Shadow & Bone

Ein Vorwort

Es scheint schon jetzt eines der Serienereignisse des Jahres zu sein, auf das sich am meisten gefreut wurde. Denn allein die Romanvorlagen von Leigh Bardugo erfreuen sich großer Beliebtheit. Natürlich steht dann immer gleich das erste Problem vor der Tür: Kann die Serie sowohl Buchfans überzeugen, als auch reine Serienschauer zu begeistern? Wenn ihr wissen wollt, warum Shadow & Bone das beinahe spielerisch schafft, dann lest einfach weiter.

Die Handlung

Ravka ist ein Land, das durch die Schattenflur in zwei Teile geteilt wird. Die Flur ist ein riesiger Wall aus undurchdringbarer Dunkelheit, in der hungrige Wesen lauern. Leider ist es der einzige Weg, um die Waren von West-Ravka und den dortigen Häfen nach Ost-Ravka zu bringen, genau dadurch. Bei einer Durchquerung ist auch die junge Kartografin Alina Starkov dabei. Als ihr bester Freund Mal dabei fast stirbt, entfesselt sie eine Kraft, von der sie nichts ahnte. Und findet sich kurz darauf bei den Grisha wieder, die alle unterschiedliche Fähigkeiten aufweisen. Gleichzeitig versuchen die Dregs, eine Gruppierung um den Anführer Kaz Brekker, die Flur in die andere Richtung zu durchqueren, um das Kopfgeld zu kassieren, das auf Alina ausgesetzt wurde.

Meine Meinung

Der Trend Fantasyreihen nicht mehr unbedingt als Filmreihe anzugehen, sondern gleich als Serie, ergibt durchaus Sinn, wenn die beschriebene Welt das hergibt. Hat man doch an der Reihe City of Bones gesehen, dass sie weder als Film noch als Serie sonderlich gut funktioniert hat. Leigh Bardugo hat mit ihrem Grishaverse zumindest eine ausschweifende Welt erschaffen, die zu erkunden durchaus spannend sein könnte. Bisher habe ich es nur geschafft, das erste Buch der Grisha-Reihe zu lesen (Goldene Flammen). Die erste Staffel der Serie verfilmt diese, lässt aber auch Figuren aus der Krähen-Reihe (Das Lied der Krähen) auftauchen.
Genau das erscheint in sofern passend, weil die Welt nun von zwei Seiten beschrieben wird, und durch den stetigen Perspektivwechsel eine gewisse Dynamik mit reinbringt. So ist die Geschichte rund um Alina und die Grisha relativ ernst erzählt, während die Geschichte rund um die Krähen eher locker ist und eine gute Portion Witz in die Serie bringt. Dadurch ist die Serie aufgelockert, bietet aber dennoch die Spannung und die magische Welt, die eine gute Fantasyserie braucht.
Man kann natürlich auch sagen, dass der stetige Tempowechsel einen aus der Handlung rausreißt und an manchen Stellen war ich schon dezent genervt, weil ich beim anderen Handlungsstrang unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Aber im Endeffekt wird dadurch nur der Spannungsgrad noch erhöht.
Die Handlung wird genau genommen in drei Handlungssträngen erzählt, die alle an anderen Orten spielen. Schon während des Lesens war es für mich nötig, ständig auf die Karte zu gucken, wo die Orte jetzt liegen. Dies fehlt in der Serie leider, weswegen man zwar immer wieder angezeigt bekommt, in welchem Ort sich die Handlung gerade befindet, das Hintergrundwissen aus dem Buch mir jedoch sehr entgegen kam. Es ist auch ohne Karte zu verstehen, aber die vielen Ortsnamen kann man auch schnell durcheinander bringen, was allerdings auch so ziemlich der einzige Haken der Serie ist.
Denn schauspielerisch ist die Serie verdammt gut gecastet worden. Jede/r scheint nur für diese Rolle geschaffen. War ich nach der Sichtung des Trailers noch höchst unzufrieden mit Ben Barnes als Der Dunkle, musste ich das sehr schnell zurücknehmen. Denn er schafft es mit seiner Präsenz und seiner Mimik genau das geheimnisvolle zu verkörpern, was den Dunklen ausmacht. Die Handlung bleibt bis auf wenige Ausnahmen sehr buchnah, versteht aber die Stärken des Buches gekonnt auszuspielen. Ein paar mehr Erklärungen wären an manchen Stellen angemessen für alle, die die Bücher nicht gelesen haben, aber dennoch ist das Grundgerüst der Welt gut zu verstehen.
Kommen wir zu guter Letzte zu der unvergleichlichen Optik der Serie. Denn war gerade die Schattenflur im Buch zwar gut beschrieben, ist sie nun zu sehen, doch etwas sehr gewaltiges. Und genau das erstreckt sich über die ganze Serie. Hier waren eindeutig Leute am Werk, die großen Spaß hatten die Welt so lebendig wie möglich zu machen und die Liebe in den Details versteckt haben.

Das Fazit

Shadow & Bone ist eine Fantasyserie, die sehr von der Buchnähe profitiert und so spannend eine neue Welt eröffnet. Durch verschiedene Handlungsstränge wird die Spannung zusätzlich erhöht, die Optik macht die Serie lebendig und der sehr gute Cast, nimmt einen mit in eine andere Welt. Absolute Sehempfehlung einer großartigen Serie!

Shadow & Bone ist seit dem 23.04.2021 auf Netflix verfügbar

11 Gedanken zu „Shadow & Bone

      • Deren Geschichte hat ja noch nichtmal richtig angefangen, also da wird noch einiges kommen! Und wenn ich mir die Resonanz und die Viewzahlen ansehe, wäre Netflix schön blöd, das nicht weiterzuverfolgen

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      • Ich weiß, dass diese „Gauner“ mit der eigentlichen Geschichte nur indirekt zu tun hatten, sondern eigentlich extra Bände waren. Fand ich aber klasse, dass man sie mit „ins Boot geholt“ hatte.

        Meine Hoffnungen ruhen auch auf Netflix.

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  1. Schön zu lesen, dass auch Fans der Buchreihe begeistert sind. Ich muss sagen, ich bin echt happy, dass sie die Krähen mit eingeführt haben. Ich glaube nur die Story um Alina wäre mir persönlich vielleicht zu langweilig gewesen.

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    • Es war schon ein geschickter Schachzug, weil es so auch für Buchfans was neues bot, weil sich die beiden Buchhandlungen so nicht berühren (auch wenn ich noch nicht alle Bücher gelesen habe, so weiß ich zumindest das). Andererseits hätte man ohne die anderen Stränge Alinas Welt etwas mehr ausbauen können. Gerade die Vorstellung der Grisha und ihr Unterricht sind sehr vereinfacht dargestellt. Aber wie gesagt, grundsätzlich denke ich auch, dass diese Mischung genau das richtige war, um alle Seiten abzuholen

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