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Ein Vorwort

Im Jahr 2012 beschlossen ein paar Filmemacher, dass es eine wirklich gute Filmidee sei, wenn Nazis über die Jahre hinweg auf der dunklen Seite des Mondes versteckt wären und dann die Erde angreifen würden. Heraus kam ein absolut abstruser Film, der dennoch seine Momente hatte, vor allem als dann die UN zusammen kam, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Anscheinend hatte er im Nachhinein doch genug Erfolg, damit irgendwer auf die Idee kam, man könnte doch eine Fortsetzung drehen. Und wie sollte man Nazis auf der dunklen Seite des Mondes toppen? Genau: Nazis auf Dinosauriern!

Die Handlung

Nachdem die Erde bei dem Atomkrieg gegen die Mondnazis komplett verstrahlt wurde, sind die Überlebenden im letzten Raumschiff auf die dunkle Seite des Mondes geflüchtet. Dort leben sie nun in Überbevölkerung und erleiden Hunger. Nur ein paar wenig privilegierte, die Anhänger des Jobismus, können gut leben. Obi (Lara Rossi) die Tochter der Kolonieführerin (Julia Dietze), versucht die Basis mit allen Mitteln am Laufen zu halten. Eines Tages schafft es ein weiteres Raumschiff von der Erde zu fliehen. Mit an Bord als heimlicher Passagier, der ehemalige Führer Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier), der irgendwie überlebt hat. Er erzählt Obi von einem geheimen Vorrat einer Energiequelle, genannt der Heilige Gral, im Mittelpunkt der Erde, wo sich eine übergeordnete Spezies, zu der auch Hitler zählte, zurückgezogen hat. Mithilfe des Grals könnte Obi ihre Mutter heilen und ihr Raumschiff zur Evakuierung antreiben.

Meine Meinung

Als ich das Kino verließ, fragte mein Lebensgefährte mich, wie ich den Film fand. Mein spontaner Kommentar war „Irgendwie hatte der Film von allem zu wenig und zu viel von Nichts“. Daraufhin erwiderte mein Lebensgefährte, dass das den Film sehr treffend beschreibe. Und genauso würde ich den Film auch weiterhin beschreiben.
Denn zum einen ist die Handlung so einfach gehalten, dass ihr jeglicher Spaßfaktor, der noch im ersten Teil – der schon sehr trashig angelegt war – abhandenkam. Stattdessen verliert er sich in einzelnen Szenen, die überhaupt keine Aussagekraft hatten. Auch der Humor ist eigentlich fast vollständig abhandengekommen. Es gibt zwar zwischendurch immer wieder kleine Szenen, die gute Ideen haben, aber leider bilden sie nicht die Mehrheit. Schon allein die Idee Steve Jobs als Heiligen zu sehen und eine Religion, den Jobismus draus zu machen, ist herrlich übertrieben, wird dann aber doch zu sehr breit getreten.
Das Hauptproblem des Films ist wohl, dass er gar nicht so sehr auf die Trashelemente setzt. Stattdessen erzählt der Film seine Geschichte wie ein ernster Actionfilm. Hier fehlt das ironische Augenzwinkern, das Übertriebensein, einfach alles, was Iron Sky von einem schlechten Actionfilm zu einem guten Trashfilm gemacht hätte. Hier dachte wohl jemand, nur weil die Optik des Films durchaus gelungen ist, dass man es schaffen würde aus dem Trashgenre rauszukommen. Und genau das muss man Iron Sky auch wieder lassen: Optisch hat er sich einiges einfallen lassen. Und auch die Animation der paar Dinosaurier, die man sieht, ist sehr gut – da wurde bspw. ein Tabaluga wesentlich schlechter animiert und das war ein kompletter Animationsfilm.
Letztendlich hätte Iron Sky sich auf die „Stärken“ des ersten Teils mehr verlassen sollen. Ein bisschen mehr Nazis auf Dinosauriern. Mehr wollte doch niemand!

Das Fazit

Iron Sky – The Coming Race hat zu wenig von Allem und zu viel von Nichts. Und warum nochmal habe ich meine angekündigten Nazis auf Dinosauriern nicht bekommen? Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.