Eine Handvoll Serien – 2/21

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Einer eisernen Lady, Sirenengesang, einem unwiderstehlichem Duke, Musik im Kopf und albernem Bingen.

The Crown – Staffel 4

Die Handlung: Wir sind in den 1980er Jahren angekommen und es wird eisern in Großbritannien. Denn Margaret Thatcher wird Premierministerin. Gleichzeitig tritt Diana Spencer in Charles Leben. Auf jeden Fall wird es wieder dramatisch im Hause Windsor.

Meine Meinung: Man könnte meinen, dass der Serie nach drei starken Staffeln irgendwann die Luft ausgeht. Doch eher das Gegenteil ist hier der Fall. Denn gerade weil sich die Handlung der Gegenwart nähert. bzw ein Stadium erreicht hat, an dass sich manche vielleicht erinnern, und anderen durch noch immer vielen Berichten darüber, doch noch bekannt sind. Allein die Bilder der Hochzeit von Charles und Diana sind wohl für viele noch allgegenwärtig. Aber auch die Zeit als Margaret Thatcher Premierministerin war, ist vielen noch geläufig – zumindest geläufiger als Churchills Regierung zu Beginn der ersten Staffel. Aber natürlich stehen auch diesmal wieder die großen Dramen im Vordergrund. Hier wird wieder gut die Balance gehalten zwischen Folgen, wo das Drama überwiegt, Folgen wo das politische überwiegt und Folgen, die Einzelereignisse behandeln. Schauspielerisch ist Gillian Anderson als Margaret Thatcher zum Cast gestoßen, die die Frau gebührend in all ihren Facetten darstellt und dem gesamten Cast in nichts nachsteht. Einziger Wermutstropfen der Staffel ist, dass wir uns nicht nur von Anderson, sondern auch vom übrigen Cast verabschieden müssen, da nach zwei Staffeln nun wieder ein Castwechsel ansteht. Allerdings bin ich auch gespannt auf Imelda Stauntons Darstellung der Queen.

Mysterious Mermaids – Staffel 1

Die Handlung: In der Küstenstadt Bristol Cove gibt es schon lange Sagen um Meerjungfrauen. Doch als ein Fischerboot eine richtige findet, steht die halbe Stadt Kopf. Das Militär entführt sie und einen verletzten Zeugen und fängt an Experimente durchzuführen. Währenddessen trifft der Meeresbiologe Ben auf die mysteriöse Ryn, die sich als Schwester der entführten Meerjungfrau entpuppt. Zusammen mit seiner Freundin Maddie versucht er ihre Schwester zu finden und beide wieder ins Wasser zu entlassen.

Meine Meinung: Warum man den Originaltitel ‚Sirens‘ in ‚Mysterious Mermaids‘ unbennen musste, werde ich wohl nie verstehen, aber bevor ich einen langen Monolog darüber halte, warum ich das Wort ‚Meerjungfrau‘ für bedenklich halte, gehen wir gleich mal zur Serie über. Die Grundidee gefiel mir sehr gut und auch das Geheimnisvolle rund um die Sirenen mit den verschiedenen Mythen und Realitäten war gut verwoben. Die Spannung variierte von Folge zu Folge. Ein Kritikpunkt ist, dass die Serie im Prinzip zweigeteilt ist. In der Mitte gibt es ein Ereignis, das ein schönes Ende einer Miniserie hätte sein können. Aber stattdessen wird die Geschichte weiter erzählt und dreht sich ab einer gewissen Stelle auch immer weiter im Kreis. Dennoch gibt es noch spannungsreiche Handlungsstränge, so dass ein gutes Niveau gehalten wird. Ein bisschen weniger im Kreis drehen der Handlung hätte der Serie aber gut getan. Schauspielerisch war alles in Ordnung, aber hier ist auch keiner wirklich hervorgestochen. Im Endeffekt eine Serie, die man mal gucken kann, die aber auch einiges an Potential verschenkt.

Bridgerton – Staffel 1

Die Handlung: 1813 in London. Es ist Ballsaison und neben Daphne aus dem Hause Brigerton, stehen gleich drei Debütantinnen aus dem Haus Fetherington in den Startöchern. Neben dem Urteil der Königin ist aber seit neustem auch das Urteil der geheimnisvollen Kolumnenschreiberin Lady Whistledown von entscheidener Bedeutung. Ihre Klatschgeschichten bilden den Rahmen der Serie.

Meine Meinung: Im Dezember 2020 erschien die Serie auf Netflix und war danach nicht mehr wegzudenken. Als hätte die Bingegemeinschaft auf diesen Mix aus Stolz und Vorurteil und Gossip Girl gewartet, war die Serie auf einmal in aller Munde. Ein erfolgreicher Start und ausufernde Lobeshymnen ließen mich die Serie eher kritisch beäugen. Hatte sie zwar von Anfang an meine Aufmerksamkeit, sagte mir doch die Beschreibung und der Trailer sehr zu, zögerte ich jedoch, da ich merkte, dass sich meine Erwartungen immer weiter erhöhten. Doch schließlich gab ich nach und was soll ich sagen: Die Serie ist wirklich gut! Sie erfüllt genau das, was sie verspricht. Sie peppt praktisch die Eleganz von Stolz und Vorurteil mit allerlei Klatsch auf und verpackt das so spannend, dass man die Serie gut durchbingen kann. Gute Darsteller, gute Portion Drama, Spannung und viele Emotionen vereinen die Serie. Ich kann generell nichts schlechtes zur Serie sagen, allerdings ist es trotzdem fraglich, ob der Hype in der Form, wie es geschah, gerechtfertig ist.

Zoeys Extraordinary Playlist – Staffel 1

Die Handlung: Zoey wollte eigentlich nur ein MRT machen lassen. Doch als sie in der Röhre war, kommt es zu einem Erdbeben. Danach kann sie hören, wie alle Menschen ihre Gedanken und Gefühle heraussingen. Zusammen mit ihrer Nachbarin Mo versucht sie dies zu ergründen und zu verstehen. Schnell merkt sie, dass sie den Leuten helfen muss. Gleichzeitig ist sie hin und her gerissen zwischen zwei Männern, ihrem Job und ihrem Vater, der an einer tödlichen Nervenkrankheit leidet.

Meine Meinung: Über die Serie bin ich relativ zufällig gestolpert, aber schon nach der ersten Folge wollte ich sie nicht mehr missen in meinem Leben. Die Fröhlichkeit der Serie ist einfach ansteckend. Und dabei widmet sie sich mitunter auch sehr schweren Themen. So hat man eine gute Balance zwischen dem Drama, gerade Zoeys Hin- und Hergerissenheit zwischen zwei Männern und den Themen, die einen wirklich mitnehmen können. Dazu gehören zum einen die Selbstzweifel ihrer Nachbarin Mo, die als queerer Charakter mit den typischen Vorurteilen zu kämpfen hat. Diese werden jedoch nicht zu hoch aufgebauscht, sondern in einer Folge respektvoll behandelt. Viel mehr Platz nimmt da Zoeys Vater ein, der an einer tödlichen Nervenkrankheit leidet. Hier geht es um die Liebe der Familie, die den Vater auf seinem Weg begleiten und sich mit dem nahenden Tod abfinden müssen. Es geht um Trauerbewältigung, noch ehe der endgültige Tod eintritt. All das wird von einem wirklich tollen Soundtrack begleitet. Alle Darsteller sind gut ausgewählt und können ihre Lieder gut rüberbringen. Auf jeden Fall eine Sehempfehlung!

Binge Reloaded – Staffel 1

Die Handlung: Ob Serien, wie The Handmaids Tale, Vikings, oder auch diverse Fernsehformate, wie The Masked Singer oder das Traumschiff, vor dieser Serie ist nichts sicher. Eine Gruppe Comedians und Schauspieler*innen haben sich zusammengetan und parodieren wieder einmal querbeet.

Meine Meinung: Switch Reloaded dürfte vielen noch ein Begriff sein, wo diverse Fernsehformate parodiert wurden, mache mehr andere weniger witzig. Mit Binge Reloaded schien diese Idee nun auf das stärkere Streamingverhalten der Zuschauer angepasst zu werden. Und es werden auch einige Serien aufgegriffen. Allerdings wurde größtenteils auch wieder auf Show- und Fernsehformate zurückgegriffen, was allerdings bei Switch Reloaded schon komplett ausgereizt wurde. Dadurch wurde auf jeden Fall einiges an Potential verschenkt. Das nächste Problem ist, dass nur die wenigsten Parodien wirklich witzig sind. Gerade die Fernsehformate wirken in sich schon so überzogen, dass eine Parodie nichts mehr auf die Spitze treiben kann. Lediglich die Varianten von 4Blocks und Two and a half man haben mir wirklich Spaß gemacht. Dafür war aber einfach zu viel dazwischen, was mir gar nicht gefallen hat oder mich einfach nicht abgeholt hat. Wenn man sich hier einmal getraut hätte von platten Attitüden abzukommen, wäre wesentlich mehr möglich gewesen.

Habt ihr eine davon gesehen? Wie hat sie euch gefallen?

Rückblick auf das 1. Quartal 2021

Ihr kennt meine großen Jahresrückblicke und meine kleineren Halbjahrsrückblicke. Und bis 2017 habe ich auch Quartalsrückblicke geschrieben. Und da noch immer Kinoflaute herrscht und daher die Beitragskapazität da ist, dachte ich mir, dass ich versuchen könnte, diese wieder zu beleben. Mein Filmjahr geht immer von Dezember-November, aber bei den Quartalen werde ich mich (voraussichtlich) an den richtigen Jahresquartalen orientieren. Bedeutet, dass es diesmal um das 1. Quartal, bei mir also Dezember bis März, geht. Im Prinzip stelle ich euch nur kurz meine Highlights vor und verkaufe es euch als neues Format 😉 Jeweils zu Film, Serien und Büchern werde ich euch meine Top 5 vorstellen, die sind aber nicht nochmal gerankt.

Meine fünf filmischen Highlights

  1. Der wunderbare Mr. Rogers

Der Journalist Lloyd Vogel soll für ein Magazin einen Artikel über den beliebten Kindershow Moderator Fred Rogers schreiben. Das Treffen für das Interview verläuft allerdings völlig anders, als Lloyd sich das vorgestellt hat. Statt wirklich etwas zu erfahren, bringt Rogers ihn dazu, sich wieder mit sich selbst und seinen familiären Problemen zu beschäftigen. – Ein Film, mit einer so herzensguten Hauptfigur, dass der Film einfach ganz tief ins Herz geht.

2. Clue

Der Film basieren auf dem Brettspiel Cluedo. In einer stürmischen Nacht wurden mehrere Personen in ein alten Herrenhaus eingeladen. Alle vereint etwas: Das Mordmotiv. Und tatsächlich gibt es kurz darauf die erste Leiche. – Man sollte den Film nicht zu ernst nehmen, dann macht er nämlich eine Menge Spaß. Ein bisschen cringe und trashig, aber dennoch gut für Fans von Murdermysteries geeignet.

3. Manche mögens heiß

Chicago 1929. Die beiden Musiker Joe und Jerry sind Zeugen eines Gaunermassakers. Um diesem zu entkommen, schließen sie sich einer Mädchenkapelle an. Dafür müssen sie sich allerdings als Frauen verkleiden. Auf dem Weg ins sonnige Florida passiert jedoch allerlei. Vor allem Sugar, die Ukulelespielerin, hat es den beiden angetan. – Spaßige Komödie mit immer wieder neuen Wendungen. Sollte man gesehen haben.

4. to all the boys I loved before

Lara-Jean lebt nach dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern. In ihrem Leben war sie bisher fünfmal verliebt. Jedes Mal wenn sie in der schlimmen Verknalltphase war, hat sie dem Jungen einen Liebesbrief geschrieben, aber nie abgeschickt. Bis dies eines Tages jemand anderes für sie übernimmt und ihr sonst so geordnetes Leben ordentlich aus der Bahn wirft. – ein Film, der sehr typisch für sein Genre ist, aber alles mit seinem eigenen Charme überhäuft, was den Film sehr sympathisch macht. So erfindet er am Ende das Rad nicht neu, liefert aber 100 Minuten Sehvergnügen

5. Expedition Atlantis

Regisseur James Cameron und Archäologe Simcha Jacobovici begeben sich auf Spurensuche, um das Geheimnis von Platons Atlantis zu lösen. – Eine spannende Dokumentation über eine Spurensuche mit vielen tollen Ansätzen. Wer sich für das Thema interessiert, sollte hier auf jeden Fall mal reingucken.

Der Dauerbrenner, der aus der Wertung fällt: Hamilton!

Meine fünf serienlastigen Highlights

  1. The Mandalorian – Staffel 2

Der Mandalorianer reist weiter mit dem Kind durch die Galaxie. Neue Freunde, aber auch neue Feinde säumen seinen Weg. Diesmal ist er auf der Suche nach einem Jedi, der sich dem Kind annehmen kann. Doch Moff Gideon ist weiterhin hinter dem Kind her. – Der Stil und der Aufbau bleibt der gleiche und es funktioniert weiterhin einfach

2. The Crown – Staffel 4

Es ist wieder viel los im Hause Windsor, u. a. heiratet Charles Diana. Aber auch politisch wird es eisern, immerhin ist Margaret Thatcher Premierministerin. –  Die Serie bleibt sich treu und schafft es wieder Drama und Politik gut zu mischen und spannend zu bleiben

3. Bonding – Staffel 1-2

Pete verdient beim Kellnern nicht genug und seine Karriere als Comedian läuft nicht richtig an. Als seine Freundin aus Schulzeiten Tiff ihm einen Job anbietet, zögert er nicht lange, sondern stimmt zu. Allerdings war ihm nicht bewusst, dass Tiff als Mistress May in einem Dungeon arbeitet. Er soll ihr Bodyguard werden, damit jemand einschreiten kann, wenn einer ihrer Klienten übergriffig wird. Pete arrangiert sich mit dem neuen Job und nutzt ihn gleichzeitig in seinen Stand-up Programmen. – Grundsätzlich als Komödie verpackt, greift sie jedoch wichtige Themen auf und schafft es sehr Vorurteils- und Klischeebefreit an das Thema ranzugehen.

4. WandaVision – Staffel 1

Wanda und Vision ziehen ins beschauliche Westview, um sich dort häuslich niederzulassen. Dabei haben sie einige Anpassungsprobleme, passen eine Hausfrau mit magischen Kräften und ein Android doch nicht ins übliche Vorstadtleben. Eine Sitcom im Wandel der Zeiten. – Die erste Marvelserie, die direkt für Disney+ produziert wurde, überzeugt mit ihrer Prämisse einer Sitcom im Wandel der Zeiten, bleibt aber trotzdem der typischen Marvelformel treu.

5. Zoeys Extraordinary Playlist – Staffel 1

Zoeys Leben ändert sich, als sie bei einem Erdbeben in einer MRT-Röhre war. Seitdem kann sie hören, wie Menschen ihre Gedanken heraussingen. Nun muss sie versuchen zu helfen. – Tolle Geschichte, einfühlsam, richtige Portion Drama und vor allem ein super Soundtrack. Auf jeden Fall eine große Empfehlung!

Meine fünf buchige Highlights

  1. Ich bin Linus – Linus Giese

Linus Giese ist Trans. Seine Geschichte und viele Vorschläge zum Abbau von Vorurteilen präsentiert er in diesem Buch. – Lest dieses Buch. Respektiert andere Menschen. #TransMännersindMänner

2. Becoming Elektra – Christian Handel

In einer nicht allzufernen Zukunft gibt es die Möglichkeit Klone von sich anfertigen zu lassen. So ist Isabel ein Klon für Elektra Hamilton, die allerdings bei einem Unfall verstarb. Elektras Familie macht ihr ein folgenschweres Angebot: Sie soll zu Elektra werden und die arrangierte Ehe mit Phillip von Halmen eingehen. – Ein sehr spannendes und sehr fesselndes Buch mit einer spannenden Zukunftsaussicht. Absolute Leseempfehlung!

3. Eine Leiche zum Tee – Alexandra Fischer-Hunold

Ashford-on-Sea ist eigentlich ein verträumtes kleines Küstenstädtchen. Bis sich ein Mord ereignet. Amy und ihre Tante sind sich sicher, dass es kein Selbstmord war und fangen selbstständig an zu ermitteln. – Ein weiteres Highlight! Eine süße Geschichte, tolle Charaktere und das Setting hat absolutes Fernweh in mir ausgelöst!

4. Die Schönheit der Begegnung – Frank Erzbach

Autor Frank Berzbach erzählt wie er seine Freundin kennengelernt hat. Und zwar in 32 Variationen und am Ende weiß man nicht, welche die richtige ist. Doch eins eint sie alle: Sie feiern die Begegnung und den Prozess des Verliebens. – Wunderschöne Geschichten und doch alle sehr verschieden. Ein Buch perfekt für Frühlingsgefühle.

5. Goldene Flammen – Leigh Bardugo

Alina ist eine Kartografin in der ersten Armee des Zaren von Ravka. Bei der Durchquerung der Ödsee, kommt es zu einem Angriff. Als Alina ihren besten Freund beschützt, setzt sie ungeahnte Kräfte frei und findet sich kurz darauf in der Ausbildung zur Grisha wieder. – Ich habe so viel gutes über die Buchreihe gehört, dass ich sie auch mal ausprobieren musste. Da Netflix nun bereits an einer Serie dazu bastelt, wurde es höchste Zeit, um sie noch unvoreingenommen zu lesen. Und ich muss sagen, sie hat mir gut gefallen. Lediglich der etwas vorhersehbare Plotttwist war mir persönlich zu platt. Aber hey, es gibt ja noch zwei Bände.

Was waren eure Highlights?

Rückblick auf den März 2021

Und wieder ist ein Monat vorbei. Noch immer sind die Kinos geschlossen, aber den Filmfan hält so etwas ja nicht auf. Beziehungsweise waren es in diesem Monat wieder die Bücher, die mich in ihren Bann gezogen haben. Und so geht es nun ohne weitere Worte direkt in den Monatsrückblick.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Im März habe ich erneut gesehen: Knives Out (auch beim zweiten Mal noch ein unfassbar guter Film)

Dame König As Spion: Control, der Leiter des britischen Geheimdienst, wird nach einem Misserfolg in Budapest in den Ruhestand geschickt und stirbt kurz darauf. Daraufhin wird George Smiley reaktiviert, der den Spion unter den Spionen finden soll. Dabei entdeckt er einen ganzen Haufen an Ungereimtheiten. – Eine John le Carré Verfilmung, die stark gespielt ist, aber mich leider nicht abholen konnte.

A Most wanted man: Günther Bachmann ist Strippenzieher einer halboffiziellen Spionageeinheit in Hamburg. Als dort der Flüchtling Issa Karpov, halb Russe, halb Tschetschene, auftaucht, schlägt die Einheit Alarm. Vorsichtig versuchen sie sich ihm zu nähern, doch auch andere Einheiten sind an Karpov interessiert. – Die zweite John le Carré Verfilmung in diesem Monat mit der letzten Rolle Philip Seymour Hoffmans. Leider konnte mich diese noch weniger überzeugen als die erste.

Neues aus der Welt: Der ehemalige Captain der Südstaatenarmee Jefferson Kyle Kidd zieht durch Texas, um in den Orten die Nachrichten zu lesen. Auf seinem Weg trifft er auf Johanna, die nach der Ermordung ihrer deutschen Eltern von Indigenen aufgezogen wurden. Nun soll sie zu ihrer Tante und ihrem Onkel gebracht werden. Da der zuständige Beamte aber erst in drei Monaten zurückkehrt, nimmt er sich kurzerhand selbst der Aufgabe an. Doch der Weg ist voller Gefahren. – Auch wenn ich überhaupt kein Westerfan bin und gerade am Anfang damit ziemliche Probleme hat, schafft der Film es doch einen in seinen Bann zu ziehen. Vor allem Tom Hanks mit seiner ruhigen Spielweise schafft es den Film zu bereichern.

Manche mögens heiß: Chicago 1929. Die beiden Musiker Joe und Jerry sind Zeugen eines Gaunermassakers. Um diesem zu entkommen, schließen sie sich einer Mädchenkapelle an. Dafür müssen sie sich allerdings als Frauen verkleiden. Auf dem Weg ins sonnige Florida passiert jedoch allerlei. Vor allem Sugar, die Ukulelespielerin, hat es den beiden angetan. – Spaßige Komödie mit immer wieder neuen Wendungen. Sollte man gesehen haben.

Serien – ein etwas ausführlicherer Rückblick

Nadiyas Backwelt – Staffel 1 (Nach ihren nützlichen Tipps in der Küche, verzaubert uns Nadiya Hussain diesmal mit ihren Backkünsten)

Brooklyn 99 – Staffel 6 (Auch die sechste Staffel kann noch mit den anderen mithalten und macht wieder gut Spaß. Auch wenn manche Scherze schon zu oft genutzt wurden)

Bridgerton – Staffel 1 (Die Mischung aus Stolz und Vorurteil und Gossip Girl kann mit ihrer hohen Qualität durchaus überzeugen. Den Hype um die Serie kann ich aber nicht ganz nachvollziehen. Versteht mich nicht falsch, ich fand die Serie wirklich gut. Aber eben auch nicht absolut herausragend)

WandaVision – Staffel 1 (Die erste Marvelserie, die direkt für Disney+ produziert wurde, überzeugt mit ihrer Prämisse einer Sitcom im Wandel der Zeiten, bleibt aber trotzdem der typischen Marvelformel treu.

Zoeys Extraordinary Playlist – Staffel 1 (Tolle Geschichte, einfühlsam, richtige Portion Drama und vor allem ein super Soundtrack. Auf jeden Fall eine große Empfehlung!)

The American Barbecue Showdown – Staffel 1 (Grillfans aufgepasst! Eine tolle Grillchallengeserie nach dem Prinzip der typischen Kochwettbewerbe. Nichts für Vegetarier und wahrscheinlich auch mit wenig Nachkockpotenzial, aber spannend und mit tollen Kandidaten)

Binge Reloaded – Staffel 1 (Für mich war das Prinzip der Serie, dass sie wie Switch Reloaded sind, nur eben diesmal die Serien aufs Korn nehmen, statt der Fernsehformate. Leider sind es trotzdem ca. 2/3 Fernsehformate. Dadurch auch nur wenig lustig. Nur vereinzelte Ideen zünden wirklich. Daher eher ein Flop)

The Chef Show – Staffel 1 Ausgabe 3 (Die Serie bleibt sich auch in der dritten Ausgabe treu, wird dabei aber langsam aber sicher ein bisschen monoton. Ob ich die zweite Staffel auch noch schaue, kann ich noch nicht sagen)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 10
Seiten gesamt: 3.690
Seiten pro Tag: 119 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 3
Taschenbuch: 5
E-Book: 1
Manga: 1

Der Tod ist ein Tänzer*: Berlin 1926. Tristan Nowak erhält den Auftrag die Sängerin Josephine Baker bei ihren Auftritten in Berlin zu schützen, da es aufgrund ihrer Hautfarbe viele Anfeindungen gibt. Zeitgleich wird eine neue Gruppierung in Berlin laut, die mit einem Anschlag auf Josephine und ihre Revue das Land auf neuen Kurs bringen will. – Zu viele Handlungswiederholungen, die Charaktere drehen sich im Kreis und auch hinten heraus, wird das Buch einfach viel zu lang gezogen. Auch wenn es gut recherchierrt ist, kann es im gesamten doch nicht überzeugen. – [Werbung|Leseexemplar]

Klima**: Fünf Anschläge wurden in den USA verübt. Alle Ziele haben eins gemeinsam: Sie schaden im großen Stil der Umwelt. „Green Man“, wie er genannt wird, will anscheinend auf Umweltverschmutzung und den Klimawandel aufmerksam machen, aber seine Anschläge haben auch zivile Opfer. Tom Smith ist neu beim FBI und in der Green Man-Taskforce eingeteilt. Während er Hinweise findet, die andere übersehen haben, kämpft er aber auch mit seinem Gewissen. Will er den Mann aufhalten, der vielleicht die Welt retten könnte? – Ein spannender und packender Thriller, der die großen Themen anfasst und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Ledigliche kleine Kritikpunkte sind zu finden. [Werbung|Rezensensionsexemplar]

The Secret Book Club 2 – Die Liebesroman-Mission: Braden Mack ist der typische Charmeur und nutzt sein Wissen aus Liebesromanen, um bei Frauen zu landen. Nur bei Liz beißt er sich die Zähne aus. Doch als sie gefeuert wird, weil sie etwas gesehen hat, was sie nicht sehen sollte, muss sie sich ausgerechnet an Braden wenden. – Der zweite Band kann mit einer ganz neuen Erzählweise punkten und ist zugleich spannend und dramatisch. Vor allem die Charaktere machen das Buch wieder außergewöhnlich. Dennoch mochte ich die Prämisse des ersten Bandes ein bisschen mehr.

Von Flusshexen und Meerjungfrauen: Eine Märchenanthologie rund um das Thema Wasser. Von Adaptionen der kleinen Meerjungfrau, über japanische Kappas, bis zu gewaltigen Wasserdrachen. Hier ist einfach alles vertreten. – Eine tolle Sammlung von Kurzgeschichten, wo für jeden die passende dabei ist. Jede*r Autor*in schafft es hier seiner*ihrer Geschichte einen ganz eigenen und besonderen Stempel aufzudrücken.

Seven Sins 2 – Stolze Seele: Avery ist Nox ins Feensreich gefolgt. Hier soll die erste Prüfung stattfinden. Doch zunächst steht für Avery etwas viel wichtigeres auf den Plan: Nicht sterben. Denn für Menschen lauern im Feenreich hinter jeder Ecken Gefahren. – Der zweite Band bietet nach dem sehr ausführlichen Einleitungsband endlich ein bisschen Spannung. Doch auch hier wird die Handlung über weite Teile gestreckt. Dennoch bekommt man gerade gegen Ende Lust auf die Folgebände.

My roommate is a cat 2: Thrillerautor Subaru hat sich langsam an seine fellige Mitbewohnerin gewöhnt. Doch seine Sozialphobie macht es ihm immer noch schwer ganz normale Tätigkeiten auszuführen. Doch zusammen mit Haru meistert er auch das. – Der zweite Teil führt die angesprochenen Probleme weiter und erzählt abwechselns aus Autoren- und aus Katzensicht. Es ist einfach nur supersüß.

Die Schönheit der Begegnung: Autor Frank Berzbach erzählt wie er seine Freundin kennengelernt hat. Und zwar in 32 Variationen und am Ende weiß man nicht, welche die richtige ist. Doch eins eint sie alle: Sie feiern die Begegnung und den Prozess des Verliebens. – Wunderschöne Geschichten und doch alle sehr verschieden. Ein Buch perfekt für Frühlingsgefühle.

Die Göttinen von Otera 1 – Golden wie Blut: In Otera werden Frauen unterdrückt. Doch sollten sie golden bluten, so werden sie als Dämonen verdammt und zum Tode verurteilt. So ereilt es auch Deka, doch ein Dekret vom Kaiser rettet sie. Statt hingerichtet zu werden, soll sie nun einer Armee aus ihresgleichen beitreten. Dabei erfährt sie jedoch einiges und muss langsam aber sicher ihre Stellung als Frau in Frage stellen. – Ich mochte die Geschichte, ich mochte die angesprochenen Themen, ich mochte die Welt bzw. die Konflikte. Dennoch fiel es mir schwer das Buch zu lesen. Vor allem die vielen Zeitsprünge und dass in einzelne Szenen nur kurz reingesprungen wird und man danach wieder viel weiter in der Handlung ist, war einfach nicht mein Erzählstil. Aber ich möchte wissen, wie es weitergeht und werde daher wohl auch die Folgebände noch lesen.

Beatsoul 1 – Sternenlicht: Finya erfährt, dass sie eine Beasttamerin ist und daher fortan in Nebula Asteri auf die Schule gehen wird. Zusammen mit Leonel ihrem Partner soll sie ihre elementaren Fähigkeiten kontrollieren lernen. Doch Leonel denkt gar nicht daran, mit ihr zusammen zu arbeiten. Doch mit ihren Freunden versucht sie trotzdem irgendwie das Schuljahr zu meistern. – Auch hier mochte ich die Idee, die Geschichte und eigentlich auch den Schreibstil. Nur mit dem Erzählstil hatte ich wieder Probleme. Finya war mir einfach zu naiv dargestellt und kam mir wie eine zwölfjährige vor, soll im Buch aber bereits 17 sein. Also eine tolle Geschichte mit leider sichtbaren Schwächen.

Hinter der blauen Tür: Lukasz wird nach einem Unfall zu seiner Tante geschickt. Diese besitzt an der polnischen Küste eine etwas heruntergekommende Pension. Lukasz ist alles andere als begeistert, aber nachdem er hinter seiner blauen Zimmertür eine fremde Welt entdeckt, scheint sein neues Leben doch noch spannend zu werden. – Ein polnischer Kinderbuchklassiker, der einzig an der Auflösung am Ende und vereinzelter ungeklärter Handlungsstränge scheitert. Ansonsten funktioniert das Buch wunderbar.

Was waren eue Highlights im März?

 

Bonding

Ein Vorwort

Hier stehen ja gerne mal ein paar Worte, wie ich zur Serie kam, welche Geschichte ich damit verbinde oder gerne auch unnützes Wissen. Aber diesmal… ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie ich auf diese Serie gestoßen bin. Ich glaube der Netflixalgorythmus hat es mir immer wieder vorgeschlagen und irgendwann blieb ich zufällig beim durchscrollen drauf stehen, weswegen Netflix die Serie einfach mal angemacht hat. Allerdings habe ich sie dann auch nur noch sehr selten ausgemacht und beide Staffeln fast in einem Rutsch durchgebinged. Warum mich diese Serie so fasziniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Pete (Brendan Scannell) verdient beim Kellnern nicht genug und seine Karriere als Comedian läuft nicht richtig an. Als seine Freundin aus Schulzeiten Tiff (Zoe Levin) ihm einen Job anbietet, zögert er nicht lange, sondern stimmt zu. Allerdings war ihm nicht bewusst, dass Tiff als Mistress May in einem Dungeon arbeitet. Er soll ihr Bodyguard werden, damit jemand einschreiten kann, wenn einer ihrer Klienten übergriffig wird. Pete arrangiert sich mit dem neuen Job und nutzt ihn gleichzeitig in seinen Stand-up Programmen.

Meine Meinung

Bonding umfasst aktuell zwei Staffeln mit je 7-8 Folgen, die ca. 15-20 Minuten lang sind und schafft es dem Wort Miniserie eine ganz neue Bedeutung zu geben. Denn diesmal schafft man es wirklich innerhalb kürzester Zeit die Serie durchzubingen. Dabei ist es wirklich faszinierend, wie viel in dieser kurzen Zeit trotzdem geschafft wird zu erzählen. Denn die Folgen sind stets auf den Punkt und kommen ohne jegliche Schnörkel oder nichtssagende Handlungsstränge aus. Hier gibt es keine Füllerdialoge, sondern jede Szene hat ihre Daseinsberechtigung.
Dabei ist Bonding gar nicht das, was man unter dem Titel erwartet. Ja es geht um eine Domina und ja es geht um ihre Kunden mit ihren verschiedenen Vorlieben. Aber das ist nur ein Krümel in der Keksdose der angesprochenen Themen. Allen voran Feminismus, Selbstbestimmung der Frau, Abbau von Vorurteilen, Homosexualität und das Ansprechen von Tabuthemen. Und auch wenn Bonding irgendwo auch als Comedyserie aufgebaut ist, überwiegt doch der Dramaanteil. Vor allem wird aber mit allen angesprochenen Themen absolut respektvoll umgegangen.
Das ist auch das große Steckenpferd der Serie. Man kann über alles reden, andere Ansichten haben, aber es wird von allen Blickwinkeln Argumente genannt. Man kann über einzelne Szenen lachen, aber das bedeutet nicht, dass sich darüber aktiv lustig gemacht wird. Gerade dieser Drahtseilakt wird in jeder Szene gekonnt ausgespielt.
Die Serie lebt halt vor allem von ihren Charakteren. Und mit Tiff und Pete als sehr ungleichem Paar, wird die Serie gut getragen. Hier passt einfach alles: Ihre Dialoge, ihre Freundschaft, ihre Konflikte. Oder wenn sie Konflikte mit anderen Charakteren haben und diese dann gemeinsam ausdiskutieren.
Grundsätzlich fand ich die erste Staffel ein wenig stärker noch als die zweite, aber da in beiden wichtige Dinge angesprochen werden, möchte ich beide nicht missen. Ich kann die Serie nur jedem ans Herz legen, weil sie eben auch sehr gut geeignet ist, um Vorurteile abzubauen.

Das Fazit

Bonding ist eine Serie, die zwischen Drama und Comedy schwankt, dabei aber stets den Balanceakt hält, um die angesprochenen Themen respektvoll und ernsthaft umzusetzen. Gerade für den Abbau von Vorurteilen ist die Serie perfekt geeignet. Von mir gibt es eine große Empfehlung!

Bonding ist bei Netflix auf Abruf verfügbar

Neues aus der Welt

Ein Vorwort

Tom Hanks ist einer meiner Lieblingsschauspieler. Durch geschlossene Kinos durfte er allerdings derzeit eher auf meinem Fernseher sein Talent beweisen. Erst kam ‚der wunderbare Mr. Rogers‘ direkt auf DVD raus, nun kam ‚Neues aus der Welt‘ direkt bei Netflix raus. Aber so konnte er von mir direkt gesehen werden. Warum er mir erstaunluch gut gefallen hat, obwohl ich eigentlich kein Fan von Western bin, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Fünf Jahre nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs zieht der ehemalige Captain der Südstaatenarmee Jefferson Kyle Kidd (Tom Hanks) durch Texas, um in den Orten die Nachrichten zu lesen. Auf seinem Weg trifft er auf Johanna (Helena Zengel), die nach der Ermordung ihrer deutschen Eltern von Indigenen aufgezogen wurden. Nun soll sie zu ihrer Tante und ihrem Onkel gebracht werden. Da der zuständige Beamte aber erst in drei Monaten zurückkehrt, nimmt er sich kurzerhand selbst der Aufgabe an. Doch der Weg ist voller Gefahren.

Meine Meinung

Ich bin kein Fan von Western. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber tendenziell bin ich einfach nicht die Zielgruppe. Der einzige Grund, warum ich diesen Film sehen wollte, war Tom Hanks. Und so begann auch der Film und ich war gefühlt wieder von allem genervt, was aber den Western so authentisch machte. Meine Befürchtungen schienen alle bestätigt. Dann tauchte auch noch Helena Zengel auf und ihre Rolle war einfach sehr nervig angelegt, also sie spielt ihre Rolle schon gut, aber ihre Rolle ist sehr widerspenstig und genau das spielt sie auch, was mir den Film nicht sympathischer machte.
Und jetzt kommt das große Aber. Denn ich habe den Film weiter gesehen und kann vermerken: Ich fand ihn letztendlich doch gut. Warum ist jetzt eine sehr gute Frage, die für mich gar nicht so einfach zu beantworten ist.
Zum einen dürfte wohl die aufgebaute Atmosphäre einen großen Teil dazu beitragen. Denn wird man am Anfang noch mit der (meines Wissens nach) sehr realistischen Darstellung der Verhältnisse kurz nach dem Krieg überfordert, gewöhnt man sich schnell daran und weiß dann die Nicht-Glorifizierung des Wilden Westens zu schätzen. Gerade Tom Hanks weiß hier wieder mit seiner ruhigen Art durch den Film zu führen, gleichzeitig werden bei seinem Charakter aber auch Nuancen eingeführt, die ihn nicht rein zum großen Helden machen, was ihn aber menschlich macht. Er ist nicht der große Revolverheld und er ist irgendwo ein gebrochener Mann und wer könnte diese ruhige bedächtige Art besser spielen als Tom Hanks?
Und auch an Helena Zwengels Spiel gewöhnt man sich schließlich. Denn ihren Charakter spielt sie sehr passend, auch sobald eine gewisse Vertrauensbasis zwischem dem Captain und Johanna da ist, verträgt man sich selbst auch mit ihr.
Neues aus der Welt wird grundsätzlich langsam und ruhig erzählt, aber wird immer wieder von spannenden Szenen unterbrochen, was einen guten Kontrast bildet. Aber selbst wenn Spannung aufgebaut wird, geht es nie ins Übertriebene. Es bleibt immer ein Hang zum Realismus da.

Das Fazit

Neues aus der Welt ist ein gut gespielter, ruhig erzählter und vor allem realitätsnaher Western, der auf große Schießereien und allerlei Klischees verzichtet. Stattdessen sind wir hier ganz nah an den Charakteren erzählt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Neues aus der Welt ist bei Netflix auf Abruf verfügbar

Eine Handvoll Filme 1/2021

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe eine Handvoll Filme in diesem Jahr. Wie konnte es denn passieren, dass wir schon März haben und ich euch noch keine Handvoll präsentiert habe? Heute mit: philosophierenden Philosophen, Cluedo in der Filmvariante, eine Hochzeit, bei der der Schein trügt, ein Thriller voller Erinnerungen und ein Spion beim Geheimdienst.

The Philosophers

Die Handlung: Eine Gruppe aus Philosophiestudenten soll in einem Gedankenexperiment ein Endzeitszenario durchspielen. Jeder bekommt einen Beruf und Fähigkeiten zugeteilt. Nun sollen sie entscheiden, wen sie aus der Gruppe in einen Survivalbunker stecken würden. Für 20 Studenten gibt es nur 10 Plätze, wie werden sie sich entscheiden?

Meine Meinung: Philosophie ist so ein Wissenschaftsstrang, mit dem ich mich noch so überhaupt nicht auseinander gesetzt habe. Dennoch klang der Film grundsätzlich erst einmal spannend. Für den Laien, wie mich, gibt es auch am Anfang noch einmal eine kurze Übersicht der gängigen Gedankenexperimente. So ist man gewappnet, auf das, was als nächstes kommt. Und so ist gerade die erste Runde erst einmal komplett spannend. Zwischendurch vergisst man beinahe, dass es sich nur um ein Gedankenexperiment handelt, da die erzählte Handlung für den  Zuschauer direkt dargestellt wird. Zudem wird so die benötigte Spannung erzeugt. Auch beim zweiten Versuch ist man noch mit dabei, auch wenn man hier schon genervter von den ganzen Beziehungsdramen ist. Die dritte Version ist dann auch die finale und das ist gut so, weil zu dem Zeitpunkt der Zuschauer kurz davor ist vollständig abzuschalten. So richtig packend ist es da schon nicht mehr, da sich die Szenarien auch ähneln. Enttäuschend ist dann noch irgendwo das Ende, wenn die Motive für die ganzen Gedankenexperimente erklärt werden. Das hätte man entweder besser lösen oder ganz weglassen können.

Clue

Die Handlung: In einer stürmischen Nacht treffen sich mehrere Personen in einem alten Herrenhaus. Alle haben sie mysteriöse Einladungen bekommen, keiner weiß, warum er wirklich da ist. Doch sie alle werden erpresst. Eine aufregende Nacht steht bevor, die nicht jeder überleben wird.

Meine Meinung: Ein Film, der auf dem Brettspiel Cluedo basiert Clue zu nennen, leuchtet mir ja durchaus ein und war für mich auch ein interessanter Anhaltspunkt. Warum man ihn im Deutschen mit ‚Alle Mörder sind schon da‘ übersetzen musste, übersteigt mein Verständnis. Aber nun gut, wir haben mit dem alten Herrenhaus schon einmal die perfekte Kulisse für den Film. Für eine gute Atmosphäre ist gesorgt. Was folgt, wirkte auf dem ersten Blick wie ein kunterbuntes Durcheinander und ein hin und her Gerenne im ganzen Haus. Das muss man mögen, aber ich fand es herrlich überzeichnet. Dazu hat auch Tim Curry als Butler Wadsworth einen großen Teil des Slapstickhumor beigetragen. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß beim Film, weil er sich eben nicht ernst nimmt. Weil er die typischen Waffen aus Cluedo irgendwie geschafft hat unterzubringen. Und weil er irgendwie seinen ganz eigenen Charme hat.

Die Schein-Hochzeit

Die Handlung: Jennifer und Vince treffen auf einer Hochzeit aufeinander und können sich auf den ersten Blick überhaupt nicht ausstehen. Doch beide stellen fasziniert fest, dass so eine Hochzeit eine wahre Goldgrube an Geschenken ist. Kurz darauf stehen beide zwar vor ganz unterschiedlichen Problemen, aber beide brauchen sie dringend Geld. Und so beschließen sie nur zum Schein zu heiraten, die Geschenke abzugreifen und dann wieder getrennte Wege zu gehen.

Meine Meinung: Dass Melissa Joan Hart und Joey Lawrence eine gute Dynamik zusammen haben, beweisen sie in ihrer gemeinsamen Serie Melissa & Joey. Doch vor Start der Serie waren die beiden bereits in ‚Die Schein-Hochzeit‘ zu sehen und bewiesen ihre gute Dynamik. Die Handlung ist sehr einfach gehalten und vieles – gerade das Ende – ist absolut vorhersehbar, aber das macht der Film mit tollen Charakteren, spannenden Sidekicks und kleineren Überraschungen auf jeden Fall wett. Kurzum ist es eine sehr schlichte romantische Komödie, aber dafür eine der besseren Vertreter des Genres, auch wenn das Rad halt nicht neu erfunden wird. Das liegt halt wirklich in vorderster Linie an den beiden Hauptdarstellern, die mit ihrer Dynamik und ihrem überzeugenden Zusammenspiel für eine gute Atmosphäre sorgen. Auch wenn der Film ursprünglich als Fernsehfilm geplant, sehr einfach produziert wurde – in Deutschland lief er im Kino – merkt man es ihm so erstmal nicht an.

Mindscape

Die Handlung: Mindscape ist eine Detektiv-Agentur, die sich darauf spezialisiert hat, in die Gedanken und Erinnerungen der Klienten einzudringen, um dort Hinweise zu finden. John Washington erhält den Auftrag bei Familie Green Therapiesitzungen mit der Tochter Anna abzuhalten. Hier soll er prüfen, ob ihr Stiefvater sie zu Recht in eine Anstalt schicken will. Doch dabei fallen ihm immer mehr Ungereimtheiten auf.

Meine Meinung: Zu Beginn des Films zog ich kurz Vergleiche zu Minority Report, verwarf diese jedoch ganz schnell wieder. Auch wenn es zunächst ähnlich klingen mag, ist die Umsetzung von Mindscape als Psychothriller doch eine ganz andere. Hier lebt der Film vom brillianten und gut nuancierten Spiel von Taissa Famiga, die selbst Mark Strong gegen die Wand spielt. Hier gibt es genug Rätsel zu lösen und doch überrascht die Auflösung. Der stetige Wechsel von ’normalen‘ Szenen und Erinnerungszenen erzeugt eine spannende Atmosphäre, bei der man immer unsicherer wird, wen man trauen kann und wem nicht. Zumal John Washington durch seine eigene Vergangenheit immer mehr zu einem Erzähler wird, bei dem man nicht so richtig weiß, ob er ein zuverlässiger Erzähler ist. Das Ende ist auf jeden Fall – für mich zumindest – unvorhersehbar und bringt den Film noch einmal auf eine ganz neue Ebene. Wer also noch einen guten Psychothriller braucht, dem sei dieser Film empfohlen.

Dame König As Spion

Die Handlung: Control, der Leiter des britischen Geheimdienst, wird nach einem Misserfolg in Budapest in den Ruhestand geschickt und stirbt kurz darauf. Daraufhin wird George Smiley reaktiviert, der den Spion unter den Spionen finden soll. Dabei entdeckt er einen ganzen Haufen an Ungereimtheiten.

Meine Meinung: John le Carré und ich hatten literarisch bisher noch keine Übereinstimmung, soll heißen: ich habe kein Buch von ihm gelesen. Dafür stolper ich immer wieder über Verfilmungen von ihm. Verräter wie wir, war gar nicht meins, die Miniserie The Night Manager fand ich dafür umso gelungener. Nun durfte Dame König As Spion bei mir einziehen, was vor allem dem Cast rund um Gary Oldman geschuldet ist. Der Film ist sehr ruhig angelegt und man wird direkt mit einigen Namen konfrontiert und muss sich schnell die dazu passenden Gesichter merken. Auf jeden Fall sollte man eine Vorliebe für Spionagefilme haben und auch mit dem Setting der 1970er etwas anfangen können, ansonsten ist man hier sehr schnell raus. Leider bin ich gar nicht in die Handlung reingekommen und hatte daraufhin Probleme die einzelnen Schritte und auch die große Auslösung zu verstehen. Was man dem Film auf jeden Fall eingestehen muss, ist, dass er schauspielerisch einwandfrei ist.

Habt ihr einen Film davon gesehen? Wie fandet ihr ihn?

Wonder Woman 1984

Ein Vorwort

Den ewigen Wettstreit zwischen Marvel und DC dürfte ersterer zumindest mit dem erfolgreicheren Cinematic Universe gewonnen haben. Dafür schaffte es DC 2017 mit der ersten titelgebenden weiblichen Heldin aufzufahren. Wonder Woman war für viele ein gelungener Film, mich konnte er nur bedingt überzeugen. Als allerdings Justice League und Aquaman folgten, war man für den Wonder Woman Film schon fast wieder dankbar. Nun reihte sich die Fortsetzung, die einen großen Zeitsprung in das Jahr 1984 macht, in die unzähligen Filme in, die aufgrund geschlossener Kinos immer weiter verschoben wurden. Durch einen Deal zwischen Warner und HBO, sollte der Film nun beim HBOMax landen. Durch einen früheren Deal zwischen HBO und Sky landete er nun genau dort und ist vor Kinostart im Sky Cinema Paket enthalten. Warum mir die Fortsetzung deutlich besser gefiel als der erste Teil, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Quelle

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

In Wonder Woman lernen wir Diana Prince zum ersten Mal kennen. Sie wächst auf einer versteckten Insel namens Themyscira bei einem Amazonenstamm auf. Als sich der Pilot Steve Trevor auf die Insel verirrt, erfährt Diana zum ersten Mal etwas über die Welt außerhalb. Sie schließt sich ihm an und kämpft mit ihm Seite an Seite im ersten Weltkrieg. Am Ende muss sie niemand geringerem als dem Kriegsgott Ares entgegen treten. Doch beim finalen Kampf stirbt Steve.
In Justice League wird Wonder Woman von Batman rekrutiert, um gegen Steppenwolf zu kämpfen, der in Besitz der Mutterboxen kommen will, wovon sich eine auf Themyscira befindet.

Die Handlung

Diana Prince (Gal Gadot) pendelt zwischen ihren Leben als leitende Antropologin und Wonder Woman hin und her. Als ein geheimnisvoller Gegenstand vom FBI zur Untersuchung bei ihrer Kollegin Barbara Ann Minerva (Kristen Wiig) landet, überschlagen sich die Ereignisse. Denn der Gegenstand scheint Wünsche erfüllen zu können. Was genau hat der Geschäftsmann Maxwell Lord (Pedro Pascal) damit zu tun?

Meine Meinung

Bevor wir uns mit dem Film befassen, nur ein paar kurze Worte zu Spoiler. Ich versuche meine Beiträge grundsätzlich spoilerfrei zu halten. Allerdings kann man Spoiler ganz unterschiedlich auslegen. Ich werde in diesem Beitrag nur auf Dinge eingehen, die man bereits durch den Trailer wusste. Da ich aber mit einer Freundin gesprochen habe, die den Trailer nicht kannte und ich ihr daher ein Element des Films gespoilert habe, wollte ich es vorab noch einmal kurz erwähnt haben.
Wonder Woman 1984 beginnt, wie bereits der Vorgängerfilm, mit einer Szene auf Themyscira. Hier lernt Diana eine wichtige Lektion, die zunächst einmal banal erscheint, aber für den Film noch einmal wichtig wird. Mir hat auch gut gefallen, dass es noch einmal eine Szene auf Themyscira gab, da Diana ja nun dort seit einiger Zeit nicht mehr lebt. Weiter geht es ins Jahr 1984. Hier darf zunächst Wonder Woman einmal in Aktion treten, was sehr beeindruckend ist und den Film sofort gut Fahrt aufnehmen lässt. Im folgenden werden zentrale Charaktere vorgestellt, wie Barbara oder Maxwell Lord. Nach der kurzen Einführung geht es dann auch direkt in die Vollen.
Wenn man mal betrachtet, was mir am ersten Teil nicht gefiel, wie zum Beispiel der unpassende Charakterwandel Dianas von Amazonenkriegerin zum naiven Dickkopf, dann wurden diese Punkte im neuen Film deutlich aufgebessert. Diana ist nun ein gesetzter Charakter und handelt durchaus durchdachter. Auch haben wir hier keine Kriegssituation mehr, also kein reines Gut und Böse Szenario, was dem Film auch gut tut. Auch Gal Gadot hat sich weiter entwickelt und schafft es nun gekonnt  auch feine Nuancen zu spielen.
Aber warum gefällt mir nun der zweite Teil besser, außer, dass er Fehler des ersten ausgebügelt hat? Nun an erster Stelle gefällt mir die ganze Dynamik des Films. Es ist immer etwas los, aber die einzelnen Szenen sind stets zielführend. Er schafft es die Balance zwischen Spannung, Charakterentwicklung und auch Humor zu halten. Als ich den Trailer sah, habe ich mit einer Vollkatastrophe gerechnet, weil irgendwie Steve wieder da war, aus heiterem Himmel, und man keine richtige Handlung erkennen konnte. Doch mit der Geschichte rund um das Artefakt, das vermeintlich Wünscher erfüllt, gibt es für die oben genannten Elemente genug Spielraum. So kann man sich Zeit lassen für eine Szene, in der Steve die 80er erkundet. Während die bisherigen DC Filme oft an ihren zu hohen Ambitionen und der damit einhergehenden Fülle der Handlung scheiterten, reduziert Wonder Woman genau das auf ein überschaubares Maß. Hier geht es nicht darum, das Extended Universe voranzutreiben, gefühlt 1000 Charaktere auftauchen zu lassen und dann den Überboss zu bekämpfen. Sondern hier geht es um die Geschichte an sich. Und die konzentriert sich auf das Artefakt und die damit einhergehenden Konsequenzen.
Natürlich kann man die Konsequenzen irgendwann als zu sehr ausgeartet oder als übertrieben ansehen und normalerweise bin ich diejenige, die so etwas anprangert, aber hier hat es einfach in die lockere Atmosphäre gepasst. Lediglich das Ende war mir dann doch etwas zu abrupt. Für die Rolle, die mit Maxwell Lord aufgebaut wurde, war der Wandel dann ein wenig erzwungen. Aber selbst das ist hier irgendwo verzeihbar.
Die neu eingeführten Rollen sind dann wohl auch so ein Streitthema für sich. Während ich Kirsten Wiigs Figur und ihren Wandel gut nachvollziehen kann, verstehe ich Pedro Pascals Figur nur bedingt. Seine Rolle ist auf zwei wesentliche Merkmale reduziert, um ihn einfach nur zum Bösewicht zu machen. Zwischendurch wird noch versucht seiner Rolle etwas Tiefe zu geben, aber so richtig funktiniert es nicht.
So das war jetzt für meine Verhältnisse ganz schön viel Text, aber gefühlt habe ich immer noch nicht alles gesagt, was ich zu sagen habe. Ich versuche es trotzdem nochmal auf ein paar wenige Sätze runterzubrechen. Wonder Woman 1984 hat mir gut gefallen, weil er eben nicht Perfektion anstrebt und dann an allen Ecken scheitert, wie andere Filme des DCEU. Man kann dem Film vieles ankreiden, aber letztlich ist es wichtig ihn immer mit einem gewissen Augenzwinkern zu sehen und genau dann macht der Film einfach Spaß. Am Ende hat er sich in eine Ecke gespielt, aus der er nicht mehr ohne Plottloch herauskam, aber auch das ist irgendwo verschmerzbar. Für mich bisher einer der besten Filme des DCEU.

Das Fazit

Wonder Woman 1984 hat aus den Fehlern des ersten Teils gelernt und präsentiert und voller Selbstbewusstsein, aber auch mit einem Augenzwinkern. Man sollte die Handlung nicht zu akribisch verfolgen, sonst landet man zwangsläufig in Plottlöchern, aber der Charme und die gut genutzte Spannung des Films machen diese wieder wett. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Wonder Woman 1984 ist bei Sky im Cinema Paket oder bei Sky Ticket enthalten

Netflix Originals: To all the boys

Ein Vorwort

2018 erschien der erste Teil „To all the boys I loved before“ und ich habe ihn damals direkt gesehen und für gut befunden. Danach ist es irgendwie völlig an mir vorbei gegangen, dass ein zweiter Teil erschien. Erst als Netflix mich nun darauf aufmerksam gemacht hat, dass nun der dritte Teil erschienen ist, ist mir das aufgefallen. Und so sah ich noch einmal den ersten Teil, um dann voll in die anderen beiden einzusteigen. Warum mir die Reihe insgesamt gefällt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

To all the boys I loved before

Die Handlung: Lara-Jean lebt nach dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern. In ihrem Leben war sie bisher fünfmal verliebt. Jedes Mal wenn sie in der schlimmen Verknalltphase war, hat sie dem Jungen einen Liebesbrief geschrieben, aber nie abgeschickt. Bis dies eines Tages jemand anderes für sie übernimmt und ihr sonst so geordnetes Leben ordentlich aus der Bahn wirft.

Meine Meinung: Über diesen Teil habe ich bereits einmal ausführlich geschrieben, also werde ich mich hier eher kurz fassen. Im Prinzip handelt es sich um ein typisches Teeniedrama. Allerdings sind die Charaktere so sympathisch und der ganze Film hat einfach eine ganz eigene Dynamik, die mir sehr gefallen hat, weswegen es für mich einer der Vorzeigevertreter des Genres ist. Klar wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber dennoch etwas besonderes draus gemacht. Ich glaube jetzt nach dem zweiten Mal sehen, fand ich den Film sogar nochmal ein bisschen besser.

To all the boys – PS: I still love you

Die Handlung: Endlich glücklich! Lara-Jean und Peter haben endlich zusammen gefunden. Doch als die Highschool ein Freiwilligenprogramm startet und die beiden sich für unterschiedliche Projekte einteilten, wird es kompliziert. Denn zusammen mit Lara-Jean im Belleview – einem Seniorenheim – arbeitet ausgerechnet John Ambrose. Eben jener, der den fünften Brief erhalten hat und sich jetzt durchaus Chancen ausrechnet. Wird das die Beziehung der beiden überstehen?

Meine Meinung: Ich war ja sehr skeptisch, ob es noch einen zweiten – und dann auch noch einen dritten Teil – der Reihe braucht. Denn eigentlich ist das Ende vom ersten Film rund. Dann habe ich die Handlung gelesen und fragte mich, ob es nicht einfach zu viel künstliches Drama dann wird. Aber ich muss sagen, dass die Macher das sehr gut umschifft haben. Denn sie verarbeiten gleich zwei Themen in einem. Zum einen natürlich Lara-Jeans Konflikt mit John Ambrose, der gerade in der zweiten Hälfte den Großteil einnimmt. Doch gerade am Anfang geht es vielmehr im die Beziehung von Lara-Jean und Peter, und wieso es noch immer kompliziert ist. Peter ist halt sehr beliebt und wird gerade am Valtinstag mit Briefen überschüttet. Lara-Jean hat Angst nicht richtig reinzupassen in seine Welt, was verständlich und nicht übertrieben dargestellt wird. Das ganze wird dann noch in Zusammenhang gebracht mit Peters Ex Gen, die weiterhin eine Rolle spielt. Grundsätzlich ist also sehr viel los in dem Film, was ihn aber auch wieder sehr abwechslungsreich macht. Es bleibt die sehr sympathische Grundstimmung des ersten Teils und die Geschichte wird logisch weiterentwickelt. Ich habe eigentlich nur zwei kleine Kritikpunkte. Zum einen gibt es doch ein paar Stellen, die sehr gezwungen dramatisch werden, einfach weil noch etwas Drama reinmusste. Zum anderen wurde mit Holland Taylor als Stormy ein sehr toller und spannender Charakter eingeführt. Leider bekommt Stormy sehr wenig Screentime. Hier hätte ich mir einfach ein bisschen mehr gewünscht, als nur ab und an als Stichwortgeberin aufzutauchen.

To all the boys – Always and forever

Die Handlung: Im letzten Highschooljahr wird es noch einmal aufregen bei Lara-Jean und Peter. Der Abschlussball und die Hochzeit von Lara-Jeans Dad steht bevor. Doch viel wichtiger ist die Frage, ob beide in Stanford angenommen werden. Denn Lara-Jean hat sich  auch noch an anderen Colleges beworben, unter anderem auf Drängen ihrer älteren Schwester in New York.

Meine Meinung: Der dritte Teil hatte das Problem und den Vorteil, dass er noch einmal eine ganz neue Richtung einschlug. Problem, weil eben schon alle Briefe abgearbeitet waren und es nur noch um Lara-Jean und Peter ging und ob ihre Beziehung eine eventuelle Fernbeziehung aushalten würde. Vorteil, weil dadurch kein neues künstliches Drama erzeugt wird, sondern gewisse Punkte in Ruhe abgehandelt werden können. An sich schafft der dritte Teil es auch einen tollen Abschluss zu sein, allerdings ist er etwas holpriger erzählt als die vorherigen Teile. Denn hier gibt es ganz bewusst die erzählerischen Unterteilungen in Abschnitte, wie Abschlussball, die Hochzeit oder auch eine Schulfahrt nach New York. So wird zwar allen wichtigen Abschnitten genügend Platz eingeräumt, gleichzeitig ist aber gerade die Collegefrage stets übergeordnet. Letztlich wird aber die ganze Reihe zu einem schönen Ende gebracht. Auch hier ist einfach die sympathische Grundstimmung wieder zu fühlen, die sich durch alle drei Filme zieht.

Das Fazit

To all the boys I loved before ist eine sehr sympathische Filmreihe aus dem Genre Romance. Gerade die tollen Charaktere und die sympathische Grundstimmung macht die Reihe zu einem tollen Genrevertreter. Zwar wird hier handlungstechnisch das Rad nicht neu erfunden, aber auf eine gute Weise umgesetzt. Auf jeden Fall eine Sehempfehlung, mindestens für den ersten Teil und wer den mochte, sollte auch weiterschauen.

To all the boys I loved before ist bei Netflix verfügbar

21 für 2021 – Die Erwartungen

Lange Zeit habe ich entweder nur kurze Leselisten für ein neues Jahr gehabt oder gleich gar keine. Der Grund dafür war sehr einfach: Ich habe mich einfach nicht dran gehalten und doch einfach nach Lust und Laune gelesen. Im letzten Jahr habe ich mich doch einmal dazu hinreißen lassen und habe eine Liste angefertigt im Rahmen der Aktion „20 für 2020“, also 20 Bücher, die man im Jahr 2020 lesen möchte. Das hat tatsächlich ziemlich gut funktioniert, da ich mich an der Liste orientiert habe und trotzdem immer wieder neue Bücher einschieben konnte – lag vielleicht auch daran, dass ich letztlich auf 88 gelesen Bücher kam.
Für dieses Jahr gab es tatsächlich zwei Varianten, die im Umlauf waren. Es gab die 12 für 2021 (also 21 umgedreht), was aber ein reiner Abbau des SuB (Stapel ungelesener Bücher) sein soll. Oder eben wieder das klasssische 21 für 2021, wobei natürlich trotzdem SuB-Abbau eine große Rolle spielt. Ich habe mich für letzteres entschieden, nachdem ich beim Buchshopping dezent eskaliert bin. Tatsächlich hatte ich nun deutlich mehr Bücher als 21 zur Auswahl und musste schon aussortieren, wer es rein schafft und wer nicht. Welche Bücher es nun geschafft haben, verrate ich euch im heutigen Beitrag:

Ein direktes System, wonach ich die Bücher ausgesucht habe und warum es manche rein geschafft haben und andere nicht, habe ich nicht. Bei den meisten war es sowieso so, dass ich sie unbedingt und möglichst bald lesen möchte. Dann gibt es noch ein paar, die ich mit reingenommen habe, damit es eben nicht alles nur ein Genre ist – auch wenn es doch wieder sehr Fantasylastig geworden ist – sondern ein bisschen Abwechslung dabei ist. Und wieder ein paar andere möchte ich von ihrem SuB-Dasein endlich befreien. Im Folgenden stelle ich euch die Bücher noch einmal einzeln vor und schreibe ein paar Worte dazu. Ich versuche mich kurz zu fassen – was mir bei der Einleitung ja mal wieder nicht gelungen ist:

  1. Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin – Samantha Shannon – Multipler Band
    (Eine Fantasywelt, in der es um Drachen geht. Da hatte mich das Buch schon)
  2. Die Göttinnen von Otera – Golden wie Blut – Namina Forna – Multipler Band
    (Ein Fantasyroman, der in Westafrika spielt. Ein Welt, in der nicht durch Hautfarbe, sondern Blutfarbe unterschieden wird. Ich bin jetzt einige Zeit um das Buch herumgeschlichen, habe mich jetzt aber doch dafür entschieden, weil ich gespannt bin, was aus den Gegebenheiten gemacht wurde)
  3. Ophelia Scale – Die Welt wird brennen – Lena Kiefer – Multipler Band
    (Ein weiteres Fantasybuch, das mir auf Instagram so oft empfohlen wurde, dass ich halt irgendwann nachgegeben habe und nun dem ersten Band eine Chance gebe)
  4. Becoming Elektra – Christian Handel – Multipler Band
    (Christian Handel konnte mich 2020 mit Rowan&Ash begeistern. Nachdem zur Frankfurter Buchmesse (digital) angekündigt wurde, dass Becoming Elektra doch eine Fortsetzung bekommt, und dann klang der Sneak Peak auch noch so gut, da musste ich mich doch einmal dem ersten widmen)
  5. Hinter der blauen Tür – Marcin Szczygielski –  Klassiker/Liste der Schande
    (Ein polnischer Kinderbuchklassiker, von dem ich vorher nie gehört hatte, bis meine beste Freundin mit dem Film ankam. Zu Weihnachten bekam ich dann von ihr noch das dazugehörige Buch)
  6. Eine Leiche zum Tee – Alexandra Fischer-Hunold – Multipler Band
    (Warum ist Agatha Christie diesmal nicht mit auf der Lsite? Zum einen hat der Verlag Lieferschwierigkeiten und zum anderen durfte diesmal ein neues Werk in Christie Manier auf die Liste)
  7. Seven Sins – Stolze Seele – Lana Rotaru – Multipler Band
    Nachdem Lana Rotaru nun schon den fünften Band veröffentlicht hat und fleißig am sechsten schreibt, musste dann endlich der zweite Band mal bei mir einziehen)
  8. Beastsoul – Sternenlicht – Juliana Fabula – Multipler Band
    (Eine Autorin, die ich über Twitch gefunden habe und so sympathisch fand, dass ich mir ihr Buch holen musste. Und dann klang es auch noch so verdammt gut)
  9. Palast aus Gold & Tränen – Christian Handel – Multipler Band
    (Ich: Ich sollte erst einmal keine Bücher mehr kaufen. Drachenmond Verlag: Christian Handel signiert seine Hexenwaldchroniken. Erzähler: Und sie kaufte natürlich gleich beide Bände, verschlang den ersten und setzte dann den zweiten auf ihre Leseliste)
  10. When we dream – Anne Pätzold – Multipler Band
    (K-Pop/Rock ist jetzt eigentlich nichts, mit dem ich mich großartige befasse, weswegen ich diese Buchreihe eigentlich eher ignoriert habe. Aber dann landete sie bei so vielen in den Jahreshighlights, dass ich die Reihe nun doch mal ausprobiere)
  11. The secret book club – Die Liebesroman Mission – Lyssa Kay Adams – Multipler Band
    (Ich fand den ersten Teil richtig gut und freue mich nun auf den zweiten)
  12. Goldene Flammen – Leigh Bardugo – Multipler Band
    (Leigh Bardugo ist eine Fantasy-Autorin, von der ich eigentlich nur gutes höre, von der ich aber noch nichts gelesen habe. Das möchte ich nun ändern)
  13. Die Schönheit der Begegnung – Frank Erzbach – Einzelband 
    (Auch in diesem Jahr hat es eine Empfehlung von Andrea in die Liste geschafft, zumal es auch einfach noch mal ein ganz anderes Genre ist. Irgendwo eine Biographie, aber irgendwo auch nicht)
  14. Ich bin Linus – Linus Giese – Einzelband
    (Linus Giese ist Transgender und erzählt in seinem ersten Buch von seinem Weg, wie er der Mann wurde, der er schon immer war. Ich freue mich auf diesen Erfahrungsbericht)
  15. Die Chroniken von Alice – Die rote Königin – Christina Henry – Multipler Band
    (Die düstere und horrormäßige Adaption von Alice im Wunderland konnte mich bereits mit dem ersten Band begeistern, dass der zweite Teil jetzt natürlich in diese Liste musste)
  16. Periode ist politisch – Franka Frei – Einzelband
    (Die Periode ist ein Streitthema, zwischen Leuten, die menstruieren und denen die Vorurteile dagegen haben. Ich freue mich also auf die Durchleuchtung des Themas auf politische Relevanz)
  17. Land in Sicht – Ilona Hartman – Einzelband
    (Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf dieses Buch gestoßen bin, aber eine Geschichte über eine Flusskreuzfahrt, da bin ich doch dabei)
  18. Sepharial – Verwoben – Jana Tomy – Multipler Band
    (Janas Produktivitätsstreams auf Twitch haben mir bereits sehr geholfen, meine to do Listen abzuarbeiten. Und nebenbei liest sie auch gerne mal einen Absatz aus neuen Projekten vor. Und nun muss ich unbedingt mal wissen, wie die Gesamtgeschichte zu den Absätzen ist)
  19. Blade Runner – Philip K. Dick – Klassiker/Liste der Schande
    (Obwohl ich eigentlich kein Fan der Verfilmungen bin, interessiert mich dieser Klassiker und außerdem musste noch ein weiteres Werk von meiner Liste der Schande in diese Liste)
  20. Star Wars – Tarkin – James Lucenco – Einzelband
    (Ich präsentiere: Eins der Bücher, die mit am längsten auf meinem SuB liegen. Seit jetzt bestimmt vier Jahren liegt es dort, obwohl ich mich über dieses Geburtstagsgeschenk sehr gefreut hatte. Zumal ich Star Wars und auch Tarkin sehr mag. Aber dieses Jahr ist das Jahr!)
  21. James Bond 007: Moonraker – Ian Fleming – Klassiker/Liste der Schande
    (Das dritte Jahr in Folge nehme ich mir ein neuen James Bond Band vor. In diesem Tempo werde ich für diese Reihe noch sehr lange brauchen, aber das ist vollkommen in Ordnung)

Und was sind eure 21 für 2021? Habt ihr schon welche von meiner Liste gelesen? Wie fandet ihr es?