Eine Handvoll Bücherkritiken

Ich weiß noch nicht, ob dies eine wiederkehrende Kategorie wird, aber da ich merke, dass ich es meist nicht schaffe über ein Buch einen ganzen Beitrag zu verfassen und daher die meisten gelesenen Bücher nur in den Monatsrückblicken behandle, soll es hier um eine Handvoll Kurzkritiken gehen.

Mr. Barnacals Schildkröte

Die Handlung: Mr. Barnacal lebt in einer mehr oder weniger postapokalyptischen Welt in einem viel zu großen Haus für ihn, mit allerlei interessanten Zimmer und genießt die Zeit für sich allein. Doch eines Tages tauchen mehrere Personen auf, die ihm seine Schildkröte abkaufen wollen. Unwirsch wegen der Belästigung versucht Mr. Barnacal die Personen loszuwerden. Doch das ist gar nicht so leicht und während diese eine Belagerung anfangen, fängt Mr. Barnacal an nachzudenken. Besaß er überhaupt eine Schildkröte und wo könnte die sich wohl aufhalten?

Meine Meinung: Mir wurde dieses Buch auf der Comic Con in Berlin vom Wölfchen Verlag in die Hand gedrückt und so mitreißend beschrieben, dass ich das Buch nicht nur sofort kaufte, sondern auch sofort anfing es zu lesen. Und gerade der Anfang gefiel mir wirklich gut, weil es genau das war, was ich erwartet hatte. Man erfährt allerhand über Mr. Barnacals Haus und die fantastischen Zimmer, die teilweise ganze Klimazonen annehmen. Doch die Belagerung zieht sich danach immer mehr hin und das Buch verliert viel an Schwung, da man auch irgendwie nichts so richtig über die Welt an sich erfährt. Und gerade gegen Ende versucht Autorin Lisa Brenk noch einmal alles, um ein spannendes Finale hinzulegen, hatte mich bis dahin aber bereits verloren. Hinzu kommt, dass ich mit dem Schreibstil von Frau Brenk nicht warm geworden bin. Die Satzstrukturen waren sehr einfach gehalten, ebenso wie die Beschreibungen, so dass ich nicht wirklich in der Geschichte versinken konnte. Wem aber die Beschreibung der Geschichte interessiert, sollte durchaus einen Blick mal wagen.

Der Anschlag

Die Handlung: Jake Epping ist eigentlich ein ganz normaler Englischlehrer in Lisbon Falls. Doch eines Tages besucht er das Diner von seinem Freund Al Templeton, der innerhalb von einer Nacht um Jahre gealtert scheint. Und dieser erzählt ihm, dass es in seinem Diner eine Treppe in die Vergangenheit gibt, mit der er ins Jahr 1958 kommt. Al bittet Jake inbrünstig seinen gescheiterten Plan das Attentat auf J. F. Kennedy 1963 zu verhindern, da er glaubt das die Welt danach eine bessere werden müsste. Nach ersten Versuchen gibt Jake schließlich nach und reist ins Jahr 1958.

Meine Meinung: Das Stephen King sich sehr ausführlich mit dem Attentat, den möglichen Hintergründen, Beweggründen, Abläufen und auch mit der Rolle von Lee Harvey Oswald beschäftigt hat, merkt man dem Buch auf jeder Seite an. Auch das er die Geschichte der Welt danach sehr genau durchdacht hat und mögliche andere Zukunftsszenarien erdacht hat, die mit dem Überleben oder Sterben von JFK zusammenhängen, merkt man ständig. Darüber hinaus erzählt er aber die Geschichte eines Mannes, der aus der Zeit gefallen scheint. Während die Vergangenheit permanent gegen ihn arbeitet, versucht Jake fünf Jahre in einer für ihn fremden Welt zu überleben. In diesem relativ neuen Buch Kings (2011 erschienen), zeigt er, dass er noch immer Geschichten in aller Fülle erzählen kann, man merkt aber auch, dass er an einigen Stellen ein wenig abgedriftet ist, weswegen Längen zwischendurch nicht ausgeschlossen sind. Letztlich bleiben jedoch alle Geschehnisse logisch – wenn man sich damit abfindet, dass Zeitreisen existieren – auch wenn ich mit einigen Wendungen einfach nicht einverstanden war. Der Anschlag ist bestimmt nicht Kings bestes Werk, aber bei weitem auch nicht sein schwächstes.

Wir sehen uns beim Happy End

Die Handlung: Ella ist von Happy-Ends besessen. Alle Geschichten und Filme ohne Happy-End muss sie umschreiben und kriegt beim Sehen/Lesen jedes Mal fast einen Zusammenbruch. Doch als ihre augenscheinlich perfekte Beziehung in die Brüche geht, findet sie sich auf einmal im Haus von Oscar wieder, der sein Gedächtnis verloren hat, und der einige Geheimnisse zu haben scheint. Ella versucht also sein persönliches Happy-End heraufzubeschwören und stellt fest, dass dies im realen Leben wohl doch nicht so leicht ist.

Meine Meinung: Wer sich von dem helltürkisen Einband und den rosa eingefärbten Seiten nicht abschrecken lässt, der findet in Wir sehen uns beim Happy End eine Geschichte über eine zunächst schrecklich naive Ella, die man am liebsten aus ihrer Traumwelt schütteln will. Doch nach und nach wird man mit ihr warm und erkennt, dass sie wohl auch etwas zu verbergen hat. Obwohl das Buch fast 600 Seiten umfasst, liest sich die Geschichte so flüssig weg, dass keine Längen aufkommen und man voll in der Geschichte aufgeht, die einen irgendwo doch verzaubert.

Ghostsitter – Geister geerbt & Ghostsitter 2 – Achtung Poltergeist

Die Handlung: Tom lebt eigentlich ein ganz normales Leben für einen 10-jährigen. Bis er eines Tages eine Geisterbahn erbt. Das außergewöhnliche: Alle Bewohner der Geisterbahn sind echt. Der Werwolf Welf ist bei Nichtvollmond noch am normalsten. Zombie Wombie hat zwar sehr viel Kraft, geht aber nirgends ohne seinen Kuschelhasen hin, Vampir Vlarad mutiert zu dem Wesen, von dem er Spenderblut bekam, Hop-Tep, die Mumie, hat ein heißblütiges Temperament und dann gibt es noch Mimi, das Geistermädchen. Alles nicht so leicht zu managen für Tom. Und im zweiten Teil bekommen die Freunde es dann auch noch mit einem Poltergeist zu tun

Meine Meinung: Auf diese Buchreihe bin ich aufmerksam geworden, weil Autor Tommy Krappweis sie auf den Elbenwald-Festivals vorstellte. Konzipiert ist das Ganze zwar als Kinderbuch, doch sind die Charaktere so herrlich gezeichnet und die Geschichten so liebevoll und durchdacht erzählt, dass auch Erwachsene hier durchaus ihren Spaß dran haben. So ganz logisch sollte man hier nicht drangehen, denn wer würde einem 10-jährigen die Leitung einer Geisterbahn übertragen bzw. diese Geisterbahn dann einen Stellplatz geben? Aber wenn man sich einmal mit der Prämisse abgefunden hat, findet man sich regelmäßig in neuen spannenden und gerne auch lustigen Szenen wieder.
Die Buchreihe wurde auch als Hörspiel aufgezogen und vereint Sprecher, wie Christoph Maria Herbst, Hugo Egon Balder oder auch Wigald Boning.

Ein Gedanke zu „Eine Handvoll Bücherkritiken

  1. Der Anschlag von King war wirklich ganz gut. Hat mir auch seit langem mal wieder gefallen. Gerade weil King irgendwie sonst auch sehr ins Schwafeln gerät, aber hier hat es alles eigentlich ganz gut gepasst. Die Miniserie dazu ist tatsächlich auch ziemlich sehenswert.

    Wir sehen uns beim Happy End muss ich mir mal vormerken. Das klingt ganz interessant. Vielleicht nehme ich da dann einfach die Kindle Version 😅

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