Ashley Garcia

Ein Vorwort

Ich: Oh ich habe eine tolle neue Serie für mich entdeckt.
Netflix: Alles klar, Serie wird nach der ersten Staffel eingestellt
Warum ich euch trotzdem von Ashley Garcia berichten möchte? Weil ich die Serie wirklich mochte und vielleicht hilft es ja doch, ein bisschen mehr Aufmerksamkeit auf sie zu lenken, um Netflix noch umzustimmen.

Die Handlung

Ashley Garcia (Paulina Chávez) ist zwar erst 15, hat aber bereits einen Doktortitel und hat ein Jobangebot von der NASA. Dafür zieht sie zu ihrem Onkel Victor (Jencarlos Canela) und entkommt so zeitgleich ihrer sehr strengen Mutter. Nun kann sie zusammen mit ihrer besten Freundin Brooke (Bella Podaras) endlich typische Teenagerdinge tun. Vielleicht sich sogar verlieben?

Meine Meinung

The Expanding Universe of Ashley Garcia, oder Ashley Garcia – Genius in Love (was der offizielle deutsche Titel der Serie ist), besteht aus 16 Folgen, die in zwei Teilen hochgeladen wurden. Beide Teile enden jeweils mit einem Höhepunkt, weswegen man sie auch als zwei kurze Staffeln deuten kann – ich habe sowieso keine Ahnung, was dieser neue Trend mit den „Ausgaben“ oder „Teilen“ soll.
Das ganze ist eine Sitcom, mit Jugendseriencharakter, da die meisten Charaktere sehr jung sind und es eben primär um Themen, wie den ersten Kuss oder den ersten Freund geht. Dennoch eignet sich die Serie grundsätzlich für alle Altersgruppen. Die Witze sind eine gute Mischung aus den üblichen kurz rausgehauenen Sprüchen, die typisch sind für Sitcoms, und etwas länger aufgebauten Witzen. So ist für Fans beider Arten etwas dabei.
Die Charaktere sind sehr verschieden, entsprechen zwar größtenteils den Stereotypen, aber haben dafür alle eine sehr liebevolle Art. Wir haben mit Ashley den typischen Nerd, Brooke ist das typische It-Girl, Ted ist der Vorzeigefootballspieler, der aber nicht gerade die hellste Leuchte ist und Sting, der schüchterne Goodboy. Kompletiert wird das von Ashleys Onkel Victor. Er ist Footballcoach und Womanizer und muss, indem er Ashley bei sich aufnimmt, das erste Mal wirklich Verantwortung übernehmen.
Besonders schön finde ich auch, dass hier ein paar mexikanische Bräuche und Gewohnheiten ganz selbstverständlich eingewoben werden. Mit Ashley, Victor und Ted haben wir gleich drei Protagonisten, die diese hochhalten. So werden diese nicht nur im Nebensatz von Nebencharakteren erwähnt, sondern tauchen einfach immer wieder auf. Es ist sehr erfrischend.
Wirklich gestört hat mich an der Serie nur, dass sie mit einem typischen Cliffhanger geendet hat und diesen anscheinend nie auflöst. Allerdings ist es jetzt auch keiner, über dessen Auflösung ich ewig grübeln würde. Im Prinzip muss man einfach nur eine Minute vor Staffelende aufhören zu sehen und hat einen wirklich sehr schönen und runden Abschluss. Danach gibt es zwar noch eine Weihnachtsfolge, aber die ist sehr aus dem Zusammenhang gerissen und scheint irgendwo mittendrin zu spielen.

Das Fazit

Abgesetzt oder nicht, the expanding Universe of Ashley Garcia ist eine schöne Serie für zwischendurch, witzig, mit tollen Charakteren und hätte durchaus noch Potential gehabt. Wenn ihr ihr eine Chance geben wollt, schaut sie euch ruhig an, stoppt einfach nur ca. 1 Minute vor Ende, dann bleibt euch der Cliffhanger erspart.

The expanding universe of Ashley Garcia ist bei Netflix verfügbar

Netflix Originals: To all the boys

Ein Vorwort

2018 erschien der erste Teil „To all the boys I loved before“ und ich habe ihn damals direkt gesehen und für gut befunden. Danach ist es irgendwie völlig an mir vorbei gegangen, dass ein zweiter Teil erschien. Erst als Netflix mich nun darauf aufmerksam gemacht hat, dass nun der dritte Teil erschienen ist, ist mir das aufgefallen. Und so sah ich noch einmal den ersten Teil, um dann voll in die anderen beiden einzusteigen. Warum mir die Reihe insgesamt gefällt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

To all the boys I loved before

Die Handlung: Lara-Jean lebt nach dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern. In ihrem Leben war sie bisher fünfmal verliebt. Jedes Mal wenn sie in der schlimmen Verknalltphase war, hat sie dem Jungen einen Liebesbrief geschrieben, aber nie abgeschickt. Bis dies eines Tages jemand anderes für sie übernimmt und ihr sonst so geordnetes Leben ordentlich aus der Bahn wirft.

Meine Meinung: Über diesen Teil habe ich bereits einmal ausführlich geschrieben, also werde ich mich hier eher kurz fassen. Im Prinzip handelt es sich um ein typisches Teeniedrama. Allerdings sind die Charaktere so sympathisch und der ganze Film hat einfach eine ganz eigene Dynamik, die mir sehr gefallen hat, weswegen es für mich einer der Vorzeigevertreter des Genres ist. Klar wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber dennoch etwas besonderes draus gemacht. Ich glaube jetzt nach dem zweiten Mal sehen, fand ich den Film sogar nochmal ein bisschen besser.

To all the boys – PS: I still love you

Die Handlung: Endlich glücklich! Lara-Jean und Peter haben endlich zusammen gefunden. Doch als die Highschool ein Freiwilligenprogramm startet und die beiden sich für unterschiedliche Projekte einteilten, wird es kompliziert. Denn zusammen mit Lara-Jean im Belleview – einem Seniorenheim – arbeitet ausgerechnet John Ambrose. Eben jener, der den fünften Brief erhalten hat und sich jetzt durchaus Chancen ausrechnet. Wird das die Beziehung der beiden überstehen?

Meine Meinung: Ich war ja sehr skeptisch, ob es noch einen zweiten – und dann auch noch einen dritten Teil – der Reihe braucht. Denn eigentlich ist das Ende vom ersten Film rund. Dann habe ich die Handlung gelesen und fragte mich, ob es nicht einfach zu viel künstliches Drama dann wird. Aber ich muss sagen, dass die Macher das sehr gut umschifft haben. Denn sie verarbeiten gleich zwei Themen in einem. Zum einen natürlich Lara-Jeans Konflikt mit John Ambrose, der gerade in der zweiten Hälfte den Großteil einnimmt. Doch gerade am Anfang geht es vielmehr im die Beziehung von Lara-Jean und Peter, und wieso es noch immer kompliziert ist. Peter ist halt sehr beliebt und wird gerade am Valtinstag mit Briefen überschüttet. Lara-Jean hat Angst nicht richtig reinzupassen in seine Welt, was verständlich und nicht übertrieben dargestellt wird. Das ganze wird dann noch in Zusammenhang gebracht mit Peters Ex Gen, die weiterhin eine Rolle spielt. Grundsätzlich ist also sehr viel los in dem Film, was ihn aber auch wieder sehr abwechslungsreich macht. Es bleibt die sehr sympathische Grundstimmung des ersten Teils und die Geschichte wird logisch weiterentwickelt. Ich habe eigentlich nur zwei kleine Kritikpunkte. Zum einen gibt es doch ein paar Stellen, die sehr gezwungen dramatisch werden, einfach weil noch etwas Drama reinmusste. Zum anderen wurde mit Holland Taylor als Stormy ein sehr toller und spannender Charakter eingeführt. Leider bekommt Stormy sehr wenig Screentime. Hier hätte ich mir einfach ein bisschen mehr gewünscht, als nur ab und an als Stichwortgeberin aufzutauchen.

To all the boys – Always and forever

Die Handlung: Im letzten Highschooljahr wird es noch einmal aufregen bei Lara-Jean und Peter. Der Abschlussball und die Hochzeit von Lara-Jeans Dad steht bevor. Doch viel wichtiger ist die Frage, ob beide in Stanford angenommen werden. Denn Lara-Jean hat sich  auch noch an anderen Colleges beworben, unter anderem auf Drängen ihrer älteren Schwester in New York.

Meine Meinung: Der dritte Teil hatte das Problem und den Vorteil, dass er noch einmal eine ganz neue Richtung einschlug. Problem, weil eben schon alle Briefe abgearbeitet waren und es nur noch um Lara-Jean und Peter ging und ob ihre Beziehung eine eventuelle Fernbeziehung aushalten würde. Vorteil, weil dadurch kein neues künstliches Drama erzeugt wird, sondern gewisse Punkte in Ruhe abgehandelt werden können. An sich schafft der dritte Teil es auch einen tollen Abschluss zu sein, allerdings ist er etwas holpriger erzählt als die vorherigen Teile. Denn hier gibt es ganz bewusst die erzählerischen Unterteilungen in Abschnitte, wie Abschlussball, die Hochzeit oder auch eine Schulfahrt nach New York. So wird zwar allen wichtigen Abschnitten genügend Platz eingeräumt, gleichzeitig ist aber gerade die Collegefrage stets übergeordnet. Letztlich wird aber die ganze Reihe zu einem schönen Ende gebracht. Auch hier ist einfach die sympathische Grundstimmung wieder zu fühlen, die sich durch alle drei Filme zieht.

Das Fazit

To all the boys I loved before ist eine sehr sympathische Filmreihe aus dem Genre Romance. Gerade die tollen Charaktere und die sympathische Grundstimmung macht die Reihe zu einem tollen Genrevertreter. Zwar wird hier handlungstechnisch das Rad nicht neu erfunden, aber auf eine gute Weise umgesetzt. Auf jeden Fall eine Sehempfehlung, mindestens für den ersten Teil und wer den mochte, sollte auch weiterschauen.

To all the boys I loved before ist bei Netflix verfügbar

Eine Handvoll Serien

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der ‚Eine Handvoll‘ Reihe in 2021. Die Serien haben das Jahr 2020 beendet und sie dürfen das neue Jahr eröffnen. Heute mit einem Arzt auf Abwegen, ein Kopfgeldjäger mit väterlichen Gefühlen, der Faszination für Schach, Mode in Paris und vor allem viel Essen.

The Chef Show – Staffel 1

Die Handlung: Regisseur Jon Favreau und Küchenchef Roy Choi reisen durch die USA. In Anlehnung an den Film Kiss the cook, kochen sie Rezepte nach, bekommen neue Rezepttipps und ab und an gibt es sogar ein paar Einblicke und Insiderinformationen zu Favreaus Filmen. 

Meine Meinung: Ein wirklich gut gemeinter Rat und glaubt mir, ihr werdet mir dafür danken: Schaut diese Serie auf keinen Fall mit leeren Magen! Selbst wenn man absolut satt ist, kann es noch passieren, dass es einfach so lecker aussieht, dass man unbedingt alles sofort nachkochen will. So ein richtiges Konzept scheint die Serie nicht zu haben, auch Favreau und Choi witzeln zwischenzeitlich darüber. Das macht aber gar nichts, denn gerade die Planlosigkeit führt dazu, dass einfach verschiedene Sachen ausprobiert werden. So gibt es Folgen, wo sie einfach nur mit verschiedenen Gästen kochen und dann wieder Folgen, wo sie kochen lassen und einfach nur mit ihren Gästen plaudern. Dabei bekommt man einige Hintergrundinfos zum Film Kiss the Cook, aber vor allem gibt es eine Menge Kochtipps. Für Vegetarier und Veganer dürfte es hier schwierig werden, weil es auch viel um die richtige Zubereitung von Fleisch geht. Aber gerade die hat es in sich, also Fleischfans aufgepasst. Zwischenzeitlich hat man einfach nur noch das Gefühl, dass es foodporn vom feinsten ist. Das schöne ist aber eben auch, dass es keine alltäglichen Rezepte sind, aber doch welche, die man durchaus nachkochen kann – auch wenn man allein für eine Marinade gefühlt 1000 Zutaten braucht.

Temple – Staffel 1

Die Handlung: Daniel Milton (Mark Strong) ist ein angesehener Chirurg. Als seine Frau Beth (Catherine McCormack) an einer tödlichen Krankheit erkrankt, schafft er es nicht sie gehen zu lassen. Stattdessen stimmt er dem Angebot von Lee (Daniel Mays) zu, eine illegale Klinik unter der Londoner Metrostation Temple zu eröffnen. Dort kann er weiter an einem Heilmittel für seine Frau forschen und diese am Leben erhalten und Lee kann seinen Survivalort ausbauen. Doch die Probleme lassen nicht lange auf sich warten.

Meine Meinung: Temple ist so eine Serie, bei der ich hinterher einfach nicht sagen kann, ob ich sie nun gut fand, oder nicht. Weil grundsätzlich hat sie ein gutes Setting, eine krasse Idee, die aber spannend umgesetzt wurde und vor allem gute Darsteller. Gerade Mark Strong als Daniel Milton schafft es seiner Figur alles zu geben: Die nötige Härte, um das Projekt durchzuziehen, die Liebe zu seiner Frau, Durchsetzungsvermögen. Trauer, Liebe, Angst, Verzweiflung. Und dennoch bleibt er als Charakter unnahbar. Man versteht seine Beweggründe, aber ab einem gewissen Punkt sind seine Taten einfach nicht mehr vertretbar. Schwieriger wird es dann bei Lee. Er ist eigentlich dieser eine nervige Charakter, ohne den es aber einfach nicht funktioniert. Und so sehr man ihn auch verstehen will, seine Handlungen sind einfach größtenteils nicht nachvollziehbar. Mit acht Folgen sollte die Serie eigentlich eine abgeschlossene Miniserie sein. Die Handlung wird für diese acht Folgen auch ziemlich gestreckt. Vielleicht hätten es sechs auch getan. Dennoch weigere ich mich diese Serie als eine abgeschlossene Miniserie anzusehen. Denn Miniserien sollten eigentlich nicht mit einem ziemlich großen Cliffhänger enden! Was mich letztlich aber wirklich störte, war das aufgebauschte Drama. Nie war es genug, immer musste noch einmal was drauf gesetzt werden.

The Mandalorian – Staffel 2

Die Handlung: Der Mandalorianer (Pedro Pascal) reist weiter mit dem Kind durch die Galaxie. Neue Freunde, aber auch neue Feinde säumen seinen Weg. Diesmal ist er auf der Suche nach einem Jedi, der sich dem Kind annehmen kann. Doch Moff Gideon (Giancarlo Esposito) ist weiterhin hinter dem Kind her.

Meine Meinung: Nach der starken ersten Staffel war nun die Frage, ob Jon Favreau und sein Team noch genügend Stoff für eine zweite Staffel hätten. Und sie haben gezeigt: Ja, der Stoff dafür ist da. Ob es nun wieder Episoden sind, die für die übergeordnete Handlung essentiell sind, oder ob es ‚Monster of the week‘ Folgen sind. Wie schon in der ersten Staffel ist es eben gerade die Abwechslung aus beidem, die den Reiz ausmacht.
Wir lernen hier noch einmal einiges Neues über Mando, das Kind und die Übrigbleibsel der Jedi. Die Folgen haben genau die richtige Balance zwischen Spannung und dem typischen Star Wars Gefühl. Es gibt überraschende Wendungen, Nostalgie für die eingefleischten Star Wars Fans und auch ein paar schöne Weltraumszenen. Wer die erste Staffel mocht, wird sich auch an der zweiten wieder erfreuen.

Das Damengambit – Miniserie

Die Handlung: Beth Harmon (Anya Taylor-Joy) ist eine Waise. Im Waisenhaus lernt sie vom stillen Hauswart Schach spielen. Sie entwickelt sich trotz aller Widrigkeiten zu einem Profi und schafft es bis in die obersten Ränge. Dabei stehen ihr Suchtprobleme im Weg. 

Meine Meinung: Ich glaube Schach war noch nie so spannend wie in dieser Serie. Selbst wenn verschiedene Eröffnungssequenzen diskutiert werden oder verschiedene Spiele gezeigt werden, bleibt die Serie spannend. Das liegt wohl vor allem an der Begeisterung der Charaktere für Schach, die sich auch gerne gegenseitig aufstacheln, aber auch an der sehr schönen bildlichen Darstellung. Das ist auch allgemein sehr beeindruckend für die Serie. Viele Szenen sind einfach nur künstlerisch abgestimmt. Anya Taylor-Joys Darstellung der Beth ist sehr authentisch und sie spielt ihren Charakter sehr souverän. Mein Problem war so ein bisschen, dass ich einfach nur mit ihrem Charakter, also Beth, nicht warm geworden bin. Natürlich ist ihr Charakter generell darauf angelegt, dass sie alle auf Distanz hält und das ist durch ihre Geschichte auch verständlich, aber irgendwo fehlte mir trotzdem die Nähe. Aber das ist im großen und ganzen nur ein kleiner Kritikpunkt. Einen Blick lohnt die Serie auf jeden Fall.

Emily in Paris – Staffel 1

Die Handlung: Emily Cooper ist engagiert und arbeitet leidenschaftlich gerne für die Marketingagentur, bei der sie angestellt ist. Als sie das Angebot bekommt für eine Weile in Paris bei der Tochterfirma zu arbeiten, nimmt sie sofort an. Doch die französischen Kollegen sind alles andere als begeistert von ihrem Engagement. Und dann kommt noch der Kulturschock hinzu. 

Meine Meinung: Emily in Paris ist so eine Serie, die ich eigentlich wirklich gerne mögen würde. Aber ich kann es nicht. Denn eigentlich fand ich es mal ganz schön eine Serie zu haben, die in Paris spielt. Nicht weil ich Paris so toll finde – meine persönlichen Erfahrungen mit der Stadt sind eher mäßig schön – aber ich finde es eben schön, wenn nicht immer alles nur in den USA spielt. Hinzu kommt, dass ich Lily Collins als Schauspielerin eigentlich auch sehr sympathisch finde. Mein Problem mit der Serie ist, dass sie den schmalen Grad zwischen Kulturschock und Abwertung einer Nation hier leider mehrfach überschritten wurde. Ja, der Lebensstil in Frankreich ist anders als den USA, aber hier wird grundsätzlich gesagt, dass es in den USA alles besser ist und der Weg in Frankreich grundsätzlich faul. Es geht weiter, dass ja alle Franzosen Sexisten sind und treu ist da natürlich auch niemand. Ähm, wie bitte? Aber selbst, wenn man darüber noch irgendwie hinwegsehen kann, gibt es immer noch das Problem, dass einfach viel zu viele Charaktere ziemlich unsympathisch sind. Die Modebranche kommt also nicht unbedingt gut bei weg. Denn laut der Serie arbeiten da nur Egoisten und jeder sucht nur nach seinem eigenen Vorteil. Und dann ist die Serie halt auch einfach nicht spannend. Gefühlt stolpert Emily von einem Fettnäpfchen ins nächste und heult sich dann wieder irgendwo aus – allerdings sind auch ziemlich viele gemein zu ihr. Aber wieso hat sie dann immer so gute Laune? Also ihr merkt, mich konnte die Serie absolut nicht überzeugen, oft hat sie mich abgestoßen, die meiste Zeit hat sie mich einfach genervt. Also dafür leider keine Empfehlung.

Habt ihr eine Serie davon gesehen? Wie fandet ihr sie?

Dreierlei Weihnachten

Ihr Lieben, ich wünsche euch ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest, auch wenn es dieses Jahr wohl für viele anders ausfällt, als erhofft. Wie jedes Jahr möchte ich euch zu Weihnachten drei Kurzkritiken vorstellen, alle zum Thema Weihnachten.

Der Weihnachtosaurus

Die Handlung: William Trudel wünscht sich nichts mehr als einen echten Dinosaurier vom Weihnachtsmann. Und wie es der Zufall so will schlüpft genau zur Weihnachtszeit am Nordpol ein Dino. Der Weihnachtsmann nimmt diesen bei sich auf und gibt ihm den Namen Weihnachtosaurus. Doch am Weihnachtsabend kommt alles ganz anders und William und der Weihnachtosaurus erleben ein gemeinsames Abenteuer.

Meine Meinung: Der Weihnachtosaurus ist ganz klar ein Buch, das für Kinder konzipiert wurde. Der Schreibstil ist sehr einfach und auch die Geschichte selbst ist grundsätzlich sehr simpel gehalten. Aber dennoch ist es ein großer Spaß für groß und klein. Die Geschichte ist einfach wahnsinnig süß und vor allem für mich als Dinofan war der Weihnachtosaurus etwas ganz besonderes. Auch wenn die meisten Charaktere am Anfang in ein ganz klares Schema gepresst werden, sind doch Entwicklungen möglich. In welche Richtung diese abtriften, ist für den erfahrenen Leser wohl vorhersehbar, bietet aber gerade für Kinder eine schöne Moral. Schön ist auch, dass William im Rollstuhl sitzt, dies aber als relativ normal dargestellt wird. Das Buch hat darüber hinaus auch eine gute Portion Humor zu bieten und ist an den richtigen Stellen auch spannend. Ich konnte es zwischenzeitlich kaum aus den Händen legen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Zu guter Letzt möchte ich noch die unfassbar süßen Illustrationen erwähnen, die sich durch das ganze Buch ziehen. Dadurch werden Charaktere, Figuren und Geschichte noch einmal wesentlich lebendiger, es ist aber dennoch ein Roman und kein Bilderbuch.

Der Bär und die Nachtigall

Die Handlung: Im hohen Norden von Rus werden die alten Sagen noch hochgehalten. Bis sich Gutsherr Pjotr Wladimirowitsch eine neue Frau nimmt, die den christlichen Glauben ver-stärkend unterstützt. Vor allem Pjotrs jüngste Tochter Wasja leidet darunter, denn sie kann die alten Hausgeister und Sagengestalten sehen und weiß, dass sie nicht nur Märchen sind. Doch die Kräfte der Geister schwinden und der Bär ist erwacht. Reichen Wasjas Kräfte aus, um die Hoffnung zu erhalten?

Meine Meinung: Der Bär und die Nachtigall ist so ein Buch, über das ich im Buchladen durch Zufall gestolpert bin. Die Geschichte klang interessant, also musste es mit. Aber dann landete es auf meinem SuB und verweilte dort auch eine ganze Weile. Ich schlich immer wieder um die Geschichte herum und nahm sie doch nicht in die Hand. Und auch wenn es eher eine Wintergeschichte ist als eine wirkliche Weihnachtsgeschichte, passte sie doch wunderbar in die jetzige Zeit. Tatsächlich bin ich auch jetzt am Ende noch immer ein wenig zwiegespalten. Ich mochte die Geschichte und gerade die Einbindung der russischen Sagen war wirklich toll gemacht. Auch die Charaktere waren, wenn auch nicht immer sympathisch, so doch immer passend für die Geschichte. Aber letztlich wurde mir als nicht Kenner der russischen Märchen und Sagen ein bisschen zu wenig erklärt. Das war etwas störend. Und für den doch sehr langen Aufbau war mir das Ende etwas zu schnell. Da war die Erwartung und Spannung, die im gesamten Buch aufgebaut wurde höher, als es am Ende gelöst wurde. Dennoch bin ich sehr gespannt auf den zweiten Band, wie diese Geschichte weitergehen soll.

Holidate

Die Handlung: Sloane (Emma Roberts) findet die Weihnachtsfeiertage bei ihrer Familie einfach nur gräßlich. Denn seit sie Single ist, bekommt sie von allen nur Mitleid und Verkupplungs-vorschläge. Auch Jackson (Luke Bracey) hat die Nase voll von Dates zur Weihnachtszeit. Als die beiden in der Mall aufeinander treffen, handeln sie eine Vereinbarung aus. Sie sind ab sofort das Holidate für den jeweils anderen. Das bedeutet, dass sie nur an den Feiertagen daten – und davon gibt es eine ganze Menge – aber ansonsten keinen Kontakt haben.

Meine Meinung: Ich habe dieses Jahr irgendwie mehr Weihnachtsserien als -filme gesehen. Aber zumindest einen wollte ich gesehen haben, um ihn euch hier vorzustellen. Und mit der romantischen Komödie Holidate habe ich mir zwar nicht den absolut tiefgründigsten Film vorgestellt, aber zumindest einen, der mich unterhält. Nun ja, unterhalten hat er mich zwar, aber wohl eher nicht auf eine gute Art. Denn trotz eines starken Anfangs und interessanten Charakteren, macht der Film erstaunlich wenig aus seinen Charakteren und hat dafür extrem viel Fremdschämpotential. Gefühlt ist jeder Witz einfach ein bisschen zu sehr gewollt und übertrieben. Ansonsten hält er sich an den typischen Aufbau einer romantischen Komödie, was grundsätzlich nicht schlimm ist, aber der Film sagt dauernd, dass sich in romantischen Komödien alle komplett blöd verhalten und das sie ja viel besser wären. Nein, ihr seid noch viel schlimmer! Letztlich hat der Film zwar interessante Charaktere, man erfährt aber eigentlich nichts über sie, wirft mit platten Witzen um sich, treibt diese auf die Spitze und bringt einen dazu sich für den Film zu schämen und das mit einer absolut vorhersehbaren Handlung. Das nächste Mal ein bisschen weniger über andere romantische Komödien herziehen und erstmal selbst etwas anständiges abliefern bitte. So und weil ich diesen Beitrag mit etwas positivem abschließen möchte, so sei gesagt, dass wenigstens die Feiertage gut getroffen wurden.

Ich wünsche euch alle schöne Weihnachten und hoffe, dass ihr trotz der aktuellen Lage ein paar besinnliche Tage verbringt 🙂

Eine Handvoll Serien

Heute mit: Einem hochgeladenem Leben nach dem Tod, Gesprächen über Sex, Abenteuern mit Opa und Enkel, Strategien zum Aufräumen und kleinen Häusern.

Upload – Staffel 1

Die Handlung: In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die Technik soweit, dass sterbende Menschen sich entscheiden können, ob sie normal sterben wollen, oder ob ihr Verstand in eine virtuelle Welt geuploadet werden soll. Als Nathan (Robbie Amell) einen Unfall mit seinem selbstfahrenden Auto hat, wird er vor genau diese Entscheidung gestellt. Seine Freundin Ingrid (Allegra Edwards) besteht darauf, dass er nach Lakeview geuploadet wird. Aufgebaut wie ein Ferienresort an einem See, ist Lakeview alles andere als ein Paradies für Nathan. Doch seine menschliche Beraterin Nora (Andy Allo) setzt alles daran, dass er sich eingewöhnt. Doch warum sind einzelne Erinnerungen von Nathan zerstört? Und war Nathans Tod wirklich ein Unfall?

Meine Meinung: Upload braucht einige Folgen um Fahrt aufzunehmen. Man erfährt einiges über Nathans neues Leben als Upload, über seine Beziehung zu Ingrid und auch über Nora und deren Leben. Dabei sind die zerstörten Erinnerungen Nathans das große Mysterium, das sich durch die gesamte erste Staffel zieht. Dazu kommt die Frage, ob Nathan wirklich einem Unfall zum Opfer fiel, oder ob mehr dahinter steckt. Da Nathan nicht mehr viel zur Klärung dieser Fragen beitragen kann, sind es vor allem Nora und ein paar Nebencharaktere, die Spuren verfolgen. Zunächst geht es aber vor allem darum mit Nathan seine neue Welt zu erkunden. Das ist durchaus interessant, auch wenn in den Folgen dann noch wenig passiert und das Spannungslevel nicht gerade hoch ist. Mit fortschreitender Folgenzahl wird das immer mehr gesteigert, bis wir am Ende erste Hinweise auf eine größere Verschwörung finden. Leider ist die Staffel auch genau dann bereits wieder zu Ende und der Zuschauer muss mit einem dezenten Cliffhanger ausharren. So richtig überzeugt hat mich die Serie noch nicht, da es schon relativ viel Füllmaterial gab.

Sex Education – Staffel 1

Die Handlung: Otis (Asa Butterfield) ist eigentlich ein ganz normaler Highschool Schüler, der gerne unscheinbar bleibt. Seine Mutter (Gillian Anderson) dagegen ist Paar- und Sextherapeutin, die sich nicht auf eine Beziehung einlassen will. Als er zusammen mit der Außenseiterin Maeve (Emma Mackey) feststellt, dass erstaunlich viele Schüler Fragen zu Beziehungen und Sex haben, und Otis feststellt, dass er erstaunlich viel darüber von seiner Mutter weiß, wollen sich beide durch Sexberatung etwas dazu verdienen.

Meine Meinung: Ich habe diese Serie auf Empfehlung des werten Herrn Donpozuelo angefangen, der sehr begeistert von der Serie schien. Da ich sowieso schon länger um die Serie herumschlich, da auch Netflix der Ansicht war, dass mir die Serie gefallen könnte, gab ich ihr eine Chance. So richtig reingefunden in die Serie habe ich aber nicht. Mir waren die Charaktere allesamt zu schräg, oder zu stereotypisch und auch wenn versucht wurde in alle ein paar Ecken und Kanten einzubauen, waren es gerade die, die mir zu viel waren. Dabei war die verschlossene Maeve mit ihren Problemen noch der zugänglichste Charakter. Die Handlung selbst lässt sich grundsätzlich wegbingen, es passiert immer wieder etwas Neues und bestehende Konflikte werden ausgebaut. Auch die Beziehung zwischen Otis und seiner Mutter und die daraus resultierenden Konflikte haben mir gut gefallen. Hingegen hat mich vieles, was an der Schule passiert ist eher bedrückt und teilweise auch betrübt. Denn auch wenn das Thema Mobbing und ausgegrenzt werden an vielen Schulen wohl leider noch immer alltäglich ist und ohne diese Themen das ganze wohl sehr unrealistisch sein dürfte, war die Intensität des hier gezeigten Ausmaßes doch für mich sehr schwer. Ob ich die zweite Staffel mir noch ansehe, weiß ich aktuell nicht.

Rick & Morty – Staffel 4

Die Handlung: Morty reist wieder mit seinem Opa Rick, einem vielleicht etwas verrücktem Wissenschaftler, durchs Universum und erlebt dabei viele Abenteuer. Seine Familie darf natürlich auch nicht fehlen.

Meine Meinung: Hinter der Serie liegen drei wirklich starke Staffeln mit mal mehr und mal weniger guten Folgen. Dan Harmon wollte dies nun also noch einmal steigern und ließ sich dabei auch gut Zeit. Knapp drei Jahre lagen zwischen Staffel drei und vier. Und gesteigert hat er die Geschichten noch einmal, aber leider ist das nicht unbedingt positiv. So gibt es einfach Folgen, wie z. B. mit dem Geschichtenzug, die eine gute Grundidee haben, aber dann schon in der Folge noch immer einen draufsetzen müssen. Wenn der Zuschauer denkt, jetzt ist die Folge aufgelöst, dann kommt noch etwas dazu und nein, so konnte das ganze natürlich nicht enden, wir machen da noch einmal eine neue Ebene auf. Das kann einen mitunter den Spaß an der Folge nehmen. Hingegen gibt es aber auch Folgen, die es auf genau das richtige Maß schaffen. Und gerade Anspielungen auf diverse Filme und/oder Franchises machen Spaß beim Entdecken. Der Gesamtstaffel fehlt also letztlich das richtige Maß für zu viel und genau auf die Spitze getrieben. Dennoch hatte ich insgesamt wieder viel Spaß und ignoriere einfach die Folgen, die mir zu viel waren.

The Home Edit – Staffel 1

Die Handlung: In The Home Edit reisen Clea Shearer und Joanna Teplin von der gleichnamigen Firma zu diversen Kunden prominenter und unbekannter Natur, um an bestimmten Stellen im Haus beim Aufräumen, Sortieren und Ordnen zu helfen. Mit dabei sind unter anderem Reese Witherspoon, Khloe Kardashian und Neil Patrick Harris.

Meine Meinung: Die Firma The Home Edit ist vielleicht einigen von ihrem Instagramerfolg ein Begriff. Die beiden Grüner Clia und Joanna helfen Leuten beim Aufräumen. Was für manche vielleicht jetzt schon absurd klingt, andere vielleicht an Marie Kondo erinnert, dem sei gesagt, dass es hier um einiges mehr geht. Denn im Gegensatz zu Marie Kondo sollen die Klienten von The Home Edit nicht unbedingt alles auf ein minimalistisches Maß reduzieren, sondern es geht eher darum Bereiche zu schaffen und auch viele Sachen so zu ordnen, dass es stets aufgeräumt wirkt. Einige gute Tipps sind dabei, auch wenn sich viel auf Organisationsbehälter verlassen wird. Auch wenn ein paar Sachen etwas überzogen wirken, wie zum Beispiel Eva Longorias aufgeräumter Kühlschrank – ganz ehrlich, wer hat denn immer die gleichen Sachen im Kühlschrank, so dass man dafür Bereiche schaffen muss und wieso müssen meine Einkäufe ausgepackt werden und in Aufbewahrungsboxen umgepackt werden. Der wichtigste Bestandteil der Serie sind aber Clia und Joanna, die durch ihren Enthusiasmus und ihr sympathisches Auftreten, die Serie erst zu dem machen, was sie ist. Dabei strahlt sie ganz viel Charme und Herzenswärme aus. Und leider spornt sie auch zum Aufräumen an…

Tiny House Nation – Staffel 1+2

Die Handlung: John Weisbarth und Tiny House Experte Zack Giffin reisen durch das Land und helfen bei bestehenden Aufträgen. Dabei versuchen sie zum einen die Kunden auf die Verkleinerung vorzubereiten und zum anderen die Tiny Häuser so intelligent wie möglich zu gestalten.

Meine Meinung: Ich wäre wohl nicht für ein Tiny House gemacht. Zu sehr hänge ich an meinen Bücherregalen oder meiner DVD/Bluray-Sammlung. Dennoch war es spannend zu sehen, aus welchen Gründen sich manche der Kunden ein Tiny House zulegen wollen. Und wie wenig durchdacht das manchmal wirkt. Also während man sich bei den Kunden und deren Aussagen manchmal nur mit der Hand gegen den Kopf schlagen möchte, sind es gerade die unterschiedlichen Aufbauten der Tiny Häuser und die vielen verschiedenen Kleinigkeiten, die viel Stauraum schaffen, absolut faszinierend. Dabei helfen auch John und Zack, die die Serie mit viel Enthusiasmus bereichern. Zwar fehlt im Vergleich zu The Home Edit vielleicht noch so das letzte zündende Fünkchen, um wirklich charmant zu sein, aber dennoch macht es viel Spaß der Serie zuzugucken.

Netflix Original: Enola Holmes

Ein Vorwort

Bevor ich überhaupt irgendetwas von dem Inhalt des Films wusste, sprangen mir bereits die Schlagzeilen über die Klage der Doyle-Erbengemeinschaft entgegen. Was war passiert? Nun vereinfacht gesagt, wird der Sherlock im Film Enola Holmes wohl relativ menschlich dargestellt, er zeige Gefühle und respektiere Frauen, was die literarische Figur wohl nur in den letzten zehn Geschichten von Doyle tat, die der Autor erst nach dem 1. Weltkrieg schrieb. Und genau an diesen hat die Erbengemeinschaft noch Rechte dran. Während andere Adaptionen, wie die BBC Serie Sherlock oder auch Elementary auch ohne es zu müssen, an die Erbengemeinschaft zahle, weigere sich Netflix hier. Wie die Geschichte ausgeht? Ich habe keine Ahnung. Ob mir der Film trotzdem gefallen hat? Oh ja, warum verrate ich euch in meiner Kritik.

Die Handlung

Enola Holmes (Millie Bobby Brown) wächst weitgehend allein bei ihrer Mutter (Helena Bonham Carter) auf, da ihre beiden älteren Brüder Sherlock (Henry Cavill) und Mycroft (Sam Claflin) bereits ausgezogen sind und der Vater früh verstarb. Dadurch wächst sie sehr untypisch für Mädchen ihrer Zeit auf. Sie kann kämpfen, spielt Tennis im Haus und lernt das Entschlüsseln von Anagrammen. Als ihre Mutter an ihrem 16. Geburtstag spurlos verschwindet, will sich Mycroft ihrer Erziehung annehmen und sie in ein Mädcheninternat stecken. Sherlock soll sich unterdessen der Suche nach der Mutter widmen. Doch Enola hat keine Lust auf das Internat und flüchtet. Mit ein wenig Geld, dass ihre Mutter für sie versteckt hatte, schafft sie es nach London und trifft unterwegs auf den ebenfalls flüchtigen Lord Viscount Tewksbury (Louis Partridge).

Meine Meinung

Ich mag Sherlock Holmes und viele seiner Adaptionen. Daher fiel mir die Entscheidung diesen Film zu sehen nicht schwer. Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Denn Enola Holmes mag zwar „nur“ die kleine Schwester des berühmten Detektiv zu sein, aber ihre Geschichte hat den typischen Charme der Geschichten, eine schöne Geschichte, eine tolle Protagonistin und spannende Rätsel zum entschlüsseln. Aber fangen wir vorne an.
Wir lernen zunächst Enola und ihre Mutter kennen. Dabei erzählt Enola ihre Geschichte selbst und durchbricht dadurch gerne einmal die vierte Wand, was den Zuschauer von Anfang an mitten in die Geschichte eintauchen lässt. Man erfährt in kürzester Zeit alle wichtigen Informationen und schon geht die Geschichte los mit dem Verschwinden der Mutter. 
Enola ist dabei ein sympathischer kleiner Wildfang, die sich nicht an bestehende Konventionen halten will, und auch ihre Kindheit war alles andere als normal. Millie Bobby Brown schafft es die verschiedenen Stimmungen und Emotionen unserer Protagonistin sehr gut einzufangen und umzusetzen. Egal, ob sie sich als Junge verkleidet, kämpfen muss oder eine Lady spielt. Dabei muss sie sich keinesfalls hinter ihren Schauspielkollegen Cavill, Claflin oder Bonham-Carter verstecken. 
Henry Cavills Sherlock ist dann schon ein wenig seltsamer. Denn er passt nicht in das bekannte Bild des Meisterdetektivs. Das ist an dieser Stelle aber durchaus nichts schlechtes, spielt er ihn doch als eleganten Mann, der sich hinter einer eisernen Fassade versteckt und nur ganz selten Emotionen zeigt. Er ist ein sehr nachdenklicher und grüblerischer Sherlock, was zur Stimmung des Films passt und einen guten Kontrast zu Claflins Mycroft bildet. Dieser ist nämlich eine ebenfalls gewagte Darstellung. Während man vielleicht zu sehr an Mark Gatiss Darstellung aus der BBC Variante gewöhnt ist, haben wir hier zwar noch immer einen eleganten Mycroft, aber eben auch einen sehr eitlen und eingebildeten. Claflin schafft es seine Rolle an die Grenze zum Übertriebenen zu treiben, ohne diese zu überschreiten. 
Kommen wir also zur Handlung. Diese ist in mehrere Rätsel unterteilt, die gelöst werden wollen, laufen aber schließlich zu einer großen Handlung zusammen. Dabei ist sie durchgehend spannend, Enola hat einige gute Ideen zur Entschlüsselung, die auch optisch sehr gut umgesetzt wurden. Vor allem die Optik des Films sticht hervor. Man merkt, dass für den einst als Kinofilm geplanten Film ausreichend Budget zur Verfügung stand, so dass man sich an den Bildern und auch einem realistisch verdrecktem London kaum satt sehen kann. Die Rätsel reichen aus, um einen kompletten Film zu füllen, ohne das man von Schauplatz zu Schauplatz hetzen muss. 
Und zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen, dass Burn Gorman mitspielen durfte, den ich immer wieder sehr gerne sehe. Und ja, das mag vielleicht lediglich für mich ein Pluspunkt sein, aber ich wollte es nicht unerwähnt lassen.

Das Fazit

Enola Holmes ist ein intelligent geschriebener Film mit tollen Schauspieler, schöner Optik, spannender Handlung, interessanten Rätseln und vor allem toller Protagonistin. Eine absolut Sehempfehlung! 

Alexa & Katie

Ein Vorwort

In meiner kurzen Blogpause hatte ich Besuch von meiner besten Freundin. Und wenn wir nicht gerade die Gegend unsicher gemacht haben, neue und alte Spiele entdeckt haben oder einen Film sahen, dann wurde Alexa & Katie geguckt. Eine Serie über zwei beste Freundinnen, gesehen von zwei besten Freundinnen. Warum mich aber die Serie auch noch so sehr überzeugen konnte, dass wir innerhalb einer Woche alle vier Staffeln gesehen haben, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Alexa Mendoza (Paris Berelc) hat Leukämie. Doch zusammen mit ihrer besten Freundin seit Kindheitstagen Katie Cooper (Isabel May) hat sie die Chemo überstanden. Nun steht der erste Tag der Highschool bevor, doch Alexa fallen nun doch die Haare aus. Doch zusammen meistern die beiden jedes Hindernis. Egal, ob durch den Krebs verursacht oder ein ganz alltägliches Teenagerproblem. Unterstützung bekommen beide durch ihre Familien, die ebenfalls gut befreundet sind.

Meine Meinung

Alexa und Katie ist in vier Staffeln fertig erzählt und abgeschlossen. Mit insgesamt 39 Folgen und einer durchschnittlichen Laufzeit von 25 Minuten gut zwischendurch ansehbar. Die Serie erzählt die Geschichte der beiden besten Freundinnen Alexa und Katie. Grundsätzlich ist die Serie im Stil einer Sitcom aufgebaut. Doch bleibt die Krebsthematik ein zentraler Bestandteil der Serie, so dass auch viele ernste Themen angesprochen werden. 
Dabei halten sich ernste Themen und heitere Themen die Waage. Dabei wird die Krankheit an keiner Stelle klein geredet oder ins Alberne gezogen. Stattdessen wird versucht mit humorvollen Dialogen die Stimmung zu heben, aber trotzdem werden immer wieder wichtige Abschnitte nach einer Krebsbehandlung angesprochen. Der Haarausfall ist lediglich der Anfang, weiter geht es um die Angst vor der Rückkehr, die ständigen Sorgen der Familie und dass Alexa den „Krebsbonus“ nicht haben möchte. Ansonsten geht es um die ganz alltäglichen Sorgen zweier Highschoolschüler und deren Familien. 
Dabei sind es neben den beiden Hauptcharakteren Alexa und Katie gerade die beiden Familien, die im Mittelpunkt stehen und die Serie so sehenswert machen. Da haben wir zum einen Alexas Familie. Mutter Lori (Tiffani Thiessen) ist eine echte Powerfrau. Sie koordiniert ihren Businessjob – später Eventmanagerin – die Erziehung der Kinder und den Haushalt. Sie mag manchmal etwas zu beschützend sein, lernt aber mit Alexa die Freiheiten zu akzeptieren. Vater Dave (Eddie Shin) ist Pilot, aber die Episoden sind so getimt, dass er die meiste Zeit zu Hause ist. Er ist ein liebevoller Vater, der seine Frau gerne mal bremsen muss. Dann gibt es im Haus Mendoza noch Lucas (Emery Kelly) den älteren Bruder Alexas. Er wird als typischer Schönling mit wenig Grips dargestellt, schließlich beginnt er aber trotzdem ein Medizinstudium. Er ist der perfekte Gegenpart zu Alexa, was für viele Witze sorgt, hat am Ende das Herz aber immer am rechten Fleck.
Gegenüber wohnt Katie mit ihrer Mutter Jennifer (Jolie Jenkins). Sie ist alleinerziehend und kämpft daher immer wieder mit den Finanzen. Neben ihrem Bürojob nimmt sie Abendkurse und erzieht noch zwei Kinder. Der Vater hat die Familie verlassen und reist um die Welt. Jennifer kennt Lori und Dave ebenfalls seit der Highschool, daher stehen sich die Familien sehr nah. Zu guter Letzt gibt es noch Jack (Finn Carr), Katies jüngerer Bruder. Er ist ein kleiner Wirbelwind und bringt noch den kindlichen Charme zu den öfter mal ernsten Themen. 
In den vier Staffeln, die jeweils ein Schuljahr repräsentieren, lachen, weinen, bangen, hoffen wir mit den Charakteren. Dabei wachsen sie einem sehr schnell ans Herz. Durch die kurze Dauer einer Episode lässt sich die Serie gut weggucken. Die Krebsthematik ist zwar sehr präsent, wird aber nicht zu sehr ausgeschlachtet, sondern findet die richtige Balance. 

Das Fazit

Alexa & Katie ist eine Teenagersitcom voller Herz. Durch die ernste Thematik rund um Alexas Krebserkrankung unterscheidet sie sich stark von den typischen Disneyvarianten, kommt aber trotzdem mit einer typischen Heiterkeit daher. Vor allem die Charaktere machen die Serie absolut liebenswert. 

Alexa & Katie ist auf Netflix verfügbar

Hollywood

Ein Vorwort

Mitten in der Coronakrise mit geschlossen Kinos, bot Netflix eine Flucht in die Traumfabrik Hollywood. Mit der Serie sollte eine Hommage ans klassische Hollywood gesetzt werden, die nach Ende des zweiten Weltkrieges mit den Träumen einer Handvoll junger Menschen spielt. Während am Anfang bedingt durch Corona noch keine Synchronisation vorhanden war, wurde dies sehr zeitnah nachgereicht.

Die Handlung

In der goldenen Ära Hollywoods versuchen sechs junge Menschen in Hollywood Fuß zu fassen. Dabei kämpfen sie alle mit anderen Problemen und doch mit den gleichen. Dabei nutzen sie verschiedene Wege, um die etablierten Größen bei Ace Pictures, einem großen Filmstudio, zu beeindrucken.

Meine Meinung

Hollywood ist eine abgeschlossene Miniserie mit sieben Folgen und einer durch-schnittlichen Lauflänge von 50 Minuten. Gedacht als Hommage räumt sie aber auch ein wenig mit den damals herrschenden Bedingungen auf. Die Themen Sexismus, Rassismus und Homophobie werden zunächst ungeschönt angeschnitten, aber gerade gegen Ende immer mehr verklährt. Dazu aber später mehr.
Die Zuschauer lernen zunächst die einzelnen Charaktere kennen, von denen es eine ganze Menge gibt – man sollte also aktiv zuschauen, um die Aufgaben und Träume der Charaktere zuordnen zu können. Auch treffen praktisch die jungen Nachwuchsstars auf die etablierten Richtungsgeber bei Ace Pictures, so dass jeder einen anderen Einstieg bei Hollywood findet. Doch durch die ruhige Erzählweise der Serie und einer regelmäßigen Wiederholung der wichtigsten Figuren gerade am Anfang kommt man dennoch immer mit. Hierbei treffen viele fiktive Charaktere auch immer wieder auf reale Persönlichkeiten.
Nach und nach kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es vordergründig um die Produktion des Films „Peg“ (später „Meg“) geht. Bis zu diesem Punkt muss man aber auch erst einmal durchhalten, denn Hollywood lässt sich viel Zeit. Allerdings sind auch viele Nebenhandlungen durch die vielen Charaktere abzuhandeln. Dennoch fühlen sich einige Folgen regelrecht zäh an. Wirklich Spannung kommt nur an ganz wenigen Stellen auf.
Um das zu erklären muss ich auch noch einmal auf die grundlegenden Thematiken der Serie zurückkommen: Hollywoods Sexismus, Rassismus und Homophobie. Die Serie konfrontiert den Zuschauer sehr bewusst mit Charakteren, die unter genau solchen Vorurteilen und Beschränkungen zu leiden haben/hatten. Dabei werden unsere fiktiven Charaktere bewusst mit realen Persönlichkeiten, die davon betroffen waren, vermischt, um es zum einen nah am Zuschauer zu lassen und doch den realen Bezug zu haben. Soweit so gut. Doch bleibt die Serie dabei nicht konsequent, sondern zeigt immer wieder Seiten und Initiativen, die das aufgeklärte Hollywood von heute wohl gerne repräsentiert hätte, aber eben nicht hat. Aber durch die Wendungen, die sich doch relativ schnell wieder relativierten, konnte die Spannung eben nicht wirklich aufgebaut werden. Man fiebert nicht mit den Charakteren mit, weil die Serie sehr schnell klar macht, welche Richtung sie verfolgt und diese dann auch nicht mehr verlässt. Dies zeigt sich vor allem in der finalen Episode. Hier konnte man als aufmerksamer Zuschauer die Ergebnisse des Großereignisses sehr deutlich vorhersagen.
Grundsätzlich möchte ich hier noch einmal erwähnen, dass ich die Serie schon irgendwo mochte. Sie hat eine gute Portion Nostalgie, die mitschwinkt, und wenn man sich auf diese verschönte Welt einlässt, findet man auch seinen Frieden darin. Mich konnte sie aber durch die langsame Erzählweise und die wenigen Überraschungen nicht final abholen.

Das Fazit

Hollywood reist mit dem Zuschauer in die goldene Ära und stellt sich zwar schwierigen Themen der Zeit, verklährt diese jedoch und stellt wohl ein Wunsch der heutigen Zeit dar. Mit langsamer Erzählweise und wenigen Überraschungen schafft sie es nicht den Zuschauer final abzuholen, auch wenn durch den großen Nostalgiefaktor wohl einige Filmliebhaber angesprochen werden.

Hollywood läuft seit dem 01.05.2020 auf Netflix

Unorthodox

Ein Vorwort

Das Schöne an Netflix Originalen ist, dass es weltweit produzierte gibt, so dass man als Zuschauer ganz leicht auch einmal eine Produktion eines Landes bestaunen kann, die man sonst eher nicht zu Gesicht bekommen würde. Nach Dark schickt Deutschland nun die vierteilige Miniserie Unorthodox ins Rennen. Ob die Serie gelungen ist und ob einiger der kursierenden Kritikpunkte berechtigt sind, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Esther „Esty“ Shapiro lebt in Williamsburg, New York City, in einer Ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde. Aufgewachsen bei ihrer Großmutter, geht sie eine arrangierte Ehe mit Yanky Shapiro ein. Durch anhaltende Schmerzen beim Geschlechtsverkehr wird Esty immer unglücklicher und beschließt schließlich zu fliehen. Ihr einziger Anhaltspunkt außerhalb der Gemeinde ist ihre leibliche Mutter in Berlin. Mit Hilfe ihrer Klavierlehrerin reist sie nach Deutschland und lernt dort einige Musikstudenten kennen mit denen sie schnell Freundschaft schließt. Währenddessen reisen ihr Mann Yanky und dessen Cousin Moische ihr nach, um sie zur Rückkehr zu bewegen.

Meine Meinung

Unorthodox ist eine abgeschlossene Miniserie mit vier Folgen und einer durchschnittlichen Lauflänge von 55 Minuten pro Folge. An sich ist es ein etwas längerer Spielfilm mit unter vier Stunden in gut sehbare Portionen unterteilt.
Die Serie beginnt mit Estys Flucht und erzählt dann abwechselnd ihr Abenteuer in Berlin, in Rückblicken ihr Leben in Williamsburg und parallel in Berlin die Suche von Yanky und Moische. Nach und nach klären sich dadurch viele Dinge, die man am Anfang einfach als gegeben akzeptieren muss. Denn zunächst werden viele Begrifflichkeiten und Traditionen eingeworfen, wobei manche bis zum Ende für den Laien nicht aufgeklärt werden.
Dennoch wird durch den Aufbau der Spannungsbogen von Anfang an hochgehalten und bleibt dort auch bis zum Ende. Mit Shira Haas wurde eine Schauspielerin gefunden, die die Zwiegespaltenheit von Esty perfekt wiedergeben kann. Denn einerseits liebt sie ihre Familie und ist stolz auf ihre Herkunft, hält es aber andererseits nicht mehr in ihrem alten Leben aus. Allein in Berlin sind es dann die einfachsten Sachen, die sie in Begeisterung versetzen können, ihr Angst einjagen oder sie einschüchtern können. Durch die Hilfe der Musikstudenten, die sie sofort in ihre Gruppe aufnehmen, wenn auch mit unterschiedlichen Gefühlen. Durch die Studenten wird auch bewusst ein Kontrast zu der Gemeinde in Williamsburg gesetzt. Denn während diese in ihren Traditionen festhängt und versucht sich nicht an die moderne Welt zu gewöhnen, stellen die Studenten eine offene Gemeinschaft dar, mit verschiedenen Nationalitäten und sexueller Orientierung.
Mit der Darstellung der Gemeinde in Williamsburg wurde sich an Deborah Feldmanns Autobiographie, die ebenfalls den Titel Unorthodox trägt, orientiert, bzw. ist Estys Leben in Williamsburg den Feldmanns nachempfunden. Der Handlungsstrang in Berlin ist hingegen fiktiv. Der Serie wird von einigen Kritikern antisemitische Töne vorgeworfen. Das wird vor allem mit der Darstellung von Estys Vater als „Miethai“ festgemacht. Diese Vorwürfe kann ich nur bedingt nachvollziehen, da es nur eine kleine Szene gibt, in der Esty ihren Vater begleitet, um bei einer Frau, die mit der Miete im Verzug ist, diese einzufordern. Dies wird aber eher als Mittel genutzt, um Esty mit ihrer späteren Klavierlehrerin bekannt zu machen, die ihr bei der Reise nach Berlin hilft. Auch wird das Leben in der Gemeinde nicht grundsätzlich verteufelt, nur einzelne Aspekte etwas kritischer angefasst.
Grundsätzlich ist Unorthodox eine spannende Serie, die interessante Einblicke in eine ultraorthodoxe Gemeinde bietet und gleichzeitig die Emanzipation von Esty zeigt. Ein paar mehr Erklärungen bei einzelnen Aspekten wären schon gewesen, um die Serie noch besser zu verstehen.
Ein Großteil der Serie wird Jiddisch gesprochen. Untertitel sind daher notwendig – außer natürlich man spricht fließend Jiddisch. Dies mag am Anfang gewöhnungsbedürftig wirken, macht die Serie aber auch authentischer.

Das Fazit

Unorthodox ist eine spannende und interessante Serie über das Loslösen einer jungen Frau aus den ihr bekannten Konventionen. Kleinere Schwächen können verziehen werden, so dass sich ein Blick durchaus lohnt.

Netflix Anime Original: Um ein Schnurrhaar (OmU)

Ein Vorwort

Eigentlich war es einer meiner inoffiziellen Vorsätze für 2020, dass ich mich mehr dem Animebereich öffne und meinen Lebensgefährten öfter in die Anime Specials ins Kino begleite. Da die Kinos hier noch immer geschlossen sind, wurde daraus wohl nichts. Nachdem mich im letzten Jahr Penguin Highway nicht richtig überzeugen konnte, bringt Netflix nun einen Originalfilm aus dem gleichen Studio (Studio Colorido) heraus. Da mir Katzen nach Pinguinen wohl die liebsten Tiere sind, und mich die supersüßen Katzen aus dem Trailer bereits überzeugen konnten, stimmte ich der Wahl für einen Filmabend zu. Der Film ist aktuell nur im Original mit Untertitel verfügbar, da die Synchronisation durch Corona verzögert stattfindet.

Die Handlung

Miyo Sasaki muss nicht nur mit der Scheidung ihrer Eltern und der neuen Stiefmutter klar kommen, sondern hat auch Gefühle für ihren Mitschüler Kento Hinode. Diesen kommt sie näher, da sie sich mithilfe einer Katzenmaske in die Katze selbst verwandeln kann. Doch während Hinode Miyo in Katzenform als Taro alles erzählen kann, bleibt er bei der menschlichen Miyo auf Abstand. Miyo fühlt sich missverstanden und dann taucht auch noch der Maskenverkäufer wieder auf, der sie zu überreden versucht ihr menschliches Gesicht endgültig abzulegen und für immer eine Katze zu bleiben.

Meine Meinung

Mein größtes Problem bei Animes ist es, der Handlung folgen zu können. Da sich die Erzählweise stark von den herkömmlichen (Hollywood-)Filmen unterscheidet, ist es eine Umgewöhnung zu der japanischen zu wechseln. Dies gelingt bei Um ein Schnurrhaar jedoch deutlich besser als bei Penguin Highway.
Die Ausgangssituation ist schnell klar. Wir lernen Miyo kennen, die von vielen einfach nur Muge genannt wird, was übersetzt eine Abkürzung für mysteriöses Mädchen ist. Wir finden heraus, dass sie Scheidungskind ist und bei dem Vater und ihrer Stiefmutter lebt. Diese entspricht jedoch keineswegs dem Märchen der bösen Stiefmutter, sondern gibt sich große Mühe allen alles recht zu machen, wird jedoch trotzdem in einem fort von der leiblichen Mutter kritisiert. Dennoch muss sich Miyo dazu zwingen ständig zu lächeln und so zu tun, als wäre alles in Ordnung. In der Schule greift der Film schnell das Thema Mobbing auf, denn bis auf ihre beste Freundin scheinen alle Mitschüler, sie für sehr merkwürdig zu halten. Zumal sie dann auch noch ständig Hinode anflirtet, der doch augenscheinlich nichts von ihr möchte. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit findet der Film dann schnell seine Fantasykomponente. Der Wandel von Mensch zu Katze ist dann die perfekte Metapher für die Leichtigkeit des Katzenseins. Dies versucht ihr die wiederkehrende Figur des Maskenverkäufers auch schmackhaft zu machen. So versucht der Film auf fantastische Weise den Bogen zu bekommen, zwischen dem anstrengenden Menschenleben und dem einfachen Katzenleben.
Grundsätzlich ist dies auch eine schöne Idee, passende Metapher und mal ganz ehrlich die Katzen sind wirklich supersüß. Die Zeichner und Animatoren haben hier großes Herz bewiesen, so dass jeder Katzenliebhaber sofort schmelzen wird. Das Problem ist, dass der Film irgendwo unfertig wirkt. Es wird nicht erzählt, warum Miyo die Situation zu Hause wirklich als so schwierig empfindet. Es wird nicht gesagt, was sie an Hinode so anziehend findet. Es wird behauptet, dass sie ihm nicht richtig sagen kann, was sie empfindet, wobei das Anflirten wohl für alle sehr deutlich sichtbar ist. Es wird vieles angedeutet, aber wenig wirklich gesagt. So kratzt der Film bei vielen Sachen an der Oberfläche, aber schafft es nicht wirkliche Tiefe aufzubauen. Dies ändert sich auch im Laufe des Films nicht, wenn die Fantasykomponente zunimmt.
Hinzu kommt, dass die Protagonistin Miyo ständig überdreht irgendwo rumspringt und dabei nicht unbedingt Sympathiepunkte sammelt, was es umso schwerer macht sie richtig greifen zu können. So bleibt sie unnahbar und man leidet nicht wirklich mit ihr mit. Das nimmt jedoch dem großen Finale die Spannung, da einen der Ausgang relativ egal ist.
Die fehlende Synchronisation ist gerade am Anfang gewöhnungsbedürftig, zumal im japanischen noch einmal ganz andere Betonungen stattfinden. Dennoch war der Film mit den Untertiteln gut verständlich. Die beschriebene Welt ist nachvollziehbar und nimmt am Ende ordentlich Fahrt auf, wenn es auf das große Finale zu geht und setzt die Fantasyelemente in einer guten Dosis ein.

Das Fazit

Um ein Schnurrhaar ist ein liebevoll animierter Film, der mit einer schönen Metapher als Grundidee daher kommt. Während der Film die Fantasykomponente gut beherrscht, schwächelt er jedoch am Tiefgang. Zu wenig wird wirklich erzählt, so dass der Film lediglich an der Oberfläche kratzt. Schade!

Um ein Schnurrhaar (OmU) ist ab sofort auf Netflix abrufbar