Eine Handvoll Filme 1/2021

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe eine Handvoll Filme in diesem Jahr. Wie konnte es denn passieren, dass wir schon März haben und ich euch noch keine Handvoll präsentiert habe? Heute mit: philosophierenden Philosophen, Cluedo in der Filmvariante, eine Hochzeit, bei der der Schein trügt, ein Thriller voller Erinnerungen und ein Spion beim Geheimdienst.

The Philosophers

Die Handlung: Eine Gruppe aus Philosophiestudenten soll in einem Gedankenexperiment ein Endzeitszenario durchspielen. Jeder bekommt einen Beruf und Fähigkeiten zugeteilt. Nun sollen sie entscheiden, wen sie aus der Gruppe in einen Survivalbunker stecken würden. Für 20 Studenten gibt es nur 10 Plätze, wie werden sie sich entscheiden?

Meine Meinung: Philosophie ist so ein Wissenschaftsstrang, mit dem ich mich noch so überhaupt nicht auseinander gesetzt habe. Dennoch klang der Film grundsätzlich erst einmal spannend. Für den Laien, wie mich, gibt es auch am Anfang noch einmal eine kurze Übersicht der gängigen Gedankenexperimente. So ist man gewappnet, auf das, was als nächstes kommt. Und so ist gerade die erste Runde erst einmal komplett spannend. Zwischendurch vergisst man beinahe, dass es sich nur um ein Gedankenexperiment handelt, da die erzählte Handlung für den  Zuschauer direkt dargestellt wird. Zudem wird so die benötigte Spannung erzeugt. Auch beim zweiten Versuch ist man noch mit dabei, auch wenn man hier schon genervter von den ganzen Beziehungsdramen ist. Die dritte Version ist dann auch die finale und das ist gut so, weil zu dem Zeitpunkt der Zuschauer kurz davor ist vollständig abzuschalten. So richtig packend ist es da schon nicht mehr, da sich die Szenarien auch ähneln. Enttäuschend ist dann noch irgendwo das Ende, wenn die Motive für die ganzen Gedankenexperimente erklärt werden. Das hätte man entweder besser lösen oder ganz weglassen können.

Clue

Die Handlung: In einer stürmischen Nacht treffen sich mehrere Personen in einem alten Herrenhaus. Alle haben sie mysteriöse Einladungen bekommen, keiner weiß, warum er wirklich da ist. Doch sie alle werden erpresst. Eine aufregende Nacht steht bevor, die nicht jeder überleben wird.

Meine Meinung: Ein Film, der auf dem Brettspiel Cluedo basiert Clue zu nennen, leuchtet mir ja durchaus ein und war für mich auch ein interessanter Anhaltspunkt. Warum man ihn im Deutschen mit ‚Alle Mörder sind schon da‘ übersetzen musste, übersteigt mein Verständnis. Aber nun gut, wir haben mit dem alten Herrenhaus schon einmal die perfekte Kulisse für den Film. Für eine gute Atmosphäre ist gesorgt. Was folgt, wirkte auf dem ersten Blick wie ein kunterbuntes Durcheinander und ein hin und her Gerenne im ganzen Haus. Das muss man mögen, aber ich fand es herrlich überzeichnet. Dazu hat auch Tim Curry als Butler Wadsworth einen großen Teil des Slapstickhumor beigetragen. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß beim Film, weil er sich eben nicht ernst nimmt. Weil er die typischen Waffen aus Cluedo irgendwie geschafft hat unterzubringen. Und weil er irgendwie seinen ganz eigenen Charme hat.

Die Schein-Hochzeit

Die Handlung: Jennifer und Vince treffen auf einer Hochzeit aufeinander und können sich auf den ersten Blick überhaupt nicht ausstehen. Doch beide stellen fasziniert fest, dass so eine Hochzeit eine wahre Goldgrube an Geschenken ist. Kurz darauf stehen beide zwar vor ganz unterschiedlichen Problemen, aber beide brauchen sie dringend Geld. Und so beschließen sie nur zum Schein zu heiraten, die Geschenke abzugreifen und dann wieder getrennte Wege zu gehen.

Meine Meinung: Dass Melissa Joan Hart und Joey Lawrence eine gute Dynamik zusammen haben, beweisen sie in ihrer gemeinsamen Serie Melissa & Joey. Doch vor Start der Serie waren die beiden bereits in ‚Die Schein-Hochzeit‘ zu sehen und bewiesen ihre gute Dynamik. Die Handlung ist sehr einfach gehalten und vieles – gerade das Ende – ist absolut vorhersehbar, aber das macht der Film mit tollen Charakteren, spannenden Sidekicks und kleineren Überraschungen auf jeden Fall wett. Kurzum ist es eine sehr schlichte romantische Komödie, aber dafür eine der besseren Vertreter des Genres, auch wenn das Rad halt nicht neu erfunden wird. Das liegt halt wirklich in vorderster Linie an den beiden Hauptdarstellern, die mit ihrer Dynamik und ihrem überzeugenden Zusammenspiel für eine gute Atmosphäre sorgen. Auch wenn der Film ursprünglich als Fernsehfilm geplant, sehr einfach produziert wurde – in Deutschland lief er im Kino – merkt man es ihm so erstmal nicht an.

Mindscape

Die Handlung: Mindscape ist eine Detektiv-Agentur, die sich darauf spezialisiert hat, in die Gedanken und Erinnerungen der Klienten einzudringen, um dort Hinweise zu finden. John Washington erhält den Auftrag bei Familie Green Therapiesitzungen mit der Tochter Anna abzuhalten. Hier soll er prüfen, ob ihr Stiefvater sie zu Recht in eine Anstalt schicken will. Doch dabei fallen ihm immer mehr Ungereimtheiten auf.

Meine Meinung: Zu Beginn des Films zog ich kurz Vergleiche zu Minority Report, verwarf diese jedoch ganz schnell wieder. Auch wenn es zunächst ähnlich klingen mag, ist die Umsetzung von Mindscape als Psychothriller doch eine ganz andere. Hier lebt der Film vom brillianten und gut nuancierten Spiel von Taissa Famiga, die selbst Mark Strong gegen die Wand spielt. Hier gibt es genug Rätsel zu lösen und doch überrascht die Auflösung. Der stetige Wechsel von ’normalen‘ Szenen und Erinnerungszenen erzeugt eine spannende Atmosphäre, bei der man immer unsicherer wird, wen man trauen kann und wem nicht. Zumal John Washington durch seine eigene Vergangenheit immer mehr zu einem Erzähler wird, bei dem man nicht so richtig weiß, ob er ein zuverlässiger Erzähler ist. Das Ende ist auf jeden Fall – für mich zumindest – unvorhersehbar und bringt den Film noch einmal auf eine ganz neue Ebene. Wer also noch einen guten Psychothriller braucht, dem sei dieser Film empfohlen.

Dame König As Spion

Die Handlung: Control, der Leiter des britischen Geheimdienst, wird nach einem Misserfolg in Budapest in den Ruhestand geschickt und stirbt kurz darauf. Daraufhin wird George Smiley reaktiviert, der den Spion unter den Spionen finden soll. Dabei entdeckt er einen ganzen Haufen an Ungereimtheiten.

Meine Meinung: John le Carré und ich hatten literarisch bisher noch keine Übereinstimmung, soll heißen: ich habe kein Buch von ihm gelesen. Dafür stolper ich immer wieder über Verfilmungen von ihm. Verräter wie wir, war gar nicht meins, die Miniserie The Night Manager fand ich dafür umso gelungener. Nun durfte Dame König As Spion bei mir einziehen, was vor allem dem Cast rund um Gary Oldman geschuldet ist. Der Film ist sehr ruhig angelegt und man wird direkt mit einigen Namen konfrontiert und muss sich schnell die dazu passenden Gesichter merken. Auf jeden Fall sollte man eine Vorliebe für Spionagefilme haben und auch mit dem Setting der 1970er etwas anfangen können, ansonsten ist man hier sehr schnell raus. Leider bin ich gar nicht in die Handlung reingekommen und hatte daraufhin Probleme die einzelnen Schritte und auch die große Auslösung zu verstehen. Was man dem Film auf jeden Fall eingestehen muss, ist, dass er schauspielerisch einwandfrei ist.

Habt ihr einen Film davon gesehen? Wie fandet ihr ihn?

2 Gedanken zu „Eine Handvoll Filme 1/2021

  1. Ich mag Taissa Farmiga ja immer gern in Filmen sehen. Leider ist sie nicht so aktiv vor der Kamera, was bei ihrem Talent doch recht schade ist. „Mindscape“ fand ich damals auch ganz gut, vor allem wegen Farmiga und Strong, die beide viel zur Atmosphäre des Films beitrugen.

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