Gunpowder Milkshake

Ein Vorwort

Ein Film, der bereits im Sommer in den USA auf Netflix anlief, hat es nun hier in die Kinos geschafft. Obwohl es eine amerikanisch-französisch-deutsche Co-Produktion ist und in Berlin und Babelsberg gedreht wurde, lief er hier nun mit deutlicher Verzögerung an.Trotz hochkarätiger Besetzung waren die Kritiken eher mäßig bis negativ. Was er nun kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Sam (Karen Gillan) ist Auftragskillerin beschäftigt bei „der Firma“. Doch bei einem Auftrag ging etwas schief. Zeitgleich trifft sie auf die achtjährige Emily (Chloe Coleman), die als Geisel gehalten wird. Nun versucht sie zeitgleich Emily zu beschützen und den Rächern aus ihrem letzten Auftrag zu entkommen.

Meine Meinung

Dass der Film kein cinematorisches Meisterwerk wird, war schon nach dem Trailer klar. Dennoch interessierte er mich, da ich nur ein bisschen Frauenpower und ein bisschen Geballer wollte. So viel vorab: Das habe ich bekommen.
Dennoch funktioniert der Film leider selbst mit sehr niedrigem Anspruch nicht so wirklich. Das liegt vor allem daran, dass er einfach nicht weiß, in welche Kerbe er denn schlagen will. So gibt es gerade zu Anfang Elemente aus alten Krimis. Sams charismatischen übergroßen Hut verliert sie genau dann, wenn der Film zum ersten Mal in der Tonalität wechselt. Fortan ist es ein fliegender Wechsel zwischen ironischer Übertreibung, sehr vielen ausufernden und sehr expliziten Gewaltszenen und ein paar guten One-Linern. Der Film versucht die Geschichte von drei Generationen zu erzählen, die miteinander verwoben wird und von Verlassen und Widerfinden handelt, doch letztlich kommt hier wenig Familiengefühl auf.
Sam ist als Protagonistin sehr unnahbar, was an ihrer schroffen und wortkargen Art liegt. Allerdings nutzt Karen Gillan hier auch wenig ihr Schauspieltalent, sondern schaut fast pausenlos stoisch in die Kamera. Zwar scheint ihr Charakter so angelehnt, dennoch trägt die Emotionslosigkeit nicht unbedingt dazu bei, den Film spannender zu gestalten. Denn obwohl hier eigentlich viel los ist und durch die Fluchtsituation eigentlich eine Dauerspannung entstehen könnte, schaut man den Film sehr distanziert. Zwischendurch gibt es einige Szenen, die eher unfreiwillig komisch wirken, auch wenn der Witz wohl durchaus gewollt ist. Die Kombination aus diesen und den übertrieben brutalen sorgt noch weiter für eine Distanz zwischen Film und Zuschauenden.
So richtig kommt er erst ins Rollen, als auch die übrigen weiblichen Charaktere verkörpert von Lena Headey, Angela Bassett, Michelle Yeoh und Carla Gugino auf der Bildfläche auftauchen, was einfach viel zu spät war. Groß im Trailer angekündigt, spielen sie doch lange überhaupt keine Rolle, was sehr schade ist, da gerade die Dynamik zwischen ihnen, den Film erst funktionieren lässt. Hier bekam ich dann endlich die Frauenpower, die mir der Trailer versprach. Ab hier hat der Film dann Charme und bessere Dialoge. 

Das Fazit

Gunpowder Milkshake ist ein Film, der zu sehr zwischen Tonalitäten hin und her schwangt und in keiner davon richtig funktioniert. Die versprochene Frauenpower kommt zu spät, um den Film noch spannend zu gestalten. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Gunpowder Milkshake läuft seit dem 02.12.2021 in den deutschen Kinos

Ein Gedanke zu „Gunpowder Milkshake

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