Rückblick auf den März 2021

Und wieder ist ein Monat vorbei. Noch immer sind die Kinos geschlossen, aber den Filmfan hält so etwas ja nicht auf. Beziehungsweise waren es in diesem Monat wieder die Bücher, die mich in ihren Bann gezogen haben. Und so geht es nun ohne weitere Worte direkt in den Monatsrückblick.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Im März habe ich erneut gesehen: Knives Out (auch beim zweiten Mal noch ein unfassbar guter Film)

Dame König As Spion: Control, der Leiter des britischen Geheimdienst, wird nach einem Misserfolg in Budapest in den Ruhestand geschickt und stirbt kurz darauf. Daraufhin wird George Smiley reaktiviert, der den Spion unter den Spionen finden soll. Dabei entdeckt er einen ganzen Haufen an Ungereimtheiten. – Eine John le Carré Verfilmung, die stark gespielt ist, aber mich leider nicht abholen konnte.

A Most wanted man: Günther Bachmann ist Strippenzieher einer halboffiziellen Spionageeinheit in Hamburg. Als dort der Flüchtling Issa Karpov, halb Russe, halb Tschetschene, auftaucht, schlägt die Einheit Alarm. Vorsichtig versuchen sie sich ihm zu nähern, doch auch andere Einheiten sind an Karpov interessiert. – Die zweite John le Carré Verfilmung in diesem Monat mit der letzten Rolle Philip Seymour Hoffmans. Leider konnte mich diese noch weniger überzeugen als die erste.

Neues aus der Welt: Der ehemalige Captain der Südstaatenarmee Jefferson Kyle Kidd zieht durch Texas, um in den Orten die Nachrichten zu lesen. Auf seinem Weg trifft er auf Johanna, die nach der Ermordung ihrer deutschen Eltern von Indigenen aufgezogen wurden. Nun soll sie zu ihrer Tante und ihrem Onkel gebracht werden. Da der zuständige Beamte aber erst in drei Monaten zurückkehrt, nimmt er sich kurzerhand selbst der Aufgabe an. Doch der Weg ist voller Gefahren. – Auch wenn ich überhaupt kein Westerfan bin und gerade am Anfang damit ziemliche Probleme hat, schafft der Film es doch einen in seinen Bann zu ziehen. Vor allem Tom Hanks mit seiner ruhigen Spielweise schafft es den Film zu bereichern.

Manche mögens heiß: Chicago 1929. Die beiden Musiker Joe und Jerry sind Zeugen eines Gaunermassakers. Um diesem zu entkommen, schließen sie sich einer Mädchenkapelle an. Dafür müssen sie sich allerdings als Frauen verkleiden. Auf dem Weg ins sonnige Florida passiert jedoch allerlei. Vor allem Sugar, die Ukulelespielerin, hat es den beiden angetan. – Spaßige Komödie mit immer wieder neuen Wendungen. Sollte man gesehen haben.

Serien – ein etwas ausführlicherer Rückblick

Nadiyas Backwelt – Staffel 1 (Nach ihren nützlichen Tipps in der Küche, verzaubert uns Nadiya Hussain diesmal mit ihren Backkünsten)

Brooklyn 99 – Staffel 6 (Auch die sechste Staffel kann noch mit den anderen mithalten und macht wieder gut Spaß. Auch wenn manche Scherze schon zu oft genutzt wurden)

Bridgerton – Staffel 1 (Die Mischung aus Stolz und Vorurteil und Gossip Girl kann mit ihrer hohen Qualität durchaus überzeugen. Den Hype um die Serie kann ich aber nicht ganz nachvollziehen. Versteht mich nicht falsch, ich fand die Serie wirklich gut. Aber eben auch nicht absolut herausragend)

WandaVision – Staffel 1 (Die erste Marvelserie, die direkt für Disney+ produziert wurde, überzeugt mit ihrer Prämisse einer Sitcom im Wandel der Zeiten, bleibt aber trotzdem der typischen Marvelformel treu.

Zoeys Extraordinary Playlist – Staffel 1 (Tolle Geschichte, einfühlsam, richtige Portion Drama und vor allem ein super Soundtrack. Auf jeden Fall eine große Empfehlung!)

The American Barbecue Showdown – Staffel 1 (Grillfans aufgepasst! Eine tolle Grillchallengeserie nach dem Prinzip der typischen Kochwettbewerbe. Nichts für Vegetarier und wahrscheinlich auch mit wenig Nachkockpotenzial, aber spannend und mit tollen Kandidaten)

Binge Reloaded – Staffel 1 (Für mich war das Prinzip der Serie, dass sie wie Switch Reloaded sind, nur eben diesmal die Serien aufs Korn nehmen, statt der Fernsehformate. Leider sind es trotzdem ca. 2/3 Fernsehformate. Dadurch auch nur wenig lustig. Nur vereinzelte Ideen zünden wirklich. Daher eher ein Flop)

The Chef Show – Staffel 1 Ausgabe 3 (Die Serie bleibt sich auch in der dritten Ausgabe treu, wird dabei aber langsam aber sicher ein bisschen monoton. Ob ich die zweite Staffel auch noch schaue, kann ich noch nicht sagen)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 10
Seiten gesamt: 3.690
Seiten pro Tag: 119 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 3
Taschenbuch: 5
E-Book: 1
Manga: 1

Der Tod ist ein Tänzer*: Berlin 1926. Tristan Nowak erhält den Auftrag die Sängerin Josephine Baker bei ihren Auftritten in Berlin zu schützen, da es aufgrund ihrer Hautfarbe viele Anfeindungen gibt. Zeitgleich wird eine neue Gruppierung in Berlin laut, die mit einem Anschlag auf Josephine und ihre Revue das Land auf neuen Kurs bringen will. – Zu viele Handlungswiederholungen, die Charaktere drehen sich im Kreis und auch hinten heraus, wird das Buch einfach viel zu lang gezogen. Auch wenn es gut recherchierrt ist, kann es im gesamten doch nicht überzeugen. – [Werbung|Leseexemplar]

Klima**: Fünf Anschläge wurden in den USA verübt. Alle Ziele haben eins gemeinsam: Sie schaden im großen Stil der Umwelt. „Green Man“, wie er genannt wird, will anscheinend auf Umweltverschmutzung und den Klimawandel aufmerksam machen, aber seine Anschläge haben auch zivile Opfer. Tom Smith ist neu beim FBI und in der Green Man-Taskforce eingeteilt. Während er Hinweise findet, die andere übersehen haben, kämpft er aber auch mit seinem Gewissen. Will er den Mann aufhalten, der vielleicht die Welt retten könnte? – Ein spannender und packender Thriller, der die großen Themen anfasst und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Ledigliche kleine Kritikpunkte sind zu finden. [Werbung|Rezensensionsexemplar]

The Secret Book Club 2 – Die Liebesroman-Mission: Braden Mack ist der typische Charmeur und nutzt sein Wissen aus Liebesromanen, um bei Frauen zu landen. Nur bei Liz beißt er sich die Zähne aus. Doch als sie gefeuert wird, weil sie etwas gesehen hat, was sie nicht sehen sollte, muss sie sich ausgerechnet an Braden wenden. – Der zweite Band kann mit einer ganz neuen Erzählweise punkten und ist zugleich spannend und dramatisch. Vor allem die Charaktere machen das Buch wieder außergewöhnlich. Dennoch mochte ich die Prämisse des ersten Bandes ein bisschen mehr.

Von Flusshexen und Meerjungfrauen: Eine Märchenanthologie rund um das Thema Wasser. Von Adaptionen der kleinen Meerjungfrau, über japanische Kappas, bis zu gewaltigen Wasserdrachen. Hier ist einfach alles vertreten. – Eine tolle Sammlung von Kurzgeschichten, wo für jeden die passende dabei ist. Jede*r Autor*in schafft es hier seiner*ihrer Geschichte einen ganz eigenen und besonderen Stempel aufzudrücken.

Seven Sins 2 – Stolze Seele: Avery ist Nox ins Feensreich gefolgt. Hier soll die erste Prüfung stattfinden. Doch zunächst steht für Avery etwas viel wichtigeres auf den Plan: Nicht sterben. Denn für Menschen lauern im Feenreich hinter jeder Ecken Gefahren. – Der zweite Band bietet nach dem sehr ausführlichen Einleitungsband endlich ein bisschen Spannung. Doch auch hier wird die Handlung über weite Teile gestreckt. Dennoch bekommt man gerade gegen Ende Lust auf die Folgebände.

My roommate is a cat 2: Thrillerautor Subaru hat sich langsam an seine fellige Mitbewohnerin gewöhnt. Doch seine Sozialphobie macht es ihm immer noch schwer ganz normale Tätigkeiten auszuführen. Doch zusammen mit Haru meistert er auch das. – Der zweite Teil führt die angesprochenen Probleme weiter und erzählt abwechselns aus Autoren- und aus Katzensicht. Es ist einfach nur supersüß.

Die Schönheit der Begegnung: Autor Frank Berzbach erzählt wie er seine Freundin kennengelernt hat. Und zwar in 32 Variationen und am Ende weiß man nicht, welche die richtige ist. Doch eins eint sie alle: Sie feiern die Begegnung und den Prozess des Verliebens. – Wunderschöne Geschichten und doch alle sehr verschieden. Ein Buch perfekt für Frühlingsgefühle.

Die Göttinen von Otera 1 – Golden wie Blut: In Otera werden Frauen unterdrückt. Doch sollten sie golden bluten, so werden sie als Dämonen verdammt und zum Tode verurteilt. So ereilt es auch Deka, doch ein Dekret vom Kaiser rettet sie. Statt hingerichtet zu werden, soll sie nun einer Armee aus ihresgleichen beitreten. Dabei erfährt sie jedoch einiges und muss langsam aber sicher ihre Stellung als Frau in Frage stellen. – Ich mochte die Geschichte, ich mochte die angesprochenen Themen, ich mochte die Welt bzw. die Konflikte. Dennoch fiel es mir schwer das Buch zu lesen. Vor allem die vielen Zeitsprünge und dass in einzelne Szenen nur kurz reingesprungen wird und man danach wieder viel weiter in der Handlung ist, war einfach nicht mein Erzählstil. Aber ich möchte wissen, wie es weitergeht und werde daher wohl auch die Folgebände noch lesen.

Beatsoul 1 – Sternenlicht: Finya erfährt, dass sie eine Beasttamerin ist und daher fortan in Nebula Asteri auf die Schule gehen wird. Zusammen mit Leonel ihrem Partner soll sie ihre elementaren Fähigkeiten kontrollieren lernen. Doch Leonel denkt gar nicht daran, mit ihr zusammen zu arbeiten. Doch mit ihren Freunden versucht sie trotzdem irgendwie das Schuljahr zu meistern. – Auch hier mochte ich die Idee, die Geschichte und eigentlich auch den Schreibstil. Nur mit dem Erzählstil hatte ich wieder Probleme. Finya war mir einfach zu naiv dargestellt und kam mir wie eine zwölfjährige vor, soll im Buch aber bereits 17 sein. Also eine tolle Geschichte mit leider sichtbaren Schwächen.

Hinter der blauen Tür: Lukasz wird nach einem Unfall zu seiner Tante geschickt. Diese besitzt an der polnischen Küste eine etwas heruntergekommende Pension. Lukasz ist alles andere als begeistert, aber nachdem er hinter seiner blauen Zimmertür eine fremde Welt entdeckt, scheint sein neues Leben doch noch spannend zu werden. – Ein polnischer Kinderbuchklassiker, der einzig an der Auflösung am Ende und vereinzelter ungeklärter Handlungsstränge scheitert. Ansonsten funktioniert das Buch wunderbar.

Was waren eue Highlights im März?

 

Eine Handvoll Bücher – 2/21

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: befreiter Atmung, einem Starbucksbecher, einer Adaption vom Schwanensee, Berlin in den 1920er Jahren und einer Märchenanthologie im Wasser.

Wie die Luft zum atmen

Die Handlung: Liz kehrt nach dem Tod ihres Mannes mit ihrer Tochter in ihr Haus zurück. Doch der Verlust ist noch immer sehr präsent. Dann taucht auch noch Tristan Cole als ihr neuer Nachbar auf, vor dem sie alle warnen. Doch Liz schafft es hinter seine Fassade zu blicken und erkennt, dass er den gleichen Schmerz erleidet, wie sie. Und auf einmal kann sie in seiner Nähe endlich wieder atmen.

Meine Meinung: Zuvor hatte ich schon vieles von Brittany C. Cherry gehört, aber noch nichts von ihr gelesen. Um diese Reihe bin ich schon länger herumgeschlichen, vor allem, weil mir die Titel gut gefallen haben, aber bisher hatte ich mich noch nicht überwunden. Nach dem Lesen weiß ich ehrlich gesagt auch noch nicht so recht, was ich vom Buch halten soll. Aber fangen wir mal ganz vorne an. Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, er ist flüssig zu lesen und sie beschreibt die Gefühle der Protagonisten sehr gefühlvoll. Der Verlust geliebter Menschen ist mir bisher – zum Glück! – erspart geblieben und doch konnte ich mich durch die Beschreibungen sofort in die Trauerarbeit einfühlen. Die Liebesgeschichte konnte mich dann auch mitreißen und ich habe  das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Was mich dann aber doch ein wenig gestört hat, ist diese Stadt mit ihren kleinkarierten Bewohnern. Da wäre ich schon lange weggezogen. Aber was mich wirklich gestört hat, war die Auflösung des ganzen am Ende. Das war einfach viel zu überzogen und ging beinahe in den Psychothriller über. Das passte gar nicht mehr zu der sehr ruhigen und bedachten Geschichte über Trauer und eine neue Liebe. Das hätte man sich echt sparen können und ein schönes rundes Ende finden können. Aber nun gut. Ich werde wohl definitiv noch mehr von der Autorin lesen und hoffen, dass die nächsten Bände ein besseres Ende haben.

Ich bin Linus

Die Handlung: Linus Giese ist trans. Das dies in der aktuellen Gesellschaft noch immer nicht leicht ist, aber sein sollte, nimmt Linus uns hier mit auf seine ganz eigene Reise, um Vorteile abzubauen und den Weg ein Stück weit zu ebnen, für eine Gesellschaft in der trans sein, ganz normal ist.

Meine Meinung: Lest dieses Buch! Muss ich noch mehr sagen? Na gut: Als dieses Buch angekündigt wurde, stand für mich fest, dass ich es lesen wollte. Denn auch wenn ich mich sehr weltoffen fühle und mich aktiv für Rechte der LGTBQIA+ Community einsetze, merke ich auch bei mir noch gewisse Denkmuster. Um diese weiter abzubauen, bzw. umzudenken, hilft das Buch wahnsinnig, weil es einfach zum überdenken anregt. Zum Beispiel, dass wir bei Babys automatisch anhand der äußeren Geschlechtsmerkmale auf das Geschlecht tippen. Wichtig zu sagen, was er auch mehrfach erwähnt, ist, dass es sich nur um seine Meinung handelt und seine Erfahrungen und das diese nicht allgemeintauglich auf alle trans Menschen anwendbar sind. Aber immerhin ein Anfang, um einfach Barrieren abzubauen, die gar nicht da sein müssten. Dabei ist das Buch in sinnvolle Abschnitte gegliedert. Erfahrungen und Denkanstöße wechseln sich hier ab. Kurzum: Es lohnt sich das Buch zu lesen!

Schwanenfeuer

Die Handlung: Der junge Jäger Ayden wird vom König geschickt, ihm einen Vogel zu schießen. Doch das ist um diese Jahreszeit gar nicht so einfach. Umso erleichterter ist Ayden als er an einem See einen wunderschönen Schwan findet. Dieser ist jedoch kurz darauf verschwunden und er findet die verwundete Estelle. Schnell kommt er hinter ihr Geheimnis. Sie ist verflucht worden und am Tag ein Schwan und nur in der Nacht in ihrer menschlichen Gestalt. Lediglich ein Stück Papier mit einem Rätsel drauf, kann ihr helfen, den Fluch zu lösen. Ayden bietet seine Hilfe an und kurz darauf sind beide mitten im Abenteuer.

Meine Meinung: Auf Autorin Regina Meißner bin ich tatsächlich über Instragram gestoßen. Ihr Account fiel mir durch ihren süßen Grogu („Baby-Yoda“) auf. Mit Schwanenfeuer habe ich zum ersten Mal etwas von der Autorin gelesen, zumal mich die Idee, das Schwanensee Märchen zu adaptieren, sofort angesprochen hat. Gestrauchelt bin ich dann allerdings über ihren Erzählstil und auch ein wenig über ihren Schreibstil. Ich würde ihn jetzt nicht sofort als schlecht bezeichnen, aber er ist sehr gewöhnungsbedürftig. Woran das genau liegt, ist schwer festzumachen, mir war die Geschichte grundsätzlich ein wenig „zu einfach“ aufgebaut. Ayden findet Estelle und will ihr natürlich sofort helfen, egal, wie abweisend sie ist, und natürlich hat er sofort einen Ansatz auf ihr Rätsel. Die Abenteuer, die danach folgen sind dann teilweise wieder spannend, aber es war auch viel Füllmaterial dazwischen. Dennoch ist es Frau Meißner gelungen mich so sehr in die Geschichte hineinzuziehen, dass ich auf das Schicksal ihrer Schwestern – ebenfalls verflucht – gespannt bin und wohl noch mindestens ein weiteres Buch der Reihe lesen werde.

Der Tod ist ein Tänzer*

Die Handlung: Berlin 1926. Tristan Nowak erhält den Auftrag die Sängerin Josephine Baker bei ihren Auftritten in Berlin zu schützen, da es aufgrund ihrer Hautfarbe viele Anfeindungen gibt. Tristan ist davon wenig begeistert, versucht er doch noch immer die Nachwirkungen des Kriegs zu verdauen. Zeitgleich wird eine neue Gruppierung in Berlin laut, die mit einem Anschlag auf Josephine und ihre Revue das Land auf neuen Kurs bringen will. Schon bald ist Tristan mitten in einer Verschwörung und versucht diese zu verhindern.

Meine Meinung: Der Tod ist ein Tänzer ist der erste Teil der Schwarzen Venus Reihe rund um Josephine Baker. Mit knapp 500 Seiten ist es aber eindeutig zu lang, für die Geschichte, die erzählt wird. So kommt es permanent zu Wiederholungen, die Figuren drehen sich im Kreis und immer wenn man denkt, schlimmer geht es nicht mehr, holt Autorin Veronica Rusch von irgendwo noch einen Hammer her. Hier zeigt sich, dass manchmal eben weniger doch mehr ist. So fühlt sich die Geschichte völlig überladen an und zieht sich doch nur, weil die Spannung nicht richtig aufgebaut wird, weil halt permanent irgendwas passiert. Grundsätzlich bin ich auch einfach nicht die Zielgruppe des Buches. Die aufkommenden Nazibewegungen waren für mich schwer zu greifen. Hier kann man der Autorin allerdings keinen Vorwurf machen. Ihre Recherchearbeit hat sich ausführlich erledigt und schafft es die Stimmung der Zeit gut einzufangen und wiederzugeben. Ein paar weniger Charaktere, ein paar weniger überflüssige Handlungselemente und nach dem ersten großen Knall das Buch vielleicht einfach ausklingen lassen, hätte dem Ganzen durchaus gut getan. So wirkt es einfach nicht rund.

Von Flusshexen und Meerjungfrauen

Die Handlung: Eine Märchenanthologie rund um das Thema Wasser. Von Adaptionen der kleinen Meerjungfrau, über japanische Kappas, bis zu gewaltigen Wasserdrachen. Hier ist einfach alles vertreten.

Meine Meinung: Dies war meine erste Märchenanthologie aus dem Drachenmond-Verlag, aber bestimmt nicht meine letzte. Herausgeber Christian Handel versammelt einige mir bekannte Autoren, aber auch mir (noch) völlig unbekannte. Dabei hatte jeder seine ganz eigene Herangehensweise an das Thema Wasser. Wenn es hier etwas gab, dann Abwechslung. Und auch, wenn mir nicht jede Geschichte zugesagt hat, so waren es eben doch Kurzgeschichten, so dass man nie lange in einer Geschichte „festhing“. Auf jeden Fall ein guter Weg, um neue Autoren zu entdecken, und einfach Abwechslungsreich in verschiedene Märchen abzudriften. Die bisher erschienen Märchenanthologien dürfen bestimmt auch bald bei mir einziehen.

Habt ihr eins oder mehrere der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?

*Der Tod ist ein Tänzer wurde mir von Jellybook im Zusammenarbeit mit dem Verlag im Rahmen einer Testleseaktion kostenfrei zu Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag daher als Werbung!

Mein Jahresrückblick 2020 – #2 – Bücher

Wenn ich den einen großen Gewinner meines medialen Konsums nennen müsste, der 2020 davon profitierte, dass die Kinos teilweise geschlossen waren und das ich mich noch immer teilweise in Kurzarbeit befinde, dann war es wohl mein Buchkonsum. Die Buchhandlung meines Vertrauens dürfte es gefreut haben, kam ich doch regelmäßig mit meinem neuen Wunschzettel angerannt. Und so kann ich euch stolz mein Lesejahr präsentieren:

Bücher insgesamt: 88 (2019= 56)
Seiten gesamt: 35.477 (2019=20.512)
Seiten pro Tag: 97 im Durchschnitt (2019=58)
Gebunden Bücher: 15
Taschenbücher: 56
E-Books: 9
Manga/Comic/Graphic Novel: 5
Hörbücher: 3

I. Wiederholungstäter

2020 habe ich bei drei Büchern den Staub weggepustet und sie noch einmal gelesen – ohne Ranking:

1) Harry Potter und der Orden des Phönix
2) Harry Potter und der Halbblutprinz
3) Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

II. Manga/Comic/Graphic Novel

2020 habe ich fünf „Bilderbücher“ gelesen – ohne Ranking:

1) Death Note – Band 1-2
2) Harleen – Band 1-3

III. Liste der Schande

2020 habe ich 11 Bücher aus dem Bereich Klassiker gelesen. Dabei habe ich die Definition Klassiker bewusst weitläufig gehalten. Wer sich an dem Begriff stört, soll es einfach als Werke von meiner Liste der Schande ansehen – im Ranking:

Platz 11: Sturmhöhe – Emily Bronte

Der junge Lockwood pachtet Trushcross Grange. Bei seinem Antrittsbesuch auf Wuthering Heights trifft er den unsympathischen Heathcliff. Zurück in der Grange bittet er seine Haushälterin ihm die Geschichte der beiden Familien Earnshaw mit ihrem Findelkind Heathcliff und Familie Linton zu erzählen. – Wieder ein Klassiker auf meiner Liste der Schande abgearbeitet. Leider war in diesem Werk kein einziger Charakter wirklich sympathisch und so war es etwas schwer dem Buch bis zum Ende zu folgen.

Platz 10: Puh der Bär – A. A. Milne

Die Gesamtausgabe enthält Puh der Bär und Puh baut ein Haus. Winnie Puh ist auch so eine Figur aus meiner Kindheit, die mich noch immer begleitet. Die Originalvorlage fand ich dann aber doch etwas anstrengend geschrieben und A.A. Milne misst sich wohl mit Tolkien um die Anzahl der meisten Lieder. Dennoch sind es irgendwo die Geschichten, die ich seit meiner Kindheit kannte.

Platz 9: Die großen Vier – Agatha Christie

Agatha Christie erschuf für Hercule Poirot einen unschlagbaren, großen und einflussreichen Gegner. Herausgekommen ist ein Wirrwarr aus Einzelteilen, die irgendwann zu einer Geschichte verschmelzen, aber so gar nicht zu den bisherigen Werken der Autorin passen wollen.

Platz 8: Frankenstein – Mary Shelley

Die Geschichte von Victor Frankenstein, der Leben erschuf und sich dann vor seiner Kreatur fürchtete. Diese wiederum lebt in Einsamkeit. – Wer ist das Monster? Eine der zentralen Fragen des Buches. Wer sich hier auf die Verfilmungen versteift, wird wohl enttäuscht und ganz ausgereift ist die Geschichte auch nicht, aber dennoch voller Denkanstöße.

Platz 7: James Bond 2: Leben & Sterben lassen – Ian Fleming

007 wird in die USA gerufen. Mr. Big, ein Drogenbaron, soll endlich gestellt werden. Die Jagd führt Bond bis Jamaika. Der zweite Band der 007 Reihe ist weitaus spannender als Casino Royal, zieht sich streckenweise dennoch.

Platz 6: Sherlock Holmes: Das Zeichen der Vier – Arthur Conan Doyle

Sherlock Holmes kriegt seinen zweiten Fall. Ein Erbe scheint unterschlagen zu sein, ein Schatz wird gefunden und eine Jagd auf der Themse steht bevor. Der zweite Roman rund um den berühmten Detektiv stellt Detektiv und Leser wieder vor viele Rätsel, bleibt aber im Gegensatz zum ersten (Eine Studie in Scharlachrot) diesmal an den Charakteren.

Platz 5: Der geheime Garten – Frances Hodgson Burnett

Mary Lennox entstammt einer britischen Familie, die in Indien lebt. Nach dem Tod der Eltern reist sie zu ihrem Onkel auf ein alten britisches Anwesen. Sie kann sich nur schwer an ihr neues Leben gewöhnen, bis sie den Schlüssel zu einem geheimen Garten findet. – Pünktlich zum Kinostart habe ich auch die Buchvorlage gelesen. Ich wusste, dass ich es vor vielen Jahren schon einmal gelesen hatte, aber nicht mehr worum es genau ging. Das Buch ist sehr nüchtern geschrieben, aber die beschriebene Geschichte ist trotzdem sehr toll, auch wenn die Magie hier eher im Kopf der Kinder stattfindet.

Platz 4: Momo – Michael Ende

Momo ist ein kleines Mädchen, dass zwar ein Sonderling ist, aber dennoch überall beliebt. Doch als die grauen Herren in die Stadt kommen und den Menschen die Zeit stehlen, ist es an Momo den Herren Einhalt zu gebieten. – Erneut eine tolle Geschichte von Michael Ende, die gleichzeitig tolles Kinderbuch ist und doch so viel Wahres enthält.

Platz 3: Der blaue Express – Agatha Christie

Auf dem legendären blauen Express wird eine Millionärserbin ermordet und sehr wertvolle Diamanten sind gestohlen. Hercule Poirot nimmt sich dem Fall an und lässt sich von der einfachsten Lösung nicht beeindrucken. – Bisher eine der stärksten Geschichten, vor allem weil es aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt wurde und sich nicht an einen Erzähler klammert.

Platz 2: Wer die Nachtigall stört – Harper Lee

Dieser Klassiker führt den Leser in die 1930er Jahre in den Südstaaten. Die Kinder Jem und Scout des Rechtsanwalts Atticus Finch werden mit dem Rassismus ihrer Stadt konfrontiert. – Berührend, tiefgründig und doch verständlich für alle Altersgruppen geschrieben.

Platz 1: Dracula – Bram Stoker

Der Anwalt Jonathan Harker reist nach Transilvanien um dort Graf Dracula zu treffen und einige geschäftliche Dinge zu besprechen. Doch bald entdeckt er das Grauen versteckt hinter den Mauern. Und nicht nur das, der Graf hat es auf seine Heimat London abgesehen. – Nachdem man sich durch den Anfang ein wenig durchgequält hat, konnte mich die Geschichte schnell in den Bann ziehen.

IV. Multiple Bände

2020 habe ich 41 Bücher, die zu einer Reihe gehören oder von denen es Folgebände gibt, gelesen. Der Einfachheit habe ich zusammengehörende Bände unter einem Platz zusammengefasst – im Ranking:

Platz 28: Bookless 2: Gesponnen aus Gefühlen – Mara Woolf

Lucy wurde von Nathan aus dem Feuer der Bibliothek gerettet. Nur um sich kurz darauf in den Fängen von Nathans Onkel Batiste de Tremaine zu befinden. Der oberste Perfecti des Ordens, die Bücher auslesen, um sie „zu beschützen“, hat Pläne mit der Hüterin Lucy. Nathan will diese jedoch nicht zulassen und befreit Lucy aus den Fängen seines Onkels. Ein Katz und Maus Spiel beginnt. – Langatmiger Mittelband, dessen Handlung sich immer wieder im Kreis dreht und am Anfang und Ende am gleichen Punkt ist. Hier muss mit Bank 3 nun noch ein Knaller kommen.

Platz 27: Das gestohlene Herz der Anderswelt – Sandra Regnier

Allison scheint hinter der Regenpforte festzusitzen, nachdem Finn sie dort gerade noch absetzen konnte. Doch die Anderswelt ist noch immer in Gefahr. – Nach langer Wartezeit und mehrmaligem Verschieben des Veröffentlichungstermins, gab es nun endlich Nachschub für den Pan-Spin Off. Leider wurde hier eher verzweifelt versucht zu einem Ende zu kommen und so kann das Buch nicht mehr an den ersten Teil und schon gar nicht an der Ausgangstrilogie heranreichen.

Platz 26: Dreams of Gods and Monsters – Laini Taylor

Die finale Schlacht um Eretz steht bevor, Seraphim und Chimären müssen sich zusammen gegen das Heer der Dominion stellen. Denn diesmal geht es nicht nur um Eretz, sondern auch um unsere Welt. Der finale Band der Zwischen den Welten Reihe staubte jetzt lange bei mir ein, nachdem ich es nach gut 200 Seiten nicht mehr ertragen habe. Stückchenweise konnte ich es jetzt doch beenden. Letztlich nimmt es sich die Zeit wirklich alles zu einem Ende zu bringen.

Platz 25: Erbarmen – Jussi Adler Olsen

Carl Mørck ist Ermittler bei der Kopenhagener Polizei. Er bekommt das von der Regierung geforderte Sonderdezenat Q, das sich mit unaufgeklärten Fällen befassen soll, zugeteilt.  Er holt sich noch einen Angestellten. Hafez el-Assad ist Syrer und sollte eigentlich nur für die Reinigung zuständig sein, doch hängt er sich gerne in die Fälle rein. So auch in den der verschwundenen Merete Lynggaard, einer Politikerin. Während Carl am Anfang wenig Lust hat, wirklich zu arbeiten, stellt er doch bald fest, dass bei der damaligen Ermittlung Spuren nicht genauer verfolgt wurden. – Nach langer Zeit mal wieder ein Krimi. Leider war mir der Ermittler nicht wirklich sympathisch und der Fall wirkte stark gestreckt. Ist wohl einfach wirklich nicht mehr mein Genre.

Platz 24: Ivy Years 5: Bis wir uns finden

Der inzwischen fünfte Teil der Ivy-Years-Reihe befasst sich mit Schauspielerin Lianne, die sich in DJ Trevi verliebt hat. Doch dieser hat aktuell ein ganz anderes Problem und kann sich nicht auf eine Beziehung einlassen. In den vorherigen Bänden hat es sich schon angekündigt, aber Autorin Sarina Bowen ist nun endgültig die Puste ausgegangen. So zieht sich die Geschichte ewig und Spannung kommt keine mehr auf.

Platz 23: OMG – Diese Aisling – Sarah Breen & Emer McLysaght

Aisling ist eigentlich sehr glücklich mit John, doch dieser kann sich einfach nicht dazu durchringen ihr einen Antrag zu machen. Also trennt sie sich kurzerhand und zieht endlich von zu Hause aus. Doch mit ihrer Kollegin und jetzt auch Mitbewohnerin Sadhbh gibt es immer etwas zu erleben. – Man muss Aisling mögen und ihre Taten nachvollziehen können, um das Buch zu mögen. Und gerade das klappt bei mir nur bedingt. Grundsätzlich ein tolles Buch mit viel Fernweh nach Irland, aber irgendwo ist die Gesamtgeschichte nicht ganz ausgereift.

Platz 22: Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv – Jodi Taylor

Madleine „Max“ Maxwell bekommt nach ihrem Studium der Archäologie einen Job im St. Marys Institut. Doch dort wird nicht einfach nur in der Geschichte geforscht, sondern sie wird erlebt. Mit Hilfe von Zeitreisen erleben die Historiker die Geschichte am eigenen Leib. Doch zuvor muss Max die Aufnahme überleben. – Spannende Geschichte, tolle Ideen, flüssiger Schreibstil, aber ein absolut grauenhafter Erzählstil. So ist die Geschichte viel zu vollgepackt mit hochdramatischen und spannenden Ereignissen, die aber wie kleine Nebensachen erzählt werden. So ist die Geschichte zu voll. Sehr schade, denn das Potential war hier sehr hoch.

Platz 21: Angelfall 3: Am Ende der Welt – Susan Ee

Der finale Kampf Menschen gegen Engel steht bevor. Doch um dafür gerüstet zu sein müssen Penryn und Raffe bis in die Hölle hinabsteigen. Gelungener Abschluss einer größtenteils spannenden Reihe, man sollte den dritten Teil jedoch zeitnah zum zweiten lesen, da man sonst am Anfang nicht mehr mitkommt.

Platz 20: Breathless: Gefährliches Verlangen | Geheime Lust | Verheißungsvolle Sehnsucht – Maya Banks

Die Geschäftspartner Gabe, Jace und Ash teilen nicht nur den Vorsitz in ihrer Firma, sondern auch ähnliche sexuelle Vorlieben. In jedem Band darf ein anderer Herr seine Angebetete finden. Doch ihre Ansprüche sind nicht für jede etwas. – Heiß, erotisch und das alles mit dem ständigen Einverständnis der Damen. Zwischendurch vielleicht etwas zu lang, einige Wiederholungen und einige Klischees, aber grundsätzlich doch gut durchdacht und spannend.

Platz 19: Obisian | Onyx | Opal – Jennifer L. Armentrout

Katy zieht nach dem Tod ihres Vaters um. Da ihre Mutter viel im Krankenhaus arbeitet, will sie sich mit den Nachbarn anfreunden. Während Dee davon völlig begeistert ist, ist Damon eher abweisend. Doch es scheint mehr dahinter zu stecken und Katy steckt schnell in Verwicklungen, die sie nicht vorhersehen konnte. – Die beiden Auftaktbände der fünfteiligen Reihe ließ mich am Anfang eher zweifelnd zurück, entwickelte sich dann jedoch in eine gute Richtung. Zeitweise war es schwer, die Bücher überhaupt aus der Hand zu legen. Der dritte zog sich dann wieder ganz schön und schien sich zwischenzeitlich im Kreis zu drehen.

Platz 18: Kiss me never* | Hold me tonight – Lana Rotaru

Amanda ist sich sicher. Ihr Bruder Andrew ist nicht bei einem Unfall gestorben, sondern ermordet worden. Und seine beiden besten Freunde Van und Dante haben etwas damit zu tun. Um das zu beweisen, versucht sie hinter die Geheimnisse der Zetas zu kommen. Dabei kommt sie Dante ungewollt näher. – Der Auftakt der vierteiligen Serie hatte leider wenig eigene Handlung, sondern viele Hinleitungen auf später. Funktioniert nicht als alleinstehendes Buch. [Werbung]. Der zweite Band hingegen schafffte es dann einige Fragen aufzuklären und wurde am Ende richtig spannend.

Platz 17: Seven Sins 1: Hochmütiges Herz – Lana Rotaru

An ihrem 18. Geburtstag taucht in Averys Leben der Dämon Nox auf. Denn vor vielen Jahren hat ihr Vater ihre Seele an den Teufel verkauft. Doch ihr bester Freund Adam erzählt ihr von der Prüfung der sieben Todsünden, die sie bestehen kann, um ihre Seele zurückzuerhalten. Denn Adam ist eigentlich ein Engel. Zusammen versuchen nun Mensch, Engel und Teufel die Prüfungen zu überleben. – Der Auftakt einer Fantasyreihe. Die ersten beiden Bände hatte die Autorin bereits im Selfpublishing veröffentlicht, nun in überarbeiteter Form beim Impress-Verlag erschienen. Wirkt auch hier wie eine etwas zu lange Einleitung für das Kommende. Dennoch bin ich gespannt, weil ich die Reihe schon im Selfpublishing verfolgt hatte.

Platz 16: Percy Jackson: Diebe im Olymp | Im Bann des Zyklopen – Rick Riordan

Percy Jackson dachte eigentlich, dass er ein ganz normaler Junge sei mit Legasthenie. Bis sein bester Freund Grover und seine Mutter verzweifelt versuchen ihn ins Camp Half-Blood zu schicken. Dort erfährt er, dass sein Vater der griechische Gott Poseidon ist und das ein Krieg zwischen den Göttern bevorsteht. Ein Krieg, den Percy verhindern soll. – Auch wenn mir die Reihe schon vielfach empfohlen wurde, hatte ich mich bisher nicht herangewagt. Nun war es soweit. Und ja, mein erstes Eintauchen in das Leben der Halbblüter war ganz interessant, aber irgendwie nicht das Wow, das ich erwartet hatte, vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch. Der zweite Teil schließt ans gleiche Niveau an.

Platz 15: Mara und der Feuerbringer – Tommy Krappweis

Der Auftakt einer Fantasy-Trilogie ebenfalls von Tommy Krappweis stellt uns die 14-jährige Mara vor, die eigentlich gerne völlig normal wäre, aber herausfindet, dass sie die Götterdämmerung aufhalten muss. Spannender Ausflug in die germanische Mythologie.

Platz 14: Ghostsitter 3: Zombie Party – Tommy Krappweis

Auch im dritten Band hat Tom wieder alle Hände voll zu tun, um die Geisterbahn mit den echten Monstern unter Kontrolle zu halten. Tommy Krappweis schafft es auch hier wieder den lockeren, witzigen Schreibstil beizubehalten und schafft so ein weiteres Werk für Groß und Klein.

Platz 13: Dream Again – Mona Kasten

Der fünfte Band der Again-Reihe von Mona Karsten nimmt sich diesmal der Geschichte von Blake an. Denn seine Ex-Freundin Jude ist wieder in der Stadt und sucht Unterschlupf bei ihrem Bruder Ezra, Blakes Mitbewohner. Judes Karriere in Hollywood ist gescheitert und nun versucht sie wieder auf die Beine zu kommen. Kann Blake ihr verzeihen? – Der fünfte und bisher letzte Band der Reihe kommt wieder mit einer schönen Geschichte daher, tollen Charakteren, aber nicht mehr dem gleichen Feuer, wie noch am Anfang.

Platz 12: Illuminae – Die Illuminae-Akten 1 – Jay Kristoff & Amie Kaufman

Nach dem Anschlag auf ihren Planeten finden sich Ezra und Kady auf unterschiedlichen Schiffen wieder auf dem Weg zur Rettungsstation. doch sie werden noch immer von der feindlichen Flotte verfolgt und auch intern gibt es einige schwerwiegende Probleme. – Dieses Buch ist alles, nur nicht gewöhnlich. Denn es ist nicht linear geschrieben, sondern beinhaltet diverse Chatverläuft, Protokolle, Übersichtspläne, Berichte und andere Arten der Aufzeichnung. Es liest sich daher eher wie ein Film als ein Buch. Und ist dabei auch noch unfassbar spannend!

Platz 11: Die Flüsse von London – Ben Aaronovitch

Police Constable Peter Grant trifft bei einer Mordermittlung auf einen Geist. Kurz darauf wird er in eine andere Abteilung versetzt, die sich genau auf solche Fälle spezialisiert hat. – Ein spannender Krimi der ganz anderen Art, wunderbar gelesen von Dietmar Wunder.

Platz 10: Die Chroniken von Alice 1 – Finsternis im Wunderland – Christina Henry

Alice ist in einer Irrenanstalt, da alle glauben, dass sie sich die Geschichte mit dem Kaninchen nur ausgedacht hat. Nur ihr Zellennachbar Hatter glaubt ihr. Bei einem Brand in der Anstalt können sie fliehen. Und auf einmal muss Alice feststellen, dass ihre Erinnerung echt ist, – Diese horrormäßige Adaption der Alice im Wunderlandgeschichte ist voller guter Ideen, passenden Bezugspunkten und doch in vielerlei Sinne absolut abschreckend. Eine spannende Geschichte!

Platz 9: Die Tribute von Panem X – Suzanne Collins

Bei den 10. Hungerspielen soll es erstmals Mentoren geben und zwar Schüler aus dem Kapitol. Einer davon ist Coriolanus Snow, der spätere Präsident. Doch ausgerechnet er bekommt das Mädchen aus Distrikt 12 als Tribut. Wie soll er es schaffen ihr das Überleben und sich selbst den Sieg zu sichern? – Hätte es diese Vorgeschichte gebraucht? Vermutlich nicht. Dennoch ist sie größtenteils spannend, bringt interessante Einblicke in das Denken von Snow und den Alltag des Kapitols, sowie die Anfänge der Hungerspiele.

Platz 8: Wie Blut so rot – Marissa Meyer

Cyborg Cinder hat entdeckt, dass sie die Erbin von Luna ist und deswegen vor vielen Jahren aus dem Weg geräumt werden sollte. Gleichzeitig sucht Scarlet in Südfrankreich nach ihrer Grandmere. Dabei begegnet sie dem Widerstandskämpfer Wolf. – Der zweite Teil der Luna Chroniken war sogar noch ein bisschen spannender als der erste Teil, vielleicht weil mir die Geschichte um Scarlet und Wolf mehr zusagte.

Platz 7: Crazy, Sexy, Love | Dirty, Sexy, Love | Naughty, Sexy, Love – Kylie Scott

Nach der Rockstar-Reihe kehren wir in das beschauliche Ort Core d’Alene ein und treffen hier in der Dive Bar auf Vaughan, Eric und Joe. Alle haben so ihre Probleme und dann tauchen auch noch die Damen auf, die den dreien ordentlich den Kopf verdrehen.  – Ein toller Ableger einer noch tolleren Reihe (Rockstar-Reihe). Gerade der erste Teil war richtig gut, der zweite war noch gut, der dritte eher okay.

Platz 6: Talus – Liza Grimm

Erin ist Guide in Edinburgh. Ihre Spezialität sind Gruselführungen, zumal sie an Magie glaubt. Bis sie erkennt, dass es Magie wirklich gibt und schon ist sie mittendrin im Abenteuer. – Liza Grimm schafft es spielerisch den Leser in ihre neue magische Welt unter Edinburgh zu ziehen und zu faszinieren.

Platz 5: Someone New | Someone Else | Someone to stay – Laura Kneidl

Micah zieht zum studieren aus ihrem Elternhaus aus. Dabei trifft sie in der Nachbar-WG auf Julien. Doch dieser scheint ein Geheimnis zu haben und zieht sich immer wieder vor ihr zurück. Im zweiten Band geht es um Juliens Mitbewohner Auri und Cassie, die vielleicht etwas mehr sind als nur beste Freunde. Im dritten Teil treffen dann Aliza und Lucien aufeinander, die alles haben, nur keine Zeit für eine Beziehung. – Eine absolut tolle Reihe! Hier werden so viele wichtige Themen verarbeitet aus den Bereichen LGBTQIA+, Rassismus, Sexismus, einfach alles. Und nebenbei sind es auch einfach tolle Liebesgeschichten.

Platz 4: The Secret Book Club – Lyssa Kay Adams

Gavins Ehe ist am Ende, denn seine Frau Thea will die Scheidung. Doch dann sammeln ihn seine Freunde ein und erzählen ihm von ihrem Buchclub. Dort lesen sie bewusst Liebesromane, um Tipps zu finden und Frauen besser zu verstehen. – Eine tolle Idee und eine tolle Umsetzung. Kein verträumtes Liebesgedusel, sondern ehrliche Überlegungen, was wir aus Liebesromanen lernen können und wie Beziehungen wirklich funktionieren. Absolute Empfehlung!

Platz 3: Truly – Ava Reed

Nach dem Tod ihrer Mutter kommt Andy endlich auf dem Campus in Seattle an. Leider ohne Stipendium und ohne Wohnheimplatz. Durch Zufall bekommt sie einen Job hinter einer Bar und lernt dort den stillen Cooper kennen. Und trotz seiner abweisenden Art fühlt sich Andy zu ihm hingezogen. – Ein New Adult Roman, in dem ich mich sehr schnell verliebt habe. Ich mochte den Schreibstil, die Charaktere und die Handlung. Einfach nur toll.

Platz 2: All in: 1000 Augenblicke | Zwei Versprechen – Emma Scott

Kacey Dawson ist unglücklich mit ihrem Leben als Rockstar. Dann trifft sie auf Jonah, der ihr eine Alternative bietet. Doch Jonah hat ein Geheimnis, dass alles verändern kann. – Eine Geschichte, über die man nicht zu viel wissen sollte und dessen zweiter Teil den ersten spoilert, weswegen ich darüber nichts sagen werde. Aber die beiden Geschichten sind einfach alles: Berührend, ergreifend, tiefgründig, traurig, witzig und einfach nur tolle Liebesgeschichten mit Emma Scotts unverwechselbarem Schreibstil.

Platz 1: Das Buch der gelöschten Wörter: Der erste Federstrich | Zwischen den Seiten | Die letzten Zeilen – Mary E. Garner

Hope Turner dachte immer, dass sie ein ganz gewöhnliches Leben zu leben verdammt sei. Bis sie auf dem Weg zu ihrer alzheimer kranken Mutter in den Buchladen von Mrs. Gateway stolpert. Dort trifft sie auf Rufus Walker, der ihr wunderbares enthüllt. Sie ist eine Verwandlerin und kann mit ihm in die verschiedenen Buchwelten reisen. Doch aus eben diesen droht ihrer Welt Gefahr. – Ich habe diese Buchreihe absolut verschlungen und bin verliebt! So eine spannende Geschichte und gleichzeitig absolut tolle Hommage an die Buchwelten.

V. Einzelbände

2020 habe ich 28 Bücher gelesen, die (bisher) nicht als multiple Bände angelegt sind – im Ranking:

Platz 28: Das Manifest der anonymen Schauspieler – James Franco

Der nicht ganz so anonyme Schauspieler James Franco hangelt sich an den 12 Schritten und Traditionen der anonymen Alkoholker entlang und spinnt dazu absurde Geschichten, wirre Schreibexperimente und teilweise auch abstoßende Anekdoten. Spart euch das Geld.

Platz 27: Wo das Glück zu Hause ist – Jenny Colgan

Nina liebt Bücher. Als nicht nur sie ihren Job als Bibliothekarin verliert, sondern auch die Bücher ihr Zuhause, eröffnet sie einen mobilen Buchladen in Schottland. Weit ab größerer Städte könnte jedoch mehr auf sie zukommen als nur ein beruflicher Neustart. Ich mochte die Grundidee und wollte das Buch wirklich mögen. Leider verliert sich die Autorin in ihren Ideen, hält sich an bestimmten Teilen zu lange auf und hastet dann an anderer Stelle, so dass ihre Charaktere sehr sprunghaft wirken. Und ihre Protagonistin ist leider ein kleines Naivchen, das natürlich trotzdem alles problemlos meistert. Es konnte mich nicht überzeugen.

Platz 26: Das Café der guten Wünsche – Marie Adams

Dies führen die drei Freundinnen Julia, Laura und Bernadette. Drei absolut naive Protagonistinnen, die sich mit dem Misanthropen Robert auseinander setzen müssen. Herausgekommen ist eine furchtbare Handlung, die sich erst ewig zieht und am Ende dann ganz übereilt endet.

Platz 25: Die grüne Ente – Manu Causse

Der Vater tut sich schwer mit seinem Sohn, einem Autisten. Dennoch ist er zu den wöchentlichen Treffen außerhalb der Klinik da. Bis ihm diese untersagt werden. Als er kurz darauf eine grüne Ente erbt, beginnt ein wilder Trip durch Frankreich. Mit dabei sind der verstorbene Onkel und die tote Katze, die vom Rücksitz aus Kommentare fallen lassen. – Ein etwas kurioser Roadtrip durch Frankreich mit einem etwas spezielleren Schreibstil, rund um einen Vater und seinem authistischen Sohn. Klappentext versprach mehr.

Platz 24: Juno und die Reise zu den Wundern – Judith Hoersch*

Juno ist eine junge Frau, die seit ihrer Kindheit unter Einsamkeit leidet. In der schielenden Stadt begegnet sie dem geheimnisvollen Mr. James, der ihr aus einer alten Münze zwei Ringe anfertigt. Mit deren Hilfe bestimmt sie die nächsten Stationen ihrer großen Reise. Ein Abenteuer steht bevor, voller neuer Bekanntschaften und außergewöhnlicher Erlebnisse. – Irgendwo zwischen Kinderbuch und Einstieg in die Philosophie mit einer guten Mischung Lebensweisheiten. [Werbung]

Platz 23: Am dunklen Fluss – Anna Romer

Ruby kann sich nicht mehr an den Tod ihrer Schwester in ihrer Kindheit erinnern. Als sie in das frühere Anwesen reist, findet sie nicht nur ein altes Familiengeheimnis, sondern fängt auch an sich zu erinnern. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln, zu vorhersehbar waren weite Teile. Das Ende konnte mich dann doch noch überraschen, half dem Buch aber nicht mehr.

Platz 22: Die kleine Traumküche in Cornwall – Jane Linfoot

Clemmie reist in ihren Heimatort St. Aiden in Cornwall zurück. Sie hat dort eine kleine Wohnung geerbt. Doch Renovierungen stehen bevor, die sie sich nicht leisten kann. Also verkaufen und sprunghaft weiterleben wie bisher, oder für die Wohnung kämpfen? Schöne Sommerlektüre, leider sehr verkrampfter Schreibstil, der die Magie der Geschichte stark stört und teilweise ganze Dialogszenen unverständlich macht.

Platz 21: Alice im Düsterland (Spielbuch) – Jonathan Green

Jahre nach Alice erstem Abenteuer im Wunderland kehrt sie zurück. Neue Abenteuer stehen bevor. Doch diesmal ist der Leser mittendrin statt nur dabei. Triff Entscheidungen, fechte Kämpfe, bestehe Proben und entwickle so deine eigene Geschichte. – Spielbuch heißt in diesem Fall, dass man sich von Abschnitt zu Abschnitt hangelt und sich die Geschichte je nach Entscheidung verändert. Zudem muss man Proben und Kämpfen auswürfeln. Es macht unglaublich Spaß. Einziges Manko: Wenn man mit seinen Entscheidungen eine gewisse Stelle nicht erreicht, hat man am Ende automatisch verloren.

Platz 20: Jane Austen bleibt zum Frühstück – Manuela Inusa

Penny Lane hat Liebeskummer, seit sie sich von Trevor getrennt hat. Als sie eines Abends sich Rat von ihrer Lieblingsautorin Jane Austen wünscht, wacht diese prompt am nächsten Tag in Pennys Bett auf. Vor beiden liegen spannende Tage, schließlich kommt Jane direkt aus dem Jahr 1802. Nette Geschichte, tolle Charaktere, schöner Schreibstil, leider unglaubwürdige Jane Austen.

Platz 19: Schmetterlinge aus Marzipan – Daniela Böhle

Nina ist über 40, seit neustem geschieden, alleinerziehend und nicht so richtig glücklich mit der Arbeitssituation. Als sie bei einer kleinen Konditorei das Schild „Praktikantin gesucht“ sieht, scheint es ihr Schicksal zu sein. Nebenbei bringt ihre beste Freundin sie noch zum Online-Dating. Ein Monat voller kleiner Abenteuer stehen bevor. Eine schöne, kurzweilige Sommerlektüre mit kleineren Baustellen und einem leider unpassendem Ende. Aber davor hat es gut gepasst.

Platz 18: Der Duft von Sommerregen – Tania Schiele

Lena ist begeisterte Assistentin eines Kunsthändlers. Mit 40 und single wird man jedoch stets mitleidig angesehen. Als sie den charmanten Jonas kennenlernt, überlegt sie ihren Vorsatz noch einmal. Doch wieso überkommt sie dann immer die Sehnsucht, wenn sie das Klavierspiel eines Nachbarn hört? Schöne Dreieckgsgeschichte, nicht ganz Sommerlektüre, aber nah dran, ein wenig zu viel Tätigkeitsbeschreibung, aber dafür tolle Charaktere.

Platz 17: Kirschkuchen am Meer – Anne Barns

Marie hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. Doch als auf der Seebestattung ihres Vaters eine geheimnisvolle Frau auftaucht, muss sie mehr erfahren. Der Weg führt nach Norderney, wo sie nicht nur die Frau sucht, sondern auch einige Lebensentscheidungen hinterfragt. Ein neuer sommerlicher Roman von Anne Barns, irgendwo zwischen Trauer, Sommer und Kirschkuchen.

Platz 16: Ein Schotte kommt selten allein – Karin Müller*

Janne liebt Schottland, hasst aber Busrundreisen. Leider haben ihre Freunde ihr genau diese Art zu reisen geschenkt. Aber nachdem Janne in den falschen Bus einsteigt und neben dem gutaussehenden Schotten Alex landet, findet sie Busreisen gar nicht mehr so schlimm. – Am Anfang hat mich Jannes sehr negative Einstellung gestört, aber nachdem sie den Bus tauscht, wird es ein wirklich tolles Buch. [Werbung]

Platz 15: Dewey & Ich – Vicky Baron

Kennt ihr Dewey, den Bibliothekskater aus Spencer, Iowa? Ich auch nicht. Aber Dewey hat nicht nur das Leben der Angestellten und Bewohner Spencers verändert, sondern es auch zur allgemeinen Berühmtheit geschafft, seit er in der Buchrückgabeklappe der Bibliothek von Spencer halb erfroren gefunden wurde. – Grundsätzlich süße Geschichte und tolle Anekdoten, aber leider auch künstlich aufgebläht, um ein ganzes Buch draus machen zu können.

Platz 14: Origin – Dan Brown

Symbologe Robert Langdon ist mit seinem inzwischen fünften Abenteuer zurück. Und während die Geschichte wieder deutlich spannender als die Vorgänger ist, hat Langdon in seiner Rolle als Symbologe diesmal erstaunlich wenig zu tun.

Platz 13: Der Anschlag – Stephen King

Mein inzwischen 7. Buch vom Altmeister Stephen King lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Zum einen gefällt mir die Idee, dass er seinen Protagonisten in der Zeit zurückreisen lässt, um das Attentat auf JFK zu vereiteln. Auch ist er in seiner Recherche sehr gründlich und schafft es auch wieder sehr ausschweifend diverse Zwischengeschichten zu erzählen. Doch gerade zum Ende hin gibt es mehrere Entwicklungen, mit denen ich nicht einverstanden bin. Aber das ändert nichts daran, dass es an sich ein gutes Buch ist.

Platz 12: Mythos & Wahrheit – Daniela Wakonigg

Eine vierteilige Analyse zu den Themen Dracula, Sherlock Holmes, Edgar Allen Poe und Frankenstein. Hier werden jeweils die Werke, Entstehungsgeschichte und die Mythen darum genauer beleuchtet. Grundsätzlich sehr interessant und schön vertont mit verschiedenen Lesern, aber irgendwo hätte ich mir weniger Nacherzählung und mehr Hintergründe gewünscht.

Platz 11: Meine dunkle Vanessa – Kate Elizabeth Russell

Vanessas ehemaligen Lehrer wird beschuldigt, Minderjährige sexuell belästigt zu haben. Vanessa hat mit Strane ihre ganz eigene Geschichte, aber die war doch etwas ganz anderes, oder? Vanessa muss sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander setzen, und sich dabei fragen, ist sie als Teenager vergewaltigt worden? – Ein weiteres Buch mit schwierigem Thema. Auch hier wurde respektvoll damit umgegangen und die Thematik noch einmal von einem ganz anderen Blickwinkel beleuchtet. Leider fällt die Aufarbeitung Vanessas ein bisschen dünn aus.

Platz 10: Ohne Schuld – Charlotte Link*

Xenia Paget ist sich sicher, dass sie ermordet werden soll. Und tatsächlich wird kurz darauf auf sie geschossen. Die Ereignisse werden aber noch rätselhafter als ein paar Tage später eine andere Frau mit dem Fahrrad über einen gespannten Draht fährt und sich lebensbedrohlich verletzt. Das erstaunliche ist, dass an beiden Orten Schüsse aus der gleichen Waffe abgefeuert wurde. Wo ist der rote Faden? Wie gehören beide Frauen zusammen? – Ein neuer Krimi von Charlotte Link, der im Vergleich zu den Vorgängern erstaunlich gut funktioniert. – [Werbung]

Platz 9: Heute hat die Welt Geburtstag – Flake

Keyborder Flake erzählt aus dem Touralltag der Band Rammstein und deren Gründungsgeschichte. Humorvolle Erkenntnisse runden das Buch ab.

Platz 8: The Green Mile – Stephen King

Stephen King versuchte sich an einem Episodenroman und brillierte mit der Geschichte über den Todestrakt und dessen grüne Meile. Spannende Geschichten, die zusammenhängen.

Platz 7: Was perfekt war – Colleen Hoover

Colleen Hoover ist zurück und präsentiert mit Was perfekt war eine gewohnt gute Liebesgeschichte, doch diesmal geht es auch um die gleiche Geschichte acht Jahre später, wo ein Problem eine funktionierende Ehe zu zerstören droht. Wieder widmet sich Hoover einem wichtigen Thema, schafft es aber eher durch die Rückblenden den Leser bei der Stange zu halten, da sie sich an einem gewissen Punkt in Wiederholungen verliert.

Platz 6: Zwei Leben in einer Nacht – Carolin Wahl

Sam und Casper kennen sich nicht. Doch in dieser Nacht treffen sie aufeinander. Denn sie haben beide einer Online-Challenge zugestimmt. Das Ziel: Gemeinsamer Selbstmord. Doch zuvor stehen fünf Aufgaben bevor, die sie auf diesen Schritt vorbereiten sollen. – Spannend, tiefgründig, nimmt das schwierige Thema sehr ernst und geht sehr nah. Bitte Pflichtlektüre in den Schulen.

Platz 5: Verity – Colleen Hoover

Lowen ist eine eher unbekannte Autorin. Trotzdem bekommt sie von ihrem Verlag den Auftrag die Bestsellerthriller der Starautorin Verity Crawford zu Ende zu schreiben. Denn Verity hatte einen Unfall und kann selbst nicht mehr schreiben. Dabei kommt Lowen nicht nur Veritys Mann Jeremy verdammt nah, sie entdeckt auch ein gewaltiges Geheimnis. – Colleen Hoover ist zurück, doch diesmal mit keiner ihrer typischen Liebesgeschichten, sondern mit einem Psychotriller, der es in sich hat.

Platz 4: All das ungesagte zwischen uns – Colleen Hoover

Nach einem Unfall müssen sich Morgan und ihre Tochter Clara zusammenraffen, merken aber, dass sie viel Ungesagtes zwischen sich haben. Gleichzeitig muss Morgan sich ihrer Vergangenheit stellen. – Wieder ein ernsteres Werk von Colleen Hoover, aber dennoch wieder gut. Kommt zwar nicht an ihre früheren Werke ran, aber der erwachsenere Ton steht ihren Büchern dennoch gut.

Platz 3: Rowan & Ash – Christian Handel

Rowan ist seit vielen Jahren mit der Prinzessin von Iriann verlobt. Die Hochzeit steht im nächsten Jahr bevor, als Rowan mit seiner Familie in die Hauptstadt reist. Denn das Schattenlabyrinth ist wieder erwacht, was die Wiedererweckung der schwarzen Königin voraussagt. Nun steht das Land vor der Frage, ob das Schattenlabyinth endgültig versiegelt werden soll, was aber auch die Magie in Iriann erlöschen lassen würde. Doch Rowan hat noch ein ganz anderes Problem. Denn er liebt den Königssohn Ash. – Eine spannende Geschichte im High Fantasy-Bereich. Und noch viel besser: Eine queere Liebesgeschichte. Nur das Ende kam mir dann etwas zu schnell und lässt zu viel offen.

Platz 2: Never Doubt – Emma Scott

Willow hat im letzten Sommer ein traumatisches Erlebnis gehabt. Nun zieht sie mit ihren Eltern von New York in das beschauliche Städtchen Harmony. Dort bekommt sie eine Rolle im städtischen Theater und schafft es endlich ihre Geschichte, aber mit den Worten Shakespeares zu erzählen. Dabei trifft sie auf den Stadt-Bad Boy Isaac. – Wieder eine schöne, aber auch traurige Geschichte von Emma Scott, die mit der All in-Reihe dieses Jahr bereits eines meiner Jahreshighlights schaffte.

Platz 1: Die Bücherdiebin – Markus Zusak

Der Tod erzählt von seinen Erlebnissen mit dem jungen Mädchen Liesel zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Ein ganz besonderes Werk der Literatur, das mich am Ende tränenreich zurückgelassen hat.

Was sind eure Buchhighlights des Jahres?

*Die mit Sternchen gekennzeichneten Bücher sind Rezensionsexemplare. Ich bedanke mich hierfür recht herzlich bei den AutorInnen und Verlag und kennzeichne diese Beiträge als Werbung.

Eine Handvoll Bücher

Diesmal mit: Rotkäppchen im neuen Gewand, dem dritten Jemand, der Suche nach Antworten, einer sehr gefährlichen Onlinechallenge und einem Beitrag zu #metoo.

Wie Blut so rot – Marissa Meyer

Die Handlung: Scarlet lebt mit ihrer Grandmére auf einem Bauernhof in Frankreich. Natürlich hat sie von dem Vorfall im asiatischen Staatenbund mit der Königin von Luna und dem Cyborg Cinder gehört, aber nie gedacht, dass es sie betreffen könnte. Eines Abends trifft sie auf den Widerstandskämpfer Wolf, der ihr helfen will. Denn ihre Grandmére ist verschwunden und Scarlet ist sich sicher, dass sie entführt wurde.

Meine Meinung: Ich war echt gespannt, wie es bei den Luna-Chroniken weitergehen sollte, aber hab doch irgendwie gezögert weiterzulesen. Rotkäppchen war nun nicht gerade das Märchen, was ich gerne gelesen habe. Aber auch hier schafft es Autorin Marissa Meyer die Geschichte spielerisch in ihre steampunkige Welt zu integrieren. Ich mochte die Geschichte von Scarlet sogar am Ende ein bisschen lieber, weil die lange Einführungsphase fehlte und es sehr schnell sehr spannend wurde. Auch wenn die Geschichte von Scarlet im Vordergrund steht, wird dennoch auch Cinders Geschichte weitererzählt. So kann man erahnen, in welche Richtung das ganze gehen kann und doch tappe ich vollends im Dunkeln, wie die Geschichte aufgelöst werden soll. Gerade am Anfang habe ich gemerkt, dass ich vielleicht ein bisschen weniger Zeit zwischen den beiden Bänden hätte lassen sollen, da ich so doch etwas schwer in den zweiten Band reinkam, da die Autorin auf das übliche „Was bisher geschah“ verzichtete. Durch ein paar kurze Erinnerungen, die geschickt eingebaut wurden, konnte ich mich dann aber doch wieder an die wichtigsten Details erinnern und so die neue Geschichte genießen. Vor allem fand ich es gut, dass mich die Geschichte im zweiten Band noch wesentlich mehr überraschen konnte, da der erste, der sich an Aschenputtel orientierte, sich noch sehr am Schema des Märchens orientierte. Man erkennt zwar auch hier, um welches Märchen es sich handelt, aber mit mehr Freiheiten, um sich besser an die Rahmenhandlung anzupassen. Der dritte Teil steht jetzt noch dringender auf meiner Wunschliste.

Someone to stay – Laura Kneidl

Die Handlung: Aliza hat Lucien auf einem Sommerfest kennengelernt und eigentlich fanden sich beide auch gleich sympathisch. Aber sie haben einfach absolut keine Zeit für eine Beziehung. Aliza jongliert mit ihrem Jura-Studium, ihrem erfolgreichem Blog, Zeit mit ihrer Familie und Freunden und dann steht auch noch die Veröffentlichung ihres Buches kurz bevor. Lucien hat sein Studium, seinen Job und das Sorgerecht für seine jüngere Schwester, die ihn ganz schön auf Trab hält. Hat ihre Liebe dennoch eine Zukunft?

Meine Meinung: Was habe ich auf den dritten und letzten Teil der Someone-Reihe hingefiebert. Aliza und Lucien waren mir schon in den beiden vorherigen Bänden (Someone New und Someone Else) so sympathisch und ich freute mich, auf die Geschichte der beiden. Ich liebe die Reihe schon allein deswegen, weil sie wunderbar divers ist, vermeintliche Tabuthemen anspricht und es doch wunderschöne Liebesgeschichten sind. Und auch hier bekam ich genau das wieder geboten. Allerdings, wie das wahrscheinlich immer so ist, waren meine Erwartungen an den dritten Band mit meinen Lieblingscharakteren einfach ein bisschen zu hoch. Denn es ist eine absolut tolle Geschichte, behandelt auch wieder wichtige Themen und Aliza und Lucien sind einfach nur supersüß miteinander. Aber irgendwo fehlte mir das letzte Etwas. Wäre es der erste Teil gewesen, wäre ich wahrscheinlich absolut zufrieden mit allem, aber so waren meine Erwartungen einfach höher. Fassen wir zusammen: Von den Charakteren her, war dies wohl mein liebstes Buch der Reihe. Vom Gesamteindruck fand ich Someone New ein bisschen besser, einfach weil es mich, gerade mit der Auflösung am Ende, mehr geflasht hat.

Hold me tonight – Lana Rotaru

Die Handlung: Amanda ist noch immer auf der Suche nach Antworten zu dem Tod ihres Bruders. Diesmal findet sie sogar welche und kommt dadurch Dante wieder näher, der sie jedoch mit seiner Bad Boy-Attitüde noch immer in den Wahnsinn treibt. Was ist damals wirklich geschehen? Welche Rolle spielte Dante?

Meine Meinung: Den ersten Band habe ich noch ziemlich kritisch betrachtet, weil er mir einfach keine meiner Fragen beantworten konnte. Dies wird nun endlich erfüllt. Dadurch konnte ich die Geschichte zwischen Amanda und Dante auch mehr genießen. Natürlich gab es trotzdem immer noch neue Fragen, die beantwortet werden wollten, aber es gibt ja auch noch zwei Bände. Aber die Antworten, die man erhält, hatten es dann auch direkt in sich. Außerdem war man so einerseits etwas befriedigt, weil es endlich Antworten gab und andererseits konnte man immer noch mit der Geschichte mitfiebern, weil es halt immer noch unbeantwortete bzw. neue Fragen gab. So richtig in die Geschichte habe ich dann aber gegen Ende gefunden. Dann hat es Autorin Lana Rotaru geschafft einen Showdown der besonders spannenden Klasse zu schaffen. Ab da konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Es war so gut und so spannend! Jetzt bin ich schon gespannt, wie es im dritten Band weitergehen wird. Aber bisher ist Band 2 mein Highlight der Reihe.

Zwei Leben in einer Nacht – Carolin Wahl

Die Handlung: Sam und Casper kennen sich nicht. Doch in dieser Nacht treffen sie aufeinander. Denn sie haben beide einer Online-Challenge zugestimmt. Das Ziel: Gemeinsamer Selbstmord. Doch zuvor stehen fünf Aufgaben bevor, die sie auf diesen Schritt vorbereiten sollen.

Meine Meinung: Ich hatte vor diesem Buch ein bisschen Angst. Ich bin immer immer wieder um es herum geschlichen, weil ich es einerseits gut fand, dass so ein Thema angesprochen wurde, aber andererseits feige war, um mich mit so einem Thema und vor allem den Gedanken der Protagonisten auseinanderzusetzen. Ich habe mich schließlich dafür entschieden. Und ich muss sagen, dass Carolin Wahl es schafft eben nicht die typischen Klischees zu verarbeiten, sondern greifbare Charaktere zu schaffen, dessen Gründe man vielleicht nicht bis zur endgültigen Konsequenz nachvollziehen kann, denen man aber auch nicht zuschreibt, dass sie einfach nur überreagieren würden. Wir bleiben auch ganz nah an den beiden Protagonisten, ihren Ängsten, Sorgen und Träumen. Wir befassen uns wirklich mit ihnen. Die Handlung ist linear, nur durchbrochen von kleinen Rückblenden, um die Charaktere noch besser zu verstehen. Sie dürfen ihre Geschichten auch abwechselnd erzählen, so dass man beide auf die eigene Art versteht. Und obwohl die Dialoge und Gedanken der Protagonisten im Vordergrund standen, ist das Buch auch durchgehend spannend. Frau Wahl schafft auf 280 Seiten, was andere auf 500 nicht schaffen. Abschließend möchte ich noch dafür plädieren, das Buch zur Pflichtlektüre an Schulen zu machen.

Meine dunkle Vanessa – Kate Elizabeth Russell

Die Handlung: Vanessa ist Mitte 30 und arbeitet als Concierge. Ihr Leben ist aber das reinste Chaos. Und mitten in der ganzen MeToo-Debatte tauchen Anschuldigungen gegen Jacob Strane, einen ehemaligen Lehrer Vanessas auf, in der er beschuldigt wird, Minderjährige sexuell belästigt zu haben. Vanessa hat mit Strane ihre ganz eigene Geschichte, aber die war doch etwas ganz anderes, oder? Vanessa muss sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander setzen, und sich dabei fragen, ist sie als Teenager vergewaltigt worden?

Meine Meinung: Meine dunkle Vanessa ist so ein Buch, dass ich unbedingt lesen wollte, dass mir dann aber sehr schwer fiel zu lesen. Und das lag einfach an dem Thema. Denn Mrs. Russell hat einen sehr flüssigen Schreibstil und schafft es das sehr schwierige Thema aus den richtigen Blickwinkeln zu betrachten. Die Handlung wird stets aus der Sicht von Vanessa erzählt und zwar auf zwei Zeitebenen. Einmal 2017 als die Beschuldigungen gegen Strane auftauchen und Vanessa anfängt zu reflektieren und 2000/2001 als sie selbst als 14/15-jährigen auf Strane trifft. Dabei schafft Russell es gekonnt, nicht in die typischen Täter/Opfer-Muster zu verfallen, sondern ganz differenziert an die Sache heranzugehen. So gibt es eine sanfte Aufarbeitung der Geschichte, allerdings stets aus Vanessas Sicht. Am Ende kann ich dennoch nicht sagen, ob ich das Buch gut fand. Ich fand es gut, dass es kein klassisches Täter-Opfer-Klischee gab, ich fand es gut, dass auf alle Konsequenzen bis ins Erwachsenenalter eingegangen wurden, dass sich mit der metoo-Debatte auseinandergesetzt wurde, dass aber auch gewisse Vorgehensweisen hinterfragt wurden. Ich fand es schade, dass die Aufarbeitung von Vanessa wesentlich kürzer ausfiel, als die Rückblenden. Und mir fehlte am Ende irgendwo die Reflexion Vanessas. Aber da wäre es wahrscheinlich auch schwierig geworden, dass ohne den erhobenen Moralfinger zu machen bzw. ohne die vorher aufgebaute Vanessa zu zerstören.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie fandet ihr es?

Ohne Schuld

Ein Vorwort

Charlotte Link gehört wohl zu den AutorInnen, die sich mit recht zu meinen Lieblingen zählen dürfen. Hat sie mich doch Buch um Buch begeistern können. Bis sie 2015 mit Die Betrogene zum ersten Mal Richtung Krimi ging. Auch konnte mich die Protagonistin Kate Linville einfach nicht überzeugen. Kurz darauf gab es mit Die Entscheidung den nächsten Krimi, ohne Linville, der aber an blassen Figuren krankte und sich zu sehr an Stereotypen orientierte. 2018 sollte es dann mit Die Suche weitergehen, in der wir erneut auf Linville trafen. Das war der Punkt, wo ich dachte, dass ich einfach keine Krimis von Charlotte Link mehr lesen werden. Und nun kam Ohne Schuld. Wieder mit Kate Linville als Protagonistin. Und ich konnte nicht anders und musste es doch lesen. Und was soll ich sagen: Ich wurde positiv überrascht und hätte es bereut, wenn ich es nicht gelesen hätte. Wieso erfahrt ihr in meiner Kritik.

 

Die Handlung

Kate Linville hat ihren Job bei Scotland Yard gekündigt, um im Norden noch einmal völlig neu anzufangen. Und schon ist sie mitten drin im neuen Fall. Denn im Zug rennt ihr eine panische Frau in die Arme. Xenia Paget ist sich sicher, dass sie ermordet werden soll. Und tatsächlich stehen beide Frauen kurz darauf unter Beschuss. Die Ereignisse werden aber noch rätselhafter als ein paar Tage später eine andere Frau mit dem Fahrrad über einen gespannten Draht fährt und sich lebensbedrohlich verletzt. Das erstaunliche ist, dass an beiden Orten Schüsse aus der gleichen Waffe abgefeuert wurde. Wo ist der rote Faden? Wie gehören beide Frauen zusammen?

Meine Meinung

Ohne Schuld beginnt eigentlich ähnlich wie auch Die Betrogene oder Die Suche. Wir haben Kate Linville, die irgendwie in den aktuellen Fall der Polizei von Scarborough reinstolpert. Diesmal aber muss sie danach nicht auf eigene Faust ermitteln, sondern ist direkt in die Ermittlungen eingespannt. Das hat schon einmal den Vorteil, dass sie viel mehr Freiraum bekommt, um ihre Fähigkeiten als Ermittlerin zu demonstrieren, anstatt die halbe Zeit über ihr einsames Leben zu jammern. Das macht sie als Person schon einmal greifbarer. Man fiebert mehr mit ihr mit, statt sich zu freuen, wenn es mal nicht um sie geht. Natürlich ist sie nicht sofort ein neuer Mensch, ihr Charakter bleibt sich noch treu, aber es ist ein besseres Gleichgewicht. Dann haben wir vermehrt wechselnde Perspektiven zwischen anderen Charakteren aus ihrem Team, bzw. den betroffenen Frauen. Unterbrochen wird das ganze durch eine Art Tagebucheintrag einer lange Zeit unbekannten Person, die irgendwo mit allem zu tun zu haben scheint. 
Die Handlung an sich ist sehr linear und lange Zeit wird auch nichts genaueres über die Hintergründe der neuen Charaktere erzählt, sondern immer nur angedeutet. Lediglich die Tagebucheinträge scheinen irgendwo Hinweise zu geben, aber die kann man einfach keinem zuordnen. Die Ermittlungen selbst kommen nur langsam voran, aber das wirkt dafür umso realistischer. Auch schafft Link es immer wieder versteckte Hinweise einzubauen, so dass man als Leser miträtseln kann und selbst zwischendurch fast verzweifelt, weil einfach nichts passen will. Dafür ist man als Leser aber auch durch die wechselnden Perspektiven an allen Charakteren nah dran und verfolgt gespannt ihre Schicksale. 
Die Lösung des Falls ist dann noch einmal völlig überraschen und deckte sich nicht mit meinen Vermutungen, was ein gutes Zeichen ist. Gleichfalls ist es absolut erschreckend, wozu Menschen fähig sind. Link versucht zwar die meisten Taten zu erklären und manche Teile der Auflösung kann man irgendwo noch nachvollziehen, auch wenn es echt erschreckend ist. 
Mit knapp 550 Seiten ist Ohne Schuld schon ein dickes Buch für einen Krimi. Aber der Fall reicht dafür aus, um alle Seiten spannend zu füllen, ohne das er unnötig gestreckt oder aufgeplustert wirkt. Hier zeigt Link einmal mehr, dass sie ihre Geschichten um die Charaktere spannt und diese auch einfach ihre Ecken und Kanten zeigen dürfen – Fun Fact: Genau das habe ich mir in meiner Kritik zu Die Entscheidung gewünscht. Manchmal gehen Wünsche also doch in Erfüllung! 

Das Fazit

Ohne Schuld ist zwar nicht Charlottes Link erster Krimi, aber der erste, der qualitativ an ihre psychologischen Spannungsromane heranreicht. Spannende Handlung, interessante Charaktere, große Geheimnisse und realistische Polizeiarbeit vereinen sich hier zu einem Krimi mit Links ganz besonderer Handschrift. 

Ohne Schuld ist seit dem 02.11.2020 in allen Buchhandlungen erhältlich

Ohne Schuld wurde mir von Blanvalet als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Rückblick auf den Oktober 2020

Willkommen mitten in der zweiten Coronawelle. Erneut mit Kontaktbeschränkungen und geschlossenen Kinos. Und weil einem die aktuellen Themen nur traurig/wütend machen können, blicken ich lieber noch einmal auf den Oktober zurück, in dem ich mich noch an den geöffneten Kinos erfreuen konnte. 

Anime Special

The Dragon Dentist: Nonoko gehört zu den Zahnärzten eines großen Drachens, der kilometer lang ist, ganze Schlachtschiffe transportieren kann und im aktuellen Krieg entscheiden sein kann. Eines Tages taucht der Soldat Bell aus einem der Zähne auf. Er gehört eigentlich der Gegenseite an und ist gestorben. Sein Auftauchen aus dem Zahn ist ein Omen für großes Unheil. – Eine sehr interessante Idee, die spannend und voller schöner Bilder umgesetzt wurde. Auch für Nicht-Anime-Fans durchaus sehenswert.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Jim Knopf und die Wilde 13: Die Fortsetzung und zweite Buchverfilmung der Reihe. Auch diesmal begleiten wir wieder Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer auf neuen Abenteuern. Denn Lummerland braucht einen Leuchtturm. Auch kommen sie der Wilden 13 auf die Spur. – Der Film hat aus dem Vorgänger gelernt, kleinere Stolpersteine werden umschifft und die Geschichte mit einer sehr schönen Optik umgesetzt.

Es ist zu deinem Besten: Deutschland und seine Komödien. Diesmal darf die Altherrenriege sich um ihre Töchter sorgen. Denn die haben nicht gerade den Männergeschmack, den sich die Väter erhoffen. Also beschließen die Väter nachzuhelfen. – Deutlich besserer Humor als nach dem Trailer zu vermuten war, aber dennoch verpasst der Film es mehr zu sein als nur die übliche deutsche Komödie oder gar Tiefgang zu haben.

Vergiftete Wahrheit: Anwalt Robert Bilott stolpert in einen Skandal, der unsere Gesundheit betrifft. Der Streit soll 19 Jahre dauern. – Der Film umschifft die üblichen Stolpersteine eines investigativen Films und erzählt die Geschichte verständlich und spannend.

Der geheime Garten: Mary Lennox (Dixie Egerichs) entstammt einer britischen Familie, die in Indien lebt. Nach dem Tod der Eltern reist sie zu ihrem Onkel auf ein alten britisches Anwesen. Sie kann sich nur schwer an ihr neues Leben gewöhnen, bis sie den Schlüssel zu einem geheimen Garten findet. – Handlungstechnisch viel neu interpretiert zur Buchvorlage, dadurch aber eine schöne Geschichte mit traumhafter Kulisse geschaffen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Im Oktober lief erneut Hamilton (ich liebe dieses Musical) bei mir. Für meine Monsterwochen liefen Bram Stokers Dracula, Mary Shelleys Frankenstein, und die drei Draculaverfilmungen mit Christopher Lee (Dracula, Draculas Rückkehr und Das Blut von Dracula) bei mir im Heimkino.

Enola Holmes: Die jüngere Schwester des Meisterdetektivs stolpert nach dem Verschwinden ihrer Mutter in eigene Ermittlungen. – Spannende Geschichte, tolle Protagonistin, schöne Optik und interessante Rätsel.

Der blaue Engel: Professor Rath will eigentlich nur dafür sorgen, dass seine Schüler nichts unflätiges im Variete Der Blaue Engel tun. Dabei verfällt er selbst der Tingeltangelsängerin Lola Lola (Marlene Dietrich). – Ein weiterer Klassiker, den die ARD im Rahmen der dritten Staffel von Babylon Berlin zeigte. Der zweite deutsche Tonfilm brachte den Durchbruch für Marlene Dietrich, auch wenn die Geschichte aus heutiger Zeit vielleicht etwas chaotisch wirken mag. 

M – eine Stadt sucht einen Mörder: In Berlin verschwinden Kinder und werden ermordet wieder aufgefunden. Angst geht um in der Stadt. Als es eine Spur gibt, tut sich ein Mob zusammen. – Der dritte Klassiker, den ich von der ARD Aktion sehen konnte. Eine spannende Kriminalgeschichte über Selbstjustiz.

The undefeated presents: Hamilton in-depth: Ein zweites Special über Hamilton mit Interviews der Darsteller und des Regisseurs. – Wie schon das Special „History has its eyes on you“ bringt das Special tiefere Einblicke in die Hintergründe. Diesmal erzählen die Darsteller unter anderem wie es bei ihren Castings ablief.

Stuber: Ein Cop wird an den Augen operiert und kann daher nur verschwommen sehen. Genau an dem Tag bekommt er den Hinweis, dass ein Drogenboss einen großen Coup plant. Da er mit dem Drogenboss noch etwas persönliches zu klären hat, holt er sich ein Uber, das ihn zur Übergabe fahren soll. – Eine Buddykomödie mit etwas schräger Prämisse. So richtig wollen die Witze auch nicht zünden, aber zumindest wurde nicht an Actionmaterial gespart.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Die Misswahl – der Beginn einer Revolution: Einer Gruppe Frauen ist der Sexismus während der Misswahlen ein Dorn im Auge. Sie versuchen durch verschiedene Aktionen darauf aufmerksam zu machen. – Hier interessierte mich das Thema schon und dann sah der Trailer gleichzeitig spannend und witzig aus. Der Film wird nachgeholt.

Mrs. Taylors Singing Club: Eine Gruppe von Frauen, deren Männer allesamt im Auslandseinsatz sind, gründen einen Chor, um sich gemeinsam in der unsicheren Zeit zu unterstützen. – Trotz eher verhaltener Kritiken, hat mich der Trailer bereits zutiefst berührt – vielleicht auch nur wegen der Interpretation von Time after time. Auf jeden Fall möchte ich den Film gerne noch sehen.

Hexen hexen: Hexen mit einer Abneigung gegen Kinder. Damit versucht ein Waisenjunge zurechtzukommen. – Kurz vor den Kinoschließungen kam noch das Remake der Roald Dahl Verfilmung in die Kinos. Der Trailer sprach mich direkt an, auch wenn ich weder den Roman, noch das Original kenne.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Niemals, Selten, Manchmal, Nie, Peninsula und Kajillionaire

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

The Home Edit – Staffel 1 (Eine tolle Serie übers Aufräumen mit charmanten Hosts)

Modern Family – Staffel 10 (Noch immer eine tolle Sitcom mit tollen Charakteren und auch in der 10. Staffel ist die Luft noch nicht raus)

Love, Death and Robots – Staffel 1 (Eine Anthalogieserie mit den Themen Liebe, Roboter und Tod, leider waren die meisten Episode so gar nicht mein Fall)

The Mentalist – Staffel 1-2 (Ich bin lange um die Serie herumgeschlichen, da aber mal wieder Crimezeit im Herbst ist, habe ich sie mal ausprobiert und sie gefällt mir sehr gut)

Tiny House Nation – Staffel 1-2 (Interessante Serie über das Bauen von Tiny Häusern, aber so der letzte Funken hat gefehlt)

Sex Education – Staffel 1 (Grundsätzlich gute Idee, interessante Charaktere, die Serie nimmt kein Blatt vor den Mund. Aber mich hat sie nicht richtig abgeholt und gerade mit dem Mobbingthema hatte ich persönlich zu kämpfen)

Upload – Staffel 1 (Coole Idee, langatmiger Einstieg, hinten raus hat die Serie aber die Kurve bekommen) 

Community – Staffel 5 (Vielleicht hätte man die Serie doch nach der vierten Staffel enden lassen sollen. Spätestens wenn zu viele Darsteller abspringen, bringt es vielleicht nichts mehr)

Emily in Paris – Staffel 1 (Ich weiß noch nicht, ob es ein Statement gegen die Werbebranche oder gegen Frankreich ist, auf jeden Fall sehr kritische Darstellung mit einer dafür viel zu gut gelaunten Protagonistin. Schwierige Serie)

Miracle Workers – Staffel 1 (Ich präsentiere: Definitiv eins meiner Jahreshighlights. Der schwarze Humor darüber den Himmel als große Fabrik darzustellen mit einem sehr durchgeknallten Gott fand ich einfach nur herrlich!)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 11
Seiten gesamt: 4.076
Seiten pro Tag: 131 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 6
Taschenbuch: 4
E-Book: 1

Die Chroniken von Alice 1 – Finsternis im Wunderland: Alice ist in einer Irrenanstalt, da alle glauben, dass sie sich die Geschichte mit dem Kaninchen nur ausgedacht hat. Nur ihr Zellennachbar Hatter glaubt ihr. Bei einem Brand in der Anstalt können sie fliehen. Und auf einmal muss Alice feststellen, dass ihre Erinnerung echt ist, – Diese horrormäßige Adaption der Alice im Wunderlandgeschichte ist voller guter Ideen, passenden Bezugspunkten und doch in vielerlei Sinne absolut abschreckend. Eine spannende Geschichte!

Talus: Erin ist Guide in Edinburgh. Ihre Spezialität sind Gruselführungen, zumal sie an Magie glaubt. Bis sie erkennt, dass es Magie wirklich gibt und schon ist sie mittendrin im Abenteuer. – Liza Grimm schafft es spielerisch den Leser in ihre neue magische Welt unter Edinburgh zu ziehen und zu faszinieren.

Illuminae – Die Illuminae Akten 1: Nach dem Anschlag auf ihren Planeten finden sich Ezra und Kady auf unterschiedlichen Schiffen wieder auf dem Weg zur Rettungsstation. doch sie werden noch immer von der feindlichen Flotte verfolgt und auch intern gibt es einige schwerwiegende Probleme. – Dieses Buch ist alles, nur nicht gewöhnlich. Denn es ist nicht linear geschrieben, sondern beinhaltet diverse Chatverläuft, Protokolle, Übersichtspläne, Berichte und andere Arten der Aufzeichnung. Es liest sich daher eher wie ein Film als ein Buch. Und ist dabei auch noch unfassbar spannend!

Ein Schotte kommt selten allein*: Janne liebt Schottland, hasst aber Busrundreisen. Leider haben ihre Freunde ihr genau diese Art zu reisen geschenkt. Aber nachdem Janne in den falschen Bus einsteigt und neben dem gutaussehenden Schotten Alex landet, findet sie Busreisen gar nicht mehr so schlimm. – Am Anfang hat mich Jannes sehr negative Einstellung gestört, aber nachdem sie den Bus tauscht, wird es ein wirklich tolles Buch. [Werbung]

Der blaue Express – ein Fall für Poirot: Auf dem legendären blauen Express wird eine Millionärserbin ermordet und sehr wertvolle Diamanten sind gestohlen. Hercule Poirot nimmt sich dem Fall an und lässt sich von der einfachsten Lösung nicht beeindrucken. – Bisher eine der stärksten Geschichten, vor allem weil es aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt wurde und sich nicht an einen Erzähler klammert.

Wie Blut so rot: Cyborg Cinder hat entdeckt, dass sie die Erbin von Luna ist und deswegen vor vielen Jahren aus dem Weg geräumt werden sollte. Gleichzeitig sucht Scarlet in Südfrankreich nach ihrer Grandmere. Dabei begegnet sie dem Widerstandskämpfer Wolf. – Der zweite Teil der Luna Chroniken war sogar noch ein bisschen spannender als der erste Teil, vielleicht weil mir die Geschichte um Scarlet und Wolf mehr zusagte. 

Truly – Nach dem Tod ihrer Mutter kommt Andy endlich auf dem Campus in Seattle an. Leider ohne Stipendium und ohne Wohnheimplatz. Durch Zufall bekommt sie einen Job hinter einer Bar und lernt dort den stillen Cooper kennen. Und trotz seiner abweisenden Art fühlt sich Andy zu ihm hingezogen. – Ein New Adult Roman, in dem ich mich sehr schnell verliebt habe. Ich mochte den Schreibstil, die Charaktere und die Handlung. Einfach nur toll.

Der geheime Garten: Mary Lennox entstammt einer britischen Familie, die in Indien lebt. Nach dem Tod der Eltern reist sie zu ihrem Onkel auf ein alten britisches Anwesen. Sie kann sich nur schwer an ihr neues Leben gewöhnen, bis sie den Schlüssel zu einem geheimen Garten findet. – Pünktlich zum Kinostart habe ich auch die Buchvorlage gelesen. Ich wusste, dass ich es vor vielen Jahren schon einmal gelesen hatte, aber nicht mehr worum es genau ging. Das Buch ist sehr nüchtern geschrieben, aber die beschriebene Geschichte ist trotzdem sehr toll, auch wenn die Magie hier eher im Kopf der Kinder stattfindet.

Someone to stay: Aliza hat Lucien auf einer Sommerparty kennengelernt und beide waren sich sofort sympathisch. Doch Aliza hat mit ihrem Studium, ihrem Blog, ihrem Buch, das bald erscheint, und ihren Freunden eigentlich schon genug zu tun. Auch Lucien versucht neben Studium, Job und dem Sorgerecht für seine jüngere Schwester noch ein wenig Zeit für Freunde zu finden. Wie sollen sie nur je zusammen finden? – Der dritte und damit letzte Teil der Someone Reihe war von mir am heißesten ersehnt, mochte ich Aliza und Lucien schon in den vorherigen Bänden am meisten. Und die Geschichte ist wirklich toll geworden, auch wenn sie im Mittelteil einen kleinen Hänger hatte.

Hold me tonight – Amanda sucht noch immer nach Antworten über den Tod ihres Bruders. Und diesmal scheint sie tatsächlich zu Dante durchzudringen und erhält erste Erklärungen. Bis sie auf einmal mitten in eine Strudel aus vermissten Leuten steckt. – Der zweite Teil der Crushed Trust Reihe beginnt wie bereits der erste etwas langsam, schafft es dann aber endlich ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen und wird am Ende sogar richtig spannend.

Juno und die Reise zu den Wundern*: Juno ist eine junge Frau, die seit ihrer Kindheit unter Einsamkeit leidet. In der schielenden Stadt begegnet sie dem geheimnisvollen Mr. James, der ihr aus einer alten Münze zwei Ringe anfertigt. Mit deren Hilfe bestimmt sie die nächsten Stationen ihrer großen Reise. Ein Abenteuer steht bevor, voller neuer Bekanntschaften und außergewöhnlicher Erlebnisse. – Irgendwo zwischen Kinderbuch und Einstieg in die Philosophie mit einer guten Mischung Lebensweisheiten. [Werbung]

*Ich bedanke mich bei den Verlagen für die Rezensionsexemplare

Wie war euer Oktober? Wie immer die Frage: Habt ihr Film/Serien/Buchempfehlungen für mich?

 

Juno und die Reise zu den Wundern

Ein Vorwort

Es hätte ein ganz normaler Tag im Hause Moon werden können. Doch dann flatterte eine E-Mail ins Postfach. Schauspielerin Judith Hoersch, den meisten wohl aus diversen Fernsehproduktionen, aber auch aus Filmen, wie A Cure for Wellness oder Schneeflöckchen, bekannt, hat ein Buch geschrieben. Und weil der Beititel des Buches schon „Eine fabelhafte Geschichte“ heißt, zog es kurz darauf in meinem Bücherregal ein.

Die Handlung

Juno ist eine junge Frau, die seit ihrer Kindheit unter Einsamkeit leidet. In der schielenden Stadt begegnet sie dem geheimnisvollen Mr. James, der ihr aus einer alten Münze zwei Ringe anfertigt. Mit deren Hilfe bestimmt sie die nächsten Stationen ihrer großen Reise. Ein Abenteuer steht bevor, voller neuer Bekanntschaften und außergewöhnlicher Erlebnisse.

Meine Meinung

Als ich das Buch bestellt, hielt ich es für ein typisches Kinderbuch. Als es bei mir einzog und ich anfing zu lesen, hielt ich es für eine tiefgründige philosophische Abhandlung über den Sinn des Lebens. Die Wahrheit dürfte irgendwo zwischen beiden Annahmen liegen. Denn einerseits ist es eine Geschichte, die wohl für Kinder geschrieben wurde. Einige Handlungselemente, wie sprechende Kamele oder die Möglichkeit mit einem Pony von Island bis Afrika zu reiten (und das in wenigen Tagen) sind so fantastisch, dass sie wohl nur einem Kinderbuch entsprungen sein können. Gleichzeitig scheint es eine philosophische Abhandlung über die Einsamkeit zu sein. Juno lernt auf ihren Reisen verschiedene Menschen kennen, die ihr immer wieder Lektionen über das Leben mitgeben, die zwar simpel gehalten sind, aber trotzdem wohl eher von Erwachsenen richtig verstanden werden. 
Die Handlung selbst beginnt in Junos Kindheit. Die Beziehung zu ihren Eltern, wenn diese auch sehr unterschiedlich waren, hat mich irgendwo traurig gestimmt. Von da an, braucht das Buch aber noch eine ganze Weile, ehe es endlich auf die Reise losgeht. Dabei werden keine direkt Länder- oder Städtenamen genannt, sondern Umschreibungen. Während ich einige direkt zuordnen konnte, rätsle ich bei anderen immer noch. Es gibt zwar im Buchrücken eine Karte mit eingezeichneten Symbolen und dazu am Ende des Buches auch eine Legende, aber einige Länder und Städte finde ich trotzdem noch schwer richtig zuzuordnen. Beispielsweise kann ich nicht sagen, ob die schielende Stadt in Schottland oder Norwegen liegen soll. Letztlich ist dies aber für die Geschichten nicht ausschlaggebend.
Die Geschichten sind alle sehr kurz gehalten, weswegen sie sich gut als Gute-Nacht-Geschichten oder als kleine Zwischendurchlektüre eignen. Mit 160 Seiten ist das Buch insgesamt sehr dünn und zügig durchlesbar. Aber gerade dafür ist der Anfang bis zum Beginn der Reise sehr lange und leider auch langatmig geraten. Dafür hätte ich mir hintenheraus noch ein paar mehr Geschichten von der Reise gewünscht, oder ein richtiges Ende. Denn leider wirkt das ziemlich übereilt. Ganz nach dem Motto, die Geschichte ist nun erzählt, also noch schnell die Auflösung in ein Kapitel pressen und fertig ist das Buch. Reicht mir für die Geschichte als Ende leider nicht. 
Grundsätzlich hat mir das Buch gefallen. Gerade die verschiedenen Abenteuer fand ich sehr schön und es fühlte sich wie eine kleine Philosophiestunde für zwischendurch an. Die fantastischen Elemente haben sich gut in die Geschichte eingefügt, so dass kein Widerspruch zwischen rational erklärbarem und fantastischem entstand. Dennoch find ich es schwierig eine Zielgruppe für das Buch zu bestimmen, der ich es empfehlen könnte. 

Das Fazit

Juno und die Reise zu den Wundern steckt irgendwo zwischen Kinderbuch und philosophischer Abhandlung fest und hat so keine klare Zielgruppe. Dennoch ist es zwischendurch eine süße, fantastische Geschichte voller Lebensweisheiten, trotz zu langem Anfang und zu kurzem Ende.

Juno und die Reise zu den Wundern ist seit dem 12.10.2020 in allen Buchhandlungen erhältlich.

Juno und die Reise zu den Wundern wurde mir vom Diederichs Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Eine Handvoll Bücher

Heute mit: dem Finden einer Stimme im Theater, den 10. Hungerspielen, eine Historikerin auf Zeitreisen, einer erwachenden Schattenkönigin und einer horrormäßigen Alice im Wunderland-Adaption.

Never Doubt – Emma Scott

Die Handlung: Willow muss mit ihren Eltern aus New York City wegziehen und findet sich im kleinen Städtchen Harmony wieder. Eigentlich würde sie lauthals protestieren, aber seit dem Vorfall vor einem Jahr hat sie ihre Stimme verloren. Bei einem Vorsprechen am örtlichen Theater findet sie ihre Stimme in den Worten Shakespeares wieder. Ebenso wie der Bad Boy der Stadt Isaac, der auf der Bühne jemand ganz anderes zu sein scheint.

Meine Meinung: Emma Scotts All in-Reihe gehört auf jeden Fall zu meinen Jahreshighlights. Never Doubt ist ein Einzelband, aber ebenfalls mit einer sehr tiefgehenden Geschichte. Es behandelt Tabuthemen und setzt sich mit Vorurteilen auseinander. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Willow und Isaac erzählt, was einem Einblicke in die Gedankenwelt von beiden Seiten ermöglicht. Gemeinsam haben sie ihre Liebe zum Theater und das sie mit ihren eigenen Worten nicht sagen können, was sie gerne sagen wollen und daher die Worte auf der Bühne nutzen. Dabei schafft es Emma Scott wieder ihre Geschichte so tief zu gestalten und die einzelnen Szenen so intensiv werden zu lassen, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Dabei geht Emma Scott wieder dem Weg des logischen und nicht unbedingt dem, den der Leser sich wünschen würde. Aber auch diesmal schafft sie es den Leser am Ende doch noch zufrieden zu stellen, auch wenn die Protagonisten eventuell eine Hürde mehr nehmen mussten, als in vergleichbaren Werken.

Die Tribute von Panem X – Suzanne Collins

Die Handlung: Die 10. Hungerspiele stehen bevor. Der junge Coriolanus Snow ist Schüler an der Akademie im Kapitol. Obwohl der Name seiner Familie noch viel Einfluss hat, lebt er doch in ärmlichen Verhältnissen. Als er die Chance bekommt als Mentor bei den Hungerspielen mit zu wirken und die Aussicht auf ein Stipendium für das Studium lockt, ist er sofort dabei. Doch dann bekommt er als Tribut das Mädchen aus Distrikt 12 zu geteilt. Doch Snow versucht alles, um ihr und sich selbst zum Sieg zu verhelfen.

Meine Meinung: Brauchte es ein Prequel zur Tribute von Panem Reihe? Wohl eher nicht. War die Entscheidung den späteren Präsidenten Snow als Protagonist vorzustellen eine gute Entscheidung? Nun, durchaus, birgt die Geschichte doch ziemlich viel Potential. Hat die Geschichte das Potential auch genutzt? Tja, das ist nun etwas schwierig zu beantworten. Erst einmal ist Das Lied von Vogel und Schlange mit knapp über 600 Seiten schon sehr dick – zum Vergleich der erste Band hatte knapp über 400 Seiten – die Geschichte musste also einiges bieten, um spannend zu bleiben. Und zunächst ist die Einsicht in das Leben im Kapitol auch durchaus spannend. Es ist noch lange nicht das schillernde Überflussparadies, wie später in Katniss‘ Zeitstrang, da die Rebellion der Distrikte erst 10 Jahre zurückliegt und auch das Kapitol sich davon noch erholen muss. Autorin Suzanne Collins verfolgt hier also das Prinzip, die Entwicklungen des Kapitols und der Hungerspiele aufzugreifen. Die Hungerspiele sind also noch lange nicht die, die wir von Katniss kennen. Allein die verschiedenen Überlegungen, wie man die Spiele effektiver bzw. spannender gestalten könnte, sind gut durchdacht und spannend zu verfolgen. So hat auch der treue Leser immer noch etwas neues zu entdecken. Auch die Geschichte zwischen dem Mädchen aus Distrikt 12 und Snow ist sehr interessant, weil es doch die spätere Bedeutung der Dialoge zwischen Katniss und Snow verdeutlicht. Auch der dritte Abschnitt des Buches, wirkt er am Anfang noch völlig aus der Luft gegriffen, gewinnt am Ende an Bedeutung für die Entwicklung Snows zu dem gerissenen Präsidenten. Letztlich ist das Buch aber einfach zu lang. Viele Szenen waren spannend, interessant und wichtig für das Verständnis eines zuvor sehr einseitigen Charakters. Aber viele hätte man auch kürzen können. Und mit einer besseren Reduktion auf das wirklich wichtige, hätte dem Buch noch einmal gut getan. Kommen wir zur Ausgangsfrage zurück. Es hätte dieses Prequel nicht gebraucht, aber es war durch seine Umsetzung auch nicht völlig sinnfrei. Durch den deutlichen Zeitsprung war genug Potential für die Geschichte da, das größtenteils genutzt wurde.

Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv – Jodi Taylor

Die Handlung: Madeleine „Max“ Maxwell ist Historikerin und Archäologin. Dabei ist sie für die stumpfe Forschungsarbeit in einer Bibliothek oder langweilige Ausgrabungen so gar nicht geeignet. Als ihre ehemalige Lehrerin ihr einen Job am St. Marys Institut anbieten, ist sie zunächst verwirrt. Doch als sie erfährt, was St. Marys wirklich macht, ist sie sofort dabei. Denn es ist kein gewöhnliches Institut. Denn hier werden Zeitreisen gemacht, um die wirklichen historischen Ereignisse live nachvollziehen zu können. Doch zunächst muss Max durch eine strenge Einarbeitungsphase.

Meine Meinung: Die Geschichte hatte mich sofort. Witzigerweise hatte ich zunächst den zweiten Teil auf den SuB, weil ich mich in den versprochenen Dodo der Handlung verguckt hatte. Ich beschloss dann aber doch zunächst den ersten Band zu lesen, was auch gut war, weil hier so viel passiert, dass ich wahrscheinlich vieles im zweiten nicht verstanden hätte. Dabei ist Max nicht unbedingt die sympathischste Protagonistin, aber trotzdem eine mit der man immer mitfiebert, auch mit all ihren Ecken und Kanten. Die Geschichte ist durchgehend spannend, was wohl auch daran liegt, dass einfach wahnsinnig viel passiert. Ich würde fast sagen zu viel, denn gefühlt sind die Protagonisten ständig nur in Gefahr und vor immer größeren Problemen. Was also andere Autoren in einer gesamten Trilogie erzählt hätten, findet hier in einem Band statt. Kommen wir auch schon zum einzigen Problem, das ich mit dem Buch hatte: Der Erzählstil. Es lag gar nicht am Schreibstil selbst, denn der war wunderbar flüssig. Es war wirklich der Erzählstil. Ein Beispiel: Mitten im Buch wird einem auf einmal gesagt, dass die Geschichte schon eine Zeitspanne von 5 Jahren umfasst. Das konnte der Leser aber an keiner Stelle wirklich ausmachen. Und natürlich kann in so einem Institut in fünf Jahren sehr viel passieren. Das erklärt auch die vielen Abenteuer, die alle erzählt werden. Im Prinzip gibt es keinen großen Spannungsbogen über das ganze Buch, sondern ein ständiges auf und ab. Problem taucht auf, Problem scheint unlösbar, Problem wird mit Verlusten und Verletzungen gelöst. Das nächste Problem taucht auf, das Problem scheint noch unlösbarer, wird dann aber mit noch mehr Verlusten und Verletzungen gelöst. Ein absolutes Finale bahnt sich, wird erstaunlich schnell gelöst. Naja, es gibt ja noch ein weiteres Problem. Aber das kann man ja wann anders lösen. Problem drängt sich und das eigentliche Finale startet. Es waren einfach zu viele Komponenten für eigenständige Bücher, das man sich auf keins richtig konzentrieren konnte und die Autorin auch viele eher stiefmütterlich behandelt hat, weil es natürlich noch die eine große Verschwörung geben musste. Man kann das auf und ab der Spannung gut finden. Mir war es einfach zu viel und ich habe auch einfach irgendwann die Übersicht verloren, so dass ich wirklich tolle Handlungsabschnitte nicht mehr so toll finden konnte.
Um es kurz zu machen: Ich mochte die Handlung und die Ideen sehr. Ich mochte nur nicht, wie sie erzählt wurden. Und das ist schade, weil es im großen und ganzen ein wirklich tolles Buch ist.

Rowan & Ash – Michael Handel

Die Handlung: Rowan ist seit seiner Kindheit mit der Kronprinzessin von Iriann, einer Insel, die einst von den Magiereserven aus dem mysteriösen Schattenlabyrinth profitierte, verlobt. Nun steht die Hochzeit bald bevor. Doch es gibt zwei Probleme. Zum einen droht die dunkle Königin aus dem Schattenlabyrinth zu erwachen und es wird überlegt, dieses zu versiegeln, was aber große Auswirkungen auf den Einfluss der Insel hätte. Zum anderen liebt Rowan jemand anderen. Allerdings nicht seine beste Freundin Raven, was ihm gerne unterstellt wird, sondern den Königssohn Ash.

Meine Meinung: Ein Fantasyroman mit einem homosexuellen Protagonisten? Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Und Christian Handel hat es wirklich geschafft mit Rowan einen wirklich tollen Helden zu kreieren, der eben nicht in die typischen Klischees passt. Er ist nicht der große Kämpfer, ist dafür aber schlau und gebildet. Er will nicht König werden, um Macht zu erlangen, sondern er will seine Verlobte unterstützen und beraten. Und er kämpft damit, dass er seine Homosexualität verbergen muss, weil sie in Iriann verpönt ist. Christian Handel zeigt uns, dass Mut auch ganz anders sein kann. Und das gerade das Überwinden von Ängsten viel Mut erfordert. Gleichzeitig schafft er es spielerisch uns in eine ganz neue Welt einzuführen, die für einen Einzelband eigentlich zu schade ist, aber trotzdem gut erklärt wird, ohne das es lediglich darum geht. Hier eine Information eingestreut, dort eine platziert, und schon fühle ich mich mittendrin, statt nur dabei. Und ganz nebenbei ist die Geschichte auch einfach nur rund und gelungen. Einziger Wermutstropfen ist das sehr offen gehaltene Ende. Ich habe im Rahmen der digitalen Frankfurter Buchmesse ein Interview mit dem Autor verfolgt, der meinte, dass für ihn die Geschichte an der Stelle fertig erzählt war und er eigentlich überrascht war, dass so viele das Ende kritisierten. Nun, Herr Handel, für mich ist das Ende nicht fertig erzählt, ganz und gar nicht! Denn die ausschlaggebenden Entscheidungen für die Zukunft wurden eben ausgelassen, nachdem Rowan zumindest eine getroffen hat. Aber genau die waren für mich spannend. Aber wie gesagt, dass macht den wirklich guten Roman nicht weniger gut, sondern lässt einen nur leicht unbefriedigt zurück.

Die Chroniken von Alice – Finsternis im Wunderland – Christina Henry

Die Handlung: Alice sitzt in einer Irrenanstalt, ihr einziger Gesprächspartner ist Hatter, der in der Nachbarzelle sitzt. Er soll einige Menschen abgeschlachtet haben, doch auf Alice macht er einen liebevollen Eindruck. Als die Irrenanstalt brennt, können die beiden den Flammen entkommen. Doch nun muss sich Alice ihrer Vergangenheit stellen. Einer verhängnisvollen Teeparty und dem weißen Kaninchen, doch was aus ihrer verschwommenen Erinnerung ist wahr und was geschah damals wirklich?

Meine Meinung: Ich bin ein großer Fan von Alice im Wunderland. Auch Adaptionen davon können mich gelegentlich in den Bann ziehen, sofern sie gut durchdacht sind und zwar etwas eigenständiges bieten, aber nicht die ganze Geschichte ad absurdum führen. Ein sehr gelungenes Beispiel ist Die Chroniken von Alice Dilogie, zumindest soweit ich das nach diesem ersten Band beurteilen kann. Denn das Wunderland wird hier in eine Stadt verwandelt, deren alter Stadtteil von verschiedenen Anführern „regiert“ werden. Dabei kommen einem die Gestalten durchaus bekannt vor. Zimmermann, Walross, Raupe, Grinser, etc. Doch man sollte sich vor Augen führen, dass es sich um eine Horrorvariante handelt. Auch wäre eine Triggerwarnung, was Gewalt, Vergewaltigung und ähnliches angeht, am Anfang durchaus angemessen gewesen. Wer mit solchen Themen Probleme hat, sollte von dem Buch Abstand nehmen. Wer sich trotzdem von einer Alice im Wunderland Horrorvariante überzeugen möchte, wird hier nicht enttäuscht. Die Geschichte ist, nachdem sie einmal Fahrt aufgenommen hat, durchgehend spannend, voller gut durchdachter Elemente, wenn auch an ein paar Stellen sehr grausam, und kann mit einem sehr flüssigem Schreibstil überzeugen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es im zweiten Teil weitergehen soll.

Habt ihr eins der Titel gelesen? Wie fandet ihr es?

Ein Schotte kommt selten allein

Ein Vorwort

Während ich euch in der letzten Woche die magische Welt unter Edinburgh näher brachte, soll es diese Woche um eine Sache gehen, die ich zusätzlich zur Erkundung Edinburghs vorhatte: Busrundreise. Während es bei mir nur um kurze Tagesausflüge gehen sollte – danke Corona, für nichts – bekommt Karin Müllers Janne gleich das Rundumpaket mit. Aber zum Glück wird es noch abenteuerlich. Wie mir Ein Schotte kommt selten allein gefallen hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Janne ist begeisterter Schottlandfan und liebt die Serie Outlander. Als ihre Freundinnen ihr zu ihrem 40. Geburtstag eine Reise ins Land des Whiskeys und der Highlands schenken, müsste sie eigentlich überglücklich sein. Aber Janne hasst Busreisen. Und genau darum handelt es sich bei der Reise. Und schon ist sie eingequetscht zwischen lauten Outlander-Fans und muss Sightseeing nach einer strengen Stoppuhr machen. Bis sie aus Versehen in den falschen Bus steigt und sich auf einmal neben dem charmanten Schotten Alex wiederfindet, beginnt ihr Abenteuer erst richtig.

Meine Meinung

Ein Schotte kommt selten allein von Karin Müller sprach mir durch den Klappentext genau aus der Seele. Zunächst konnte ich mich auch gut mit der Protagonistin Janne identifizieren, auch wenn uns noch einige Jahre trennen. Zunächst erfahren wir auch nur im Ansatz, dass sie immer wieder Probleme mit ihren Beziehungen hatte, weil sie sich auf die falschen Männer eingelassen hat. Dies wird jedoch noch genauer erschlossen. Und schon nach wenigen Seiten geht es auf große Schottlandreise. Leider erfolgte ab da sehr schnell die Ernüchterung. Denn die Busreise, auf die ich mich schon irgendwie freute, hab ich sie doch dieses Jahr nicht selbst erleben können, entpuppt sich zu einem durchgehenden Janne-Jammer. Alle Mitreisenden sind für sie irgendwie blöd – und ja, einige hätten mich wohl auch genervt – und nervig und sie ist ja in allem besser. Die Mädelstruppe sind große Outlander-Quietsche-Fans und es ist natürlich viel kultivierter, Outlander nur im stillen zu lieben. Und der Reiseleiter hat natürlich auch einen kleinen Klaps, weil er mit einer Funko-Pop Braveheart-Puppe, die er ein bisschen verschönert hat, rumreist. Hier fiel es mir wirklich schwer weiter in die Geschichte reinzukommen und ich distanzierte mich immer mehr von dem Gemecker und Gejammer der Protagonistin. 
Aber damit ist die Geschichte natürlich noch lange nicht vorbei. Und das ist auch gut. Denn sobald Janne in den falschen Bus springt und Alex kennenlernt, wandelt sich die Geschichte deutlich und wird zu einer tollen Liebesgeschichte. Liebe zwischen zwei Menschen und Liebe zu einem wunderbaren Land. Denn auch wenn es größtenteils als Busreise weiter geht, ist hier doch das Gefühl viel besser. Die Mitreisenden sind angenehmer und es gibt weniger reines Outlandergerede. Ab hier wird auch immer deutlich warum Janne so ist, wie sie ist und man kann sie und ihre Handlungen deutlich besser nachvollziehen. 
Ihr neuer Reisepartner Alex ist zwar etwas zu perfekt und natürlich auch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort, aber für die Geschichte verzeiht man so einiges. Wenn so sympathische Schotten auf einen warten, werde ich wohl auch aus Versehen mal in den falschen Bus springen. 
Karin Müller schafft es mit einem flüssigen Schreibstil den Leser voll und ganz für das Land im hohen Norden der britischen Insel zu gewinnen. Und das ganz ohne die gängigen Klischees zu überstrapazieren. Also wenn man das erste Dritten geschafft hat und alle gängigen Busreisenklischees durch sind. Aber durch diesen Teil muss man sich einfach durchkämpfen, denn es lohnt sich!

Das Fazit

Ein Schotte kommt selten allein hat ein nerviges erstes Drittel, doch danach hat sich die Geschichte eingespielt. Auch wenn es sich die Handlung manchmal etwas leicht macht, ist die Geschichte doch zum träumen. Ob nun von einem etwas verregnetem Land oder einem gepflegtem Mann, darf sich jeder Leser selbst aussuchen. 

Ein Schotte kommt selten allein ist seit dem 11.05.2020 in allen Buchhandlungen erhältlich

Ein Schotte kommt selten allein wurde mir vom Penguin Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Talus

Ein Vorwort

Ich will schon seit vielen Jahren einmal nach Schottland. Und dieses Jahr hätte es soweit sein können, die Reise nach Edinburgh war bereits gebucht. Aber wie bei so vielen anderen hat Corona meine Reisepläne gecancelt. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als zumindest durch Buchwelten in die Stadt einzutauchen. Und Talus wollte mich nicht nur nach Edinburgh mitnehmen, sondern auch noch in eine magische Welt unter Edinburgh. Wie mir das Buch in die magische Welt gefallen hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Touristenführerin Erin glaubt an Magie, wird dafür aber immer ausgelacht. Als sie dann aber bei einer Führung in den Vaults einem echten Geist begegnet, ist sie gar nicht mehr so begeistert. Und schon steckt sie mitten in einem Wettlauf um den magischen Gegenstand Talus zu finden. Mit dabei ist der Tarotleger Kaito, die Gebräuhexe Lu und der Schattenleser Noah. Doch Talus ist mächtig und sollte nicht in die falschen Hände geraten.

Meine Meinung

Liza Grimm schafft es spielerisch eine völlig neue magische Welt unter Edinburgh zu schaffen. Dabei hat sie sich die richtige Stadt ausgesucht, die bereits voller Mythen und Legenden ist. Gut recherchiert, Legende aufgegriffen und ein steter Glaube an die Magie. Schon haben wir mit Erin auch unsere erste der vier Protagonisten. Sie ist ein Mensch und Touristenführerin. Sie ist mit dem steten Glauben an Magie aufgewachsen, bis ihre Tante Charly erkrankte. Eben jene Frau, die sie immer bestätigte und ihr die Begeisterung für die Magie gab. Umso begeisterte ist sie, als sie nach dem Erlebnis mit dem Geist erfährt, dass es wirklich Magie gibt. Da die anderen Protagonisten alle zur magischen Welt gehören, haben wir mit Erin praktisch unseren Verknüpfungspunkt. Wenn ihr die Grundlagen der magischen Welt erklärt werden, dann werden sie dadurch auch dem Leser erklärt, ohne in ständige Ausschweifungen zu verfallen.
Weitere Protagonisten sind Kaito, ein Tarotleger, der lieber in der Menschenwelt lebt, weil er als Tarotleger automatisch einen niedrigeren Stand in der magischen Welt hat. Noah, ein Schattenleser, der von Geburt an einen hohen Stand hat und verzweifelt versucht den hohen Erwartungen seines Vaters zu erfüllen. Als er die Ermittlungen eines wichtigen Falls übernehmen darf und vom Rat der Hexen direkt dafür ausgewählt wurde, kann er sein Glück kaum fassen. Doch dieser Fall hat es in sich. Und zu guter Letzt hätten wir dann noch Lu, eine Gebräuhexe. Sie lebt gerade für zwei Jahre in der Menschenwelt, da dies zu ihrer Ausbildung gehört. Dabei ist ihr größter Wunsch eine Wasserhexe zu sein. Bis auf Kaito bekommen alle Protagonisten Kapitel, die aus ihrer Sicht erzählt wurde. Ein bisschen schade, da ich Kaito am meisten mochte und mich seine Gedanken schon sehr interessiert hätten.
Alle vier sind vom Charakter und von ihrer Geschichte her sehr unterschiedlich, aber ihre Geschichten überschneiden sich an bestimmten Stellen, so dass man erahnen kann, wo sich sich letztlich treffen werden. Wie das ganze dann aber doch geschieht, ist dann noch einmal eine völlige Überraschung und traf mich auch sehr unvorbereitet.
Über das Ende zu reden, ist nicht leicht, da hier schnell gespoilert werden kann. Sagen wir es einfach mal so: Das Buch baut sich relativ langsam auf und nimmt sich die Zeit die Charaktere, die magische Welt und die Rätsel aufzubauen, die nach und nach gelöst werden wollen. Viele Rätsel werden noch mit in den zweiten Teil genommen, einige Fragezeichen konnten aber auch gelöst werden. Dennoch ließ mich der erste Teil sehr fassungslos zurück. Da war Frau Grimm nicht nur sehr gemein zu ihren Lesern, sondern musste auch noch einen großen Cliffhanger einbauen.
Letztlich ist es eine Geschichte, die mich komplett abholen konnte, obwohl ich sonst solche Aufbaubände eher weniger mag. Aber Liza Grimm weiß es, neben dem Weltenbau und der Charakterisierung eben genug Brotkrumen zu verstreuen, um den Leser bei der Stange zu halten und durch ihren sehr schönen und flüssigen Schreibstil das Buch in einem zu verschlingen. Und nun heißt es warten auf den zweiten Teil.

Das Fazit

Talus zieht den Leser in seinen Bann und wenn man mitten in der wunderbaren magischen Welt in Edinburgh versunken ist und die Charaktere lieb gewonnen hat, ist es auch schon zu Ende – das ist übrigens positiv gemeint und ist ein deutliches Zeichen für Liza Grimms sehr schönen Erzähl- und Schreibstil.

Talus ist seit dem 01.10.2020 in allen Buchhandlungen zu finden

PS: Erinnert mich daran, demnächst nur noch Bücher zu lesen, wo der/die AutorIn die Fortsetzung bereits geschrieben hat und nicht erst noch schreiben muss…