Pets 2

Ein Vorwort

2016 brachte Illumination einen Film fernab ihres Dauerbrenners rund um die Minions heraus. Dabei schafften sie es durch den wirlich gelungenen Trailer, der die Haustiere bei verschiedenen Aktionen in den Haushalten zeigt, was diese denn so treiben, wenn die Besitzer aus dem Haus sind, die Leute scharrenweise ins Kino zu locken. Doch die positiven Stimmen blieben aus. Denn die Geschichte wurde dann doch viel mehr zu einem billigen, langweiligen, undurchdachten Toy Story Abklatsch. Dennoch gibt Illuminations nicht auf und präsentierte uns nun den zweiten Teil. Warum dieser deutlich besser funktioniert als der erste Teil, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Hunde Max und Duke verstehen sich inzwischen und kriegen erneut Zuwachs. Diesmal jedoch in Form eines Babys. Gerade bei Max drehen die Beschützerinstinkte durch. Während Max und Duke in den Urlaub fahren, soll die Hündin Gidget auf Maxs Lieblingsspielzeug aufpassen. Sie verliert es jedoch an einen Haushalt voller Katzen. Snowball – das verrückte Kaninchen – ist inzwischen zahm geworden und fühlt sich in seinem neuen Umfeld sau wohl. Dennoch sieht er sich weiterhin gerne als großen Helden. Sein großer Auftritt kommt, als die Hündin Daisy ihn um Hilfe bittet, um den Tiger Hu vor einem bösen Zirkusdirektor zu befreien.

Meine Meinung

Nachdem die große Zusammenhängende Handlung im ersten Teil absolut gescheitert ist, die Macher aber anscheinend immer noch genügend Ideen hatten, wurden diesmal kleinere Episoden geschrieben und zusammengestückelt. Dies funktioniert deutlich besser, weil sie nicht irgendwie alle bekannte Charaktere unter Zwang in einen Erzählstrang gesteckt werden musste, sondern sie sich in ihren eigenen Geschichten frei entfalten konnten. Während die Geschichte rund um Max und Duke mit dem neuen Baby noch ein bisschen holprig wirkt, ist gerade die Geschichte rund um Gidget, die verzweifelt versucht eine Katze zu werden, um Maxs Lieblingskuscheltier wieder zu bekommen, das Highlight des Films. Denn die Geschichte ist clever, witzig, spielt mit den Vorurteilen über Katze und Hunde und macht einfach Spaß beim Ansehen. Doch die Episode war zu kurz, um den gesamten Film darüber zu drehen.
Die Episode rund um Snowball und die Rettung des weißen Tigers ist dann vergleichsweise brutal und sollte wohl die Spannung in den sonst sehr ruhig erzählten Film bringen. Leider überstrapaziert Illuminations hier einmal mehr das, was der Zuschauer zu glauben bereit ist. Denn während die Episoden von Max und Gidget im Entferntesten noch glaubhaft waren, ist diese Episode sehr abgedreht. Gerade der böse Zirkusdirektor ist etwas sehr überzeichnet. So hat er natürlich böse Wölfe, die für ihn alles erledigen müssen und immer eine Peitsche in der Hand, man könnte ja hin und wieder mal auf alle Tiere einschlagen. Dabei sticht die Episode so stark heraus und will sich nicht richtig in den restlichen Film einfügen.
Der Lach- und Spaßfaktor ist im zweiten Teil deutlich größer, als noch im ersten, weil zwar viele gute Witze im Trailer vorweg genommen wurden, aber eben nicht alle. Illuminations schafft es die bereits bekannten Charaktere alle wieder unterzubringen und ihnen teilweise auch nochmal mehr Tiefgang zu geben. Die Animationen sind im bekannten Stil gehalten und funktionieren auch weiterhin ausgezeichnet.

Das Fazit

Von drei Einzelepisoden macht eine wirklich Spaß, ist eine für den Tiefgang zuständig und eine leider zu abgedreht. Doch im großen und ganzen funktioniert Pets 2 damit besser als sein Vorgänger. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Pets 2 läuft seit dem 27.06.2019 in den deutschen Kinos.

Spider-Man: Far from home

Ein Vorwort

Nach den Nachrichten, dass Avatar (endlich) vom ersten Platz der erfolgreichsten Filme aller Zeiten (zumindest uninflationsbereinigt) gestoßen wurde, ist schon einmal eine gute Nachricht. Umso mehr freut mich, dass es Endgame geschafft hat. Denn damit wurden 11 Jahre Filmfranchise zu einem krönenden Höhepunkt geführt. Umso verwirrter wurde man, als Kevin Feige ankündigte, dass Phase 3 doch nicht mit Endgame ende, sondern eben erst mit dem zweiten Marvel-Spider-Man Versuch. Kann dies ein ebenso guter Abschluss für die dritte Phase werden?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Peter Parker wird von Tony Stark aka Iron Man aufgesucht, damit dieser ihm als seine Geheimidentität Spider-Man hilft, um Captain America im Civil War aufzuhalten. Bei dem großen Kampf am Leipziger Flughafen hält er sich wacker.
Wieder zu Hause will er unbedingt ein Avenger werden und ruft Tony Stark regelmäßig mit Updates aus der Nachbarschaft an. Dieser ignoriert ihn jedoch geflissentlich. Als in seiner Umgebung jedoch Waffen mit Centauri-Technologie (wir erinnern uns an den großen Kmapf im ersten Avengers-Teil) auftauchen, macht er sich auf die Suche und trifft auf den Waffenhändler Adrian Toomes, der sich als The Vulture einen Namen gemacht hat. Da weder Stark, noch dessen Bodyguard Happy, ihn ernst nehmen, versucht Peter Toomes selbstständig zu fangen. Nachdem er dabei aber mehrere Menschenleben in Gefahr bringt, gibt es eine große Standpauke von Tony Stark, der ihm seinen Spider-Man Anzug wegnimmt. Beim Homecomingball trifft Peter wieder auf Toomes, der sich als Vater seines Schwarms herausstellt. Nach dem großen Endkampf will Stark ihn endlich als Avenger ankündigen. Peter hält das jedoch für eine Prüfung und beschließt lieber die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft zu bleiben.
In Avengers: Infinity War begleitet Peter eher unfreiwillig Iron Man und Doctor Strange in Thanos Raumschiff auf den Weg nach Titan, Thanos Heimatplaneten. Dort versucht er zusammen mit den Guardians gegen Thanos zu kämpfen. Am Ende fällt er Thanos Schnipsen zum Opfer und zerfällt zu Staub.
Erst im großen Endkampf am Ende von Avengers: Endgame taucht er zusammen mit den anderen „Gefallenen“ wieder auf, nachdem Hulk den Schnipser rückgängig machen konnte. Am Ende betrauert er den Fall seines großen Idols Tony Stark.

Die Handlung

Peter Parker (Tom Holland) versucht über den Verlust seines Idols hinwegzukommen und gleichzeitig die Erwartungen in Spider-Man zu erfüllen. Eine Studienfahrt seiner Klasse nach Europa soll die gelungene Ablenkung sein. Doch nachdem in Venedig ein Wasserungeheuer auftaucht und von dem geheimnisvollen Mysterio (Jake Gyllenhaal) bekämpft wurde, heuert Nick Fury (Samuel L. Jackson) ihn an, um die nächsten erdenbedrohenden Monster zu besiegen.

Meine Meinung

Meine Meinung über die im Vorwort gestellte Frage, ob Spider-Man auch ein guter Abschluss der vierten Phase sein könnte, stand eigentlich schon vorher fest: Nein, Endgame war an dieser Stelle nicht mehr zu übertreffen. Trotzdem bin ich versucht unvoreingenommen an die Sache herangegangen. Und auch, wenn man einmal akzeptiert, dass es diesmal kein Avengers ist, und eben auch kein Gänsehaut-Endgame, ist Far from home leider noch immer kein guter Superheldenfilm. Und das obwohl er durchaus einiges richtig macht.
Aber fangen wir ganz am Anfang an. Zunächst stellte sich die wichtigste Frage: Wann spielt der Film? Denn in Endgame sind zwischenzeitlich vier Jahre vergangen. Wurden die komplett zurückgedreht? Sind die wieder aufgetauchten Charaktere einfach mitgealtert? Diese Frage zumindest wurde gleich am Anfang aufgeklärt. Die vier Jahre sind vergangen und die Menschen, die nicht verschwanden, sind auch vier Jahre gealtert. Die anderen, eben nicht. Das führt zu einigen interessanten kurzen Dialogen, z.B über kleinere Geschwister, die auf einmal älter sind. Praktischerweise war aber wohl nicht nur Peter verschwunden, sondern auch sein bester Freund Ned und sein Schwarm MJ, so dass diese immer noch in die gleiche Klasse gehen.
Handlungstechnisch wurde also zunächst viel richtig gemacht. Die Zeitfrage wurde aufgeklärt und wir treffen auf einen zwiegespaltenen Spider-Man, der sich immer wieder mit der Frage um das Erbe seines Idols auseinander setzen muss. Nach den nervenraubenden Geschehnissen in Infinity War und Endgame schien uns nun auch MARVEL in die Ferien schicken zu wollen und lässt Spider-Man nun auf Klassenfahrt nach Europa fahren. Soweit, so gut. Wir kommen wieder in Berührung mit den alten Charakteren, es tauchen Neue auf und gerade die beiden Lehrer, die die Klassenfahrt begleiten, sorgen für einige Running Gags, die durchaus funktioniert haben.
Was leider nicht so richtig funktioniert ist alles, was danach kommt. Denn sobald das erste Monster und Mysterio auftauchen, gleitet die Handlung mehr und mehr davon. Das passierte bereits in Homecoming, doch während sich dort am Ende die Handlung wieder gefangen hat, was wohl vor allem mit einem gut spielenden Michael Keaton und einem nachvollziehbaren Bösewicht zu tun hat, weiß Far from home am Ende nicht mehr so richtig, was er nun eigentlich erzählen will. Es wird ein Nick Fury wieder eingesetzt, zusammen mit einer Agent Hill, die aber bald sehr untypisch agieren und so gar nicht im Film angekommen wirken. Stattdessen wird sich in die Geschichte rund um Mysterio verrannt, die aber schon bald nicht mehr interessant ist und die Entscheidungen eben diesem nicht so recht nachvollziehbar.
Und so bleibt ein Film zurück, der eigentlich die richtigen Fragen stellt, der eigentlich auch gute Witze hat und der eigentlich sich auch gut mit dem Thema Trauerbewältigung auseinander setzt. Aber eben nur eigentlich, denn den richtigen Bogen schafft er am Ende nicht. Und spätestens nach einer Illusion zu viel, dürfte der Großteil des Publikums abgeschaltet haben. Schade, denn Potential war da.

Das Fazit

Spider-Man: Far from home hat viele gute Ansätze, versucht die Marveltypische Spannung und Humor zu verbinden, scheitert aber letztendlich durch eine verworrene Handlung und einem unnachvollziehbarem Bösewicht. Damit zählt er zu den schwächeren Vertretern aus dem Hause Marvel. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Spider-Man: Far from home läuft seit dem 04.07.2019 in den deutschen Kinos

Iron Sky 2 – The Coming Race

Ein Vorwort

Im Jahr 2012 beschlossen ein paar Filmemacher, dass es eine wirklich gute Filmidee sei, wenn Nazis über die Jahre hinweg auf der dunklen Seite des Mondes versteckt wären und dann die Erde angreifen würden. Heraus kam ein absolut abstruser Film, der dennoch seine Momente hatte, vor allem als dann die UN zusammen kam, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Anscheinend hatte er im Nachhinein doch genug Erfolg, damit irgendwer auf die Idee kam, man könnte doch eine Fortsetzung drehen. Und wie sollte man Nazis auf der dunklen Seite des Mondes toppen? Genau: Nazis auf Dinosauriern!

Die Handlung

Nachdem die Erde bei dem Atomkrieg gegen die Mondnazis komplett verstrahlt wurde, sind die Überlebenden im letzten Raumschiff auf die dunkle Seite des Mondes geflüchtet. Dort leben sie nun in Überbevölkerung und erleiden Hunger. Nur ein paar wenig privilegierte, die Anhänger des Jobismus, können gut leben. Obi (Lara Rossi) die Tochter der Kolonieführerin (Julia Dietze), versucht die Basis mit allen Mitteln am Laufen zu halten. Eines Tages schafft es ein weiteres Raumschiff von der Erde zu fliehen. Mit an Bord als heimlicher Passagier, der ehemalige Führer Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier), der irgendwie überlebt hat. Er erzählt Obi von einem geheimen Vorrat einer Energiequelle, genannt der Heilige Gral, im Mittelpunkt der Erde, wo sich eine übergeordnete Spezies, zu der auch Hitler zählte, zurückgezogen hat. Mithilfe des Grals könnte Obi ihre Mutter heilen und ihr Raumschiff zur Evakuierung antreiben.

Meine Meinung

Als ich das Kino verließ, fragte mein Lebensgefährte mich, wie ich den Film fand. Mein spontaner Kommentar war „Irgendwie hatte der Film von allem zu wenig und zu viel von Nichts“. Daraufhin erwiderte mein Lebensgefährte, dass das den Film sehr treffend beschreibe. Und genauso würde ich den Film auch weiterhin beschreiben.
Denn zum einen ist die Handlung so einfach gehalten, dass ihr jeglicher Spaßfaktor, der noch im ersten Teil – der schon sehr trashig angelegt war – abhandenkam. Stattdessen verliert er sich in einzelnen Szenen, die überhaupt keine Aussagekraft hatten. Auch der Humor ist eigentlich fast vollständig abhandengekommen. Es gibt zwar zwischendurch immer wieder kleine Szenen, die gute Ideen haben, aber leider bilden sie nicht die Mehrheit. Schon allein die Idee Steve Jobs als Heiligen zu sehen und eine Religion, den Jobismus draus zu machen, ist herrlich übertrieben, wird dann aber doch zu sehr breit getreten.
Das Hauptproblem des Films ist wohl, dass er gar nicht so sehr auf die Trashelemente setzt. Stattdessen erzählt der Film seine Geschichte wie ein ernster Actionfilm. Hier fehlt das ironische Augenzwinkern, das Übertriebensein, einfach alles, was Iron Sky von einem schlechten Actionfilm zu einem guten Trashfilm gemacht hätte. Hier dachte wohl jemand, nur weil die Optik des Films durchaus gelungen ist, dass man es schaffen würde aus dem Trashgenre rauszukommen. Und genau das muss man Iron Sky auch wieder lassen: Optisch hat er sich einiges einfallen lassen. Und auch die Animation der paar Dinosaurier, die man sieht, ist sehr gut – da wurde bspw. ein Tabaluga wesentlich schlechter animiert und das war ein kompletter Animationsfilm.
Letztendlich hätte Iron Sky sich auf die „Stärken“ des ersten Teils mehr verlassen sollen. Ein bisschen mehr Nazis auf Dinosauriern. Mehr wollte doch niemand!

Das Fazit

Iron Sky – The Coming Race hat zu wenig von Allem und zu viel von Nichts. Und warum nochmal habe ich meine angekündigten Nazis auf Dinosauriern nicht bekommen? Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

The Lego Movie 2 & Alita – Battle Angel – 2 Kurzkritiken

Durch meinen Urlaub bin ich für zwei Filme mal wieder ein bisschen spät dran mit den Kritiken. Da es mir auch für beide schwer fällt die richtigen Worte zu finden, versuche ich mich kurz zu fassen und euch doch meine Gedanken zu den Filmen mitzuteilen.

The Lego Movie 2

Die Handlung: Nach dem Einmarsch der Duplo Figuren, hat sich die Lego Welt in eine postapokalyptische verwandelt, ganz im Stile der Mad Max Filme. Doch eine neue Invasion steht bevor, bei der Emmetts Freunde gekidnapped werden. Nun ist es an ihm seine Freunde zu retten.
Meine Meinung: 2014 erschien der erste Lego Movie im Kino. Die Idee die beliebten Steine zu animieren und daraus ein Abenteuer zu machen, war da noch innovativ und so wurde der Film zum Erfolg. Inzwischen hat das Studio aber mit The Lego Batman Movie und The Lego Ninjago Movie nachgesetzt. Erste Ermüdigkeitserscheinungen bleiben da nicht aus, da es nun doch nichts neues mehr ist. Umso wichtiger wurde es, dass der zweite Lego Movie nun mit einer interessanten und durchdachten Geschichte daherkommt. Leider ist es genau das, was dem Film fehlt. Denn zum einen wird zwar die Geschichte aus dem ersten Teil logisch weitergestrickt, andererseits verliert sie sich an eine sehr frühen Punkt schon, so dass die zuvor liebgewonnenen Figuren auf einmal belanglos wirken und ihren Witz und Charme stark eingebüßt haben. Ein wenig scheint man sich hier auf dem gewonnenen Erfolg auszuruhen. So ist die Geschichte rund um Königin Wasimma Si-Willi sehr unausgegoren und wirr erzählt. Lediglich die Auflösung am Ende und kleinere Gags zwischendurch können den Film noch ein wenig retten. Doch so richtig witzig ist er nicht mehr. Dafür gibt es wieder einen schönen Ohrwurm…
Das Fazit: The Lego Movie 2 versucht auf der selbstgeschaffenen Welle weiterzureiten, säuft aber größtenteils ab. Trotz kleinerer schöner Ideen und Gags kann die Haupthandlung nicht überzeugen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Alita – Battle Angel

Die Handlung: Der Cyborg-Arzt Ido (Christoph Waltz) findet auf dem Schrottplatz der letzten Himmelsstadt Zalem die noch lebenden Reste eines Cyborgs. Er nimmt sie mit, gibt ihr einen neuen Körper und einen Namen: Alita (Rosa Salazar). Sie kann sich jedoch an nichts erinnern, lernt nach und nach das Leben in Iron City kennen und trifft auf den Jungen Hugo, der ihr die Sportart Motorball zeigt. Ausgelöst durch eine Gefahrensituation, entdeckt Alita, dass sie eine veraltete Art der Kampfkunst intuitiv beherrscht. Nun versucht sie noch intensiver ihre Vergangenheit zu verstehen.
Meine Meinung: Alita – Battle Angel ist ein Film, der auf einer 9-bändigen Mangareihe basiert. Dadurch hat er sehr viel Stoff zu erzählen, die gefühlt locker in eine ganze Serie gepasst hätte. Stattdessen wird sehr viel Handlung in gerade einmal 122 Minuten gepresst. Dadurch kommt gerade die Erklärung der Welt ziemlich zu kurz. So weiß man am Ende immer noch nicht, was es mit Zalem und dem großen Krieg auf sich hat. Dafür spielt Rosa Salazar ihre Alita mit einer Hingabe, die viel Sympathie entwickelt. Begleitet wird sie von Christoph Waltz, der seit Jahren mal wieder eine neue Seite in seinem Spiel zeigen kann. Ebenfalls mit dabei sind mir sehr sympathische Schauspieler, wie Mahershala Ali, Ed Skrein und Jennifer Connelly, auch wenn sie nicht unbedingt sympathische Rollen spielen. Die Handlung springt zwischendurch leider ein wenig, was wohl dem vielen Stoff geschuldet ist. Gerade das Ende wirkt dann doch etwas übereilt und abrupt. Hier kann man sich nur freuen, wenn der zweite Teil dann irgendwann angekündigt wird.
Das Fazit: Alita – Battle Angel ist ein grundsolider Film, der sich ein bisschen zu viel vorgenommen hat und dadurch kleinere Schönheitsfehler hat. Doch ein guter Cast und eine interessante Geschichte kann das meiste ausbügeln. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

The Equalizer 2

Ein Vorwort

2014 kam das Remake einer Fernsehserie aus den 1980er Jahren in die deutschen Kinos. The Equalizer war damit eine Mischung aus Rachethriller mit knallharter Action und ein Film über einen guten älteren Mann, der den Menschen in seiner Umgebung hilft, um sein gebrochenes Herz nach dem Tod seiner Frau zu heilen – und ja mir fiel dafür kein passendes Genre ein. Nachdem Russel Crowe für die Rolle des Equalizers ausschied, bekam Denzel Washington den Zuschlag, was auf jeden Fall eine gute Wahl war, denn der erste Teil bekam überwiegend positive Kritiken. Kann der zweite Teil an den Erfolg anknüpfen?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In The Equalizer lernten wir den ehemaligen CIA-Agenten Robert McCall, der als frischer Witwer noch immer trauert. Während er tagsüber in einem Baumarkt arbeitet, kann er nachts nicht schlafen und arbeitet daher in einem Diner die Liste der „100 Bücher, die Sie gelesen haben sollten, bevor Sie sterben“. Dort freundet er sich mit Alina an, die als Prostituierte arbeitet. Als diese eines Abends krankenhausreif geschlagen wird, tötet McCall ihren Zuhälter. Dieser ist jedoch in die russische Mafia verstrickt, die es nun auf McCall abgesehen hat. Dieser versucht nun neben seinem Job im Baumarkt Menschen mit seinen Fähigkeiten zu helfen und gleichzeitig es mit der russischen Mafia aufzunehmen.

Die Handlung

McCall (Denzel Washington) arbeitet inzwischen als Fahrer. Auf seinen Fahrten lernt er nicht nur jede Menge interessanter Leute kennen, sondern leider auch Menschen, denen er helfen muss. Als eines Tages seine gute Freundin Susan Plummer (Melissa Leo) ermordet wird, versucht er ihren Mord aufzuklären. Dabei trifft er auf seinen früheren Partner Dave York (Pedro Pascal).

Meine Meinung

Wenn ein Film erfolgreich ist, ist es meist nur eine Frage der Zeit bis eine Fortsetzung gedreht wird. Das dies nicht immer eine gute Idee ist, bewiesen in letzter Zeit Fortsetzungen, wie Kingsman 2, der es nicht mit seinem Vorgänger aufnehmen konnte, aber doch eine halbwegs gute Leistung ablieferte. Nun versucht Denzel Washington erneut als Equalizer sein Glück auf der Kinoleinwand. Dabei orientiert sich der Film an den Dingen, die im ersten Teil gut funktioniert haben. McCall ist weiterhin die gute Seele, der jedem helfen möchte und auch jedem eine zweite Chance gibt. Schon am Anfang des Films gibt es wieder eine Szene, in der er eine ganze Gruppe halbstarker Männer auseinander nimmt, natürlich mit Countdown auf der Uhr gestellt. Dies ist ein schöner Einstieg und erinnert gleich wieder an die gut choreographierten Szenen aus dem ersten Teil. Weiter geht es mit weiteren Einzelschicksalen bis man zu McCalls Nachbarn Miles kommt, der eigentlich eine Kunstschule besuchen möchte, aber doch an eine Drogengang gerät. Hier investiert Regisseur Antoine Fuqua sehr viel Zeit, um Miles einzuführen, seine Beweggründe zu erörtern und wie McCall ihm helfen will. Dieser ganze Handlungsstrang entschleunigt den Film leider viel zu stark und das gute Anfangstempo ist schon bald dahin. Zusammen mit anderen Einzelschicksalen, die einen großen Platz im Film einnehmen, kommt der Film immer mehr von der Haupthandlung ab. Denn diese baut sich langsam und im Hintergrund rund um McCalls Freundin Susan Plummer auf, die zu einem Einsatz gerufen wird und schließlich selbst ermordet wird. Nun wird McCall zwar aktiv und versucht ihren letzten Fall zu rekonstruieren, trotzdem übertreibt es Fuqua mit der Trauerstimmung und verliert dabei auch noch den letzten Zuschauer, der bis zu diesem Punkt noch nicht abgeschaltet hat. Schließlich werden noch einmal neue Figuren vorgestellt, unter anderem McCalls früheren Partner Dave York, der von Game of Thrones Star Pedro Pascal verkörpert wird. Nachdem nun schon 3/4 des Films vorbei sind, setzt er endlich zum großen Finale an. McCall hat die Mörder Plummers gefunden und lockt sie nun in ein kleines Küstenstädtchen, das wegen eines nahenden Hurrikanes evakuiert wird. In diesem einmaligen Setting, kann sich Fuqua endlich austoben und mit Wind, schlechten Sichtverhältnissen und der drohenden Katastrophe spielen. Hier entfaltet The Equalizer 2 endlich alle seine Qualitäten und liefert ein einmaligen Finale ab, das positiv in Erinnerung bleibt. Der Haken an der Sache ist leider nur, dass jeder Zuschauer an diesem Teil des Films bereits vollständig abgeschaltet hat und das Geschehen auf der Leinwand nur noch halbherzig begutachtet. Hätte man vorher unwichtige Szenen – und davon gab es reichlich – gekürzt oder gestrichen und das ein oder andere Einzelschicksal weggelassen, dann hätte The Equalizer 2 ein gut gemachter und vor allem spannender Film werden können. Letztendlich war es einfach von allem zu viel des Guten.
Denzel Washington zumindest schafft es auch im zweiten Teil wieder den Wechsel zwischen netter alter Mann von nebenan und brutalem Ex-Agenten glaubhaft zu verkaufen und balanciert so gekonnt auf dem Drahtseil zwischen Unglaubwürdg und over the top. Ebenfalls gut an seiner Seite spielt Pedro Pascal und gibt dem Film noch einmal eine neue Richtung.

Das Fazit

The Equalizer 2 nimmt das Erfolgsrezept vom ersten Teil zur Hand, mischt aber von allen Zutaten zu viel hinzu, so dass der Zuschauer irgenwann aussteigt und das großartige Finale nicht mehr die Wirkung erzielt, die es erzielen könnte. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

The Equlizer 2 läuft seit dem 16.08.2018 in den deutschen Kinos.

Mamma Mia 2 – Here we go again

Ein Vorwort

Im Jahr 2008 lief das ursprünglich als Broadway Musical konzipierte Stück Mamma Mia erstmals im Kino. Mit einer großartigen Handlung konnte der Film weniger punkten, als vielmehr mit viel Herz und guter Laune und natürlich den großen ABBA-Klassikern. Unter dem Motto „Here we go again“ kam nun der nächste Teil in die Kinos. Und es wird wieder Musik, Spaß und viel Herz versprochen. Kann der zweite Teil dieses Versprechen halten?

Die Handlung

Sophie (Amanda Seyfried) hat das halb verfallene Hotel ihrer Mutter Donna komplett renoviert und wartet nun auf die große Eröffnung. Mit an ihrer Seite ist einer ihrer drei Väter Sam (Pierce Brosnan). Ihr Verlobter Sky (Dominic Cooper) und ihre beiden anderen Väter Bill (Stellan Skarsgard) und Harry (Colin Firth) sind leider verhindert. Dafür reisen die beiden besten Freundinnen ihrer Mutter an Tanya (Christine Baranski) und Rosie (Julie Walters). In Rückblenden wird gezeigt wie die junge Donna (Lily James) das Hotel damals fand und sich in drei Männer verliebte, woraus letztendlich Sophie entstand.

Meine Meinung

Here we go again wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen die Geschichte rund um Sophie und die Hoteleröffnung, zum anderen die Geschichte wie die junge Donna in die Welt zog und die kleine griechische Insel Kalokairi fand. Die Geschichten sind beide ausgeglichen und werden durch gekonnte Übergänge verbunden. An sich ist die Handlung, wie schon im ersten Teil, sehr einfach gehalten. Trotzdem fährt sie wieder mit Witz und Charme auf, so dass einen der Film schon so durchgehend zum Lächeln bringt. Und dann kommen wieder die ABBA-Lieder hinzu. Natürlich darf der namensgebende Klassiker nicht fehlen. Ansonsten sah sich der zweite Teil gezwungen andere Lieder als im ersten zu verwenden. Während dort noch die fröhlichen Partylieder dominierten, sind nun eindeutig die traurigeren Lieder auf dem Vormarsch. Das mindert den Spaß aber nur geringfügig, weil doch immer ein Partylied wieder dazwischen geschoben wurde. Aber auch die melancholischen Lieder ändern nichts daran, dass ABBA einfach immer wieder Spaß macht. Allerdings merkt man der Handlung an einigen Stellen doch deutlich an, dass sie stark verbogen werden musste, damit wieder ein Lied auch passt.
Aber auch darüber kann man großzügig hinwegsehen, wenn man wieder das ehrliche Lachen in den Gesichtern der Darsteller sieht und merkt, wie viel Spaß sie schon bei den Dreharbeiten gehabt haben müssen. Und genau dieses Gefühl überträgt sich auch auf den Zuschauer. So ist es egal, wie viele Schwächen die Handlung aufweist, wie sehr sie verbogen werden musste, um das nächste Lied wieder einbringen zu können, Mamma Mia 2 kann mit dem ersten Teil deutlich mithalten und eignet sich perfekt für einen Fernsehabend mit Freunden, bei dem man dann auch endlich bei den Liedern laut mitsingen und mittanzen kann, was im Kino leider nicht so gut angekommen wäre. Er hat Witz und Charme und kann trotzdem auch traurige Momente gut rüberbringen.

Das Fazit

Wer den ersten Teil mochte, wird auch den zweiten Teil gut finden. Wer Lust auf ein spaßiges Spektakel mit ABBA-Lieder hat, findet sich trotz einiger Schwachstellen hier gut aufgehoben. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Mamma Mia – Here we go again läuft seit dem 19.07.2018 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Super Troopers 2

Ist es zu glauben? Mein Heimatkino versucht sich seit Neustem an einer Sneak. Aktuell ist sie für jede zweite Woche angekündigt. Hier präsentiere ich euch nun die Wahl für den Sneakauftakt. 

Ein Vorwort

Neulich in der Sneak lief: Super Troopers 2.
Bereits im Jahr 2001 lief der erste Teil Super Troopers in den deutschen Kinos. Aus der Feder der Comedytruppe Broken Lizard, die sich auch für den zweiten Teil verantwortlich zeigen. Während Jay Chandrasekha den Regieposten übernimmt, arbeiteten alle sechs Mitglieder am Drehbuch mit und übernahmen auch die Hauptrollen.

Die Handlung

Die ehemaligen Mitglieder der Vermont State Police werden von ihren neuen Jobs abgezogen, um einem neuen Auftrag zu folgen. Die Grenzsteine an der Grenze zwischen den USA und Kanada wurden noch einmal neu ausgewertet und ein Teil des bisherigen Kanadas soll nun zu Vermont, USA gehören. Dafür werden die sechs engagiert, um zusammen mit den Mounties den Übergang zu regeln. Doch das stößt nur bedingt auf freundschaftliche Absichten.

Meine Meinung

Bei Super Troopers 2 wird sehr schnell klar, dass es sich um einen Film handelt, den niemand gebraucht hätte. Während die erste Szene mit Gastauftritten von Seann William Scott (bekannt als Stifler aus American Pie) und Damon Wayans Jr. (bekannt als Coach aus New Girl) noch ein paar – zwar sehr trashige – witzige Momente vorweisen kann, hören diese nach ca. 5 Minuten auf. Alles was danach folgt ist eine Aneinanderreihung von uninspirierten und nicht lustigen Witzen im Pipi-Kacka-Humor, also absolut unter der Gürtellinie. Alle Charaktere sind viel zu überzogen dargestellt und das Niveau hat sich schon nach der Einblendung des Filmtitels verabschiedet.
Die Handlung selbst ist eigentlich nur Trug, um irgendwo wieder Vorurteile und unangebrachte Witze unterzubringen – ich wiederhole: keiner der Witze war lustig. Die Amerikaner und die Kanadier werden so stereotypisch überspitzt, dass sie nicht einmal als Karikatur durchgehen können. Der „Twist“ der Handlung war lange vorhersehbar, so dass der Zuschauer nicht einmal am Ende gepackt wird. Grundsätzlich ist von Spannung absolut keine Spur, die Handlung wird müde abgearbeitet und als Zuschauer ist man ständig damit beschäftigt über die sehr dummen Gags den Kopf zu schütteln.
Auch schauspieltechnisch ist dem Desaster nicht mehr hinzuzufügen. Die Darsteller scheinen sich in ihrer Blödelkomödie wohl zu fühlen und geben dabei auch nur das Mindestmaß an Schauspielkunst zum Besten.

Das Fazit

Super Troopers 2 ist ein Film, der keiner wollte, keiner brauchte und den auch niemand sehen muss. Abgesehen von einer gut trashigen lustigen Anfangsszene hat der Film absolut nichts zu bieten. Dafür gibt es 01 von 10 möglichen Punkten.

Super Troopers 2 läuft ab dem 12.07.2018 in den deutschen Kinos.

Deadpool 2

Ein Vorwort

Während viele über die endlose Wucht aus Superhelden auf der großen Kinoleinwand stöhnen, konnte 2016 tauchte dann aber noch einmal ein ganz anderer „Held“ auf. Deadpool, zugehörig dem X-Men Universum, mischte als fluchender und nicht jugendfreier Film (ab 16 Jahren freigegeben) das Superheldengenre ordentlich auf. Und mit Erfolg! Der erste Teil konnte mich damals so sehr überzeugen, dass er die Höchstwerung von 10 Punkten erhielt. Kann der zweite Teil mithalten?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Deadpool lernten wir den ehemaligen Soldaten Wade Wilson kennen, der sich mit kleinen Aufträgen über Wasser hält. Eines Tages lernt er die Prostituierte Vanessa kennen und lieben, bis bei Wade Krebs im Endstadium festgestellt wird. Als eines Tages ein mysteriöser Mann auftaucht und ihm anbietet aus ihm einen Superheld zu machen und dabei gleichzeitig den Krebs zu heilen, willigt Wade ein. Der dubiose Ajax injiziert ihm ein Mutationsmittel und setzt ihm dann einer langen Folter aus. Letztendlich geht jedoch eine Folter schief und Wade ist fortan entstellt. Gleichzeitig kann sein Körper aber inzwischen alles heilen. Nach einer Explosion im Labor, kann Wade fliehen. Er traut sich jedoch nicht zu Vanessa zurück. Er beschließt Ajax zu finden und ihn zu zwingen seinen entstellten Körper wieder zu heilen. Dabei treten ihm aber die X-Men Colossus und Negasonic Teenage Warhead in den Weg, die aus ihm lieber einen richtigen Superhelden machen würden. Im großen Showdown hat Ajax Vanessa entführt und Wade muss die beiden X-Men um Hilfe bitten, um seine große Liebe retten zu können.

Die Handlung

Wade und Vanessa sind wieder vereint. Doch nach einem Zwischenfall beschließt Wade sich den X-Men anzuschließen. Als Azubi-X-Men versucht er dem jungen Russell Collins alias Firefist zu helfen, beide landen jedoch im Gefängnis. Während Russell in Deadpool einen Vater sieht, möchte dieser keine Verantwortung übernehmen. Bis Cable auftaucht, der es auf den Jungen abgesehen hat und diesen töten will. Deadpool versucht dies nun zu verhindern.

Meine Meinung

Deadpool 2 ist eine völlig verrückte Aneinanderreihung von verschiedenen Geschichten aus verschiedenen Genres. Es gibt die Trauerbewältigung, die „Wie-erziehe-ich-ein-Kind/Bin-ich-ein-guter-Vater“, die Gründung einer Superheldengruppe, das „Wie-werde-ich-ein-guter-Superheld“ und natürlich den Kampf gegen das große Böse. Das ganze wird mit ordentlich viel Action, Deadpool-mäßigem deftigem Humor und einer Menge Selbstironie überschüttet und dabei heraus kommt ein Film, den man entweder liebt oder mit dem man relativ wenig anfangen kann.
Ein großer Pluspunkt des Films ist es, dass er die Charakterentwicklung weiter fortsetzt. Sei es nun bei Deadpool selbst, der gleichzeitig mit mehreren Problemen konfrontiert wird und doch seine selbstironische Art behält, aber auch andere Charaktere, wie der Taxifahrer Lupinda oder der X-Men Colossus. Gleichzeitig werden auch wieder neue Charaktere eingeführt, denen (größtenteils) die nötige Zeit für die Einführung und Erklärungen zum Charakter gewährt werden.
Ein großer Negativpunkt ist die viel zu bunt gemischte und ohne richtigen roten Faden verlaufende Handlung. Gerade zur Mitte des Films gibt es eine große Kehrtwende in der Handlung, die einfach so gar nicht richtig funktionieren will und den restlichen Film damit sehr surreal werden lässt. Dabei war der Ansatz zunächst sehr gut. Mit dieser Kehrtwende soll ein Handlungsproblem gelöst werden, was zwar gelingt, aber die Drehbuchschreiber haben es sich dabei doch sehr einfach gemacht.
Hindernis ist hier vor allem der von Josh Brolin verkörperte Bösewicht Cable. Wie schon in Avengers Infinity War bringt Brolin einen Bösewicht auf die Leinwand, der Ecken und Kanten hat und vor allem eine plausible Vorgeschichte aufweist. Doch auch er kann nicht mehr darüber hinwegspielen, dass es sich gerade in Bezug auf seinen Charakter teilweise handlungsmäßig sehr einfach gemacht wurde. Zwar wurde das selbstironisch auch so angesprochen, aber irgendwo steigert sich die Unzufriedenheit beim Zuschauer.

Wir fassen zusammen: Deadpool hat eine gute Grundidee, verrennt sich aber in zu vielen Themen und macht es sich dafür von der Handlung her mit Kehrtwenden sehr einfach. Aber wisst ihr was? Der Film mit der Figur Deadpool funktioniert trotzdem einwandfrei. Man kann natürlich deutliche Schwächen finden und diese habe ich nun auch angesprochen. Aber im Endeffekt macht Deadpool einfach nur wieder höllisch viel Spaß! Gerade für einen Fan von Comicverfilmungen sind so viele schöne Andeutungen und Hinweise gestreut, dass man ständig laut aufjauchzen möchte. Hinzu kommen einige Cameo-Auftritte, mit denen keiner gerechnet hat, und genau das richtige Mischverhältnis zwischen Humor und Selbstironie. Wer auch immer auf die James Bond-Anspielung mit Celine Dion kam, dieser jemand ist mein persönlicher Held! Ich musste nach der Sichtung ein paar Nächte über den Film schlafen, weil ich eigentlich dachte, dass mich die einfache Handlung doch irgendwo stören würde, aber letztendlich erinnere ich mich mehr an den Spaßfaktor. Und auch die moralische Seite kam im Film nicht zu kurz, wurde aber ebenfalls geschickt eingebaut.
Der absolut geniale Soundtrack läuft bei mir übrigens seit neustem rauf und runter!

Das Fazit

Deadpool ist ein Film, dem man Schwächen nachweisen kann, den es aber überhaupt nicht interessiert. Das wilde Chaos an Genres, Themen, Handlungssträngen und Charakteren wird mit viel Witz und Selbstironie überschüttet, so dass der Film am Ende doch gut funktioniert und positiv in Erinnerung bleibt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Deadpool 2 läuft seit dem 17.05.2018 in den deutschen Kinos.

Paddington 2

Am 23.11.2017 erschien die Fortsetzung rund um den Bär aus Peru und seinen Abenteuern in London in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Bereits seit 1957 schreibt Autor Michael Bond über den kleinen Bären aus Peru, der von seiner Tante und Onkel nach London geschickt wurde und dort am Bahnhof Paddington von der Familie Brown gefunden wird. 25 Bücher umfasst die Reihe, von der nur zehn auf Deutsch übersetzt wurden. 2014 erschien bereits ein erster Film, der sich mit Paddingtons Ankunft in London beschäftigt und ein Abenteuer nach sich zieht, in dessen Folge Paddington und die Browns eine Familie werden.

Die Handlung

Paddington möchte seiner Tante Lucy zu ihrem 100. Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk machen. Schnell findet er in einem Antiquariat ein Buch über London. Doch um es kaufen zu können, muss er einige Nebenjobs annehmen. Als er endlich das Geld zusammen hat, wird das Buch gestohlen und Paddington des Diebstahls beschuldigt. Nun versucht Familie Brown seine Unschuld zu beweisen.

Meine Meinung

Das es zu dem ersten Film von Paddington eine Fortsetzung geben würde, stand außer Frage. Die eigentliche Frage war eher, um was würde es in der Fortsetzung gehen. Denn der Trailer, so süß er auch gemacht war, ließ keine großen Schlüsse zu und schreckte doch eher von einem Kinobesuch ab, als für ihn zu animieren. So habe ich vergleichsweise lange gezögert mich doch in den Kinosaal zu setzen. Erst nach ausdrücklicher Empfehlung kaufte ich mir das Ticket.
Der Film beginnt zunächst mit einer kurzen Übersicht über das Geschehen zwischen den beiden Teilen und was die Familienmitglieder seitdem tun. So plätschert der Film zunächst ein bisschen vor sich hin, kann aber doch mit süßen kleinen Einfällen wieder punkten und bringt das Publikum bereits hier zum schmunzeln. Erst dann wird das eigentliche „Problem“ erläutert, auf der die Haupthandlung basiert. Paddingtons Tante Lucy wird 100 Jahre alt und Paddington möchte ihr ein ganz besonderes Geschenk machen. Der weitere Verlauf des Films ist ungemein liebevoll gestaltet, auch wenn einige Szenen zunächst etwas befremdlich wirken für einen Kinderfilm. Im Laufe des Films gibt es einige Szenen, die auch absolut „over the top“ sind und auf den ersten Blick einfach nur bizarr wirken. Doch gerade diesen Szenen werden mit einer solchen Herzlichkeit umgesetzt, dass sie doch wieder hervorragend funktionieren und dadurch fast zum Herzstück des Films werden. Ich denke hier nur an einige Szenen, die im Gefängnis spielen.
Paddington hat eine ganz besondere Art Humor zu zeigen. Denn statt mit plumpen Witzen um sich zu schmeißen, bahnen sich die Witze ganz langsam an und überrollen den Zuschauer, bis sich dieser vor Lachen kaum noch auf den Sitzen halten kann. Selbst Szenen, die auf den ersten Blick nicht lustig wirken, schaffen es dann doch durch Kleinigkeiten – oder durch das Auftauchen von Mr. Curry, ich find seine schrullige Art ungemein lustig – wieder das Kino zum lachen zu bringen. So wechseln sich ernste, lustige, traurige und spannende Szenen regelmäßig ab und als Zuschauer fühlt man sich nur bestens unterhalten.
Zum bereits bekannten Cast um Hugh Bonneville und Sally Hawkins gesellen sich diesmal Hugh Grant als Bösewicht und Brendon Gleeson als Gefängniskoch. Ersterer scheint sich ungewollt selbst zu parodieren und spielt einen einst erfolgreichen Schauspieler, der sich selbst noch immer als das größte Talent weit und breit sieht, aber einfach keine ernstzunehmenden Rollen mehr bekommt. Trotzdem passt sein Charakter deutlich besser in den Paddington Film als noch Nicole Kidmans Millicent aus dem ersten Teil. Auch Brendon Gleeson ist ein großer Gewinn für den Paddington Film, spielt er doch den grummeligen Gefängniskoch mit einer Leidenschaft, die seinesgleichen sucht. Auch der bekannte Cast spielt gewohnt auf hohem Niveau.

Das Fazit

Paddington 2 ist ein süßer und liebevoller Familienfilm, der noch mehr als der erste Teil überzeugen kann. Obwohl er manchmal ein bisschen übertreibt, bringt er alle Emotionen gut rüber. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Kingsman – The Golden Circle

Am 21.09.2017 erschien die Fortsetzung des Überraschungserfolgs aus dem Jahr 2015 in den deutschen Kinos.

Zeitgleich werden systematisch in ganz Großbritannien die geheimen Verstecke der Kingsman systematisch zerstört. Nur Eggsy und Merlin überleben durch Zufälle. Ihre einzige Hoffnung die durchtriebene Poppy aufzuhalten und wieder einmal die Menschheit zu retten, sind ihr amerikanisches Pendant: Die Statesman.

2015 erschien der erste Teil der Kingsman-Reihe in den deutschen Kinos. Während er zunächst lediglich durch die im Kino kursierenden Trailer bekannt wurde, verbreitete er sich später wie ein Lauffeuer über Mundpropaganda und wurde damit in kürzester Zeit ein großer Erfolg. Elegant und britisch wie James Bond, knallharte und gut durchchoreografierte Action, wie bei John Wick und einen absolut durchgeknallten Superschurken. All dies machte das Erfolgsrezept aus.
Vor ein paar Wochen kündigte dann der nächste Trailer die Fortsetzung an. Während der erste Trailer noch wie ein billiger Abklatsch des ersten Teils wirkte und berechtigte Zweifel an der Notwendigkeit einer Fortsetzung schürte, konnte der zweite Trailer dann bereits wieder hohe Erwartungen schüren. Denn die Zerstörung der Kingsman und die Verlagerung der Handlung in die USA zu den Statesman bot ein großes Potential und gerade der Unterschied zwischen den steifen Kingsman und den lässigen Statesman machte ein Großteil des Witzes aus.
Und genau so wird der Film dann auch präsentiert. Er beginnt sogleich mit einer actionreichen Verfolgungsjagd, die dem Zuschauer gleich wieder die Dynamik von Kingsman vor Augen führt. Als nächstes lernen wir den neuen Superschurken kennen. Julianne Moore beerbt hier Samuel L. Jackson. Schon in einer ihrer ersten Szenen lässt sie sich darüber aus, dass sie nicht ernst genommen wird, weil sie im Drogengeschäft ist und dazu noch eine Frau. Dennoch ist sie nicht weniger verrückt als Jacksons Valentine. Trotzdem ist ihre Rolle kein einfacher Abklatsch, sondern hat Witz, eine ganz andere Idee, um die „Weltherrschaft zu übernehmen“ und ihren ganz eigenen Stil. Die erste Hälfte des Films bleibt größtenteils der Vorstellung aller neuen Charaktere überlassen. Im zweiten Teil hieß es dann „Country roads, take me home, to the place I belong“ und ist der Stratschuss für die eigentliche Mission und den ganz großen Spaß. Doch trotz einer Länge von 142 Minuten ist Kingsman durchgehend spannend. Es gibt keinerlei Längen oder überschlüssige Szenen. Dabei sprüht Kingsman nur so vor Witzen und komischen Szenen, bleibt dabei trotzdem knallhart und stets elegant. Genau diese Mischung macht Kingsman so einzigartig. Der bissige Konkurrenzkampf zwischen Kingsman und Statesman bleibt stets auf einem guten Level und drängt sich nie zu sehr in den Vordergrund.
Schauspielerisch hat der Film einige große Namen auf die Leinwand gebracht. Wie schon im ersten Teil schlüpfen Taron Egerton, Mark Strong und Colin Firth wieder in die Rolle der Kingsman. Neu ist hier Michael Gambon, der vielen als Dumbledore aus den Harry Potter Filmen bekannt sein dürfte. Auf amerikanischer Seite wurden Jeff Bridges, Halle Berry, Channing Tatum und Pedro Pascal gecastet, wobei nur letzterer genug Screentime bekam, um seine Rolle richtig entfalten zu können. Mit Julianne Moore wurde der Cast rund.

Alles in allem ist Kingsman ein Leinwandschmaus vom feinsten. Guter Cast, guter Soundtrack, durchdachte Handlung, gelungener Humor und Action vom allerfeinsten, bleibt trotzdem ein Punkt hinter dem Vorgänger zurück. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.