie will und weil er sie nicht sofort bekommt, so wie er sie haben will, sich natürlich sogar für sie ändern würde.
      Kurz gefasst: Das ganze Buch bzw. auch der Film schreit dir eigentlich ins Gesicht, wenn du mich magst, dann gehörst du wohl nicht zu den schlausten. Dann glaubst du ich würde dir neue sexuelle Wege ebnen, aber stattdessen drängt es Frauen wieder in die untergeordnete Rolle.

      Gefällt 1 Person

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