Girl on the train

Durch die nicht zu übersehenden Reklametafeln in den Buchläden, wurde ich neugierig und stieß so auf „Girl on the train“ von Paula Hawkins und machte es sogleich zu meiner Urlaubslektüre.

Kurz zur Story: Rachel pendelt jeden Tag mit dem Zug nach London. Dort fährt sie auch immer vorbei an dem Ort Witney vorbei, in dem ihr Ex-Mann Tom mit seiner Affäre, inzwischen Frau, und deren gemeinsamer Tochter lebt. Um ihrem armseligen und vor allem betrunkenen Leben zu entkommen, träumt sie sich immer in das Leben eines Pärchens, die nur ein paar Häuser von ihrem alten Haus entfernt wohnen. Doch eines Tages ist Megan, die Frau des Traumpärchens, verschwunden. Und Rachel sieht ihre große Stunde als gekommen und ermittelt selbst und gerät dadurch immer tiefer in den Strudel der Geschehnisse.

Girl on the Train ist glaube ich das erste Buch, das ich gelesen habe, in dem mir absolut JEDER Charakter unsympathisch ist. Sei es nun Rachel, die nicht nur betrunken, sondern auch sehr naiv durchs Leben taumelt oder ihre arrogante Gegenspielerin Anna, die ihr den (auch unsympathischen) Mann Tom ausspannte und nun ihr Leben als Mutter zwar nicht auf die Reihe kriegt, aber immer große Monologe schwingt, wie toll sie doch ist. Sei es nun Megan, die man durch Rachel erst als sehr sympathische Frau kennenlernt, aber sobald man mehr über sie erfährt, verdreht man auch nur die Augen und möchte ihr am liebsten in den Hintern treten, damit sie aufhört über ihr „schlechtes“ Leben zu heulen oder sei es Megans Mann Scott, der auch nur heulen oder zum Choleriker werden kann. Man kann natürlich sagen, dass einfach extreme Figuren aus dem Leben gegriffen wurden, aber in diesem Fall ist es einfach absolut zu viel. Denn beim Lesen hat man eigentlich keine Lust irgendeinem Charakter „zuzuhören“. Die Emotionen schwanken zwischen dem Drang jemanden anzuschreien oder einfach nur aus dem Buch zu kicken. Das erschwert natürlich das Lesevergnügen um ein Vielfaches.
Die Handlung selbst ist eigentlich spannend konzipiert und so wirklich möchte man das Buch dann doch nicht aus der Hand legen. Durch einen sehr einfach Sprachstil und keinen ausführlichen, sondern kurzen und präzisen, Situationsbeschreibungen, wird der Lesefluss sehr begünstigt, so dass man Girl on the train sehr schnell durchliest. Jedoch reicht einem das eine Mal und ab da wird es wohl eher im Bücherregal verstauben.
Die Aufbau des Buches ist sehr spannend, denn am Anfang wird nur aus der Sicht Rachels berichtet. Da diese immer morgens und abends mit dem Zug fährt, wird auch ein Kapitel in morgens und abends eingeteilt und dann immer von Rachel im Zug sitzend erzählt. Dies wird im Verlaufe des Buches ausgeweitet und auch aus der Sicht weiterer Charaktere wird berichtet, jedoch bleibt das Schema mit morgens und abends größtenteils erhalten. Das ist mal eine erfrischende Abwechslung zu einem chronologisch geschriebenem Buch, bei dem man immer zeitgleich mit den Charakteren etwas erfährt.

Alles in allem ist „Girl on the train“ ein gutes und spannendes Buch, es leidet nur unter den durchweg unsympathischen Charakteren. Hier hätte man dies etwas abschwächen können, um es lesbarer zu gestalten.

Die Pan-Trilogie – Band 1 – Das geheime Vermächtnis des Pan

Vor ein paar Wochen fand ich durch einen längst vergessenen Zufall die Pan-Trilogie von Sandra Regnier.Und ich habe sie verschlungen! Ich habe alle drei Teile in nur ca. 2 Wochen gelesen und das obwohl ich sehr selten Zeit zum Lesen finde. Daher hier nun meine erste Buchkritik.

Band 1: Das geheime Vermächtnis des Pan

Kurz zur Story: Der Elf Leander FitzMor, kurz Lee, besucht eine Schule in London. Denn hier soll er die Prophezeite finden. Durch einen Kuss, möchte er sie an sich binden, denn sie ist ihm durch die Prophezeiung als Frau versprochen und der Kuss eines Elfen lässt eine Frau nie wieder jemand anderen lieben. Schnell findet er Felicity und durch seinen Charme kommt es zum Kuss. Doch kurz darauf muss er feststellen, dass es zwei Felicitys an der Schule gibt und er die falsche an sich gebunden hat.

Seit Stephanie Meyers Erfolg mit Twilight sind die Vergleiche mit diesen Romanen nicht mehr Weit, sobald es in den realitätsbezogenen Fantasy geht. Doch auch wenn der Schauplatz wieder an einer Schule beginnt, tritt „Das geheime Vermächtnis des Pan“ Twilight sehr schnell in den Hintern. Zwar ist Lee als unglaublich hübsch beschrieben, aber sein Charakter hat viel mehr Tiefgang als ein Edward Cullen. Denn zunächst ist er überglücklich, dass seine prophezeite Frau ebenfalls wunderhübsch ist, bis er herausfindet, dass es sich um eine Verwechslung handelt. Die richtige Felicity ist das absolute Gegenteil. Dicklich, ungepflegt und durch das Arbeiten im Pub ihrer Mutter auch immer mit dem Duft nach Whiskey. Lee ist natürlich alles anderes als begeistert und versucht trotzdem sie kennenzulernen. Aber nein auch hier zieht nicht das typische Aschenputtel-Klitschee, sondern Felicity versucht mit Hilfe ihrer Freunde selbst etwas zu ändern. Sie geht regelmäßig joggen und versucht nicht mehr so spät im Pub zu arbeiten. Lee hält sie erst einmal auf Abstand. Doch er versucht sie trotzdem näher kennenzulernen.
Der Freundeskreis von Felicity ist begrenzt, aber voller verschiedenster Charaktere. Man fühlt sich schnell als Mitglied des Freundeskreises und wird nach und nach mit Hintergrundinformationen der einzelnen Charaktere gefüttert.
Die ersten zwei Drittel scheinen aus dem Leben eines normalen Teenagers gegriffen zu sein, nur leicht gespickt, mit rätselhaftem Verhalten Lees oder leichten rätselhaften Vorfällen in Felicitys Leben. Erst danach kommt man langsam dahinter, was Lee ist und was Felicity mit allem zu tun hat. Aber ich für meine Fälle mag es, wenn sich die Story langsamer aufbaut und nicht alles Knall auf Fall über den Protagonisten hereinbricht.
Der Schreibstil von Regnier ist leicht und locker, aber doch mit der gewissen Portion Anspruch. Also ein guter Lesefluss ist gewährleistet.
Also für jeden, der endlich einmal etwas lesen möchte, der realitätsbezogenen Fantasy gerecht wird, eine absolute Leseempfehlung!