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Ein Vorwort

Diesen Beitrag wollte ich eigentlich bereits am Anfang des Sommers geschrieben haben, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Aber immerhin scheint draußen noch die Sonne und schneit noch nicht, also bin ich wohl noch nicht zu spät dran. Jedes Jahr zu Beginn des Sommers stehe ich vor meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) und kann mich nicht durchringen auch nur eines davon zu lesen. Genau dann weiß ich, dass es wieder Zeit wird die Buchhandlung meines Vertrauens aufzusuchen und nach dem nächsten Sommerbuch Ausschau zu halten. Dabei gehe ich nach zwei Kriterien: Die Geschichte soll leicht und fröhlich sein und mich in Urlaubsstimmung versetzen. Manchmal geht das gut, manche Bücher musste ich aber auch abbrechen, weil sie mich zu sehr genervt haben. Eine kleine Auswahl von drei guten Sommerlektüren, möchte ich euch heute vorstellen.

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Honigduft und Meeresbrise

Die Handlung: Anna ist nach dem Tod ihrer besten Freundin zu Besuch bei ihrer Oma, die im Garten Bienen hält und ihren eigenen Honig herstellt. Eines Vormittags kommt der Postbote mit einem ganz besonderen Brief vorbei. Denn er wurde 1941 an Omas Mutter, also Annas Urgroßmutter, aufgegeben, fand aber nie seinen Weg nach Deutschland. Auf der Suche nach Antworten zieht es Oma und Enkelin nach Ahrenshoop.

Meine Meinung: Über dieses Buch bin ich tatsächlich über diverse Buchnewsletter gestolpert und habe mich dann ganz vorbildlich im Buchladen meines Vertrauens auf den Titel gestürzt. Gelesen habe ich ihn dann während meiner Kreuzfahrt auf der Ostsee, so dass ich die Meeresbrise permanent im Gesicht hatte. Den Honigduft musste ich mir dazu vorstellen. Zunächst hatte ich ein paar Bedenken, ob die Geschichte nicht zu traurig würde, wegen der Trauerverarbeitung der Protagonistin. Dieser Teil wurde zwar mehrfach mit dem nötigen Respekt erwähnt, aber wiegt tatsächlich nicht so schwer, als dass er einen herunterziehen könnte. Auch der Brief ist eigentlich nur Mittel zum Zweck, um so ein bisschen Geheimnisenthüllung zu betreiben. Soll heißen, es gibt keine langen Rückblenden in das Jahr 1941, als der Brief geschrieben wurde, sondern wir bleiben in der Gegenwart. Im Vordergrund stehen die Charaktere und vor allem unsere Oma/Enkelin-Protagonistin sind zutiefst sympathisch und man möchte sich eigentlich nur den beiden anschließen, eine Strandradtour machen und Honigschnaps trinken. Die Geschichte ist dabei spannend, hat die nötigen Wendungen und bleibt trotzdem locker erzählt. Kurzum eine ideale Strandlektüre, die man auch mal zwischendurch zur Seite legen kann, um in die Wellen zu hüpfen.

Das Fazit: Eine lockere Geschichte über die wirklich wichtigen Dinge im Leben, über Liebe, Freundschaft, aber auch den Tod. Gepaart mit sehr sympathischen Protagonistin, ergibt sich eine stimmige Geschichte, die den Hunger auf Honig verstärkt.

Sommerlektürenfaktor *****

Auch donnerstags geschehen Wunder

Die Handlung: Marianne ist frisch getrennt, arbeitet in einem kleinen Café, backt gerne Kekse, hat einen Kater mit Namen Johnny Depp und sucht die große Liebe. Auf einem Jahrmarkt wird sie von ihrer besten Freundin überredet eine Wahrsagerin aufzusuchen. Diese prophezeit ihr, dass sie den richtigen Mann in Schottland findet. Doch kann Marianne einfach so nach Schottland reisen?

Meine Meinung: Das Buch habe ich im letzten Jahr gelesen. In dem Jahr wollte ich irgendwie so gar nicht meine richtige Sommerlektüre finden. Aber dafür gibt es meine Bücherdealer aus dem Buchladen meines Vertrauens. Ich klagte ihnen also mein Leid und prompt hatte ich mindestens fünf Bücher in den Händen, die mir alle empfohlen wurden. Ich entschied mich letztendlich für dieses Büchlein, weil eines meiner Sehnsuchtsorte (Schottland) drin auftauchte. Also begann ich zu lesen. Nach circa einem Viertel des Buches war ich aber absolut verwirrt. Ich dachte vielleicht ein Bindungsfehler und die Seiten in meinem Exemplar wären vertauscht worden. Das ergab keinen Sinn mehr. Ich habe tatsächlich zwei oder drei Kapitel gebraucht, bis ich merkte, dass das Ganze gewollt war. Denn „Auch donnerstags geschehen Wunder“ wird nach dem was wäre wenn-Prinzip erzählt. So gibt es die gemeinsame Einleitung bis zum Teil mit der Wahrsagerin. Doch dann fährt das Buch zweigleisig weiter und wechselt sich nach jedem Kapitel ab. So erfahren wir, was Marianne erlebt, wenn sie sich für die Reise nach Schottland entscheidet und was sie durchlebt, wenn sie nicht nach Schottland fliegt. Und gerade das, macht für mich den Unterschied zu vergleichbaren Werken. Wir erfahren bis zum Ende nicht, welche Geschichte denn nun passiert ist, nur das beide möglich wären. Dabei treffen wir auf eine absolut chaotische Protagonistin, die wir dennoch sehr schnell ins Herz schließen. Es gibt andere sympathische Charaktere, aber eben auch die unsympathischen, die sich in gleich zwei interessanten Geschichten vermischen und so kommt dieses wunderbare 2-in-1 Buch heraus, dass ich am Anfang nicht erwartet hätte. Auch hier möchte man am liebsten gleich seine Koffer packen und die Welt erkunden, hat aber auch seine Geschichte, wenn man wüsste, dass man sich das nicht trauen würde.

Das Fazit: Eine schöne Geschichte, die das Was wäre wenn ausnutzt, um gleich zwei Varianten zu erzählen. Dabei kann der Sehnsuchtsort Schottland ebenso locken, wie Hamburg.

Sommerlektürenfaktor ****

New York Diaries – Phoebe

Die Handlung: Phoebe wohnt im Knights Building in New York. Nach einer Reise hat sie aber anscheinend den falschen Koffer gegriffen. Auch David starrt wie entgeistert in den Koffer, den er am Flughafen mitgenommen hat, denn es ist offensichtlich nicht seiner. Doch er findet eine Art Tagebuch im Koffer und erhofft sich Ansatzpunkte, um die Besitzerin wiederzufinden. Auch Phoebe sucht nach Hinweisen auf den Besitzer und findet ein unveröffentlichtes Manuskript.

Meine Meinung: Die New York Diaries Reihe habe ich bereits 2017 gelesen und euch auch hier bereits einmal vorgestellt. Dennoch passt gerade dieser Band hervoragend zu meinen Sommerlektüren. Denn diesmal geht es um die unerträglich heißen Sommer in New York, und auch Städtereisen verbinde ich mit Sommer, Sonne und Urlaubsgefühl. Zumal die vertauschten Koffer ja auch irgendwie ein Symptom für Urlaub sind – auch wenn es mir selbst glücklicherweise noch nie passiert ist. Das interessante an der gesamten New York Diaries Reihe ist die Liebe zu der Stadt, in der die Bücher spielen. Bei Phoebe kommen noch zwei wunderbare Protagonisten hinzu, die irgendwie versuchen aus Tagebuch und Manuskript genügend Informationen zu filtern, um den jeweils anderen zu finden. Dabei ist es sanfte und leichte „Popcornliteratur“, kann also bestens zwischendurch gelesen werden, ohne dass man den Anschluss verliert.

Das Fazit: Perfekte Lektüre für Stadturlaub oder für die Daheimgebliebenen. Lockere, romantische Geschichte mit tollen Protagonisten.

Sommerlektürefaktor ****