Eine Handvoll Serien – 6/21 – Reportagenspecial

Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr – einem Reportagenspecial. Heute mit dabei: Eine chaotische Köchin, einem fancy Motel, Aufräumen mal anders, traumhaften Häusern und Zickenkrieg in Australien.

Cooking with Paris – Staffel 1

Die Handlung: Paris Hilton hat ihren Ruf als IT-Girl und Partymaus hart erarbeitet. Doch nun will sie es ruhiger angehen lassen und sesshaft werden. Damit sie ihren Verlobten auch kulinarisch verwöhnen kann, versucht sie sich an einigen Rezepten. Dabei bekommt sie prominente Unterstützung.

Meine Meinung: Man kann von Paris Hilton halten, was man möchte, aber die Frau weiß sich zu vermarkten. Wie viel von der hilflosen Blondine in gewagten Designeroutfits gespielt ist und wie viel wirklich sie, vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall versteht sie etwas von gewagtem Auftritt. Auch die Kochshow selbst wirkt wie eine einzige Selbstinszenierung. Daneben wirkt Kim Kardeshian wie die Vorzeigehausfrau schlechthin. Wenn man die Serie aber mit einem gewissen Augenzwinkern betrachtet, funktioniert sie erstaunlich gut. Die Rezepte sind abwechslungsreich und aufwendig. Die grundsätzliche Überforderung beim Kochen für Anfänger*innen ist oftmals durchaus nachvollziehbar. Es ist eher das drum herum – ich meine wer kocht freiwillig im Abendkleid und mit Seidenhandschuhen? – das so herrlich abstrus wirkt. Sagen wir für die leichte Unterhaltung zwischendurch funktioniert die Serie erstaunlich gut. Man sollte nur keine Erwartungen an sie haben.

Motel Makeover – Staffel 1

Die Handlung: Die Freudinnen April und Sarah haben bereits ein Motel zusammen eröffnet. Nun wollen sie ein weiteres übernehmen. Dafür suchen sie sich ein heruntergewirtschaftetes und verpassen ihm ihren ganz eigenen Stil.

Meine Meinung: Eigentlich hatte ich nur durch Zufall auf die Serie geklickt, wollte nur kurz reinschauen. Dann war ich kurzzeitig abgeschreckt, weil es um ein Renovierungsprojekt über eine ganze Staffel geht. Ich befürchtete, dass es sich dadurch ziehen könnte. Doch schon nach einer Folge konnte ich nicht mehr wegschalten und habe die Staffel in drei Tagen durchgebinged. Dabei ist es vor allem die positive Art der beiden Freundinnen, die mich immer wieder mitgerissen hat. Ihre Vorliebe für gewisse Farben und einem guten Rosé sorgte fast dafür, dass ich meinen Weinvorrat aufgestockt hätte. Aber auch darüber hinaus ist es spannend, auch wenn die beiden sich eher durch überspielte Inkompetenz auszeichnen. Dennoch funktioniert es gut, da die beiden sich an den wichtigen Stellen Hilfe holen und genau wissen, wo ihre Stärken sind. Letztlich ziehen sich die Renovierungen tatsächlich aber eher Corona geschuldet. Mir hat die Serie gut gefallen und ich freu mich schon auf das nächste Projekt der beiden.

Glück und Freude mit Marie Kondo – Staffel 1

Die Handlung: Nach ihrem Aufräumerfolg ist Marie Kondo mit einer neuen Serie zurück. Auch diesmal geht es rund um das Thema Aufräumen. Sowohl am Arbeitsplatz als auch – und hier vorallem – im Leben der Teilnehmer*innen. Dabei will sie Glück und Freude verteilen.

Meine Meinung: Marie Kondo hat für eine weltweite Welle gesorgt. Entweder mochte man ihren Aufräumstil und hat ihre Tipps und Tricks auch gleich umgesetzt, sowie bei mir, oder man konnte damit wenig anfangen. Doch ihre Standardfrage „Does it spark joy?“ (Deutsch = Entfacht es Freude?) ist noch immer in aller Munde. Nun kam keine direkte zweite Staffel, sondern eine neue Kurzserie mit drei Folgen. Diesmal geht es primär um Arbeitsplätze, die es gilt aufzuräumen. Dabei geht Marie jedoch tiefer und packt Probleme an der Wurzel, die meistens im familiären liegen. So schafft sie es mit ihren Aufräumaktionen Glück und Freude ins Leben der Teilnehmer*innen zu bringen. Dabei sind es die Geschichten, die einen mitnehmen und mitfiebern lassen. Gespickt wird es auch hier mit einigen schönen Aufräumtipps, die man gut umsetzen kann. Denn am Arbeitsplatz ist vieles einfach nötig, entfacht aber nicht unbedingt Freude. Dabei ist Marie mit ihrer Art wieder ein wichtiger Bestandteil der Serie, drängt sich jedoch nicht in den Vordergrund, sondern lässt die Geschichten für sich sprechen.

Traumhaus Makeover – Staffel 1-2

Die Handlung: Shea McGee hat zusammen mit ihrem Mann eine Renovierungsfirma gegründet. Egal, ob das ganze Haus oder nur einzelne Zimmer, egal ob großes oder kleines Budget, die McGees kümmern sich um alle Wünsche. Mit ihrem unvergleichlichen Einrichtungsstil treffen sie dabei immer ins Schwarze. 

Meine Meinung: Nachdem mir Motel Makeover so gut gefiel, bin ich bei den Empfehlungen bei den Traumhäusern gelandet. Bereits nach einer Folge hatte mich auch diese Serie gefangen und ich habe in kürzester Zeit beide bereits erschienen Staffeln durchgebinged. Auch hier sind es vor allem die McGees, die durch ihre grundsympathische Art einen gefangen nehmen. Hinzu kommt auch, dass die Projekte teilweise wirklich spannend sind und man das Endergebnis sehen will. Hier wird im Gegensatz zum Motel in jeder Folge ein anderes Projekt vorgestellt. Dabei reicht die Palette von einzelnem Raum zu ganzem Haus. Alles ist möglich. Interessant fand ich auch, dass es diesmal auch alle möglichen Budgets gab. Also auch kleine Budgets berücksichtigt wurden. Demnach gab es dann eher kleinere Änderungen, aber sie wurden nicht von vornherein abgelehnt. In Staffel zwei ist dann auch Corona und die Auswirkungen wieder mit enthalten, da es sich mit den Dreharbeiten überschnitten hat. Auch hier ist es interessant, wie in der Branche und den USA damit umgegangen wurde.

Instant Hotel – Staffel 1-2

Die Handlung: In Australien wird es immer mehr zur Mode das eigene Heim auch als Hotel anzubieten, also daraus ein sogenanntes Instant Hotel zu machen. Verschiedene Besitzer*innen treten gegeneinander an, um herauszufinden, wer Australiens bestes Instant Hotel hat.

Meine Meinung: Nachdem mir die beiden Makeover Serien so gut gefielen, hat mir Netflix diese Serie vorgeschlagen.Durch einen Fehler auf der Streamingplattform begann ich mit Staffel 2. Hier lernen wir vier Paare kennen, die ihre Instant Hotels nach einander präsentieren. Die besten zwei kommen ins Finale. Neben den anderen Paaren gibt es eine Jury aus zwei professionellen Bewerter*innen. Das hat vergleichsweise gut geklappt, auch wenn ein paar ziemlich arrogant und zickig war, aber hey, das hat zumindest für Stimmung gesorgt. Wirklich schlimm wurde es erst, als ich mir danach noch die erste Staffel ansah. Denn hier gab es zwei Runde mit je fünf Paaren und nur einer professionellen Jurymeinung. War ich schon über die Zickereien in der ersten Runde erstaunt, versetzte die zweite der Serie den Todesstoß. Nur Intrigen, Lügen, Bevorteilung und Zickereien. Es war echt ein Armutszeugnis. Für so ein Niveau kann ich auch nachmittags ins Privatfernsehen schalten. Hätte ich mit der Staffel angefangen, hätte ich die zweite wohl nie gesehen. Wer auf niveauvolle Unterhaltung steht, sollte von dieser Serie die Finger lassen.

Habt ihr eine davon gesehen? Wie fandet ihr sie?

Eine Handvoll Filme – 3/21

Herzlich Willkommen zu dritten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer traurigen Hochzeit, einem superheldigen Eichhörnchen, eine Familie sagt Ja, einer Origin-Story und Spionage in Hamburg.

The Farewell

Die Handlung: Billi Wang lebt in New York nachdem sie mit ihrer Familie aus China ausgewandert ist. Als sie erfährt, dass ihr Großmutter Lungenkrebs hat, ist sie am Boden zerstört. Doch die Familie beschließt der Oma nichts zu sagen, sondern eine Hochzeit zu arrangieren, damit alle sie nochmal sehen. Billi ist hin- und hergerissen zwischen Loyalität zur Familie und dem Wunsch sich richtig von ihrer Großmutter zu verabschieden.

Meine Meinung: Sitten aus anderen Kulturen können befremdlich wirken. Wenn es jedoch die eigene ist und man mit dem, was man für richtig hält, die ganze Familie gegen sich aufbringen würde, wie soll man sich da verhalten? Genau in diesem Dilemma befindet sich Billi Wang, lebt sie doch mit ihren ausgewanderten Eltern in New York und ist auch mit der amerikanischen Kultur groß geworden. Doch ihre Familie prägt ihr immer wieder ein, dass sie nichts sagen darf. Der Film hat eine sehr melancholische Stimmung und kann einen aufs Gemüt schlagen. Er bemüht sich die Thematik so zu erzählen, dass man als Außenstehender die Beschlüsse der Familie versteht, auch wenn man sie nicht nachvollziehen kann. Billi ist dafür die ideale Bezugsperson. Zwischendurch versucht der Film die Stimmung ein bisschen aufzulockern, indem ein paar Situationen eingeschoben werden, über die man unweigerlich schmunzeln muss. Dennoch bleibt der Film sehr ernst. Awkwafina spielt die Zerissenheit der Protagonistin in einer sehr reduzierten Form gekonnt aus. Gewinnerin der Herzen ist jedoch Shuszen Zhao als Nai Nai (Großmutter), die ihre Rolle mit viel Leben und Liebe füllt. Letztendlich ist The Farewell ein guter Film mit einem schweren Thema.

Flora & Ulysses

Die Handlung: Flora, 10 Jahre alt, ist Tochter einer Autorin und eines Comiczeichners leidet unter der Trennung dieser. Bis Ulysses bei ihr auftaucht, ein aufgewecktes Eichhörnchen, von dem Flora glaubt, dass es Superkräfte hat. Allerdings ist vor allem Chaos angesagt. 

Meine Meinung: Nachdem ich den Trailer von Flora & Ulysses gesehen habe, war ich sehr abgeschreckt, sah er doch vorne und hinten nicht zusammenhängend aus, wie eine wilde Mischung aus verschiedenen Genres. Am Ende wusste man nicht, ist Ulysses nun ein Supereichhörnchen oder nicht. Das ich dem Film letztlich doch noch eine Chance gegeben habe, war großes Glück, sonst hätte ich einen liebevollen Kinderfilm verpasst. Zwar ist der Film mit der Rolle des Ulysses immer noch ein bisschen zwiegespalten, aber dennoch funktioniert er. Gerade weil er unkonventionell ist, weil er in der Handlung springt, aber vor allem weil er eine gute Mischung an Charakteren hat. Wir haben Flora, die an die Superhelden aus den erfolglosen Comics ihres Vaters glaubt, die Dinge auf ihre ganz eigene Weise löst und dennoch einfach ein Kind ist. Dann haben wir ihre Eltern mit einer sehr süßen Liebesvorgeschichte, auch wenn sie sich während des Films in Trennung befinden. Und wir haben den Nachbarsjungen, der zu seiner Tante geschickt wurde, weil er an hysterischer Blindheit leidet. Leider wird sich mit dem Thema und den Gründen nur ganz am Rande auseinander gesetzt, aber dennoch respektvoll umgegangen. Und das absolute Highlight des Films ist wohl Danny Pudi (bekannt aus Community) als Polizist. So bietet der Film einige Stellen zum Lachen, zum mitfieber und verstärkt das ganze noch mit einer guten Prise Herzlichkeit.

Yes Day

Die Handlung: Allison und Carlos Torres sind eigentlich sehr lebensbejaende Eltern. Doch seit ihre Kinder da sind, erwischen sie sich selbst dabei, wie sie nur noch „Nein“ sagen. Bis der Vertrauenslehrer der Schule sie zu einem „Yes Day“ ermuntert. Ein Tag, an dem sie zu allem, was die Kinder wollen „Ja“ sagen müssen, zumindest innerhalb gewisser Regeln. 

Meine Meinung: Der Anfang von Yes Day ist wohl der familiennähste, den ich in letzter Zeit gesehen habe. Der Wandel der lebensbejaenden Eltern, die gerne auch mal Risiken eingehen, nur um etwas zu erleben, zu den fürsorglichen Eltern, die ihren Kindern einfach viel verbieten müssen, ist in wenigen Bildern gezeigt, aber dafür gut nachvollziehbar. Während die Idee für den Yes Day ein wenig „Deos Ex Machina“ kommt, ist die Einführung eben dessen gut gelungen. So bewegt sich der Film die ersten 2/3 auf guten Gewässern, ist gleichzeitig witzig und spannend. Dabei werden trotzdem die Charaktere richtig eingeführt, so dass auch die Familienkonstellation über den Yes Day hinaus funktioniert. Das letzte Drittel ist dann das typische Eskalationsmaterial, von dem ich befürchtete, dass es passiert. Also der Teil, in dem einfach alles aus dem Ruder läuft und man als Zuschauer nur noch hilflos zusehen kann, wie die Charaktere sich immer tiefer reinreiten. Ab dem Punkt geht dann auch der Unterhaltungswert des Films deutlich zurück. Letztendlich überzeugt der Film als Gesamtwerk aber doch, auch wenn man das Ende mit wesentlich weniger Fremdschämpotenzial umsetzen könnte.

Scooby

Die Handlung: Als Scooby ein Gyrosspies am Strand klaut, trifft er auf den einsamen und freundlosen Jungen Shaggy. Beide werden sofort die besten Freunden. Als sie an Halloween auf Fred, Velma und Daphne treffen und einen Geist enttarnen, gründen sie die Mystery Inc. Viele Jahre später werden sie getrennt, kurz bevor es jemand auf Scooby abgesehen hat. 

Meine Meinung: Abgesehen von dem einen Realfilm habe ich Scooby-Doo nie so verfolgt. Grob kenne ich die Mystery Inc und die Charaktere, so dass ich neulich an einem ruhigen Nachmittag durch Sky schaltete und mich Scooby als Welpe anlächelte. So gab ich dem Film eine Chance. Grundsätzlich ist der Film genau das, was ich erwartet habe. Eine lockere Nachmittagsablenkung. Ein paar gute Witze, tolle Charaktere, ein paar Sachen vielleicht zu abgefahren, aber vor allem kein allzugroßer Anspruch, um die Handlung zu verfolgen. Und das ist in erster Linie positiv gemeint. Shaggy und Scooby sind auch hier einfach ein wunderbares chaotisches Team und schaffen es irgendwie aus jeder Situation wieder raus. Die Handlung ist spannend, bietet einige Überraschungen und setzt die Witze an die richtige Stelle. Antagonist und einige Nebencharaktere sind zwar ziemlich überzeichnet, aber auch das funktioniert gut – auch wenn die süßen kleinen Roboter Sidekicks schon sehr an die Minions angelehnt scheinen.

A most wanted man

Die Handlung: Günther Bachmann ist Strippenzieher einer halboffiziellen Spionageeinheit in Hamburg. Als dort der Flüchtling Issa Karpov, halb Russe, halb Tschetschene, auftaucht, schlägt die Einheit Alarm. Vorsichtig versuchen sie sich ihm zu nähern, doch auch andere Einheiten sind an Karpov interessiert. 

Meine Meinung: Der letzte Film mit Phillip Seymour Hoffman lag sehr lange auf meinem SuF (=Stapel ungesehener Filme). Im Rahmen meiner 21 für 2021 Challenge, habe ich ihn nun von eben diesem befreit. Leider hat er mir gar nicht zugesagt. Grundsätzlich fand ich die Ausgangskonstellation mit der Spionageeinheit in Hamburg interessant. Auch der Cast mit Hoffman, Rachel McAdams und Willem Dafoe klang gut, so dass ich einen Blick wagen wollte. Die Umsetzung ist leider ganz schön zäh, was vor allem daran liegt, dass man nur wenig von dem, was vor sich geht, versteht. Denn anstatt irgendjemandem irgendetwas zu erklären hat Hoffmans Rolle natürlich den großen Plan, legt sich ringsrum mit allen anderen Abteilungen an und hetzt wild von A nach B. Der Zuschauer selbst muss dann anhand der Reaktionen der anderen Agierenden herausfinden, was eigentlich gerade passiert. Das funktioniert auch nur so semi, so dass die Wendungen einen völlig unvorbereitet treffen, weil man einfach nicht versteht, wann genau in der Handlung etwas schief gelaufen ist.

Habt ihr einen Film davon gesehen? Wie fandet ihr ihn?

Eine Handvoll Serien – 3/21

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer Freundschaft seit Kindertagen, einer magischen Parallelwelt, einer Country Sängerin als Nanny, ein Einblick in die unteren Decks und einer Entdeckung von Hexen.

Immer für dich da – Staffel 1

Die Handlung: Tully Hart (Katherine Heigl), eine erfolgreiche Talk-Show Moderatorin und Kate Mularkey (Sarah Chalke), Hausfrau und mitten in der Scheidung, sind seit ihrer Kindheit die besten Freundinnen. Während Tully aus schwierigen Verhältnissen mit ihrer drogensüchtigen Hippie-Mutter kam, ist Kate sehr behütet aufgewachsen. Doch trotz aller Gegensätze sind sie immer für einander da.

Meine Meinung: Immer für dich da erzählt die Geschichte einer Freundschaft auf drei Zeitebenen. Zum einen die Jugend der beiden, dann ihre erste Zeit in der Medienbranche und schließlich die Gegenwart (zeitlich Anfang der 2000er), in der Tully ihre Karrieredurchbruch schon hinter sich hat und Kate mit ihrer Scheidung und dem Wiedereintritt in die Medienbranche hadert. Nach dem Trailer habe ich gezögert, ob die Serie wirklich etwas für mich ist, weil ich kein großer Fan von reinen Dramaserien bin. Mich hat letztlich die Prämisse der Freundschaft und der Originaltitel „Firefly Lane“ überzeugt. Leider war letztlich mein erster Eindruck richtig. Denn die Serie findet keinen richtigen Rhythmus, sondern springt in den Zeiten hin und her und zeigt nur, wie sich die beiden Freundinnen immer wieder streiten – teilweise auch aus vollkommen nachvollziehbaren Gründen – und sich dann wieder vertragen. Viele Entwicklungen gerade aus der Vergangenheit werden durch den Gegenwartszeitstrang vorweggenommen, weswegen sie einfach nicht überraschend kommen. Lediglich die Dynamik der beiden Protagonistinnen hält die Zuschauenden bei der Stange. Leider tritt sehr schnell das ein, was ich an Dramaserien nicht mag: Es passiert zu schnell zu viel. Grundsätzlich finde ich die angesprochenen Themen gut und auch wie damit umgegangen wird. Aber es ist in der Masse einfach zu viel. Und dann hat man sich durch die ganze Staffel mit 10 Folgen mit je ca. 50 Minuten Lauflänge gequält um ein so offenes Ende mit Cliffhanger zu bekommen, dass man beinahe gezwungen wird, eine mögliche zweite Staffel zu sehen. Ob ich der Serie dann aber noch einmal eine Chance geben würde, bleibt abzuwarten.

Immer für dich da ist seit dem 03.02.2021 auf Netflix verfügbar

Willkommen im Haus der Eulen – Staffel 1

Die Handlung: Luz Noceda war eigentlich auf dem Weg in ein Sommercamp für schwierige Teenager, in das sie ihre Mutter schicken wollte, nachdem sie in der Schule vermehrt auffällig wurde, da sie eher in einer eigenen Fantasy als der Realtät zu leben scheint. Doch unterwegs folgt sie einer Eule und stolpert prompt durch ein Portal in eine andere Welt. Dort trifft sie auf die Eulenlady und Hexe Eda und ist so fasziniert von der Welt, dass sie beschließt zu bleiben. Und obwohl Menschen keine Magie ausüben können, nimmt die bei Eda Unterricht.

Meine Meinung: Manche Serien darf man auf keinen Fall nach ihrer Pilotfolge beurteilen. Als mir meine beste Freundin ganz begeistert von ihrer Neuentdeckung erzählt hat, habe ich ihr vertraut. Gefiel mir doch schon „Willkommen in Gravity Falls“ sehr gut, bei der Showrunnerin Dana Terrace ebenfalls ihre Finger im Spiel hatte. Doch nach der ersten Folge hätte ich beinahe aufgehört, weil es mir ein einziges Chaos war und ich bis auf wenige Figuren nichts mehr der Serie anfangen konnte. Doch ich hielt durch und ab Folge 3 wurde es merklich besser, bis ich gänzlich dem Sog der Serie erlag und innerhalb von drei Tagen die erste Staffel mit 19 Folgen je ca. 23 Minuten durchgebinged habe. Denn Willkommen im Haus der Eulen bietet nicht nur eine völlig faszinierende Parallelwelt voller Überraschungen und Gefahren, sondern auch liebenswerte Charaktere. An manche musste man sich vielleicht erst gewöhnen, aber andere hat man sehr schnell ins Herz geschlossen – ich sag nur Edas dämonischen Mitbewohner King. Vieles ist auch sehr abgedreht, aber letztlich immer in einem guten Maß (außer halt in der Pilotfolge). Wer mit der Serie anfangen will, den erwartet eine abgefahrene Welt, aber doch irgendwo im Stile anderer Disneyserien.

Willkommen im Haus der Eulen ist seit dem 31.08.2020 auf Disney+ verfügbar

Country Comfort – Staffel 1

Die Handlung: Bailey (Katherine McPhee) ist Countrysängerin von ganzem Herze und sing in der Band ihres Freundes. Als dieser nicht nur mit ihr Schluss macht, sondern sie auch aus der Band wirft und gegen seine neue jüngere Freundin austauscht. Als sie vor der Situation fliehen will, bleibt auch noch ihr Wagen liegen. Auf der nächstgelegegen Farm trifft sie auf Familie Haywood, die sie für ihre neue Nanny halten. Trotz aller Erklärungsversuche Baileys wird sie eingestellt und stellt kurz darauf fest, dass die Mutter vor nicht allzulanger Zeit gestorben ist und die Kinder sich nicht an die neue Freundin ihres Vaters gewöhnen wollen. Umso schneller schließen sie Bailey ins Herz, die nun nebem dem Nannysein versucht ihre Solokarriere voranzutreiben.

Meine Meinung: Country Comfort umfasst bisher eine Staffel mit 10 Folgen mit einer Länge zwischen 20 und 30 Minuten. Der Einstieg in die Serie ging sehr flott, so dass man sich schnell  auf der Ranch von Familie Haywood wiederfindet. Hier gibt es einen kurzen Zeitpunkt der Überforderung, wenn man versucht sich die Namen der fünf Kinder zu merken. Aber auch das ist schnell überwunden, so dass man sich auf die Handlung konzentrieren kann. Zumal die Kinder, auch wenn sie bewusst mit einem gewissen familienähnlichen Aussehen gecastet wurden, sich durch ihren Charakter stark unterscheiden. Dadurch findet man leicht in die Serie rein, zumal jeder Charakter die Handlung auf eine bestimmte Weise vorantreibt. Als Sitcom funktioniert die Serie größtenteils sehr gut. Es gibt pro Folge einige gut pointierte Witze, die einen instant lachen lassen und so hat man das Gefühl, dass die Serie gute Laune verbreitet. Das Problem ist eher, dass die Serie trotz der herzlichen Charaktere, an vielen Stellen sehr gestellt wirkt. Man kann einfach die gesamte Handlung sehr gut vorhersehen, vor allem die in den einzelnen Folgen. Dadurch passiert wenig überraschendes. Wen das nicht stört, dem garantiere ich ein paar erheiternde Minuten mit der Haywood-Familie.

Country Comfort ist seit dem 19.03.2021 auf Netflix verfügbar

Star Trek: Lower Decks – Staffel 1

Die Handlung: Es ist viel zu tun auf der USS Cerritos, einem eher unbedeutenderen Schiff der Sternenflotte. Das alles reibungslos funktioniert liegt wohl vor allem an den Ensigns, die auf den unteren Decks arbeiten, weit entfernt von der Brücke. Diesmal geht es um die Abenteuer dieser Crew.

Meine Meinung: Gefühlt schießen seit neuestem nach dem Erfolg von Rick & Morty immer mehr Animationsserien aus dem Boden, die weniger kinderfreundlich sind, sondern eine sehr derbe Sprache haben. Star Trek: Lower Decks gehört dazu. Sobald man sich damit arrangiert hat, dass sie ganz anders als die bekannten Star Trek Serien ist und bekannte Muster auch gerne mal auf die Schippe nimmt – aber immer mit einem liebevollen Zwinkern – findet man sich in einem Team voller witziger und einzigartiger Charaktere wieder. Und auch, wenn man einiges von der Brückencrew erfährt, auch wenn diese absichtlich sehr klischeehaft dargestellt wurde, liegt der Fokus doch auf den Ensigns und den unteren Decks. Also genau die, die in den bisherigen Serien immer dann eingeblendet wurden, wenn das Schiff angegriffen wurde und man darstellen wollte, dass das ganze Schiff durchgeschüttelt wurde. Und das ist nicht nur ein interessanter Einblick in die unbekannteren Regionen, sondern eben auch sehr witzig, weil hier sehr viel schief geht. Wer also mal einen neuen Blick wagen und sich von den derberen Dialogen nicht abschrecken lässt, der wird hier bestimmt fündig.

Star Trek: Lower Decks ist seit dem 22.01.2021 auf Prime Video verfügbar

A Discovery of Witches – Staffel 1

Die Handlung: Diana Bishop (Teresa Palmer) ist eine brilliante Historikerin, die sich gerne mit dem Themebereich Alchemie befasst. Das liegt wohl daran, dass sie aus einer Familie von Hexen und Hexern abstammt, selbst aber eher unterbewusste Fähigkeiten hat. Als sie eines Tages ein seltenes Buch in der Bibliothek ausleihen kann, sind auf einmal alle Wesen an ihr interessiert. Vor allem der Vampir Matthew Clairmont (Matthew Goode) hängt seitdem an ihr. Doch wer will ihr wirklich helfen und wer sucht nur nach einem Weg einen Vorteil gegenüber der anderen Spezies zu gewinnen?

Meine Meinung: Ich habe mich lange nicht mehr an Serien (oder auch Bücher und Filme) gewagt, in denen Vampire vorkommen, war das Thema doch sehr ausgelaugt worden durch die letzten Jahre. Doch nach einigem Zögern gab ich a Discovery of Witches eine Chance – und wurde sowohl überrascht, als auch enttäuscht. Denn die Serie selbst schafft mit ihren Hexen, Vampiren und Dämonen eine spannende Welt, mit eigenen Regeln, über die man gerne mehr erfahren möchte, und die einen bei der Stange hält. Die ständig neuen Entwicklungen und Wirrungen der vorhandenen Charaktere sind gut ausgearbeitet und bieten sowohl Spannung als auch überraschende Wendungen. Dabei wird in vielen Fällen auf gängige Klischees verzichtet, wenn sie auch nicht gänzlich vermeidbar sind. Wesentlich störender war die sich viel zu schnell entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Diana und Matthew, die an vielen Stellen sehr gestellt wirkt, auch wenn Matthew Goode alles dran setzt und dagegen anspielt. Ein Problem könnte auch Teresa Palmer sein, die mir ihre Diana Bishop leider sehr platt präsentiert und sich so auch zwischen den beiden Charakteren keine richtige Chemie aufbaut. So war ich während des Sehens gefangen zwischen „Erzählt mir mehr“ und einem genervten Augenrollen, wenn statt neuer Entwicklungen lieber ein wenig Süßholzgeraspel eingefügt wurde. Der zweiten Staffel werde ich aber dennoch wahrscheinlich eine Chance geben.

A Discovery of Witches ist aktuell bei Sky Ticket enthalten

Habt ihr eine davon gesehen? Wie hat sie euch gefallen?

Eine Handvoll Filme – 2/21 – Dokumentationsspecial

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr – diesmal dreht sich alles um Dokumentationen. Heute mit: den sozialen Medien, einer versunkenen Stadt, dem Okavangodelta, großen Katzen und einer einzigartigen Unterwasserwelt.

Das Dilemma mit den sozialen Medien

Die Handlung: Wir sind doch alle täglich auf den sozialen Medien unterwegs. Doch wie kontrollieren uns diese? Warum kommen wir nicht davon los? Und was für Daten werden gesammelt?

Meine Meinung: Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Snapchat und wie die sozialen Medien nicht alle heißen. Sie alle eint ein Prinzip: Möglichst viele Menschen auf ihre Plattform locken und da halten. Sie alle versuchen das mit leicht abgewandelten Prinzipen und haben es geschafft uns weiß zu machen, dass man die Plattformen nutzen muss, wenn wir mit unseren Freunden in Verbindung bleiben wollen. Und auch wenn ich grundsätzlich immer noch der Ansicht bin, dass die meisten davon hilfreich sind – ich bin aber auch öfter umgezogen – sind die Nachteile und die Probleme der Plattformen nicht mehr von der Hand zu weisen. Genau damit beschäftigt sich die Dokumentation. Dafür hat sie zum einen die Geschichte einer fiktiven Familie, die zunehmend einer Handysucht erliegen. Unterbrochen wird dies von Interviews mit mehreren ehemaligen – und teilweise auch ranghohen – Mitarbeiter*innen bekannter Social Media Plattformen. Dabei kommen einige verstörende Details ans Tageslicht, die eigentlich keinen überraschen sollte, es aber doch tun. Die Frage ist daher, wie man mit diesem Wissen umgeht und so eine gesunde Beziehung zu den sozialen Medien aufbaut. Auf jeden Fall eine große Sehempfehlung.

Expedition Atlantis

Die Handlung: Regisseur James Cameron und Archäologe Simcha Jacobovici begeben sich auf Spurensuche, um das Geheimnis von Platons Atlantis zu lösen. 

Meine Meinung: Ich finde das Phänomen und den Mythos Atlantis super spannend. Daher hatte mich die Dokumentation sofort angesprochen, zumal mich Camerons andere Doku über die Titanic ebenfalls sofort in den Bann ziehen konnte. Diesmal ist er eher die Randfigur und wir folgen Jacobovici durch den Süden Europas. Hier werden immer wieder Theorien verschiedener Archäologen herangezogen und mit den Schriften Platos verglichen. Es werden verschiedene Stätten besucht und so entsteht eine Art Schnitzeljagd, bei der herauskommt, dass es Atlantis wohl gab, aber es gibt keine finale Antwort, wo es genau lag und warum es versunken ist. Aber allein der Weg dahin ist spannend, informativ und lehrreich. Wer also immer schon einmal mehr über Atlantis wissen wollte, sollte hier einmal vorbeigeschaut haben.

Die Flut – Okavango unter Wasser

Die Handlung: Eine Dokumentation über das Okavango-Delta in Botswana und wie die alljährliche Flut das Leben dort beeinflusst.

Meine Meinung: (OV) Das Okavangodelta in Botswana ist ein atemberaubendes Naturschauspiel voller tierischem Lebens, das direkt von der jährlichen Flut beeinflusst wird. Wir verfolgen hier allerlei Tiere und sehen, wie sie sich an die verschiedenen Bedingungen anpassen. In den 92 Minuten Lauflänge wird ein ganzes Jahr gezeigt. Die Bilder sind absolut einzigartig, in hoher Qualität gefilmt und sehr lebensnah. Natürlich ist hier eine Ähnlichkeit zu vergleichbaren Dokumentationen zu erkennen, aber im Vergleich ist die Flut schon sehr hochwertig produziert. Hinzu kommt, dass Angela Bassett die Erzählstimme übernimmt. Die Dokumentation ist auch nur im Originalton enthalten, so dass man um ihre wunderbar sanfte aber gleichzeitig intensive Stimme genießen kann. Sie schafft es mühelos einen in den Bann zu ziehen und alle Sinne allein mit ihrer Stimme anzusprechen. Wer also eine Naturdokumentation mit tollen Bilder und einer tollen Erzählstimme – und vor allem endlich auch mal einer weiblichen Erzählstimme! – sehen möchte, dem sei diese Dokumentation auf jeden Fall ans Herz gelegt.

Wettkampf der Raubkatzen

Die Handlung: In dieser Dokumentation treten Löwen, Tiger und Geparden in vier Disziplinen gegeneinander an. Natürlich alles ganz harmlos und unter Zoobedingungen.

Meine Meinung: Raubkatzen-Spezialist Boone Smith kennt alle Stärken und Schwächen der Raubkatzen. Diesmal will er sie in einem ultimativen Wettstreit gegeneinander entreten lassen. Sei es nun, wer am höchsten springen kann oder wer die versteckte Beute am schnellsten findet. In vier Disziplinen wurde insgesamt getestet. Dabei schneiden die drei Raubkatzen sehr unterschiedlich ab. Darüber hinaus gibt es auch viel wissenswertes zu den Katzen. Für mich als großer Katzenfan – und vor allem Raubkatzen haben es mir angetan – war es sehr spannend, aber wer sich gar nicht für Katzen interessiert, dem bringt die Dokumentation auch nichts. Die Disziplinen waren auch alle tierfreundlich und alles wurde unter Zoobedingungen gefilmt. Wer also mal 44 Minuten übrig hat, sollte hier durchaus mal vorbeischauen.

Die verschollenen Inseln

Die Handlung: Wir verfolgen ein Forscherteam zu den abgelegenen Pitcairn Inseln und erleben eine nahezu unberührte Unterwasserwelt.

Meine Meinung: Habt ihr vor meiner Handlungsbeschreibung schon einmal von den Pitcairn Inseln gehört? Nein, ich auch nicht. Das liegt wohl daran, dass sie sehr abgelegen im Südpazifik liegen und das weitgehend unbewohnt sind. Dadurch ist die Unterwasserwelt rund um die Inseln nahezu unberührt. Das merkt man vor allem an der Haipopulation. Da ich allgemein sehr fasziniert von Unterwasserwelten bin und auch Haie faszinierend finde, war für mich die Dokumentation in der Hinsicht sehr spannend. Auch an Land wird einiges erkundet und obwohl die Inseln so unbekannt sind, sind sie nicht geschützt vor Umweltverschmutzungen und Müll. Die Dokumentation ist spannend, weist wunderschöne Bilder auf, aber irgendwo hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Irgendwo der Funken, der sie aus der breiten Masse heraushebt. Grundsätzlich ist es eine sehr solide Dokumentation, aber leider auch nicht mehr. Dennoch, wer sich für das Thema interessiert, sollte hier auf jeden Fall mal einen Blick wagen.

Bonding

Ein Vorwort

Hier stehen ja gerne mal ein paar Worte, wie ich zur Serie kam, welche Geschichte ich damit verbinde oder gerne auch unnützes Wissen. Aber diesmal… ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie ich auf diese Serie gestoßen bin. Ich glaube der Netflixalgorythmus hat es mir immer wieder vorgeschlagen und irgendwann blieb ich zufällig beim durchscrollen drauf stehen, weswegen Netflix die Serie einfach mal angemacht hat. Allerdings habe ich sie dann auch nur noch sehr selten ausgemacht und beide Staffeln fast in einem Rutsch durchgebinged. Warum mich diese Serie so fasziniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Pete (Brendan Scannell) verdient beim Kellnern nicht genug und seine Karriere als Comedian läuft nicht richtig an. Als seine Freundin aus Schulzeiten Tiff (Zoe Levin) ihm einen Job anbietet, zögert er nicht lange, sondern stimmt zu. Allerdings war ihm nicht bewusst, dass Tiff als Mistress May in einem Dungeon arbeitet. Er soll ihr Bodyguard werden, damit jemand einschreiten kann, wenn einer ihrer Klienten übergriffig wird. Pete arrangiert sich mit dem neuen Job und nutzt ihn gleichzeitig in seinen Stand-up Programmen.

Meine Meinung

Bonding umfasst aktuell zwei Staffeln mit je 7-8 Folgen, die ca. 15-20 Minuten lang sind und schafft es dem Wort Miniserie eine ganz neue Bedeutung zu geben. Denn diesmal schafft man es wirklich innerhalb kürzester Zeit die Serie durchzubingen. Dabei ist es wirklich faszinierend, wie viel in dieser kurzen Zeit trotzdem geschafft wird zu erzählen. Denn die Folgen sind stets auf den Punkt und kommen ohne jegliche Schnörkel oder nichtssagende Handlungsstränge aus. Hier gibt es keine Füllerdialoge, sondern jede Szene hat ihre Daseinsberechtigung.
Dabei ist Bonding gar nicht das, was man unter dem Titel erwartet. Ja es geht um eine Domina und ja es geht um ihre Kunden mit ihren verschiedenen Vorlieben. Aber das ist nur ein Krümel in der Keksdose der angesprochenen Themen. Allen voran Feminismus, Selbstbestimmung der Frau, Abbau von Vorurteilen, Homosexualität und das Ansprechen von Tabuthemen. Und auch wenn Bonding irgendwo auch als Comedyserie aufgebaut ist, überwiegt doch der Dramaanteil. Vor allem wird aber mit allen angesprochenen Themen absolut respektvoll umgegangen.
Das ist auch das große Steckenpferd der Serie. Man kann über alles reden, andere Ansichten haben, aber es wird von allen Blickwinkeln Argumente genannt. Man kann über einzelne Szenen lachen, aber das bedeutet nicht, dass sich darüber aktiv lustig gemacht wird. Gerade dieser Drahtseilakt wird in jeder Szene gekonnt ausgespielt.
Die Serie lebt halt vor allem von ihren Charakteren. Und mit Tiff und Pete als sehr ungleichem Paar, wird die Serie gut getragen. Hier passt einfach alles: Ihre Dialoge, ihre Freundschaft, ihre Konflikte. Oder wenn sie Konflikte mit anderen Charakteren haben und diese dann gemeinsam ausdiskutieren.
Grundsätzlich fand ich die erste Staffel ein wenig stärker noch als die zweite, aber da in beiden wichtige Dinge angesprochen werden, möchte ich beide nicht missen. Ich kann die Serie nur jedem ans Herz legen, weil sie eben auch sehr gut geeignet ist, um Vorurteile abzubauen.

Das Fazit

Bonding ist eine Serie, die zwischen Drama und Comedy schwankt, dabei aber stets den Balanceakt hält, um die angesprochenen Themen respektvoll und ernsthaft umzusetzen. Gerade für den Abbau von Vorurteilen ist die Serie perfekt geeignet. Von mir gibt es eine große Empfehlung!

Bonding ist bei Netflix auf Abruf verfügbar

Neues aus der Welt

Ein Vorwort

Tom Hanks ist einer meiner Lieblingsschauspieler. Durch geschlossene Kinos durfte er allerdings derzeit eher auf meinem Fernseher sein Talent beweisen. Erst kam ‚der wunderbare Mr. Rogers‘ direkt auf DVD raus, nun kam ‚Neues aus der Welt‘ direkt bei Netflix raus. Aber so konnte er von mir direkt gesehen werden. Warum er mir erstaunluch gut gefallen hat, obwohl ich eigentlich kein Fan von Western bin, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Fünf Jahre nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs zieht der ehemalige Captain der Südstaatenarmee Jefferson Kyle Kidd (Tom Hanks) durch Texas, um in den Orten die Nachrichten zu lesen. Auf seinem Weg trifft er auf Johanna (Helena Zengel), die nach der Ermordung ihrer deutschen Eltern von Indigenen aufgezogen wurden. Nun soll sie zu ihrer Tante und ihrem Onkel gebracht werden. Da der zuständige Beamte aber erst in drei Monaten zurückkehrt, nimmt er sich kurzerhand selbst der Aufgabe an. Doch der Weg ist voller Gefahren.

Meine Meinung

Ich bin kein Fan von Western. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber tendenziell bin ich einfach nicht die Zielgruppe. Der einzige Grund, warum ich diesen Film sehen wollte, war Tom Hanks. Und so begann auch der Film und ich war gefühlt wieder von allem genervt, was aber den Western so authentisch machte. Meine Befürchtungen schienen alle bestätigt. Dann tauchte auch noch Helena Zengel auf und ihre Rolle war einfach sehr nervig angelegt, also sie spielt ihre Rolle schon gut, aber ihre Rolle ist sehr widerspenstig und genau das spielt sie auch, was mir den Film nicht sympathischer machte.
Und jetzt kommt das große Aber. Denn ich habe den Film weiter gesehen und kann vermerken: Ich fand ihn letztendlich doch gut. Warum ist jetzt eine sehr gute Frage, die für mich gar nicht so einfach zu beantworten ist.
Zum einen dürfte wohl die aufgebaute Atmosphäre einen großen Teil dazu beitragen. Denn wird man am Anfang noch mit der (meines Wissens nach) sehr realistischen Darstellung der Verhältnisse kurz nach dem Krieg überfordert, gewöhnt man sich schnell daran und weiß dann die Nicht-Glorifizierung des Wilden Westens zu schätzen. Gerade Tom Hanks weiß hier wieder mit seiner ruhigen Art durch den Film zu führen, gleichzeitig werden bei seinem Charakter aber auch Nuancen eingeführt, die ihn nicht rein zum großen Helden machen, was ihn aber menschlich macht. Er ist nicht der große Revolverheld und er ist irgendwo ein gebrochener Mann und wer könnte diese ruhige bedächtige Art besser spielen als Tom Hanks?
Und auch an Helena Zwengels Spiel gewöhnt man sich schließlich. Denn ihren Charakter spielt sie sehr passend, auch sobald eine gewisse Vertrauensbasis zwischem dem Captain und Johanna da ist, verträgt man sich selbst auch mit ihr.
Neues aus der Welt wird grundsätzlich langsam und ruhig erzählt, aber wird immer wieder von spannenden Szenen unterbrochen, was einen guten Kontrast bildet. Aber selbst wenn Spannung aufgebaut wird, geht es nie ins Übertriebene. Es bleibt immer ein Hang zum Realismus da.

Das Fazit

Neues aus der Welt ist ein gut gespielter, ruhig erzählter und vor allem realitätsnaher Western, der auf große Schießereien und allerlei Klischees verzichtet. Stattdessen sind wir hier ganz nah an den Charakteren erzählt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Neues aus der Welt ist bei Netflix auf Abruf verfügbar

Hello Spring

Ein Vorwort

Frühling ist meine liebste Jahreszeit. Wenn die Tage endlich wieder länger werden, die Sonne öfter scheint, die ersten Blumen aus der Erde kriechen und einfach alles langsam wieder besser wird. Doch während ich im Sommer meine Sommerlektüren brauche, im Winter eher mal zu einem Krimi oder Thriller greife und im Herbst für den Oktober meine Monsterwochen vorbereite, habe ich für den Frühling keine festen Vorlieben. Doch manchmal kommt es vor, dass ich einen Film/eine Serie schaue oder zu einem Buch greife und mir denke: Das passt wunderbar zu meiner Frühlingsfreude. Und genau darum soll es heute gehen! Tatsächlich ist der gemeinsame Nenner dieses Jahr wohl der Tee, aber lasst euch überraschen!

Filmfabelhafte Frühlingsgefühle: Tea with the Dames

Quelle

Die Handlung: Eileen Atkins, Judi Dench, Joan Plowright und Maggie Smith sind alle Schauspielerinnen, die schon ein paar Jährchen in der Branche sind. Doch sie eint noch eine weitere Sache: Sie alle haben den Ritterschlag der Queen erhalten und haben nun den Titel ‚Dame‘. Einmal im Jahr treffen sich die Dames zum Tee, um über alles Mögliche zu quatschen. Diesmal ist ein Kamerateam dabei.

Meine Meinung: Wer so viele Jahre in der Filmbranche dabei ist, wie diese Damen, hat durchaus Geschichten zu erzählen. Dabei kommt so einiges informatives, aber auch unterhaltsames bei raus. Die Gespräche werden ein bisschen gelenkt, in dem immer mal wieder Fragen vom Kamerateam eingeworfen werden. Größtenteils reden die Damen aber sehr frei. Es gibt Geschichten über ihre Anfänge, Höhepunkte, Tiefpunkte, Arbeiten mit dem eigenen Mann und bei Maggie Smith und Judi Dench durften natürlich auch die Fragen zu den „Filmgroßprojekten“ Harry Potter und James Bond nicht fehlen. Das alles geschieht bei einer (oder vielleicht doch ein paar mehr) entspannter Tasse Tee. Dabei sind die Damen einfach grundsympathisch. Man muss sich allerdings auf die Atmosphäre und die Geschichten einlassen, sonst kann der Film schnell langweilig werden. Aber so fühlt es sich einfach nach einer netten Teestunde an. Daran kann auch der zwischendurch einsetzende Platzregen nichts ändern.

Serientastische Frühlingsgefühle: Nadiyas Backwelt

Die Handlung: Nadiya Hussain verzaubert wieder. Diesmal backt sie in jeder Größenordnung und hat dabei auch wieder allerlei nützliche Tipps. In jeder Folge wird zudem ein*e Bäcker*in aus Großbritannien vorgestellt, der/die herausragende Dinge kreiert.

Meine Meinung: Aufmerksam geworden bin ich auf Nadiya durch ihre erste Netflixserie „Foodhacks mit Nadiya Hussain“, in der es darum ging, mit möglichst wenig Aufwand tolle Gerichte zu zaubern. Dabei war vor allem ihr sonniges Gemüt und ihre ehrliche Art unglaublich erfrischend. In Nadiyas Backwelt gehen wir nun weg vom Kochen und hin zum Backen. Aber auch hier verzaubert sie wieder mit ihrer sympathischen Art. Im Vergleich zu anderen Koch- und Backsendungen geht es hier nicht darum, dass geübte Bäcker auch die schwierigsten Sachen ganz leicht aussehen lassen, sondern wirklich Tipps zu geben, damit auch dem Laien die gezeigten Sachen gelingen. Mir zaubern beide Serien immer ein Lächeln ins Gesicht und die angedeuteten Gartenpartys oder Picknicke, bei denen man dann die Kreationen präsentieren kann, macht mir viel Vorfreude auf den Frühling, wenn endlich alles blüht, oder direkt auf den Sommer.

Buchzauberhafte Frühlingsgefühle: Eine Leiche zum Tee

Die Handlung: Ashford-on-Sea ist ein beschauliches Küstenstädtchen in England. Doch beim alljährlichen Dorffest wird eine Leiche gefunden. Es ist ausgerechnet Amys verhasste Klavierlehrerin. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Amys Tante Clarissa ist sich sicher, dass es Mord ist. So beruft sie ihren Buchclub ein, die stets für einen guten Krimi zu haben sind. Amy behagt das jedoch nicht, hat doch ihr heimlicher Schwarm Finn ein Motiv.

Meine Meinung: Krimis sind bei mir ähnlich heikel wie Thriller. Ich mag einfach keine Krimis mehr über einen gescheiterten Ermittler lesen. Keinen mehr mit Alkoholproblemen, der in irgendeiner Abwärtsspirale gefangen ist. Dafür doch lieber eine schöne Agatha Christie Geschichte mit einem etwas schrulligen Poirot. Alexandra Fischer-Hunold schafft es hier genau diesen Tonfall zu treffen. Und die Protagonistin Amy oder auch ihre Tante Clarissa sind zum Glück alles andere, als typische Krimiermittler. So hat die Geschichte einen wunderbar locker leichten Erzählstil, sympathische Charaktere und durch das Setting und dem Café von Tante Clarissa bei mir instant Fernweh ausgelöst. Es war irgendwo ein Buch zum dahinträumen, aber eben auch ein spannender Krimi. Grundsätzlich sollte man mit Amy als sehr junge Protagonistin warm werden, denn sie hat eben einen sehr anderen Blickwinkel auf vieles und so kommt halt auch immer wieder ihre Schwärmerei für Finn durch. Ich mochte diesen Aspekt sehr, aber wer junge Protagonisten nicht mag, findet hier wahrscheinlich nicht die gesuchte Erfüllung. Vielleicht schaffe ich es ja die Fortsetzung in einem Großbritannienurlaub zu lesen – je nach Situation da draußen. Oder ich nutze sie, um mich weiter in die Ferne zu träumen.

Was sind eure Frühlingshighlights? Machen euch bestimmte Dinge im Frühling glücklich?

Dark

Ein Vorwort

Bei manchen Sachen bin ich einfach „Late to the Party“. So lief die erste Staffel von Dark bereits 2017 an. Als eine der deutschen Netflixproduktionen habe ich aber zunächst eher einen großen Bogen um sie gemacht, zu groß waren meine Vorurteile. Tatsächlich musste erst mein bester Freund ein großer Darkfan werden und mir immer und immer wieder von der Serie vorschwärmen. Als er mich nach Ende der finalen dritten Staffel aber auch noch im Hinsicht auf das Ende beruhigen konnte, dass die Serie nämlich durchaus von Anfang an einen Plan hat und das Ende logisch und vor allem ein richtiges Ende ist, habe ich dann endlich nachgegeben. Und nun drei Staffeln später, möchte ich euch von der Serie berichten.

Die Handlung

In der fiktiven Kleinstadt Winden verschwinden Kinder. Die Polizei, aber auch die ortansässigen Familien sind in Alarmbereitschaft. Als mit Mikkel Nielsen ein weiterer Junge verschwindet, fangen die Beschuldigungen an. Was keiner ahnt: Mikkel ist durch eine Passage in den Windener Höhlen im Jahr 1986 gelandet. Doch damit haben die mytseriösen Ereignisse gerade erst begonnen.

Meine Meinung

Dark ist eine dieser Serien, die man nicht in wenigen Sätzen zusammenfassen kann, und bei der man andererseits aber auch nicht mehr verraten darf, weil jedes Wort zu viel ein ziemlicher Spoiler ist. Grob sollte man wissen, dass man in den ersten Folgen die vier zentralen Familien Kahnwald, Nielsen, Doppler und Tiedemann sich genau angucken sollte und vor allem: Möglichst schnell die Namen lernen. Sonst ist man bei der Serie schon bald raus. Denn zu den vier Familien kommen bald noch sehr viel mehr Charaktere und noch einige Zeitstränge.
Das ist in der ersten Staffel fast noch übersichtlich, hier gibt es tatsächlich primär noch ziemlich viel Drama zwischen den Familien und der Mysteryaspekt wird nach und nach aufgebaut. In der zweiten Staffel muss man dann schon deutlicher aufpassen, in welcher Zeit man sich gerade befindet, zumal da noch einmal neue Zeitstränge hinzukommen. Die Königsdisziplin ist es dann aber auch in der dritten noch alles nachvollziehen zu können. Denn hier kommt noch eine weitere Ebene hinzu, die ich hier aber noch nicht näher besprechen will. 
Grundsätzlich ist es gut, dass die Serie noch mit relativ wenigen Zeitsträngen anfängt. Denn die Vielzahl an Charakteren war für mich so schon sehr schwer zu merken. Auch ist es nicht ratsam zwischen den einzelnen Staffeln größere Pausen zu machen, weil man dann wieder irgendetwas vergisst, was irgendwann doch wieder wichtig werden kann. So ist Dark auch keine Serie, die man mal eben nebenbei sehen kann. Man muss hier schon aufmerksam bleiben, um einzelne Hinweise aufzuschnappen und zu entschlüsseln. Hier werden wohl vor allem die Serienfans Freude dran haben, die gerne Mysterien entschlüsseln, kein Problem mit komplexer Handlung auf vielen Zeitebenen haben, generell Zeitreisen und ihre physikalischen Überlegungen und Paradoxe mag.
Gleichzeitig muss man aber auch Kleinstadtdrama händeln können, denn das ist durchgehend dabei, auch wenn es ab einem bestimmten Punkt weniger wird. Und hier können alle Charaktere ganz schön eklig werden, auch wenn manche negativer hervorstechen als andere. Aber auch das macht irgendwo den Charme der Serie aus.
Eingangs sprach ich über meine Vorurteile bezüglich deutscher Serien. Tatsächlich haben sich diese gar nicht bestätigt. Lediglich in den ersten ca. vier Folgen ist der Ton etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem weil die Sprecher da ein bisschen nuschelig reden. Aber auch das legt sich sehr schnell.
Kommen wir zu guter Letzt noch auf den Schluss zu sprechen, wie immer versuche ich es spoilerfrei zu halten. Mir persönlich war in der dritten Staffel noch zu viel hin und her und es wurden noch einige neue Ebenen aufgemacht, so dass ich dachte, dass es einfach nicht mehr logisch aufgeklärt werden kann. Doch genau das haben sie hinbekommen. Ob einem das Ende nun gefällt, ist eine ganz andere Frage, aber bei allem, was davor schon geschehen ist, war es wohl die letzte Möglichkeit noch alles irgendwie logisch aufzulösen. Da merkt man eben, dass die drei Staffeln von Anfang an durchgeplant waren. Lediglich eine Kleinigkeit war mir am Ende noch immer nicht logisch, aber da ich das Finale mit einem Dark-Fan geguckt habe, konnte mir auch da alles erklärt werden.
Bleibt die finale Frage: Hat mir die Serie gefallen? Tja und genau das ist die schwierigste Frage. Ich mochte sehr viele Aspekte der Serie. Aber mir war es irgendwann einfach zu viel. Gerade die dritte Staffel mit der noch einmal zusätzlichen Ebene war für mich einfach zu viel, um noch Spaß an der Serie zu haben. Da ist das Zuschauen eher in Arbeit ausgeartet, wenn man noch alles verstehen wollte. Deswegen gibt es hier wirklich nur eine Empfehlung, wenn man die oben genannten Aspekte mag und sich wirklich mit der Serie befassen will. Sonst bringt sie leider nichts.  Hier vielleicht noch kurz eine Warnung: Wenn ihr in den ersten Staffeln mit den Namen Probleme habt und einen Stammbaum im Internet sucht, dann passt auf, dass es einer für die jeweilige Staffel ist. Denn sonst kann es massive Spoiler geben.

Das Fazit

Dark ist eine spannende Mysteryserie und für alle gut geeignet, die Zeitreisen mögen und da endlich mal eine wirklich gut durchdachte und logische Serie sehen wollen. Wer mit vielen Namen und Zeitebene Probleme hat, sollte es sich überlegen, auch wenn ein sanfter Einstieg in die Serie möglich ist.

Dark ist bei Netflix verfügbar

Ashley Garcia

Ein Vorwort

Ich: Oh ich habe eine tolle neue Serie für mich entdeckt.
Netflix: Alles klar, Serie wird nach der ersten Staffel eingestellt
Warum ich euch trotzdem von Ashley Garcia berichten möchte? Weil ich die Serie wirklich mochte und vielleicht hilft es ja doch, ein bisschen mehr Aufmerksamkeit auf sie zu lenken, um Netflix noch umzustimmen.

Die Handlung

Ashley Garcia (Paulina Chávez) ist zwar erst 15, hat aber bereits einen Doktortitel und hat ein Jobangebot von der NASA. Dafür zieht sie zu ihrem Onkel Victor (Jencarlos Canela) und entkommt so zeitgleich ihrer sehr strengen Mutter. Nun kann sie zusammen mit ihrer besten Freundin Brooke (Bella Podaras) endlich typische Teenagerdinge tun. Vielleicht sich sogar verlieben?

Meine Meinung

The Expanding Universe of Ashley Garcia, oder Ashley Garcia – Genius in Love (was der offizielle deutsche Titel der Serie ist), besteht aus 16 Folgen, die in zwei Teilen hochgeladen wurden. Beide Teile enden jeweils mit einem Höhepunkt, weswegen man sie auch als zwei kurze Staffeln deuten kann – ich habe sowieso keine Ahnung, was dieser neue Trend mit den „Ausgaben“ oder „Teilen“ soll.
Das ganze ist eine Sitcom, mit Jugendseriencharakter, da die meisten Charaktere sehr jung sind und es eben primär um Themen, wie den ersten Kuss oder den ersten Freund geht. Dennoch eignet sich die Serie grundsätzlich für alle Altersgruppen. Die Witze sind eine gute Mischung aus den üblichen kurz rausgehauenen Sprüchen, die typisch sind für Sitcoms, und etwas länger aufgebauten Witzen. So ist für Fans beider Arten etwas dabei.
Die Charaktere sind sehr verschieden, entsprechen zwar größtenteils den Stereotypen, aber haben dafür alle eine sehr liebevolle Art. Wir haben mit Ashley den typischen Nerd, Brooke ist das typische It-Girl, Ted ist der Vorzeigefootballspieler, der aber nicht gerade die hellste Leuchte ist und Sting, der schüchterne Goodboy. Kompletiert wird das von Ashleys Onkel Victor. Er ist Footballcoach und Womanizer und muss, indem er Ashley bei sich aufnimmt, das erste Mal wirklich Verantwortung übernehmen.
Besonders schön finde ich auch, dass hier ein paar mexikanische Bräuche und Gewohnheiten ganz selbstverständlich eingewoben werden. Mit Ashley, Victor und Ted haben wir gleich drei Protagonisten, die diese hochhalten. So werden diese nicht nur im Nebensatz von Nebencharakteren erwähnt, sondern tauchen einfach immer wieder auf. Es ist sehr erfrischend.
Wirklich gestört hat mich an der Serie nur, dass sie mit einem typischen Cliffhanger geendet hat und diesen anscheinend nie auflöst. Allerdings ist es jetzt auch keiner, über dessen Auflösung ich ewig grübeln würde. Im Prinzip muss man einfach nur eine Minute vor Staffelende aufhören zu sehen und hat einen wirklich sehr schönen und runden Abschluss. Danach gibt es zwar noch eine Weihnachtsfolge, aber die ist sehr aus dem Zusammenhang gerissen und scheint irgendwo mittendrin zu spielen.

Das Fazit

Abgesetzt oder nicht, the expanding Universe of Ashley Garcia ist eine schöne Serie für zwischendurch, witzig, mit tollen Charakteren und hätte durchaus noch Potential gehabt. Wenn ihr ihr eine Chance geben wollt, schaut sie euch ruhig an, stoppt einfach nur ca. 1 Minute vor Ende, dann bleibt euch der Cliffhanger erspart.

The expanding universe of Ashley Garcia ist bei Netflix verfügbar

Netflix Originals: To all the boys

Ein Vorwort

2018 erschien der erste Teil „To all the boys I loved before“ und ich habe ihn damals direkt gesehen und für gut befunden. Danach ist es irgendwie völlig an mir vorbei gegangen, dass ein zweiter Teil erschien. Erst als Netflix mich nun darauf aufmerksam gemacht hat, dass nun der dritte Teil erschienen ist, ist mir das aufgefallen. Und so sah ich noch einmal den ersten Teil, um dann voll in die anderen beiden einzusteigen. Warum mir die Reihe insgesamt gefällt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

To all the boys I loved before

Die Handlung: Lara-Jean lebt nach dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern. In ihrem Leben war sie bisher fünfmal verliebt. Jedes Mal wenn sie in der schlimmen Verknalltphase war, hat sie dem Jungen einen Liebesbrief geschrieben, aber nie abgeschickt. Bis dies eines Tages jemand anderes für sie übernimmt und ihr sonst so geordnetes Leben ordentlich aus der Bahn wirft.

Meine Meinung: Über diesen Teil habe ich bereits einmal ausführlich geschrieben, also werde ich mich hier eher kurz fassen. Im Prinzip handelt es sich um ein typisches Teeniedrama. Allerdings sind die Charaktere so sympathisch und der ganze Film hat einfach eine ganz eigene Dynamik, die mir sehr gefallen hat, weswegen es für mich einer der Vorzeigevertreter des Genres ist. Klar wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber dennoch etwas besonderes draus gemacht. Ich glaube jetzt nach dem zweiten Mal sehen, fand ich den Film sogar nochmal ein bisschen besser.

To all the boys – PS: I still love you

Die Handlung: Endlich glücklich! Lara-Jean und Peter haben endlich zusammen gefunden. Doch als die Highschool ein Freiwilligenprogramm startet und die beiden sich für unterschiedliche Projekte einteilten, wird es kompliziert. Denn zusammen mit Lara-Jean im Belleview – einem Seniorenheim – arbeitet ausgerechnet John Ambrose. Eben jener, der den fünften Brief erhalten hat und sich jetzt durchaus Chancen ausrechnet. Wird das die Beziehung der beiden überstehen?

Meine Meinung: Ich war ja sehr skeptisch, ob es noch einen zweiten – und dann auch noch einen dritten Teil – der Reihe braucht. Denn eigentlich ist das Ende vom ersten Film rund. Dann habe ich die Handlung gelesen und fragte mich, ob es nicht einfach zu viel künstliches Drama dann wird. Aber ich muss sagen, dass die Macher das sehr gut umschifft haben. Denn sie verarbeiten gleich zwei Themen in einem. Zum einen natürlich Lara-Jeans Konflikt mit John Ambrose, der gerade in der zweiten Hälfte den Großteil einnimmt. Doch gerade am Anfang geht es vielmehr im die Beziehung von Lara-Jean und Peter, und wieso es noch immer kompliziert ist. Peter ist halt sehr beliebt und wird gerade am Valtinstag mit Briefen überschüttet. Lara-Jean hat Angst nicht richtig reinzupassen in seine Welt, was verständlich und nicht übertrieben dargestellt wird. Das ganze wird dann noch in Zusammenhang gebracht mit Peters Ex Gen, die weiterhin eine Rolle spielt. Grundsätzlich ist also sehr viel los in dem Film, was ihn aber auch wieder sehr abwechslungsreich macht. Es bleibt die sehr sympathische Grundstimmung des ersten Teils und die Geschichte wird logisch weiterentwickelt. Ich habe eigentlich nur zwei kleine Kritikpunkte. Zum einen gibt es doch ein paar Stellen, die sehr gezwungen dramatisch werden, einfach weil noch etwas Drama reinmusste. Zum anderen wurde mit Holland Taylor als Stormy ein sehr toller und spannender Charakter eingeführt. Leider bekommt Stormy sehr wenig Screentime. Hier hätte ich mir einfach ein bisschen mehr gewünscht, als nur ab und an als Stichwortgeberin aufzutauchen.

To all the boys – Always and forever

Die Handlung: Im letzten Highschooljahr wird es noch einmal aufregen bei Lara-Jean und Peter. Der Abschlussball und die Hochzeit von Lara-Jeans Dad steht bevor. Doch viel wichtiger ist die Frage, ob beide in Stanford angenommen werden. Denn Lara-Jean hat sich  auch noch an anderen Colleges beworben, unter anderem auf Drängen ihrer älteren Schwester in New York.

Meine Meinung: Der dritte Teil hatte das Problem und den Vorteil, dass er noch einmal eine ganz neue Richtung einschlug. Problem, weil eben schon alle Briefe abgearbeitet waren und es nur noch um Lara-Jean und Peter ging und ob ihre Beziehung eine eventuelle Fernbeziehung aushalten würde. Vorteil, weil dadurch kein neues künstliches Drama erzeugt wird, sondern gewisse Punkte in Ruhe abgehandelt werden können. An sich schafft der dritte Teil es auch einen tollen Abschluss zu sein, allerdings ist er etwas holpriger erzählt als die vorherigen Teile. Denn hier gibt es ganz bewusst die erzählerischen Unterteilungen in Abschnitte, wie Abschlussball, die Hochzeit oder auch eine Schulfahrt nach New York. So wird zwar allen wichtigen Abschnitten genügend Platz eingeräumt, gleichzeitig ist aber gerade die Collegefrage stets übergeordnet. Letztlich wird aber die ganze Reihe zu einem schönen Ende gebracht. Auch hier ist einfach die sympathische Grundstimmung wieder zu fühlen, die sich durch alle drei Filme zieht.

Das Fazit

To all the boys I loved before ist eine sehr sympathische Filmreihe aus dem Genre Romance. Gerade die tollen Charaktere und die sympathische Grundstimmung macht die Reihe zu einem tollen Genrevertreter. Zwar wird hier handlungstechnisch das Rad nicht neu erfunden, aber auf eine gute Weise umgesetzt. Auf jeden Fall eine Sehempfehlung, mindestens für den ersten Teil und wer den mochte, sollte auch weiterschauen.

To all the boys I loved before ist bei Netflix verfügbar