Rückblick auf den September

0 Kinofilme im September. Das gab es wohl seit Lockdown und geschlossenen Kinos nicht mehr. Aber am Anfang gab es nicht einen Film, der mich wirklich interessierte, dann folgte mein Urlaub und anschließend hatte mich eine Erkältung fest im Griff. Was der Oktober so bringt, da lass ich mich mal überraschen. Zumindest das Sommerloch sollte doch langsam vorbei sein.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Wie bereits eingang erwähnt, habe ich keinen Film im Kino gesehen. Auf das es im Oktober besser wird!

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich Shrek 1 und 2 (noch immer gute kurzweilige Unterhaltung)

Dallas Buyers Club: Ron Woodroof erkrankt an HIV, was für den queerfeindlichen Lebemann schwer zu ertragen ist. Da er an ein neues Medikament in den USA schwer rankommt, reist er nach Mexiko und lernt dort eine Behandlung mit Körperstärkungsmitteln kennen. Damit auch andere Betroffene davon profitieren, er aber nicht wegen Medikamentenschmuggel angezeigt wird, gründet er den Dallas Buyers Club. – Am Anfang etwas problematisch, danach interessant, wenn er sich auch stellenweise zieht.

Prestige: Ende des 19. Jahrhunderts konkurrieren zwei Magier um Publikum und den besten Trick. Robert Angier und Alfred Borden kennen sich aus ihren Anfangszeiten, die jedoch durch den Tod von Angiers Freundin überschattet wird. – Spannende Handlung, auch wenn ich einige Zeit gebraucht habe, um in die Geschichte reinzukommen.

Pinocchio: Geppetto ist ein Handwerker und Uhrmacher in einem kleinen italienischen Städtchen. Eines Abends wünscht er sich etwas vom Abendstern. Daraufhin erscheint die blaue Fee und erweckt die frisch fertig gestellte Holzpuppe Pinocchio. Um ein richtiger Junge zu werden, muss er beweisen, dass er Recht von Unrecht unterscheiden kann. Dafür bekommt er die Grille Jiminy an die Seite gestellt. – Lieblose Realverfilmung, die wenig bis nichts Neues einbringt und an der Distantziertheit der Charaktere scheitert.

Hocus Pocus: 1693 werden drei Hexenschwestern hingerichtet, doch konnten sie vorher einen Fluch aussprechen. 1993 werden diese wieder erweckt. Überfordert mit der modernen Welt, müssen sie dennoch versuchen, einen Trank zu brauen, der sie über die Nacht hinaus am Leben erhält. Doch dafür brauchen sie die Energie eines Kindes. – Kultiger Halloweenfilm mit drei ganz eigenwilligen Hexen.

Ali Wong: Dong Wong: In ihrem dritten Netflix-Special nimmt Ali Wong wieder kein Blatt vor dem Mund. Sie spricht über Frauen in der Comedy, ihre Ehe und absolut schonungslos über ihre Bedürfnisse. – Man muss sich an ihre Art gewöhnen, doch sie hat durchaus ihre Momente, die mich sehr zum lachen gebracht haben.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Ticket ins Paradies: Julia Roberts und George Clooney sehen schon im Trailer als geschiedenes Paar gut zusammen aus. Auch wenn der Trailer wohl schon alle Wendungen verraten hat, bin ich dennoch gespannt.

Tausend Zeilen: Michael „Bully“ Herbig präsentiert nach Ballon ein weiteren Film mit eher ernsterem Thema. Wirklich viel hat der Trailer noch nicht gesagt, also bin ich noch gespannt.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: The Deer King, Freibad, Im Westen nichts neues

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich Spy x Family – Staffel 1 (so eine spannende und witzige Animeserie)

Aggretsuko – Staffel 4 (In der vierten Staffel verliert die Serie weiter an Schwung, hat aber wieder eine bessere Geschichte zu erzählen, als Staffel 3)

Attack on Titan – Staffel 4.1 – 4.2 (Spannend, actionreich, mitreißend, eine der besten Serien, die ich seit langem gesehen habe. Ich kann das große Finale nächstes Jahr nicht abwarten)

Annarasumanara   K-Drama (Für ein Musical gab es mitunter wenig Lieder, aber die Geschichte ist schöntraurig und geht tief unter die Haut. Am Ende bleiben leider zu viele Fragen offen)

Only murders in the building – Staffel 2 (Nach dem Cliffhanger in Staffel 1 lässt sich die Serie wieder sehr viel Zeit und verstrickt sich so sehr, dass es am Ende irgendwie jeder hätte sein können. Keine befriedigende Auflösung)

Instant Dream Home – Staffel 1 (Ich mag Umbauserien und diese habe ich in einem Stück weggebinged. Guter Aufbau, schöne Designkonzepte, spannender Aufbau)

Extraordinary Attorney Who – K-Drama (Etwas holpriger Einstieg, dann aber ein sehr liebevolles und schönes Drama)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 13
Seiten insgesamt: 3.687
Seiten pro Tag: 130 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 2
Taschenbuch: 5
Comic/Manga/Graphic Novel: 6

Legend Academy 1 – Fluchbrecher: Graylee kann durch die Berührung von Wänden sehen, wie Menschen in den Häusern gestorben sind. Durch diese Gabe kommt sie an die Swanlake Academy, wo sie von den Mythennachfahren erfährt. Doch kurz darauf verändern sich einzelne Nachfahren. Graylee ist fest entschlossen, den Grund zu finden. – Wie gewohnt witzige Fantasy von Nina McKay mit tollen Charakteren.

The gender of Mona Lisa 6: Hinase bekommt unvermittelt von außerhalb einen guten Ratschlag und bittet ihre beiden besten Freund*innen zu einem klärenden Gespräch. – Es geht spannend weiter, Hinase kommt einen großen Schritt weiter, ich freu mich auf die beiden abschließenden Bände.

Nebelschimmer: Calla und Jasper waren das absolute Traumpaar. Dennoch haben sie sich vor einem Jahr getrennt. Nun ist Calla wieder in Deutschland und trifft bei ihrem neuen Job ausgerechnet auf Jasper. Beide versuchen mit ihren alten Gefühlen zurecht zu kommen. – Nach dem ersten Band, der mich überhaupt nicht überzeugen konnte, hab ich der Reihe noch eine Chance gegeben und bin mit einer tollen Geschichte belohnt worden. Gefiel mir sehr gut.

One Piece 2: Ruffy und Zorro kämpfen gegen eine zirkusreife Gruppe Piraten und treffen dabei erneut auf Nami. – So richtig warm geworden bin ich mit One Piece noch nicht, aber ich gebe der Reihe mal noch eine Chance (es sind ja noch ein paar viele Bände…)

Die Tagebücher der Apothekerin 1-2: Maomao ist entführt worden und an den Kaiserhof verkauft worden. Dort leistet sie ihre „Schulden“ als einfache Dienerin ab. Doch als eine seltsame Krankheit am Hof ausbricht, entdeckt einer der Eunuchen ihr Talent als Apothekerin. Dadurch steigt sie auf und bekommt eine bessere Stellung. Doch Intrigen lauern überall. – Eigentlich zögerte ich vor diesem historischen Manga, aber der Humor und die Protagonistin haben genau meinen Geschmack getroffen. Ich freu mich auf weitere Bände.

Attack on Titan 2-3: Fünf Jahre nachdem die Menschheit ein Drittel ihres Territoriums verloren hat, taucht der kolossale Titan erneut auf und zerbricht erneut eine Mauer. Dadurch kommt es zu einer großen Schlacht um den Bezirk Trost. – Vieles schon durch den Anime bekannt, der sich sehr nah an die Vorlage hält, dennoch ist es eine schöne Rückerinnerung.

Emerald Witches 1: Kang Hana ist die Erbin des Smaragdzirkels, einer der sieben Hexenzirkel von Seoul. Beim Ahnenmond soll sie sich gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen, um den Vorsitz wieder vom Opalzirkel zu ihrem zu lenken. Doch die Opalhexen betrügen und kurz darauf muss sich Hana mit dem Dämon Bobby einlassen, um ihr Leben zu retten. – Wohl das Buch, das ich seit Ewigkeiten am meisten herbeigesehnt hatte. Und es hat mich nicht enttäuscht, im Gegenteil, ich bin in eine faszinierende Welt eingetaucht, mit tollen Charakteren, einer spannenden Handlung und eine Achterbahn der Gefühle. Und jetzt brauch ich dringend ein paar Taschentücher und Band 2.

Percy Jackson 4 – Die Schlacht um das Labyrinth: Durch Zufall entdeckt Percy den Eingang zu Dädalus berühmten Labyrinth. Zusammen mit Annabeth, Groover und seinem Halbbruder Tyson versucht er einen Weg zu finden, den Eingang zu verschließen, damit Luke und die anderen Anhänger Kronos‘ nicht dadurch ins Camp kommen. Dabei treffen sie auf allerlei Hindernisse. – Ein typischer Percy Jackson, der sich langsam auf die Endschlacht vorbereitet. Alles aber irgendwie etwas vorhersehbar und konnte kaum noch überraschen.

More than a star: Allison bekommen einen Job in Seoul. Trotz aller Unwahrscheinlichkeiten trifft sie dort auf ihr großes K-Pop Idol Wooyeong. Und obwohl sie nicht zusammen sein dürfen, weil es seine Karriere zerstören könnte, können sie nichts gegen ihre aufkommenden Gefühle unternehmen. – Eigentlich eine schöne kleine Geschichte, aber ich hab den Protagonist*innen ihre Anziehung nicht abgekauft. Dafür war die Handlung zu konstruiert und die Protagonistin zu nervig. Schade.

Bullet Train: Der als Marienkäfer bekannte Auftragskiller bekommt den Auftrag einen Koffer aus einem Shinkansen zu klauen. Doch er scheint vom Pech verfolgt und so landet er zusammen mit vier anderen Killern in dem Zug. – Nach dem Film eindeutig ruhiger erzählt. Dennoch hatte ich auch hier meinen Spaß und wurde noch immer überrascht, da der Film einiges abgeändert hatte. Leider ließ mich gerade das Ende sehr enttäuscht zurück, da hier wenig bis nichts aufgeklärt wurde.

Our souls in your dreams: Um ihre Schwester Maddie zu retten, muss sich Cat Ceshire mit dem Prinzen Gil und dem Mirriner Al zusammen tun und in ihren Traum eintauchen, um sie aufzuwecken. Doch vorher muss sie sich ihrem eigenen Traum stellen. Und dieser will sie nicht so einfach loslassen. – Spannender zweiter Band, der die eigentliche Geschichte zwar nicht vorantreibt, aber die Beziehung der Charaktere festigt.

Wie war euer September?

 

Disney+ Original: Pinocchio

Ein Vorwort

Nachdem uns Disney 2019 gleich mit 5 Realverfilmungen und Sequels dieser bombardierte, wurde es durch die Pandemie ein wenig ruhiger. Nach Susi und Strolch war nun Pinocchio der zweite Film, der direkt für die hauseigene Streamingplattform entwickelt wurde (Mulan wurde wegen der Pandemie nicht im Kino veröffentlicht). Das dafür Namen wie Robert Zemeckis auf dem Regiestuhl und Tom Hanks vor der Kamera verpflichtet wurden, überrascht dabei. Warum die Neuverfilmung wieder einmal absolut überflüssig ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Geppetto (Tom Hanks) ist ein Handwerker und Uhrmacher in einem kleinen italienischen Städtchen. Eines Abends wünscht er sich etwas vom Abendstern. Daraufhin erscheint die blaue Fee (Cynthia Erivo) und erweckt die frisch fertig gestellte Holzpuppe Pinocchio. Um ein richtiger Junge zu werden, muss er beweisen, dass er Recht von Unrecht unterscheiden kann. Dafür bekommt er die Grille Jiminy (Joseph Gordon-Levitt) an die Seite gestellt.

Meine Meinung

1940 kam der zweite abendfüllende Film aus dem Hause Disney raus und verfilmte die Geschichte von Carlo Collodi. In 83 Minuten wurde die gesamte Geschichte erzählt und mit dem ein oder anderen Ohrwurm untermalt.
Nun wurde eine Neuverfilmung mit einer Lauflänge von 105 Minuten. 20 Minuten mehr scheint auf den ersten Blick nicht sonderlich viel mehr, zumal der Film ja auch die Chance hatte vom ursprünglichen Drehbuch abzuweichen und eine ganz andere Geschichte zu erzählen. Tut er nur leider nicht. Stattdessen durchlaufen wir die bekannten Stationen nur alles eben schon bekannt und mit weniger Liebe und Herzlichkeit bei den Charakteren.
Bis auf wenige Szenen orientiert sich die Neuverfilmung an Setting, Handlung, Charakteren und Dialogen an die  Version von 1940. Damit reiht sich Pinocchio in die Reihe der Filme, wie König der Löwen oder auch Die Schöne und das Biest, ein, deren Neuverfilmung wenig bis kein Mehrwert bieten. Nicht einmal die Animationen sehen hier besonders aus, womit König der Löwen noch versuchte zu punkten.
Stattdessen wirkt allen voran Jiminy Grille so, als ob man sich nicht entscheiden konnte, ob man wieder eine Zeichentrickversion oder eine realistischere Version machen wollte und so trifft es keins von beidem und sieht nur merkwürdig aus. Pinocchio selbst könnte dem Zeichentrick entsprungen sein, nur mit noch weniger Emotionen. Schauspielerisch setzt Disney auf Namen, wie Tom Hanks, Luke Evans oder auch ein Joseph Gordon-Levitt, der Jiminy die Stimme verleiht. Doch alle wirken merkwürdig fehl am Platz, gerade Tom Hanks scheint überfordert, wenn er mit den animierten Charakteren interagieren soll.
Wirklich schöne Einfälle, wie die Einführung von Fabiana und ihre Marionette, kommen viel zu kurz und wirken damit künstlich dazugeschrieben, obwohl der Handlungsstrang ausgebaut und dafür andere gekürzt oder weggelassen, den Film vielleicht besser gemacht hätte.
Letztlich fehlt dem Film aber vor allem eins: Leben. Es wird keinerlei Verbindung zu den Charakteren aufgebaut. Alles wirkt nur sturr nach Strichliste abgearbeitet. Dadurch zieht sich der Film auch ziemlich und ist gar einfach langweilig. Und das ist dann selbst für eine Streamingveröffentlichung einfach zu wenig. Die nächsten Verfilmungen dürfen dann also gern wieder was neues bieten. Das dies funktioniert haben Maleficent, Cruella oder auch Alice im Wunderland bewiesen.

Das Fazit

Pinocchio reiht sich leider in die Reihe der überflüssigen Neuverfilmungen ein. Altes Material in neuem Gewand, aber ohne Nähe und sehr leblos. Ein Robert Zemeckis und Tom Hanks wirken hier sehr verschwendet. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Pinocchio ist seit dem 08.09.2022 auf Disney+ verfügbar

Eine Handvoll Filme – 02/2022

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer unerwartet langen Fahrt, einem Chor, der die Wartezeit überbrücken soll, einer Liebe zu zwei Männern, der Faszination zur Magie und einem Club für Medikamente.

Paris kann warten

Die Handlung: Anne Lockwood ist mit ihrem Mann in Cannes. Da sie wegen einer Ohrentzündung nicht fliegen kann, kann sie ihren Mann nicht zu einem Filmdreh nach Budapest begleiten. Jacques ein Geschäftspartner bietet an, sie mit dem Auto nach Paris zu fahren, wo sie sich wieder mit ihrem Mann treffen will. Dabei nimmt er jedoch einige Umwege.

Meine Meinung: Der Name Coppola dürfte wohl jedem Filmfan ein Begriff sein. Allen voran wohl Francis Ford, der unter anderem für Der Pate verantwortlich ist, oder dessen Tochter Sofia. Unbekannter dagegen ist Ehefrau Eleanor, die uns mit Paris kann warten ihren ersten Spielfilm präsentierte. Der Trailer sah damals nach einem entspannten Roadtrip durch Frankreich aus, was mich ansprach. Nun Jahre später habe ich es endlich geschafft den Film nachzusehen und war ziemlich ernüchtert. Der Film wird ziemlich ruhig erzählt, was ich erwartet hatte, und bietet mit Diane Lane als Anne eine tolle Protagonistin. Doch so richtig weiß der Film nicht, was er erzählen will und verheddert sich in seiner angestrebten Ruhe. Auch ist die Rolle des Jacques ein wenig merkwürdig angelehnt. So richtig weiß man nicht, was er aussagen soll. Verkörpert er ein etwas schwieriges Klischee eines Franzosen oder soll es sein eigenständiger Charakter sein? Es werden laufend Andeutungen gemacht, die dann aber doch nicht weiter behandelt werden und über kurz oder lang ins Leere laufen. Gerade das Ende ist dann der Höhepunkt der Enttäuschung. Alle angefangenen Enden laufen ohne Lösung ins Leere. So bleibt der Film farblos zurück und bietet dafür eindeutig zu wenig Sehenswürdigkeiten, um das auszugleichen.

Sabrina

Die Handlung: Sabrina ist die Tochter des Chauffeurs der Familie Larrabee. Während der ältere Sohn Linus Larrabee ganz in seiner Arbeit aufgeht, ist David ein Lebemann. Doch genau auf den hat Sabrina ein Auge geworfen. Nach einer Zeit in Paris kehrt Sabrina als elegante Frau zurück und wird erstmals von den Brüdern bemerkt, sehr zum Missfallen ihres Vaters.

Meine Meinung: Audrey Hepburn gilt wohl nicht ohne Grund als Ikone. Doch um das zu beurteilen, habe ich deutlich zu wenig Filme mit ihr gesehen. Im Rahmen meiner Abarbeitung der Liste der Schande, versuche ich ein paar Klassiker nachzuholen. Sabrina ist in diesem Jahr nach Charade der zweite Film, den ich mit Hepburn nachgeholt habe. Im direkten Vergleich allerdings der schlechtere. Dabei sind die Genres komplett unterschiedlich. Das Grundproblem war, dass mir die Rolle der Sabrina so unsympathisch war, dass ich nicht auf ein Happy-end hoffte. Die unterschiedlichen Brüder waren zwar interessant, aber auch ziemlich vorhersehbar. Auch wenn der Film es gerade gegen Ende doch noch schafft, mich am Ausgang zweifeln zu lassen. So richtig überzeugen konnte mich der Film nicht, auch wenn er im Zeitgeist der 1950er Jahre vermutlich besser funktioniert hat. Dennoch hat er mich auch nicht gelangweilt, also ein Blick drauf werfen, schadet durchaus nicht.

Mrs. Taylors Singing Club

Die Handlung: Während die Soldat*innen im Auslandseinsatz sind, bleiben die Familien auf dem Stützpunkt zurück und versuchen sich bei verschiedenen Aktivitäten abzulenken. Kate Taylor hat sich als Offiziersgattin bisher rausgehalten, nach dem Tod ihres Sohnes versucht sie jedoch die Organisation an sich zu reißen. Sehr zum Leidwesen von Lisa, die bisher alles organisiert hat. 

Meine Meinung: Ein BBC-Feelgood Film mit Kriegsthematik? Klang für mich wie ein Widerspruch in sich. Doch der Trailer konnte mich musikalisch mitreißen, so dass ich doch einen Blick auf den Film werfen wollte. Die Handlung an sich, ist auch nicht sonderlich überraschend. Wir haben die typische Geschichte zweier ungleicher Frauen, die gar nicht miteinander auskommen, es aber versuchen müssen. Wie das endet, dürfte wohl keinen überraschen. Die Thematik der Partner*innen, die im Auslandseinsatz sind, geben dem Film aber noch einmal eine völlig neue Richtung. Und wie eingangs vermutet: Feelgood ist für mich anders. Der Elefant „Krieg“ ist im Raum, auch wenn alle versuchen, ihn zu ignorieren. Doch das macht den Film aus und unterscheidet ihn von anderen Dramen mit ähnlicher Ausgangsbasis. Die Charaktere sind dann auch das, was den Film heraushebt. Alle mit eigenen Problemen belastet und doch vereint sie die gleiche Angst. Der Chor ist dann das i-Tüpfelchen des Films. Die Lieder sind am Anfang von hohem Mitsingcharakter und schaffen es am Ende einen zu Tränen zu rühren. Die wahren Begebenheiten auf denen der Film basiert, machen ihn nur lebensnaher. Der Film lohnt definitiv einen Blick.

Prestige

Die Handlung: Ende des 19. Jahrhunderts konkurrieren zwei Magier um Publikum und den besten Trick. Robert Angier und Alfred Borden kennen sich aus ihren Anfangszeiten, die jedoch durch den Tod von Angiers Freundin überschattet wird.

Meine Meinung: An einem Christopher Nolan kommt man als Kinofan nur schwer vorbei. Während er mit Filmen wie Inception oder auch zuletzt Tenet immer wieder mit den Erwartungen des Publikums spielt, hat er in seinen Anfängen dies noch auf wesentlich reduziertere Art getan. Prestige bildet da noch eins seiner früheren Werke, doch auch hier merkt man schnell, dass Nolan gekonnt einzelne Informationen einstreut, die erst gegen Ende sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen. So ist es lange Zeit lediglich eine Geschichte zwischen zwei konkurrierenden Magier, die sich zu übertrumpfen versuchen. Doch es wird immer größer und mit zunehmend ernstzunehmenderen Auswirkungen. Das Finale ist dann wie von Nolan gewohnt unvorhersehbar, obwohl die einzelnen Komponenten die ganze Zeit vor einem lagen. Gleichzeitig fehlt Prestige der optische Reiz der späteren Nolan Filme. So dauert es eine ganze Weile, ehe ich in den Film reingekommen bin. Der sehr willkürliche Wechsel über die Zeitebenen hinweg, war ein zusätzliches Hindernis im Sehfluss.

Dallas Buyers Club

Die Handlung: Ron Woodroof erkrankt an HIV, was für den queerfeindlichen Lebemann schwer zu ertragen ist. Da er an ein neues Medikament in den USA schwer rankommt, reist er nach Mexiko und lernt dort eine Behandlung mit Körperstärkungsmitteln kennen. Damit auch andere Betroffene davon profitieren, er aber nicht wegen Medikamentenschmuggel angezeigt wird, gründet er den Dallas Buyers Club.

Meine Meinung: Für den Film begeben wir uns zurück zu den Anfang der 1980er Jahren und in die tiefsten Ecken der USA. Man sollte vorher wissen, dass der Film durch den Protagonisten und dessen Umkreis stark queerfeindliche Aussagen an den Tag legt, da HIV teilweise noch immer mit dem Vorurteil belegt ist, dass es nur Homosexuelle treffen würde. Nach und nach und vor allem mit der Einführung von Rayon einer trans Frau, mit der sich Ron anfreundet, lichtet sich das und der Film wird dadurch deutlich besser zu ertragen. Denn die Geschichte um die Medikamente und wie mit den Leben der Infizierten gespielt wird, ist spannend, wenn auch ziemlich erschreckend. Die Dilemma werden gut aufgezeigt, in denen sich Infizierte, Ärzt*innen und Angehörige befinden, auch wenn der Film sich am Anfang und in der Mitte ein wenig zieht. Schauspielerisch funktioniert der Film auch sehr gut, was auch die Oscar Gewinne von Matthew McConaughey und Jared Leto beweisen.

Habt ihr einen der Filme gesehen? Wie fandet ihr sie?

Netflix Original: Day Shift

Ein Vorwort

Netflix Filme haben ja das Problem, das sie zwar mit viel Budget, aber oftmals doch über schwach nicht hinauskommen, auch wenn sie gerade zur Oscarsaison dann doch wieder das Gegenteil beweisen. Warum Day Shift nur ein weiteres Beispiel für ersteren Fall ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Bud Jablonski (Jamie Foxx) nutzt seinen Job als Poolreiniger zur Tarnung für seinen eigentlichen Job: Vampirjäger. Da er für die Zähne auf dem Schwarzmarkt kaum noch Geld bekommt, das Schulgeld seiner Tochter jedoch fällig wird, schließt er sich wieder der Gewerkschaft an. Da er dort vorher aber rausgeflogen war, bekommt er Seth (Dave Franco) als Aufpasser. Doch nach seinem letzten Auftrag hat er sich mächtige Feinde gemacht.

Meine Meinung

Dass Netflix mit schwindenden Abozahlen zu kämpfen hat, ist wohl kein Geheimnis mehr. Also wird mit Großproduktionen versucht gegenzuhalten, wodurch Hollywoodstars angeworben werden. Dass diese in einfachsten Drehbüchern dann vollkommen verbraten werden und so die Zuschauenden immer enttäuschter sind, scheint Netflix gekonnt zu ignorieren. Während gerade Serienproduktionen, wie zuletzt Sandman, beweisen, dass Netflix Stärke im Serienbereich liegt, werden regelmäßig neue mittelmäßige bis schlechte Filme produziert.
Day Shift ist da leider nur ein weiteres Beispiel – und ja, ich habe ab und an noch die Hoffnung eines besseren belehrt zu werden. So startet der Film relativ vielversprechend. Wir haben die Vampirthematik, die sehr auserzählt wirkt, doch mit der Gewerkschaft wird hier ein ganz interessantes Setting aufgebaut. Leider wird es relativ schnell zunichte gemacht, da die Handlung absolut stoisch ist. Das übliche ungleiche Paar, muss zusammenarbeiten, werden am Ende Freunde, nebenbei muss noch rasch die Familie gerettet werden. Die Ex-Freundin, die eigentlich noch in den Protagonisten verliebt ist und die Tochter, die natürlich mit ihrem zarten Alter schon total tough ist und der Antagonistin Widerworte gibt. Alles schon gesehen.
Statt sich also auf den Vampiraspekt zu konzentriereren und da was eigenes draus zu machen, wird lieber der gleiche Pipi-Witz dreimal wiederholt, auch wenn er nicht einmal witzig ist. Aber unser Protagonist ist nun einmal der „harte Kerl“ und sein Zwangsbuddy das „überkorrekte Weichei“. Sobald sich Day Shift ein wenig von allen Klischees abwendet, schafft er es doch ein paar wenige überzeugende Momente einzubauen. Snoop Dog als Big J kann für einzelne witzige Elemente einbringen und auch der Endkampf bringt schließlich etwas Spannung rein, was vorher stark zu wünschen übrig lässt.
Schauspieler*innentechnisch wirbt der Film mit großen Namen wie Jamie Foxx, was durchaus noch funktioniert. Einen Oliver Masucci jedoch in einer absolut belanglosen Rolle verroten zu lassen, ist dann doch Verpulverung guter Schauspieler*innen. Da wäre vom Cast her mehr möglich gewesen. Die Effekte passen grundsätzlich auch. Es mangelt also eher am Drehbuch. Warum Netflix genau da spart, bleibt ein Rätsel.

Das Fazit

Day Shift hat mitunter interessante Ansätze und einen guten Cast. Leider strotzt das Drehbuch nur so vor Klischees und ist der Inbegriff einer 08/15 Handlung, wodurch gute Schauspieler*innen verbraten werden. Einzelne gute Ideen können hier nichts mehr retten.  Der immergleiche Pipi-Witz spiegelt dann auch das endgültige Niveau wieder. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Day Shift ist seit dem 12.08.2022 auf Netflix verfügbar

Rückblick auf den August 2022

Schwül-warmes Wetter, weiterhin kein Urlaub in Sicht, absolute Kinoflaute, dafür war Gratis-Manga-Tag: Willkommen im August 2022. Beziehungsweise zum Ende des Monats. Daher hier nun ganz pünktlich mein medialer Rückblick.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Bullettrain: Ladybug bekommt den Auftrag in einem Shinkansen einen Aktenkoffer voll Geld zu stehlen. Doch in diesem Zug sind noch einige andere Personen aus verschiedenen Motiven, die alle unterschiedliche Ziele haben. Doch eins ist gewiss: Der weiße Tod wartet in Kyoto. – Rasante Action, tolle Dialoge, einfach völlig meinen Humor getroffen. Highlight.

Der Gesang der Flusskrebse: Kya Clark lebt allein in der Marsh, einer Sumpflandschaft in North Carolina. Von der Familie zurückgelassen, muss sie irgendwie überleben. Dabei findet sie in wenigen helfenden Hände Freundschaften und vielleicht auch Liebe. Doch Ende der 1960er Jahre wird sie eines Mordes beschuldigt. – Ruhig erzählt, schöne Landschaftsaufnamen, tolle Geschichte.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich Your Name (so ein schöner Anime!)

Paris kann warten: Anne Lockwood ist mit ihrem Mann in Cannes. Da sie wegen einer Ohrentzündung nicht fliegen kann, kann sie ihren Mann nicht zu einem Filmdreh nach Budapest begleiten. Jacques ein Geschäftspartner bietet an, sie mit dem Auto nach Paris zu fahren, wo sie sich wieder mit ihrem Mann treffen will. Dabei nimmt er jedoch einige Umwege. – Ruhig erzählt, weiß nicht so richtig, was er erzählen will und bleibt am Ende enttäuschend aussagelos.

Die Poesie des Unendlichen: Der Mathematiker S. Ramanujan lebt in Indien, kurz vor dem ersten Weltkrieg. Da er durch seinen Stand im von den Briten besetzten Indien keine Chance hat, voranzukommen, schreibt er einen Brief nach Cambridge und wird eingeladen, dort weiter zu forschen. Doch vor Ort quält ihn nicht nur Heimweh, sondern auch der Rassismus. – Ruhig erzähltes historisches Drama aber mit spannender Geschichte.

Sabrina: Sabrina ist die Tochter des Chauffeurs der Familie Larrabee. Während der ältere Sohn Linus Larrabee ganz in seiner Arbeit aufgeht, ist David ein Lebemann. Doch genau auf den  hat Sabrina ein Auge geworfen. Nach einer Zeit in Paris kehrt Sabrina als elegante Frau zurück und wird erstmals von den Brüdern bemerkt, sehr zum Missfallen ihres Vaters. – Audrey Hepburn Klassiker, konnte mich nicht abholen, da sehr unsympathische Protagonist*innen.

Was Katzen denken: Eine Dokumentation über unsere Hauskatzen. Dabei geht es vorrangig darum zu beweisen, dass Katzen denken und lernen können. Neuste Erkenntnisse aus der Katzen-Forschung mit einfachen Experimenten dargestellt. – Interessante und doch kurzweilige Dokumentation, vor allem für Katzenfans geeignet.

Mrs. Taylors Singing Club: Während die Soldat*innen im Auslandseinsatz sind, bleiben die Familien auf dem Stützpunkt zurück und versuchen sich bei verschiedenen Aktivitäten abzulenken. Kate Taylor hat sich als Offiziersgattin bisher rausgehalten, nach dem Tod ihres Sohnes versucht sie jedoch die Organisation an sich zu reißen. Sehr zum Leidwesen von Lisa, die bisher alles organisiert hat. – Sehr vorhersehbares Drama, funktioniert an vielen Stellen, hat aber auch zwischendurch deutliche Schwächen.

Muriels Hochzeit: Muriel Heslop ist mit ihrer schüchternen Art als die typische Verliererin abgestempelt. Doch mit einem Blankoscheck ihres Vaters bricht sie aus und trifft auf Rhonda, eine ehemalige Schulkameradin. Zusammen bauen sie sich ein neues Leben in Sydney auf, doch Muriel verfällt bald wieder in Tagträumereien, die dazu führen, dass sie die Realität immer mehr verklärt. – Wurde mir als Abba Fan empfohlen, konnte mich von der Geschichte nicht wirklich abholen, da für mich die Entwicklungen nicht nachvollziehbar waren.

Day Shift: Bud Jablonski nutzt seinen Job als Poolreiniger zur Tarnung für seinen eigentlichen Job: Vampirjäger. Da er für die Zähne auf dem Schwarzmarkt kaum noch Geld bekommt, das Schulgeld seiner Tochter jedoch fällig wird, schließt er sich wieder der Gewerkschaft an. Da er dort vorher aber rausgeflogen war, bekommt er Seth als Aufpasser. Doch nach seinem letzten Auftrag hat er sich mächtige Feinde gemacht. – Weiß nicht so recht, ob er sich ernst nehmen soll oder nicht und verharrt in der „kann man mal gesehen haben“ Schiene ohne Potential zu nutzen.

Die Känguru-Chroniken: Mark-Uwe Kling ist Kleinkünstler und lebt ein einfaches Leben, bis eines Tages ein Känguru vor seiner Tür steht, welches Kommunist ist. Kurz darauf ist es bei ihm eingezogen und stellt sein Leben ordentlich auf den Kopf. Als in der Nachbarschaft ein umstrittenes Bauprojekt des rechten Politiker Jörg Dwigs startet, versuchen die beiden mit Hilfe der Nachbarschaft Beweise dagegen zu beschaffen. – Als großer Fan von den Hörbüchern war ich hier sehr enttäuscht, da nur ein Witz wirklich gezündet hat, der Rest sehr lieblos zusammengeschrieben wurde.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Trotz nur zwei Kinobesuchen tatsächlich gar keinen. Mit der Känguru-Verschwörung hatte ich noch überlegt, nachdem ich Teil 1 gesehen hatte, dann aber doch abgewählt.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich The Big Bang Theory – Staffel 2. Gerade die ersten Staffeln lassen sich gut nebenbei wegbingen.

Das Buch von Boba Fett – Staffel 1 (Sehr langweilige Serie aus dem The Mandalorian Universum, mit zu vielen Folgen für zu wenig Handlung)

Traumhaus Makeover – Staffel 3 (So sympathische Protagonist*innen und tolle Design-konzepte. Einfach zum wegbingen)

Miss Marvel – Staffel 1 (Verheddert sich mehrfach im roten Faden und weiß nicht so richtig, was sie erzählen will. Gute Ansätze vorhanden, Umsetzung eher mau)

Spy x Family – Staffel 1 (Schöne Verfilmung der Mangareihe, sehr buchnah und doch spannend umgesetzt, so dass ein Mehrwert vorhanden ist)

Sandman – Staffel 1 (Mein Highlight des Monats, spannend, bildgewaltig, tolle Charaktere, Neil Gaiman weiß einfach, wie man Geschichten schreibt)

What we do in the shadows  – Staffel 1 (Serienvariante von 5 Zimmer, Küche, Sarg, funktioniert nur bedingt. Einzelne Folgen ganz witzig, im großen und ganzen zünden die Witze eher nicht.)

Ich bin Groot – Staffel 1 (5 Minifilme um den kleinen Groot, ganz süß gemacht, nichts außergewöhnliches)

Star Wars: Visionen – Staffel 1 (Anthologieserie mit Geschichten aus dem Star Wars Universum von verschiedenen Animestudios inzeniert. Sind spannende Ideen dabei, lohnt auf jeden Fall einen Blick.)

Hotel del Luna – K-Drama (Fantasy, Komödie, Thriller, Krimi, Horror, Romance, das K-Drama verbindet einfach alles und verzaubert in jeder Folge. Taschentücher sollte man ebenso bereit halten, wie etwas zum reinkrallen bei den gruseligen Szenen.)

Indian Matchmaking – Staffel 2 (Altbekannte Gesichter und neue geben sich hier die Ehre. Ich bin etwas schwieriger reingekommen als in Staffel 1, aber hinten raus doch wieder spannende Einblicke in die indische Heiratsvermittlung)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 11
Seiten insgesamt: 3.465
Seiten pro Tag: 112 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 5
Comic/Manga/Graphic Novel: 5

Spy x Family – Band 5-8: Familie Forger versucht weiterhin Mission Strix zum Erfolg zu bringen. Dafür muss Anja gute Noten in der Schule erbringen, was sich als schwierig herausstellt. Yor bekommt unerwartet Konkurrenz und die Familie geht getrennt voneinander auf Kreuzfahrt. – Es bleibt spannend, tolle einzelne Handlungsabschnitte, die sich sehr gut in die Rahmenhandlung einbinden.

Golden S(e)oul Days: Nach drei Jahren in Singapur reist Jade zurück nach Korea. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen trifft sie wieder auf Hyun-Joon und ihre Gefühle kehren heftiger zurück als zuvor. Doch nach seiner Zeit beim Militär hat er sich geändert. Gibt es für beide eine gemeinsame Zukunft? – Ganz anders als erwartet, aber dennoch ein sehr starker zweiter Teil und eine mitreißende Geschichte.

Chroniken von Alice 3 – Dunkelheit im Spiegelland: In vier Novellen wird die Geschichte um Alice und Hatcher weitergesponnen. Es gibt Einblicke in Hatchers früheres Leben und Alice kleinere Schwester erlebt ein Abenteuer. – Gleiches Niveau wie die ersten beiden Bände und tolle Ergänzungen.

Sepharial 2 – Zerfallen: Nach den Ereignissen in Band 1 ist Lathalia mit Nikion verheiratet. Doch dieser wird von Rebellen gefangen genommen. Um ihm zu helfen, sucht sie wieder die andere Welt auf und bittet Fanai um Hilfe. Doch dieser ist zum Erben des obersten Diebes erklärt worden und hat sein Herz hinter einer dicken Eisschicht verborgen. Haben ihre Welten und ihre Gefühle eine Zukunft? – Spannender und mitreißender zweiter Band in einer bildgewaltigen fantastischen Welt.

Bookboy: Fabius Flieder ist in der Stadt nur als der Bookboy bekannt. Mit dem Fahrrad liefert er Bücher aus der Buchhandlung seines Großvaters aus. In dieser Anthologie erlebt er in Kurzgeschichten die verschiedensten Abenteuer bei seinen Auslieferungen. – Konnte mich leider gar nicht überzeugen. Einzelne Geschichten vom Grundgedanken ganz gut, aber im großen nichts, was mich mitreißen konnte, da alle sehr ähnlich aufgebaut. Und der rote Faden hat sich immer wieder verloren.

Die Erbin des Windes: Likah lebt mit zwei Kindern auf der Straße des Kontinent Nakita. Als ein Diebstahl schief geht, findet sie sich vor Gericht wieder. Doch statt einer Verurteilung wird sie vom Herrn des Windes zu seiner Nachfolgerin ernannt. Doch während ihrer Ausbildung ruft eine fremde Stimme sie immer wieder zu ihr, die sie kurz darauf in Schwierigkeiten stürzt. – Starker Einzelband, tolle Geschichte, spannendes Magiesystem.

Ever: Abbi muss nach einem Autounfall wieder Laufen lernen. Doch nach einem traumatischem Erlebnis bei ihren ersten Operationen, hat sie panische Angst vor Schmerzen. David soll ihr durch seine geduldige Art helfen, doch hat er allen Grund Abbis Familie zu hassen. Dennoch kommen sich beide ungewollt näher. – Starke New Adult Geschichte mit tollen Protagonist*innen.

The gender of Mona Lisa 5: Hinase hat ein Date mit Ritsu auf dem Sommerfest. Doch sier bereut, dadurch Shiori vor den Kopf gestoßen zu haben. Von der Entscheidung überfordert, glaubt sier, dass sie sich nicht entscheiden kann, da sier noch kein Geschlecht hat. – Weiterhin stark erzählter Manga. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Bände!

Wie war euer August?

Eine Handvoll Filme – 01/22

Da sind wir schon im August und es gab dieses Jahr noch nicht eine Handvoll Filme. Das sollten wir schnell ändern: Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einem Charadespiel, einer postapokalyptischen Stadt, einer Birnenplantage, dem Spiel mit der Besessenheit und einer knallharten Lobbyistin.

Charade

Die Handlung: Reggie Lampert will nach einem Skiurlaub eigentlich die Scheidung einreichen. Doch ihr Mann hat nicht nur das komplette Mobiliar verkauft, sondern wird auch ernordet. In der schweren Zeit suchen sie drei Männer heim, die auf der Suche nach etwas sind, dass Reggies Mann gehört hat. Sie findet unerwartet Hilfe in dem undurchsichtigen Peter Joshua.

Meine Meinung: Ich habe mir in diesem Jahr vorgenommen mal mehr aus der Filmografie von Audrey Hepburn zu sehen, da dort noch einige Klassiker lauern (ich kenne bisher nur Frühstück bei Tiffanys). Charade machte den Anfang. Der Film erzählt sich herrlich ruhig und bietet doch einiges an Spannung, da es ständig Wendungen gibt, die ich nicht vorhergesehen habe. Die ständige Frage, ob Peter Joshua nun Feind oder Freund ist, begleitet einen durch die 113 Minuten Laufzeit und bis zum Ende wusste ich nicht, was ich denken sollte oder nicht. Der ständige Wechsel zwischen Krimi, Thriller und Komödie tut sein übriges zur ganz eigenen Stimmung des Films. Dabei ist Hepburns Schauspiel zwar stark reduziert, doch passt sich perfekt der Stimmung des Films an. Cary Grant ist wohl der eigentliche Star des Films, der seine Rolle ständig wechselt und doch gleichbleibend spielt. Die Chemie zwischen ihm und der 25 Jahre jüngeren Hepburn ist herausragend und trägt einen Großteil zur einzigartigen Stimmung des Films bei.

S.U.M. 1

Die Handlung: im Jahr 2070 lebt die Menschheit unter der Erde. Überirdisch gibt es Kontrollposten, die Soldaten für je 100 Tage bewachen. S.U.M.1 ist einer von ihnen. Doch die Isolation und Monotonie führen zu Paranoia, die den Einsatz sichtlich erschweren. 

Meine Meinung: Abgesehen davon, dass ich Iwan Rheon gern in Filmen sehe, reizte mich hier auch die Ausgangsgeschichte mit dem Wortspiel im Titel. S.U.M. 1 ausgelesen heißt Someone (= (Irgend-)jemand), so dass der Titel schon darauf anspielt, dass der Protagonist absolut auswechselbar ist. Zunächst war ich auch unsicher, ob die Handlung sich wirklich über 95 Minuten halten kann. Doch von Anfang an schafft Regisseur Christian Pasquariello eine unter die Haut gehende Stimmung, die die langsam einsetzende Paranoia des Protagonisten untermalt und die Zuschauenden praktisch an die Bildschirm fesselt. Denn die ständige Frage, ob es wirklich Paranoia oder doch eine groß angelegte Verschwörung ist, zieht sich durch den ganzen Film. Durch die Nähe zum Protagonisten, den Iwan Rheon ausgezeichnet porträtiert, verschwimmt die Grenze dazu. S.U.M. 1 ist bei der Allgemeinheit ziemlich untergegangen, dürfte aber durchaus ein Geheimtipp sein.

Birnenkuchen mit Lavendel

Die Handlung: Louise führt nach dem Tod ihres Mannes seine Birnenplantage weiter. Diese wirft jedoch kaum Profit ab und so ist die alleinerziehende Mutter ziemlich verschuldet. Als sie den Pierre anfährt, nimmt sie ihn kurzerhand mit. Durch das Asperger-Syndrom fällt Pierre der Kontakt mit Menschen schwer, weswegen er sich auf der Plantage um so wohler fühlt. 

Meine Meinung: Französische Filme können durchaus funktionieren, doch hat es sich gerade in letzter Zeit entwickelt, dass die gleich angesiedelten Komödien noch am ehesten zu uns rübergesspült werden. Nicht so Birnenkuchen mit Lavendel. Hier haben wir eine ruhig erzählte Liebesgeschichte, die sich nebenbei mit den Themen alleinerziehende Mutter und Asperger befasst. Dabei geht sie gerade mit Zweiterem absolut respektvoll um, auch wenn sie sich von den vielen Facetten vor allem auf die Übersensibilität konzentriert. Mit Loiuse haben wir eine Protagonistin, die wir mit ihrer Überforderung durchaus nachvollziehen können, was sie nahbar macht, auch wenn sie nicht die durchgehende Sympathieperson ist. Im Prinzip hab ich mich bei diesem Film im französischen Sommer verloren, mit den Charakteren mitgefiebert und mich einfach der Stimmung hingegeben. Dabei erzählt der Film gleichzeitig eine große zusammenhängende Geschichte und unzählige kleine, so dass eine interessante Mischung entsteht. Es geht irgendwie im die Birnenplantage, um Louises Kummer, die Rebellion der Tochter, Pierre und seine Geschichte und um so viel mehr. Dabei ist Birnenkuchen mit Lavendel wohl kein Film, der wahnsinnig lange im Gedächtnis bleibt, der einem aber beim Sehen eine schöne Zeit beschert.

Vertigo

Die Handlung: Nach einer missglückten Verfolgung scheidet der Polizist John „Scottie“ Ferguson aus dem Dienst aus. Als er seinen alten Schulfreund Gavin Elster trifft, bittet dieser ihn seine Frau zu beschatten, da diese von ihrer verstorbenen Urgroßmutter besessen zu sein scheint. Doch mit seinen Gefühlen für Madleine hat Scottie nicht gerechnet.

Meine Meinung: Neben den Audrey Hepburn Klassikern habe ich mir auch vorgenommen, mehr Alfred Hitchcock Filme zu schauen. Nachdem letztes Jahr Die Vögel mein erster Hitchcock wurde, durfte nun Vertigo nachziehen. Ich glaube das Problem ist, dass mich der Film auf dem komplett falschen Fuß erwischt hat. Während ich die erste Hälfte sehr genossen habe, riss mich die zweite komplett raus, einfach weil ich nicht erwartete, dass sie überhaupt existiert. Bis zum wirklichen Ende kam es mir vor, als würde der Film das Ende nur künstlich hinauszögern, da ich die Wendung einfach nicht verstanden hatte. Im Nachhinein finde ich es schade, denn das Ende konnte mich wirklich noch einmal überraschen. So war es zunächst eine schöne Mysterygeschichte, wo man nicht wusste, ob es sich hier wirklich um Besessenheit handelt oder nicht und wandelte sich dann nochmal zu etwas ganz anderem. Schauspielerisch war der Film auf jeden Fall top! Wahrscheinlich werde ich ihn irgendwann nochmal schauen und dann auch mehr genießen können.

Die Erfindung der Wahrheit

Die Handlung: Elizabeth Sloane ist Lobbyistin und hat einige erfolgreiche Kampagnen für Cole Kravitz & Waterman geleitet. Doch beim Thema Waffenkäufe wechselt sie unerwartet das Lager und steigt bei einem kleinen Konkurrenten ein. Damit tritt sie einen Wettlauf los, bei dem einige schmutzige Mittel eingesetzt werden.

Meine Meinung: Eigentlich sind solch politische Filme gar nicht meins. Auch Lobbyarbeit finde ich sehr anstrengend zu sehen. Aber die vielen guten Kritiken haben mich dann doch neugierig werden lassen. Und tatsächlich konnte mich Die Erfindung der Wahrheit überzeugen. Denn auch wenn es viele Elemente vereint, die mich normalerweise vom Genre zurückschrecken lassen, harmonieren sie hier gut und bauen sich spannend auf. Vielleicht waren es ein paar zu viele Wendungen drin und Sloane schafft es einmal zu oft noch einen Trumpf in der Hinterhand zu haben, aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Vor allem Jessica Chastain zeigt hier wieder einmal, warum sie zur oberen Schauspielliga gehört. Ihre Sloane ist knallhart, darf aber auch in ruhigen Minuten Schwäche zeigen. Das schafft sie durch kleinste Nuancen in ihrem Spiel und begeistert in jeder einzelnen Szene. Doch auch der restliche Cast weiß zu überzeugen. Das Skript ist intelligent geschrieben und weiß einen durchgehend mitzureißen. Auch wenn man nichts mit politischen Thrillern anfangen kann, lohnt dieser Film einen Blick.

Habt ihr einen der Filme gesehen? Wie fandet ihr sie?

Der Gesang der Flusskrebse

Ein Vorwort

Zwischen all den Franchises, Reboots, Remakes und Co stiehlt sich ab und an dann doch die ein oder andere Buchverfilmung. Nachdem Bullettrain diesen Monat schon ganz gut funktioniert hat, gibt es diesmal eine Buchverfilmung aus einem ganz anderen Genre. Warum Der Gesang der Flusskrebse mehr bietet als hübsche Naturaufnahmen, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Kya Clark (Daisy Edgar-Jones) lebt allein in der Marsh, einer Sumpflandschaft in North Carolina. Von der Familie zurückgelassen, muss sie irgendwie überleben. Dabei findet sie in wenigen helfenden Hände Freundschaften und vielleicht auch Liebe. Doch Ende der 1960er Jahre wird sie eines Mordes beschuldigt.

Meine Meinung

Der erste Trailer von Der Gesang der Flusskrebse ließ auf eine Kriminalgeschichte schließen, die mit einer Einsiedlergeschichte unterstrichen wurde. Mein bester Freund, der das Buch gelesen hatte, sah daher schwarz für den Film, da es so gar nicht der Essenz des Buches entsprach, das sich mit dem Leben des „Marsh-Mädchens“ befasste. Mit einem dementsprechend kritischen Blick und doch irgendwo einer gewissen Faszination für den Film ging ich hinein und kann sagen, dass hier eine gute Balance gefunden wurde – auch mein bester Freund bestätigte inzwischen, dass der Film sehr Buchnah sei.
So beginnt der Film mit dem Leichenfund. Schnell wird die vermeintliche Mörderin festgenommen. Wir lernen eine Kleinstadt voller Vorurteile kennen, erst danach lernen wir Kya kennen. Nach und nach wird in Form von Rückblenden ihr Leben erzählt, nur ab und an unterbrochen von der Gerichtsverhandlung.
Dabei entsteht ein sehr ruhig erzählter Film, der wohl alle enttäuscht, die auf einen spannenden Kriminalfall spektuliert hatten, aber genau das Richtige für Fans der auserzählten Charakterfilme ist. Denn Kya ist ein sehr interessanter Charakter und die Stationen in ihrem Leben sind gleichzeitig ergreifend, entsetzend und gehen dabei ganz tief unter die Haut. So schafft es der Film ganz ruhig eine Geschichte von vorne bis hinten zu erzählen und dabei trotz wenig Spannung keine Langweile entstehen zu lassen.
Der Gesang der Flusskrebse ist einer dieser Filme, die einem allein durch die unglaublich schönen Naturaufnahmen und die erzeugte Atmosphäre in einer ganz besonderen Stimmung schwelgen lässt. Bei der Geschichte bleibt wohl kein Auge trocken, auch wenn der Film die Themen ganz ruhig erzählt und keineswegs mit Absicht auf die Tränendrüse drückt. Untermalt wird das Ganze von dem wunderbar reduzierten Schauspiel aller Akteure. Mit Daisy Edgar-Jones wurde eine perfekte Kya gefunden, deren Entwicklung nachvollziehbar dargestellt wurde.
Das Ende ist dann zum einen wunderbar rund und erzählt die Geschichte bis zum Ende, lässt aber doch eine Frage offen, was nicht jedem Kinogänger passen dürfte. Zumindest bleibt der Film so in Erinnerung und sorgte auch nach Zufall des Vorhangs noch für ordentlich Gesprächsbedarf (im positiven Sinne).

Das Fazit

Der Gesang der Flusskrebse vereint ruhig erzählte Charakterstudie mit wunderschönen Naturaufnahmen und einer ergreifenden Geschichte. Haltet die Taschentücher bereit und stellt euch darauf ein komplett in dem Film zu versinken. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Der Gesang der Flusskrebse läuft seit dem 18.08.2022 in den deutschen Kinos

Bullettrain

Ein Vorwort

Von den Machern von Deadpool 2 ist vielleicht nur bedingt ein Qualitätsmerkmal, aber allein der Trailer für die Buchverfilmung sah aus wie eine gesunde Mischung aus Action, Dialogen und Humor. Ich war angefixt, aber skeptisch, ob das Niveau über einen ganzen Film gehalten werden konnte. Wie spielerisch Bullettrain dies umsetzt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Ladybug (Brad Pitt) bekommt den Auftrag in einem Shinkansen einen Aktenkoffer voll Geld zu stehlen. Doch in diesem Zug sind noch einige andere Personen aus verschiedenen Motiven, die alle unterschiedliche Ziele haben. Doch eins ist gewiss: Der weiße Tod wartet in Kyoto.

Meine Meinung

Filme in Zügen haben bekanntlich ein Problem. Es geht nur nach vorne oder nach hinten, aber der Platz ist begrenzt und ein Zug endet auch irgendwann. Filme wie Train to Busan oder auch ein Snowpiercer (der an ganz anderen Stellen gescheitert ist) haben jedoch bewiesen, dass dies nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. So zieht uns Bullettrain direkt nach Fernost und in einen hochmodernen Shinkansen. Das Setting in Japan ist hier allerdings relativ egal, da die Gäste international sind und es wohl lediglich darum ging einen Zug zu haben, der sehr schnell und sehr pünktlich fährt (also fiel Deutschland als Setting schonmal raus).
Wir begegnen zunächst Ladybug, der uns wie aus dem Trailer bekannt von seiner neuen Einstellung erzählt und dann feststellt, dass er wieder einen Auftrag hat, bei dem er auf eine Waffe nicht verzichten sollte. Kaum im Zug angekommen, häufen sich die ersten Probleme. Nach und nach lernen wir auch die anderen Akteure kennen, erfahren ein wenig von ihrer Geschichte (ob vollständig oder nicht) und lernen ihre Motive kennen. Was wir nach der fröhlichen Vorstellungsrunde zu wissen glauben, wird im Laufe des Films mehrfach auf die Probe gestellt. Kleinere Rückblenden oder das Einführen weiterer Charaktere steigert den Spannungsgrad.
Die wunderbare Kombination aus Spannung, Action, Humor und Dialogen sorgt dafür, dass Bullettrain ein Spaß auf ganzer Linie wird. Zwischen den gut choreographierten Kämpfen – hier merkt man, dass Regisseur David Leitch am ersten John Wick mitgewirkt hat – gibt es immer diese Atempausen, die aber durch die Dialoge stets gut gefüllt sind.
Bis zum Ende bleibt es ein Katz und Maus Spiel und auch wenn man glaubt, das meiste durchschaut zu haben, gibt es immer wieder Wendungen und neue Informationen, mit denen vorher keiner gerechnet hat. Der ausgezeichnet ausgewählte Cast tut sein übriges zu diesem Film, der 127 Minuten Sehvergnügen bietet.
Wem John Wick gefallen hat, wird die Action hier lieben. Wer den Humor aus Deadpool mochte, wird sich hier wiederfinden, auch wenn die Dialoge hier noch mal ein ganz anderes Niveau erreichen. Wer ein gut gecastetet Schauspieler*innenensemble sucht, ist hier genau richtig. Kurzum: Bullettrain ist auf dem besten Weg zum Jahreshighlight.

Das Fazit

Bullettrain bietet gut choreographierte Action, ein tolles Setting, einen gut ausgesuchten Cast, ist spannend, humorvoll und einfach komplett rund. Ein Actionfilm mit spannendem whodunnit und humorvollen Dialogen. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Bullettrain läuft seit dem 04.08.2022 in den deutschen Kinos

Anime Special: Sing a bit of harmony (OmU)

Ein Vorwort

Mit Belle erreichte uns dieses Jahr bereits ein musikalischer Anime in einem Special. Während dies eine moderne Social Media Interpretation von die Schöne und das Biest war, befasst sich Sing a bit of harmony mit der Frage nach künstlicher Intelligenz. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Satomi lebt in einer Modellstadt, wo künstliche Intelligenz getestet wird. Roboter sind in ihrem Alltag fest integriert. Ihre Mutter steht kurz vor dem Abschluss eines wichtigen Projekts und hat daher wenig Zeit. Als mit Shion eine neue Mitschülerin auftaucht, die auf Satomis Glück aus ist, steht die Welt Kopf. Doch dann findet Satomi mit ihrem Freundeskreis heraus, dass Shion das neue Projekt der Mutter ist.

Meine Meinung

Die Frage, welche Auswirkungen künstliche Intelligenz auf unser Leben hätte, wurde bereits in vielen Filmen aufgegriffen. Auch, ob wir ab einem gewissen Punkt noch KI von realen Menschen unterscheiden könnten, war oftmals Thema. Meist jedoch in einer düsteren Dystopie oder zumindest mit dem erhobenen Finger. Sing a bit of harmony schlägt hier einen neuen Weg ein. Denn auch, wenn die Ausgangsfrage eine ähnliche ist, unterscheidet sich doch die Herangehensweise.
Zunächst lernen wir Satomi kennen, die mit ihrer Mutter zusammenlebt und offensichtlich mit viel Technik im Haus ausgestattet ist. In der Schule eher isoliert und von ihren Mitschüler*innen abschätzig gemustert, taucht eine neue Mitschülerin auf. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei Shion um eine KI handelt. Es entwickelt sich darum ein Freundeskreis und die Frage nach dem Glück steht im Mittelpunkt. Eher am Rand geht es um die KI. Dies ändert sich im Laufe des Films, denn Shion wird immer übermütiger bei ihrem Versuch Satomi glücklich zu machen.
Der Film nähert sich dem eigentlich Thema sehr langsam und greift vorher noch die Bereiche Freundschaft, Glück und Liebe ab. Dennoch bleibt irgendwann die Frage: Wie weit kann eine KI gehen, bevor es gefährlich wird. Das Ganze allerdings verpackt in eine feuchtfröhliche Komödie mit herzerwärmenden Charakteren und tollen Gesangseinlagen. Auch im großen Finale geht es noch mehr um die Freundschaft als um tiefgreifende KI Themen, was herrlich erfrischend ist. So fehlt dem Film zwar ein wenig die Tiefe des Themas, was aber auch gar nicht schlimm ist, weil der Film es gar nicht darauf anlegt. Stattdessen ist es einfach ein schöner Film, der gerade gegen Ende ziemlich spannend wird.
So konnte mich der Film auch als Nicht-Anime-Fan (wobei ich den Titel wohl langsam abgeben muss, näher ich mich dem Genre doch immer näher an) überzeugen. Ein paar kleinere Ruckler, die aber das Sehvergnügen keinesfalls einschränken, waren vorhanden, aber im Großteil ein schöner runder Film.

Das Fazit

Sing a bit of harmony ist ein kleiner, aber feiner, Anime mit einigen Musikeinlagen, einer tollen Geschichte über Freundschaft und Glück und liebevollen Charakteren. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Sing a bit of harmony lief am 26.07.2022 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Juli 2022

Ein sehr warmer Monat ist vorbei. Ob die Hitzewelle wirklich überstanden ist, darüber will ich hier gar nicht spekulieren. Auf jeden Fall war es in den Kinos gut klimatisiert, allerdings merkt man hier das Sommerloch. Und irgendwie war der Juli ein seltsamer Monat. Meine Listen ruhten in den meisten Fällen sehr lange, obwohl ich nicht das Gefühl hatte, weniger zu konsumieren. Nun gut, schieben wir es einfach alles auf die Temperaturen. Auf jeden Fall folgt hier mein medialer Rückblick auf den Juli.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Cinemathek: Everything, everywhere, all at once: Evelyn Wang ist komplett überfordert. Eine Steuerprüfung steht an, ihr Vater ist vor kurzem aus China zu ihnen in die USA gezogen, ihr Mann Waymond will sich scheiden lassen und ihre Tochter versucht ihre Freundin der Familie vorzustellen. Doch bei der Steuerprüfung übernimmt plötzlich ein Waymond aus einer anderen Realität den Körper ihres Mannes und erzählt ihr, dass sie in einer anderen Realität eine Technologie entwickelt hat, um die Realitäten zu verknüpfen. Doch dabei hat sie etwas geschaffen, was sie jetzt aufhalten müssen: Jobu Tupaki. – Lange Zeit ein etwas anderer Film über Multiversen, dann zieht er sich leider und driftet zu sehr ab. Hinten raus eher enttäuschend.

Liebesdings: Marvin Bosch ist ein gefeierter Schauspieler. Doch nach einem desaströsen Interview findet er sich im kurz vor dem Bankrott stehenden Theater von Frieda und ihren Freund*innen wieder. Da er untertauchen muss und Frieda Geld braucht, schließen sie sich zusammen. – Wenig Liebe, wenig Komödie, schlecht für eine Liebeskomödie, aber grundsätzlich gute Themen angesprochen, nur zu viel und zu oberflächlich.

Thor 4 – Love & Thunder: Thor hat sich den Guardians of the Galaxy nach Endgame angeschlossen. Doch so richtig scheint es nicht seine Bestimmung zu sein. Er folgt einem Notruf von Lady Sif und erfährt, dass Gorr über das Nekro-Schwert verfügt und geschworen hat: Alle Götter müssen sterben. Als er versucht New Asgard zu retten, trifft er auf eine altet Bekannte. – Er hat seine (optischen) Momente, aber meist driftet er ins Oberflächliche ab. Thor hatte sich eigentlich wesentlich weiter entwickelt.

Elvis: Colonel Tom Parker ist eigentlich ein Rummelplatz-Manager, doch als er den jungen Elvis Presley entdeckt, beginnt eine ganz andere Karriere. Zusammen erobern sie die Musikcharts. Doch im Laufe der Zusammenarbeit tauchen immer mehr Differenzen auf.- Tolles Biopic, etwas wenig Musik, aber interessanter Erzählstil.

Anime Special: Sing a bit of harmony: Satomi lebt in einer Modellstadt, wo künstliche Intelligenz getestet wird. Roboter sind in ihrem Alltag fest integriert. Ihre Mutter steht kurz vor dem Abschluss eines wichtigen Projekts und hat daher wenig Zeit. Als mit Shion eine neue Mitschülerin auftaucht, die auf Satomis Glück aus ist, steht die Welt Kopf. Doch dann findet Satomi mit ihrem Freundeskreis heraus, dass Shion das neue Projekt der Mutter ist. – Thema künstliche Intelligenz mal ganz anders aufgezogen, sehr süßer und lebensfroher Film.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Motherless Brooklyn: In den 1950er Jahren arbeitet Lionel Essrog für das Detektiv-Büro von Frank Minna. Durch sein fotografisches Gedächtnis ist er ein unverzichtbares Teammitglied. Als Minna bei einem Auftrag getötet wird, nimmt sich Lionel dem Auftrag an, merkt aber schnell, dass da mehr dran ist, als auf dem ersten Blick schien. – Spannender Krimi trotz ruhiger Erzählweise.

Die Erfindung der Wahrheit: Elizabeth Sloane ist Lobbyistin und hat einige erfolgreiche Kampagnen für Cole Kravitz & Waterman geleitet. Doch beim Thema Waffenkäufe wechselt sie unerwartet das Lager und steigt bei einem kleinen Konkurrenten ein. Damit tritt sie einen Wettlauf los, bei dem einige schmutzige Mittel eingesetzt werden. – So ganz bin ich wohl nicht mit allen Wendungen hinterhergekommen, aber sehr spannender Politthriller.

Chip & Chap: Die Ritter des Rechts: Nach dem Ende ihrer Fernsehserie geht die Rettungstruppe getrennte Wege. Doch als Samson in Gefahr gerät, müssen sich Chip & Chap wieder zusammen tun, da die Polizei nur eingeschränkt ermittelt. – Ganz nett für zwischendurch, aber so wirklich kommen die Kindheitserinnerungen nicht durch.

Train to Busan: Seok-Woo ist Fondmanager und hat daher wenig Zeit für seine Tochter Su-An. Diese ist so traurig, dass sie mit dem Zug zurück zu ihrer Mutter nach Busan fahren will. Seok-Woo will sie nicht allein fahren lassen und steigt mit ein. Doch auf der Fahrt häufen sich die Meldungen, um merkwürdige Tumulte in ganz Korea. – Ich hasse Zombies. Ich hasse Horrorfilme. Aber dafür ist der Film echt gut.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Meine Stunden mit Leo: Emma Thompson als sexuell unbefriedigte Witwe, die sich einen jungen Mann gegen Bezahlung holt und dann ein philosophischer Film über das Leben. Das verspricht der Trailer und genau das reizt mich noch an dem Film.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Monsieur Claude und sein großes Fest, Men, DC League of Super-Pets

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Her private life – K-Drama (Super süßes Drama mit viel Witz und Charme. Hintenraus 1-2 Folgen zu lang)

How I met your father – Staffel 1 (Ganz nettes Reboot, kann aber nicht die alten Vibes hervorholen. Mal schauen, was folgende Staffeln bringen)

Hospital Playlist – Staffel 1 – K-Drama (Ein bisschen Krankenhaus, ein bisschen Drama, aber größtenteils einfach tolle Charaktere. Gut für zwischendurch, da wenig zusammenhängende Handlung)

How to build a s*x room – Staffel 1 (Als Fan von Einrichtungssendungen konnte ich bei diesem Konzept nicht widerstehen. Sehr sympathische Host)

Ducktales – Staffel 2 (Die Kindheitserinnerungen wurden herausgeholt und nicht enttäuscht. Noch immer mitreißende Folgen)

Lovestruck in the City – K-Drama (Die Geschichte war ein auf und ab, konnte mich aber im Gesamtkonzept nicht überzeugen, auch wenn sie hinten raus nochmal deutlich an Stärke zugelegt hat)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten insgesamt: 2.855
Seiten pro Tag: 92 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 3
E-Book: 1
Comic/Manga/Graphic Novel: 3

Nevernight 1 – die Prüfung: Mia hat Rache an den Mördern ihrer Familie geschworen. Dazu versucht sie dem geheimen Assassinenorden beizutreten. Doch die Aufnahmeprüfung verlangt ihr alles ab. – Etwas zäher Roman, auch wenn stellenweise ziemlich spannend. War grundsätzlich aber einfach nicht meine Geschichte.

Beastseller 1 – Monomythos: Marc wacht in einer Fantasywelt auf und hat nur noch eine Nummer in seinem Smartphone gespeichert. Ciri eine Fee in Handyform erklärt ihm, dass er eine Heldenreise durchleben muss, um wieder zurück zu kommen. – Roman in Chatform, der mit einigen Klischees aufräumt bzw. diese bewusst ausspielt. Sehr witzig und gut umgesetzt.

Vielleicht Irgendwann: Karla hat sich vorgenommen keine Beziehung einzugehen. Als sie auf Henning Kiefer, ihrem Idol aus der Formel 2, trifft, könnte sie jedoch schwach werden. Dann bekommt sie ein zweifelhaftes Angebot: Sie soll Hennings Freundin spielen. Da sie dringend Geld braucht, geht sie drauf ein, nichts ahnend, was seine Nähe in ihr auslöst. – Die Grundidee mochte ich, die Umsetzung hat mich überrascht, aber die Geschichte hab ich geliebt. Sehr schöner Abschluss der Reihe.

Spy x Family – Band 2-4: Anja hat die Aufnahme an die Eden-Akademie geschafft. Doch Schule und lernen liegt ihr so gar nicht. Yuri, Yors Schwester, kommt zu Besuch und ist gar nicht begeistert von Loid. Und Anja bekommt einen Hund, mit dem sie prompt ein Bombenattentat verhindern muss. – Spannend und witzig mit tollen Charakteren, eine tolle Manga-Reihe.

Und wir tanzen über den Flüssen: June kehrt nach London zurück und trifft prompt auf Kian, ihrem Ex. Schnell schleichen sie die alten Gefühle bei beiden wieder ein. Doch dann ist da noch Ash, Kians bester Freund, mit dem sie sich nur fetzt, auch wenn sie das prickeln in seiner Nähe nicht ignorieren kann. – Das Finale der Love is love Reihe befasst sich mit Polyamorie und das auf eine sehr herzliche Art. Es hat leider ein bisschen lange gebraucht, um sich aufzubauen, wodurch kleine Längen vorhanden waren, aber die tollen Charaktere und die starke Geschichte macht vieles wett.

Wood High Love: Lova ist nur genervt vom Frauenaufreißer Novid. Als dieser sich dann auch noch bei dem Campingausflug ihres Freundeskreises einschleicht, wär sie am liebsten an die Decke gegangen. Doch bei dem Camping passieren einige merkwürdige Dinge. Wer ist dieser O., der ihr ständig Nachrichten schreibt? – Leider wieder eines der schlechteren Werke von D. C. Odesza. Beide Protagonist*innen sind sehr nervig und ihr Gezicke wenig nachvollziehbar. Schade.