The 355

Ein Vorwort

Ich bin immer für Frauen in Hauptrollen zu haben. Besonders freue ich mich, wenn sie Klischees aufbrechen und uns ihre starke Seite zeigen. Nachdem mich neulich Gunpowder Milkshake eher enttäuschte, gab ich nun dem nächsten Ensemble eine Chance.Wie mir The 355 gefiel, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Bei einer Razzia in Kolumbien landet ein gefährliches Computermodul in den Händen eines Soldaten, der diese versucht bei einem Geheimdienst sicher unterzubringen. Den Auftrag bekommen Mace (Jessica Chastain) und Nick (Sebastian Stan) von der CIA. Doch sie scheitern und Nick wird getötet. Daraufhin tut sich Mace außerhalb der Regeln mit weiteren Agentinnen anderer Geheimdienste zusammen.

Meine Meinung

Den Grundgedanken das Action- und Agentengenre ein wenig aufzupolieren und mehr Rollen mit starken Frauen zu besetzen finde ich generell gut. Allerdings nicht, wenn die gleichen Klischees nur neu übertragen werden. Diese Hürde nimmt The 355 schon einmal und kreiert Rollen, die auch direkt auf die verschiedenen Frauen zugeschnitten wurden. Dennoch hat der Film deutliche Schwächen.
Zum einen ist die Handlung sehr konstruiert. Ein Masterkey, der auf alle elektrischen System zugreifen kann und der Hersteller wird direkt am Anfang erschossen, so dass er nicht reproduziert werden kann? Was würde jeder vernünftige Mensch machen? Genau Masterkey zerstören! Der Film wäre nach fünf Minuten zu Ende gewesen. Stattdessen wird er mitgenommen und versucht an einen Geheimdienst zu verkaufen. So, dass er immer wieder zwischen den „Guten“ und den „Bösen“ hin und her geschoben werden kann. Teilweise lag er in Kampfszenen einfach auf den Boden und wurde von einer Ecke in die anderen gekickt. Das war ganz schön nervig und man wollte nur noch die Leinwand anschreien, damit das aufgehoben und endlich zerstört wird.
Zum anderen sind auch die Motive der einzelnen Akteur*innen sehr flach. Mein Kollege und ganz kurzfristig jetzt auch mein Lover ist weg, da muss ich mich gleich mal durch die halbe Stadt schlagen. Ich bin die ITlerin der Gruppe und muss bei dem Wort Masterkey natürlich alle meine Prinzipien über Bord werfen. Ich muss meine Vaterfigur beeindrucken, nachdem ich sie enttäuscht habe. Ich bitte euch! Ein wenig Tiefe für die Figuren ist  doch wohl nicht zu viel verlangt.
Dazu muss man sagen, dass die eigentlichen Handlungen der Geheimdienste durchaus durchdacht sind und die meisten Kampfszenen gut choreographiert. Auch der Schlagabtausch zwischen den Agent*innen macht zwischenzeitlich durchaus Spaß. Aber diese guten Aspekte werden immer wieder überschattet von der billigen Handlung und den flachen Charakteren. Hätte man sich hierfür ein wenig mehr Mühe gegeben, könnte sich das Endergebnis durchaus sehen lassen.

Das Fazit

The 355 scheitert an grundlegenden Dingen, wie Handlung und Charaktere und überschattet so die sonst guten Aspekte, wie glaubhafte Geheimdienstarbeit, Schlagabtäusche und Kampfszenen. Einfach viel Potential verschenkt. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

The 355 läuft seit dem 06.01.2022 in den deutschen Kinos

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