Dumbo

Ein Vorwort

Dass Disney im Realverfilmungs-Remake-Wahnsinn mitten drin steckt, dürfte man spätestens dann gemerkt haben, als für 2019 mit Dumbo, Aladdin und Der König der Löwen gleich drei eben dieser angekündigt wurden. Über die Notwendigkeit mag ich mich nicht erneut auslassen, möchte aber sagen, dass ich die ersten drei Versuche Maleficent, Cinderella und The Jungle Book durchaus noch verteidige, weil sie für mich noch neue Aspekte in die alte Geschichte einbringen konnten. Spätestens bei Die Schöne und das Biest, der bis auf zwei Szenen eine 1:1 Wiedergabe der alten Szenen und Dialoge darstellt, bin auch ich unter die Ablehner dieses Phänomens gegangen. Warum ich Dumbo wieder durchaus positiv fand, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Holt Farrier (Colin Farrell) kommt aus dem zweiten Weltkrieg zurück zum Zirkus der Medici-Brüder, für den er zuvor als Kunstreiter gearbeitet hat. Doch inzwischen ist seine Frau verstorben, die Pferde wurden verkauft und er selbst hat im Krieg einen Arm verloren. Zusammen mit seinen Kindern bekommt er die Aufgabe zugeteilt sich um die Elefanten zu kümmern. Als Elefantendame Mrs. Jumbo ihr Baby gebärt, soll es eigentlich die neuste Attraktion werden, doch sind bei Dumbo die Ohren viel zu groß. Die Kinder Milly und Joe suchen trotzdem nach einem Weg, dass Dumbo für den Zirkus nützlich bleibt.

Meine Meinung

Tim Burton präsentiert sich zurück und zeigt nach seiner Alice im Wunderland Variante erneut, dass er sich mit dem Disneystoff bestens auskennt und diesen auch wunderbar weiterentwickeln kann. Seine Alice im Wunderland gehört noch nicht zur Remake-Reihe, denn er erzählte die Geschichte einer erwachsenen Alice, die Wunderland vergessen hatte. Das misslungene Sequel lassen wir hier mal gekonnt unter den Tisch fallen, war Burton nur noch entfernt damit betraut. Nun durfte er den Dumbostoff bearbeiten.
Die erste große Änderung dürfte gewesen sein, dass in seiner Variante keines der Tiere mehr sprechen kann. Gab es im Animationsfilm noch die Maus Timothy und die Rabenschar, die Dumbo ermuntert haben das Fliegen zu erlernen, sind es hier die Kinder Milly und Joe. So wird der gesamte Fokus auch ein wenig vom Dumbo abgerückt und auch die anderen Zirkusmitglieder bekommen eine Geschichte. Dennoch bleibt der Schwerpunkt auf der Geschichte des kleinen Elefanten mit den großen Ohren.
Die zweite große Änderung Burtons ist der Schwerpunkt der Geschichte. Während der Animationsfilm damit aufhört, dass Dumbo mit Hilfe seiner Feder fliegen lernt, passiert hier das Gleiche bereits nach der Hälfte des Films. Die zweite Hälfte ist demnach komplett neu geschrieben und erzählt die Geschichte weiter. Dabei steht unser kleiner Elefant zwar weiterhin im Mittelpunkt, doch auch die gesamte Geschichte des Zirkus wird weitererzählt und auch auf die Schicksale der Menschen wird eingegangen.
Dabei zeichnet sich vor allem aus, dass die Geschichte bereits spannend war, als man noch ungefähr wusste, was passiert und gleich noch einmal spannender wurde, als man aus dem Bekannten ausstieg. Hier treffen sympathische auf unsympathische Charaktere und Schauspielgrößen, wie Collin Farrell, Dany deVito, Eva Green und Michael Keaton, geben sich die Klinke in die Hand. Das ganze wird mit Burtons unverkennbarer Handschrift überzogen und auch das Animationsteam hat bei Dumbo noch einmal gute Arbeit geleistet.
Die neue Dumbo-Variante ist für mich ein gutes Beispiel, dass bei Disneys Remake-Wahnsinn auch etwas Gutes herauskommen kann. Dennoch fehlt mir letztendlich der zündende Funke, um ihn mehr als einen soliden Film zu sehen. So waren die Charaktere von Eva Green und Michael Keaton doch etwas eindimensional und stereotypisch. Beide sind sehr gut gespielt, aber es fehlt die Entwicklung. Einige Entscheidungen waren zu vorhersehbar und auch das große Finale ist für den zuvor herrschenden  Tenor des Films dann etwas zu gewollt groß geraten.

Das Fazit

Dumbo ist ein positives Beispiel für Disneys Remake-Wahnsinn, denn die Geschichte wird gut weitererzählt und kann mit neuem Blickwinkel und weitergedachter Handlung viel Neues bieten. Leider fehlt der zündende Funke, um aus Dumbo mehr als eine solide Geschichte zu machen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Dumbo läuft seit dem 28.03.2019 in den deutschen Kinos.

Ein Gedanke zu „Dumbo

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