Ein Vorwort
Und es geht weiter in der langen Reihe der Musik-Biopics. Nachdem mit Aretha Franklin und Whitney Houston inzwischen auch zwei große Damen der Musik zu Wort kommen durften, bekommen wir nun die Geschichte von Amy Winehouse präsentiert. Warum sich dieses Biopic jedoch von den anderen deutlich unterscheidet und ob das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung
Amy Winehouse gelingt der große Musikdurchbruch in jungen Jahren. Doch ihre Alkoholsucht und andere Drogen reißen sie immer weiter in einen Strudel, aus dem sie nicht herauszukommen scheint.
Meine Meinung
Die Zahl der Musik-Biopics in den letzten Jahren ist rasant gestiegen. Queen, Elvis, Elton John, Aretha Franklin, Whitney Houston. Während Bohemian Rhapsody und Rocketman noch irgendwie auf ihre Art funktioniert haben, wurde es danach stetig schwächer. Lediglich der Überraschungsfilm aus Deutschland rund um Milli Vanilli konnte noch mit einer neuartigen Erzählweise irgendwie herausstechen. Nun stand also die Verfilmung von Amy Winehouses Leben an.
Und überraschenderweise ist Back to Black eine der herausragenden Musik-Biopics in der langen Reihe der Filme. Denn statt sich stumpf an den Punkten des Wikipedia Artikels abzuarbeiten und immer wieder auf die einzelnen Daten der Veröffentlichung zu pochen, wird die Geschichte als genau das erzählt: Eine Geschichte. Wir bekommen die Geschichte einer jungen Frau, die schon immer für die Musik gelebt hat und dann trotz ihrer ruppigen Art einen Plattendeal an Land zieht. Die ihre Inspiration direkt aus dem Leben zieht und ihre Songs ihre eigene Gefühlswelt widerspiegeln lässt. Dadurch war es vermutlich auch etwas leichter die Lieder direkt in die Handlung einzuweben und natürlich haben wir auch hier die typisch nachgestellten Konzerte, aber Hauptdarstellerin Marisa Abela lebt die Figur auch einfach.
Amy Winehouse war bestimmt kein einfacher Charakter, dennoch schafft der Film es hier mit einer größeren Sicht auf die Dinge einzugehen und ihren eigenwilligen Charakter darzustellen, aber auch die Einflüsse, wie es so kommen konnte. Und auch ihre Beziehung mit Blake Fielder-Civil wurde wohl noch nie so tiefgründig begutachtet. Denn es handelt sich hier durchaus um eine toxische Co-Abhängigkeit, auch wenn es in der Klatschpresse gern anders dargestellt wurde. Es wird durchleuchtet, wie sie sich kennengelernt haben, aber auch wie sie sich gegenseitig durch die Drogen hochschaukelten und sich eigentlich gar nicht gut taten, aber nicht voneinander loskamen. Und es wurde auch einfach mal als genau das benannt.
Auch haben wir hier endlich mal eine Geschichte, wo der Vater nicht der große Böse war. Sondern ein liebender Vater, der ihr gern mehr geholfen hätte, aber auch nicht gegen die Sucht seiner Tochter ankam. Denn so sehr man auch liebt, eine Sucht kann so stark sein und wenn man sich nicht auf die Hilfe einlässt, hilft auch alles andere nicht. Genau das bringt der Film gut rüber und zeigt trotz der rauen und ungezügelten Art Amys wie es so weit kommen konnte.
Wenn Musik-Biopics, dann doch bitte so. Als stringente Geschichte, wo die Meilensteine einfach eingewoben werden, aber wo die Charaktere im Vordergrund stehen und mit einem Mehrwert, den ein Wikipedia Artikel nicht bieten kann.
Das Fazit
Back to Black überzeugt durch eine gut erzählte Geschichte, einer Hauptdarstellerin, die ihren Charakter lebt und vorallem einer Tiefgründigkeit, die Amy Winehouse wesentlich greifbarer macht. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
Back to Black läuft seit dem 11.04.2024 in den deutschen Kinos
Ms. Winehouse war musikalisch schon ein Schwergewicht. Der Film würde mich thematisch zwar reizen, ich weiß aber nicht, ob ein Spielfilm die hervorragende Doku zur Künstlerin, namens „Amy“, toppen kann. Die erzählt die Geschichte halt auch wie ein fiktionales Werk, aber dokumentarischen Bildern. Sehr empfehlenswert, falls du diese noch nicht kennst.
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Danke für den Tipp. Werde mir die wohl mal als Vergleich anschauen
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