Coyote vs. ACME

Ein Vorwort

Wer von euch ist auch mit den Looney Tunes aufgewachsen? Die Kurzfilme gehörten für mich früher regelmäßig zum Sonntag Morgen Programm. Und natürlich neben Bugs Bunny und Tweety mochte ich sehr den Road Runner und Wile E. Coyote. Das Meep Meep des Road Runners nutze ich häufig, wenn ich Leute auf mich aufmerksam machen will und freu mich, wenn Leute drauf einsteigen. Dass es nun einen neuen Film mit genau diesen Charakteren geben sollte, ging aber komplett an mir vorbei. Umso überraschter und begeisterter war mein Kinobesuch. Ob der Film meinen Kindheitserinnerungen gerecht werden konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Kinotitels auf einer Filmklappe.

Die Handlung

Nach jahrelangen Fehlversuchen endlich den Road Runner zu fangen, hat Wile E. Coyote wieder einen herben Rückschlag erlitten. Nachdem er eine Werbung für einen Anwalt für Cartoonschäden sieht, packt er alle Artikel von ACME, die er im Laufe der Jahre gesammelt hat, zusammen, um eine große Klage hervorzurufen. Nur, dass dieser eher auf minimale Vergleiche spezialisiert ist und nicht mit einem so großen Prozess gerechnet hat. Doch ACME hat noch mehr zu verbergen und versucht daher alles, dass nicht zu tief gegraben wird.

Meine Meinung

Wirklich viel Marketing hatte der Film im Voraus nicht, so dass er fast an mir vorbeigegangen wäre. Dabei wäre er fast steuerlich einfach abgeschrieben worden und konnte nur durch das kleine Studio Ketchup Entertainment gerettet werden. Also eigentlich eine spannende Entstehungsgeschichte, aber darum soll es hier gar nicht großartig gehen. Denn allein die Prämisse, dass die Geschichten von Coyote und Road Runner genutzt werden, um einen großen Rechtsstreit vom Zaun zu brechen, zog mich sofort ins Kino.
Dabei bekommen wir direkt am Anfang gezeigt, dass es wohl um etwas deutlich größeres gehen wird. Denn wir treffen zunächst auf Dr. Lorre, der in einer ACME Fabrik eine schreckliche Entdeckung gemacht hat. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, riskiert er alles und verliert. Hier haben wir also bereits eine große Verschwörung, ehe wir zu Wile E. Coyote kommen und in der eigentlichen Geschichte landen. Wir begleiten seine Reise in die Stadt zu Kevin Avery, der eine nicht wirklich erfolgreiche Anwaltskanzlei führt, die sich auf Cartoonschäden spezialisiert hat. Allerdings eher auf Vergleiche mit kleinen Entschädigungssummen.
Und hier entwickelt sich die Geschichte sehr dynamisch. Wir haben natürlich einige Klischees, die aber auch direkt so benannt werden. Der frustrierte Anwalt ohne Erfolg, die übereifrige Nichte, die noch an das Gute im Rechtssystem glaubt und natürlich der böse Konzern, der eine sehr gut organisierte Rechtsabteilung hat. Und mittendrin eine Menge Cartoon Charaktere. Und die Vermischung dieser Elemente macht auch den Witz aus, denn es ist ein reines „Was wäre, wenn die Cartoon Charaktere einfach in unserer Welt leben würden“. Wir bekommen das Loch in der Wand beim herausrennen, aufgemalte Türen, die zu echten werden und jede Menge weitere Kleinigkeiten, die beim entdecken unglaublich viel Spaß machen, ebenso wie die ganzen Cameos aus dem Looney Tunes Universum.
Auch die Freundschaft, die sich zwischen Kevin und Avery Paige und Coyote aufbaut, ist gut geschrieben und durch ein Auf und Ab geprägt. Die Dynamik mit John Cena als Gegenspieler sorgt auch für einige witzige Momente, so dass der Film gut zu unterhalten weiß. Meine Erwartung an die Gagdichte war eine höhere, aber zu sagen, sie wäre zu niedrig, ist auch übertrieben.
Lediglich das Ende hinterlässt leider einen Nachgeschmack. Hier wird die Anfangssequenz um Dr. Lorre und seine Entdeckungen wieder aufgegriffen und wir bekommen eine alternative Erzählung zu Tierversuchen. Und dass der böse Konzern nur auf Profit aus ist, überrascht natürlich keineswegs. Aber dass hier keine Gegenargumentation aufgemacht wird, sondern die Begründung einfach so stehen gelassen wird, da die Geschichte mit dem Road Runner auserzählt werden musste, ist durchaus problematisch. Gerade da auch Kinder zur Zielgruppe gehören, hätten diese Aussagen eingeordnet werden müssen. So bleibt irgendwo ein Nachgeschmack bei einem ansonsten sehr unterhaltsamen Film.

Das Fazit

Coyote vs. ACME schafft es Nostalgie in ein modernes Setting zu verfrachten und die Looney Tunes in eine witzige Geschichte rund um einen Rechtsstreit zu stecken. Mit tollen Witzen und einer ans Herz gehenden Geschichte weiß der Film Jung und Alt abzuholen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Coyote vs. ACME läuft seit dem 10.09.2026 in den deutschen Kinos

Kommentar verfassen