Eine Handvoll Bücher – 1/21

Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe eine Handvoll in der Buchedition. Da ich dieses Format sehr lieb gewonnen habe und es wahrscheinlich weiterhin nutzen werde, habe ich beschlossen das Format jetzt durchzuzählen, damit es einfach ein bisschen übersichtlicher wird. Wir sind also jetzt in Ausgabe 1 in 2021. Diesmal mit viel Ungesagtem, einem Bibliothekskater, Mord im Outback, zwei märchenhafte Dämonenjägerinnen und einer komplizierten Liebe

All das ungesagte zwischen uns – Colleen Hoover

Die Handlung: Morgan hat sich ihr Leben wohl anders vorgestellt, als mit 17 schwanger zu werden. Doch auch jetzt mit Anfang 30 ist Clara das beste, was ihr passieren konnte. Natürlich ist Erziehung nicht immer leicht. Bis ein Unfall ihr Leben komplett auf den Kopf stellt.

Meine Meinung: Ein neuer Colleen Hoover und natürlich habe ich ihn auch direkt nach Erscheinen gelesen – nur um jetzt festzustellen, dass ich gar nicht drüber geschrieben habe. Wenn man Mrs Hoovers Bücher von Anfang an verfolgt hat, merkt man, dass sie immer erwachsener werden. Auch wenn die Themen immer ernst waren, so sind sie es nun noch einmal auf einer ganz anderen Ebene. Da die Geschichte Mutter und Tochter verfolgt, hat man beide Blickwinkel auf die Geschiche und merkt schnell, was es mit dem Titel auf sich hat. Denn eine Menge hätte schnell geklärt werden können, wenn die beiden einfach miteinander gesprochen hätten. Dennoch sind die Beweggründe der Protagonisten, warum sie etwas nicht sagen, immer nachvollziehbar. Und auch, wenn sich die Geschichte mehr um die Folgen des Unfalls dreht, so ist doch auch wieder eine tolle Liebesgeschichte dabei. Einziger Kritikpunkt für mich ist, dass ich Clara zwischendurch sehr nervig fand. Wie sie mit ihrer Mutter umgeht, ist nicht allein mit „Teenager in Trauerphase“ erklärbar. Ansonsten wieder ein stark geschriebenes Buch, spannend, dramatisch, tolle Charaktere und immer wieder unvorhersehbare Wendungen. Es wird wohl nicht mein liebtes Buch von Colleen Hoover, aber es dürfte sich im oberen Mittelfeld einordnen.

Dewey & Ich – Vicki Myron

Die Handlung: Vicky Baron ist Bibliothekarin in Spencer, Iowa. Nach einer besonders kalten Nacht finden sie und ihre KollegInnen in der Klappe der Bücherrückgabe einen Kater. Halb erfroren, fast verhungert, klammert er sich gerade noch so ans Leben. Die Bibliothek und allen voran Vicky nehmen sich dem Kater an. Dewey kommt wieder auf die Beine und lebt fortan in der Bibliothek. Durch seine einmalige Art wird er weit über Iowa hinaus bekannt.

Meine Meinung: Ich habe Katzen und bin auch ansonsten ein Katzenfreund. Das ist auch meinen KollegInnen bekannt. Ende letzten Jahres bekam ich einen Anruf von einer Kollegin. Sie hätte da ein Buch über eine berühmte Katze gelesen und ob sie es mir mal in mein Fach legen sollte. Schulterzuckend stimmte ich zu, es könnte ja nicht schaden. Und so fand ich die Geschichte von Dewey und las mich in die Geschichte ein. Leider ist es eine Geschichte, die nur bedingt als ganzes Buch funktioniert. So sind die Abschnitte über Dewey selbst herzerwärmend, er war wirklich ein einmaliger Kater. Aber das Buch hat eben noch mehr Themen. Zum einen ist es Vicky Barons Leben, das von viel Leid geprägt ist. Die meiste Zeit war der Teil auch spannend, aber so richtig passte er eben nicht zur Leichtigkeit der Dewey-Geschichten. Weitaus unpassender fand ich jedoch die komplette Entwicklungsgeschichte der Stadt. Sie mal mit zu erwähnen, da sie ja auch Auswirkungen auf die Bibliothek hatte, ist ja vollkommen okay. Aber stellenweise artet es in eine lokale Geschichtsstunde aus, das war mir zu viel. Dadurch zieht sich das Buch aber leider auch zwischenzeitlich. Das Buch funktioniert, wenn man weiß, worauf man sich einlässt, aber eben nicht, wenn man glaubt, dass es rein um süße Katzengeschichten geht.

Outback – Chris Hammer

Die Handlung: Rivers End liegt mitten im australischen Outback. Vor einem Jahr erschoss der Pfarrer hier fünf Menschen. Noch immer kennt keiner die Gründe. Der Journalist Martin Scarsden wird in die Stadt geschickt um eine Reportage über das Trauma der Stadt zu schreiben. Doch schnell merkt er, dass es mehr als eine Wahrheit gibt. Und schon bald ist er selbst mittendrin.

Meine Meinung: Ich hab das Buch empfohlen bekommen von Caro von Inkunabel. Während sie gleich betonte, dass man das Buch am besten im Hochsommer lesen sollte, um die klirrende Hitze des Outbacks nachempfinden zu können, hab ich mich für das komplette Gegenteil entschieden. Draußen klirrende Kälte, eventuell sogar ein bisschen Schnee, dass ist für mich die beste Thrillerzeit. Dennoch denke ich, dass Caro im Endeffekt recht hatte. Outback trägt als Untertitel „Fünf tödliche Schüsse, eine unfassbare Tat, mehr als eine Wahrheit“, was das Buch ziemlich gut zusammenfasst. Grundsätzlich ist es auch eine spannende Geschichte und auf jeden Fall eine unerwartete Auflösung. Zwischendurch rennt man so vielen potentiellen Lösungen hinterher, dass es stets eine Menge Spekulationsmöglichkeiten gibt. Das Problem ist, dass für mich der Anfang einfach viel zu lange war. Irgendwo war es zwar notwendig, um alle Charaktere und Handlungsfäden aufzubauen, aber wirklich reingekommen bin ich erst auf Seite 400 von knapp 500. Atmosphärisch waren die Seiten davor absolut gut, aber es gab einfach zu viele Wiederholungen. Martin Scarsden läuft die immer gleiche Route ab, holt sich hier nen Kaffee, kauft da eine Flasche Wasser und all sowas. Ohne diese ganzen Füllungen, wäre das Buch halt schon wesentlich schlanker und angenehmer zu lesen.

Bat at love – Morgane Moncomble

Die Handlung: Azalée reist nach dem Tod ihrer Mutter wieder in ihre Heimat, um das Haus zu verkaufen. Doch sie hatte ihrer Heimat eigentlich aus gutem Grund den Rücken gekehrt, hatte sie doch zu viele schlechte Erinnerungen hinter sich gelassen. Und kaum ist sie zurück, prasselt alles wieder auf sie ein. Da hilft ihr auch Eden, der attraktive neue Nachbar, nicht.

Meine Meinung: Ein Buch, dass mit einer Triggerwarnung beginnt, die über eine ganze Seite geht, kann nur heftig werden. Und genau so ist es auch bei Bad at love. Denn die Triggerwarnung sollte man definitiv ernst nehmen. Das Buch nimmt kein Blatt vor den Mund. Man merkt schnell, wie stark die Protagonistin sein muss, wenn sie alles halbwegs gut wegsteckt. Doch genauso versteht man es, wenn sie strauchelt, wenn sie sich verschließt und warum sie schließlich fällt. Die Geschichte wird abwechselnd aus Azalées und Edens Sicht erzählt. Das ist sehr hilfreich, um auch seine Gedanken nachvollziehen zu können. Denn auch Eden hat sein Päckchen zu tragen und kämpft. Der Schreibstil ist sehr flüssig und das Buch lässt sich trotzt der harten Stellen gut lesen. Dennoch fehlt dem Buch das gewisse Etwas. Bis zum Ende bleibt eine Distanz zu den Figuren, man fühlt zwar mit ihnen, aber nicht so, wie bei vergleichbaren Büchern. Auch die Nebencharaktere sind zwar total cool, aber verkommen immer mehr zu reinen Stichwortgebern, was ich auch sehr schade fand. Am meisten gestört hat mich aber das Ende – Achtung, ab hier spoiler ich ein wenig! Es war einfach ein absolutes Bilderbuchende. Das passte nicht nur zu der zuvor erzählten Geschichte, es war auch zu einfach. Aufgemachte Konflikte wurden einfach mit wenigen Zeilen umgemodelt. Alles, was zuvor verflucht realistisch war – was nicht immer einfach war – wurde auf einmal viel zu vereinfach dargestellt. Ich habe nichts gegen Happy Ends, im Gegenteil, ich mag sie. Aber so wie es hier erzwungen wurde, passte es einfach nicht.

Rosen & Knochen – Christian Handel

Die Handlung: Rosalie und Muireann sind Dämenjägerinnen. Unter den Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ziehen sie umher und nehmen Aufträge an. Diesmal zieht es sie in den Wald zu einem Hexenhaus. Die Hexe soll getötet worden sein, doch noch immer spukt etwas in diesem Wald umher. Doch Rose und Muireann merken schnell, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Meine Meinung: Schneeweißen und Rosenrot als Dämenjägerinnen? Ich war interessiert. Die beiden nicht als Schwestern, sondern als Liebespaar? Ich musste es lesen! Auf Christian Handel bin ich im letzten Jahr aufmerksam geworden, durch sein Buch Rowan&Ash und wusste, dass ich mehr von ihm lesen wollte. Rosen & Knochen ist nicht einfach nur eine Märchenadaption – neben Schneeweißchen und Rosenrot sind wir hier auf den Spuren von Hänsel und Gretel – sondern auch queere Fantasy! Und genau davon, gibt es einfach viel zu wenig. So verschlang ich diese Novelle – mit 157 Seiten ist das Buch sehr schlank – innerhalb kürzester Zeit. Denn sie hat einfach alles. Fantasy, tolle Charaktere – auch wenn ich mit Rose noch nicht so richtig warm geworden bin, dafür mochte ich Muireann umso mehr – Spannung, queere Liebe, Märchen und tolle Ideen. Hinzu kommt der wunderschöne Buchschnitt, hier hat sich der Drachenmond Verlag wieder was tolles ausgedacht. So ist jede Seite wunderschön und gleichzeitig spiegelt sich die düstere Grundstimmung darin wieder. Rosen & Knochen ist der Auftakt zur Hexenwaldchronik. Ich bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt, der ebenfalls  bereits erschienen ist. Und für alle, die von Märchenadaptionen nicht genug kriegen, ist auch noch eine Kurzgeschichte enthalten.

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