Es

Am 28.09.2017 erschien eine neue Verfilmung des Stephen King Bestsellers Es in den deutschen Kinos.

Bill, Ben, Beverly, Richie, Eddie, Mike und Stan bezeichnen sich selbst als den Club der Looser. Sie werden von den Schlägern der Stadt regelmäßig verfolgt und gehänselt. Auch haben sie alle vor ganz bestimmten Sachen Angst. In einem schicksalhaften Sommer treffen sie alle auf ihre Ängste und dem alle 27 Jahre auftauchenden Horrorclown Pennywise.

1986 erschien Stephen Kings Werk „Es“ in deutscher Sprache. Schnell entwickelte es sich zu einem großen Erfolg. Zudem ist es Kings zweitlängstes Werk mit 1.536 Seiten in der deutschen Übersetzung. 1990 wurde es bereits in zwei Teilen verfilmt und brachte die Geschichte so auch einem lesefaulen Publikum näher. Doch Es taucht alle 27 Jahre wieder auf. So eroberte nun 2017 – 27 Jahre nach der ersten Verfilmung – ein Remake wieder die Kinoleinwände.
Auch das Remake wird wieder in zwei Teilen abgearbeitet und bearbeitet zunächst die Kindheit des Clubs der Looser und im zweiten Teil wird der Club dann erwachsen sein. Hier orientiert sich das Remake eher am Original, als am Buch, denn dort werden die beiden Zeitachsen immer wieder gewechselt. Sinnvoll scheint es jedoch, da so der Zuschauer die Kinder erst einmal ganz in Ruhe kennen lernen kann. Die Charakterisierung erfolgt nach ziemlichen Stereotypen, aber genau das ist wohl auch von King gewollt. So haben wir den Dicken, den Schwarzen, den Anführer, den Hypochonder, den Sprücheklopfer, den Juden und das Quotenmädchen. Zumindest wenn man Charaktere auf Eigenschaften wie Dick oder die Farbe der Haut oder die Religionszugehörigkeit reduzieren möchte. Auszeichnender sind jedoch die einzelnen Ängste und die Geschichten, die hinter den Kinder stehen. So zeichnet sich Bills Verhalten sehr durch die Wut und Trauer über den Verlust seines kleinen Bruders aus, der in jener schicksalhaften ersten Szene spurlos verschwindet. Erst nach und nach setzt sich das Bild zusammen, warum die Kinder vor bestimmten Dingen Angst haben. Leider ist es genau diese Angst, die Es anzieht und wiederholt in Form des Clowns Pennywise auftritt.
Mit gerade einmal 27 Jahren verkörpert Bill Skarsgård die Rolle des Pennywise. Dies ist entweder ein interessanter Zufall oder ein geschickter Schachzug im Bezug auf die alle 27 Jahre wiederkehrende Erscheinung von Es. Im Vergleich Tim Curry war 44 Jahre als er in der ersten Version den Clown Pennywise gab. Skarsgård spielt die Rolle unglaublich authentisch, so dass bei seinen Auftritten immer wieder ein Raunen durch den Kinosaal ging. Der plötzliche Wechsel zwischen den verschiedensten Emotionen gelingt ihm spielerisch. Die Darsteller des Clubs der Looser müssen sich jedoch nicht verstecken, auch sie spielen ihre Rollen allesamt gut, auch wenn ein paar das Minenspiel bereits besser spielen als andere.
Mit 135 Minuten hatte Es genug Zeit, um die wichtigsten Teile der literarischen Vorlage umzusetzen. Der Spannungsbogen wird konsequent gehalten. Kritikpunkt am Film ist jedoch, dass er sich im Horrorsegment ein wenig zu sehr auf sogenannte „Jump Scares“ stützt, also plötzliche Schockmomente, die zudem meist von der Musikuntermalung angekündigt wurden, dennoch immer wieder zu einem allgemeinem Zusammenzucken im Kino führte. Der „Coming-of-Age“-Part des Films ist dafür wesentlicher subtiler ausgearbeitet und bildet so einen schönen Kontrast zu den Horrorelementen. Grundsätzlich ist die Musikuntermaltung stets präsent und sehr passend gestaltet. Dennoch „spoilert“ sie praktisch Teile der Handlung.

Alles in allem bringt Es reales Grauen auf die Leinwand und lässt den Zuschauer nicht so schnell los. Bis auf die Umsetzung des Horrorelements macht der Film viel richtig und bekommt dafür 08 von 10 möglichen Punkten.

2 Gedanken zu „Es

  1. Pingback: ES/IT (2017) | Review | DerStigler

  2. Pingback: Rückblick auf das 3. Quartal 2017 – Highlights und Enttäuschungen | ShalimasFilmweltenKritik

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