Eine Handvoll Filme – 2/21 – Dokumentationsspecial

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr – diesmal dreht sich alles um Dokumentationen. Heute mit: den sozialen Medien, einer versunkenen Stadt, dem Okavangodelta, großen Katzen und einer einzigartigen Unterwasserwelt.

Das Dilemma mit den sozialen Medien

Die Handlung: Wir sind doch alle täglich auf den sozialen Medien unterwegs. Doch wie kontrollieren uns diese? Warum kommen wir nicht davon los? Und was für Daten werden gesammelt?

Meine Meinung: Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Snapchat und wie die sozialen Medien nicht alle heißen. Sie alle eint ein Prinzip: Möglichst viele Menschen auf ihre Plattform locken und da halten. Sie alle versuchen das mit leicht abgewandelten Prinzipen und haben es geschafft uns weiß zu machen, dass man die Plattformen nutzen muss, wenn wir mit unseren Freunden in Verbindung bleiben wollen. Und auch wenn ich grundsätzlich immer noch der Ansicht bin, dass die meisten davon hilfreich sind – ich bin aber auch öfter umgezogen – sind die Nachteile und die Probleme der Plattformen nicht mehr von der Hand zu weisen. Genau damit beschäftigt sich die Dokumentation. Dafür hat sie zum einen die Geschichte einer fiktiven Familie, die zunehmend einer Handysucht erliegen. Unterbrochen wird dies von Interviews mit mehreren ehemaligen – und teilweise auch ranghohen – Mitarbeiter*innen bekannter Social Media Plattformen. Dabei kommen einige verstörende Details ans Tageslicht, die eigentlich keinen überraschen sollte, es aber doch tun. Die Frage ist daher, wie man mit diesem Wissen umgeht und so eine gesunde Beziehung zu den sozialen Medien aufbaut. Auf jeden Fall eine große Sehempfehlung.

Expedition Atlantis

Die Handlung: Regisseur James Cameron und Archäologe Simcha Jacobovici begeben sich auf Spurensuche, um das Geheimnis von Platons Atlantis zu lösen. 

Meine Meinung: Ich finde das Phänomen und den Mythos Atlantis super spannend. Daher hatte mich die Dokumentation sofort angesprochen, zumal mich Camerons andere Doku über die Titanic ebenfalls sofort in den Bann ziehen konnte. Diesmal ist er eher die Randfigur und wir folgen Jacobovici durch den Süden Europas. Hier werden immer wieder Theorien verschiedener Archäologen herangezogen und mit den Schriften Platos verglichen. Es werden verschiedene Stätten besucht und so entsteht eine Art Schnitzeljagd, bei der herauskommt, dass es Atlantis wohl gab, aber es gibt keine finale Antwort, wo es genau lag und warum es versunken ist. Aber allein der Weg dahin ist spannend, informativ und lehrreich. Wer also immer schon einmal mehr über Atlantis wissen wollte, sollte hier einmal vorbeigeschaut haben.

Die Flut – Okavango unter Wasser

Die Handlung: Eine Dokumentation über das Okavango-Delta in Botswana und wie die alljährliche Flut das Leben dort beeinflusst.

Meine Meinung: (OV) Das Okavangodelta in Botswana ist ein atemberaubendes Naturschauspiel voller tierischem Lebens, das direkt von der jährlichen Flut beeinflusst wird. Wir verfolgen hier allerlei Tiere und sehen, wie sie sich an die verschiedenen Bedingungen anpassen. In den 92 Minuten Lauflänge wird ein ganzes Jahr gezeigt. Die Bilder sind absolut einzigartig, in hoher Qualität gefilmt und sehr lebensnah. Natürlich ist hier eine Ähnlichkeit zu vergleichbaren Dokumentationen zu erkennen, aber im Vergleich ist die Flut schon sehr hochwertig produziert. Hinzu kommt, dass Angela Bassett die Erzählstimme übernimmt. Die Dokumentation ist auch nur im Originalton enthalten, so dass man um ihre wunderbar sanfte aber gleichzeitig intensive Stimme genießen kann. Sie schafft es mühelos einen in den Bann zu ziehen und alle Sinne allein mit ihrer Stimme anzusprechen. Wer also eine Naturdokumentation mit tollen Bilder und einer tollen Erzählstimme – und vor allem endlich auch mal einer weiblichen Erzählstimme! – sehen möchte, dem sei diese Dokumentation auf jeden Fall ans Herz gelegt.

Wettkampf der Raubkatzen

Die Handlung: In dieser Dokumentation treten Löwen, Tiger und Geparden in vier Disziplinen gegeneinander an. Natürlich alles ganz harmlos und unter Zoobedingungen.

Meine Meinung: Raubkatzen-Spezialist Boone Smith kennt alle Stärken und Schwächen der Raubkatzen. Diesmal will er sie in einem ultimativen Wettstreit gegeneinander entreten lassen. Sei es nun, wer am höchsten springen kann oder wer die versteckte Beute am schnellsten findet. In vier Disziplinen wurde insgesamt getestet. Dabei schneiden die drei Raubkatzen sehr unterschiedlich ab. Darüber hinaus gibt es auch viel wissenswertes zu den Katzen. Für mich als großer Katzenfan – und vor allem Raubkatzen haben es mir angetan – war es sehr spannend, aber wer sich gar nicht für Katzen interessiert, dem bringt die Dokumentation auch nichts. Die Disziplinen waren auch alle tierfreundlich und alles wurde unter Zoobedingungen gefilmt. Wer also mal 44 Minuten übrig hat, sollte hier durchaus mal vorbeischauen.

Die verschollenen Inseln

Die Handlung: Wir verfolgen ein Forscherteam zu den abgelegenen Pitcairn Inseln und erleben eine nahezu unberührte Unterwasserwelt.

Meine Meinung: Habt ihr vor meiner Handlungsbeschreibung schon einmal von den Pitcairn Inseln gehört? Nein, ich auch nicht. Das liegt wohl daran, dass sie sehr abgelegen im Südpazifik liegen und das weitgehend unbewohnt sind. Dadurch ist die Unterwasserwelt rund um die Inseln nahezu unberührt. Das merkt man vor allem an der Haipopulation. Da ich allgemein sehr fasziniert von Unterwasserwelten bin und auch Haie faszinierend finde, war für mich die Dokumentation in der Hinsicht sehr spannend. Auch an Land wird einiges erkundet und obwohl die Inseln so unbekannt sind, sind sie nicht geschützt vor Umweltverschmutzungen und Müll. Die Dokumentation ist spannend, weist wunderschöne Bilder auf, aber irgendwo hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Irgendwo der Funken, der sie aus der breiten Masse heraushebt. Grundsätzlich ist es eine sehr solide Dokumentation, aber leider auch nicht mehr. Dennoch, wer sich für das Thema interessiert, sollte hier auf jeden Fall mal einen Blick wagen.

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