Downton Abbey

Ein Vorwort

Von 2010 bis 2015 erschienen die insgesamt sechs Staffeln der Serie Downton Abbey. Dabei ging es um eine adlige Familie im Herrenhaus Downton Abbey, das nicht nur dem ersten Weltkrieg trotzdem musste, sondern auch so manche Veränderungen in den Gesellschaftsschichten. Der Fokus lag dabei nicht nur auf der Familie Grantham, sondern auch auf deren Dienerschaft. Downton Abbey begeisterte durch eine gesunde Mischung aus Historie, Drama und unglaublich geschickten Dialogen. Ich erwähne wohl nicht das erste Mal, dass ich großer Fan der Serie bin. Nun soll die Geschichte, die an sich abgeschlossen ist, mit einem Kinofilm weitergehen. Dass Serien auf Kinoleinwand weiterzuführen, nicht immer gut ausgeht, hat man leider schon erlebt. Ob dies bei Downton Abbey der Fall ist, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Hoher Besuch wird auf Downton Abbey erwartet. Der König und die Königin haben ihren Aufenthalt für eine Nacht angekündigt. Nicht nur die Familie ist völlig aus dem Häuschen, auch die Dienerschaft kann ihr Glück kaum fassen. Doch die anfängliche Euphorie legt sich schnell, als die Dienerschaft seiner Majestät eintrifft und komplett übernimmt. Doch keiner auf Downton Abbey wird sich so leicht unterkriegen lassen.

Meine Meinung

Da die Serie mit einem wohl für alle Seiten befriedigendem Finale endete, standen die Macher nun vor der Herausforderung dort anzuknüpfen, doch etwas neues zu erzählen und das Ganze dann auch wieder zu einem runden Ende zu führen. Es musste also eine Idee her, bei der genug Raum war, um alle Charaktere wieder miteinzubinden, die genug und gleichzeitig wenig Drama bot, damit alle Handlungsstränge am Ende auch wieder auserzählt waren und die doch dem Zuschauer irgendwo einen gewissen Mehrwert bot. Tatsächlich war die Grundhandlung mit einer Übernachtung der königlichen Familie dafür bestens geeignet.
Denn so bekam jeder Charakter noch einmal die Chance einen mehr oder weniger großen Handlungsstrand zugeteilt zu bekommen. Während die Dienerschaft der Granthams sich mit der mitreisenden Dienerschaft der königlichen Familie anlegt, damit sie nicht wie überflüssiges Gesindel einfach beiseite geschoben werden können, hat Tom Branson Bedenken wegen seiner irischen Gesinnung. Mary ist mit der Planung vollkommen überfordert und überlegt mehr als einmal Downton endgültig aufzugeben, zumal ihr Mann bei einer Auto-Ausstellung in Chicago ist. Natürlich gibt es noch viel mehr kleine Handlungsstränge, aber ich  will natürlich nicht alle vorweg nehmen.
Wem jetzt jedoch schon der Kopf schwirrt vor Namen, der ist in dem Film definitiv falsch. Denn der Film nimmt sich keine Zeit die Charaktere erneut vorzustellen, die der treue Serienzuschauer bereits seit sechs Staffeln in und auswendig kennen gelernt hat. So wendet sich der Film tatsächlich auch genau nur an diese Zielgruppe, die wohl den größten Spaß ma Film haben dürften. Also ist der Film nur etwas für Fans? Jein. Denn natürlich gibt es sehr viele Charaktere und deren genaue Verstrickungen wird man in einem einzelnen Film wohl nicht nachvollziehen können. Dennoch haben sich die Drehbuchautoren große Mühe gegeben keine tausend Insider einzubauen, sondern die Dialoge zwar mit dem gewohnten Biss gestaltet, aber eben auch so, dass ein Downton Abbey Neuling den kompletten Handlungsverlauf nachvollziehen kann.
Wir haben, wenn man mal die Tatsache außer Acht lässt, dass der Film die Serie weitererzählt, einen Film, der mit witzigen und gleichzeitig bissigen Dialogen daher kommt, wir haben mit Highclere Castle, das als Downton Abbey dient, eine atemberaubende Kulisse, wir haben wunderschöne Kleider, gerade in der finalen Ballszene, mit einem tollen Blick für Details. Wir haben Darsteller, die ihre Figur exakt verkörpern und mit einer Inbrunst spielen, die ihresgleichen sucht. Somit an sich einen echt guten Film. Wie gesagt, einziges Manko für Nicht-Serien-Seher ist, dass die Charaktere in ihrer Konstellation nicht vorgestellt werden.

Das Fazit

Downton Abbey ist für Fans die lang ernsehnte Wiedervereinigung aller geliebten und teilweise gehasster Charaktere. Für Neulinge ist es ein Historienfilm, der seinesgleichen sucht, was Detailliebe angeht. Vor allem mit den witzigen und bissigen Dialogen können wohl beide Parteien etwas anfangen. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Downton Abbey läuft seit dem 19.09.2019 in den deutschen Kinos.

7 Gedanken zu „Downton Abbey

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