Chernobyl & Good Omens

Das Internet ist in letzter Zeit voll von zwei Serien. Der HBO Miniserie Chernobyl, die exclusiv auf Sky läuft und gerüchteweise Game of Thrones beerben soll, und von der Buchverfilmung Neil Gaimans und Terry Pratchetts, die als Prime Original auf Prime Video läuft. Während ich auf Good Omens seit der Ankündigung der Serie und der Bekanntmachung des Castes von David Tennant (er wird für immer mein Doctor Who bleiben) und Michael Sheen (der für mich immer Lucien aus der Underworld-Reihe sein wird) sehnsüchtig warte, war Chernobyl eigentlich tatsächlich nur die Neugier, nachdem es gefühlt 100 Memes gab, wie die Serie Game of Thrones beerben soll, ob sie qualitativ dort wirklich heranreicht. Warum mich beide Serien begeistern konnten, erfahr ihr in meinen Kritiken.

Chernobyl

Die Handlung: Im April 1986 gibt es eine Explosion im Block 4 des Kernkraftwerkes Tschernobyl. Die Diensthabenden Mitarbeiter sind völlig überfordert und der Leitende Mitarbeiter Djatlow (Paul Ritter) spielt das Geschehene herunter. Der Reaktor liegt tagelang frei, bis Gorbatschow (David Dencik) den Politiker Schtscherbina (Stellan Skarsgard) und den Wissenschaftler Legassow (Jared Harris) zum Geschehensort schickt, die von nun an versuchen das Schlimmste zu verhindern.

Meine Meinung: Ich bin erst ein paar Jahre nach der Katastrophe geboren, trotzdem ist Tschnernobyl für mich ein Begriff. Was genau sich jedoch damals abspielte, damit hatte ich mich nie beschäftigt. Natürlich muss man sich auch hier wieder vor Augen führen, dass auch wenn die Serie sicher gut recherchiert wurde, eben doch vieles aus dramaturgischen Gründen angepasst wurde. Dennoch bleibt der Konsens, was die Ursachen für das Unglück waren.
Die Serie ist als Miniserie mit 5 Episoden mit Längen zwischen 60-72 Minuten konzipiert. Die Serie beginnt mit dem Selbstmord Legassows und springt dann exakt 2 Jahre und 1 Minute in der Zeit zurück. Die Frau des Feuerwehrmanns Wassili Ignatenko beobachtet aus ihrem Fenster die Explosion im naheliegenden Kernkraftwerk Tschernobyl. Erst dann wird das erste Mal in das Kernkraftwerk selbst gestaltet, wo völlig überforderte Mitarbeiter verzweifelt versuchen herauszufinden, was gerade passiert ist. Es werden minimale Vorkehrungen getroffen und das Geschehene schnell heruntergespielt. Erst nach und nach wird bekannt, was tatsächlich geschehen sein muss, jedoch wird jeglicher Versuch dagegen etwas zu unternehmen abgeblockt, damit alles schnell unter den Teppich gekehrt werden kann. Die Serie befasst sich nun mit den Themen der Aufklärung, der Eindämmung der Katastrophe, mit den politischen Verstrickungen und mit den Schicksalen der in der Nähe lebenden Menschen und Tiere. Dabei folgt die Serie einem roten Faden und erzählt in zeitlicher Abfolge. So kommt es, dass die tatächlichen Ursachen und der tatsächliche Hergang kurz vor der Explosion erst in der finalen Episode beim abschließenden Prozess geklärt werden. Dies hat mir gerade am Anfang nicht gefallen, weil ich eigentlich sofort wissen wollte, was passiert ist, andererseits konnte mich die Serie aber auch so sehr schnell fesseln, dass ich sie weggebinged habe.
Chernobyl wurde größtenteils in Litauen gedreht, da dort passende Wohnsiedlungen und ein stillgelegtes Kernkraftwerk den ursprünglichen Begebenheiten am besten widerspiegelten. Beim Cast ist es wieder sehr auffällig, dass keine Russen mitspielten, sondern er größtenteils aus Irland, Schweden und Großbritannien stammt. Während die meisten Darsteller jedoch ihre Rolle als Russen gut machten, sticht gerade Stellan Skarsgard wieder heraus. Denn wie zuletzt in „Verräter wie wir“ nimmt man ihm den Russen nicht ab. Darüber hinaus ist an den schauspielerischen Leistungen nichts auszusetzen.

Das Fazit: Chernobyl ist eine qualitativ hochwertige Serie, die in nur fünf Folgen eine komplexe Katastrophe aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet und bis zum Ende spannend bleibt.

Good Omens

Die Handlung: Der Engel Erziraphael (im Original Aziraphale; Michael Sheen) und der Dämon Crowley (David Tennant) leben beide auf der Erde und begegnen sich ab Garten Eden immer wieder in der Menschheitsgeschichte. Seit Crowley damit betraut wurde den Antichristen auf die Erde zu bringen, arbeiten enger zusammen, um die Apokylpse zu verhindern. 5 Tage vor eben dieser, müssen sie jedoch feststellen, dass sie all die Jahre den falschen Jungen bewacht haben.

Meine Meinung: Gibt es eigentlich Preise für das Castingteam bei Serien? Wenn ja, dann möge ihn diesmal doch das Castingteam von Good Omens gewinnen. Wer auch immer die Idee hatte Michael Sheen als Engel und David Tennant als Dämon zu casten und in diese Fantasykomödie zu stecken, verdient jeden Preis dafür. Denn die beide leben nicht einfach nur ihr Rollen, sondern haben auch eine unglaubliche Chemie, dass die beiden eigentlich sehr ungleichen Rollen, noch einmal enger zusammenschweißt.
Zeitgleich spürt man, dass Neil Gaiman, der zusammen mit Terry Pratchett die Buchvorlage schrieb, den Hut bei der Produktion aufhatte (im Gegensatz zu American Gods, die ebenfalls auf eines seiner Bücher basiert) und neben dem Drehbuch auch für das große Ganze zuständig war. Denn hier passt einfach alles zusammen. Sei es Frances McDormand Stimme als Gott (im Deutschen ist es Heide Bartholomäus, die Frances McDormand bereits oft synchronisiert hat), die wie ein Erzähler durch die Geschichte führt, oder der komplette Cast. Hier tauchen allerhand bekannte Namen auf, die teilweise nur Kurzauftritte haben, wie Jon Hamm, Derek Jacobi oder auch Benedict Cumberbatch.
Das bemerkenswerteste an Good Omens ist jedoch die Handlung an sich. Hier handelt es sich ebenfalls um eine Miniserie bestehend aus 6 Folgen mit einer Länge zwischen 50-60 Minuten. Dabei geht es vordergründig um die bevorstehende Apokalypse und die Verhinderung dieser. Dabei tauchen die üblichen Verdächtigen auf. Ein Höllenhund, die vier apokalyptischen Reiter und natürlich der Antichrist. Jedoch wird alles mit einem gewissen Zwinkern erzählt. Die Handlung behält immer eine gewisse Lockerheit, die durch die pointierten Dialoge Crowleys und Erziraphaels unterstützt wird. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Rückblenden auf die Menschheitsgeschichte und wie der Engel und der Dämon immer wieder auf diese Einfluss genommen haben.

Das Fazit: Good Omes ist eine unglaubliche Serie mit guten Cast, lockerer Handlung mit dem gewissen Zwinkern, Fantasy- und Komödieneinflüssen und bringt einen einfach regelmäßig zum Schmunzeln. Wen der Trailer nur ein bisschen angesprochen hat, sollte sich unbedingt an die Serie wagen!

6 Gedanken zu „Chernobyl & Good Omens

  1. Chernobyl will ich auch unbedingt noch sehen. Good Omens habe ich gesehen und kann dir nur zustimmen. Das Casting Team verdient wirklich einen Preis. Tennant und Sheen sind ein absoluter Traum. Die beste Bromance seit Ewigkeiten, wenn ich das mal so salopp sagen darf. Aber auch der Rest des Casts ist toll… sowie auch die Story selbst. Eine schöne runde kleine Mini Serie.

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  2. Chernobyl fand ich großartig. Atmosphärisch unheimlich dicht, ich glaub, ich hatte Gänsehaut, als die Menschen sich auf die Brücke gestellt haben, um sich dem Brand anzuschauen und langsam der Regen fiel.

    Mit Good Omens konnte ich leider nicht so viel anfangen. Den Cast fand ich auch gut, aber die Geschichte um die Apokalypse hatte ich irgendwie einfach einmal zu oft gehört, gesehen oder gelesen. Viele haben aber gesagt, dass man die Serie (noch) toll(er) findet, wenn man das Buch gelesen hat.

    Viele Grüße
    Jana

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Mein Jahresrückblick 2019 – #4 – Serien | ShalimasFilmweltenKritik

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