Festival-Serie

Ein Vorwort

Eine Buchreihe, die mit dem Wort „Festival“ beworben wurde und der erste Teil spielte sogar auf einem? Ich war Feuer und Flamme! Und ebenso schnell leider auch enttäuscht,  zumindest vom ersten Band. Dennoch habe ich auch der restlichen Reihe eine Chance gegeben. Wie sich die einzelnen Bände so gemacht haben, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Where Summer stays

Die Handlung: Charlie wird im Zuge ihres Praktikums bei einem Klassikradio auf ein großes Rockfestival geschickt. Leider hat sie soziale Ängste und die Menschenmassen auf dem Festival sind ihr persönlicher Horror. Dann trifft sie Levy, der sie durch seinen ganz eigenen Charme mutig macht. Doch Levy verhält sich immer mal wieder seltsam, doch auch nach dem Festival schlägt Charlies Herz noch für ihn. 

Meine Meinung: Das Buch passte eigentlich so gar nicht in meine bisherige Sommerlektürenauswahl. Aber als Festivalgängerin gehört die Saison irgendwo für mich auch zum Sommer. So habe ich dem Strand den Rücken gekehrt und versuchte mein Glück auf dem Musikfestival und der Geschichte von Charlie und Levy. Wie in New Adult Büchern so üblich, gibt es hier eine Menge Drama und die Charaktere haben einige Päckchen zu tragen. Vom Genre wusste ich schon, worauf ich mich einlasse, und es waren auch wieder einige sehr schwierige Themen, die teilweise gut (Levy), teilweise etwas blass (Charlie) behandelt wurden. Leider war es gerade das Festival, was mich sehr enttäuscht hatte. Denn es kam überhaupt keine Festivalstimmung auf. Gefühlt bewegen wir uns immer nur am Rand dessen, die einzelnen Szenen könnten zu 80% auch einfach auf einem normalen Zeltplatz passieren. Das Besondere, das Feeling, die Stimmung eines Festivals kam hier gar nicht durch. Da es für mich der entscheidende Kaufgrund war, leider eine starke Enttäuschung, zumal ich mich lange auf das Buch gefreut habe. Auch insgesamt als New Adult war das Buch eher schwächer. Die Charaktere waren etwas sprunghaft, ebenso wie die Handlung. Mal schauen, ob der Rest der Reihe hier mehr bietet.

Where Winter falls

Die Handlung: Ellas Herz schlägt für die Musik und so veranstaltet sie als DJ verbotene Untergrund-Partys. Doch das darf nicht rauskommen, sonst könnte sie ihren Job als Erzieherin verlieren. Bei einer Razzia ist es ausgerechnet Otis, der sie findet. Seit dem Festivalsommer kann sie ihn nicht ausstehen, doch aus irgendeinem Grund hilft Otis ihr. Daraufhin treffen die beiden immer wieder aufeinander und wollen sich die gegenseitige Anziehung doch nicht eingestehen.

Meine Meinung: Nach dem enttäuschenden Auftakt der Reihe, habe ich mich dennoch durchgerungen dem zweiten Band eine Chance zu geben. Dabei ist Winter meine am wenigsten bevorzugte Jahreszeit und Otis war mir im vorherigen Band auch nicht sonderlich sympathisch. Also ziemlich schlechte Voraussetzungen. Doch manchmal sind es gerade diese Bücher, die dann doch zum richtigen Zeitpunkt da sind. Dabei möchte ich gar nicht sagen, dass das Buch perfekt ist. Gerade im stark umkämpften New Adult Genre zählt es wohl eher zu den schwächeren, aber mich hat es überzeugt. Otis kann deutlich zeigen, warum er sich oft wie ein Arschloch benimmt und Ivy Leagh schafft es logisch zu erzählen, dass die beiden sich immer wieder treffen und wieso sie nicht voneinander loskommen, ohne, dass es toxisch wird. Das Ende war dann doch ein bisschen schnell, hier gab es vorher angeteaserte Entwicklungen, die einfach übersprungen wurden. Aber im großen und ganzen mochte ich When Winter falls sehr und bin wieder gespannt auf die Folgebände.

Where spring hides

Die Handlung: Leni wäre am liebsten Musical-darstellerin. Doch ihr Traum ist nicht mit dem kurz vor der Insolvenz stehenden Familienreise-unternehmen vereinbar. Daher begleitet sie eine Gruppe aus den USA auf einer großen Deutschlandtour. Doch diesmal hat sich Edward mit angemeldet, ein College-Basketballspieler, den Leni vor vier Jahren getroffen hat und die sofort ein besonderes Band verbunden hat. Der ihr jedoch damals nicht die Wahrheit über sein Leben sagen konnte. Doch eins steht für ihn fest: Er will Leni unbedingt wiedersehen.

Meine Meinung: Frühling ist meine liebste Jahreszeit und dadurch war ich besonders gespannt, wie dies in der Reihe umgesetzt wurde. Diesmal treffen wir auf Leni, die wir bereits aus den vorherigen Büchern grob kennen. Zumindest ihre Leidenschaft für Musical und ihr großer Traum wurden bereits thematisiert. Wir wissen vorher auch schon, dass sie sich in Band Eins mit Edward auf dem Festival treffen wollte, aber gekniffen hatte. Zunächst war ich daher skeptisch, ob wir diese Geschichte noch einmal aufgewärmt brauchten, doch sie hat überraschend gut funktioniert. Ich bin gut durch die Handlung gekommen, auch wenn mir einiges ein Stirnrunzeln entlockte. Zum einen komme ich aus der Tourismusbranche und fand die gewählte Route für die amerikanischen Touristen schon ziemlich willkürlich. Hier wurde mit aller Verzweiflung versucht ein paar „Festivals“ unter zu bringen, um das Motto der Reihe aufrecht zu halten. Da es sich hier teilweise von der Beschreibung eines Mittelalterfestivals eher um einen klassischen Mittelaltermarkt handelt und auch das Piratenfestival diesen Namen wohl eher weniger verdient, verbuche ich das mal unter netter Versuch. Auch die Geschichte von Lenis Verbundenheit zu ihrer Familie und dass sie alles für ihren Bruder aufgibt, ist so wie es geschrieben wurde, schon reichlich konstruiert. Da war Edwards Geschichte wesentlich glaubhafter, wenn auch deutlich weniger ausführlich erzählt. Auch der plötzliche Wandel von „wir gehen lieber auf Abstand“ zu „wir lieben uns abgöttisch“ war für mich nicht nachvollziehbar. Letztlich zählt Where spring hides zu den okayen New Adult Romanen, funktionierte in der Reihe aber bisher am besten, trotz der aufgezählten Schwierigkeiten.

Where autumn leaves

Die Handlung: Beth macht ein FSJ an einer renommierten Rehaklinik. Nach einem Zwischenfall kann sie einfach nicht an ihren eigentlichen Plänen festhalten. Doch in der Klinik trifft sie auf Jakob, ihrem Sandkastenfreund, der nach einem Kreuzbandriss darauf hofft, wieder fit fürs Feld zu werden. Doch er hat ein Geheimnis, das ihre ganze Welt zum einstürzen bringen könnte. 

Meine Meinung: Mit diesem Band verlässt Autorin Ivy Leagh dann vollständig die Grundidee einer Festival-Reihe. Denn der Hauptspielort ist die Rehaklinik. Lediglich in einem Epilog wird versucht den Bogen wieder zum ersten Band zu schlagen. Also das Marketing lief spätestens hier ins Leere. Aber abgesehen davon treffen wir hier erneut auf Jakob, den Bruder von Leni, die wir im dritten Band näher kennenlernen durften. Daher kennen wir auch bereits den Grundkonflikt, denn auch Beth wird im dritten Band erwähnt, taucht hier aber erstmals als Akteurin auf. Da dieser bereits im zweiten Band bei Otis genutzt wurde, die Grundlage für Lenis Konflikt im Dritten bildete, wirkt es hier irgendwie zu viel. Da wäre eine neue Idee doch erfrischender gewesen. Zunächst funktioniert das Buch jedoch wunderbar. Ich mochte die beiden Protagonist*innen und wenn man sich einmal mit dem Grundszenario von Jakobs Seite ausgesöhnt hat, ist die Geschichte auch spannend. Denn gerade Beth Seite bring neuen Schwung rein und macht ein Thema über Machtmissbrauch und toxische Männlichkeit auf, die durchaus gut in die Geschichte passt. Nach einem gefühlten Stillstand in der Mitte des Buches, nimmt das ganze aber einen ziemlichen Negativtrend. Wie von Zauberhand werden alle Probleme gelöst und somit sehr unrealistisch. Problematisch wird es dadurch, dass Lesenden in ähnlichen Situationen so kein Vorbild gegeben wird und zeigt, wie man sich da raus kämpfen kann, sondern es wird alles einfach magisch gelöst. Die „Bösen“ haben natürlich sofort ihre Strafe bekommen und die „Guten“ bekommen ihre Belohnungen. Das ging so weit, dass ich am Ende sogar vergaß, dass unser Pärchen noch gar nicht ihr Happy-end hatten und eigentlich schon mit dem Buch abgeschlossen hatte. Bedauerlich ist es vor allem, weil das Buch wesentlich mehr Potential hatte, sich aber einfach früher dazu hätte entscheiden müssen, die aufgemachten Themen auch zu behandeln und nicht weiter nur anzudeuten. So hinterlässt das Ganze leider einen bitteren Nachgeschmack und reiht sich ein, in eine Buchreihe, die ihrem Marketing nicht gerecht wurde und halbherzige Liebesgeschichten bot. Schade, aber immerhin gab es zwischendurch ja doch Lichtblicke in der Reihe.

Habt ihr die Reihe gelesen? Wie fandet ihr sie?

An unexpected Party – Elbenwald Festival 2018

Vom 09.-11.08.2018 zog es tausende Geeks in den Eventpark Luhmühlen bei Lüneburg, um am ersten Elbenwald Festival teilzunehmen, dass sich dem Motto verschrieb mehr als nur ein Festival zu sein. Es wollte Festival und Convention verbinden und hat doch so viel mehr geschaffen. Der Untertitel „An unexpected Party“ (angelehnt an den ersten Hobbitfilm „an unexpected journey“) beschreibt das Event eigentlich sehr gut. Für alle, die nicht da waren und für das nächste Jahr überlegen, doch teilzunehmen, möchte ich als begeistertes Geek-Girl meine Erlebnisse mit euch teilen. In Kursiv schreibe ich euch hinter den Acts immer die Beschreibung aus dem Elbenwald-Handbuch.

IMG-20180811-WA0005

Donnerstag – 09.08. – Something wicked this way comes

Nach einer viel zu kurzen Nacht ging es mit einem viel zu vollen Auto auf direktem Weg zum Eventpark Luhmühlen. Mit dabei mein Lebensgefährte und mein bester Freund – nennen wir sie der Einfachheit einfach M&M. Unser Bollerwagen „Piggeldi“ wurde voll gepackt und durfte den Weg vom Parkplatz zum Campingplatz gleich mehrfach fahren. Nach der Bändchenausgabe und der mehrfachen Versicherungen an der Kontrolle, dass man keine Waffen, keine Glasflaschen und vorallem keine Portschlüssel dabei hatte, durfte man passieren und sich einen Platz für Zelt und Co. suchen. Vorab waren reservierte Plätze buchbar, die auch über einen Stromanschluss verfügten, aber die waren sehr schnell ausgebucht. Wir fanden aber trotzdem relativ schnell einen Platz. Nun wurde es knifflig, da wir bei über 30° in der prallen Sonne die Zelte aufschlugen. Danach war erst einmal das erste – inzwischen schon „britische“ – Bier fällig.
Der Campingplatz öffnete übrigens um 10:00Uhr und das Festivalgelände um 14:00Uhr. Um 15:30Uhr startete dann der erste Programmpunkt, der mich interessiert hätte. Aber mit Zeltaufbau und anschließender Ausschwitzphase/Verschnaufpause bekamen wir nur noch die letzten Ausläufer von Gloryhammer mit. Sympathische Typen, die coolen Powermetal fabrizieren und die Themen Metal und Guardians of the Galaxy vermischen. Danach haben wir uns erst einmal einen Überblick über das Festivalgelände verschaffen.

Das Gelände

Hauptattraktion und Ort des Geschehens der meisten Veranstaltungen war der Fan-Dome. Ein riesiges Zelt mit großer Bühne und wahlweise bestuhlt oder nicht.
Zweiter Knotenpunkt war der Funkelforest. Etwas abgelegener (damit sich die Musikacts nicht in die Quere kamen) und mit einer Freilichtbühne versehen. Auf dem Weg kam man an mehreren Mittelalter LARPer (Live Action Role Play) vorbei, die auch Met und Schmuck zum Verkauf anboten.
Als drittes im Bunde steht der Hobbitbau auf dem Programmplan. Eine sehr schön geschmückte Lesebühne – Tommy Krappweiß sagte, dass er noch nie auf einer so schönen Bühne gelesen hätte – mit teilweise überdachten Bänken.
Hinzu kommt noch der „Kinosaal“, in dem nacheinander die Harry Potter und Herr der Ringe (Special Extended Edition) gezeigt wurden, ein großes Zelt mit Merchandise zum Kauf und kleinem Buchladen (vor allem von den Autoren, die Lesungen und Signierstunden gaben), dem Quidditchfeld, dem Zelt für Autogramme und Fotos und mehreren kleineren Zelten für die Workshops.
Die letzte größere „Attraktion“ war der kleine Food Court, in dem mehrere Street Food Trucks sich aufgestellt hatten. Mit deftigem Essen und heftigen Preisen (kleine Portion Nudeln mit Sauce für 7€) lockte dieser Bereich die hungrigen Camper an, die keine Lust auf die klassische Dose Ravioli hatten.

Um 18:30 ging es dann mit dem großen Opening weiter, das von #zweiraumsilke unterstützt wurde. #zweiraumsilke reichern deutschen Hip-Hop an mit Elementen aus Jazz, Funk und Soul – intelligente Texte inklusive. Nach den ersten 10 Minuten war dann aber auch erst einmal wieder Schluss mit der ganzen Veranstaltung. Aufgrund eines Gewitters musste das ganze Gelände geräumt werden und alle wurden in ihre Autos geschickt. Für die Leute, die ohne Auto angereist sind, wurden Busse bereitgestellt bzw. sollten die Autofahrer durch die Warnblinkanlage anzeigen, dass bei ihnen noch Platz ist.
Nach zwei Stunden Langeweile im Auto (Spiele, Bücher, ähnliches befand sich alles im Zelt) durften wir wieder auf das Festivalgelände – bzw. wurde sich auf dem Campingplatz erst einmal etwas trockenes angezogen, denn der Schauer kam so schnell, dass es keine Chance gab noch eine Regenjacke anzuziehen.
Dann ging es zu Fiddlers Green weiter. Fiddlers Green stehen seit 1990 für Irish Speedfolk – eine Eigenkreation aus Folk, Ska, Punk, Reggae und Rock. 1,5 Stunden begeisterten die Jungs mit ihrer Musik und konnten durch ihre Mitmachsongs auch die Riege der Unwissenden begeistern.
Zum Abschluss des Tages hätte man sich noch Le Fly im Fan-Dome anhören können. Le Fly legt sich nicht fest und sorgt mit mehr als einem halbem Dutzend unterschiedlicher Genres für Spaß und Freude pur. Für uns rief aber die Matratze, denn nach der langen Fahrt und dem Zeltaufbau waren wir doch sehr müde. Und es lagen schließlich noch zwei ganze Programmtage vor uns.

Freitag – 10.08. – We’re all Stories in the end – just make it a good one

Nach einer Nacht mit viel zu wenig Schlaf – man muss sich halt doch erst an das Zelten gewöhnen und manche Festivalbesucher waren auch der Ansicht sich bis nachts um 3 quer über den Zeltplatz zu unterhalten. Um kurz nach 7 hab ich es nicht mehr im Zelt ausgehalten und nach Katzenwäsche und der nötigsten Hygiene, stellte ich fest: M&M waren weg. Gefunden habe ich sie beim Frühstückszelt, selig mit einem heißen Kaffee vor der Nase. Direkt daneben das Zelt für die Workshopanmeldungen (das erst um 8Uhr öffnete) und davor eine Schlange, die einmal entlang des ganzen Campingplatzes reichte. Die ersten waren tatsächlich schon um 05:30 aufgestanden, um sich für die Workshops anzumelden. Ich verabschiedete mich also von dem Gedanken einen Platz zu bekommen und holte mir nur einen leckeren Cappuccino. Dann gingen wir zurück zum Zelt, wo es erst einmal Frühstück gab (Reiswaffeln mit Nudosi). Um 11Uhr begann dann unser erster Programmpunkt. Ein Nerd & Film-Quiz zog uns in den Fan-Dome in dem wir auch relativ weit vorne auf den Bänken Platz fanden. Man hätte sich auch als Team anmelden können, allerdings in der gleichen Schlange, wie für die Workshops, was es uns nicht wert war, weswegen wir einfach so mitrieten. Vielleicht war es auch ganz gut, denn auch wenn wir einiges wussten, wussten wir bei weitem nicht genug. Denn neben reinen Wissensfragen, gab es auch Hörerkennungsfragen oder Bilderrätsel, auf die man wirklich nur mit viel um die Ecke denken kam. Aber auf jeden Fall hat es, vor allem durch die sehr lockere Moderation, viel Spaß gemacht. Die Auswertung dauerte leider ein wenig lange, weswegen die zweite Runde etwas gehetzter durchgezogen wurde. Die Auswertung der zweiten Runde wurde dann auf nach den nächsten Programmpunkt verschoben. Verpasst haben wir dadurch die Lesung der Fantasy-Autorin Liza Grimm und den Reading Book Channel.
Der nächste Programmpunkt war ein Vortrag von Dr. Mark Benecke. Der Kriminalbiologe wollte einen Vortrag über den realen Mythos der Vampire halten. Die Veranstaltung war nicht direkt mit einer Altersbeschränkung versehen, aber bereits vorab sprach Benecke die Wahnung aus, dass er reale Leichenbilder in seinem Vortrag verwenden würde und bat alle, die dies nicht sehen wollen, direkt zu gehen, weil der Fan-Dome während des Vortrags verschlossen wird, damit keine Kinder rein und rausrennen können. Ebenfalls galt strengstens Fotografier- und Filmverbot. Der Vortrag dann war sehr interessant, weil er die gängigen Klischees über Vampire aufgriff und dann anhand von echten Leichenausgrabungen, die als Vampir vermutet wurden, erklärte, woher diese stammten und wie sie wissenschaftlich zu erklären sind. Ein sehr interessanter Vortrag und zeigte auch noch einmal, dass es auf dem Elbenwald-Festival mehr als nur Musik und Convention gab. Verpasst haben wir dadurch die Moritz Jahn Band. im Anschluss gab es die Auswertung von der zweiten Runde des Film-Quiz.
Als nächstes stand ursprünglich ein Question & Answer mit Tom Felton (Draco Malfoy aus den Harry Potter Filmen) und Evanna Lynch (Luna Lovegood aus den Harry Potter Filmen) auf dem Plan. Aufgrund des Gewitters am Tag zuvor war Lynchs Flug jedoch gestrichen worden, weswegen nun nur Felton auf die Bühne kam, begleitet von einem ohrenbetäubenden Kreischkonzert. Ein paar Mädchen neben uns fingen tatsächlich an zu weinen („Er ist wirklich hier, oh mein Gott, ich bin ihm so nahe“). Nachdem einige Fanfragen beantwortet wurden, durfte er dann noch ein „Konzert“ geben. Sprich Tom Felton und seine Gitarre spielen ein paar Songs. Leider konnten mich weder die Melodien noch Feltons Gesang mitreißen, aber da schien ich eine Ausnahme zu sein. Verpasst haben wir dadurch die Lesung von Bernhard Hennen (Fantasy-Autor) und das Konzert von Harpo Speaks, der Band von Tommy Krappweiss.
Nach insgesamt über sechs Stunden auf der nicht bequemer werdenden Bank, hatten wir vorerst genug vom Programm und ordentlich Hunger. Da wir weder Lust auf überteuertes Festivalstandessen hatten, noch auf die bekannte Dose Ravioli, beschlossen wir kurzerhand in die nächst gelegene Stadt mit einer bekannten Fast-Food-Kette zu fahren. Winsen (Luhe) wurde es, mit knapp 20 Minuten Fahrt. Nach einem großen Burger ging es uns dann auch schon wieder viel besser und die Motivation für die nächsten Programmpunkte nahm wieder zu. Dadurch verpassten wir Moop Mama Der Musikstil der 10-köpfigen Band Moop Mama lässt sich nur schwer beschreiben. Es ist eine faszinierende Mischung aus Blaskapelle, Hip-Hop, Soul und Funk, die man einfach erlebt haben muss, sowie die Lesung von Wolfgang Hohlbein (Fantasy-Autor) und Mr. Hurley und die Pulveraffen Mr. Hurley bietet Grog’n’Roll der Extraklasse: Witzige, selbstironische Texte treffen auf tanzbare Folk-Kompositionen.
Wir stießen nach einer Pause auf dem Zeltplatz um 20:30 wieder aufs Festivalgelände vor und nahmen am Konzert von Versengold im Fan Dome teil. Die deutsche Folk-Bank bietet anspruchsvolle Lyrik, aufwändige Instrumentaleinlagen und eingängige Partylieder. Da Versengold gerne in einem Atemzug mit Bands genannt wird, die ich sehr gerne höre, war ich auf das Konzert gespannt und bekam ein sehr schönes Konzert geliefert.
Etwas zu spät, da sich die Programmteile überschnitten kamen wir zur Lesung von Tommy Krappweiss. Der Erfinder von Bernd das Brot, sollte aus seiner aktuellen Buchreihe „Ghostsitter“ vorlesen, erzählte aber vorher noch einige Anekdoten zur Entstehung der Hörspielreihe von Ghostsitter, über seine Detailgenauigkeit bei seiner anderen Buchreihe „Mara und der Feuerbringer“, über seine Probleme mit deutschen Fernsehfilmen und natürlich die Entstehungsgeschichte von Bernd das Brot. Schließlich schaffte er es auch noch, ein paar Seiten aus dem zweiten Ghostsitter-Band vorzulesen. Ich kannte Krappweiss vorher gar nicht, aber M&M wollten ihn unbedingt sehen. Ich muss sagen, er war letztendlich mit einer meiner Highlights und der erste Ghostsitterband hat es – natürlich signiert – in mein Bücherregal geschafft.
Nach Krappweiss‘ Lesung zogen wir uns müde auf den Zeltplatz zurück. Alternativ hätte man sich Neelix anhören können. Neelix ist ein deutscher Produzent und DJ, der weltweit für seinen dynamischen Progressive Trance gefeiert wird. Um 00:30 machten mein bester Freund und ich uns noch einmal auf den Weg zum Fan-Dome, da David Nathan (Synchronsprecher, am besten als Stimme von Johnny Depp bekannt) dort eine Horror-Nacht-Lesung geben wollte. Mit im Gepäck hatte er Kurzgeschichten von Stephen King. Nachdem er allerdings das Vorwort von einem der Bücher vorgelesen hatte, und ich dabei schon mehrfach vor Müdigkeit fast von der Bank gekippt war, gaben wir auf und gingen doch ins Zelt zum schlafen.

Samstag – 11.08. – Unbent, Unbowed, Unbroken 

In der Nacht zum Samstag ist es merklich abgekühlt und nur unsere dicken Schlafsäcke konnte uns vorm Erfrieren beschützen. Der Morgen begann nach dem gleichen Prinzip. Kaffee holen, Frühstücken, langsam wach werden, sich über die lange Schlange am Workshopzelt wundern und schließlich um 10:30 zum Potter-Quiz in den Fan-Dome gehen. Nach dem gleichen Prinzip, wie am Tag zuvor das Film-Quiz, gab es auch hier zwei Durchgänge mit allen möglichen Varianten von Kategorien, die sich aber allesamt mit den Harry Potter Büchern und Filmen beschäftigten. Auch hier hatten wir uns nicht als Team angemeldet, sondern versuchten so die Fragen zu beantworten, den Soundtrack dem Film zuzuordnen und das Bilderrätsel zu lösen und schnitten mehr oder weniger gut ab. Im Anschluss hätten wir uns noch ein Q&A mit Coldmirror (einer Youtuberin und Harry Potter Fan) anhören können, ließen es aber. Stattdessen ging es weiter in den Funkelforest zu einem Konzert von Layment. Mit klassischen Metal-Riffs, Hardrock-Elementen und einem Fünkchen Folk kreiert Layment seine eigene Form von Metal. Auch dieses Konzert hat mir als passionierte Metalhörerin viel Spaß gemacht und die Haarpracht wurde natürlich rhythmisch geschwungen – besser bekannt als headbanging ;).
Danach stand die Überlegung zwischen Counterfeit und der Lesung von Bernhard Hennen. Wir entschieden uns – okay ich entschied für alle – für Counterfeit. Counterfeit liefern vernünftigen Punktrock mit hohem Tempo und Aggresivität, aber auch eingängigen Melodien. Mir sagte die Beschreibung eigentlich eher zu, weil es sich um Jamie Campell-Bowers (Harry Potter, Chroniken der Unterwelt, Sweeny Todd) Band handelt. Leider war es dann doch nicht mein Geschmack, da die Lieder sehr gleich klangen und wenn zwischen den Songs nicht ein neuer angekündigt worden wäre. Nachdem ich dann Mr. Campell-Bower noch oben ohne sah (schon so ein bisschen sabber sabber), reichte es mir nach ein paar Liedern und wir wechselten zum Funkelforest, wo demnächst Harpo Speaks erneut auftreten sollte. Tommys Band Harpo Speaks steht für Improvisationsfreude und Partytauglichkeit, ihr Motto lautet „No song remains the same“. M&M ließ ich nach dem Konzert im Funkelforest zurück, da Krappweiss angekündigt hatte, noch einmal eine Signierstunde zu geben. So wurde mein frisch gekauftes Ghostsitterbuch signiert und gleich im Zelt in Sicherheit gebracht. Kurz darauf stieß ich wieder zu M&M, die im Funkelforest inzwischen Jan Hegenberg lauschten. Jan Hegenberg macht Musik für Zocker und ist heute so etwas, wie der Rock-Papst der deutschen Gaming-Szene. Verpasst haben wir dadurch die Lesungen von Thomas Finn (Horrorautor) und T. S. Orgel (Fantasy-Autoren-Duo).
Danach ging es zum mehr oder weniger abschließenden großen Finale mit dem großen Film-Orchester unter der Leitung von Chuhei Iwasaki. Erst durch ihre Musik werden Blockbuster, wie Herr der Ringe, Harry Potter oder Star Wars zum epischen Filmerlebnis, das wir kennen und lieben. Genau diese Musik (und viele weitere Klassiker) erweckt das Pilsen Philharmonic Orchestra auf der Bühne zum Leben. Hier war es zum einen sehr interessant zu sehen, wie tatsächlich alle Musiker auf die doch relativ kleine Bühne passten. Zum anderen, welche Stille während der Stücke herrschen konnte, obwohl gefühlt alle Teilnehmer des Festivals anwesend waren und jeder Störenfried wurde mit einem einheitlichen Zischkonzert zum Schweigen gebracht.
Danach ging es für viele Richtung Zelt. Wir blieben jedoch, da Kristian Nairn – besser bekannt als Hodor aus Game of Thrones – noch als DJ auflegen wollte. Doch auch hier hielten wir es nur ca. 3 Lieder lang aus, denn DJ-Musik gefiel uns allen drein nicht. Alternativ hätten wir noch zu Koenix weitergehen können. Koenix entführt dich in eine andere Welt: Mit unbändiger Musik, inspiriert von mittelalterlichen Melodien. Aber letztendlich war es einfach schon wieder sehr spät und das Zelt rief nach uns.

Damit ging das Festival zu Ende und ließ uns mit vielen neuen Erinnerungen wieder in den Alltag zurückkehren. Für den ersten Versuch hat das Festival-Team viel Richtig gemacht. Natürlich lief nicht alles zu 100% rund und gerade, was das Fotoshooting und Autogrammzelt anging, gab es wohl viele Beschwerden. Mir hat es gut gefallen und ich bin sehr gespannt, was das Programm für nächstes Jahr so bietet.