Ein Vorwort
Ach das MCU existiert noch? Das war meine ehrliche Reaktion als ich zum ersten Mal den Trailer zum inzwischen vierten Spider-Man Film aus dem Hause Marvel (aber eben auch aus dem Hause Sony … es ist kompliziert). Denn nach zu vielen schlechten Filmen und Serien in den letzten Jahren ist meine Begeisterung sehr stark abgeflacht und ich habe aktuelle Entwicklungen nur noch am Rande verfolgt. Warum Spider-Man – Brand new Day ein Grund ist, dem MCU doch wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung
Vier Jahre, nachdem die Welt und damit auch seine besten Freunde und seine große Liebe Peter Parker vergessen mussten, schuftet er sich als Spider-Man jeden Tag kaputt. Bis jemand es schafft Besitz von Menschen zu nehmen und diese dazu zu bringen das Hochsicherheitsgefängnis anzugreifen. Dabei wird der Schwerverbrecher Scorpion befreit, der kurz darauf die Damage Control angreift. Doch Peter kämpft zeitgleich mit seinen Spinnenkräften, die außer Kontrolle geraten. Hat auch er ein Monster in sich, das kontrolliert werden muss?
Meine Meinung
Es gab Zeiten da war ich mit dem MCU so sehr vertraut, dass ich aus dem Kopf ganze Zusammenfassungen geschrieben habe, damit ich euch die in Beiträgen zu neuen Filmen verlinken konnte, damit ihr stets wusstet, welche vorherigen Filme relevant waren und was dort passiert ist. Denn im MCU ist alles irgendwie miteinander verknüpft und es gibt so viele Andeutungen, die für Fans stets ein Beweis war, wenn alle gefunden wurden, dass man sich wirklich gut auskannte. Doch nachdem mit Endgame meiner Meinung nach ein runder Abschluss gefunden wurde, ging die vierte Phase los und eröffnete nach der Infinity-Saga die Multiverse-Saga. Die war leider geprägt von unfassbar schlechten Filmen, wie Eternals, und selbst bekannte Helden bekamen grauenhafte Fortsetzungen, wie Dr. Strange. Hinzu kam eine regelrechte Flut an Serien und während am Anfang noch ganz interessante dabei waren, nahmen auch diese immer mehr an Qualität ab und spätestens bei dem Komplettreinfall She-Hulk hatte ich kein Interesse mehr.
Aber irgendwo schlummerte meine Liebe zu dem Fandom noch. Ein The Avengers kann ich bis heute fast auswendig mitsprechen. Und während ich die Serien einfach anfing zu ignorieren, verfolgte ich die Filme noch halbherzig. Hier gab es zumindest immer weniger pro Jahr und die absolute Übersättigung nahm etwas ab. Und zumindest die Thunderbolts konnten mich wieder überzeugen, dass noch Ideen im MCU schlummerten, die langsam rausgelassen werden wollten.
Und damit kommen wir nach unfassbar vielen Worten vorab endlich zu Spider-Man. Denn nach dem Trailer war ich mir nicht sicher, ob hier etwas draus werden könnte, oder ob er sich in die immer länger werdende Liste der Enttäuschungen einreihen würde. Aber erste Eindrücke im Freundeskreis erzählten vom Gegenteil also ging ich vergleichsweise optimistisch ins Kino.
Und nach einem eher ruhigen Anfang kommen wir wahnsinnig schnell in die Action, die es aber schafft eine Menge Geheimnisse aufzumachen und daher auch noch eine Weile ein Rätselraten lässt, mit welchem Antagonisten wir denn konfrontiert werden. Und als die Auflösung kam, war ich sehr enttäuscht, denn es war keine Unbekannte im erweiterten MCU (aus Spoilergründen bleibe ich hier bewusst wage), und ich verband nichts Gutes mit dem Charakter. Aber Brand New Day bewies mir das endlich das Gegenteil. Nämlich, das mit einem starken Hintergrund, einer durchdachten Story und wenn die Antagonsten mal nicht austauschbare Statisten sind, wir durchaus mit ihnen mitfühlen können.
Vor allem wird hier aber viel damit gespielt, wer ist wirklich Gut und Böse. Das wird auch durch Spider-Mans Problemen mit seinem Spinnen-Gen gezeigt, wodurch er überlegt, ob er sich kontrollieren muss, wie Hulk. Hier zeigt der Film, wie zuletzt auch Thunderbolts, das sie vom reinen Popcornkino auf eine andere Ebene zu klettern wissen. Aber keine Angst, die Action kommt hier nicht zu kurz. Auch treffen wir wieder alte Bekannte, wie Peters Freunde Ned und MJ, aber auch bekannte Gesichter aus dem MCU, wie Hulk und relativ frisch The Punisher. Dieser ist aus der gleichnamigen Netflix-Serie bekannt, die jetzt irgendwie seit Daredevil ins MCU aufgenommen wurde, auch Canon ist. Und er bringt hier definitiv frischen Schwung mit und bietet einen guten Kontrast zu Peter. Die Dialoge zwischen den beiden lockern den gesamten Film deutlich auf, ihre unterschiedlichen Herangehensweisen bieten Spielraum für Diskussionen und sorgen so für differenzierte Betrachtungsmöglichkeiten.
So macht Brand New Day einiges richtig und konnte mich durchaus überzeugen dem MCU wieder mehr eine Chance zu geben, Ich bin sehr gespannt, ob dich Doomsday hier gleich wieder übernimmt, oder der gute Kurs beibehalten wird.
Das Fazit
Spider Man 4 – Brand New Day hat eine durchdachte Handlung, gute Charakterentwicklungen und kombiniert dies mit spannender Action. Die Kombination aus bekannten und neuen Charakteren geht gut auf und sorgt so für Hoffnung für das MCU. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.
Spider-Man 4 – Brand New Day lief seit dem 30.07.2026 in den deutschen Kinos