Sommerlektüren – Ausgabe 2021

Es ist Sommer! Damit wurde es für mich wieder Zeit für Sommerlektüren. Diesmal habe ich mir drei ausgesucht – bin also weniger eskaliert als letztes Jahr – die ich euch heute vorstellen möchte – natürlich mit Sommerlektürenfaktor!

Heute Abend in der Eisdiele am Meer – Holly Hepburn*

Die Handlung: Gina lebt in London als Projektmanagerin. Doch als sich ihr Großvater den Fuß bricht, lässt sie alles stehen und liegen und reist nach Cornwall in den verschlafenen Ort Polwhipple, um in der Eisdiele ihrer Großeltern mitzuhelfen. Als sie den heruntergekommenen Zustand des örtlichen Kinos sieht, kann sie gar nicht anders, als es als Projekt anzugehen. Hilfe bekommt sie von ihrem Jugendfreund Ben, sehr zum Missfallen ihres Freundes Max, der in London geblieben ist.

Meine Meinung: Da es sich bei diesem Buch um ein Rezensionsexemplar handelt, habe ich es auch schon in einem separaten Beitrag vorgestellt. Die kleine Eisdiele am Meer ist eine wunderbare Sommerlektüre und verbindet Lust auf Eis und Meer mit Fernweh. Lediglich kleinere Schönheitsfehler sind vorhanden, die den Lesefluss jedoch nicht stören. Wer sich also an die Küste Cornwalls träumen will, sollte in dieses Buch mal reinschauen.

*[Werbung|Rezensionsexemplar]

Sommerlektürenfaktor: ****

Bernsteinsommer – Anne Barns

Die Handlung: Christina hat sich ihren Traum vom eigenen Café erfüllt. Bis ein Wasserrohrbruch ihre Pläne über den Haufen wirft. Da ihr Vater mit Alzheimer in einem Pflegeheim ist, findet sie in seinen Sachen eine Reihe von Gemälden. Die Spurensuche führt sie nach Rügen und Hiddensee. 

Meine Meinung: Mit Anne Barns bin ich die letzten beiden Jahre im Sommer stets zufrieden gewesen. Daher musste sie auch dieses Jahr wieder in meine Sommerlektürenliste auftauchen. Meine Erwartungen waren wie bisher, dass die Protagonisten irgendwann an der deutschen Küste landen und dort ein paar schöne Tage verbringen, gerne mit einem Familiengeheimnis. Diesmal jedoch braucht die Handlung eine ganze Weile um so weit in Schwung zu kommen, dass wir es bis nach Rügen geschafft haben. Dabei ist diese umfassende Handlung nicht uninteressant, aber eben nicht die, die ich von einer Sommerlektüre erwarte. Der Abschnitt auf Rügen und Hiddensee hingegen war genau das, was ich erwartet habe. Hier kommt Urlaubsehnsucht auf und man träumt sich zum Meeresrauschen an die Küste. Christina ist auch wieder eine sehr sympathische Protagnistin, die diverse Rückschläge zu bewältigen hat. So ist es ein rundes Buch, nur eben schade, dass der Küstenanteil diesmal so gering ist.

Sommerlektürenfaktor: ****

Sehnsucht in Aquamarin – Miriam Covi

Die Handlung: Polly und Jette wurden als Kinder von ihrer Mutter verlassen. Während Jette seitdem ruhelos um die ganze Welt jettet, zieht sich Polly in ihre Dachgeschosswohnung in Stuttgart zurück. Bis Jette ihre Mutter findet. In Maine. Die Schwestern reisen nach Bar Harbor, treffen dort aber auf mehr als nur ihre Mutter. 

Meine Meinung: Nach Cornwall und Rügen hielt ich es nicht für verkehrt auch der USA eine Chance zu geben. Und die Küste Maines klang da nicht verkehrt. Bekommen habe ich eine Familien- und Liebesgeschichte mit Outdoorfeeling. Nicht so ganz, was ich mir erhofft hatte, aber grundsätzlich doch eine spannende Geschichte. Wir haben die beiden sehr unterschiedlichen Schwestern, die beide irgendwo auf ihre Art sympathisch sind – auch wenn man Jette gerne ab und an schütteln würde. Dann haben wir den Sommer in Maine und den Acadia National Park, der das Outdoorherz höher schlagen lässt. Soweit wäre es passend zur Sommerlektüre. Nur leider liegt der Fokus nur ab und an auf den örtlichen Begebenheiten und wesentlich mehr auf das familiäre Drama, das sich auf den 496 Seiten zwischenzeitlich ganz schön zieht. Leider dreht sich die Handlung dann auch mehrmals im Kreis, was dem Buch im Großen und Ganzen nicht wehtut, aber man hätte die Geschichte auch kürzer erzählen können.

Sommerlektürenfaktor: ***

Disney+ Original: Luca

Ein Vorwort

Gerade einmal ein halbes Jahr nachdem Pixar ‚Soul‘ herausbrachte, gibt es den zweiten Film. Während Soul noch als Kinofilm angelegt war, wirkt Luca wie für den Streamingdienst gemacht. Und erscheint auf den ersten Blick wie gemacht für laue Sommernächte. Was der Film ansonsten kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

An der italienischen Riviera lebt der Wasserjunge Luca. Sein Leben unter der Wasseroberfläche ödet ihn an. Bis er auf Alberto trifft, ebenfalls Wasserjunge, der Luca zeigt, dass er auch an Land überleben kann. Nach einem Streit mit seiner Familie flüchten die beiden Jungs an Land. Dort treffen sie auf Giulia, die unbedingt einen Triathlon gewonnen will.

Meine Meinung

Sommerurlaub in Italien klang selten so verführerisch wie nach diesem Film. Ein kleines Dorf am Meer, Mittags eine Portion Pasta, danach ein leckeres Gelato und das Ganze mit der italienischen Gemütlichkeit. Laue Sommernächste, heiße Tage, wo man sich nur im Wasser abkühlen will, all dies bietet Luca. Gepaart mit einer Unterwasserwelt? Klang ganz nach einem Film, den ich sehen musste.
Zunächst beginnt der Film ziemlich unspektakulär. Wir lernen Luca kennen, ein Wasserjunge – im Film auch gerne als Seemonster bezeichnet – der sich in seinem Alltag langweilt. Seine Familie lebt in großer Angst vor der Oberfläche und projiziert diese Angst auch auf Luca. Doch seine Neugier siegt und so folgt er der Spur von diversen Gegenständen, die auf dem Meeresgrund landen. Hier könnte der Film schnell in eine kritisierende Richtung driften zum Thema Meerverschmutzung. Diesen Teil überspringt er aber komplett. Stattdessen treffen wir auf Alberto, der zwischen Oberfläche und Unterwasser hin und herpendelt und den großen Traum einer eigenen Vespa hat. Die beiden verbringen einige Tage auf Alberto Insel. Bis zu diesem Punkt ist der Film schon zu einem Drittel fortgeschritten und man weiß noch nicht so wirklich worauf er hinauswill.
Erst mit dem darauffolgenden Streit von Luca und seiner Familie und seiner Flucht an Land, wo er zusammen mit Alberto versucht nicht aufzufallen, bekommt der Film eine Richtung. Hier ist es dann eine gute Mischung aus italienischem Lebensgefühl, Freundschaft und Selbstfindung. Die Angst der Dorfbewohner vor Seeungeheuern wirkt dann schon fast wie eine Metapher für Fremdenfeindlichkeit, doch dies wirklich herauszuarbeiten, so weit geht Luca dann doch nicht. Letztlich verpasst der Film an mehreren Stellen wirkliche Aussagen zu treffen, sondern beruf sich auf die lockere Erzählweise. Lediglich das Thema Freundschaft wird konkreter beleuchtet.
So hat Luca nicht wirklich viel Anspruch an die Handlung. Nach einer relativ langen Findungsphase versteht er sich darauf das Sommergefühl zu vermitteln. Schade bleibt es, dass das Unterwasserthema hier mehr oder weniger verschenkt wirkt. Lediglich für ein paar Witze und um die Angst der Dorfbewohner vor dem Unbekannten zu unterstreichen reicht es. Dabei hätte ich davon gerne mehr gesehen. Aber dann wäre es wohl ein anderer Film geworden. Letztlich ist es ein netter Film für einen Sommerabend.

Das Fazit

Luca hält, was er verspricht, und entführt den Zuschauer an einen Sommertag in Italien. Dabei bleibt die Handlung sehr oberflächlich, was aber die Figuren wieder wett machen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Luca ist seit dem 18.06.2021 auf Disney+ verfügbar

Heute Abend in der Eisdiele am Meer

Ein Vorwort

Es ist Sommer. Anhand der Temperaturen und des täglichen strahlenden Sonnenscheins – zumindest hier – ist es nicht mehr zu leugnen. Mit durchschnittlich 28° im Arbeitszimmer ist es einfach nur warm. Also war es Zeit für zwei meiner liebsten Dinge im Sommer: Eis und Sommerlektüren. Es wird auch in diesem Jahr wieder einen Beitrag zu den Sommerlektüren geben, aber das hier wollte ich euch schon vorab einmal vorstellen.

Die Handlung

Gina lebt in London als Projektmanagerin. Doch als sich ihr Großvater den Fuß bricht, lässt sie alles stehen und liegen und reist nach Cornwall in den verschlafenen Ort Polwhipple, um in der Eisdiele ihrer Großeltern mitzuhelfen. Als sie den heruntergekommenen Zustand des örtlichen Kinos sieht, kann sie gar nicht anders, als es als Projekt anzugehen. Hilfe bekommt sie von ihrem Jugendfreund Ben, sehr zum Missfallen ihres Freundes Max, der in London geblieben ist.

Meine Meinung

Als ich das Buch bestellt habe, habe ich nicht auf die Seitenzahl geschaut. Als es dann bei mir ankam, war ich ziemlich überrascht. 540 Seiten für eine leichte lockere Sommerlektüre? Ich befürchtete das schlimmste, nämlich, dass sich die Geschichte ziemlich ziehen würde und einfach nicht auf den Punkt käme. Aber ein Großteil meiner Befürchtung war völlig unnötig.
Denn das Buch gliedert sich in vier Unterabschnitte, jede einer anderen Eissorte gewidmet. In jedem Abschnitt steht ein anderes Event im Mittelpunkt, was aber immer im Zusammenhang mit Eisdiele und Kino steht und so auch die Gesamthandlung vorantreibt. Aber dadurch, dass man sich an diesen Zwischenschritten abarbeitet, bleibt es spannend und die Handlung fühlt sich eben nicht künstlich gestreckt an. Stattdessen fliegt man nur so durch die Seiten, zumindest nachdem man sich an Protagonistin Gina gewöhnt hat. Denn gerade am Anfang wirkt sie etwas unnahbar und auch ein wenig zu sehr von sich überzeugt. Doch das legt sich schnell und dann fühlt man mit ihr mit.
Dabei sind es gerade die Nebencharaktere, die man wahnsinnig schnell ins Herz schließt. Die Großeltern, die einem zeigen, wie Liebe auch nach vielen Jahren aussehen kann, die Boutiquebesitzerin mit den passenden Sprüchen und so viele mehr. Dabei ist die Handlung selbst erst einmal nichts außergewöhnliches. Kleinstadt mit liebevollen Charakteren, die obligatorische Zicke darf nicht fehlen und natürlich taucht der Jugendfreund wieder auf und entfacht alte Gefühle. Aber die Verpackung des ganzen passt einfach. Man fühlt sich sofort in den Sommer versetzt, spürt beinahe die salzige Gischt des Meeres im Gesicht und wünscht sich nach Cornwall. Etwas problematischer für die Hüften wird die Sehnsucht nach Eis, denn die Liebe dazu wird hier großgeschrieben. Auch wenn man an manchen Stellen merkt, wie die Handlung bewusst in eine Richtung gedrängt wird, damit das Ende passt, stimmt dennoch das Gesamtbild.
Lediglich das Ende hinterlässt einen Wermutstropfen. Auch wenn es genau das ist, was ich erhofft hatte, war es mir zu schnell abgearbeitet. Die Probleme, die noch offen waren, waren auf wenigen Seiten abgearbeitet. Dafür, dass man echt lange mit der Geschichte mitgefiebert hat, wirkt es so unbefriedigend. Hier hätten ein paar mehr Seiten nicht geschadet.

Das Fazit

Die kleine Eisdiele am Meer ist eine wunderbare Sommerlektüre und verbindet Lust auf Eis und Meer mit Fernweh. Lediglich kleinere Schönheitsfehler sind vorhanden, die den Lesefluss jedoch nicht stören. Wer sich also an die Küste Cornwalls träumen will, sollte in dieses Buch mal reinschauen.

Heute Abend in der Eisdiele am Meer wurde mir vom Penguin Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Sommerlektüren – eine Auswahl

Ein Vorwort

Diesen Beitrag wollte ich eigentlich bereits am Anfang des Sommers geschrieben haben, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Aber immerhin scheint draußen noch die Sonne und schneit noch nicht, also bin ich wohl noch nicht zu spät dran. Jedes Jahr zu Beginn des Sommers stehe ich vor meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) und kann mich nicht durchringen auch nur eines davon zu lesen. Genau dann weiß ich, dass es wieder Zeit wird die Buchhandlung meines Vertrauens aufzusuchen und nach dem nächsten Sommerbuch Ausschau zu halten. Dabei gehe ich nach zwei Kriterien: Die Geschichte soll leicht und fröhlich sein und mich in Urlaubsstimmung versetzen. Manchmal geht das gut, manche Bücher musste ich aber auch abbrechen, weil sie mich zu sehr genervt haben. Eine kleine Auswahl von drei guten Sommerlektüren, möchte ich euch heute vorstellen.

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Honigduft und Meeresbrise

Die Handlung: Anna ist nach dem Tod ihrer besten Freundin zu Besuch bei ihrer Oma, die im Garten Bienen hält und ihren eigenen Honig herstellt. Eines Vormittags kommt der Postbote mit einem ganz besonderen Brief vorbei. Denn er wurde 1941 an Omas Mutter, also Annas Urgroßmutter, aufgegeben, fand aber nie seinen Weg nach Deutschland. Auf der Suche nach Antworten zieht es Oma und Enkelin nach Ahrenshoop.

Meine Meinung: Über dieses Buch bin ich tatsächlich über diverse Buchnewsletter gestolpert und habe mich dann ganz vorbildlich im Buchladen meines Vertrauens auf den Titel gestürzt. Gelesen habe ich ihn dann während meiner Kreuzfahrt auf der Ostsee, so dass ich die Meeresbrise permanent im Gesicht hatte. Den Honigduft musste ich mir dazu vorstellen. Zunächst hatte ich ein paar Bedenken, ob die Geschichte nicht zu traurig würde, wegen der Trauerverarbeitung der Protagonistin. Dieser Teil wurde zwar mehrfach mit dem nötigen Respekt erwähnt, aber wiegt tatsächlich nicht so schwer, als dass er einen herunterziehen könnte. Auch der Brief ist eigentlich nur Mittel zum Zweck, um so ein bisschen Geheimnisenthüllung zu betreiben. Soll heißen, es gibt keine langen Rückblenden in das Jahr 1941, als der Brief geschrieben wurde, sondern wir bleiben in der Gegenwart. Im Vordergrund stehen die Charaktere und vor allem unsere Oma/Enkelin-Protagonistin sind zutiefst sympathisch und man möchte sich eigentlich nur den beiden anschließen, eine Strandradtour machen und Honigschnaps trinken. Die Geschichte ist dabei spannend, hat die nötigen Wendungen und bleibt trotzdem locker erzählt. Kurzum eine ideale Strandlektüre, die man auch mal zwischendurch zur Seite legen kann, um in die Wellen zu hüpfen.

Das Fazit: Eine lockere Geschichte über die wirklich wichtigen Dinge im Leben, über Liebe, Freundschaft, aber auch den Tod. Gepaart mit sehr sympathischen Protagonistin, ergibt sich eine stimmige Geschichte, die den Hunger auf Honig verstärkt.

Sommerlektürenfaktor *****

Auch donnerstags geschehen Wunder

Die Handlung: Marianne ist frisch getrennt, arbeitet in einem kleinen Café, backt gerne Kekse, hat einen Kater mit Namen Johnny Depp und sucht die große Liebe. Auf einem Jahrmarkt wird sie von ihrer besten Freundin überredet eine Wahrsagerin aufzusuchen. Diese prophezeit ihr, dass sie den richtigen Mann in Schottland findet. Doch kann Marianne einfach so nach Schottland reisen?

Meine Meinung: Das Buch habe ich im letzten Jahr gelesen. In dem Jahr wollte ich irgendwie so gar nicht meine richtige Sommerlektüre finden. Aber dafür gibt es meine Bücherdealer aus dem Buchladen meines Vertrauens. Ich klagte ihnen also mein Leid und prompt hatte ich mindestens fünf Bücher in den Händen, die mir alle empfohlen wurden. Ich entschied mich letztendlich für dieses Büchlein, weil eines meiner Sehnsuchtsorte (Schottland) drin auftauchte. Also begann ich zu lesen. Nach circa einem Viertel des Buches war ich aber absolut verwirrt. Ich dachte vielleicht ein Bindungsfehler und die Seiten in meinem Exemplar wären vertauscht worden. Das ergab keinen Sinn mehr. Ich habe tatsächlich zwei oder drei Kapitel gebraucht, bis ich merkte, dass das Ganze gewollt war. Denn „Auch donnerstags geschehen Wunder“ wird nach dem was wäre wenn-Prinzip erzählt. So gibt es die gemeinsame Einleitung bis zum Teil mit der Wahrsagerin. Doch dann fährt das Buch zweigleisig weiter und wechselt sich nach jedem Kapitel ab. So erfahren wir, was Marianne erlebt, wenn sie sich für die Reise nach Schottland entscheidet und was sie durchlebt, wenn sie nicht nach Schottland fliegt. Und gerade das, macht für mich den Unterschied zu vergleichbaren Werken. Wir erfahren bis zum Ende nicht, welche Geschichte denn nun passiert ist, nur das beide möglich wären. Dabei treffen wir auf eine absolut chaotische Protagonistin, die wir dennoch sehr schnell ins Herz schließen. Es gibt andere sympathische Charaktere, aber eben auch die unsympathischen, die sich in gleich zwei interessanten Geschichten vermischen und so kommt dieses wunderbare 2-in-1 Buch heraus, dass ich am Anfang nicht erwartet hätte. Auch hier möchte man am liebsten gleich seine Koffer packen und die Welt erkunden, hat aber auch seine Geschichte, wenn man wüsste, dass man sich das nicht trauen würde.

Das Fazit: Eine schöne Geschichte, die das Was wäre wenn ausnutzt, um gleich zwei Varianten zu erzählen. Dabei kann der Sehnsuchtsort Schottland ebenso locken, wie Hamburg.

Sommerlektürenfaktor ****

New York Diaries – Phoebe

Die Handlung: Phoebe wohnt im Knights Building in New York. Nach einer Reise hat sie aber anscheinend den falschen Koffer gegriffen. Auch David starrt wie entgeistert in den Koffer, den er am Flughafen mitgenommen hat, denn es ist offensichtlich nicht seiner. Doch er findet eine Art Tagebuch im Koffer und erhofft sich Ansatzpunkte, um die Besitzerin wiederzufinden. Auch Phoebe sucht nach Hinweisen auf den Besitzer und findet ein unveröffentlichtes Manuskript.

Meine Meinung: Die New York Diaries Reihe habe ich bereits 2017 gelesen und euch auch hier bereits einmal vorgestellt. Dennoch passt gerade dieser Band hervoragend zu meinen Sommerlektüren. Denn diesmal geht es um die unerträglich heißen Sommer in New York, und auch Städtereisen verbinde ich mit Sommer, Sonne und Urlaubsgefühl. Zumal die vertauschten Koffer ja auch irgendwie ein Symptom für Urlaub sind – auch wenn es mir selbst glücklicherweise noch nie passiert ist. Das interessante an der gesamten New York Diaries Reihe ist die Liebe zu der Stadt, in der die Bücher spielen. Bei Phoebe kommen noch zwei wunderbare Protagonisten hinzu, die irgendwie versuchen aus Tagebuch und Manuskript genügend Informationen zu filtern, um den jeweils anderen zu finden. Dabei ist es sanfte und leichte „Popcornliteratur“, kann also bestens zwischendurch gelesen werden, ohne dass man den Anschluss verliert.

Das Fazit: Perfekte Lektüre für Stadturlaub oder für die Daheimgebliebenen. Lockere, romantische Geschichte mit tollen Protagonisten.

Sommerlektürefaktor ****

 

Sommerkino: Ich bin tot, macht was draus!

Wenn draußen die Sonne scheint und man bei der Wärme nur noch ins nasse Kühl hüpfen will, kann so ein klimatisierter Kinosaal schon angenehm sein. Aber das Wetter einmal zu genießen, ist da auch nicht verkehrt. Perfekt dafür ist ein Freilichtkino. Wie gut, dass meine neue Heimat genau dies anbot.

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Am 25.08.2016 besuchte ich den Film „Ich bin tot, macht was draus!“ im Freilichtkino. Der Film lief ursprünglich ab 28.04.2016 in den deutschen Kinos.

Der Film:

Die Mitglieder der belgischen Band „Grand Ours“ sind inzwischen in die Jahre gekommen. Trotzdem wollen sie sich noch den Traum einer US-Tour erfüllen. Doch ein Tag vor Abflug stirbt ihr Sänger Jipé. Das soll die Rocker aber nicht abhalten und sie wollen trotzdem fliegen. Dann halt mit der Asche im Gepäck. Doch die Rocker sind das Chaos in Person und so geht so ziemlich alles schief.

Wenn ein Mensch stirbt, dann trauern die meisten Menschen. Doch als der Sänger der Band „Grand Ours“ stirbt, ist alles ein bisschen anders. Denn er stirbt einen Tag vor der ersten US-Tour der Band. Also wird die Asche einfach eingetuppert und durch den Zoll geschmuggelt. Denn Asche am Mikro hatte wohl noch keine Band. Aber der Weg gestaltet sich als komplizierter als gedacht.
„Ich bin tot, macht was draus!“ klingt zunächst nach einem ernsten Thema, aber der Film ist vor allem eins: eine gelungene Komödie mit einer positiven Botschaft. Der Weg in die USA der Band ist so voller Hindernisse, dass man gar nicht groß darüber nachdenken kann, dass der Sänger kurz vorher gestorben ist. Man wird immer wieder überrascht und kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Dabei sind die Witze gut durchdacht. Gerade die verschiedenen Charaktere geben dem Film das gewisse Etwas. Zwar sind alle ein bisschen überzeichnet und der Film trieft nur so von Rockerklitschees, aber gerade das birgt viel Witz und Charme.

Alles in allem ist der Film eine gut gelungene Komödie und bekommt dafür 07 von 10 möglichen Punkten.

Die Atmosphäre:

Draußen unter freiem Himmel zu gucken, ist natürlich etwas ganz anderes, als im Kinosaal. Zunächst schienen alle Zuschauer etwas befreiter. Es wurde immer wieder miteinander getuschelt, ohne das irgendjemand immer wieder „Pssst“ gezischt hätte. Andererseits fühlten sich auch die Raucher befreiter. Zwar wurde am Anfang gebeten zum rauchen bitte immer an die Seiten zu gehen, damit nicht der Nachbar vollgequalmt wird (schon traurig, dass so etwas überhaupt erwähnt werden muss), doch das permanente Aufstehen der Raucher und das damit verbundene durch das Bild laufen, war auch sehr nervig. Der Film war mit 96 Minuten nun kein Film mit Überlänge. Das überhaupt immer wieder mittendrin geraucht werden musste (teilweise rauchten auch die selben Personen immer wieder) finde ich unangemessen. Im Kinosaal steht auch keiner auf zum rauchen, wieso also hier, nur weil unter freiem Himmel gespielt wurde?
Die Veranstalter haben sich mit verteilten Decken und Sitzkissen zwar Mühe gegeben, ich bevorzuge aber trotzdem die bequemen Kinosessel vor den Steinbänken draußen. Auch lief der Film relativ spät (21 Uhr ging es mit Werbung & Trailern los), da die Sonne weitestgehend untergegangen sein musste.

Alles in allem sollte Rauchen während eines Films verboten werden, tat der Hintern nach dem Film doch ein wenig sehr weh, aber doch war es mal eine schöne Erfahrung und etwas Abwechslung. Außerdem wurde das warme Wetter auch einmal für Dauerkinogänger genutzt.