Die fantastischen Fälle des Rufus T. Feuerflieg

Ein Vowort

Tommy Krappweis ist eines dieser Allroundtalente, die viel mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten. Vielen dürfte er ein Begriff sein mit seinen Fernsehformaten wie RTL Samstag Nacht und Bernd das Brot. Hier habe ich euch bereits seine Buchreihen Ghostsitter und Mara und der Feuerbringer, sowie die Verfilmung dazu, vorgestellt. Zu der Ghostsitter-Reihe gibt es inzwischen auch eine Hörspielreihe. Um die habe ich aber bisher noch einen Bogen gemacht, weil ich erst die Reihe zu Ende lesen möchte. Aber zur Ghostsitter Hörpsielreihe gibt es inzwischen schon ein Spin-off. Und in der geht es um den etwas quiligen Anwalt Rufus T. Feuerflieg. Warum es sich auf jeden Fall lohnt in die einmal reinzuhören, verrate ich euch heute.

Die Handlung

Die Anwaltskanzlei von Rufus T. Feuerflieg ist keine gewöhnliche. Denn hier werden allerlei magische und übernatürliche Wesen vertreten. Da wächst schonmal ein Urwald im Büro, ein Poltergeist taucht auf oder ein Werwolf steht vor der Tür. Aber Herr Feuerflieg hat natürlich immer alles unter Kontrolle, wenn auch auf eine sehr chaotische Art.

Folge 1 – Kreszenzia kommt

Weil eine Inkagöttin das Vorzimmer in einen Urwald verflucht hat, ist der Assistent von Anwalt Rufus T. Feuerflieg so erzürnt, dass er kurzerhand kündigt. Nun muss Feuerflieg jemand neues einstellen. Aber gibt es überhaupt jemand, der alle Anforderungen erfüllt?

Folge 2 – Der Gartengnom

Der Werwolf Welf – bekannt aus der Ghostsitter Reihe – bringt einen neuen Klienten zu Rufus T. Feuerflieg, den Gartengnom Bibo. Dieser ist bei seiner Arbeit betrogen worden. Schnell nimmt sich Feuerflieg des Falls an und sucht Bibos Arbeitgeber zusammen mit Welf auf.

Folge 3 – Alles für die Katz

Ein seltenes Artefakt ist aus dem Museum entwendet worden. Feuerflieg wird verzweifelt angerufen und eilt sofort zum Schauplatz des Diebstahls. Helfen soll ihn ausgerechnet Dada, die Katzenfrau und Assistentin von Zoracz, dem Gegenspieler der Ghostsitterteile.

Folge 4 – Der Fall Merle

Ein ganz normaler Tag in der Anwaltskanzlei Rufus T. Feuerflieg. Bis ein Poltergeist im Büro auftaucht. Merle ist ein schicksalgebundener Poltergeist und kommt mit einer Nachricht aus dem Gefängnis. Feuerflieg steht diesmal vor einer großen moralischen Zwickmühle.

Folge 5 – Die neue alte Wohnung

Rufus T. Feuerflieg wohnt seit einiger Zeit in seinem Büro, aber warum eigentlich? Zusammen mit seiner Assistentin Kreszenzia versucht er herauszufinden, wo seine Wohnung eigentlich ist und was dort passierte.

Meine Meinung

Man könnte meinen, dass ich einige Hörspiele höre, nachdem ich euch neulich schon Johnny Sinclair und die Windsängerin vorgestellt habe. Dabei sind es gar nicht so viele. Aber bei Rufus T. Feuerflieg warte ich tatsächlich sehr sehnsüchtig auf neue Folgen.
Das liegt zum einen daran, dass sie sich gut nebenbei weghören lassen. Die Folgen sind relativ kurz, manche noch etwas länger als die anderen, aber die fünf bisher erschienen Folgen konnte ich in unter zwei Stunden weghören. Das ist manchmal schade, weil zum Beispiel in Folge vier fehlte mir ein bisschen die Auflösung am Ende, aber dafür sind sie stets gut auf den Punkt.
Das ist auch das bemerkenswerteste an der Reihe. Nicht nur die Folgen sind sehr gut auf den Punkt gebracht, sondern eben auch die Witze. Rufus T. Feuerflieg ist von der Art her sehr quirlig, was schnell nervig werden kann, aber ihm wird immer rechtzeitig Einhalt geboten, bevor das passieren kann. So kommen auch die anderen Charaktere mal zu Wort, und doch können die Witze ausgespielt werden.
Aber auch hier ist es wohl der Cast, der einfach unglaublich gut passt. Allein Wigald Boning als Rufus T. Feuerflieg ist einfach nur ein Genuss zu hören. Aber auch die anderen HörspielsprecherInnen passen unglaublich gut zu ihren Rollen und hauchen diesen viel Leben ein.
Wer sich unsicher ist, ob die Reihe etwas für einen ist, dem empfehle ich einfach mal in die erste Folge reinzuhören. Diese ist mit vier Teilen sehr kurz, aber auch sehr prägnant und gehört zu meinen Lieblingsfolgen. Wer da mit der Art von Feuerflieg oder dem Humor nicht zurecht kommt, dem gefallen auch die anderen Folgen nicht. Wer hier seinen Spaß hatte, wird auch die nächsten Folgen mögen.

Das Fazit

Rufus T. Feuerflieg ist einfach nur ein ganz besonderer Charakter, der es verdient hatte ein Spin-off zu bekommen. Mit seiner quirligen Art ist er ein Lachgarant, so dass die Folgen beim Hören einfach nur Spaß machen, wozu auch der gute Cast beiträgt. Wer auch nur im Ansatz etwas mit Hörspielen anfangen kann, sollte einmal einen Blick wagen.

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Eine Handvoll Bücherkritiken

Ich weiß noch nicht, ob dies eine wiederkehrende Kategorie wird, aber da ich merke, dass ich es meist nicht schaffe über ein Buch einen ganzen Beitrag zu verfassen und daher die meisten gelesenen Bücher nur in den Monatsrückblicken behandle, soll es hier um eine Handvoll Kurzkritiken gehen.

Mr. Barnacals Schildkröte

Die Handlung: Mr. Barnacal lebt in einer mehr oder weniger postapokalyptischen Welt in einem viel zu großen Haus für ihn, mit allerlei interessanten Zimmer und genießt die Zeit für sich allein. Doch eines Tages tauchen mehrere Personen auf, die ihm seine Schildkröte abkaufen wollen. Unwirsch wegen der Belästigung versucht Mr. Barnacal die Personen loszuwerden. Doch das ist gar nicht so leicht und während diese eine Belagerung anfangen, fängt Mr. Barnacal an nachzudenken. Besaß er überhaupt eine Schildkröte und wo könnte die sich wohl aufhalten?

Meine Meinung: Mir wurde dieses Buch auf der Comic Con in Berlin vom Wölfchen Verlag in die Hand gedrückt und so mitreißend beschrieben, dass ich das Buch nicht nur sofort kaufte, sondern auch sofort anfing es zu lesen. Und gerade der Anfang gefiel mir wirklich gut, weil es genau das war, was ich erwartet hatte. Man erfährt allerhand über Mr. Barnacals Haus und die fantastischen Zimmer, die teilweise ganze Klimazonen annehmen. Doch die Belagerung zieht sich danach immer mehr hin und das Buch verliert viel an Schwung, da man auch irgendwie nichts so richtig über die Welt an sich erfährt. Und gerade gegen Ende versucht Autorin Lisa Brenk noch einmal alles, um ein spannendes Finale hinzulegen, hatte mich bis dahin aber bereits verloren. Hinzu kommt, dass ich mit dem Schreibstil von Frau Brenk nicht warm geworden bin. Die Satzstrukturen waren sehr einfach gehalten, ebenso wie die Beschreibungen, so dass ich nicht wirklich in der Geschichte versinken konnte. Wem aber die Beschreibung der Geschichte interessiert, sollte durchaus einen Blick mal wagen.

Der Anschlag

Die Handlung: Jake Epping ist eigentlich ein ganz normaler Englischlehrer in Lisbon Falls. Doch eines Tages besucht er das Diner von seinem Freund Al Templeton, der innerhalb von einer Nacht um Jahre gealtert scheint. Und dieser erzählt ihm, dass es in seinem Diner eine Treppe in die Vergangenheit gibt, mit der er ins Jahr 1958 kommt. Al bittet Jake inbrünstig seinen gescheiterten Plan das Attentat auf J. F. Kennedy 1963 zu verhindern, da er glaubt das die Welt danach eine bessere werden müsste. Nach ersten Versuchen gibt Jake schließlich nach und reist ins Jahr 1958.

Meine Meinung: Das Stephen King sich sehr ausführlich mit dem Attentat, den möglichen Hintergründen, Beweggründen, Abläufen und auch mit der Rolle von Lee Harvey Oswald beschäftigt hat, merkt man dem Buch auf jeder Seite an. Auch das er die Geschichte der Welt danach sehr genau durchdacht hat und mögliche andere Zukunftsszenarien erdacht hat, die mit dem Überleben oder Sterben von JFK zusammenhängen, merkt man ständig. Darüber hinaus erzählt er aber die Geschichte eines Mannes, der aus der Zeit gefallen scheint. Während die Vergangenheit permanent gegen ihn arbeitet, versucht Jake fünf Jahre in einer für ihn fremden Welt zu überleben. In diesem relativ neuen Buch Kings (2011 erschienen), zeigt er, dass er noch immer Geschichten in aller Fülle erzählen kann, man merkt aber auch, dass er an einigen Stellen ein wenig abgedriftet ist, weswegen Längen zwischendurch nicht ausgeschlossen sind. Letztlich bleiben jedoch alle Geschehnisse logisch – wenn man sich damit abfindet, dass Zeitreisen existieren – auch wenn ich mit einigen Wendungen einfach nicht einverstanden war. Der Anschlag ist bestimmt nicht Kings bestes Werk, aber bei weitem auch nicht sein schwächstes.

Wir sehen uns beim Happy End

Die Handlung: Ella ist von Happy-Ends besessen. Alle Geschichten und Filme ohne Happy-End muss sie umschreiben und kriegt beim Sehen/Lesen jedes Mal fast einen Zusammenbruch. Doch als ihre augenscheinlich perfekte Beziehung in die Brüche geht, findet sie sich auf einmal im Haus von Oscar wieder, der sein Gedächtnis verloren hat, und der einige Geheimnisse zu haben scheint. Ella versucht also sein persönliches Happy-End heraufzubeschwören und stellt fest, dass dies im realen Leben wohl doch nicht so leicht ist.

Meine Meinung: Wer sich von dem helltürkisen Einband und den rosa eingefärbten Seiten nicht abschrecken lässt, der findet in Wir sehen uns beim Happy End eine Geschichte über eine zunächst schrecklich naive Ella, die man am liebsten aus ihrer Traumwelt schütteln will. Doch nach und nach wird man mit ihr warm und erkennt, dass sie wohl auch etwas zu verbergen hat. Obwohl das Buch fast 600 Seiten umfasst, liest sich die Geschichte so flüssig weg, dass keine Längen aufkommen und man voll in der Geschichte aufgeht, die einen irgendwo doch verzaubert.

Ghostsitter – Geister geerbt & Ghostsitter 2 – Achtung Poltergeist

Die Handlung: Tom lebt eigentlich ein ganz normales Leben für einen 10-jährigen. Bis er eines Tages eine Geisterbahn erbt. Das außergewöhnliche: Alle Bewohner der Geisterbahn sind echt. Der Werwolf Welf ist bei Nichtvollmond noch am normalsten. Zombie Wombie hat zwar sehr viel Kraft, geht aber nirgends ohne seinen Kuschelhasen hin, Vampir Vlarad mutiert zu dem Wesen, von dem er Spenderblut bekam, Hop-Tep, die Mumie, hat ein heißblütiges Temperament und dann gibt es noch Mimi, das Geistermädchen. Alles nicht so leicht zu managen für Tom. Und im zweiten Teil bekommen die Freunde es dann auch noch mit einem Poltergeist zu tun

Meine Meinung: Auf diese Buchreihe bin ich aufmerksam geworden, weil Autor Tommy Krappweis sie auf den Elbenwald-Festivals vorstellte. Konzipiert ist das Ganze zwar als Kinderbuch, doch sind die Charaktere so herrlich gezeichnet und die Geschichten so liebevoll und durchdacht erzählt, dass auch Erwachsene hier durchaus ihren Spaß dran haben. So ganz logisch sollte man hier nicht drangehen, denn wer würde einem 10-jährigen die Leitung einer Geisterbahn übertragen bzw. diese Geisterbahn dann einen Stellplatz geben? Aber wenn man sich einmal mit der Prämisse abgefunden hat, findet man sich regelmäßig in neuen spannenden und gerne auch lustigen Szenen wieder.
Die Buchreihe wurde auch als Hörspiel aufgezogen und vereint Sprecher, wie Christoph Maria Herbst, Hugo Egon Balder oder auch Wigald Boning.