Doctor Who – der 13. Doctor

Ein Vorwort

2017 wurde Jodie Whittaker die neue Doctor aus Doctor Who. Für drei Staffeln (11-13) verkörperte sie die Rolle. Nachdem ich diese nun endlich nachgeholt habe, wird es wohl endlich Zeit für eine Rezension dazu. Also starten wir mal direkt:

Die Handlung

Nach ihrer dreizehnten Regeneration muss der Doktor nicht nur mit dem neuen Geschlecht zurecht kommen, es steht auch direkt wieder eine Bedrohung auf der Erde an. Noch teamlos trifft sie dabei auf Ryan, der mit seiner Oma und dessen neuen Partner Graham versucht Fahrrad fahren zu lernen, und Yasmin, die ihre Ausbildung bei der Polizei angefangen hat. Nach ihrem ersten Abenteuer, das nicht verlustfrei war, brechen sie zu viert zu weiteren Abenteuern in Raum und Zeit auf.

Ein paar Worte zur Einordnung

2017 wurde Jodie Whittaker die neue Doctor aus Doctor Who. Während viele aufgrund des Geschlechtwechsels der Serie den Rücken kehrten, war es von mir gar nicht geplant. Aber die neuen Staffeln waren in meinen Streamingabos nicht mehr enthalten und irgendwie kam ich davon ab mich genauer damit zu befassen – hatte ich doch genug andere Serien, die mich interessierten. Nachdem nun aber Disney+ sich teilweise Rechte gesichert hat und neue Specials rausbrachte, sowie eine neue Staffel ankündigte, wurde es für mich dann doch Zeit mal die inzwischen erschienen Staffeln 11-13 im BBC Player nachzuholen. Und genau um die soll es heute gehen.

Meine Meinung

Mit inzwischen dreizehn Staffeln ist Doctor Who wohl die Serie, die ich am längsten verfolge – wobei die meisten meiner Lieblingsserien einfach nicht so viele Staffeln haben. Supernatural übertrumpft das zwar aktuell mit 15 erschienen Staffeln, aber da steck ich irgendwo in Staffel 10 fest, weil die Qualität einfach immer mehr abnahm. Und das ist wohl das gute bei Doctor Who, dass durch die Regenerationen nicht nur die Schauspielenden regelmäßig getauscht werden, sondern sich die Serie dadurch auch stets weiterentwickeln kann. Ein Capaldi braucht kein größeren oder schlimmeres Übel als ein Tennant, weil es immer wieder wie neue Abschnitte funktioniert. Doktor und Companion müssen sich stets erstmal finden und erleben einfach neue Abenteuer. Daleks und Cybermen tauchen in regelmäßigen Abständen auf und die Erde ist sowieso regelmäßig bedroht. Aber das Konzept geht auf.
Nun standen also eben diese genannten Änderungen wieder an. Und nicht nur wir mussten uns an eine neue Doktor gewöhnen, sondern auch die Rolle selbst musste sich erstmal finden. Das merkt man gerade in den ersten Folgen, wo sie noch völlig verwirrt in den Szenen herumspringt, als ob sie nicht schon unzählige Leben gelebt hätte. Doch gerade das macht die Eingewöhnung wesentlich leichter. Auch hat man in der ersten Folge noch nicht so richtig die Ahnung, auf welchen Companion es denn nun herausläuft, da einfach vier neue Charaktere eingeführt werden. Das wir dann gleich drei Companions bekommen, hat mich ziemlich überrascht. Waren es doch bisher maximal zwei und dann auch meist nur, wenn es sich um Partner*innen des eigentlichen Companion handelt – Jack Harkness mal als Ausnahme gesehen, um das Torchwood Spin-off einzuführen. Dass diesmal alle drei geplant waren, und einer auch alterstechnisch noch raussticht, ist wieder so eine angenehme Neuerung, die mir die neuen Staffeln sehr sympathisch machte.
Leider habe ich durch die Fülle an Charakteren allerdings auch nicht die gleiche Bindung zu ihnen aufgebaut. Es war eben keine Rose, um die man in jeder Folge gebangt und gefürchtet hat. Aber auch der Doktor und die Companions konnten irgendwie nicht die gleiche Nähe aufbauen wie früher. Zunächst hat man es noch verstanden, nach dem Staffelfinale mit dem zwölften Doktor (Capaldi) und Bill, war die neue Angst spürbar sich wieder zu nah zu binden und dann wieder einen Verlust ertragen zu müssen. Doch das zieht sich leider durch alle Staffeln weiter und schafft eine Distanz, die in früheren Staffeln nicht da war.
Auch die Abenteuer selbst wirkten auf mich merkwürdig distanziert. Es waren wirklich tolle Ideen dabei, die ich sehr mochte. Rosa Parks, Mary Shelley zur Geburtsstunde ihres Frankensteins oder auch die Folge, wo Graham auf einen Wellnessplaneten bestand. Aber ich habe selten wirklich mitgefiebert, meist sie einfach an mir vorbeiziehen lassen. Es fehlte die Magie, die die Serie früher auf mich hatte. Und ich kann nicht einmal benennen, was mir gefehlt hat oder was mich gestört hat.
War dieses Gefühl in Staffel 11 noch ein leises Hintergrundrauschen und ich hab mich trotzdem noch darauf gefreut, die Serie weiterzusehen, so wurde es in Staffel 12 zusehens schlimmer. Denn hier gab es gleich zwei viel zu aufgebauschte Doppelfolgen und auch die Rückkehr des Masters katapultierte die Handlung auf ein Niveau des Schlimmen, die ich bei vielen lang laufenden Serien kritisiere, wenn es einfach immer alles nochmal schlimmer werden muss.
Endgültig ausgestiegen bin ich mental aber dann in Staffel 13. Nicht nur hat sich hier die Companion-Zahl deutlich verringert, was deutlich an Charme eingebüßt hat, denn gerade die kleinen Kabbeleien im Team haben die Folgen noch aufgelockert. Wenngleich es neue Charaktere gab, die nach und nach in der Geschichte mehr oder weniger zu Companions wurden, war es nicht das Gleiche, da der Teamgedanke nicht so richtig aufkam. Auch ist es nicht mehr das „Monster der Woche“ Prinzip, sondern ein allumfassendes Überböse über alle Folgen gestreckt, mit episodenartigen Ausschnitten, die daraus resultieren. Das ist etwas, was ich so schon nicht so gern sehe und hier passte es einfach noch weniger in die Geschichte. Glücklicherweise war das dann in sechs quälend langen Folgen auserzählt und die Staffel ist mit ein paar Specials ausgeklungen. Allerdings war ich da schon so ausgestiegen, dass ich mich kaum noch auf sie konzentrieren konnte oder wollte. Lediglich die „Legend of the Sea Devils“ Folge konnte nochmal etwas neues bieten und leichtes Interesse wecken.
Dennoch bin ich noch lange nicht durch mit der Serie! Ich freue mich auf die Rückkehr von David Tennant als Doktor und die neuen Specials, die uns jetzt auf Disney+ erwarten.

Das Fazit

Jodie Whittaker als Doktor war durchaus gut und die Companions mochte ich, doch irgendwie fehlte etwas in der Dynamik und Herzlichkeit von früheren Folgen, weswegen ich teilweise eher ausgestiegen bin und viele Folgen nur an mir vorbei habe ziehen lassen. Dennoch bin ich mit der Serie noch lange nicht durch.