Eine Handvoll (oder mehr) Filme – Weihnachtsspecial

Willkommen zur voraussichtlich letzten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Diesmal habe ich keine Mühen gescheut und für euch eine ganze Palette an Weihnachtsfilmen geschaut. Die habe ich tatsächlich an einem einzigen Wochenende hintereinander weggeschaut. Mein Ziel: Den trashigsten Weihnachts-Netflix-Film zu finden – manch einer hat vielleicht den etwas lang gewordenen Twitter-Thread dazu gesehen. Ob da auch ein paar versteckte Perlen dabei waren? Seht selbst!
Heute mit: einem Schloss, einem Ritter, einer Prinzessin, einer Karte, einem Adventskalender, Spielzeugerfindungen, im kalten Alaska kurz vor Weihnachten.

Platz 7: A Castle for Christmas

Die Handlung: Sophie ist Bestsellerautorin. Doch als sie in Anlehnung an ihren Ex einen Hauptcharakter umbringt, nehmen ihre Fans ihr das sehr übel. Bis der Trubel sich  gelegt hat, reist sie zu ihren Wurzeln nach Schottland. Dort findet sie heraus, dass Dun Dunbar zu verkaufen ist. Doch bevor der Kaufvertrag abgewickelt wurde, muss sie es mit dem griesgrämigen Herzog Myles aufnehmen.

Meine Meinung: Und der Preis für den trashigsten Netflix-Weihnachtsfilm – zumindest von den gesehenen – geht an: A Castle for Christmas. Der Film lässt aber auch kein Klischee aus. Beginnend mit der Vorstellung, dass man mit ein paar geschriebenen Büchern als Bestsellerautorin sofort genug Geld verdient, um ein ganzes Schloss in Schottland zu kaufen. Dann geht es weiter mit dem typischen from Enemies to Lovers Plot, schlechtem Schauspiel und absoluten Klischeecharakteren. Hier wird nichts ausgelassen, schon gar nicht die Erinnerungsmontage nach dem großen Streit mit melancholischem Popsong untermalt. Das Cringe-Herz schlägt hier sehr hoch. Wer ein Film-Bullshit-Bingo spielt, wird hier sehr schnell fündig. Dennoch schafft es der Film gerade durch die charmanten Dorfbewohner*innen irgendwo eine liebevolle Note einzubauen. Ich hätte zwar lieber einen Film über ihren Strickclub gesehen, statt dem Romanzen-Kitsch, aber man kann nicht alles haben. Und immerhin bietet Schottland als Kulisse viel Wegträumpotential.

Trashfaktor: 5/5
Weihnachtsfaktor: 1/5

Platz 6: The Knight before Christmas

Die Handlung: Cole ist ein Ritter und lebt im 14. Jahrhundert. Doch als er bei einem Ausritt auf eine alte Dame trifft, schickt diese ihn in die Gegenwart. Dort trifft er auf die Lehrerin Brooke, deren Herz gebrochen ist. Mit ihrer Hilfe versucht er seine wahre Bestimmung zu finden.

Meine Meinung: Auch The Knight before Christmas – nein, nicht a nightmare before christmas (und ja, ich musste das beim erzählen mehrfach richtig stellen) – stellt schon in den ersten Minuten die Qualität klar. Denn Coles Rüstung wird im billigen Aussehen nur durch die lachhafte Version der alten Dame mit dem wohl schlechtesten Make-up, das ich seit langem gesehen habe, übertroffen. Angekommen in der Gegenwart wird ganz schnell noch Brooke charaktersiert, dann geht es mit der Handlung weiter, die absolut jedes Klischee erfüllt. Einige Handlungsstränge erinnern an den ersten Thor-Film, nur eben noch etwas platter angelegt. Ich meine, wer nimmt nicht Fremde mit nach Hause, die sich für Ritter aus dem 14. Jahrhundert halten oder gibt denen dann auch noch ihre Autoschlüssel? Auch hier weiß der Film eher in den kleinen Szenen, wenn er sich nicht zu sehr auf die Haupthandlung konzentriert zu überzeugen.

Trashfaktor: 4/5
Weihnachtsfaktor: 2/5

Platz 5: Prinzessinentausch

Die Handlung: Bäckerin Stacy reist mit ihrem besten Freund und dessen Tochter nach Belgravia, um an einem Backwettbewerb teilzunehmen. Das Land bereitet sich zusätzlich auf die Hochzeit des Prinzen vor. Durch einen Zufall lernt Stacy die zukünftige Braut die Herzogin Margaret kennen. Da beide aussehen wie Zwillinge beschließen sie die Rollen zu tauschen, damit Margaret einen Einblick in das normale Leben bekommen kann.

Meine Meinung: Die Geschichte vom König und Bettelknabe dürfte so ziemlich jedem bekannt sein. Hier wird sie modern interpretiert und in Prinzessin und Bäckerin umgewandelt. Allein die Ausgangssituation ist sehr abstrus, aber die Tatsache, dass Stacys bester Freund nicht mitbekommt, dass sie nicht sie selbst ist, wirkt einfach nur unglaubwürdig. Doch trotz der komplett vorhersehbaren Handlung, die in ihrem Happy end jedem Disney-Film Konkurrenz macht, schafft Vanessa Hudgens in ihrer Doppelrolle es so viel Liebenswürdigkeit reinzulegen, dass man trotz der Vorhersehbarkeit mitfiebert und sich das Happy end auch wünscht. Warum hier wieder eine Schauspielerin in eine Doppelrolle gezwängt wird, statt es vielleicht mit sehr ähnlich aussehenden Schauspielerinnen oder gar Zwillingen zu konzipieren, ist fraglich. Denn das führt wieder dazu, dass zumindest die Rolle der Herzogin sehr überzogen gespielt wird, um den Unterschied eben noch einmal klar zu machen. Hier gibt es keine Nuancen, sondern nur die Holzhammermethode.

Trashfaktor: 4/5
Weihnachtsfaktor: 2/5

Platz 4: Christmas under Wraps

Die Handlung: Dr. Lauren Brunell hat ihre ganze Karriere auf eine Stelle in Boston ausgelegt. Als sie diese nicht erhält, nimmt sie kurzerhand die Stelle im Krankenhaus einer Kleinstadt in Alaska an. Dort muss sie nicht nur mit den kalten Temperaturen klar kommen.

Meine Meinung: Der Film beginnt ganz typisch mit dem Platzen eines Traumes. Für Lauren ist dies ein Tiefpunkt in ihrem Leben, da sie immer sehr penibel alles geplant hat. Die Entscheidung nach Alaska zu gehen ist für sie ein Ausbrechen aus ihrer Komfortzone. Der Film beginnt mit allen typischen Klischees, die dazugehören. Die überfürsorgliche Mutter, der Vater, der sie in ihren Bestrebungen für die Chirurgenkarriere unterstützt. Der hübsche, aber schroffe Mann, der sie vom Flughafen abholt und dann ständig ihren Weg kreuzt, bis sie sich näher kommen. Zumindest kann man dem Film lassen, dass er einen Plotpunkt, den ich erwartet hätte – die böse, kapitalistische große Firma – auslässt. Stattdessen wird ein sehr kitschiges Ende konstruiert. Denn die ganze Stadt scheint nahezu von Weihnachten und allem drum und dran besessen zu sein. War der Film am Anfang noch der Beginn einer klassischen romantischen Komödie, so entwickelt sie sich schrittweise immer weiter zum kitschigen Weihnachtsfilm. Dabei ist die Handlung bis auf wenige Punkte sehr vorhersehbar. Der Film funktioniert dennoch erstaunlich gut, da die Charaktere sehr sympathisch sind und durch liebevolle Nebencharaktere auch Handlung abseits der großen Romanze stattfindet.

Trashfaktor: 3/5
Weihnachtsfaktor: 3/5

Platz 3: Die Weihnachtskarte

Die Handlung: Ellen kommt aus gutem Hause und gehört zu New Yorks High Society. Sie steht kurz davor die Firma ihres Vaters zu übernehmen. Als sie jedoch wieder für Negativschlagzeilen sorgt, schließt sie einen Deal mit ihrem Vater. Sie muss mit 100 Dollar auskommen und in ihre Heimatstadt reisen, um dort dem früheren Geschäftspartner ihres Vaters eine Weihnachtskarte zu bringen. Dieser ist jedoch nicht da und ihr geht schon bald das Geld aus. Zum Glück hilft ihr der Gastwirt Jake.

Meine Meinung: Auch hier beginnt der Film voller Klischees. Das Party-Girl aus gutem Haus, die natürlich mit der Realität überhaupt nicht klar kommt und auf einmal mit den „normalen“ Bürgern auskommen muss. Dazu natürlich der Verlobte, bei dem jedes Wort und jede Geste nur ausdrückt, dass er ebenfalls verzogen und reich ist und deswegen natürlich auch eingebildet und unsympathisch. Dann gibt es natürlich den „Normalo“, der zu allen nett und freundlich ist und sich ihrer annimmt. Auch der Teil danach ist absolut vorhersehbar. Aber das alles passiert mit einer Herzlichkeit, dass man sich fast in die Kleinstadt wünscht, die ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt, von dem man einfach nur ein Teil sein will. Auch die Hauptcharaktere entwickeln eine Herzlichkeit und wachsen einem ans Herz, so dass man das unausweichliche Zerwürfnis kurz vor Ende nur schwer erträgt. Letztlich transportiert der Film gute Botschaften zu Weihnachten, auch wenn vielleicht das ein oder andere Klischee ausgespart werden könnte.

Trashfaktor: 3/5
Weihnachtsfaktor: 3/5

Platz 2: The Holiday calendar

Die Handlung: Abby ist Fotografin. Doch von ihrem Traum eines eigenen Studios ist sie weit entfernt. Dann bekommt sie von ihrem Großvater einen antiken Adventskalender geschenkt. Zunächst misst sie den kleinen Figuren keine größere Bedeutung bei, doch dann häufen sich die Zufälle, so als ob der Kalender ihr die Zukunft voraussagt.

Meine Meinung: Es war der erste Film, den ich in meinem Marathon sah und ich war fast enttäuscht. Denn ich hatte mir vorgenommen möglichst viele Trash-Weihnachtsfilme auf Netflix zu sehen. Nur war the Holiday calendar gar nicht so trashig. Stattdessen musste ich mir eingestehen, dass ich ihn tatsächlich mochte. Das liegt vor allem daran, dass mir die Protagonistin mit ihren Wünschen und Träumen sofort aus der Seele sprach. Die Geschichte baut sich langsam auf und nimmt Fahrt auf. Es macht Spaß jeden Tag die Türchen und die darauffolgenden Ereignisse miteinander zu verknüpfen. Natürlich wird es auch hier vorhersehbar, sobald man die Grundstruktur des Films entschlüsselt hat. Aber das ist egal, denn genau das will man auch irgendwo haben und ein anderes Ende als dieses wäre einfach nicht haltbar. Zeitgleich versprüht der Film diese ganz besonderen Weihnachtsvibes, ohne direkt in den Kitsch zu verfallen. Gestützt wird alles von einer supersympathischen Protagonistin und ihrer Familie.

Trashfaktor: 2/5
Weihnachtsfaktor: 4/5

Platz 1: Jingle Jangle Journey

Die Handlung: Der legendäre Spielzeugerfinder Jeronicus Jangle wird von seinem Gesellen Gustafson betrogen und verliert daraufhin alles. Jahre später ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Bis seine Enkelin Journey ihn besucht und ihm bei seiner letzten großen Erfindung hilft.

Meine Meinung: Dass Jingle Jangle Journey vielleicht nicht unbedingt der trashigste Film auf meiner Liste sein würde, war mir eigentlich klar. Dafür sah das Vorschaubild und der Cast rund um Forrest Whittaker schon zu gut aus. Und tatsächlich bekam ich hier einen richtig tollen Weihnachtsfilm und zeitgleich: ein Musical! Dass ich Musicals liebe, ist, denke ich, bekannt. So gab es hier zunächst die traurige Hintergrundgeschichte rund um geplatzte Träume, die an die traurigen Disneyfilm-Auftakte erinnert. Dann steigen wir direkt in die eigentliche Geschichte ein. Zwischendurch vielleicht ein bisschen wirr, findet sie doch immer wieder ihren roten Faden. Unterstrichen wird das ganze von tollen Liedern, die sich gut in die jeweilige Szene fügen und einem zum mitwippen animieren. Besonders herausragend sind jedoch die super schönen Bilder und das herausragende Setdesign. Hier merkt man die Liebe zum Detail in jeder Einstellung. Dabei harmoniert jede Farbe und das Design trägt eine ganz eigene Handschrift. So birgt die Geschichte die Hoffnung und Träume rund um Weihnachten, bietet herausragende Bilder und einen Soundtrack, der im Ohr bleibt. Kurzum: der perfekte Film zu Weihnachten – sofern man Musicals mag.

Trashfaktor: 0/5
Weihnachtsfaktor: 5/5

Eine Handvoll Serien – 6/21 – Reportagenspecial

Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr – einem Reportagenspecial. Heute mit dabei: Eine chaotische Köchin, einem fancy Motel, Aufräumen mal anders, traumhaften Häusern und Zickenkrieg in Australien.

Cooking with Paris – Staffel 1

Die Handlung: Paris Hilton hat ihren Ruf als IT-Girl und Partymaus hart erarbeitet. Doch nun will sie es ruhiger angehen lassen und sesshaft werden. Damit sie ihren Verlobten auch kulinarisch verwöhnen kann, versucht sie sich an einigen Rezepten. Dabei bekommt sie prominente Unterstützung.

Meine Meinung: Man kann von Paris Hilton halten, was man möchte, aber die Frau weiß sich zu vermarkten. Wie viel von der hilflosen Blondine in gewagten Designeroutfits gespielt ist und wie viel wirklich sie, vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall versteht sie etwas von gewagtem Auftritt. Auch die Kochshow selbst wirkt wie eine einzige Selbstinszenierung. Daneben wirkt Kim Kardeshian wie die Vorzeigehausfrau schlechthin. Wenn man die Serie aber mit einem gewissen Augenzwinkern betrachtet, funktioniert sie erstaunlich gut. Die Rezepte sind abwechslungsreich und aufwendig. Die grundsätzliche Überforderung beim Kochen für Anfänger*innen ist oftmals durchaus nachvollziehbar. Es ist eher das drum herum – ich meine wer kocht freiwillig im Abendkleid und mit Seidenhandschuhen? – das so herrlich abstrus wirkt. Sagen wir für die leichte Unterhaltung zwischendurch funktioniert die Serie erstaunlich gut. Man sollte nur keine Erwartungen an sie haben.

Motel Makeover – Staffel 1

Die Handlung: Die Freudinnen April und Sarah haben bereits ein Motel zusammen eröffnet. Nun wollen sie ein weiteres übernehmen. Dafür suchen sie sich ein heruntergewirtschaftetes und verpassen ihm ihren ganz eigenen Stil.

Meine Meinung: Eigentlich hatte ich nur durch Zufall auf die Serie geklickt, wollte nur kurz reinschauen. Dann war ich kurzzeitig abgeschreckt, weil es um ein Renovierungsprojekt über eine ganze Staffel geht. Ich befürchtete, dass es sich dadurch ziehen könnte. Doch schon nach einer Folge konnte ich nicht mehr wegschalten und habe die Staffel in drei Tagen durchgebinged. Dabei ist es vor allem die positive Art der beiden Freundinnen, die mich immer wieder mitgerissen hat. Ihre Vorliebe für gewisse Farben und einem guten Rosé sorgte fast dafür, dass ich meinen Weinvorrat aufgestockt hätte. Aber auch darüber hinaus ist es spannend, auch wenn die beiden sich eher durch überspielte Inkompetenz auszeichnen. Dennoch funktioniert es gut, da die beiden sich an den wichtigen Stellen Hilfe holen und genau wissen, wo ihre Stärken sind. Letztlich ziehen sich die Renovierungen tatsächlich aber eher Corona geschuldet. Mir hat die Serie gut gefallen und ich freu mich schon auf das nächste Projekt der beiden.

Glück und Freude mit Marie Kondo – Staffel 1

Die Handlung: Nach ihrem Aufräumerfolg ist Marie Kondo mit einer neuen Serie zurück. Auch diesmal geht es rund um das Thema Aufräumen. Sowohl am Arbeitsplatz als auch – und hier vorallem – im Leben der Teilnehmer*innen. Dabei will sie Glück und Freude verteilen.

Meine Meinung: Marie Kondo hat für eine weltweite Welle gesorgt. Entweder mochte man ihren Aufräumstil und hat ihre Tipps und Tricks auch gleich umgesetzt, sowie bei mir, oder man konnte damit wenig anfangen. Doch ihre Standardfrage „Does it spark joy?“ (Deutsch = Entfacht es Freude?) ist noch immer in aller Munde. Nun kam keine direkte zweite Staffel, sondern eine neue Kurzserie mit drei Folgen. Diesmal geht es primär um Arbeitsplätze, die es gilt aufzuräumen. Dabei geht Marie jedoch tiefer und packt Probleme an der Wurzel, die meistens im familiären liegen. So schafft sie es mit ihren Aufräumaktionen Glück und Freude ins Leben der Teilnehmer*innen zu bringen. Dabei sind es die Geschichten, die einen mitnehmen und mitfiebern lassen. Gespickt wird es auch hier mit einigen schönen Aufräumtipps, die man gut umsetzen kann. Denn am Arbeitsplatz ist vieles einfach nötig, entfacht aber nicht unbedingt Freude. Dabei ist Marie mit ihrer Art wieder ein wichtiger Bestandteil der Serie, drängt sich jedoch nicht in den Vordergrund, sondern lässt die Geschichten für sich sprechen.

Traumhaus Makeover – Staffel 1-2

Die Handlung: Shea McGee hat zusammen mit ihrem Mann eine Renovierungsfirma gegründet. Egal, ob das ganze Haus oder nur einzelne Zimmer, egal ob großes oder kleines Budget, die McGees kümmern sich um alle Wünsche. Mit ihrem unvergleichlichen Einrichtungsstil treffen sie dabei immer ins Schwarze. 

Meine Meinung: Nachdem mir Motel Makeover so gut gefiel, bin ich bei den Empfehlungen bei den Traumhäusern gelandet. Bereits nach einer Folge hatte mich auch diese Serie gefangen und ich habe in kürzester Zeit beide bereits erschienen Staffeln durchgebinged. Auch hier sind es vor allem die McGees, die durch ihre grundsympathische Art einen gefangen nehmen. Hinzu kommt auch, dass die Projekte teilweise wirklich spannend sind und man das Endergebnis sehen will. Hier wird im Gegensatz zum Motel in jeder Folge ein anderes Projekt vorgestellt. Dabei reicht die Palette von einzelnem Raum zu ganzem Haus. Alles ist möglich. Interessant fand ich auch, dass es diesmal auch alle möglichen Budgets gab. Also auch kleine Budgets berücksichtigt wurden. Demnach gab es dann eher kleinere Änderungen, aber sie wurden nicht von vornherein abgelehnt. In Staffel zwei ist dann auch Corona und die Auswirkungen wieder mit enthalten, da es sich mit den Dreharbeiten überschnitten hat. Auch hier ist es interessant, wie in der Branche und den USA damit umgegangen wurde.

Instant Hotel – Staffel 1-2

Die Handlung: In Australien wird es immer mehr zur Mode das eigene Heim auch als Hotel anzubieten, also daraus ein sogenanntes Instant Hotel zu machen. Verschiedene Besitzer*innen treten gegeneinander an, um herauszufinden, wer Australiens bestes Instant Hotel hat.

Meine Meinung: Nachdem mir die beiden Makeover Serien so gut gefielen, hat mir Netflix diese Serie vorgeschlagen.Durch einen Fehler auf der Streamingplattform begann ich mit Staffel 2. Hier lernen wir vier Paare kennen, die ihre Instant Hotels nach einander präsentieren. Die besten zwei kommen ins Finale. Neben den anderen Paaren gibt es eine Jury aus zwei professionellen Bewerter*innen. Das hat vergleichsweise gut geklappt, auch wenn ein paar ziemlich arrogant und zickig war, aber hey, das hat zumindest für Stimmung gesorgt. Wirklich schlimm wurde es erst, als ich mir danach noch die erste Staffel ansah. Denn hier gab es zwei Runde mit je fünf Paaren und nur einer professionellen Jurymeinung. War ich schon über die Zickereien in der ersten Runde erstaunt, versetzte die zweite der Serie den Todesstoß. Nur Intrigen, Lügen, Bevorteilung und Zickereien. Es war echt ein Armutszeugnis. Für so ein Niveau kann ich auch nachmittags ins Privatfernsehen schalten. Hätte ich mit der Staffel angefangen, hätte ich die zweite wohl nie gesehen. Wer auf niveauvolle Unterhaltung steht, sollte von dieser Serie die Finger lassen.

Habt ihr eine davon gesehen? Wie fandet ihr sie?

Eine Handvoll Filme – 04/21

Herzlich Willkommen zur vierten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Wenn eine Straße sprechen könnte, einem zukünftigen Krieg, wildgewordenen Vögeln, Abgründen in der Musikindustrie und eine Reise nach Korea.

If Beale street could talk

Die Handlung: 1970er, Harlem in New York. Alfonso Hunt wird festgenommen, mit dem Vorwurf der Vergewaltigung. Seine Freundin Tish und sein bester Freund Daniel können ihm ein Alibi geben, doch das Opfer identifiziert ihn bei einer Gegenüberstellung. Nun sitzt er im Gefängnis und Trish und ihre Familie versuchen alles, um ihn rauszuholen und seine Unschuld zu beweisen. 

Meine Meinung: Nach Moonlight präsentierte uns Regisseur Barry Jenkins seinen zweiten großen Film, der direkt drei Nominierungen bei der Oscarverleihung 2019 bekam und einen Goldjungen für Regina King einheimste. Der Film basiert auf dem Buch von James Baldwin und erzählt die Geschichte von Afonso und Tish. Gleichzeitig könnte es aber auch die Geschichte von zu vielen anderen PoC sein. Dabei wird die Geschichte sehr langsam und ruhig erzählt. Es geht in vorderster Linie um die Protagonist*innen. Wie sie sich gefunden haben, was ihre täglichen Probleme sind und wie sie mit der aktuellen Situation zurecht kommen. Das geht stellenweise ganz schön nah, wenn man bedenkt wie viel Hass ihnen entgegengebracht wird, einfach aufgrund der Hautfarbe. Auch wenn der Film in den 1970er Jahren spielt, ist er noch immer aktuell – was ihn umso bestürzender macht. Regina King als überforderte Mutter hat hier verdient den Oscar als beste Nebendarstellerin gewonnen.

The Tomorrow War

Die Handlung: 2022 bekommt die Menschheit Besuch aus der Zukunft. Denn 2051 steckt die Menschheit im Krieg mit Aliens und es sieht schlecht aus. Deswegen werden Soldaten aus der Vergangenheit benötigt um für 7 Tage in der Zukunft zu kämpfen. Einer davon ist Dan Forester. 

Meine Meinung: Die Prämisse des Films klang gut und auch wenn ich im Vorfeld bereits viele negative Kritiken gelesen hatte, wollte ich dem Film eine Chance geben. Wobei ich bei Filmen mit Zeitreisen grundsätzlich skeptisch bin, da einfach viele Fallen lauern. Aber während im letzten Jahr ein Tenet diese geschickt nutzt und mit Paradoxen spielt und sich zu eigen macht, denkt sich The Tomorrow War „egal“ und läuft mit Anlauf in jede sich bietende Falle. Herauskommt also ein Film, der schon einmal grundliegend unlogisch ist. Leider macht die Handlung darüber hinaus auch nicht viel her. Sehr vorhersehbar, austauschbare Charaktere und ein stoischer Chris Pratt, der sichtlich überfordert ist, seinem Charakter Sympathiepunkte einzubringen, ohne ein Witz nach dem nächsten zu reißen. Richtig lächerlich wird es dann aber im letzten Teil, in dem der ganze bisherige Film noch einmal auf den Kopf gestellt wird und noch unlogischer wird als zuvor. Wobei ich den Vulkanjungen schon ein bisschen gefeiert habe – das war aber so ziemlich der einzige erheiternde Moment.

Die Vögel

Die Handlung: Mitch Brenner spielt Melanie Daniels einen Streich. Sie will sich rächen und fährt dafür zu seinem Haus in Bodega Bay. Dort bleibt sie unerwartet länger und kommt Mitch näher. Doch die Vögel in Bodega Bay fangen an sich sehr merkwürdig zu verhalten. 

Meine Meinung: Mein erster Alfred Hitchcock Film und ja Schande über mein Haupt. Aber ich hab dieses Jahr ein paar Klassiker nachgeholt und die Vögel war einer davon. Ob es nun die richtige Wahl für den Anfang war, dürfen mir gerne die Hitchcock-Fans unter euch verraten. Grundsätzlich hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der ersten Szene, die sich mir einfach nicht erschlossen hat. Sobald wir jedoch ins verschlafene Bodega Bay reisen, nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Die namensgebenden Vögel sind für die heutige Zeit zwar sehr witzig animiert, aber nicht minder gefährlich. Die ständige Bedrohnung ist allgegenwärtig und auch ohne viel Handlung drum herum, reicht es um eine dauergespannte Stimmung zu erzeugen. Die Protagonistin ist stellenweise etwas anstrengend, entwickelt sich aber im Laufe des Films zum positiven. Wirklich gestört hat mich nur das sehr offene Ende. Keine Erklärung, was mit den Vögeln los war, wieso das passierte, wie das gelöst werden konnte, nichts. Ich habe zwar nachgelesen, dass das mit der Buchvorlage übereinstimmen soll, aber es hat mich gestört.

Kill your friends

Die Handlung: In den 1990er Jahren versucht der Musikproduzen Stelfox als A&R-Manager den Durchbruch zu schaffen. Doch die Musikszene ist ein Haifischbecken. Es wird blutig. 

Meine Meinung: Den Film habe ich irgendwann mal auf gut Glück gekauft, weil mich der Cast ansprach. Auch der Titel klang ganz spannend. So ging ich mit wenigen Erwartungen an den Film und bekam einen ziemlichen Reinfall. Denn der Film versucht sich mit der Musikindustrie der 1990er Jahre auseinander zu setzen, greift aber ziemlich daneben. Im Prinzip ist die Aussage, dass die Branche ein reines Haifischbecken ist, dort nur schlechte Menschen arbeiten und ein Fehler jeden zum Mörder machen könnte. Er will provozieren, nicht weil es sinnvoll ist, sondern einfach weil er es kann. So zieht sich die Handlung, auch wenn der Film mit 103 Minuten eigentlich gar nicht so lang ist. Auch wenn ich Nicholas Hoult eigentlich als Schauspieler sehr gerne sehen, so hat er in diesem Film überhaupt nicht funktioniert. Er versucht seinen Charakter bewusst cool auszulegen, was nicht immer passt.

Die Taschendiebin

Die Handlung: In den 1930er Jahren ist Korea von Japan besetzt. Taschendiebin Sookee wird als Hausmädchen bei einer Japanerin eingeschleust. Sie soll die Erbin manipulieren, damit sie den Hochstapler Fujiwara heiratet. Dabei ist mehr als nur eine Intrige aktiv.

Meine Meinung: So hoch gelobt, dass ich ihm nun endlich auch eine Chance gab. Und rein optisch ist der Film durchaus einen Blick wert, hat er doch einen ganz eigenen Stil und eine interessante Farbgebung. Und die Handlung ist, was die Intrigen und Thrillerelemente angeht auch durchaus spannend. Die Dreiteilung des Films ist sinnvoll und bringt immer wieder etwas neues, da sich jeweils neue Intrigen zeigen oder gesponnen werden. Dennoch ist der Film mit 145 Minuten etwas zu lang für die Geschichte, die erzählt wird. Die Erzählweise ist hier auch entspannter, als beispielweise bei Oldboy, wo man sich ganz schön dran gewöhnen musste. Ihr merkt schon, dass hier noch ein großes Aber kommt – und ihr habt Recht. Denn der Film war mir zu gewollt provokant. Die Damen durften sich regelmäßig entkleiden und gerade in den lesbischen Sexszenen wurde dann auch jedes Klischee untergebracht, was die Pornoindustrie verbreitet. Auch darüber hinaus ging es an vielen Stellen gar nicht um die Intrigen, sondern rein um Provokation. Kann man natürlich als Kunst interpretieren, mich hat es eher abgeschreckt.

Habt ihr einen Film davon gesehen? Wie fandet ihr ihn?

Eine Handvoll Serien – 05/21

Herzlich Willkommen zur fünften Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit dabei: ein peinlicher Vater, ein Höllenfürst, frittierte Leckereien, erste Highschoolerfahrungen und ein neu inszeniertes Musical.

Dad stop embarrassing me – Staffel 1

Die Handlung: Unternehmer Brian Dixon (Jamie Foxx) lebt zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester. Große Aufregung herrscht, als auch seine Tochter Sasha (Kyla-Drew) ebenfalls zu ihm zieht. Doch der Balanceakt zwischen cooler Dad und strenger Vater gelingen ihm nicht immer.

Meine Meinung: Dad stop embarassing me wollte vieles sein. Jung, hip, erfrischend, eben ein Gegenpol zu den gängigen Sitcoms. Leider ist sie vorangig eins: Nervig. Denn gerade Jamie Foxx in der Rolle des Brian Dixon ist eine schlechte Parodie auf so ziemlich alles. Das seine Firma bei seinen Führungsqualitäten überhaupt Erfolg hat, kauft man der Serie an keiner Stelle ab, seine sozialen Kompetenzen sind auch eher mangelhaft, was die Frage auffwirft, wieso überhaupt noch jemand mit ihm befreundet ist. Und das locker-strenge Vater-Tochter-Verhältnis ist auch eher ein sprunghafter Wechsel. Zumal die strenge Seite selten irgendwo begründet ist und wenn doch sehr schnell ins Lächerliche gezogen wird. Die Serie weist nicht einen guten Gag auf, die Charaktere bleiben bis zum Ende flach. Lediglich eine halbwegs gute Folge – ich sag nur Grillwettbewerb – macht die Serie erträglich. Das Prinzip ist ansonsten auch bei allen gleich: Brian hat irgendeine abstruse Idee, seine Tochter macht, was sie will, er schimpft, sie heult rum, was er für ein gemeiner Vater ist und letztlich macht sie doch wieder, was sie will. Letztlich dürfte es hier wohl keine zweite Staffel geben und selbst wenn, dann ohne mich.

Dad stop embarassing me ist auf Netflix verfügbar

Lucifer – Staffel 5

Die Handlung: Lucifer (Tom Ellis) ist wieder in der Hölle, um dort nach dem rechten zu sehen. Unterdess taucht sein Bruder Michael (Tom Ellis) auf und gibt sich als den Höllenfürsten aus. Doch Chloe (Lauren German) kommt dahinter. Fortan geht es um Geschwisterrivalität und ob Lucifer und Chloe endlich zueinander finden.

Meine Meinung: Nach der viel zu langatmigen dritten Staffel, wurde sich in der vierten – also nach der Rettung durch Netflix – auf eine kurze und knackige Handlung geeinigt, die man wieder gut sehen konnte. Nun brachte die fünfte wieder die am Anfang übliche Länge von 16 Folgen. Und das funktionierte leider gar nicht. Denn zwischendurch hat die Serie echt gute Einfälle und gerade die Folgen, in denen Gott auftaucht und aktiv an der Handlung teilnimmt, waren spaßig, spannend und hatten die guten alten Lucifer Vibes. Alles darüber hinaus leider gar nicht. Hier dreht sich die Handlung immer wieder im Kreis, die Charaktere machen die gleichen Fehler immer wieder und gerade die Beziehung zwischen Lucifer und Chloe war nicht die lang ersehnte, sondern eins der nervigsten hin und hers der Serienlandschaft. Bei jedem „aber diesmal wirklich“ hatte ich nur noch ein müdes Augenrollen übrig, denn es folgte das unvermeidbare „aber da ist noch dieses eine letzte Problem“. Auch die ganze Sache mit Michael und Tom Ellis nerviger Doppelrolle wird nach zwei Folgen einfach zu viel. Kurzum: Weniger Beziehungsdrama und vielleicht zwei Staffeln draus machen (einmal mit der Gott-Thematilk einmal mit der Michael-Thematik) und alles wäre wesentlich runder geworden.

Lucifer ist auf Prime Video im Abo enthalten

Fresh Fried & Crispy – Staffel 1

Die Handlung: Essenskritiker und Fast Food Fan Daym Drops reist durch die USA auf der Suche nach außergewöhnlichen Kreationen. Die einzige Voraussetzung: Die Essen müssen an irgendeiner Stelle frittiert sein. Je mehr desto besser.

Meine Meinung: Ganz wichtiger Tipp vorab: Schaut diese Serie nicht, wenn ihr hungrig seid und erst recht nicht, wenn ihr gerade abnehmen wollt. Denn die Massen an Essen und vor allem das viele Frittierfett setzt allein beim Zuschauen schon an den Hüften an. Pro Folge gibt es in einer Stadt durchschnittlich drei Restaurants, die besucht werden, wobei eins meist etwas größer aufgezogen wird. Wenn man Fan von frittiertem Essen ist, so findet man hier noch viele Ideen, da die Köstlichkeiten auch fernab des bekanntem sind und die volle Bandbreite des Möglichen abdecken. Zwischenzeitlich kann man über einige Kreationen zwar nur noch den Kopf schütteln, denn die Antwort auf die Frage, wie viel willst du frittieren, hier „ja“ zu lauten scheint. Oder frittierte Einzelbestandteile noch einmal als ganzes frittiert werden. Doch in den USA ist alles möglich. Mit Daym Drops hat man den idealen Moderator gefunden. Bekannt geworden ist er durch das Testen von Fast Food und ist hier ganz in seinem Element. Besonders sympathisch wurde er mir durch seine Abneigung gegen Tomaten, aber das ist dann wohl eine sehr subjektive Beurteilung. Grundsätzlich schafft er es, die Folgen spannend zu moderieren, auch wenn der Ablauf gleichbleibend ist. So und nun entschuldigt mich, ich muss mein Essen frittieren.

Fresh Fried and Crispy ist auf Netflix verfügbar

Noch nie in meinem Leben – Staffel 1

Die Handlung: Devi Vishwakumar (Maitreyi Ramakrishnan) hatte im letzten Schuljahr den Tod ihres Vaters und einer vorübergehende Lähmung zu verarbeiten. Nun will sie an der Highschool voll durchstarten und beliebter werden. Immer an ihrer Seite sind ihre besten Freundinnen Eleonor Wong (Ramona Young) und Fabiola Torres (Lee Rodriguez).

Meine Meinung: Die Beurteilung dieser Serie auf einer halbwegs objektiven Schiene, fällt mir bei dieser Serie besonders schwer. Denn viele Folgen haben mich durch die Themen Mobbing und Außenseiter stark getriggert – und ja, ich meine wirklich triggern im Sinne von psychischen und physischen Negativwirkungen. Dadurch brauchte ich beim Schauen einige Pausen und Ablenkung und habe immer wieder überlegt sie abzubrechen. Gleichzeitig hat sie mir durch ihre lockere Erzählweise und tollen Charaktere vor allem im Nebencharakterbereich gut gefallen, so dass ich doch der kompletten ersten Staffel eine Chance gegeben habe. Denn auch wenn es eigentlich normal sein sollte, so ist hier doch auffällig, wie wunderbar divers die Serie ist. Sie bietet Einblick in andere Kulturen, vor allem, da die Protagonistin indische Wurzeln hat, und inkludiert gleichzeitig noch LGBTQIAP+ Themen. Leider ist die Serie durch die Aufgewecktheit der Protagonistin für mich sehr anstrengend zu gucken. Dafür liebe ich den Großteil der Nebencharaktere. Ich bin also gleichzeitig begeistert von der Serie und konnte doch nicht richtig mit ihr warm werden. Ob ich die zweite Staffel sehen werde, weiß ich noch nicht.

Noch nie in meinem Leben ist auf Netflix verfügbar

High School Musical – das Musical – die Serie – Staffel 1

Die Handlung: Die neue Theaterlehrerin Miss Jenn (Kate Reinders) will den Film High School Musical neu inszenieren, da er an dieser Schule gedreht wurde. Doch schon beim Casting treten Probleme auf, da Nini (Olivia Rodrigo) als Gabriella gecastet wurde und ihr Ex-Freund Ricky (Joshua Bassett) als Troy. Dies stößt gerade ihrem neuen Freund EJ (Matt Cornett) bitter auf. Bei den Proben tauchen immer wieder neue Hindernisse auf, die es zu beheben gilt.

Meine Meinung: High School Musical gehört für mich einfach zu meiner Jugend dazu. Zu dem Zeitpunkt war ich im richtigen Teeniealter und in der Musical-AG meiner Schule, wo wir alle begeistert anfingen die Tänze zu lernen und die Lieder mitzusingen, wann immer sich die Gelegenheit bot. Für mich spielt also ein hoher Nostalgiefaktor mit rein. So hatte ich bereits vorab gehört, dass die neue Serie auf Disney+ nicht so richtig funktionieren soll, wollte ihr aber unbedingt eine Chance geben. Und ich bin sehr hin- und hergerissen. Denn zum einen mochte ich den sehr lockeren Erzählstil der Serie und auch hier gab es gerade bei den Nebencharakteren viele, die mir sofort sympathisch waren und mit denen ich mitgefiebert habe. Das Drama und die Hauptdarsteller*innen und auch das gesamte Drama um die Musicalproben, waren mir dagegen ziemlich egal. Da dies aber den Großteil der Serie einnahm, hatte ich zwischen den einzelnen Folgen teilweise große Pausen, da es mich nicht gerade in den Finger juckte, weiterzuschauen, was selten ein gutes Zeichen ist. Es war kein direktes Durchquälen, denn wenn ich eine Folge sah, gefiel es mir auch, aber es war auch kein Drama zwischendurch aufzuhören. Auch für die zweite Staffel bezweifel ich, dass das Prinzip noch einmal funktioniert. Dennoch könnte es sein, dass ich ihr irgendwann nochmal eine Chance gebe.

HSMDMDS ist auf Disney + verfügbar

Habt ihr eine davon gesehen? Wie hat sie euch gefallen?

Eine Handvoll Bücher – 5/21

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit:Dämonenjägerinnen im Zarenreich, einer Flusskreuzfahrt, einem Nationalpark in Kanada, einer schwarzen Königin und Jane Austen in der Medienwelt.

Palast aus Gold und Tränen – Christian Handel

Die Handlung: Die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose reisen unter ihren Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ins Zarenreich auf der Suche nach der Baba Yaga, die ihnen bei der Jagd nach der Hexe aus Band eins und dem Fluch, der auf Muireann lastet, helfen soll. Doch ihre Liebe könnte ihnen im Zarenreich den Kopf kosten.

Meine Meinung: Das Abenteuer rund um die Dämonenjägerinnen geht weiter. War Band 1 noch eher eine Novelle und hat sich innerhalb weniger Tage an einem Ort abgespielt, wird die Welt nun deutlich erweitert. Nicht nur um das Zuhause der beiden, sondern auch um das Zarenreich. Hier gibt es allerhand zu entdecken, nicht nur landschaftlich, sondern auch von den verschiedenen Charakteren. Neben der Baba Yaga sind viele weitere Märchenanspielungen enthalten, ich bezweifle alle gefunden zu haben, aber über jede, die ich entdeckte, musste ich schmunzeln. Die Handlung ist dabei auch nochmal deutlich spannender, auch wenn man stellenweise merkt, dass hier eher das Finale vorbereitet wird. Dennoch bietet der zweite Band genug eigene Handlung, um nicht als reines Zwischenspiel betrachtet zu werden. Ich war auf jeden Fall weiterhin froh, dass es aus Sicht von Muireann geschrieben wurde, da sie mir weiterhin deutlich sympathischer war als Rose. Die hätte ich zwischendurch gerne mal durchgeschüttelt, damit sie wieder runterkommt. Auf jeden Fall bin ich nach dem Ende umso gespannter auf den dritten Teil und was dort noch alles auf uns zukommt.

Land in Sicht – Ilona Hartmann

Die Handlung: Jana hat ihren Vater nie kennengelernt und auch nie das Gefühl gehabt, etwas zu vermissen. Als sie ihn jedoch als Kapitän eines Flusskreuzfahrtschiffes ausmacht, bucht sie kurzerhand eine Passage.

Meine Meinung: Mit knapp 160 Seiten, großer Schrift und breitem Rand, erscheint das Büchlein erst einmal sehr unscheinbar. Bei Flusskreuzfahrt auf der Donau war ich dann aber doch angefixt, habe ich das Abenteuer auch schon hinter mir und war von der Reiseart sehr begeistert – Umweltaspekte mal außen vor gelassen. Dann noch eine Vatersuche auf dem Schiff? Konnte ja nur mein Buch werden. Gerade der Anfang konnte mich auch überzeugen. Es gibt die verschiedensten Begegnungen an Bord. Protagonistin Jana ist vielleicht nicht die Symapthie in Person, aber trotzdem kommt man ganz gut klar mit ihr. Nach ca. der Hälfte scheint der Autorin aber die Puste auszugehen. Die Beschreibungen werden immer kürzer, von der Flusskreuzfahrt bekommt man nichts mehr mit und das Vaterthema wird zwar omnipräsent, aber irgendwie auch nicht richtig gelöst. So liest man das Büchlein zu Ende und weiß nicht mehr, was man von der so vielversprechend begonnenen Geschichte halten soll.

Wild like a river – Kira Mohn

Die Handlung: Jackson ist mit einem Freund im Jasper Nationalpark unterwegs. Als dieser sich verletzt lernt er Haven kennen, die mit ihrem Vater, einem Ranger, im Park lebt. Beide kommen sich näher. Wenn Jackson zurück zum Studium reist, folgt Haven ihm. Jetzt muss sie versuchen in der Stadt zurecht zu kommen. 

Meine Meinung: Wild like a river erzählt eine etwas zweigeteilte Geschichte. Der erste Teil spielt in der traumhaften Umgebung des Jasper Nationalparks. Auch wenn das Zusammentreffen und das Bleiben von Jackson nach der Abreise seines Freundes ziemlich konstruiert wirkt, ist es doch eine süße sich anbahnende Geschichte. Dann folgt der Wechsel in die Stadt, wo Haven zum einen Jackson hinfolgt, zum anderen aber auch so ziemlich das erste Mal aus der geschützten Umgebung des Nationalparks ausbricht. Ab hier wird das Buch zum einen spannend, zum anderen will man beide Protagonisten nur noch schütteln. Zum einen gibt sich Haven naiver als sie müsste. Selbst wenn sie ihre Kindheit und Jugend fernab von Menschen verbracht hat, müsste ihr klar sein, dass sie in der Stadt mit der zweckmäßigen Kleidung komisch angeguckt wird. Dieses überraschte „Was stimmt denn nicht mit meiner Kleidung“ kaufe ich ihr nicht ab – zumindest nicht so, wie es aufgebaut wurde. Und Jacksons übermäßiger Beschützerinstinkt macht es nicht besser. Gleichzeitig wird aber auch der Freundeskreis von Jackson als sehr toxisch dargestellt, weswegen es für Haven noch einmal zusätzlich schwer ist, sich anzupassen. Gegen Ende bekommt das Buch aber noch einmal die richtige Drehung und so kann ich sagen, dass es mir als Gesamtwerk durchaus gefallen hat.

Die Chroniken von Alice 2 – Die schwarze Königin

Die Handlung: Alice und Hatcher sind den Fängen der alten Stadt entkommen. Doch statt in Freiheit finden sie sich in einer verbrannten Ebene wieder. Auf der Suche nach Hatchers Tochter Jenny müssen sie neue Abenteuer bestreiten. 

Meine Meinung: Ich habe nie Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln gelesen, kann also nicht sagen, wie viel davon in dieser düsteren Horroradaption des Stoffes von Lewis Caroll übernommen wurde. Denn aus dem ersten Band sind bereits die bekanntesten Gestalten in Finsternis im Wunderland eingebaut – außer eben die Herzkönigin. So fiel es mir hier auch etwas schwerer in die Fortsetzung einzutauchen. Erschwerend kam hinzu, dass das Buch kapitellos aufgebaut ist. Dennoch bietet Christina Henry genau das, was man erwartet. Horror im Wunderland. Kein weichgespültes vielleicht gibt es doch irgendwo ein Happy-end, sondern ein knallharter Überlebenskampf, wo man wirklich um die Protagonisten bangt. Doch auch wenn eigentlich immer irgendetwas passiert und die Charaktere in ständiger Gefahr schweben, zieht es sich stellenweise ein wenig. Das ändert sich gegen Ende wieder, wenn man verzweifelt überlegt, wie die Autorin das noch auflösen will. So bin ich dennoch angefixt auf die nächste Adaption – ich habe da was von Peter Pan gehört!

Bluescreen – Julia K Hilgenberg

Die Handlung: Lizzie Benett ist eine Auszubildende bei einem Regionalsender. Dort trifft sie auf den Moderator Will Darcy, da der Sender seine Sendung übernommen hat. Auf den ersten Blick sind beide wenig begeistert von einander. Können Sie ihren Stolz und ihre Vorurteile überwinden?

Meine Meinung: Der erste Teil der Schlips und Vorurteil Reihe spielt mit dem Gedankenspiel, was wäre, wenn Jane Austens bekanntes Pärchen in der modernen Welt bei einem regionalen Fernsehsender arbeiten würde. Was für Vorurteile würde es geben? Wie doll würde der Stolz ihnen im Weg stehen? Dabei ist es total spannend zu sehen, wie Autorin Julia K Hilgenberg es schafft die Bekannten Charaktere unterzubringen, so dass sie in das neue Setting passen. Dabei ist auch die Grundstruktur an die Vorlage Austens angepasst, dennoch kommen genug eigene Ideen zustande und gerade die Dialoge sind herrlich. So ist man gerade am Anfang gut in der Handlung drin und freut sich über die ganzen neuen Entdeckungen. Leider gibt es in der Mitte dann die ersten Längen, die sich bis zum Ende durchziehen. Da meint man, dass man in der Handlung schon deutlich weiter sein müsste und wird dann wieder und wieder hingehalten. Hier muss der zweite Band sich nochmal ranhalten. Dennoch bin ich gespannt.

Habt ihr eins oder mehrere der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?

Eine Handvoll Serien – 4/21

Herzlich Willkommen zu vierten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit einem frischen Witwer, einer alkoholisierten Flugbegleiterin, Außerirdischen auf der Erde, einem tapferen Mädchen im Abenteuer Großstadt und ausgebrochenen Androiden.

The Unicorn – Staffel 1

Die Handlung: Wade hat vor einem Jahr seine Frau verloren. Nach der Trauerphase müssen er und seine beiden Töchter Natalie und Grace wieder nach vorne schauen. Immer mit dabei sind die befreundeten Pärchen Forrest und Delia und Ben und Michelle. Die sind es auch, die Wade ermutigen wieder zu daten. Denn als Witwer sei er ein „Unicorn“ und daher sehr begehrt bei den Frauen.

Meine Meinung: The Unicorn ist eine Comedy-Serie, die im Gegensatz zu Sitcoms nicht auf Massengags setzt, sondern die Charaktere aufbaut und durch die Interaktion dann für eine Menge guter Stimmung sorgt. Dabei hat jede Familie so ihre Eigenheiten, die aber einfach nur liebenswert sind. Die Freundschaft nimmt man ihnen ab, auch wenn bzw. gerade weil sie so verschieden sind. Der Fokus liegt grundsätzlich auf Wade und seine Geschichte, doch man erfährt auch eine Menge über die anderen. Die Folgen sind in sich abgeschlossen, auch wenn Wades Dates und die Überwindung der Trauerphase in allen Folgen eine Rolle spielt. Darüber hinaus geht es um Freundschaft, Familie und Beziehungen. Selten wird von diesen Themen abgewichen. Dadurch hat die Serie aber auch die Möglichkeit alle Aspekte zu durchleuchten. So schafft sie die richtige Balance aus Handlung, Charaktere und Witz.

The Unicorn ist bei Sky Ticket enthalten

The Flight Attendant – Staffel 1

Die Handlung: Cassie Bowden ist Flugbegleiterin für die Business und First Class. Auf einem Flug nach Bangkok trifft sie auf den charmanten Geschäftsmann Alex Sokolov, mit dem sie die Nacht verbringt. Nach einer alkoholreichen Nacht wacht sie neben Alex auf, dem die Kehle durchschnittnen wurde. Nach einem Anruf bei ihrer Anwaltsfreundin Ani, beschließt Cassie einfach zu fliehen, doch schon bald ist das FBI auf sie aufmerksam geworden – und nicht nur die.

Meine Meinung: Nachdem ich ein paar lobenswerte Kritiken über die Serie las, in denen vor allem Kaley Cuocos Schauspiel gelobt wurde, war ich neugierig. Da HBO Max noch nicht in Deutschland angekommen ist, landete die Serie auf Prime. Leider hatte ich die Kritiken wohl nicht genau genug gelesen, so war mir entgangen, dass es sich bei The Flight Attendant um einen Psychothriller handelt. Leider so gar nicht mein Genre. So kam es auch, dass ich mich mit der Serie sehr schwer getan habe. Denn womit ich grundsätzlich in Serien und Filmen nicht klar komme ist, wenn einem nicht geglaubt wird. Wenn alles danach aussieht, als ob die Person lügen würde und sich Familie und Freunde immer mehr abwenden, obwohl man als Zuschauer weiß, dass Cassie nicht verrückt ist oder sich das alles nur einbildet. Wenn ich von meiner subjektiven Abneigung mal absehe, ist die Serie dennoch spannend aufgebaut, auch wenn 1-2 Folgen weniger ihr durchaus gut getan hätten. Denn so rennt Cassie einmal zu oft von a nach b um das gleiche zu tun. Dabei sind es gerade die ersten und die letzten Folgen, die einen von der Qualität überzeugen und ordentlich in Atem halten. Über Kaley Cuocos Leistung kann man sagen, dass sie einfach nur dauerbetrunken spielt und dabei ihren üblichen Gesichtsausdruck aufsetzt. Man kann aber auch anerkennen, dass er gut zur Rolle passt.

The Flight Attendant ist bei Prime Video enthalten

Solar Opposites – Staffel 1

Die Handlung: Die Aliens Korvo, Jesse, Terry und Yumyulack mussten von ihrem Heimatplanten fliehen und landeten auf der Erde. Nun versuchen sie sich anzupassen und gleichzeitig einen Weg zu finden, um zurückzukehren.

Meine Meinung: Justin Roiland hat zusammen mit Dan Harmon an Rick & Morty als Showrunner gearbeitet. Nun landete seine neue Serie auf Star (Disney+). Der Vergleich mit Rick & Morty liegt allein durch den Zeichenstil nahe. Doch auch Erzählstil und vor allem der Humor ähneln sich. Dennoch ist Solar Opposites noch einmal von allem eine Schippe mehr. Derber, ruppiger, blutiger und vor allem gewalttätiger. Wer schon mit Rick & Morty seine Probleme hatte, wird hier ebenfalls nicht glücklich. Wer damit kein Problem hatte, dürfte hier fündig werden. Die ersten Folgen braucht die Serie auch noch, um sich zu finden. Dann sind Charaktere soweit gefestigt, dass man sich auf die einzelnen Folgen konzentrieren kann. Dabei sind es eher die Nebenhandlungen, die überzeugen können, wie z.B. die Badlandadaption mit geschrumpften Menschen. Leider bin ich bis zum Ende nur mit der Hälfte der Familie warm geworden, so dass es mir stellenweise schwer fiel, weiter zu schauen. Dennoch ist mein Interesse geweckt, so dass ich der zweiten Staffel wohl auch noch eine Chance geben werde.

Solar Opposites ist bei Disney+ enthalten

Hilda – Staffel 1

Die Handlung: Hilda lebt mit ihrer Mutter und ihrem Hirschfuchs Hörnchen mitten in der Wildnis. Bis sie dort ein Problem mit den Elflingen und ein paar Riesen hat. Ihre Mutter beschließt daher nach Trolberg zu ziehen, damit Hilda in einer sichereren Umgebung aufwächst. Diese ist davon nicht begeistert, zumal es ihr schwer fällt sich einzuleben. Doch in David und Frida findet sie Freunde.

Meine Meinung: Hilda mag vom Zeichenstil und auch von der Coloration eher einfach gehalten sein, aber dafür ist es wunderbar niedlich. Die Fantasiewesen entsprechen zwar auch den gängigen Klischees, dennoch passen sie wunderbar in die Welt und bekommen dort eine ganz eigene Richtung und werden mit so viel Liebe ausgebaut, dass sie schnell zu etwas besonderem werden. Wirklich besonders sind aber die Charaktere und die um sie gebaute Handlung. Irgendwo scheint es eine Serie über die Findungsphase eines Mädchens zu sein, die lange allein in der Wildnis lebte und sich jetzt in der Stadt einfinden muss, aber die Serie bietet so viel mehr. Die ganzen kleinen magischen Einfälle und Hildas sehr besondere Art an die Dinge heranzugehen, sind so liebenswürdig, dass ich mich in jeder Folge neu in die Serie verliebt habe. Ich freu mich schon auf die zweite Staffel.

Hilda ist bei Netflix enthalten

Westworld – Staffel 3

Die Handlung: Dolores hat es aus dem Park geschafft. Im Jahr 2058 in Neo-Los Angeles trifft sie auf Caleb, der ihr hilft und auf einmal mitten in den Ereignissen ist. Denn Dolores will die K.I., die das Leben der Menschen bestimmt vernichten. Dessen Erfinder Engerraund Serac versucht dies zu verhindern. Dafür holt er Maeve ins Boot.

Meine Meinung: Nachdem sich Staffel 2 ziemlich gezogen hat und durch gefühlt 100 verschiedene Zeitlinien kaum noch zu durchblicken war, bessert Staffel 3 hier deutlich nach. Wir haben es aus dem Park geschafft und erfahren, wie es den Menschen dort geht. Gerade mit Caleb haben wir auch die Bezugsperson zur unteren Schicht, die sich keinesfalls den Parkeintritt hätten leisten können. Auch hier ist es wieder schwierig den vielen Charakteren zu folgen, man muss bei jeder Folge am Ball bleiben. Doch im großen und ganzen ist alles ein bisschen leichter aufgebaut und die Entdeckung durch die reale Welt macht großen Spaß. Vielleicht gab es hier und da eine Intrige zu viel oder auch einen Charakter, der zu übermächtig erscheint, aber das sind alles verzeihbare Dinge, da das Gesamtkonzept der Staffel gut passt. Man hätte hier guten Gewissens Schluss machen können. Leider ist eine vierte Staffel geplant, die sich auf ziemlichen Trümmern aufbauen muss, was mich skeptisch auf die blicken lässt. Vielleicht wäre hier einfach gut gewesen. Eine Chance bekommt Staffel 4 dennoch.

Westworld ist aktuell bei Sky Ticket enthalten

Habt ihr eine davon gesehen? Wie hat sie euch gefallen?

Eine Handvoll Filme – 3/21

Herzlich Willkommen zu dritten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer traurigen Hochzeit, einem superheldigen Eichhörnchen, eine Familie sagt Ja, einer Origin-Story und Spionage in Hamburg.

The Farewell

Die Handlung: Billi Wang lebt in New York nachdem sie mit ihrer Familie aus China ausgewandert ist. Als sie erfährt, dass ihr Großmutter Lungenkrebs hat, ist sie am Boden zerstört. Doch die Familie beschließt der Oma nichts zu sagen, sondern eine Hochzeit zu arrangieren, damit alle sie nochmal sehen. Billi ist hin- und hergerissen zwischen Loyalität zur Familie und dem Wunsch sich richtig von ihrer Großmutter zu verabschieden.

Meine Meinung: Sitten aus anderen Kulturen können befremdlich wirken. Wenn es jedoch die eigene ist und man mit dem, was man für richtig hält, die ganze Familie gegen sich aufbringen würde, wie soll man sich da verhalten? Genau in diesem Dilemma befindet sich Billi Wang, lebt sie doch mit ihren ausgewanderten Eltern in New York und ist auch mit der amerikanischen Kultur groß geworden. Doch ihre Familie prägt ihr immer wieder ein, dass sie nichts sagen darf. Der Film hat eine sehr melancholische Stimmung und kann einen aufs Gemüt schlagen. Er bemüht sich die Thematik so zu erzählen, dass man als Außenstehender die Beschlüsse der Familie versteht, auch wenn man sie nicht nachvollziehen kann. Billi ist dafür die ideale Bezugsperson. Zwischendurch versucht der Film die Stimmung ein bisschen aufzulockern, indem ein paar Situationen eingeschoben werden, über die man unweigerlich schmunzeln muss. Dennoch bleibt der Film sehr ernst. Awkwafina spielt die Zerissenheit der Protagonistin in einer sehr reduzierten Form gekonnt aus. Gewinnerin der Herzen ist jedoch Shuszen Zhao als Nai Nai (Großmutter), die ihre Rolle mit viel Leben und Liebe füllt. Letztendlich ist The Farewell ein guter Film mit einem schweren Thema.

Flora & Ulysses

Die Handlung: Flora, 10 Jahre alt, ist Tochter einer Autorin und eines Comiczeichners leidet unter der Trennung dieser. Bis Ulysses bei ihr auftaucht, ein aufgewecktes Eichhörnchen, von dem Flora glaubt, dass es Superkräfte hat. Allerdings ist vor allem Chaos angesagt. 

Meine Meinung: Nachdem ich den Trailer von Flora & Ulysses gesehen habe, war ich sehr abgeschreckt, sah er doch vorne und hinten nicht zusammenhängend aus, wie eine wilde Mischung aus verschiedenen Genres. Am Ende wusste man nicht, ist Ulysses nun ein Supereichhörnchen oder nicht. Das ich dem Film letztlich doch noch eine Chance gegeben habe, war großes Glück, sonst hätte ich einen liebevollen Kinderfilm verpasst. Zwar ist der Film mit der Rolle des Ulysses immer noch ein bisschen zwiegespalten, aber dennoch funktioniert er. Gerade weil er unkonventionell ist, weil er in der Handlung springt, aber vor allem weil er eine gute Mischung an Charakteren hat. Wir haben Flora, die an die Superhelden aus den erfolglosen Comics ihres Vaters glaubt, die Dinge auf ihre ganz eigene Weise löst und dennoch einfach ein Kind ist. Dann haben wir ihre Eltern mit einer sehr süßen Liebesvorgeschichte, auch wenn sie sich während des Films in Trennung befinden. Und wir haben den Nachbarsjungen, der zu seiner Tante geschickt wurde, weil er an hysterischer Blindheit leidet. Leider wird sich mit dem Thema und den Gründen nur ganz am Rande auseinander gesetzt, aber dennoch respektvoll umgegangen. Und das absolute Highlight des Films ist wohl Danny Pudi (bekannt aus Community) als Polizist. So bietet der Film einige Stellen zum Lachen, zum mitfieber und verstärkt das ganze noch mit einer guten Prise Herzlichkeit.

Yes Day

Die Handlung: Allison und Carlos Torres sind eigentlich sehr lebensbejaende Eltern. Doch seit ihre Kinder da sind, erwischen sie sich selbst dabei, wie sie nur noch „Nein“ sagen. Bis der Vertrauenslehrer der Schule sie zu einem „Yes Day“ ermuntert. Ein Tag, an dem sie zu allem, was die Kinder wollen „Ja“ sagen müssen, zumindest innerhalb gewisser Regeln. 

Meine Meinung: Der Anfang von Yes Day ist wohl der familiennähste, den ich in letzter Zeit gesehen habe. Der Wandel der lebensbejaenden Eltern, die gerne auch mal Risiken eingehen, nur um etwas zu erleben, zu den fürsorglichen Eltern, die ihren Kindern einfach viel verbieten müssen, ist in wenigen Bildern gezeigt, aber dafür gut nachvollziehbar. Während die Idee für den Yes Day ein wenig „Deos Ex Machina“ kommt, ist die Einführung eben dessen gut gelungen. So bewegt sich der Film die ersten 2/3 auf guten Gewässern, ist gleichzeitig witzig und spannend. Dabei werden trotzdem die Charaktere richtig eingeführt, so dass auch die Familienkonstellation über den Yes Day hinaus funktioniert. Das letzte Drittel ist dann das typische Eskalationsmaterial, von dem ich befürchtete, dass es passiert. Also der Teil, in dem einfach alles aus dem Ruder läuft und man als Zuschauer nur noch hilflos zusehen kann, wie die Charaktere sich immer tiefer reinreiten. Ab dem Punkt geht dann auch der Unterhaltungswert des Films deutlich zurück. Letztendlich überzeugt der Film als Gesamtwerk aber doch, auch wenn man das Ende mit wesentlich weniger Fremdschämpotenzial umsetzen könnte.

Scooby

Die Handlung: Als Scooby ein Gyrosspies am Strand klaut, trifft er auf den einsamen und freundlosen Jungen Shaggy. Beide werden sofort die besten Freunden. Als sie an Halloween auf Fred, Velma und Daphne treffen und einen Geist enttarnen, gründen sie die Mystery Inc. Viele Jahre später werden sie getrennt, kurz bevor es jemand auf Scooby abgesehen hat. 

Meine Meinung: Abgesehen von dem einen Realfilm habe ich Scooby-Doo nie so verfolgt. Grob kenne ich die Mystery Inc und die Charaktere, so dass ich neulich an einem ruhigen Nachmittag durch Sky schaltete und mich Scooby als Welpe anlächelte. So gab ich dem Film eine Chance. Grundsätzlich ist der Film genau das, was ich erwartet habe. Eine lockere Nachmittagsablenkung. Ein paar gute Witze, tolle Charaktere, ein paar Sachen vielleicht zu abgefahren, aber vor allem kein allzugroßer Anspruch, um die Handlung zu verfolgen. Und das ist in erster Linie positiv gemeint. Shaggy und Scooby sind auch hier einfach ein wunderbares chaotisches Team und schaffen es irgendwie aus jeder Situation wieder raus. Die Handlung ist spannend, bietet einige Überraschungen und setzt die Witze an die richtige Stelle. Antagonist und einige Nebencharaktere sind zwar ziemlich überzeichnet, aber auch das funktioniert gut – auch wenn die süßen kleinen Roboter Sidekicks schon sehr an die Minions angelehnt scheinen.

A most wanted man

Die Handlung: Günther Bachmann ist Strippenzieher einer halboffiziellen Spionageeinheit in Hamburg. Als dort der Flüchtling Issa Karpov, halb Russe, halb Tschetschene, auftaucht, schlägt die Einheit Alarm. Vorsichtig versuchen sie sich ihm zu nähern, doch auch andere Einheiten sind an Karpov interessiert. 

Meine Meinung: Der letzte Film mit Phillip Seymour Hoffman lag sehr lange auf meinem SuF (=Stapel ungesehener Filme). Im Rahmen meiner 21 für 2021 Challenge, habe ich ihn nun von eben diesem befreit. Leider hat er mir gar nicht zugesagt. Grundsätzlich fand ich die Ausgangskonstellation mit der Spionageeinheit in Hamburg interessant. Auch der Cast mit Hoffman, Rachel McAdams und Willem Dafoe klang gut, so dass ich einen Blick wagen wollte. Die Umsetzung ist leider ganz schön zäh, was vor allem daran liegt, dass man nur wenig von dem, was vor sich geht, versteht. Denn anstatt irgendjemandem irgendetwas zu erklären hat Hoffmans Rolle natürlich den großen Plan, legt sich ringsrum mit allen anderen Abteilungen an und hetzt wild von A nach B. Der Zuschauer selbst muss dann anhand der Reaktionen der anderen Agierenden herausfinden, was eigentlich gerade passiert. Das funktioniert auch nur so semi, so dass die Wendungen einen völlig unvorbereitet treffen, weil man einfach nicht versteht, wann genau in der Handlung etwas schief gelaufen ist.

Habt ihr einen Film davon gesehen? Wie fandet ihr ihn?

Eine Handvoll Bücher – Pride Month Ausgabe

Es ist Juni und damit Pride Month. Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQIAP+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so für ihren Kampf auf Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen wird. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt. In diesem Beitrag soll es um ein paar Lesetipps gehen, die sich mit LGBTQIAP+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mit eure liebsten Bücher zu diesem Thema nennen.

Und ich leuchte mit den Wolken

Die Handlung: Lilou reist nach Paris, um ihre französischen Wurzeln zu erforschen. Dabei trifft sie auf Mignon. Zwischen beiden ist sofort eine Anziehung, doch gerade Mignon möchte sich das nicht eingestehen. 

Warum das Buch so wichtig ist: Und ich leuchte mit den Wolken spricht gleich mehrere Themen an. Zum einen die Unterscheidung von Bisexualität und Pansexualität. Wie es sich anfühlt pan zu sein, welche Probleme es mit sich bringen kann (durch Vorurteile unaufgeklärter Menschen) und welche Ängste es birgt. Dafür haben wir mit Lilou eine wunderbar nahbare Protagonistin. Und dann haben wir Mignon, die sich sicher war hetero zu sein, bis sie auf Lilou trifft. Im Buch stellt sie ihre Sexualität in Frage und überlegt, welches Label am besten zu ihr passen würde. Wozu wir zum nächsten Thema kommen: Sind Labels notwendig? Braucht jede*r ein Label, wenn er*sie sich einfach verliebt hat? Und genau diese Vielzahl an Themen verwebt mit einer absolut tollen Liebesgeschichte, die einen tief im Herz berührt vor der wundervollen Kulisse Paris.

Rowan & Ash

Die Handlung: Rowan ist seit seiner Kindheit mit der Kronprinzessin von Iriann, einer Insel, die einst von den Magiereserven aus dem mysteriösen Schattenlabyrinth profitierte, verlobt. Nun steht die Hochzeit bald bevor. Doch es gibt zwei Probleme. Zum einen droht die dunkle Königin aus dem Schattenlabyrinth zu erwachen und es wird überlegt, dieses zu versiegeln, was aber große Auswirkungen auf den Einfluss der Insel hätte. Zum anderen liebt Rowan jemand anderen. Allerdings nicht seine beste Freundin Raven, was ihm gerne unterstellt wird, sondern den Königssohn Ash.

Warum das Buch so wichtig ist: Helden in Fantasy-Büchern sind immer stark, mutig und hetero. Und dann kam Christian Handel und präsentierte uns in Rowan & Ash den wohl nachvollziehbarsten Helden seit langem. Rowan überlegt, geht taktisch vor und weiß, wann er bei einem Kampf keine Chance hat. Schon allein das bricht mit allen gängigen Klischees auf wunderbare Weise. Hinzu kommt, dass er sich in Ash verliebt hat. Homosexualität in einer Fantasywelt, die dem Thema kritisch gegenübersteht. Wir haben hier also nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch einen Helden, der für sich und seine große Liebe kämpft. Und dabei ist seine Sexualität vollkommen egal. Ich kann dieses Buch nur jedem Fantasy-Fan ans Herz legen!

Someone New

Die Handlung: Micah kommt aus gutem Haus und beginnt ihr Jurastudium, um ihren Eltern zu gefallen, die erfolgreiche Anwälte sind. Doch ein Schatten liegt über der Familie, da Micahs Bruder Adrian nach seinem unfreiwilligem Outing verschwunden ist. Eigentlich würde Micah lieber Kunst studieren, aber damit würde ihre Hoffnung auf eine wiedervereinte Familie entgültig zerstört werden. Dann trifft sie auf ihren Nachbarn Julian, der seltsam verschlossen wirkt. Doch Micah lässt nicht locker.

Warum das Buch so wichtig ist: Das ist etwas schwierig zu beschreiben, ohne das LGBTQIAP+ Thema zu verraten. Da dies aber ein großer Spoiler wäre, versuche ich es zu umschiffen. Schön ist hier, dass wir lange Zeit annehmen, dass es sich um eine New Adult Geschichte handelt, wie wir sie schon in einer Vielzahl kennen. Bis wir eines besseren belehrt werden. Der Umgang mit dem Thema ist nachvollziehbar und realistisch. Leider nach hinten raus etwas kurz gehalten, aber dennoch absolut lesenswert!

Rosen & Knochen

Die Handlung: Rosalie und Muireann sind Dämenjägerinnen. Unter den Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ziehen sie umher und nehmen Aufträge an. Diesmal zieht es sie in den Wald zu einem Hexenhaus. Die Hexe soll getötet worden sein, doch noch immer spukt etwas in diesem Wald umher. Doch Rose und Muireann merken schnell, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Warum das Buch so wichtig ist: Ich habe lange überlegt, ob ich noch ein zweites Buch von Christian Handel mit reinnehme. Aber ich wollte unbedingt noch ein zweites Fantasy-Buch nehmen und dann sollte das LGTBQIAP+ Thema auch eine*n der Protagonist*innen betreffen – weswegen leider das Buch der gelöschten Wörter rausfiel. Diese Märchenadaption basiert auf der Prämisse, dass Schneeweißchen und Rosenrot keine Geschwister sind, sondern ein Dämenjägerpaar. Und Paar ist hier auch im romantischen Sinne gemeint. Das zeigt zum einen zwei willensstarke Frauen, die es mit Hexen aufnehmen und das Klischee von der zu rettenden Frau brechen und zeitgleich auch wieder, dass Homosexualität in der Fantasy möglich ist ohne irgendwelche Einschränkungen zu haben. Bitte mehr davon!

Ich bin Linus

Die Handlung: Linus Giese ist trans. Das dies in der aktuellen Gesellschaft noch immer nicht leicht ist, aber sein sollte, nimmt Linus uns hier mit auf seine ganz eigene Reise, um Vorteile abzubauen und den Weg ein Stück weit zu ebnen, für eine Gesellschaft in der trans sein, ganz normal ist.

Warum das Buch so wichtig ist: Zum Abschluss gibt es noch ein Sachbuch von mir. Einfach weil LGBTQIAP+ Themen in die Belletristik aufzunehmen und somit eine Selbstverständlichkeit dafür zu schaffen eine Seite ist. Aber die direkten Erfahrungsberichte und damit Missverständnissen und Vorurteilen zu begegnen und sich damit auseinander zu setzen, noch einmal die andere. Und genau das schafft Linus hier. Er erzählt nicht nur seine Geschichte, sondern geht auch auf alltägliche Dinge ein, über die man selbst vielleicht nicht nachdenkt, die trans Menschen aber verletzen können. Dabei weist er stets daraufhin, dass er es nur aus seiner Sicht erzählen kann und andere es anders empfinden können. Wer also seine eigenen eingefahrenen Denkmuster überdenken will, der findet hier genug Denkanstößte.

Was sind eure Bücher zum Thema Pride? Gerne her mit dem Empfehlungen!

 

Eine Handvoll Bücher – 3/21

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Begegnungen, Göttinnen, einer besonderen Schule, einer Menge Gedanken und einer Verfolgungsjagd durch die Galaxie.

Die Schönheit der Begegnung – Frank Berzbach

Die Handlung: Autor Frank Berzbach erzählt wie er seine Freundin kennengelernt hat. Und zwar in 32 Variationen und am Ende weiß man nicht, welche die richtige ist. Doch eins eint sie alle: Sie feiern die Begegnung und den Prozess des Verliebens.

Meine Meinung: Ich war vor dem Kauf gleichzeitig fasziniert und skeptisch. Mich interessierte die Idee, doch ich war mir unsicher bei der Umsetzung. Ich bin auf das Buch über eine andere Bloggerin gestoßen, von der ich weiß, dass sie gerne mal richtig gute Geheimtipps raushaut, wir ansonsten aber nicht die größten buchigen Berührungspunkte haben. Doch dann hat meine Neugier überwogen und was soll ich sagen: Es war eine sehr gute Entscheidung. Denn Frank Berzbach schafft es einem hier von der ersten bis zur letzten Geschichte in den Bann zu ziehen. Jede hat ihre ganz eigene Besonderheit, auch wenn sich die grundsätzlichen Charaktereigenschaften nie ändern, so ändern sich doch die Gegenbenheiten. Und doch scheint selbst die extremsten Gegenteile noch wunderbar zu den beiden Personen zu passen. In jeder Geschichte liegt so viel Gefühl, dass man sich wünscht, dass jede auf ihre eigene Art wahr wäre. Besonders schön fand ich auch, dass es hier selten eine Verklärtheit der Liebe gab. Es gab kein „Ich sah ihr in die Augen und da war es um mich geschehen, ich war Hals über Kopf verliebt“, sondern es waren mehr diese sofortige Vertrautheit, diese Unbeschwertheit, eben dieses Besondere, was wir uns für die ersten Begegnungen wünschen. Nach diesem Buch glaubt man an die wahre Liebe noch einmal stärker, als bei den meisten Liebesromanen auf dem Markt. Wer sich also mal auf etwas völlig anderes, aber unglaublich schönes, unglaublich magisches, einlassen möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen!

Die Göttinen von Otera 1 – Golden wie Blut – Namina Forna

Die Handlung: In Otera werden Frauen unterdrückt. Doch sollten sie golden bluten, so werden sie als Dämonen verdammt und zum Tode verurteilt. So ereilt es auch Deka, doch ein Dekret vom Kaiser rettet sie. Statt hingerichtet zu werden, soll sie nun einer Armee aus ihresgleichen beitreten. Dabei erfährt sie jedoch einiges und muss langsam aber sicher ihre Stellung als Frau in Frage stellen.

Meine Meinung: Das war ein Buch, bei dem ich einige Zeit überlegt habe, ob ich es kaufe oder nicht. Es gibt Bücher, da weiß ich es sofort und es gibt Bücher, bei denen ich zögere. Dies ist also so ein zögerliches Buch. Mich hat die Geschichte gleichzeitig angezogen und abgeschreckt, einfach weil Otera so gleich und doch so anders klang, als vergleichbare Fantasy. Mich faszinierte es, weil es von afrikanischen Kulturen inspiriert zu sein scheint, von denen ich gerne viel mehr lesen würde, gleichzeitig gab es aber den Aspekt der unterdrückten Frauen, die zwar unbedingt angesprochen werden wollte, doch ich wusste nicht, ob es mich beim lesen zu sehr aus meiner Komfortzone reißen würde und ob ich das wollte. Letztlich habe ich mich dazu entschieden und kann euch sagen, die Geschichte hat es in sich. Der Hass, der Frauen und vor allem Frauen mit goldenem Blut entgegenschlägt ist sehr hart und einige Szenen fand ich sehr schwer zu verdauen. Durch den Erzählstil wurde ich gleichzeitig immer wieder gut in die Welt hineingesogen und doch musste ich mich immer wieder überreden weiter zu lesen. Das hängt vor allem mit den großen Zeitsprüngen zusammen, die die Geschichte auseinander reißt und unvollständig wirken lässt. Viele Anspielungen, Fragen werden aufgemacht und dann kommt der nächste Zeitsprung, so dass man gefühlt nur die Hälfte beantwortet bekommt. Dann kommt hinzu, dass das Buch mit knapp über 500 Seiten für den Auftakt einer Trilogie sehr lang ist. Einiges wirkt unnötig gestreckt, während die Handlung insgesamt zu kurz zu kommen scheint. Dennoch bin ich sehr gespannt auf die nächsten Teile, denn das Ende macht Hoffnung auf das, was da noch kommen kann.

Beastsoul 1 Sternenlicht – Juliana Fabula

Die Handlung: Finya erfährt, dass sie eine Beasttamerin ist und daher fortan in Nebula Asteri auf die Schule gehen wird. Zusammen mit Leonel ihrem Partner soll sie ihre elementaren Fähigkeiten kontrollieren lernen. Doch Leonel denkt gar nicht daran, mit ihr zusammen zu arbeiten. Doch mit ihren Freunden versucht sie trotzdem irgendwie das Schuljahr zu meistern.

Meine Meinung: Juliana Fabula ist eine dieser grundsympathischen Menschen, die ich auf Twitch entdecken durfte. Neben ihre Kreativ- und Co-Working-Streams erzählt sie auch ab und an von ihrem Autorinnenleben. Und ihre „Anpreisungen“ ihres Buches machten mich so neugierig, dass es einfach bei mir einziehen musste. Zumal die Idee von einer Schule hinter den Sternen und das ganze dann auch noch mit den Elementen und verschiedenen Tierverwandlungen gemischt, klang total nach meinem Buch. Auch hier bin ich ein wenig über die Länge mit 450 Seiten für den Auftaktband gestolpert, zumal die Seiten sehr eng bedruckt sind. Und doch wollte ich das Buch unbedingt mögen und kann zumindest sagen, dass mir die Grundgeschichte auch gefallen hat – ihr hört hier schon das aber, oder? – aber sowohl der Erzähl- als auch der Schreibstil so gar nicht. Das liegt vor allem daran, dass ich der Protagonistin ihr Alter von 17 Jahren einfach nicht abkaufe. Sie verhält sich absolut naiv und gefühlsmäßig eher wie eine 12-jährige. Dafür passieren ihr aber auch immer wieder Sachen, die hat selbst Harry Potter in seinem ersten Jahr nicht erlebt. Auch das Gezicke ihres Partners Leonel war irgendwann einfach nicht mehr aushaltbar. Ab einem gewissen Punkt, hätte man halt die Gründe für sein Handeln gebraucht, weil so waren sie nicht nachvollziehbar. Auch die Geschichte drum rum, hat sich einfach viel zu sehr gezogen, weil es eben partout das gesamte erste Schuljahr sein musste, was beschrieben wird. Es gab immer mal wieder Andeutungen über eine Verschwörung und zwischendurch auch richtig spannende Kämpfe, aber es mangelte an Informationen, stattdessen wurde man mit Füllstoff überrollt. So sehr ich das Buch mögen wollte, so enttäuscht war ich.

Biss zur Mitternachtssonne – Stephenie Meyer

Die Handlung: In Biss zum Morgengrauen (Twilight) erfuhren wir, wie Bella und Edward sich kennengelernt haben. Jetzt ist es Edward, der uns die Geschichte noch einmal aus seiner Sicht erzählt. 

Meine Meinung: Wirklich gebraucht hat es die Geschichte wohl nicht, auch kommt sie sehr lange nachdem der Hype um die ursprüngliche Buchreihe wieder abgeflaut ist. Auch das nächste Problem war bereits hausgemacht: Die Geschichte war bereits bekannt und bereits in Biss zum Morgengrauen erklärte Edward immer wieder sein Verhalten, es war für den Leser also ab einem bestimmten Punkt kein Rätsel mehr, was er dachte und warum er sich so verhalten hat. Dennoch hätte der Perspektivwechsel noch ein paar neue Aspekte einbringen können. Mehr Informationen über das Zusammenleben mit den anderen Familienmitgliedern, mehr über die Zeit, als er sich vor Bella versteckte, vielleicht sogar ein paar noch unbekannte Errinerungseinschübe. Nun all das gab es, allerdings sehr rar gesäht und nicht in dem Ausmaß, in dem man es sich gewünscht hätte. Stattdessen bekommt man eine Nacherzählung der bekannten Geschichte und das mit sehr vielen Gedanken Edwards. Könnte man meinen, dass das fast 850 Seiten starke Buch noch mehr erzählt, als der ca. 500 Seiten lange erste Teil, so sucht man auch hier vergeblich. Das Buch endet an der gleichen Stelle, nur, dass wir noch einmal 350 Seiten zusätzlich zur bekannten Geschichte haben. Eins muss man Autorin Stephenie Meyer lassen, sie schafft es trotz allem, dass man das Buch locker leicht weglesen kann. Erst hinterher fragt man sich, ob die ganzen Gedanken nötig waren und was man sich viel lieber gewünscht hätte. Beim Lesen selbst ist man wieder mittendrin. Und machen wir uns bei Stalker Edward nichts vor und auch Bella stolpert noch immer sehr schnell und sehr naiv in die Beziehung, doch irgendwo ist der alte Flair noch enthalten. Allerdings brauche ich auch nicht noch einen weiteren Band aus Edwards Sicht.

Star Wars – Tarkin – James Luceno

Die Handlung: Großmoff Wilhuff Tarkin soll den Bau einer mobilen Kampfstation überwachen, als diese angegriffen wird. Seinen Bericht soll er direkt vorm Imperator ablegen und wird daraufhin zusammen mit Darth Vader auf eine Mission geschickt, die schon bald in einer galaktischen Verfolgungsjagd endet.

Meine Meinung: Über vier Jahre lag dieses Buch nun auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher)  und gehörte damit zu meinen größten SuB-Leichen. Es war ein Geburtstagsgeschenk eines Freundes, der sehr wohl wusste, dass ich die Filme aus dem Star Wars Universum sehr mochte, allerdings nicht bedacht hat, dass ich Sci-Fi sehr ungern lese. Nun wollte ich es im Rahmen meiner 21 für 2021 endlich vom SuB runter haben. Letztlich war es auch ein gut geschrieber, spannend erzählter und auch vielfältiger Roman. Man erfährt mehr über Tarkin, seine Denkweise, seine Kindheit und seine Karriere. Die Verfolgungsjagd ist spannend, größeren Star Wars Fans werden wohl auch die Planeten noch mehr sagen. Erzählerisch verfolgt man hauptsächlich die Sichtweise von Tarkin, doch auch Darth Vader und der Imperator kommen zu Wort. Zeitlich befinden wir uns nach den Klonkriegen, am Anfang des Imperiums. Und auch, wenn wie gesagt objektiv es sich um einen guten Roman handelt, so hat er mich einfach nicht abgeholt. So gerne ich auch Star Wars mag und Tarkin ein interessanter Charakter ist – ansonsten hätte ich es wohl auch nie gelesen – das Buch war einfach nicht mein Fall. Aber hey, wenn dies hier ein Star Wars Fan liest, der auch gerne Sci-Fi in Buchform verschlingt, für den ist dies auf jeden Fall eine Empfehlung!

Habt ihr eins oder mehrere der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?

Eine Handvoll Serien – 3/21

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer Freundschaft seit Kindertagen, einer magischen Parallelwelt, einer Country Sängerin als Nanny, ein Einblick in die unteren Decks und einer Entdeckung von Hexen.

Immer für dich da – Staffel 1

Die Handlung: Tully Hart (Katherine Heigl), eine erfolgreiche Talk-Show Moderatorin und Kate Mularkey (Sarah Chalke), Hausfrau und mitten in der Scheidung, sind seit ihrer Kindheit die besten Freundinnen. Während Tully aus schwierigen Verhältnissen mit ihrer drogensüchtigen Hippie-Mutter kam, ist Kate sehr behütet aufgewachsen. Doch trotz aller Gegensätze sind sie immer für einander da.

Meine Meinung: Immer für dich da erzählt die Geschichte einer Freundschaft auf drei Zeitebenen. Zum einen die Jugend der beiden, dann ihre erste Zeit in der Medienbranche und schließlich die Gegenwart (zeitlich Anfang der 2000er), in der Tully ihre Karrieredurchbruch schon hinter sich hat und Kate mit ihrer Scheidung und dem Wiedereintritt in die Medienbranche hadert. Nach dem Trailer habe ich gezögert, ob die Serie wirklich etwas für mich ist, weil ich kein großer Fan von reinen Dramaserien bin. Mich hat letztlich die Prämisse der Freundschaft und der Originaltitel „Firefly Lane“ überzeugt. Leider war letztlich mein erster Eindruck richtig. Denn die Serie findet keinen richtigen Rhythmus, sondern springt in den Zeiten hin und her und zeigt nur, wie sich die beiden Freundinnen immer wieder streiten – teilweise auch aus vollkommen nachvollziehbaren Gründen – und sich dann wieder vertragen. Viele Entwicklungen gerade aus der Vergangenheit werden durch den Gegenwartszeitstrang vorweggenommen, weswegen sie einfach nicht überraschend kommen. Lediglich die Dynamik der beiden Protagonistinnen hält die Zuschauenden bei der Stange. Leider tritt sehr schnell das ein, was ich an Dramaserien nicht mag: Es passiert zu schnell zu viel. Grundsätzlich finde ich die angesprochenen Themen gut und auch wie damit umgegangen wird. Aber es ist in der Masse einfach zu viel. Und dann hat man sich durch die ganze Staffel mit 10 Folgen mit je ca. 50 Minuten Lauflänge gequält um ein so offenes Ende mit Cliffhanger zu bekommen, dass man beinahe gezwungen wird, eine mögliche zweite Staffel zu sehen. Ob ich der Serie dann aber noch einmal eine Chance geben würde, bleibt abzuwarten.

Immer für dich da ist seit dem 03.02.2021 auf Netflix verfügbar

Willkommen im Haus der Eulen – Staffel 1

Die Handlung: Luz Noceda war eigentlich auf dem Weg in ein Sommercamp für schwierige Teenager, in das sie ihre Mutter schicken wollte, nachdem sie in der Schule vermehrt auffällig wurde, da sie eher in einer eigenen Fantasy als der Realtät zu leben scheint. Doch unterwegs folgt sie einer Eule und stolpert prompt durch ein Portal in eine andere Welt. Dort trifft sie auf die Eulenlady und Hexe Eda und ist so fasziniert von der Welt, dass sie beschließt zu bleiben. Und obwohl Menschen keine Magie ausüben können, nimmt die bei Eda Unterricht.

Meine Meinung: Manche Serien darf man auf keinen Fall nach ihrer Pilotfolge beurteilen. Als mir meine beste Freundin ganz begeistert von ihrer Neuentdeckung erzählt hat, habe ich ihr vertraut. Gefiel mir doch schon „Willkommen in Gravity Falls“ sehr gut, bei der Showrunnerin Dana Terrace ebenfalls ihre Finger im Spiel hatte. Doch nach der ersten Folge hätte ich beinahe aufgehört, weil es mir ein einziges Chaos war und ich bis auf wenige Figuren nichts mehr der Serie anfangen konnte. Doch ich hielt durch und ab Folge 3 wurde es merklich besser, bis ich gänzlich dem Sog der Serie erlag und innerhalb von drei Tagen die erste Staffel mit 19 Folgen je ca. 23 Minuten durchgebinged habe. Denn Willkommen im Haus der Eulen bietet nicht nur eine völlig faszinierende Parallelwelt voller Überraschungen und Gefahren, sondern auch liebenswerte Charaktere. An manche musste man sich vielleicht erst gewöhnen, aber andere hat man sehr schnell ins Herz geschlossen – ich sag nur Edas dämonischen Mitbewohner King. Vieles ist auch sehr abgedreht, aber letztlich immer in einem guten Maß (außer halt in der Pilotfolge). Wer mit der Serie anfangen will, den erwartet eine abgefahrene Welt, aber doch irgendwo im Stile anderer Disneyserien.

Willkommen im Haus der Eulen ist seit dem 31.08.2020 auf Disney+ verfügbar

Country Comfort – Staffel 1

Die Handlung: Bailey (Katherine McPhee) ist Countrysängerin von ganzem Herze und sing in der Band ihres Freundes. Als dieser nicht nur mit ihr Schluss macht, sondern sie auch aus der Band wirft und gegen seine neue jüngere Freundin austauscht. Als sie vor der Situation fliehen will, bleibt auch noch ihr Wagen liegen. Auf der nächstgelegegen Farm trifft sie auf Familie Haywood, die sie für ihre neue Nanny halten. Trotz aller Erklärungsversuche Baileys wird sie eingestellt und stellt kurz darauf fest, dass die Mutter vor nicht allzulanger Zeit gestorben ist und die Kinder sich nicht an die neue Freundin ihres Vaters gewöhnen wollen. Umso schneller schließen sie Bailey ins Herz, die nun nebem dem Nannysein versucht ihre Solokarriere voranzutreiben.

Meine Meinung: Country Comfort umfasst bisher eine Staffel mit 10 Folgen mit einer Länge zwischen 20 und 30 Minuten. Der Einstieg in die Serie ging sehr flott, so dass man sich schnell  auf der Ranch von Familie Haywood wiederfindet. Hier gibt es einen kurzen Zeitpunkt der Überforderung, wenn man versucht sich die Namen der fünf Kinder zu merken. Aber auch das ist schnell überwunden, so dass man sich auf die Handlung konzentrieren kann. Zumal die Kinder, auch wenn sie bewusst mit einem gewissen familienähnlichen Aussehen gecastet wurden, sich durch ihren Charakter stark unterscheiden. Dadurch findet man leicht in die Serie rein, zumal jeder Charakter die Handlung auf eine bestimmte Weise vorantreibt. Als Sitcom funktioniert die Serie größtenteils sehr gut. Es gibt pro Folge einige gut pointierte Witze, die einen instant lachen lassen und so hat man das Gefühl, dass die Serie gute Laune verbreitet. Das Problem ist eher, dass die Serie trotz der herzlichen Charaktere, an vielen Stellen sehr gestellt wirkt. Man kann einfach die gesamte Handlung sehr gut vorhersehen, vor allem die in den einzelnen Folgen. Dadurch passiert wenig überraschendes. Wen das nicht stört, dem garantiere ich ein paar erheiternde Minuten mit der Haywood-Familie.

Country Comfort ist seit dem 19.03.2021 auf Netflix verfügbar

Star Trek: Lower Decks – Staffel 1

Die Handlung: Es ist viel zu tun auf der USS Cerritos, einem eher unbedeutenderen Schiff der Sternenflotte. Das alles reibungslos funktioniert liegt wohl vor allem an den Ensigns, die auf den unteren Decks arbeiten, weit entfernt von der Brücke. Diesmal geht es um die Abenteuer dieser Crew.

Meine Meinung: Gefühlt schießen seit neuestem nach dem Erfolg von Rick & Morty immer mehr Animationsserien aus dem Boden, die weniger kinderfreundlich sind, sondern eine sehr derbe Sprache haben. Star Trek: Lower Decks gehört dazu. Sobald man sich damit arrangiert hat, dass sie ganz anders als die bekannten Star Trek Serien ist und bekannte Muster auch gerne mal auf die Schippe nimmt – aber immer mit einem liebevollen Zwinkern – findet man sich in einem Team voller witziger und einzigartiger Charaktere wieder. Und auch, wenn man einiges von der Brückencrew erfährt, auch wenn diese absichtlich sehr klischeehaft dargestellt wurde, liegt der Fokus doch auf den Ensigns und den unteren Decks. Also genau die, die in den bisherigen Serien immer dann eingeblendet wurden, wenn das Schiff angegriffen wurde und man darstellen wollte, dass das ganze Schiff durchgeschüttelt wurde. Und das ist nicht nur ein interessanter Einblick in die unbekannteren Regionen, sondern eben auch sehr witzig, weil hier sehr viel schief geht. Wer also mal einen neuen Blick wagen und sich von den derberen Dialogen nicht abschrecken lässt, der wird hier bestimmt fündig.

Star Trek: Lower Decks ist seit dem 22.01.2021 auf Prime Video verfügbar

A Discovery of Witches – Staffel 1

Die Handlung: Diana Bishop (Teresa Palmer) ist eine brilliante Historikerin, die sich gerne mit dem Themebereich Alchemie befasst. Das liegt wohl daran, dass sie aus einer Familie von Hexen und Hexern abstammt, selbst aber eher unterbewusste Fähigkeiten hat. Als sie eines Tages ein seltenes Buch in der Bibliothek ausleihen kann, sind auf einmal alle Wesen an ihr interessiert. Vor allem der Vampir Matthew Clairmont (Matthew Goode) hängt seitdem an ihr. Doch wer will ihr wirklich helfen und wer sucht nur nach einem Weg einen Vorteil gegenüber der anderen Spezies zu gewinnen?

Meine Meinung: Ich habe mich lange nicht mehr an Serien (oder auch Bücher und Filme) gewagt, in denen Vampire vorkommen, war das Thema doch sehr ausgelaugt worden durch die letzten Jahre. Doch nach einigem Zögern gab ich a Discovery of Witches eine Chance – und wurde sowohl überrascht, als auch enttäuscht. Denn die Serie selbst schafft mit ihren Hexen, Vampiren und Dämonen eine spannende Welt, mit eigenen Regeln, über die man gerne mehr erfahren möchte, und die einen bei der Stange hält. Die ständig neuen Entwicklungen und Wirrungen der vorhandenen Charaktere sind gut ausgearbeitet und bieten sowohl Spannung als auch überraschende Wendungen. Dabei wird in vielen Fällen auf gängige Klischees verzichtet, wenn sie auch nicht gänzlich vermeidbar sind. Wesentlich störender war die sich viel zu schnell entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Diana und Matthew, die an vielen Stellen sehr gestellt wirkt, auch wenn Matthew Goode alles dran setzt und dagegen anspielt. Ein Problem könnte auch Teresa Palmer sein, die mir ihre Diana Bishop leider sehr platt präsentiert und sich so auch zwischen den beiden Charakteren keine richtige Chemie aufbaut. So war ich während des Sehens gefangen zwischen „Erzählt mir mehr“ und einem genervten Augenrollen, wenn statt neuer Entwicklungen lieber ein wenig Süßholzgeraspel eingefügt wurde. Der zweiten Staffel werde ich aber dennoch wahrscheinlich eine Chance geben.

A Discovery of Witches ist aktuell bei Sky Ticket enthalten

Habt ihr eine davon gesehen? Wie hat sie euch gefallen?