Spider-Man 3 – No way home

Ein Vorwort

Kinostart kurz vor Weihnachten ist eigentlich ein Garant für gute Zuschauerzahlen. Doch durch die weitverbreitete 2G-Regelung machen die ersten Filme schon wieder Rückzieher. Dabei hat Spider-Man mit dem besten Einspielergebnis seit der Pandemie erst wieder bewiesen, dass mit dem richtigen Film auch die Zahlen stimmen. Ob der Film mit der Schlagzeile mithalten kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Spider-Man Homecoming & Far from home – diese stelle ich hier kurz vor.
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Avengers – Endgame, Doctor Strange, WandaVision, What if… – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (für die Links einfach die Titel anklicken). Ebenfalls ist es empfehlenswert die bisherigen Spider-Man Filme mit Tobey McGuire und Andrew Garfield zu sehen. Da ich sie selbst nicht gesehen habe, kann ich hier nicht sagen, welche wichtiger und welche unwichtiger sind.

Nach seinem Auftritt in Civil War will Peter Parker unbedingt ein Avenger werden. Doch Tony Stark möchte ihn komplett aus der Schusslinie nehmen. Bei einem Banküberfall merkt Peter das erste Mal, dass sein Handeln auch Konsequenzen haben kann, als beinahe ein Freund von ihm verletzt wird. Bei dem Überfall wurde eine Waffe verwendet, die mit Alientechnik verbessert wurde. Spider-Man versucht den Mann hinter den Waffengeschäften zu finden und trifft auf Adrian Toomes alias The Vulture. Bei der ersten Konfrontation muss Iron Man einschreiten und rügt Spider-Man danach. Dieser lässt sich jedoch nicht aufhalten und stellt mit seinem besten Freund Ned Leeds fest, dass sein Anzug noch mehrere versteckte Funktionen hat, die Ned freischalten kann. Kurz darauf begegnet er wieder the Vulture und seinen Handlangern. Diesmal wird dabei die Staten Island Ferry beschädigt und droht mitsamt aller Zivilisten unterzugehen. Spider-Man bemüht sich alle zu retten, doch wieder muss Iron Man eingreifen. Als Strafe nimmt er Spider-Man seinen Anzug weg. Reumütig versucht sich Peter wieder auf die Schule zu konzentrieren. Als der Homecoming-Ball ansteht, traut sich Peter Liz zu fragen, ob sie ihn begleiten möchte. Doch als er Liz abholt, erkennt er sofort ihren Vater: The Vulture. Er heftet sich an dessen Fersen. Dabei wird er jedoch zunächst überwältigt und hinterfragt seine Spider-Man Identität. Schließlich kann er sich befreien und versucht the Vulture aufzuhalten, der vom Umzug Iron Mans profitieren will und einen Jet in der Luft ausrauben will. Spider-Man schafft es den Jet zum abstürzen zu bringen, ihn aber von New York weg und an den Strand zu bringen, so dass niemand verletzt wird. Ebenfalls rettet er the Vulture, dessen Fluganzug zu explodieren drohte. Tony Stark will ihn daraufhin als neuen Avenger vorstellen, Peter lehnt jedoch ab, da er lieber die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft bleiben will.
In Far from home fährt Peter mit seinen Klassenkamerad*innen auf Klassenfahrt. Durch die Geschehnisse in Endgame ist die Klasse neu zusammengesetzt. Ebenfalls versucht Peter den Tod seines Mentors Iron Man zu verarbeiten. In Venedig taucht ein Wassermonster auf. Bei dem Kampf wird Peter unerwartet von Mysterio unterstützt, dessen Familie durch diese Monster ausgelöscht wurden. Da Peter lieber weiter auf der Klassenfahrt bleibt, leitet Nick Fury diese kurzerhand nach Prag um, wo das nächste Monster vermutet wird. Dort gesteht er seinem Schwarm MJ, dass er Spider-Man ist, was diese jedoch schon wusste. Er findet dabei eine Drohne, die er dem zuvor stattgefundenen Kampf von Mysterio und einem Feuerwesen zuordnet. Dadurch findet er heraus, dass Mysterio ihn angelogen hat und die Kämpfe nur simuliert hat. Zuvor hat er diesem jedoch die Kontrolle über Technologie von Iron Man übertragen. In Berlin versucht er Mytserio zu stellen, muss jedoch feststellen, dass er in einer Simulation gelandet ist. Da nun auch Ned und MJ in Gefahr sind, reist er ihnen nach. In London kommt es zum finalen Kampf, bei dem Mysterio besiegt wird. In der Mid-Credit-Scene beschuldigt J. Jonah Jameson öffentlich Peter als Mörder Mysterios und entlarvt ihn gleichzeitig als Spider-Man.

Die Handlung

Nach Jamesons Enthüllungen steht Peter Parker (Tom Holland) in der Kritik der Öffentlichkeit. Da auch seine Freund*innen da mit reingezogen werden, sucht er Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) auf und bittet ihn um Hilfe. Doch der Zauber geht schief und die Grenzen zum Multiversum verwischen. Kurz darauf tauchen Bösewichte auf, die allesamt Peter zu kennen scheinen.

Meine Meinung

Spider-Man war noch nie mein bevorzugter Superheld. Die früheren Filme habe ich daher nie gesehen. Erst als er zum MCU stieß und man die Filme irgendwie sehen musste, da alle Marvel Filme irgendwo aufeinander aufbauen, habe ich mich mit ihm näher auseinander gesetzt. Während Homecoming für mich noch eine Überraschung war, konnte ich Far from home wenig abgewinnen. Nur kurz zuvor war es Endgame, der irgendwo eine ganze Ära beendete und auf einmal sollte der zweite Spidey Phase 3 beenden? Dementsprechend frustriert ging ich nun in No way home. Immerhin der zweite Trailer ließ mich ein wenig Hoffnung schöpfen, dass es vielleicht doch halbwegs amüsant wird.
Letztlich war No way home eine Achterbahn der Gefühle. Zwischen Euphorie, Spaß aber auch Enttäuschung. Denn die Geschichte an sich konnte mich wesentlich mehr mitreißen und begeistern als zuvor gedacht. Die Idee das Multiversum nach What if… zunächst auf ein paar Bösewichte aus den früheren Spider-Man Filmen zu begrenzen, funktioniert erstaunlich gut und bringt die Handlung gut voran. Zeitgleich verbirgt sich dahinter auch eine Menge Potential für Späße, wovon einiges ausgereizt wird. Selbst wenn man sich im Spider-Man Universum nicht so gut auskennt und die früheren Filme nie gesehen hat, funktionieren viele Anspielungen, auch wenn man wahrscheinlich gar nicht alle mitbekommt, und man kann der Handlung folgen.
Allerdings ist es gerade die sich zunehmends verschiebende Dynamik zwischen Peter und Doctor Strange, die immer mehr ins merkwürdige rutscht. Hier merkt man Benedict Cumberbatch an, dass er wohl von so einigen Dialogzeilen etwas genervt war, da er das nur dezent überspielen konnte. Während Peter durch die Verantwortung und Erwartungshaltung von Strange und seiner Tante May zunehmend überfordert ist, werden auch die Zuschauenden zunehmend verwirrt. Freund und Feind verschwimmt innerhalb von wenigen Minuten, um sich kurz darauf mit dem größtmöglichen Drama neu zu festigen. Ob dies nun wirklich nötig war, bleibt fraglich, denn teilweise scheint es so, als ob dieser nur aus Prinzip und nicht weil er wirklich gepasst hat, eingebaut wurde.
Dafür wird man jedoch am Ende beim großen Finale für alles entschädigt. Das Zusammenspiel aus alten und neuen Charakteren funktioniert hier absolut hervorragend. Es macht Spaß, ist spannend, birgt mehrere Handlungsstränge und bringt das Franchise zu einem würdigen Ende! (PS: Ich habe keine Ahnung, ob weitere Spideys geplant sind, aber es fühlt sich nach einem guten und würdevollen Abschluss an. Das hält in Hollywood zwar niemanden mehr auf, aber vielleicht haben wir ja wieder ein paar Jahre Ruhe)
Das Multiversum wird uns wohl noch die gesamte Phase 4 über begleiten. Vor dem Multiverse of Madness (Doctor Strange 2) fühlte sich dieser sanftere Einstieg unfassbar gut an. Es ist wohl der stärkste Spider-Man Film aus dem MCU (darüber hinaus kann ich nicht beurteilen), auch wenn er eben deutlich spürbare Schwächen hat. Aber mit diesen muss man leben, wenn man die Stärken des Films erkunden will. Das Ende lässt einen dann zwar wieder zwiegespalten zurück, aber auch darin liegt Ende und Anfang zugleich.

Das Fazit

Spider-Man 3 – No way home lässt sich nicht so einfach bewerten. Zeitgleich der stärkste Film der Reihe, hat er doch an einigen Stellen deutliche Schwächen, gerade in bestimmten Handlungsabschnitten, die ein grandioses Finale jedoch größtenteils ausbügeln kann. Die Einführung ins Multiversum funktioniert besser als gedacht und zeigt, was möglich ist. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Spider-Man: No way home läuft seit dem 16.12.2021 in den deutschen Kinos

 

Spider-Man: Far from home

Ein Vorwort

Nach den Nachrichten, dass Avatar (endlich) vom ersten Platz der erfolgreichsten Filme aller Zeiten (zumindest uninflationsbereinigt) gestoßen wurde, ist schon einmal eine gute Nachricht. Umso mehr freut mich, dass es Endgame geschafft hat. Denn damit wurden 11 Jahre Filmfranchise zu einem krönenden Höhepunkt geführt. Umso verwirrter wurde man, als Kevin Feige ankündigte, dass Phase 3 doch nicht mit Endgame ende, sondern eben erst mit dem zweiten Marvel-Spider-Man Versuch. Kann dies ein ebenso guter Abschluss für die dritte Phase werden?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Peter Parker wird von Tony Stark aka Iron Man aufgesucht, damit dieser ihm als seine Geheimidentität Spider-Man hilft, um Captain America im Civil War aufzuhalten. Bei dem großen Kampf am Leipziger Flughafen hält er sich wacker.
Wieder zu Hause will er unbedingt ein Avenger werden und ruft Tony Stark regelmäßig mit Updates aus der Nachbarschaft an. Dieser ignoriert ihn jedoch geflissentlich. Als in seiner Umgebung jedoch Waffen mit Centauri-Technologie (wir erinnern uns an den großen Kmapf im ersten Avengers-Teil) auftauchen, macht er sich auf die Suche und trifft auf den Waffenhändler Adrian Toomes, der sich als The Vulture einen Namen gemacht hat. Da weder Stark, noch dessen Bodyguard Happy, ihn ernst nehmen, versucht Peter Toomes selbstständig zu fangen. Nachdem er dabei aber mehrere Menschenleben in Gefahr bringt, gibt es eine große Standpauke von Tony Stark, der ihm seinen Spider-Man Anzug wegnimmt. Beim Homecomingball trifft Peter wieder auf Toomes, der sich als Vater seines Schwarms herausstellt. Nach dem großen Endkampf will Stark ihn endlich als Avenger ankündigen. Peter hält das jedoch für eine Prüfung und beschließt lieber die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft zu bleiben.
In Avengers: Infinity War begleitet Peter eher unfreiwillig Iron Man und Doctor Strange in Thanos Raumschiff auf den Weg nach Titan, Thanos Heimatplaneten. Dort versucht er zusammen mit den Guardians gegen Thanos zu kämpfen. Am Ende fällt er Thanos Schnipsen zum Opfer und zerfällt zu Staub.
Erst im großen Endkampf am Ende von Avengers: Endgame taucht er zusammen mit den anderen „Gefallenen“ wieder auf, nachdem Hulk den Schnipser rückgängig machen konnte. Am Ende betrauert er den Fall seines großen Idols Tony Stark.

Die Handlung

Peter Parker (Tom Holland) versucht über den Verlust seines Idols hinwegzukommen und gleichzeitig die Erwartungen in Spider-Man zu erfüllen. Eine Studienfahrt seiner Klasse nach Europa soll die gelungene Ablenkung sein. Doch nachdem in Venedig ein Wasserungeheuer auftaucht und von dem geheimnisvollen Mysterio (Jake Gyllenhaal) bekämpft wurde, heuert Nick Fury (Samuel L. Jackson) ihn an, um die nächsten erdenbedrohenden Monster zu besiegen.

Meine Meinung

Meine Meinung über die im Vorwort gestellte Frage, ob Spider-Man auch ein guter Abschluss der vierten Phase sein könnte, stand eigentlich schon vorher fest: Nein, Endgame war an dieser Stelle nicht mehr zu übertreffen. Trotzdem bin ich versucht unvoreingenommen an die Sache herangegangen. Und auch, wenn man einmal akzeptiert, dass es diesmal kein Avengers ist, und eben auch kein Gänsehaut-Endgame, ist Far from home leider noch immer kein guter Superheldenfilm. Und das obwohl er durchaus einiges richtig macht.
Aber fangen wir ganz am Anfang an. Zunächst stellte sich die wichtigste Frage: Wann spielt der Film? Denn in Endgame sind zwischenzeitlich vier Jahre vergangen. Wurden die komplett zurückgedreht? Sind die wieder aufgetauchten Charaktere einfach mitgealtert? Diese Frage zumindest wurde gleich am Anfang aufgeklärt. Die vier Jahre sind vergangen und die Menschen, die nicht verschwanden, sind auch vier Jahre gealtert. Die anderen, eben nicht. Das führt zu einigen interessanten kurzen Dialogen, z.B über kleinere Geschwister, die auf einmal älter sind. Praktischerweise war aber wohl nicht nur Peter verschwunden, sondern auch sein bester Freund Ned und sein Schwarm MJ, so dass diese immer noch in die gleiche Klasse gehen.
Handlungstechnisch wurde also zunächst viel richtig gemacht. Die Zeitfrage wurde aufgeklärt und wir treffen auf einen zwiegespaltenen Spider-Man, der sich immer wieder mit der Frage um das Erbe seines Idols auseinander setzen muss. Nach den nervenraubenden Geschehnissen in Infinity War und Endgame schien uns nun auch MARVEL in die Ferien schicken zu wollen und lässt Spider-Man nun auf Klassenfahrt nach Europa fahren. Soweit, so gut. Wir kommen wieder in Berührung mit den alten Charakteren, es tauchen Neue auf und gerade die beiden Lehrer, die die Klassenfahrt begleiten, sorgen für einige Running Gags, die durchaus funktioniert haben.
Was leider nicht so richtig funktioniert ist alles, was danach kommt. Denn sobald das erste Monster und Mysterio auftauchen, gleitet die Handlung mehr und mehr davon. Das passierte bereits in Homecoming, doch während sich dort am Ende die Handlung wieder gefangen hat, was wohl vor allem mit einem gut spielenden Michael Keaton und einem nachvollziehbaren Bösewicht zu tun hat, weiß Far from home am Ende nicht mehr so richtig, was er nun eigentlich erzählen will. Es wird ein Nick Fury wieder eingesetzt, zusammen mit einer Agent Hill, die aber bald sehr untypisch agieren und so gar nicht im Film angekommen wirken. Stattdessen wird sich in die Geschichte rund um Mysterio verrannt, die aber schon bald nicht mehr interessant ist und die Entscheidungen eben diesem nicht so recht nachvollziehbar.
Und so bleibt ein Film zurück, der eigentlich die richtigen Fragen stellt, der eigentlich auch gute Witze hat und der eigentlich sich auch gut mit dem Thema Trauerbewältigung auseinander setzt. Aber eben nur eigentlich, denn den richtigen Bogen schafft er am Ende nicht. Und spätestens nach einer Illusion zu viel, dürfte der Großteil des Publikums abgeschaltet haben. Schade, denn Potential war da.

Das Fazit

Spider-Man: Far from home hat viele gute Ansätze, versucht die Marveltypische Spannung und Humor zu verbinden, scheitert aber letztendlich durch eine verworrene Handlung und einem unnachvollziehbarem Bösewicht. Damit zählt er zu den schwächeren Vertretern aus dem Hause Marvel. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Spider-Man: Far from home läuft seit dem 04.07.2019 in den deutschen Kinos

Spider-Man – Homecoming

Am 13.07.2017 erschien die inzwischen dritte Version von Spider-Man in den deutschen Kinos.

Peter Parker alias Spider-Man ist nach seinem Kampf im „Civil War“ der Avengers wieder zurück in New York und muss sich wieder seinem Alltag stellen. Schule, die erste große Liebe und ganz nebenbei will er seinem neuen Mentor Tony Stark alias Iron Man beweisen, dass er das Zeug zu einem richtigen Avenger hat. Als er dann auf The Vulture trifft, scheint seine Chance gekommen zu sein.

Bevor das Marvel Cinematic Universe mit Iron Man im Jahre 2008 durchstartete, hatten sie bereits einige Helden ausgelagert. Unter anderem hatte die Marvel die Rechte von Spider-Man an Sony verkauft. Sony produzierte also in den Jahren 2002 bis 2007 die erste Trilogie mit Tobey Maguiere in der Hauptrolle. Nachdem das MCU in den folgenden Jahren voll durchstartete, versuchte Sony mit ihrem alten Helden neu durchzustarten und sich mehr an der Konkurrenz zu orientieren. Andrew Garfield wurde nun der Amazing Spider-Man und schaffte 2012 und 2014 jeweils einen Film auf die Leinwand zu packen. Hier wurde ein kompletter Reboot geschaffen und erneut die Geschichte vom Biss der Spinne erzählt. Doch Marvel wollte ihren Helden zurück und begann intensive Verhandlungen. Das Ergebnis: Sony ließ ihren erworbenen Helden soweit von der Leine, dass er seinen ersten Auftritt in Captain America 3 – Civil War im Jahr 2016 haben durfte. Bereits hier verkörperte ihn Tom Holland als inzwischen dritter Spider-Man der Leinwand.
Nun ist Spider-Man im wahrsten Sinne des Wortes „Homecoming“, also nach Hause gekommen“. Erleichterung auf Seiten der Fans gab es bereits, als feststand, dass es sich in der Marvel Version nicht um ein Reboot ging. Es gab keinen neuen Film über den Biss mit der Spinne und den Kampf mit den Oswalds. Stattdessen hat Spider-Man in Homecoming seine Fähigkeiten bereits und kämpft nun damit diese in seinen Alltag zu integrieren. Sein größter Wunsch ist es, nach seinem ersten Abenteuer zu den Avengers zu gehören. So versucht er die freundliche Spinne von nebenan zu sein, möchte aber eine große Herausforderung, um seinem neuen Mentor Tony Stark endlich zu beweisen, dass er den Avengers gewachsen ist. Als er auf The Vulture trifft, glaubt er seine Chance bekommen zu haben.
Prüfungen, Schulprojekte, der bevorstehende Homecoming-Ball, das Leben eines Teenagers ist schon so schwierig genug, auch ohne das außerschulische Projekt Spider-Man. Während es auf der einen Seite schön ist, einen sehr bodenständigen Spider-Man zu sehen, ist es auf der anderen Seite stellenweise doch etwas langatmig sich mit den langweiligen Schulproblemen auseinander zu setzen. So braucht Homecoming einige Zeit, um in Schwung zu kommen. Auch die Witze zünden nicht immer im gewohnten Marvel-Umfang, sind aber dennoch gut durchdacht. Dadurch ist der Spannungsbogen weniger ein Bogen als viel mehr eine Sinus-Kurve – also ein auf und ab, zwischen langatmigen Teenagerschulproblemen und spannenden Spider-Man Auftritten.
Vielleicht hätte es dem Film gut getan, den alteingesessenen Avenger Tony Stark alias Iron Man nicht nur für vereinzelte Szenen, sondern für den Großteil des Films einzuspannend und ihn dadurch mehr als eine Art Ersatzvater zu etablieren. Vielleicht hätte man dem Bösewicht The Vulture gespielt von Michael Keaton auch einfach mehr Spielraum geben sollte. Denn zwar wird sich am Anfang Zeit genommen und die Motive des Bösewichten vorgestellt, die sich auch gut in das Universum einfügen, aber dann in Vergessenheit geraten und The Vulture zu einem typischen Bösewicht wird ohne Seele und Tiefgang. Hier zeigt Marvel wieder, dass sie in Erschaffung von Bösewichten nicht so geschickt sind.

Alles in allem zündet Spider-Man – Homecoming nicht wie erwünscht, macht zwar vieles richtig, kränkelt aber an der erweiterten Ausführung. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.