Queer Eye

Ein Vorwort

Um euch zu erläutern, wie ich auf diese Serie gestoßen bin, muss ich ein bisschen ausholen – ich entschuldige mich schon einmal dafür. Letzte Woche hatte ich einen dezent beschissenen Tag auf Arbeit, was glücklicherweise echt selten vorkommt, aber wenn man täglich mit Kunden zu tun hat, bleibt es eben nicht aus. Kurzum, ich kam echt niedergeschlagen nach Hause (auch wenn meine bessere Hälfte mich naürlich sofort zum Burgeressen einlud). Ich durchforstete Twitter, da ich auf nichts wirklich Lust hatte. Dabei entdeckte ich einen Tweet von ‚Katie on the Offbeat‘, die beschrieb, dass sie an einem Tag, an dem es ihr sehr schwer fiel allein aus dem Bett zu kommen, einfach eine Folge Queer Eye geschaut hat und dann ging es ihr schon viel besser. Netflix hatte diese Serie mir erst kurz zuvor mehrfach vorgeschlagen, sie sprach mich aber nicht genug an, um auf meiner Watchlist zu landen. Doch ich beschloss, genau an dem Tag, an dem ich mich beschissen fühlte, der Serie eine Chance zu geben. Ich habe innerhalb dieser Woche beide Staffeln durchgesuchtet und muss sagen: Ich habe mich schon nach ein paar Minuten wieder gut gefühlt und kann bestätigen, die Serie hilft und verbreitet gute Laune. Alles weitere nun in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Fab 5 sind Antoni, Tan, Karamo, Bobby und Jonathan. Sie sind alle schwul und haben jede Woche die gleiche Aufgabe. Sie reisen zu unterschiedlichen Menschen in Georgia, verbringen eine Woche mit ihnen und helfen ihnen wieder in Form zu kommen. Dazu gehört zum einen den Kleiderschrank auszumisten und die Körperpflege voranzutreiben, aber auch die Wohnung neu zu gestalten, das Kochverhalten zu überprüfen und die kulturellen und sozialen Kontakte zu überprüfen.

Meine Meinung

Queer Eye ist eine amerikanische Reality-TV Sendung. Eigentlich eine Prämisse, dass ich sie nicht unbedingt gut finden dürfte. Zumal die deutsche Synchronisation von ein paar wenigen Sprechern über den Originalton drüber gesprochen wird, so dass man das Original im Hintergrund noch hört. Dabei merkt man schnell, dass es überhaupt nicht synchron ist und meist sehr frei übersetzt wird. Gerade wenn mehrere Charaktere durcheinander sprechen, wird es etwas anstrengend – gut vielleicht sollte ich mir auch einfach angewöhnen solche Serien im Original zu gucken. Das ist auch schon so ziemlich der einzige Kritikpunkt den ich an der Sache habe.
Die Folgen sind immer nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Der neue „Kandidat“ stellt sich vor, bzw. wird von demjenigen vorgestellt, der ihn/sie angemeldet hat. Dann treten die Fab 5 auf und erkunden am ersten Tag erst einmal ganz genau den Lebenstil des Kandidaten. Dabei wollen sie herausfinden, wie sie ihm/ihr am besten helfen können. Dabei sind die Rollen klar verteilt. Bobby, zuständig für Design, guckt sich die Wohnung genauer an und untersucht, was er daraus zaubern kann. Seine Aufgabe die Woche über ist immer der Wohnung neuen Glanz zu verleihen. Tan, zuständig für Mode, untersucht den Kleiderschrank, sortiert aus und bestückt diesen neu. An einem der folgenden Tage nimmt er den Kandidaten immer mit zum shoppen, um deren Stil zu erkunden. Jonathan, zuständig für Pflege, versucht aus den Kandidaten mehr herauszuholen und veranstaltet immer ein kleines Umstyling – allerdings ganz ohne Tränen, ganz anders als die Püppchen von Frau Klum – und erklärt den Kandidaten, wie sie sich ansonsten ganz leicht pflegen können. Antoni, zuständig für Essen und Wein, zeigt den Kandidaten, die sich ganz Amilike zum Großteil von Fertigessen aus der Mikrowelle oder Junk Food ernähren, wie sie mit wenig Aufwand etwas leckeres zaubern können. Zum Schluss gibt es noch Karamo, zuständig für Kultur, dessen Aufgabe nicht so richtig sichtbar ist, denn er nimmt die Kandidaten immer zur Seite und bespricht deren Sorgen und Ängste und versucht diese zu lösen. Am Ende der Woche steht immer ein großes Event für die Kandidaten an, für die sie vorbereitet sein wollen.
Alles, was die Fab 5 tun, tun sie mit einer absoluten Hingabe. Allein das erste Zusammentreffen mit den Kandidaten ist immer schon voller Späße und mit ihrer lockeren Art, treiben sie dem Zuschauer sofort ein Lächeln ins Gesicht. Sie gehen offen aber zielstrebig durchs Leben und strahlen dabei so viel gute Laune aus, dass es bis im Herzen des Zuschauers landet.
Falls ich noch nach einem Kritikpunkt suchen müsste, dann würde ich Jonathans übertriebe Dramaqueen erwähnen, die mitunter etwas anstregend sein kann. Aber im Endeffekt sind die fünf Jungs alle sehr verschieden und harmonieren doch wunderbar.

Bei Netflix sind aktuell zwei Staffeln verfügbar, die jeweils 8 Folgen haben und ca. 45 Minuten pro Folge gehen.

Das Fazit

Queer Eye ist eine Serie, der man durchaus eine Chance geben kann, auch wenn man überhaupt kein Fan von Reality-TV ist. Durch die quirlige Art der Fab 5, baut sich eine Menge guter Laune auf, die auch an schweren Tagen einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

5 Gedanken zu „Queer Eye

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