Elemental

Ein Vorwort

Nachdem Pixar sich mit Alles steht Kopf und Soul den Emotionen und der Seele gewidmet hat, wird es diesmal elementar. Wie daraus eine Analogie zu Fremdenfeindlichkeit werden kann, zeigt uns Elemental. Warum mir der Film gut gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

In Elemental City leben die vier Elemente harmonisch zusammen. Lediglich Feuer wird immer wieder ausgegrenzt, da es angeblich eine zu hohe Zerstörungsgewalt hätte. Ember Lumen träumt seit ihrer Kindheit davon den Laden ihres Vaters zu übernehmen. Bei einem Wasserschaden trifft sie durch Zufall auf den Wasserelementaren Wade Ripple, der als Inpektor für die Stadt arbeitet, findet leider bauliche Verstöße und will diese melden. Ember versucht alles, um den Laden ihres Vaters zu retten und kommt Wade dabei immer näher. Doch Feuer und Wasser, dass kann doch nicht funktionieren.

Meine Meinung

Auch wenn mir nur ungefähr die Hälfte der Pixar-Filme wirklich zusagt, bin ich doch bei jedem neuen Film gespannt. Und mit Alles steht Kopf konnte Pixar absolut mein Herz erobern. Ich liebe die Idee, die Umsetzung, die Botschaft, die Liebe zum Details und wie gut einfach das Gehirn und Emotionen erklärt werden konnten. Als mit Soul ein Film angekündigt wurde, der erneut in diese Richtung gehen sollte, aber sich statt mit den Emotionen mit der Seele befassen sollte, war ich sofort wieder dabei. Leider hat mich der Film entgegen der allgemeinen Meinung eher enttäuscht. Nun also Elemente.
Sah der Trailer noch nach einer klassischen Liebesgeschichte zwischen den Elementen aus, wo das einzige Problem ist, dass sich Elemente nicht vermischen, geht der fertige Film deutlich tiefer. Denn hier sind es nicht nur die Vorurteile der einzelnen Elemente gegeneinander, sondern Feuer wird deutlich ausgegrenzt. Als letztes Element, dass nach Elemental City zugewandert ist, ist die Stadt nicht auf ihre Bedürfnisse angepasst und potentiell lebensgefährlich. So haben sie sich ihr eigenes Viertel gebaut und werden komisch beäugt, wenn sie dieses  verlassen. Die Analogie zur Fremdenfeindlichkeit ist sehr gut gelungen und bricht die Probleme auf eine kindliche Erklärweise herunter, die aber auch für Erwachsene sehr gut funktioniert. Wie man sich in einem fremden Land zwischen Integration und Traditioneinhaltungen versucht einzufinden und was für eine Gemeinschaft dadurch entstehen kann.
Durch die Geschichte zwischen Ember und Wade wird deutlich, wie tief die Vorurteile auf beiden Seiten sind und was es braucht, um diese aufbrechen zu können. Dabei sehen wir zwar wesentlich weniger von der Stadt als in einem Zoomania, aber die wenigen Szenen beweisen wieder eine Liebe zum Detail, die auf jeden Fall mehrere Sichtungen braucht, um sie alle erfassen zu können. Die Reaktionen der Familien spiegeln Möglichkeiten wieder und zeigen, dass es ein Spektrum gibt.
Die Handlung ist sehr rund erzählt und an den verschiedenen Charakteren angepasst. Dabei ist kein Charakter zu klischeemäßig dargestellt, auch wenn gewisse Verallgemeinerungen durchaus gezeigt werden sollten. Einziger Kritikpunkt für mich war die Vorhersehbarkeit von Embers beruflichem Wunsch. Hier wurde leider wieder der übliche Weg eingeschlagen, statt es mal weniger offensichtlich zu machen.
Letztendlich wurde ich über die gesamte Spielzeit gut unterhalten, hatte ständig etwas neues zu entdecken, habe mit den Charakteren mitgefiebert und mich über eine Menge Ungerechtigkeiten aufgeregt. Aber genau deswegen ist der Film auch so wichtig. Weil uns dadurch noch einmal die Augen geöffnet werden kann und wir dadurch bestimmte Denkmuster vielleicht auch überdenken.

Das Fazit

Elemental zeigt in einer liebevoll gestalteten Analogie wie Fremdenfeindlichkeit in Form von Elementen aussehen kann. In einer runden Liebesgeschichte werden viele wichtige Themen angesprochen und bespaßt gleichzeitig Groß und Klein. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Elemental läuft seit dem 22.06.2023 in den deutschen Kinos

Ein Gedanke zu „Elemental

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