Ein Vorwort
Eine Buchreihe, die beinah an mir vorbei gegangen wäre, hätte ich nicht in einer lieben Discordgruppe eine sehr penetrante Liebhaberin der Bücher gehabt, die es bereits vorab auf englisch gelesen hatte und seitdem nicht müde wurde, es immer wieder anzupreisen. Und auch, wenn mich zunächst der Hardcoverpreis abschreckte, war ich spätestens an der Kasse überzeugt, als die Buchhändlerin auch beim abkassieren direkt ins Schwärmen kam. Warum mich die Reihe auch überzeugen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Divine Rivals
Die Handlung: Nachdem Iris Bruder Forest an die Front in einem göttlichen Krieg gezogen ist, nimmt sie die Stelle bei einer Zeitung an, um sich als Kollumnistin zu beweisen. Doch ihr Konkurrent Roman hackt gern auf ihrem Aussehen herum. Zu Hause schreibt Iris auf ihrer Schreibmaschine Briefe, die aber nie ihren Bruder an der Front erreichen, sondern auf magische Weise bei Roman auftauchen.
Meine Meinung: Ich habe das Buch im Buddyread gelesen und meine Partnerin hat während des Lesens unzählige Sprachnachrichten bekommen, in der ich ihr immer wieder vorschwärmte, wie toll ich es fand. Aber es nun hier in Worte zu fassen, fällt mir unglaublich schwer. Aber ich versuche es mal. Zunächst war ich etwas überrascht, dass es ein fantastisches Setting hatte, ich war fälschlicherweise von einem historischen ausgegangen, auch wenn die Schreibmaschinen vielleicht ein Hinweis hätten sein können. Aber irgendwie ist die Magie präsent in Geräten und Häusern, aber darüber hinaus auch nicht, also es gibt keine Tränke oder Zaubersprüche in dem Sinne. Das war teilweise ein bisschen schade, hat aber mit dem Worldbuiliding gut zusammengepasst.
Wir bekommen hier ein sehr realistisches Setting mit einem Krieg, der zwar von Göttern geführt, aber doch durch Menschen ausgeführt wird. Zunächst befinden wir uns davon noch weit weg und kriegen es nur durch Iris Kummer um ihren Bruder mit. Hier wird auch schon sehr stark deutlich, in wie weit die Politik mit den Geschehnissen überfordert ist und lieber alles unter den Teppich kehren will. Doch zusammen mit Iris kommen wir der Front im Laufe des Buches immer näher und die Grausamkeit des Krieges wird noch mal in aller Ausführlichkeit beschrieben. Es ist also kein Buch für Lesende, die eine ruhige romantische Geschichte suchen.
Denn die Liebe passiert hier zwar nicht als Nebenhandlung, aber eben im Angesicht des Krieges. Und auch, wenn man sagen kann, dass es vielleicht zu schnell mit den beiden geht, so muss man doch sagen, dass sie zuvor das schlimmste der Menschheit gesehen haben und im Angesicht des Todes standen. Das ist alles wunderbar durchdacht und fühlt sich trotz der fantastischen Welt in der aktuellen Zeit doch alles sehr beklemmend an.
Und doch werden wir auf jeder Seite aufgefangen von einem tollen Schreibstil, der uns durch dieses unangenehme Setting führt und uns doch immer wieder Träumen lässt. Bis wir zu einem ziemlich bösen Cliffhanger kommen. Zum Glück dauerte es nicht allzu lange bis Band 2 rauskam.
Ruthless Vows
Die Handlung: Iris ist seit zwei Wochen von der Front zurück und versucht trotz des Verlustes ihres Mannes irgendwie weiter zu machen. Doch Roman ist nicht tot, sondern wurde von Dacre, dem Gott der Gegenseite, geheilt. Doch damit ist er an den Gott gebunden und dieser hat ebenfalls sein Gedächtnis genommen. Können die beiden wieder zueinander finden? Und wie wird der Krieg ausgehen?
Meine Meinung: Kaum hatte ich Band 2 in der Hand, stand fest, dass ich ihn gleich lesen musste. Zunächst kam ich auch noch gut rein, denn ich wollte wissen, wie es nach dem Cliffhanger weiter ging. Und die Autorin hat auch das gut gelöst und die langsame Annäherung von Iris und Roman unter den neuen Umständen hat gut funktioniert und der Geschichte noch einmal eine neue Richtung gegeben.
Mein Problem war nur, dass ich danach beinahe Angst entwickelt habe, dass Buch weiter zu lesen. Gut, Angst ist vielleicht ein zu großes Wort. Es war so ein Unbehagen. Ich habe einfach bei jeder Entwicklung befürchtet, dass jetzt der Punkt gekommen ist, wo etwas wirklich schreckliches passiert. Wo die Lesenden gebrochen werden. Also habe ich einfach ein Buch dazwischen geschoben – meine Buddyread-Partnerin war zu dem Zeitpunkt auch unerreichbar im Urlaub – um mich zu beruhigen. Und habe doch jedes Mal wieder gezögert, wenn ich das Buch weiterlesen wollte. Dabei war es meistens ungerechtfertigt und sobald ich wieder im Fluss war, konnte ich das Buch auch kaum aus den Händen legen. Aber die Überwindung jedes Mal wieder danach zu greifen, war unfassbar hoch.
Die Geschichte geht logisch weiter, wir verfolgen das Kriegsgeschehen wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Diesmal treten die Götter etwas stärker in den Fokus, wenn auch seltsam menschlich. Die eigentliche Kritik habe ich dann doch eher am großen Finale. Denn im Endeffekt war es, für das, was vorher aufgebaut wurde, zu einfach. Ein Plan, der zum scheitern verurteilt war, gelingt auf wenigen Seiten. Um dann doch noch den Part, vor dem ich mich stets gefürchtet habe, mit einzubringen. Dann, wenn es unnötig wurde und keinerlei Emotion mehr dahinter steckt. Das ist schade, denn vorher wurde die Geschichte wesentlich besser aufgebaut.
Das Fazit
Divine Rivals und Ruthless Vows waren eine Achterbahn der Gefühle. Rebecca Ross schafft es ein realistisches Kriegsgeschehen zu beschreiben und gleichzeitig eine tolle Liebesgeschichte aufzubauen. Kleinere Schönheitsfehler und ein nicht ganz rund erzähltes Ende sind verschmerzliche Details bei einer insgesamt sehr guten Reihe.
Habt ihr die Reihe gelesen? Wie fandet ihr sie?

