Disney+ Original: Rot

Ein Vorwort

Seit dem Launch von Disney+ bringen Disney und Pixar nicht nur regelmäßig Kinofilme gleichzeitig auf der Plattform raus, sondern eben auch Originals. Nachdem im letzten Sommer Luca für Wellen sorgte, befasst sich Pixar diesmal in Rot mit der Pubertät. Was dies mit einem roten Panda zu tun hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Meilin Lee ist 13 und während sie in der Schule ein klassischer Teenager ist und mit ihren Freundinnen für eine angesagte Boyband schwärmt, ist sie zu Hause die absolute Vorzeigetochter. Doch bei einem starken Emotionsausbruch verwandelt sie sich auf einmal in einen roten Panda. Laut ihrer Mutter ist das ein Familienfluch und sie kann das bei einer Zeremonie beim nächsten roten Mond beseitigen. Solange soll sie sich isolieren. Doch als Meilin merkt, dass ihre Freundinnen sie beruhigen können, versucht sie ihren Alltag zu normalisieren. Vor allem, weil ein Konzert der Boyband ansteht.

Meine Meinung

Pixar und ich sind so eine Sache. Gesehen habe ich die meisten Filme (außer die Toy Story Reihe, da mich die nie interessiert hat), wirklich gemocht die wenigsten. Außer Findet Nemo, Alles steht Kopf und Coco konnte mich kein Pixarfilm wirklich begeistern und doch versuche ich es immer wieder. Versteht mich nicht falsch. Ich mag einige Pixarfilme (okay, einige auch wirklich gar nicht), aber die meisten kommen für mich nicht über die „Ganz nett einmal gesehen zu haben“ Schiene hinaus. So leider auch wieder bei Rot passiert.
Aber fangen wir vorne an. Sich grundsätzlich mal mit Teenagern und den Problemen auseinander zu setzen, fand ich schon längst an der Zeit. Gerade die Parallele zwischen körperlichen Veränderungen, wie der Menstruation, und der Heimsuchung durch den roten Panda fand ich gut gewählt. Auch die Abgrenzung zwischen Freundeskreis und Elternhaus war gut nachvollziehbar, auch wenn Meilins Mutter schon eine sehr überzeichnete Helikoptermutter war. Und genau hier setzt bei mir das erste Problem an. Denn gerade durch diese Überzeichnung und den sehr krassen Unterschied zwischen der Meilin in der Schule und bei ihren Freundinnen und der Meilin zu Hause fehlte mir von Anfang an die Wärme, um in die Handlung richtig hineingesogen zu werden. Stattdessen blieb ich eher auf Abstand.
Das ändert sich auch im folgenden leider nicht, auch wenn hier die Handlung zumindest durch ein paar witzige Einfälle aufgelockert wird. Leider war auch die Handlung bis auf wenige Ausnahmen sehr vorhersehbar, vor allem das Desaster, was einen gegen Ende erwartet, war irgendwo abzusehen. Und grundsätzlich ist es auch nicht schlimm, wenn eine Handlung vorhersehbar ist, sofern sie es mit einem ganz eigenen Charme tut oder man trotzdem in dem Film versinken kann. Aber genau das fehlt hier alles.
Unnahebare Charaktere treffen auf vorhersehbare Handlung. Und so schön die Metaphern doch ausfallen und so positiv die Botschaft am Ende ist, so zäh ist der Weg dahin.

Das Fazit

Rot bietet eine gute Grundidee, die leider lieblos und vorhersehbar abgehandelt wird, ohne Nähe zum Publikum aufzubauen. Ein zäher Weg bis zur positiven Botschaft am Ende. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Rot ist seit dem 11.03.2022 auf Disney + verfügbar

Hawkeye

Ein Vorwort

Marvels fünfte Serie auf Disney+ handelte nun endlich von einem Superhelden, der bisher immer irgendwie mit dabei war, aber nie im Fokus lag. Zeitgleich handelt sie von meinem absoluten Lieblingsavenger – und ja, ich habe eine Schwäche für Bogenschützen. Die Rede ist von Hawkeye. Nachdem sich bisher die stärkeren und schwächen Serien abgewechselt haben, standen die Zeichen wieder gut für Hawkeye. Warum es sich dabei zeitgleich um die stärkste Serie handelt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Avengers – Age of Ultron, Avengers – Endgame  – diese stelle ich hier kurz vor.
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: The Avengers, Captain America 3 – Civil War, Black Widow, Daredevil (die Netflix Serie) – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern bereits vorhanden, für die Links einfach die Titel anklicken).

In Avengers – Age of Ultron hat sich das Team wieder versammelt, diesmal um gegen von Strucker vorzugehen, der Lokis Zepter stehlen konnte. Dabei treffen sie zum ersten Mal auf die Zwillinge Pierdro und Wanda Maximoff. Strucker kann besiegt werden und die Avengers nehmen das Zepter mit nach Hause. Dort kommt Iron Man auf die Idee die Intelligenz aus dem Zepter zu holen und in sein Dronenprojekt Ultron zu integrieren. Doch die Intelligenz macht sich selbstständig und besiegt JARVIS, der KI, die Stark als Butler nutzt. Ultron greift die Avengers an. Die Drohe kann zerstört werden, doch Ultron flieht übers Internet. In einer verlassenen Fabrik nimmt er wieder Besitz von einem Maschinenkörper und wird dort von den Maximoffs gefunden, die ebenfalls eine Rechnung mit Stark offen haben. Ultron baut eine ganze Armee von Drohnen mit seiner Intelligenz. Für seinen Plan braucht er das sehr seltene Element Vibranium, die er vom Schmuggler und Waffenhändler Ulysses Klaue bekommen will. Die Avengers bekommen Wind von diesem Plan und spüren Klaue ebenfalls auf. Dabei treffen sie auf Wanda, die als Scarlet Witch manchen der Avengers ihre schlimmsten Ängste zeigt. Dadurch dreht Banner durch und verwandelt sich unkontrolliert in den Hulk. Stark muss in seinem neuen Iron Man Anzug „Hulkbuster“ einstreiten, beiden richten jedoch im Kampf eine Menge Zerstörung an. Um Abstand von allem zu bekommen, ziehen sich die Held*innen in ein Safehouse zurück. Dabei stellen sie fest, dass hier Hawkeyes Familie lebt. Seine Frau, mit dem dritten Kind schwanger, sorgt für die Avengers, die neuen Mut schöpfen.
Ultron entführt als nächstes die Wissenschaftlerin Helen Cho, die ihm einen richtigen künstlichen Körper erschaffen soll. Die Avengers können jedoch die Übertragung von Ultron in den Körper verhindern, Stark setzt aber hinterher den wiedererweckten JARVIS in den Körper ein. Inzwischen haben auch die Maximoffs Ultrons wahre Pläne, die Vernichtung der Menschheit, durchschaut und stellen sich im letzten Kampf auf die Seite der Avengers. Ultron hat eine Maschine entwickelt mit der er die Stadt Sokovia in die Luft steigen kann. Diese will er dann ab einem gewissen Punkt wieder fallen lassen, um damit einen Meteoriteneinschlag zu simulieren, mit dessen Wucht die gesamte Menschheit ausgelöscht werden kann. Beim Kampf tötet Ultron Piedro Maximoff, die Avengers können aber das schlimmste verhindern.
In Avengers – Endgame muss Clint Barton den Verlust seiner Familie durch Thanos Schnippsen mitansehen. Dies prägt ihn so sehr, dass er zu dem Untergrund-Rächer Ronan wird. Erst Black Widow kann ihn von seinem Pfad abbringen und holt ihn zurück zu den Avengers, die mit Hilfe von Scott Lang und Iron Man an einer Zeitmaschine arbeiten. Sie wollen die Infinity-Steine zusammentragen und so alle ausgelöschten Leben zurückholen. Hawkeye wird mit Black Widow als Team eingeteilt. Sie reisen nach Vormir, um den Seelenstein zu besorgen. Dabei wissen sie nicht, dass eine geliebte Person geopfert werden muss. Beide beschließen das Opfer zu sein und leisten sich einen erbitterten Kampf. Black Widow „gewinnt“ schließlich und Hawkeye ist nun zwar im Besitz des Seelensteins, hat aber seine beste Freundin verloren. Die Avengers können den Handschuh mit allen Infinity Steinen wieder zusammensetzen und so die Auslöschung der halben Bevölkerung rückgängig machen. Als Hawkeye einen Anruf seiner bis dahin toten Frau erhält, wissen sie, dass es funktioniert hat. Allerdings hat Thanos Wind von ihrem Plan bekommen und greift an. In einer letzten finalen Schlacht können sie vereint Thanos besiegen. Dabei verliert auch Iron Man sein Leben. Bei der Beerdigung ist Hawkeye wieder mit seiner Familie vereint.

Die Handlung

Kate Bishop (Hailee Steinfeld) ist seit den Ereignissen in New York 2012 (siehe The Avengers) großer Fan von ihrem persönlichen Helden Hawkeye alias Clint Barton (Jeremy Renner). Als bei einer Schwarzmarkt-Auktion auf einer Charity-Veranstaltung der Firma ihrer Mutter das Kostüm des Ronin versteigert wird, landet dies nach einem Anschlag in ihrem Besitz. Damit macht sie zwei Parteien auf sich aufmerksam. Zum einen Hawkeye, der eigentlich wegen eines Musicalbesuchs mit seinen Kindern in der Stadt war, und der Jogging-Anzug Gang, deren Anzahl der Ronin einst stark verkleinerte.

Meine Meinung

Mein inneres Fangirl war seit der Ankündigung der Serie total aus dem Häusschen. Endlich würde mein Lieblingsavenger die Screentime bekommen, die er verdient. Zeitgleich hatte ich Angst, dass es sich vielleicht um einen Abschied handeln könnte. Die Altherrenriege, die Platz macht für frische junge Powerfrauen. Bekommen habe ich ein wahnsinnig gutes Duo.
Aber fangen wir am Anfang an. Die Geschichte wird aus der Sicht von Kate Bishop erzählt. Wie ich, ist sie ein großer Hawkeye-Fan. Allerdings liegt es bei ihr daran, dass er ihr als Kind das Leben gerettet hat, da sie beim Alienangriff 2012 in New York war. Seitdem hat sie hart an ihrer Bogenschützenkarriere gearbeitet. Als sie dann tatsächlich auf Clint Barton trifft, scheinen all ihre Träume sich zu erfüllen. Dieser will aber lieber nach Hause und mit seiner Familie Weihnachten feiern. So spiegeln sich Euphorie und Abweisung in ihren Dialogen wieder. Doch nach und nach wachsen sie als Team zusammen. Durch den Altersunterschied und die familiäre Hintergrundgeschichte Hawkeyes haben wir hier auch keine sich aufbauende Liebesgeschichte, was sehr erfrischend ist.
Dieses Erfrischende ist auch genau das, was die Serie ausmacht. Wir haben hier keinen Thanos, keine weltweit politischen Beziehungen und auch ansonsten keine Übermacht, mit der zu kämpfen ist. Sondern eher kleinere Konflikte – auch wenn gerade gegen Ende noch einmal größere dazu kommen – die dennoch Raum für eine ganze Staffel schaffen. Denn hier kommt an keiner Stelle Langeweile auf. Vor allem durch die flotten Dialoge zwischen Barton und Bishop, aber auch zwischen den beiden und der Jogginganzug-Gang. Dabei bleibt die Serie stets auf dem Boden der Tatsache. Gerade Hawkeye ist ein sehr geerdeter Avenger, der gerade durch seine Familie einfach sehr menschlich geblieben ist. Der trotz seines Ruhms nahbar ist.
So geben sich Spannung, Witz und einmalige Dialoge die Klinke in die Hand und bilden eine Handlung, die zwar im Vergleich zu den großen Filmen des Universums mickrig wirkt, aber genau diese Rückbesinnung auf die „einfachen Probleme“ tut dem ganzen Universum gut. Über das Setting zu Weihnachten lässt sich zwar streiten, aber selbst mich als Grinch hat es jetzt nicht gestört.
Zum Schluss habe ich nur noch einen Wunsch: Ich hätte gerne das komplette „Rogers – the Musical“ gesehen. Lieber Herr Feige, falls Sie das lesen: Bitte, bitte machen Sie aus der Idee ein ganzes Musical!
PS: Ich lass euch das Gif mal hier. Ich kriege davon immer einen Lachflash und lachen ist gesund 😉

Das Fazit

Hawkeye besinnt sich zurück auf ruhigere Zeiten und präsentiert einen auf den Boden gebliebenen Superhelden und seine Fan-Nachfolgerin. Durch einmalige dialoge, viel Witz und gleichzeitig viel Spannung ist die Serie die bisher beste der Reihe.

Hawkeye ist als Original bei Disney+ im Abo enthalten

What if…

Ein Vorwort

Nach WandaVision, Falcon and the Winter Soldier und Loki sollte eigentlich erst Hawkeye die nächste große Serie werden, die direkt dem MCU (Marvel Cinematic Universe) zugeordnet wird. Doch dann kam die Nachricht: Auch die Animationsserie What if… sollte nicht nur als Begleitserie gelten, sondern direkten Einfluss auf die Geschehnisse im MCU haben. Da es sich hier um alternative Welten handelt, ist damit wohl die letzte Tür zum Multiversum geöffnet worden, die WandaVision und Loki bereits angestoßen haben. Was die Serie denn nun kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier fasse ich normalerweise die relevanten Filme und Serien aus dem MCU zusammen und erwähne, welche gut wären, darüber hinaus gesehen zu haben. In diesem Fall gibt es aber in der Serie so viele Anspielungen, dass es sich grundsätzlich lohnt alles zuvor erschienende aus dem MCU gesehen zu haben. Zumindest die Serien kann man erst einmal außen vor lassen, aber die Filme tragen zum Verständnis bei.

Die Handlung

Der Watcher (Jeffrey Wright) bewacht die Multiversen. Denn durch jede Entscheidung öffnet sich ein anderer Handlungsstrang. In dieser Serie befasst sich jede Folge mit einem Gedankenspiel. Was wäre wenn, etwas eingetreten oder nicht eingetreten wäre und wie hätte das den Handlungsfluss geändert.

Meine Meinung

Ich mag Was wäre, wenn Gedankengänge. Die unbegrenzten Möglichkeiten, wenn man einfach nur eine Komponente verschiebt. Und gerade im MCU durch die vielen Serien und Charaktere ergeben sich eine Unmenge an Möglichkeiten. Umso gespannter war ich auf die Serie und welche Möglichkeiten umgesetzt werden.
Die einzelnen Episoden befassen sich auch je mit einer Variante. Erst die letzte Folge vereint die vorherigen und führt die Serie so zu einer Aussage zusammen. Dabei ist fast jede*r Held*in aus den Filmen vertreten. Teilweise treffen sie auch aufeinander, wo man es nicht erwartet hätte. Dabei klingen die What if zu Anfang sehr interessant. Leider können die wenigsten Episoden die Erwartungen halten. Denn irgendwo verstrickt sich die Handlung stets immer weiter und am Ende bleibt von der Ausgangsfrage nichts mehr übrig als eine nette Idee.
Nehmen wir als Beispiel mal die erste Episode. Was wäre, wenn Peggy Carter Captain America wäre und nicht Steve Rogers. Klingt nach einer Idee, aus der man viel hätte machen können. Stattdessen wird der Film Captain America mehr oder weniger nacherzählt nur mit Peggy in Anzug und Schild. Das ist enttäuschend, weil ich mir von der Grundfrage anderes erhofft hatte. So zieht es sich auch durch die anderen Episoden. Zwischendurch gibt es wirklich spannende und gut durchdachte, die am Ende aber in der Unterzahl bleiben.
Der Animationsstil ist darüber hinaus auch sehr gewöhnungsbedürftig, wird sich doch an den Darsteller*innen aus den Fimen orientiert und nicht an den Comicdarstellungen. Das funktioniert jedoch nur bedingt, da die Animation sehr lieblos wirkt und wenige Details aufweist.
Verbunden mit der deutschen Synchronisation, die bemüht war die Originalsynchronstimmen zu verwenden, es aber nicht bei allen Darsteller*innen geschafft hat, wirken einige Charaktere wie Fremdkörper. So haben wir einen Iron Man, der zwar nach Robert Downey Jr. aussieht, aber nicht so klingt. Gerade hier ist die neue Synchronstimme auch sehr unpassend, wenn man über viele Filme hinweg an die andere gewöhnt war.
Letztlich spielen hier wahrscheinlich viele enttäuschte Erwartungen mit rein, aber im gesamten konnte mich die Serie nicht überzeugen. Allerdings bildet sich dadurch ein Muster aus Gut (WandaVision) – Enttäuschend (Falcon and the Winter Soldier) – Gut (Loki) – Enttäuschend (What if…) – also kommt danach wohl wieder Gut (Hawkeye). Ich freu mich auf jeden Fall auf die Serie mit meinem Lieblingsavenger.

Das Fazit

What if… hat eine gute Grundidee, schafft es aber nur selten, die Erwartung hinter der alternativen Idee zu halten. Die Animation wirkt teilweise lieblos und gewöhnungsbedürftig. Im gesamten eher enttäuschtend, da hier mehr Potential war.

Loki

Ein Vorwort

Der Marvel-Serienmarathon auf Disney+ geht weiter. Nachdem wir uns filmisch wahrscheinlich von Loki verabschieden können, bleibt er uns zumindest vorerst in der Serienlandschaft erhalten. Nachdem nun auch eine zweite Staffel kurzfristig bestätigt wurde, wollen wir doch mal einen Blick auf die erste Staffel werfen.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Thor, Thor 2 – The Dark Kingdom, The Avengers
Welche Filme aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Thor 3 – Ragnarök, Avengers – Infinity War, Avengers – Endgame – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (für die Links einfach die Titel anklicken).

In Thor (2011) lernen wir Loki kennen, der als Baby von Odin als Kriegsbeute von den Eisriesen mitgenommen wurde und als Bruder Thors aufwuchs. Als dieser den Thron Asgards besteigen soll, tauchen Eisriesen auf und stören die Zeremonie. Getrieben von Loki reist Thor mit seinen Freunden nach Jotunheim, um dort Vergeltung zu verüben. Odin kann dies noch verhindern, verbannt Thor aber auf die Erde. Während dieser versucht auf der Erde klarzukommen, fällt Odin in einen tiefen Schlaf. Loki nutzt die Chance und besteigt den Thron. Zusätzlich schickt er den Destroyer auf die Erde, um seinen Bruder endgültig auszuschalten. Dies misslingt jedoch. Auf dem Bifröst kommt es zum Kampf zwischen den beiden Brüdern. Thor wird von Odin gerettet, Loki stürzt sich freiwillig hinab.
In The Avengers (2012) taucht Loki wieder auf und schnappt sich den Thesserakt, einen der Infinity-Steine. Dabei kontrolliert er den Wissenschaftler Erik Selvig und Clint Barton alias Hawkeye. Daraufhin werden die Avengers zum ersten Mal zusammengerufen. Loki kann nach einem Auftritt in Stuttgart zunächst festgenommen werden, entfesselt aber kurz darauf den Hulk und kann so entkommen. Das Team muss sich wieder zusammenraufen, da Loki ein Portal in New York eröffnet hat und die Streitmacht der Chitauri die Erde angreift. Am Ende können die Avengers siegen und Loki wird gefangen genommen.
In Thor – The Dark Kingdom wird Loki verurteilt und sitzt in Asgard im Gefängnis. Beim Angriff der Dunkelelfen stirbt Frigga, seine Mutter, Odin will daraufhin Thors große Liebe Jane Foster, die den Äther durch einen Unfall in sich trägt und daher Angriffziel der Dunkelelfen war, als Köder einsetzen. Thor will das aber unter seinen Bedinungen klären, wofür er Lokis Hilfe braucht. Loki stirbt beim Kampf vermeintlich. Thor und Jane schaffen es mit Hilfe von Freunden die Dunkelelfen zu besiegen. In der After-Credit-Scene sieht man, wie sich Loki als Odin ausgibt, um Thor auf die Erde zu locken, damit er dort mit Jane glücklich wird.
Weitere wichtige Fakten: In Thor 3 – Ragnarök stellt sich Loki schlussendlich auf Thors Seite und hilft dabei die Asen vor der Zerstörung Asgards zu retten. In Infinity War wird Loki von Thanos in der Anfangsszene getötet. In Endgame reisen die Avengers in der Zeit zurück. Unter anderem ins Jahr 2012 und zur Handlung von The Avengers, wo der gefangen genommene Loki mit dem Tesseract antkommen kann.

Die Handlung

Loki Laufeyson (Tom Hiddleston) konnte durch die Zeitreise der Avengers in Endgame mit dem Tesseract fliehen. Doch seine Freude wehrt nur kurz, denn die TVA fässt ihn kurz darauf, weil er gegen den wahren Zeitstrahl verstoßen hat. Er landet vor Gericht und steht kurz vor der Stutzung – also der endgültigen Auslöschung. Doch Agent Mobius (Owen Wilson) setzt sich für ihn ein, da er seine Hilfe braucht, um eine Variante zu finden, die einige Zeitagenten ausgelöscht hat.

Meine Meinung

Loki ist wohl einer der coolsten Bösewichte, die das MCU (Marvel Cinematic Universe) zu bieten hat. Doch nach den drei Thorfilmen und seinem Auftritt in The Avengers, merkte man schon, dass der Figur langsam die Luft ausging. Gerade in Thor 3 – Ragnarök war er kaum mehr als eine Parodie auf sich selbst. Als die Serie zu Loki angekündigt wurde, war ich dementsprechend skeptisch. Bewusst habe ich mir keinen Trailer angesehen, sondern mich ganz unvoreingenommen auf die Serie eingelassen.
Mit der Idee der Zeitreise und das es sich beim gezeigten Loki nicht um den toten aus dem Filmbereich, sondern eine Variante handelt, funktioniert die Serie erstaunlich gut. Die Serie braucht ca. zwei Folgen um in Fahrt zu kommen. Man lernt die TVA kennen, die so wunderbar voller Bürokratie ist. Man möchte sagen, wie aus den 1970er Jahren – oder eben aus den deutschen Behörden in der heutigen Zeit. Dann hat die Serie ihren Rhythmus gefunden und funktioniert gerade wegen der guten Chemie zwischen Loki und Mobius. Loki darf sich hier noch einmal ganz neu entwickeln und wir kriegen auch ganz neue Facetten von ihm zu sehen. 
Der Zeitreisenaspekt funktioniert bis zu einem gewissen Grad, dann treten die üblichen Logiklöcher auf. Wenn man diese einfach akzeptiert, statt zu hinterfragen, hat man mit der Serie eine Menge Spaß. Gerade das Ende lässt einen dann aber wieder hinterfragen, inwiefern die Serie doch noch Auswirkungen auf die Filme – gerade Doctor Strange 2 – haben könnte. Material für die zweite Staffel ist auf jeden Fall noch da. Dennoch wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, die Serie einfach mit ein paar mehr Folgen zu konzipieren, statt gleich eine weitere Staffel draus zu machen.
Grundsätzlich funktioniert die Staffel aber wirklich gut. Es gibt immer wieder neue Handlung, nichts wirkt erzwungen oder gestreckt, es gibt genügend kleine (oder größere) Anspielungen für die Comicfans, tolle Charaktere und genügend zu entdecken. Auch Loki und sein Humor funktioniert wieder deutlich besser, auch wenn er mit der Zeit immer ernster wird. So ist die Vorfreude auf Staffel 2 auf jeden Fall da.

Das Fazit

Loki funktioniert als Serie erstaunlich gut, hadert mit ein paar Logiklöchern im Zeitreisesegment, funktioniert aber gerade durch die Charaktere und die kleinen Feinheiten. Für Loki-Fans auf jeden Fall einen Blick wert.

Disney+ Original: Luca

Ein Vorwort

Gerade einmal ein halbes Jahr nachdem Pixar ‚Soul‘ herausbrachte, gibt es den zweiten Film. Während Soul noch als Kinofilm angelegt war, wirkt Luca wie für den Streamingdienst gemacht. Und erscheint auf den ersten Blick wie gemacht für laue Sommernächte. Was der Film ansonsten kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

An der italienischen Riviera lebt der Wasserjunge Luca. Sein Leben unter der Wasseroberfläche ödet ihn an. Bis er auf Alberto trifft, ebenfalls Wasserjunge, der Luca zeigt, dass er auch an Land überleben kann. Nach einem Streit mit seiner Familie flüchten die beiden Jungs an Land. Dort treffen sie auf Giulia, die unbedingt einen Triathlon gewonnen will.

Meine Meinung

Sommerurlaub in Italien klang selten so verführerisch wie nach diesem Film. Ein kleines Dorf am Meer, Mittags eine Portion Pasta, danach ein leckeres Gelato und das Ganze mit der italienischen Gemütlichkeit. Laue Sommernächste, heiße Tage, wo man sich nur im Wasser abkühlen will, all dies bietet Luca. Gepaart mit einer Unterwasserwelt? Klang ganz nach einem Film, den ich sehen musste.
Zunächst beginnt der Film ziemlich unspektakulär. Wir lernen Luca kennen, ein Wasserjunge – im Film auch gerne als Seemonster bezeichnet – der sich in seinem Alltag langweilt. Seine Familie lebt in großer Angst vor der Oberfläche und projiziert diese Angst auch auf Luca. Doch seine Neugier siegt und so folgt er der Spur von diversen Gegenständen, die auf dem Meeresgrund landen. Hier könnte der Film schnell in eine kritisierende Richtung driften zum Thema Meerverschmutzung. Diesen Teil überspringt er aber komplett. Stattdessen treffen wir auf Alberto, der zwischen Oberfläche und Unterwasser hin und herpendelt und den großen Traum einer eigenen Vespa hat. Die beiden verbringen einige Tage auf Alberto Insel. Bis zu diesem Punkt ist der Film schon zu einem Drittel fortgeschritten und man weiß noch nicht so wirklich worauf er hinauswill.
Erst mit dem darauffolgenden Streit von Luca und seiner Familie und seiner Flucht an Land, wo er zusammen mit Alberto versucht nicht aufzufallen, bekommt der Film eine Richtung. Hier ist es dann eine gute Mischung aus italienischem Lebensgefühl, Freundschaft und Selbstfindung. Die Angst der Dorfbewohner vor Seeungeheuern wirkt dann schon fast wie eine Metapher für Fremdenfeindlichkeit, doch dies wirklich herauszuarbeiten, so weit geht Luca dann doch nicht. Letztlich verpasst der Film an mehreren Stellen wirkliche Aussagen zu treffen, sondern beruf sich auf die lockere Erzählweise. Lediglich das Thema Freundschaft wird konkreter beleuchtet.
So hat Luca nicht wirklich viel Anspruch an die Handlung. Nach einer relativ langen Findungsphase versteht er sich darauf das Sommergefühl zu vermitteln. Schade bleibt es, dass das Unterwasserthema hier mehr oder weniger verschenkt wirkt. Lediglich für ein paar Witze und um die Angst der Dorfbewohner vor dem Unbekannten zu unterstreichen reicht es. Dabei hätte ich davon gerne mehr gesehen. Aber dann wäre es wohl ein anderer Film geworden. Letztlich ist es ein netter Film für einen Sommerabend.

Das Fazit

Luca hält, was er verspricht, und entführt den Zuschauer an einen Sommertag in Italien. Dabei bleibt die Handlung sehr oberflächlich, was aber die Figuren wieder wett machen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Luca ist seit dem 18.06.2021 auf Disney+ verfügbar

Eine Handvoll Filme – 3/21

Herzlich Willkommen zu dritten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer traurigen Hochzeit, einem superheldigen Eichhörnchen, eine Familie sagt Ja, einer Origin-Story und Spionage in Hamburg.

The Farewell

Die Handlung: Billi Wang lebt in New York nachdem sie mit ihrer Familie aus China ausgewandert ist. Als sie erfährt, dass ihr Großmutter Lungenkrebs hat, ist sie am Boden zerstört. Doch die Familie beschließt der Oma nichts zu sagen, sondern eine Hochzeit zu arrangieren, damit alle sie nochmal sehen. Billi ist hin- und hergerissen zwischen Loyalität zur Familie und dem Wunsch sich richtig von ihrer Großmutter zu verabschieden.

Meine Meinung: Sitten aus anderen Kulturen können befremdlich wirken. Wenn es jedoch die eigene ist und man mit dem, was man für richtig hält, die ganze Familie gegen sich aufbringen würde, wie soll man sich da verhalten? Genau in diesem Dilemma befindet sich Billi Wang, lebt sie doch mit ihren ausgewanderten Eltern in New York und ist auch mit der amerikanischen Kultur groß geworden. Doch ihre Familie prägt ihr immer wieder ein, dass sie nichts sagen darf. Der Film hat eine sehr melancholische Stimmung und kann einen aufs Gemüt schlagen. Er bemüht sich die Thematik so zu erzählen, dass man als Außenstehender die Beschlüsse der Familie versteht, auch wenn man sie nicht nachvollziehen kann. Billi ist dafür die ideale Bezugsperson. Zwischendurch versucht der Film die Stimmung ein bisschen aufzulockern, indem ein paar Situationen eingeschoben werden, über die man unweigerlich schmunzeln muss. Dennoch bleibt der Film sehr ernst. Awkwafina spielt die Zerissenheit der Protagonistin in einer sehr reduzierten Form gekonnt aus. Gewinnerin der Herzen ist jedoch Shuszen Zhao als Nai Nai (Großmutter), die ihre Rolle mit viel Leben und Liebe füllt. Letztendlich ist The Farewell ein guter Film mit einem schweren Thema.

Flora & Ulysses

Die Handlung: Flora, 10 Jahre alt, ist Tochter einer Autorin und eines Comiczeichners leidet unter der Trennung dieser. Bis Ulysses bei ihr auftaucht, ein aufgewecktes Eichhörnchen, von dem Flora glaubt, dass es Superkräfte hat. Allerdings ist vor allem Chaos angesagt. 

Meine Meinung: Nachdem ich den Trailer von Flora & Ulysses gesehen habe, war ich sehr abgeschreckt, sah er doch vorne und hinten nicht zusammenhängend aus, wie eine wilde Mischung aus verschiedenen Genres. Am Ende wusste man nicht, ist Ulysses nun ein Supereichhörnchen oder nicht. Das ich dem Film letztlich doch noch eine Chance gegeben habe, war großes Glück, sonst hätte ich einen liebevollen Kinderfilm verpasst. Zwar ist der Film mit der Rolle des Ulysses immer noch ein bisschen zwiegespalten, aber dennoch funktioniert er. Gerade weil er unkonventionell ist, weil er in der Handlung springt, aber vor allem weil er eine gute Mischung an Charakteren hat. Wir haben Flora, die an die Superhelden aus den erfolglosen Comics ihres Vaters glaubt, die Dinge auf ihre ganz eigene Weise löst und dennoch einfach ein Kind ist. Dann haben wir ihre Eltern mit einer sehr süßen Liebesvorgeschichte, auch wenn sie sich während des Films in Trennung befinden. Und wir haben den Nachbarsjungen, der zu seiner Tante geschickt wurde, weil er an hysterischer Blindheit leidet. Leider wird sich mit dem Thema und den Gründen nur ganz am Rande auseinander gesetzt, aber dennoch respektvoll umgegangen. Und das absolute Highlight des Films ist wohl Danny Pudi (bekannt aus Community) als Polizist. So bietet der Film einige Stellen zum Lachen, zum mitfieber und verstärkt das ganze noch mit einer guten Prise Herzlichkeit.

Yes Day

Die Handlung: Allison und Carlos Torres sind eigentlich sehr lebensbejaende Eltern. Doch seit ihre Kinder da sind, erwischen sie sich selbst dabei, wie sie nur noch „Nein“ sagen. Bis der Vertrauenslehrer der Schule sie zu einem „Yes Day“ ermuntert. Ein Tag, an dem sie zu allem, was die Kinder wollen „Ja“ sagen müssen, zumindest innerhalb gewisser Regeln. 

Meine Meinung: Der Anfang von Yes Day ist wohl der familiennähste, den ich in letzter Zeit gesehen habe. Der Wandel der lebensbejaenden Eltern, die gerne auch mal Risiken eingehen, nur um etwas zu erleben, zu den fürsorglichen Eltern, die ihren Kindern einfach viel verbieten müssen, ist in wenigen Bildern gezeigt, aber dafür gut nachvollziehbar. Während die Idee für den Yes Day ein wenig „Deos Ex Machina“ kommt, ist die Einführung eben dessen gut gelungen. So bewegt sich der Film die ersten 2/3 auf guten Gewässern, ist gleichzeitig witzig und spannend. Dabei werden trotzdem die Charaktere richtig eingeführt, so dass auch die Familienkonstellation über den Yes Day hinaus funktioniert. Das letzte Drittel ist dann das typische Eskalationsmaterial, von dem ich befürchtete, dass es passiert. Also der Teil, in dem einfach alles aus dem Ruder läuft und man als Zuschauer nur noch hilflos zusehen kann, wie die Charaktere sich immer tiefer reinreiten. Ab dem Punkt geht dann auch der Unterhaltungswert des Films deutlich zurück. Letztendlich überzeugt der Film als Gesamtwerk aber doch, auch wenn man das Ende mit wesentlich weniger Fremdschämpotenzial umsetzen könnte.

Scooby

Die Handlung: Als Scooby ein Gyrosspies am Strand klaut, trifft er auf den einsamen und freundlosen Jungen Shaggy. Beide werden sofort die besten Freunden. Als sie an Halloween auf Fred, Velma und Daphne treffen und einen Geist enttarnen, gründen sie die Mystery Inc. Viele Jahre später werden sie getrennt, kurz bevor es jemand auf Scooby abgesehen hat. 

Meine Meinung: Abgesehen von dem einen Realfilm habe ich Scooby-Doo nie so verfolgt. Grob kenne ich die Mystery Inc und die Charaktere, so dass ich neulich an einem ruhigen Nachmittag durch Sky schaltete und mich Scooby als Welpe anlächelte. So gab ich dem Film eine Chance. Grundsätzlich ist der Film genau das, was ich erwartet habe. Eine lockere Nachmittagsablenkung. Ein paar gute Witze, tolle Charaktere, ein paar Sachen vielleicht zu abgefahren, aber vor allem kein allzugroßer Anspruch, um die Handlung zu verfolgen. Und das ist in erster Linie positiv gemeint. Shaggy und Scooby sind auch hier einfach ein wunderbares chaotisches Team und schaffen es irgendwie aus jeder Situation wieder raus. Die Handlung ist spannend, bietet einige Überraschungen und setzt die Witze an die richtige Stelle. Antagonist und einige Nebencharaktere sind zwar ziemlich überzeichnet, aber auch das funktioniert gut – auch wenn die süßen kleinen Roboter Sidekicks schon sehr an die Minions angelehnt scheinen.

A most wanted man

Die Handlung: Günther Bachmann ist Strippenzieher einer halboffiziellen Spionageeinheit in Hamburg. Als dort der Flüchtling Issa Karpov, halb Russe, halb Tschetschene, auftaucht, schlägt die Einheit Alarm. Vorsichtig versuchen sie sich ihm zu nähern, doch auch andere Einheiten sind an Karpov interessiert. 

Meine Meinung: Der letzte Film mit Phillip Seymour Hoffman lag sehr lange auf meinem SuF (=Stapel ungesehener Filme). Im Rahmen meiner 21 für 2021 Challenge, habe ich ihn nun von eben diesem befreit. Leider hat er mir gar nicht zugesagt. Grundsätzlich fand ich die Ausgangskonstellation mit der Spionageeinheit in Hamburg interessant. Auch der Cast mit Hoffman, Rachel McAdams und Willem Dafoe klang gut, so dass ich einen Blick wagen wollte. Die Umsetzung ist leider ganz schön zäh, was vor allem daran liegt, dass man nur wenig von dem, was vor sich geht, versteht. Denn anstatt irgendjemandem irgendetwas zu erklären hat Hoffmans Rolle natürlich den großen Plan, legt sich ringsrum mit allen anderen Abteilungen an und hetzt wild von A nach B. Der Zuschauer selbst muss dann anhand der Reaktionen der anderen Agierenden herausfinden, was eigentlich gerade passiert. Das funktioniert auch nur so semi, so dass die Wendungen einen völlig unvorbereitet treffen, weil man einfach nicht versteht, wann genau in der Handlung etwas schief gelaufen ist.

Habt ihr einen Film davon gesehen? Wie fandet ihr ihn?

Raya und der letzte Drache

Ein Vorwort

Durch geschlossene Kinos hat Disney einige Filme direkt auf Disney+ veröffentlicht, wenn auch zunächst mit VIP Funktion. Und während man bei Black Widow und Cruella noch auf einen parallelen Kinorelease hoffen kann, ist bei Raya und der letzte Drache nun die VIP Option entfallen und der Film ist im Grundabo bei Disney+ jetzt verfügbar. Ob sich die Sichtung lohnt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Das Land Kumadra – einst Heimat der Drachen – ist in fünf Clans zerbrochen, die alle nach der Macht des Drachenkristalls streben. Durch einen Unfall zerbricht dieser jedoch und die Druun – Wesen, die alle Lebewesen, die sie berühren, in Stein verwandeln – werden freigelassen. Jahre später ist Raya auf der Suche nach Sisu, der letzten Drachin, um mit ihrer Hilfe die Druun zu besiegen.

Meine Meinung

Seit Disney mehr Energie in Realverfilmungsremakes steckt, als in ihre Animationsfilme, mussten wir auf neuen Stoff warten – die Pixar Produktionen mal außen vor gelassen. Stattdessen kamen mit Chaos im Netz und Die Eiskönigin II gleich zwei Sequels raus. So haben wir mit Raya und der letzte Drache seit 2016 (Zoomania & Vaiana) erstmals wieder eine komplette neue Welt und neue Charaktere.
Zunächst sieht man dem Film an, dass er wohl eigentlich mal für eine Kinoveröffentlichung geplant war. Die ganzen farbenfrohen Bilder schreien geradezu danach auf einer großen Leinwand gesehen zu werden – also bitte schaut ihn zumindest auf einem Fernseher und nicht auf dem Smartphone. Optisch ist der Film auf jeden Fall ein Hingucker. Auch bei der Animation der Drachen und der Druun erkennt man wieder viel Liebe zum Detail.
Die Handlung beginnt und man glaubt zu wissen, in welche Richtung der Film gehen wird. Nur um den Twist dann völlig überrascht hinnehmen zu müssen. Ein Zeitsprung später lernen wir die Welt noch einmal neu kennen. Auch hier ist relativ schnell wieder erkennbar in welche Richtung die Handlung sich entwickelt und bis auf wenige Überraschungen bleibt es auch so. Aber das schmälert das Seherlebnis keinesfalls, weil die Geschichte herzerwärmend ist, sich mit Vorurteilen befasst und die Freundschaft feiert.Hier ist es einfach das Zusammenspiel aus den verschiedenen Charakteren, das eine ziemlich gute Mischung abgibt. Auch wenn hier zunächst viel in Schwarz-Weiß-Denkmuster erzählt wird, bricht das nach und nach auf und macht Platz für eine differenziertere Herangehensweise, die aber auch für Kinder gut verständlich ist.
Was dem treuen Disneyfan hier ein wenig fehlt, sind die Lieder. Das ist wirklich so der einzige Wermutstropfen, der wirklich störend ist. Zumal es genug passende Gelegenheiten gab, wo die Stimmung und das Setting gut gepasst hätten. Allerdings ist das wohl auch wieder Jammern auf hohem Niveau, weil der Film auch so gut funktioniert.

Das Fazit

Raya und der letzte Drache ist ein bildschöner Animationsfilm aus dem Hause Disney. Vielleicht ein bisschen zu vorhersehbar, aber mit tollen Themen und Charakteren. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Raya und der letzte Drache ist bei Disney+ im Abo enthalten

Eine Handvoll Serien – 3/21

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer Freundschaft seit Kindertagen, einer magischen Parallelwelt, einer Country Sängerin als Nanny, ein Einblick in die unteren Decks und einer Entdeckung von Hexen.

Immer für dich da – Staffel 1

Die Handlung: Tully Hart (Katherine Heigl), eine erfolgreiche Talk-Show Moderatorin und Kate Mularkey (Sarah Chalke), Hausfrau und mitten in der Scheidung, sind seit ihrer Kindheit die besten Freundinnen. Während Tully aus schwierigen Verhältnissen mit ihrer drogensüchtigen Hippie-Mutter kam, ist Kate sehr behütet aufgewachsen. Doch trotz aller Gegensätze sind sie immer für einander da.

Meine Meinung: Immer für dich da erzählt die Geschichte einer Freundschaft auf drei Zeitebenen. Zum einen die Jugend der beiden, dann ihre erste Zeit in der Medienbranche und schließlich die Gegenwart (zeitlich Anfang der 2000er), in der Tully ihre Karrieredurchbruch schon hinter sich hat und Kate mit ihrer Scheidung und dem Wiedereintritt in die Medienbranche hadert. Nach dem Trailer habe ich gezögert, ob die Serie wirklich etwas für mich ist, weil ich kein großer Fan von reinen Dramaserien bin. Mich hat letztlich die Prämisse der Freundschaft und der Originaltitel „Firefly Lane“ überzeugt. Leider war letztlich mein erster Eindruck richtig. Denn die Serie findet keinen richtigen Rhythmus, sondern springt in den Zeiten hin und her und zeigt nur, wie sich die beiden Freundinnen immer wieder streiten – teilweise auch aus vollkommen nachvollziehbaren Gründen – und sich dann wieder vertragen. Viele Entwicklungen gerade aus der Vergangenheit werden durch den Gegenwartszeitstrang vorweggenommen, weswegen sie einfach nicht überraschend kommen. Lediglich die Dynamik der beiden Protagonistinnen hält die Zuschauenden bei der Stange. Leider tritt sehr schnell das ein, was ich an Dramaserien nicht mag: Es passiert zu schnell zu viel. Grundsätzlich finde ich die angesprochenen Themen gut und auch wie damit umgegangen wird. Aber es ist in der Masse einfach zu viel. Und dann hat man sich durch die ganze Staffel mit 10 Folgen mit je ca. 50 Minuten Lauflänge gequält um ein so offenes Ende mit Cliffhanger zu bekommen, dass man beinahe gezwungen wird, eine mögliche zweite Staffel zu sehen. Ob ich der Serie dann aber noch einmal eine Chance geben würde, bleibt abzuwarten.

Immer für dich da ist seit dem 03.02.2021 auf Netflix verfügbar

Willkommen im Haus der Eulen – Staffel 1

Die Handlung: Luz Noceda war eigentlich auf dem Weg in ein Sommercamp für schwierige Teenager, in das sie ihre Mutter schicken wollte, nachdem sie in der Schule vermehrt auffällig wurde, da sie eher in einer eigenen Fantasy als der Realtät zu leben scheint. Doch unterwegs folgt sie einer Eule und stolpert prompt durch ein Portal in eine andere Welt. Dort trifft sie auf die Eulenlady und Hexe Eda und ist so fasziniert von der Welt, dass sie beschließt zu bleiben. Und obwohl Menschen keine Magie ausüben können, nimmt die bei Eda Unterricht.

Meine Meinung: Manche Serien darf man auf keinen Fall nach ihrer Pilotfolge beurteilen. Als mir meine beste Freundin ganz begeistert von ihrer Neuentdeckung erzählt hat, habe ich ihr vertraut. Gefiel mir doch schon „Willkommen in Gravity Falls“ sehr gut, bei der Showrunnerin Dana Terrace ebenfalls ihre Finger im Spiel hatte. Doch nach der ersten Folge hätte ich beinahe aufgehört, weil es mir ein einziges Chaos war und ich bis auf wenige Figuren nichts mehr der Serie anfangen konnte. Doch ich hielt durch und ab Folge 3 wurde es merklich besser, bis ich gänzlich dem Sog der Serie erlag und innerhalb von drei Tagen die erste Staffel mit 19 Folgen je ca. 23 Minuten durchgebinged habe. Denn Willkommen im Haus der Eulen bietet nicht nur eine völlig faszinierende Parallelwelt voller Überraschungen und Gefahren, sondern auch liebenswerte Charaktere. An manche musste man sich vielleicht erst gewöhnen, aber andere hat man sehr schnell ins Herz geschlossen – ich sag nur Edas dämonischen Mitbewohner King. Vieles ist auch sehr abgedreht, aber letztlich immer in einem guten Maß (außer halt in der Pilotfolge). Wer mit der Serie anfangen will, den erwartet eine abgefahrene Welt, aber doch irgendwo im Stile anderer Disneyserien.

Willkommen im Haus der Eulen ist seit dem 31.08.2020 auf Disney+ verfügbar

Country Comfort – Staffel 1

Die Handlung: Bailey (Katherine McPhee) ist Countrysängerin von ganzem Herze und sing in der Band ihres Freundes. Als dieser nicht nur mit ihr Schluss macht, sondern sie auch aus der Band wirft und gegen seine neue jüngere Freundin austauscht. Als sie vor der Situation fliehen will, bleibt auch noch ihr Wagen liegen. Auf der nächstgelegegen Farm trifft sie auf Familie Haywood, die sie für ihre neue Nanny halten. Trotz aller Erklärungsversuche Baileys wird sie eingestellt und stellt kurz darauf fest, dass die Mutter vor nicht allzulanger Zeit gestorben ist und die Kinder sich nicht an die neue Freundin ihres Vaters gewöhnen wollen. Umso schneller schließen sie Bailey ins Herz, die nun nebem dem Nannysein versucht ihre Solokarriere voranzutreiben.

Meine Meinung: Country Comfort umfasst bisher eine Staffel mit 10 Folgen mit einer Länge zwischen 20 und 30 Minuten. Der Einstieg in die Serie ging sehr flott, so dass man sich schnell  auf der Ranch von Familie Haywood wiederfindet. Hier gibt es einen kurzen Zeitpunkt der Überforderung, wenn man versucht sich die Namen der fünf Kinder zu merken. Aber auch das ist schnell überwunden, so dass man sich auf die Handlung konzentrieren kann. Zumal die Kinder, auch wenn sie bewusst mit einem gewissen familienähnlichen Aussehen gecastet wurden, sich durch ihren Charakter stark unterscheiden. Dadurch findet man leicht in die Serie rein, zumal jeder Charakter die Handlung auf eine bestimmte Weise vorantreibt. Als Sitcom funktioniert die Serie größtenteils sehr gut. Es gibt pro Folge einige gut pointierte Witze, die einen instant lachen lassen und so hat man das Gefühl, dass die Serie gute Laune verbreitet. Das Problem ist eher, dass die Serie trotz der herzlichen Charaktere, an vielen Stellen sehr gestellt wirkt. Man kann einfach die gesamte Handlung sehr gut vorhersehen, vor allem die in den einzelnen Folgen. Dadurch passiert wenig überraschendes. Wen das nicht stört, dem garantiere ich ein paar erheiternde Minuten mit der Haywood-Familie.

Country Comfort ist seit dem 19.03.2021 auf Netflix verfügbar

Star Trek: Lower Decks – Staffel 1

Die Handlung: Es ist viel zu tun auf der USS Cerritos, einem eher unbedeutenderen Schiff der Sternenflotte. Das alles reibungslos funktioniert liegt wohl vor allem an den Ensigns, die auf den unteren Decks arbeiten, weit entfernt von der Brücke. Diesmal geht es um die Abenteuer dieser Crew.

Meine Meinung: Gefühlt schießen seit neuestem nach dem Erfolg von Rick & Morty immer mehr Animationsserien aus dem Boden, die weniger kinderfreundlich sind, sondern eine sehr derbe Sprache haben. Star Trek: Lower Decks gehört dazu. Sobald man sich damit arrangiert hat, dass sie ganz anders als die bekannten Star Trek Serien ist und bekannte Muster auch gerne mal auf die Schippe nimmt – aber immer mit einem liebevollen Zwinkern – findet man sich in einem Team voller witziger und einzigartiger Charaktere wieder. Und auch, wenn man einiges von der Brückencrew erfährt, auch wenn diese absichtlich sehr klischeehaft dargestellt wurde, liegt der Fokus doch auf den Ensigns und den unteren Decks. Also genau die, die in den bisherigen Serien immer dann eingeblendet wurden, wenn das Schiff angegriffen wurde und man darstellen wollte, dass das ganze Schiff durchgeschüttelt wurde. Und das ist nicht nur ein interessanter Einblick in die unbekannteren Regionen, sondern eben auch sehr witzig, weil hier sehr viel schief geht. Wer also mal einen neuen Blick wagen und sich von den derberen Dialogen nicht abschrecken lässt, der wird hier bestimmt fündig.

Star Trek: Lower Decks ist seit dem 22.01.2021 auf Prime Video verfügbar

A Discovery of Witches – Staffel 1

Die Handlung: Diana Bishop (Teresa Palmer) ist eine brilliante Historikerin, die sich gerne mit dem Themebereich Alchemie befasst. Das liegt wohl daran, dass sie aus einer Familie von Hexen und Hexern abstammt, selbst aber eher unterbewusste Fähigkeiten hat. Als sie eines Tages ein seltenes Buch in der Bibliothek ausleihen kann, sind auf einmal alle Wesen an ihr interessiert. Vor allem der Vampir Matthew Clairmont (Matthew Goode) hängt seitdem an ihr. Doch wer will ihr wirklich helfen und wer sucht nur nach einem Weg einen Vorteil gegenüber der anderen Spezies zu gewinnen?

Meine Meinung: Ich habe mich lange nicht mehr an Serien (oder auch Bücher und Filme) gewagt, in denen Vampire vorkommen, war das Thema doch sehr ausgelaugt worden durch die letzten Jahre. Doch nach einigem Zögern gab ich a Discovery of Witches eine Chance – und wurde sowohl überrascht, als auch enttäuscht. Denn die Serie selbst schafft mit ihren Hexen, Vampiren und Dämonen eine spannende Welt, mit eigenen Regeln, über die man gerne mehr erfahren möchte, und die einen bei der Stange hält. Die ständig neuen Entwicklungen und Wirrungen der vorhandenen Charaktere sind gut ausgearbeitet und bieten sowohl Spannung als auch überraschende Wendungen. Dabei wird in vielen Fällen auf gängige Klischees verzichtet, wenn sie auch nicht gänzlich vermeidbar sind. Wesentlich störender war die sich viel zu schnell entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Diana und Matthew, die an vielen Stellen sehr gestellt wirkt, auch wenn Matthew Goode alles dran setzt und dagegen anspielt. Ein Problem könnte auch Teresa Palmer sein, die mir ihre Diana Bishop leider sehr platt präsentiert und sich so auch zwischen den beiden Charakteren keine richtige Chemie aufbaut. So war ich während des Sehens gefangen zwischen „Erzählt mir mehr“ und einem genervten Augenrollen, wenn statt neuer Entwicklungen lieber ein wenig Süßholzgeraspel eingefügt wurde. Der zweiten Staffel werde ich aber dennoch wahrscheinlich eine Chance geben.

A Discovery of Witches ist aktuell bei Sky Ticket enthalten

Habt ihr eine davon gesehen? Wie hat sie euch gefallen?

Falcon and the Winter Soldier

Ein Vorwort

Nachdem WandaVision den Auftakt zu (mindestens) einer Handvoll Marvel-Serien auf Disney+ macht, ziehen nun zwei weitere altbekannte nach. Ein Duo, das bisher eher dafür bekannt ist, sich nur zu kabbeln, bekommt ihre eigene Serie. Dabei ist die Prämisse diesmal wieder ganz typisch für Marvel, also keine Sitcom mehr, wie bei WandaVision. Was die Serie denn nun kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.
Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Captain America 2 – Winter Soldier, Captain America 3 – Civil War, Avengers – Endgame – diese werde ich hier kurz vorstellen.
Welche Filme aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Captain America, Black Panther, Avengers – Infinity War und Spider Man – Far from home – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (für die Links einfach die Titel anklicken).
In Captain America 2 – Winter Soldier trifft Steve Rodgers (Captain America) beim Ausdauertraining auf Sam Wilson, einem Kriegsveteranen. Als Steve kurz darauf von dem SHIELD Projekt „Insight“ erfährt, stellt er sich dagegen. Er bekommt von Nick Fury einen Datenträger, der kurz darauf bei einem Angriff von einem maskierten Soldaten stirbt. Zusammen mit Natasha Romanoff (Black Widow) findet Steve heraus, dass HYDRA noch immer aktiv ist und Spione bei SHIELD hat. Bei der darauffolgenden Flucht suchen Natasha und Steve bei Sam Unterschlupf, der anbietet ihnen zu helfen. Durch die Entwendung eines Raketentournisters wird Sam zum Falcon und hilft aus der Luft. Als sie versuchen sich Zutritt zum SHIELD-Hauptquartier zu verschaffen, werden sie vom gleichen maskierten Soldaten angegriffen, bei dem es sich wohl um einen russischen Supersoldaten handelt. Bei der Demaskierung durch Steve, stellt dieser fest, dass es sich um seinen Kumpel Bucky aus der Zeit des zweiten Weltkriegs handelt, den HYDRA abgerichtet hat und der keine Erinnerungen mehr an ihre gemeinsame Zeit hat. Beim großen Endkampf appelliert Steve immer wieder an Buckys Erinnerungen, weswegen dieser ihm zum Schluss das Leben rettet. In der After Credit Scene sieht man Bucky, wie er eine Ausstellung über Captain America besucht.
In Captain America 3 – Civil War gibt es bei einem Einsatz der Avengers in Lagos einen Zwischenfall mit vielen zivilen Opfern, an der auch Captain America und Falcon beteilgt waren. Darauf entbrennt eine Debatte, ob die Avengers nur noch nach staatlicher Erlaubnis agieren dürfen. Bei den Verhandlungen der Vereinten Nation, kommt es jedoch zu einem Anschlag. Verübt wurde er von Baron Zemo, der jedoch Bucky die Schuld in die Schuhe schiebt. Es folgt eine Auseinandersetzung und schließlich die Spaltung der Avengers in zwei Lager. Am Ende folgen Steve, Bucky und Iron Man Zemo zu einem alten HYDRA Komplex, in der Befürchtung, dass Zemo das Winter Soldier Projekt wiederaufleben lassen will. Dieser hat aber das genaue Gegenteil getan, bringt aber durch eine alte Aufnahme Iron Man und Captain America gegen einander auf. Black Panther stößt dazu und hindert nicht nur Zemo am Selbstmord, sondern bietet auch Bucky Aysl in Wakanda, wo er in Cryostasis versetzt wird, bis es einen Weg gibt, ihn endgültig vor einer Konditionierung zu schützen. (Am Ende von Black Panther wird genau dies gezeigt, wodurch Bucky bereits in Infinity War wieder mitkämpft.)
In Avengers – Endgame sind fünf Jahre seit Thanos Schnipps vergangen und die Weltbevölkerung hat sich darauf eingestellt, dass sie um die Hälfte dezimiert wurden. Nachdem die Avengers es durch Zeitreisen geschafft haben, den Schnips rückgängig zu machen, kehren sowohl Falcon als auch Bucky zurück und kämpfen im finalen Entscheidungskampf mit. Am Ende kehrt Captain America noch einmal in die Vergangenheit zurück, doch anstatt zurückzuspringen, bleibt er in der Vergangeheit, um endlich mit Peggy Carter glücklich zu werden. So taucht er als alter Mann wieder auf und vermacht sein Schild an Sam (Falcon).

Die Handlung

Sam Wilson alias the Falcon (Anthony Mackie) kann sich nicht damit anfreunden, dass er Steves Schild bekommen hat und damit in seine Fußstapfen treten soll. Stattdessen arbeitet er weiter als Falcon für die Air Force. James „Bucky“ Barnes (Sebastian Stan) ist nicht begeistert, dass das Schild nun in einem Museum steckt und stellt Sam zur Rede. Gleichzeitig befindet er sich in Therapie, um seine Taten als Winter Soldier verarbeiten zu können. Als eine Gruppe Supersoldaten auftauchen und für die Wiederherstellung der Verhältnisse vor dem Blip (Thanos Schnipps) kämpfen, passieren mehrere Sachen gleichzeitig. Falcon und Bucky müssen sich zusammenraufen und einen alten Feind rekrutieren und das Verteidigungsministerium ernennt einen neuen Captain America, inklusive dem gespendet Schild.

Meine Meinung

Was habe ich mich auf diese Serie gefreut. Ganz bewusst habe ich jeglichen Trailer vermieden, um alles neu und unvoreingenommen erleben zu können. Gerade die Figur des Winter Soldier finde ich sehr faszinierend und war hier gespannt, wie seine weitere Entwicklung verläuft. Nun stehe ich aber vor einem großen Problem: Ich weiß nicht, ob mir die Serie zu viel oder zu wenig erzählt hat.
Mit einer Lauflänge von 315 Minuten ist die Serie etwas länger als zwei durchschnittliche Marvel-Filme. Also jede Menge Zeit, um viel zu erzählen. Das wird einerseits genutzt und so werden eine Vielzahl von Themen angesprochen und es bleibt auch nicht nur beim ansprechen, sondern es werden auch viele Diskussionen geführt. Da gerät die aufkeimende Freundschaft zwischen Sam und Bucky gerne mal in den Hintergrund. Gerade hier fehlt mir zum Beispiel, wie es dazu kam, da sie auf einmal einfach zu zweit losziehen und das auch gar nicht mehr hinterfragen, sondern sich wie ein eingespieltes Team verhalten. Auch fehlten mir hier einfach die sarkastischen Dialoge, wie es sie noch in Civil War gegeben hat. Bis auf eine Szene, haben die beiden nur oberflächliche Dialoge oder sehr ernste.
Wirklich Schwung kommt in die Serie erst, wenn Daniel Brühl erneut in die Rolle des Baron Zemo schlüpfen darf, denn er bringt genau den Witz mit, den man zuvor vermisste. Allerdings gibt es auch hier einige Logiklöcher, die nicht so ganz zusammenpassen wollen. Vor allem Zemos Motiv bleibt lange unklar, nur um es dann in wenigen Szenen als erledigt abzuhaken.
Weil man ja Zeit hatte, konnte man aber nebenbei auch noch Sharon Carter wieder auftauchen lassen, deren Rolle und Motive sehr platt waren, wo man sich schon fragt, ob man sie dann nicht besser weggelassen hätte. Dann kommen noch die Dora Milaje (bekannt aus Black Panther) dazu, die auch eher Mittel zum Zweck sind. Also ich fand es schön, dass sie dabei waren, aber man hätte sie dann in die Handlung besser einbinden müssen!
Über den „neuen Captain America“ und seine Charakterentwicklung reden wir am besten nicht weiter. Hier war zwar ein Konzept dahinter, das nötig war, um bei Falcon eine nötige Entwicklung hervorzurufen, aber er war so nervig! Und irgendwie auch nur dafür da, dass die anderen beiden besser dastehen, bzw. die Serie gestreckt werden kann, weil er immer wieder Missionen vereitelt. Ihr merkt, hier wurde mir eindeutig zu viel unnötiges erzählt. Hätte man das weggelassen, wäre ein Film bei rausgekommen, der in seiner Gesamtheit dann wenigstens spannend gewesen wäre.
Und jetzt kommt das große Aber. Denn auch wenn hier vieles zu viel war, oder eben unnötig eingebunden, gab es eben auch die Handlungsstränge, die mir zu kurz kamen. Das beginnt mit der Antagonistin Karli bzw. der Gruppierung um sie, die eigentlich einen spannenden Hintergrund haben. Hier geht es nämlich um die Folgen des Blips und die Zurücknahme, die ebenfalls die Welt in Atem hält. Um Menschen, die einfach abgeschoben werden sollen. Um politische Diskussionen, um Einblicke in Flüchtlingsheime und eben um den Widerstand dagegen. Und während die Kämpfe mit Karli gerne ausufernd gezeigt werden, sind es gerade die Gespräche die zu kurz kommen. Hier verpasst die Serie wirklich in die Tiefe zu gehen und sich einer unbequemen Diskussion zu stellen.
Im großen und ganzen konzentriert sich die Serie zu sehr auf die ganzen Actionszenen, die alle toll choreographiert sind und denen man das hohe Budget auch ansieht, und zu wenig auf das zwischenmenschliche. Lieber werden unzählige oberflächliche Handlungsstränge aufgemacht, als ein paar wenige tiefgründige. Das macht die Serie nicht an sich schlecht. Aber sie verschenkt sehr viel Potential, um sich von der Masse der Filme abzuheben. Ihr fehlt das Alleinstellungsmerkmal und leider fehlt ihr auch der typische Marvelhumor, der nur selten durchkommt. Vielleicht habe ich auch einfach zu sehr auf etwas gehofft, was es am Ende nicht war.

Das Fazit

Falcon and the Winter Soldier ist eine Serie in typischer Marvelmanier, die als Film wahrscheinlich besser funktioniert hätte. Hier wurde gleichzeitig zu viel und zu wenig erzählt und wirkt so sehr unausgeglichen. Dafür entlohnen die Actionszenen, die mit den Kinoproduktionen mithalten können.

Falcon and the Winter Soldier ist seit dem 23.04.2021 vollständig auf Disney+ zu sehen

Eine Handvoll Filme – 2/21 – Dokumentationsspecial

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr – diesmal dreht sich alles um Dokumentationen. Heute mit: den sozialen Medien, einer versunkenen Stadt, dem Okavangodelta, großen Katzen und einer einzigartigen Unterwasserwelt.

Das Dilemma mit den sozialen Medien

Die Handlung: Wir sind doch alle täglich auf den sozialen Medien unterwegs. Doch wie kontrollieren uns diese? Warum kommen wir nicht davon los? Und was für Daten werden gesammelt?

Meine Meinung: Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Snapchat und wie die sozialen Medien nicht alle heißen. Sie alle eint ein Prinzip: Möglichst viele Menschen auf ihre Plattform locken und da halten. Sie alle versuchen das mit leicht abgewandelten Prinzipen und haben es geschafft uns weiß zu machen, dass man die Plattformen nutzen muss, wenn wir mit unseren Freunden in Verbindung bleiben wollen. Und auch wenn ich grundsätzlich immer noch der Ansicht bin, dass die meisten davon hilfreich sind – ich bin aber auch öfter umgezogen – sind die Nachteile und die Probleme der Plattformen nicht mehr von der Hand zu weisen. Genau damit beschäftigt sich die Dokumentation. Dafür hat sie zum einen die Geschichte einer fiktiven Familie, die zunehmend einer Handysucht erliegen. Unterbrochen wird dies von Interviews mit mehreren ehemaligen – und teilweise auch ranghohen – Mitarbeiter*innen bekannter Social Media Plattformen. Dabei kommen einige verstörende Details ans Tageslicht, die eigentlich keinen überraschen sollte, es aber doch tun. Die Frage ist daher, wie man mit diesem Wissen umgeht und so eine gesunde Beziehung zu den sozialen Medien aufbaut. Auf jeden Fall eine große Sehempfehlung.

Expedition Atlantis

Die Handlung: Regisseur James Cameron und Archäologe Simcha Jacobovici begeben sich auf Spurensuche, um das Geheimnis von Platons Atlantis zu lösen. 

Meine Meinung: Ich finde das Phänomen und den Mythos Atlantis super spannend. Daher hatte mich die Dokumentation sofort angesprochen, zumal mich Camerons andere Doku über die Titanic ebenfalls sofort in den Bann ziehen konnte. Diesmal ist er eher die Randfigur und wir folgen Jacobovici durch den Süden Europas. Hier werden immer wieder Theorien verschiedener Archäologen herangezogen und mit den Schriften Platos verglichen. Es werden verschiedene Stätten besucht und so entsteht eine Art Schnitzeljagd, bei der herauskommt, dass es Atlantis wohl gab, aber es gibt keine finale Antwort, wo es genau lag und warum es versunken ist. Aber allein der Weg dahin ist spannend, informativ und lehrreich. Wer also immer schon einmal mehr über Atlantis wissen wollte, sollte hier einmal vorbeigeschaut haben.

Die Flut – Okavango unter Wasser

Die Handlung: Eine Dokumentation über das Okavango-Delta in Botswana und wie die alljährliche Flut das Leben dort beeinflusst.

Meine Meinung: (OV) Das Okavangodelta in Botswana ist ein atemberaubendes Naturschauspiel voller tierischem Lebens, das direkt von der jährlichen Flut beeinflusst wird. Wir verfolgen hier allerlei Tiere und sehen, wie sie sich an die verschiedenen Bedingungen anpassen. In den 92 Minuten Lauflänge wird ein ganzes Jahr gezeigt. Die Bilder sind absolut einzigartig, in hoher Qualität gefilmt und sehr lebensnah. Natürlich ist hier eine Ähnlichkeit zu vergleichbaren Dokumentationen zu erkennen, aber im Vergleich ist die Flut schon sehr hochwertig produziert. Hinzu kommt, dass Angela Bassett die Erzählstimme übernimmt. Die Dokumentation ist auch nur im Originalton enthalten, so dass man um ihre wunderbar sanfte aber gleichzeitig intensive Stimme genießen kann. Sie schafft es mühelos einen in den Bann zu ziehen und alle Sinne allein mit ihrer Stimme anzusprechen. Wer also eine Naturdokumentation mit tollen Bilder und einer tollen Erzählstimme – und vor allem endlich auch mal einer weiblichen Erzählstimme! – sehen möchte, dem sei diese Dokumentation auf jeden Fall ans Herz gelegt.

Wettkampf der Raubkatzen

Die Handlung: In dieser Dokumentation treten Löwen, Tiger und Geparden in vier Disziplinen gegeneinander an. Natürlich alles ganz harmlos und unter Zoobedingungen.

Meine Meinung: Raubkatzen-Spezialist Boone Smith kennt alle Stärken und Schwächen der Raubkatzen. Diesmal will er sie in einem ultimativen Wettstreit gegeneinander entreten lassen. Sei es nun, wer am höchsten springen kann oder wer die versteckte Beute am schnellsten findet. In vier Disziplinen wurde insgesamt getestet. Dabei schneiden die drei Raubkatzen sehr unterschiedlich ab. Darüber hinaus gibt es auch viel wissenswertes zu den Katzen. Für mich als großer Katzenfan – und vor allem Raubkatzen haben es mir angetan – war es sehr spannend, aber wer sich gar nicht für Katzen interessiert, dem bringt die Dokumentation auch nichts. Die Disziplinen waren auch alle tierfreundlich und alles wurde unter Zoobedingungen gefilmt. Wer also mal 44 Minuten übrig hat, sollte hier durchaus mal vorbeischauen.

Die verschollenen Inseln

Die Handlung: Wir verfolgen ein Forscherteam zu den abgelegenen Pitcairn Inseln und erleben eine nahezu unberührte Unterwasserwelt.

Meine Meinung: Habt ihr vor meiner Handlungsbeschreibung schon einmal von den Pitcairn Inseln gehört? Nein, ich auch nicht. Das liegt wohl daran, dass sie sehr abgelegen im Südpazifik liegen und das weitgehend unbewohnt sind. Dadurch ist die Unterwasserwelt rund um die Inseln nahezu unberührt. Das merkt man vor allem an der Haipopulation. Da ich allgemein sehr fasziniert von Unterwasserwelten bin und auch Haie faszinierend finde, war für mich die Dokumentation in der Hinsicht sehr spannend. Auch an Land wird einiges erkundet und obwohl die Inseln so unbekannt sind, sind sie nicht geschützt vor Umweltverschmutzungen und Müll. Die Dokumentation ist spannend, weist wunderschöne Bilder auf, aber irgendwo hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Irgendwo der Funken, der sie aus der breiten Masse heraushebt. Grundsätzlich ist es eine sehr solide Dokumentation, aber leider auch nicht mehr. Dennoch, wer sich für das Thema interessiert, sollte hier auf jeden Fall mal einen Blick wagen.