Pressure (OmU)

Ein Vorwort

Das Problem bei historischen Filmen ist ja, dass die Geschichte eben schon geschrieben ist und nur bedingt filmisch geändert werden kann. Und so war mir das Datum des D-Days bekannt und damit ließ sich auch einiges der Handlung ableiten. Ein guter historischer Film schafft es aber dennoch Spannung zu erzeugen und das Publikum mitzureißen. Und warum Pressure das absolut geschafft hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels mit Kinoticket und einer Armbanduhr auf einer Filmklappe.

Die Handlung

1944 planen die Allierten den D-Day und versuchen alle Eventualitäten auszuloten. Für die Wettervorhersage wird der Meteorologe James Stagg einberufen. Dieser, wohl wissend, dass Wetter immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden kann, macht sich durch seine Art nicht sonderlich beliebt. Vor allem mit seinem amerikanischen Kollegen Krick gerät er regelmäßig aneinander. Und General Eisenhower übt permanent weiter Druck aus, um eine verlässliche Vorhersage zu bekommen.

Meine Meinung

Bei manchen Filmen ist die geringe Verfügbarkeit in den Kinos schon die größte Hürde, um sie überhaupt sehen zu können. So brauchte ich nicht nur einen Tagesausflug in die Hauptstadt, sondern konnte ihn zu einer humanen Uhrzeit auch nur im Original mit Untertitel sehen. Und auch, wenn ich ein großer Fan von Synchronisation bin, war es diesmal für mich sogar okay, da die unterschiedlichen Schauspielenden aus Briten und Amerikaner durchaus durch den Dialekt sich unterschieden.
Aber kommen wir zum Film an sich. Wir treffen direkt auf James Stagg, der wie immer tadellos von Andrew Scott dargestellt wurde. Seine Überkorrektheit macht ihn nicht gerade zu einem Sympathen und doch fühlen wir von Anfang an mit ihm. Wie er seine Kompetenz immer wieder verteidigen muss und doch kein Hehl daraus macht, dass die Meteorologie zu dieser Zeit noch deutliche Schwächen hatte und der Vorhersehbarkeit eben Grenzen gesetzt sind.
Hier zeigt sich bereits die Stärke des Films, denn der sich stetig steigende Aufbau der Diskussionen und die immer größer werdende Verantwortung für unzählige Menschenleben, die auf dieser einen Vorhersage beruht, die auf Stagg abgeladen wird, erhöht auch das Druckgefühl beim Zuschauenden. Und auch, dass sein „Gegenspieler“ Krick sich das Leben sehr einfach macht und mit seinen Aussagen viel mehr überzeugt, zeigt einmal mehr, wie schwer es ist, wirklich für seinen Standpunkt und seine Meinung einzustehen. Wie verführerisch es ist, sich bedrängen zu lassen und nur das zu erzählen, was der Vorgesetzte hören will. Aber zeitgleich eben nicht unter diesem Druck zusammenzubrechen, sondern unerschrocken Fakten zusammen zu suchen und aufzuarbeiten, das ist die wahre Stärke.
Die ein oder andere Szene war dann vielleicht doch etwas pathetisch. Andrew Scott und Brendan Fraser, die sich im Regen gegenüberstehen hätte es für die Bedeutung der Szene dann doch nicht gebraucht. Aber das sind nur kleine Faktoren, die in der Menge der gut arrangierten Szenen vernachlässigbar sind.
Und auch, wenn viele das Ende etwas überzeichnet finden und gar von einem erneuten Soldat James Ryan sprechen, fand ich den Gegenüberschnitt vom eigentlichen D-Day und dem Ausharren der Planer auf Nachricht gut gelungen. Es war die Spitze der Anspannung, die sich durch den gesamten Film zog und eben in unzähligen Toten widerspiegelte. Die Verluste waren aber eben weitaus geringer als befürchtet.
Neben Andrew Scott zeigt hier Brendan Fraser erneut, dass er zurück ist und Hollywood ihn aus guten Gründen vermisst hat. Auch Chris Messina, Kerry Condon und Damian Lewis liefern ab, auch wenn Scott erneut alle in Grund und Boden spielt. Weitaus beeindruckender war aber der Soundtrack von Volker Bertelmann, der für zusätzliche Anspannung und vor allem Spannung sorgte. Und auch, wenn einem der D-Day durchaus was sagt und wir alle den Ausgang dessen und des gesamten Krieges kennen, war ich trotzdem von der ersten Minute voll dabei und durch den neuen Ansatz die Geschichte aus meteorologischer Sicht zu erzählen, aber eben auch diesen unfassbaren Druck aus jeder Pore sprießen zu lassen, gab es auch so viel neues zu lernen, dass ich auch immer wieder überrascht wurde.

Das Fazit

Pressure schafft es bekannte Geschichte aus einer neuen Perspektive zu erzählen und dabei unfassbare Spannung zu erzeugen. Neben grandiosen Schauspielenden, überzeugt vor allem der Soundtrack und die gut geschriebene Handlung. Ob Geschichtsfan oder nicht, hier liegt einfach ein guter Film vor. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Pressure läuft seit dem 17.09.2026 in den deutschen Kinos

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