Cinemathek: Zu guter Letzt

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Zu guter Letzt. Der Film lief ursprünglich ab dem 13.04.2017 in den deutschen Kinos.

Harriet Lauler hat ihr ganzes Leben immer nach ihren eigenen Vorstellungen und Plänen gelebt. Einst eine erfolgreiche Geschäftsfrau, lebt sie inzwischen in Rente und dabei total einsam. Denn Lauler hat alle, die sie je kennengelernt hat, inzwischen vergrault. Beim Lesen der Zeitung macht sie sich nun zunehmend Sorgen über ihren Nachruf. Und beschließt das Schreiben eben diesem zu überwachen und die junge Journalistin Anne zu engagieren.

Der Tod ist immer etwas endgültiges. Niemand weiß, was danach kommt. Doch „Der Mensch ist erst tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“ sagte schon Brecht. So liest man gerade wenn ein bekannterer Mensch stirbt, viele unterschiedlich geschriebene Nachrufe. Doch wäre es nicht schön, wenn man schon vor seinem Tod wüsste, was die Freunde und Familie über einen zu sagen hat? Wenn man wüsste, wie man in Erinnerung bleiben wird?
Genau hiermit befasst sich der Film „Zu guter Letzt“. Protagonistin Harriet Lauler – gespielt von Shirley McLane – hat ihre ganz eigene Lebensweise. Darin haben alle nach ihren Plänen zu handeln und nach ihrer Art zu leben. Und wenn das nicht passt, dann macht Lauler es eben passend. Warum also am Lebensende aufhören und den eigenen Nachruf dem Zufall überlassen? So sucht sie die junge Journalistin Anne auf. Annes Spezialität sind Nachrufe auf exzentrische Menschen, bei denen es schwer ist jemanden zu finden, der etwas gutes über den Verstorbenen zu sagen hat. Doch Harriet Lauler soll Annes größter Härtefall werden. Eine Liste von 100 Leuten durchgehend, kann keiner auch nur ein gutes Wort über sie verlieren. Doch so schnell gibt eine Harriet Lauler nicht auf. Wenn es in ihrer Vergangenheit nichts gibt, was sich positiv vermerken lässt, so will sie die verbleibende Zeit bis zu ihrem Tod nutzen, um noch ein paar Sachen zu ändern.
Zu guter Letzt ist ein Film, der von vielen Klischees lebt und nach einem altbekannten Muster verläuft. Aber dabei baut er so viel eigenen Charme auf, entwickelt Charaktere, in die man sich hineinversetzen kann, mit denen man fühlt und die man einfach nur in sein Herz schließt. Dazu bringt er einige sehr gute eigene Ideen ein. So macht der Film einfach nur Spaß beim Anschauen, was bei dem Genre – und auch bei dem Thema – ein wichtiger Faktor ist. Gleichezeitig schafft der Film es die Spannung an jeder Stelle hoch zu halten, auch wenn viele Geschehnisse irgendwo vorhersehbar waren.
Ein weiterer großer Pluspunkt des Films ist der gut ausgewählte Soundtrack. Hier wird großen Wert darauf gelegt, sich abseits von der Massenware zu bewegen und die Liebe zur Musik zu erwecken oder bei manchen Zuschauern auch neu zu erwecken. Da man diese Liebe und die große Gewichtung der Musik in der Handlung so nicht erwartet, bringt sie gleichzeitig frischen Wind mit hinein.
Amanda Seyfried schien nach ihren Erfolgen mit Mamma Mia, Briefe an Julia und Das Leuchten der Stille ihren schauspielerischen Weg gefunden zu haben. Doch in Zu guter Letzt zeigt sie doch noch einmal mehr Facetten und bringt daher die zwischen deprimierten und sorgenfreien Stimmungen hin und her springende Anne sehr feinfühlig rüber und damit dem Zuschauer sehr nah. Auch Shirley McLane gelingt es genau den richtigen Ton zu treffen und Harriet Lauler auf eine Art zum Leben zu erwecken, die einerseits abschreckt, auf der anderen Seite aber doch anziehend wirkt. Durchgehend ist McLane mit einer Hingabe am Werk die perfekte zu ihrer Rolle passt.

Alles in allem hat Zu guter Letzt zwar nicht die originellste Handlung, macht dies aber mit einer Menge Charme und guter Musik wieder wett. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

2 Gedanken zu „Cinemathek: Zu guter Letzt

  1. Pingback: Rückblick auf das 3. Quartal 2017 – Highlights und Enttäuschungen | ShalimasFilmweltenKritik

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