Der Rausch

Ein Vorwort

Zum ersten Mal gehört habe ich von dem Film bei der diesjährigen Oscarverleihung. Seitdem bin ich sehr gespannt, vor allem weil einem die ganze Hintergrundgeschichte so nahe ging – die Tochter des Regisseurs ist während der Dreharbeiten verstorben. Zeitgleich interessierte mich auch die Thematik. Nun war es endlich soweit. Wie ich den Film fand, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Lehrer Martin (Mads Mikkelsen), Tommy (Thomas Bo Larsen), Nikolaj (Magnus Millang) und Peter (Lars Ranthe) fühlen sich ein wenig ausgebrannt und gefangen. An einem Geburtstag diskutieren sie die Theorie von Finn Skaderud, dass der Mensch 5 Promille zu wenig Alkohol im Blut hat. Sie beschließen ein Experiment zu starten.

Meine Meinung

Als ich das erste Mal vom Der Rausch hörte, war ich skeptisch. Ein Film über ein Experiment, bei dem bewusst viel Alkohol konsumiert wird? Das konnte doch nur eine Verherrlichung der legalen Drogen werden. Doch dann kamen die ersten Kritiken, die ihn eher als Ode an das Leben beschrieben. Meine Neugier wurde größer. Und tatsächlich nimmt sich der Film diesem Spagat an und meistert ihn.
Aber von Anfang an. Zunächst werden die einzelnen Charaktere vorgestellt. In kurzen Einstellungen sieht man sie bei der Arbeit und mit welcher Motivation sie dabei sind. Dann haben wir auch schon den schicksalsgebenden Geburtstag, bei dem Skaderuds Theorie diskutiert wird. Dann geht es auch direkt los. Interessant ist hier, dass nicht einfach nur losgetrunken wird, sondern es als wissenschaftliches Selbstexperiment aufgezogen wird. Mit Theorie, Ausgangssituation und Zielen. Dadurch hat der Film ein gutes Konzept, das er bis zum Ende durchzieht.
Natürlich kommt es, wie es kommen muss. Eine Zeit lang geht alles gut, bis irgendwann die Ausreißer kommen und das Konstrukt in sich zusammen fällt. Beziehungen leiden, der Job leidet und auch die Freundschaft der vier Herren wird auf die Probe gestellt. Dennoch verliert der Film hier nie den Fokus. Anstatt in einer reinen Sauforgie zu enden, wird genau gezeigt, was kontrollierter und unkontrollierter Konsum ausrichten kann. Letztlich wird aber auch gezeigt, wie Eingefahrenheit im Job und in der Beziehung einen ebenso aus dem Konzept bringen können. Es ist also eine Ode an das Leben und nicht an den Alkohol.
Dieser feine Unterschied wird gerade am Ende deutlich. Hier kommt es wohl zu der ikonischten Szene des ganzen Films. So schafft der Film gerade am Ende noch einmal den Bogen und zeigt welche Gefahren im Alkoholismus lauern und wie man sich ein Stück Lebensqualität behält.
Schauspielerisch ist der Film fein besetzt. Aushängeschild ist hier der auch international bekanntere Mads Mikkelsen, doch auch seine Kollegen müssen sich keinesfalls verstecken. Gerade die kleinen Nuancen übermitteln alle sehr gut. Hier fühlt man sich in alle ein, auch wenn man von Martin (Mikkelsen) noch am meisten erfährt.

Das Fazit

Der Rausch ist einer dieser kleinen Perlen, die bis zu einem bestimmten Grad zwar vorhersehbar sind, aber es durch ihre Umsetzung wett machen. Und letztlich ist es einfach die besagte Ode ans Leben. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Der Rausch läuft seit dem 22.07.2021 in den deutschen Kinos

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